Jetzt trifft die Krise Promis: Sie geben das letzte Hemd her


New York, 25. Februar 2009

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Wissen Sie, wo Ihr Geld heute geblieben ist? Wahrscheinlich hat es sich einmal mehr verdünnisiert, wenn Sie am Aktienmarkt engagiert sind. Keine Sorge. In meinem Blog sind Sie im Club der Optimisten. Die Weltwirtschaft wird sich wieder erholen, das war immer so. Auf einen Abschwung, folgt ein Aufschwung. Auf Regen folgt Sonnenschein. Denken Sie langfristig. Ich muss jedoch zugeben, dass sich die Krise hartnäckig hält und schwerer ist, als alle Rezessionen, die wir seit dem Zweiten Weltkrieg hatten. Ich selbst hatte das in diesem Ausmaß nicht kommen sehen und bin völlig überrascht über die Firmenzusammenbrüche. Aber es geht darum diese Phase als Chance zu sehen. Der Dow Jones liegt rund 50 Prozent unter dem bisherigen Rekordhoch vom 9. Oktober 2007: Seinerzeit markierte der Index das Top bei 14.164 Punkten. Derzeit steht der Index um die 7.350. Der Absturz führt nun dazu, dass Sie an der Börse so günstig einkaufen können wie 1997.

Immer mehr Promis werden nun Opfer der Finanzkrise. So hat sich offenbar die beste Fotografin der Welt, Annie Leibovitz, verzockt. Sie borgte sich fünf Millionen Dollar von der Art Company Group in New York. Schon im Dezember hatte sich der Star 10,5 Millionen Dollar von derselben Firma geliehen. Alles in allem besorgte sich Leibovitz 15,5 Millionen Dollar auf Pump. Das berichtete die New York Times in einem ausführlichen Bericht am Dienstag. Als Pfand gab die 59-jährige ihr Haus in Greenwich Village, ein Landhaus und all ihre Rechte an ihren Fotos ab. Im Grunde hat sie alle Besitztümer überreicht. Vermutlich ist die Situation dramatisch. Vermutlich sind beträchtliche Hypothekenzahlungen fällig. Ihr Studio in Chelsea machte die Künstlerin längst dicht. Für Queen Elizabeth II oder George Bush und viele andere VIPs arbeitete sie. John Lennon und Yoko Ono portraitierte sie, wenige Stunden bevor Lennon am Central Park von einem verrückten Fan erschossen wurde.
Oft ich lese ich übrigens die New York Times und das Wall Street Journal. Ab und an werfe ich einen Blick in Barron’s. Das Börsenblatt hat kürzlich den TV-Schreihals Jim Cramer auseinandergenommen. Barron’s zählt zum Imperium des Rupert Murdoch. Murdoch besitzt etwa das Wall Street Journal und den Fox-Buisness-Sender. Der neue TV-Kanal ist Erzfeind des führenden Börsensenders CNBC, der von General Electric betrieben wird. Cramer arbeitet für CNBC. Damit ist klar, warum sich Barron’s auf Cramer eingeschossen hat. Er arbeitet für die Konkurrenz.


tim schaefer (Author)

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