Kann dieser Vater mit 1 Mio. in Vorruhestand? Ja, er kann


New York, 20. April 2015

Der 57-jähriger Amerikaner Clarence Reed aus dem Bundesstaat Georgia hat eine Million Dollar gespart. Er war immer fleißig, wenn’s ums Sparen ging. Schon als Kind legte er Geld zurück. Das hatten ihm seine Eltern beigebracht.

Jetzt möchte der dreifache Vater in den Vorruhestand. Er hat sein Traumhaus am See vor einigen Jahren gebaut und braucht noch 15 Jahre, um diese Hypothek abzutragen. Reed besitzt daneben ein Mietobjekt. Hier decken die Mieteinnahmen die Hypothekenzinsen und Nebenkosten ab. Insofern besteht beim Renditeobjekt kein Geldabfluss-Risiko, zumindest derzeit nich.

Er arbeitet nebenher, kann also auf ein kleines Nebeneinkommen zurückgreifen. Er lebt momentan von rund 5.000 Dollar monatlich, das Geld entnimmt er seinen Ersparnissen. Zudem hat er gewisse Nebeneinkünfte.

Ich glaube, so weit ich den Fall übersehen kann, kann der 57-jährige in Rente gehen. Sein Budget scheint er im Griff zu haben. Er lebt sehr sparsam.

Was allerdings einige Kritiker in den Kommentaren anmerken: Sie wundern sich über die geringen Ausgaben für Lebensmittel von 81 Dollar im Monat. (Gut, er führt Restaurant- und Entertainmentausgaben an. Diese decken wohl teilweise die Verpflegung ab.) Ebenfalls sind seine Kleidungskosten mit acht Dollar winzig. Diese Angaben scheinen nicht schlüssig zu sein.

Vielleicht würde ich ihm raten, noch zwei Jahre zu arbeiten, sofern er möchte. Warum? Einfach, um auf der sicheren Seite zu sein. Nötig hat er es aber nicht. Er hat, wie es scheint, immer gut verdient. Somit wird er eine ordentliche gesetzliche Rente (sie heißt Social Security in den USA) erhalten.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Kann dieser Vater mit 1 Mio. in Vorruhestand? Ja, er kann

  1. Gabriele

    Hallo Herr Schäfer,

    ich schaue mir gerne historische Charts der Unternehmen an, die ich evtl. kaufen möchte. Dabei ist mir aufgefallen, dass etwa 2001 ein großer Kurssturz stattfand, der bei vielen Dax-Werten bis heute nicht ausgeglichen ist. Trotzdem finde ich zu der Zeit keine Angaben eines Börsencrashs. Was war die Ursache?

    Liebe Grüße Gabriele

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gabriele

    Es war die Internetblase, die im Frühjahr 2000 geplatzt ist. Danach sausten die Börsen etliche Jahre lang nach unten. Die Blase führte dazu, dass nicht nur Internetfirmen (eBay, AOL, Brokat, Intershop, pets.com), sondern auch traditionelle Firmen wie ein Ballon aufgeblasen wurden. Allianz, Münchener Rück oder SAP gingen erst durch die Decke. Danach stürzten sie brutal ab. KGVs von 100 und mehr waren damals Usus. LG Tim

  3. Grüneberg,Jörg

    Zu dieser Frage ,wann hat man „ausgesorgt“,habe ich schon vor Jahren einen intetessanten Bericht gelesen,dabei wird davon ausgegangen das man ca. das 250-fache von seinem monatlichen Finanzbedarf (bei jedem ja verschieden)gut angelegt besitzen  sollte.

    Ich finde das eine sehr sinnvolle Faustregel ,meist ist ja die Überbrückungszeit bis zum Renteneintritt überschaubar….

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Jörg

    Das kann man wohl als Faustformel nehmen.

