Jahr der Unsicherheiten


New York, 6. Februar 2008

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Heute verlor der Dow Jones schon wieder 370 Punkte beziehungsweise knapp drei Prozent. Aktuell dümpelt der Leitindex bei 12 265 Punkten. Nach fünf Jahren Superhausse nimmt an der Wall Street die Nervosität zu. Ist die Börsenparty nun endgültig vorbei? Oder sind das nur ein paar stürmische Monate?
Seit Anfang des Jahres 2003 kletterte der Dow Jones nahezu schnurstracks von einem Hoch zum nächsten. Das Börsenbarometer marschierte in fünf Jahren von rund 8 000 auf zuletzt 12 265 Punkte. Im Sommer 2007 trübte sich jedoch die gute Stimmung an der größten Leitbörse der Welt ein: Crash am Immobilienmarkt, Kreditkrise, Dollarschwäche, Ölpreisrekorde, Kurssturz der Investmentbanken. Viele Akteure haben nun die Sorge, dass sich die Inlandsnachfrage eintrüben könnte, die Konjunktur an Schwung verliert. Gut möglich, dass die USA in eine Rezession schlittert. Jedoch hat die Fed die Leitzinsen stark gesenkt, das dürfte das Schlimmste verhindern.
Eines ist klar: Die zuletzt hohe Volatilität an den Märkten setzt sich fort. Ich glaube, wir sehen eine sehr hohe Schwankungsbreite in allen Anlageklassen weltweit. Gute Investmentchancen bleiben trotz der Turbulenzen besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern. Denn die werden weiter wachsen – wenn auch etwas vermindert. Ich werde Sie auf einige interessante Investmentchancen hinweisen in den emerging markets.
Ich halte nichts davon, den Aktienbestand ständig umzuschichten. „Hin und her macht Taschen leer!“ Diesen Spruch sollten Sie sich zu Herzen nehmen. Sie werden so gut wie nie den höchsten Kurs beim Ausstieg erzielen. Ebenso wenig werden Sie so gut wie nie den niedrigsten Kurs zum Einstieg hinbekommen. Also, halten Sie durch. Wer solide Firmen in seinem Portfolio hält, der steht auch turbulente Zeit durch. Nachkaufen – oder einfach abwarten, erscheint mir eine gute Lösung zu sein. Langfristig werden Sie vom volkswirtschaftlichen Wachstum profitieren.
Grundsätzlich sind substantielle Dividendenzahler gut in diesen Zeiten. Also wenn Sie noch etwas Asche in Ihrer Kriegskasse übrig haben, Geld, das Sie in absehbarer Zeit nicht brauchen, sind bei den soliden Dividendenzahlern immer eine gute Anlagemöglichkeiten zu finden. Etwa der US-Pharmariese Pfizer, aktueller Kurs 22,96 Dollar. Der Kurschart gefällt mir bei Pfizer sehr gut. Nach einem brutalen Ausverkauf der Aktie scheint der Boden nun ausgebildet zu werden. 5,4 Prozent Dividendenrendite sprechen für sich. Einfach phantastisch! Substantielle Dividenden, eine konservative Unternehmensführung und eine starke Bilanz – das ist das beste Rezept für diese Zeiten. Ein großer Schutz in einer Korrekturphase.
In der Tat können die massiven Ausschläge im Dow-Jones-Index einem vorkommen, als ob man in einem Segelboot sitzt und in einen schweren Sturm gerät. Und dann plötzlich die Sonne scheint. Erst kommt es zum Ausverkauf über Wochen hinweg. Dann folgt eine Megarallye auf dem Fuße. Auf dem führenden Börsenkanal CNBC werden tagtäglich unzählige Experten zugeschaltet. Jeder hat eine andere Meinung. Das ist ein Riesendurcheinander und verunsichert in meinen Augen die Leute nur noch mehr. Die einen prophezeien einen Crash, die anderen sind geradezu optimistisch und muntern auf, die verbilligten Kursniveaus zum Einstieg zu nutzen.
Was gehört noch in ein gutes Depot? Rohstoffe! Selbst nach der langjährigen Rallye sollten Sie das eine oder andere Investment tätigen. Ich finde Rohstoffe sollten auf jeden Fall einen Platz im Portfolio haben. Auch als Inflationsschutz. Edelmetalle wie Gold oder Silber, aber auch Weizen, Mais, Reis oder Öl sollten langfristig im Aufwärtstrend bleiben. Der Grund: Die starke Nachfrage aus der Dritten Welt!
Warum sind schwierige Wirtschaftphasen und turbulenten Zeiten exzellente Investmentchancen? Firmen, die einen heftigen Konkurrenzkampf überleben, sind besonders stark. Hier können Sie die Früchte ernten aus umgesetzten Kostensenkungen und Innovationen. Vor allem unter den kleinen und mittelgroßen Gesellschaften stelle ich Ihnen in loser Folge ein paar vor.
Den Finanzsektor halte ich nach wie vor für beobachtenswert. Das habe ich hier bereits mehrfach geäußert. In Finanzaktien ist sehr viel Pessimismus eingepreist. Die Kurse zeigen heute, wie schlimm es eigentlich noch werden kann. Es handelt sich um eine Überreaktion des Marktes. Gewiss, haben die Banken verbrannte Erde hinterlassen und Milliarden in der subprime-Krise vernichtet. Die Aktien befinden sich aber auf einem sehr günstigen Niveau. Die Finanzbranche wird nicht völlig vom Erdboden verschwinden. Wir werden auch in zehn oder zwanzig Jahren die Banken brauchen. Freilich sind da nicht alle einer Meinung. Über die angeschlagene Citigroup, deren Kurs sich eines Zehn-Jahres-Kurstiefes annähert, schütteln viele an der Wall Street den Kopf. Schwimmen Sie gegen den Strom! Legen Sie sich ein paar Citigroup-Anteile ins Depot. Aktuell 27,05 Dollar. Ich halte Sie auf dem Laufenden. Auf ein turbulentes, aber ertragreiches Jahr 2008!


tim schaefer (Author)

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