    Was mich immer wieder erstaunt, sind Leute, die ziemlich gut verdienen und es fertig bringen, nichts zu sparen. Es gibt genügend Leute, die bringen 60.000 0der 70.000 Euro im Jahr nachhause und haben nix gespart. Ich finde es armselig, wenn sich Bürger nicht wenigstens etwas anstrengen.

  5. Der Privatier

    Es gibt ja eine ganze Reihe von Bloggern aus der Finanz-Szene, die eifrig ihre Theorien verbreiten, wie man denn die finanzielle Freiheit möglichst bald und einfach erreichen kann.

    Wer hingegen einmal nachlesen möchte, wie jemand seinen Job tatsächlich freiwillig aufgegeben hat, der muss nicht erst bis Georgia (USA) schauen. Das gibt es auch gleich „um die Ecke“.

    Auf meinem Blog „Der Privatier“ kann jeder nachlesen, was alles zu bedenken ist, wenn man den Schritt in die „Freiheit“ wagen möchte.

    Allzu Eifrige muss ich allerdings schon mal enttäuschen. Besonders „schnell und einfach“ war es nicht. Auch bei mir hat es bis zum Alter von 56 Jahren gedauert (fast so alt wie der Amerikaner aus dem Beitrag). Aber für mich sind es immerhin ungefähr 10 Jahre, die ich gewonnen habe.

    Und ich bin mir sicher, wenn man sein Ziel etwas konsequenter verfolgt, als ich es getan habe, kann es auch durchaus vorher gelingen. Schaut doch mal vorbei – ich freue mich immer über Kommentare, Kritik und weitere Anregungen.

    Gruß, Der Privatier

  6. Chris

    Also 1 Mio $ + 2 Häuser scheint mir doch ein bisschen wenig. Wenn da irgendwas schief geht, dann muss er wieder arbeiten gehen und seine letzten Jahre buckeln…

    Man sollte wohl nicht mit einer 100% Auslastung von der Immobilie rechnen – das halte ich für ziemlich blauäugig. Auch sind immer wieder Reperaturen fällig.

  7. Alex von Reich-mit-Plan.de

    Hi Tim
    interessante Menschen die du immer wieder findest. 😉

    Mich wunderts, dass Clarence ganze 5.000 Euro im Monat braucht. Aber jedem das seine.
    Der Ansatz, wie viel man später mal brauchen wird, ist sicher nicht verkehrt.
    Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass wenn der Zeitpunkt erst einmal gekommen ist, man auch bereit ist mit weniger auszukommen. Einfach weil man dann einen anderen Blick auf die Dinge hat, als früher.

    Anfangs geht man arbeiten um sich gewisse Dinge leisten zu wollen oder auch zu müssen. Immobilien, Mobilität, Reisen usw. Man hat dann den monatlich benötigten Betrag ermittelt und hochgerechnet mit Infaltion und Sicherheitspuffer und was weiss ich. Am Ende wußte man wie viele Hundertausend oder Millionen Euro man brauchte um aussteigen zu können.

    Später, mit Blick auf das bereits gesammelte Kapital und den damit erzielbaren monatlichen Erträgen, will man es nicht mehr so einfach verprassen. Man achtet viel mehr auf die Sinnhaftigkeit seiner Ausgaben. Zudem fallen auch etliche Ausgaben weg, die früher nur dafür verwendet wurden um der beruflichen Tätigkeit nachzugehen (Mobilität, berufsbedingte Kosten, Gewerkschaft, Kantine usw.) und um zu sparen (Versicherungen, Sparraten, usw.). Diese ganzen Kosten fallen weg, sobald man auf der „anderen Seite“ steht.

    Dazu kommt noch, dass Clarence seit Jahrzehnten einen detaillierten Überblick über seine Finanzen hat. Er weiß wie sich sein Vermögen in schlechten und in guten Zeiten verhält. Er kann daher besser abschätzen, ob es reicht oder nicht.

    Mir geht es genauso. Besser noch, früher habe ich mich nebenbei um meine Finanzen gekümmert. Abends, im Zug, am Wochenende. Und ich habe es geschafft ein gewisses Kapital anzusammeln. Jetzt aber, kann ich mich täglich um meine Finanzen kümmern, was nicht bedeutet, dass ich nun beginne risikovoll zu traden o.ä.

    Nein, jetzt habe ich die Zeit mich mit der Optimierung meiner Finanzen zu beschäftigen und um das ein oder andere Ertragsprozent mehr rauszuholen. Das ist mitunter sehr aufwendig, je nachdem welche Statistiken und Auswertungen man dafür erstellen will. Auch das weiterbilden, Lesen und auch der Besuch von Veranstaltungen, kann heute viel intensiver genutzt werden als früher. Das frühere Hobby wird damit zum „Beruf“. Mit der Erkenntnis, dass man unterm Strich gar nicht so viel Geld braucht, wie man ursprünglich vielleicht mal ausgerechnet hat.

    Gruß
    Alex

  8. Felix

    Ehrlich gesagt, ich verstehe den Mann nicht: Er hat wahrscheinlich 40 Jahre gearbeitet und ein ordentliches Vermögen akkumuliert. Nur, um jetzt ein paar Jahre früher aufhören zu können, davon wieder einen großen Teil zu opfern, leuchtet mir nicht ein: Er hat drei Kinder. Vermögen wird

    über Generationen aufgebaut. Außerdem ist er gesund.

    Dieses Vermögen wegen ein paar Berufsjahre hin oder her wieder preiszugeben, wäre mit zu schade. O.K., wenn er keine Kinder hätte, könnte er an Vermögensverzehr denken. Buffet akkumuliert jenseits der 80 noch munter weiter, obwohl er nicht gerade wenig hat.

  9. Alex von Reich-mit-Plan.de

    Er gibt ja nicht sein Leben auf. Und ein „paar Jahre“ kann schon sehr viel sein. Zudem hat ja jeder andere Ansprüche an sein Leben. Ich glaube viele können solch eine Entscheidung erst im reifen Alter gut nachvollziehen, wenn man viele Jahre gearbeitet hat und es vielleicht einfach nicht mehr will oder kann.

    Ich zum Beispiel liege auch nicht faul auf der Couch rum, aber mir war es wichtig schnell einen gewissen Kapitalstand zu erreichen, um eben nicht Jahr um Jahr als Angestellter bis zur Rente arbeiten zu müssen. Unabhängig bedeutet auch, dass man von anderen nicht abhängig ist.

    Wenn du die Wahl hast zwischen arbeiten gehen für Dritte mit festem Lohn oder du kannst tun und lassen was du willst, weil für dein finanzielles Auskommen gesorgt ist, warum solltest du dir dann Variante A weitere viele Jahre lang antun?

    Da könnten auch gesundheitliche Gründe eine Rolle spielen. Was ist wenn du mit dem Tag des Renteneintritt zum Pflegefall wirst? Gleichzeitig hättest du aber seit vielen Jahren bereits aus dem beruflichen Alltag aussteigen können?

    Gruß

    Alex

  10. AlexanderAlexander

    Wie Alex schreibt, der Blickwinkel ändert sich mit zunehmenden Alter (Weisheit oder Starrsinn?).

    Ich habe auch meine Ausgaben in einer Excel-Tabelle und zufällig dieser Tage überprüft, was wegfällt oder Sparpotential bietet, wenn ich in keinem abhängigen Arbeitsverhältnis mehr bin. Da läppert sich so einiges zusammen. Wie der Privatier, werde ich es nicht mehr schaffen, mit 56 aufzuhören. Jedoch habe ich inzwischen die Zeit nach dem Hamsterrad auf 63 vorverlegt, auch wenn es erhebliche Abzüge bringt. Unsere Lebenszeit ist begrenzt und diese ist das Kostbarste was wir haben. Jedes Jahr zählt da meiner Meinung nach. Ob Mr. Reed  aufhören kann zu arbeiten, ist sehr schwierig zu beurteilen. Ich könnte es mit seinen Voraussetzungen.

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