Inflation und Gebühren: So verdampft Ihr Geld


New York, 6. März 2015
Der Rentenauszug: Die verschickte persönliche  Information hilft dem Arbeitnehmer. So kann jeder sehen, mit was er/sie im Alter rechnen kann.

Der Rentenauszug: Die verschickte persönliche Information hilft dem Arbeitnehmer, einen groben Überblick zu gewinnen. So kann jeder sehen, mit was er/sie im Alter rechnen kann. Das wird nicht ausreichen, sagt die Regierung. Sie brauchen mehrere Einnahmequellen im Alter.

Der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) warnt vor dem Auslaufmodell der gesetzlichen Rente. Er hält die gesetzliche Rente für nicht mehr sicher. Schuld sind die Leistungssenkungen. Und natürlich der demographische Wandel.

Kanzlerin Angela Merkel gibt offen zu: Die staatliche Rente reicht künftig nicht mehr aus, um die goldenen Jahre genießen zu können. Daneben brauchen Sie nach Ansicht von Frau Merkel eine betriebliche und private Altersvorsorge.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Auftritt 2014. Foto: Wikipedia

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Auftritt 2014. Sie sagt, die gesetzliche Rente reicht den Bürgern künftig nicht mehr alleine aus. Sie rät weitere Einnahmequellen wie betriebliche Altersvorsorge und Eiester-Renten zu haben. Foto: Wikipedia

Ich frage mich indes, welcher Arbeitnehmer noch eine betriebliche Altersvorsorge erhält? Es werden wohl immer weniger. Es ist ein kleiner Mythos von Frau Merkel. Übrigens wenn Sie solche Dinge hören, sollten Sie aufpassen. Das gleiche gilt für Musterfälle.

Einrichtungen wie die Deutsche Rentenversicherung nutzen Musterfälle, um zu verdeutlichen, was im Ruhestand herausspringt. Dabei ist es absurd, was für Kriterien zum Beispiel für so einen „Eckrentner“ unterstellt werden: Wer hat schon einen Job ohne Unterbrechung für 45 Jahre? Leute werden entlassen, krank oder nehmen einen Teilzeitjob an.

Es gibt schöne Rechenbeispiele für Riester-Verträge. Das mag auf den ersten Blick gut aussehen. Was ist aber das Geld in 30 Jahren noch wert?

Ein anderes großes Problem: Riester-Verträge haben leider vielfach zu hohe Kosten. Bürger, Finanzwirtschaft und Politik sollten gemeinsam an einer fairen Reform arbeiten.

Das heißt für die Finanzbranche: Radikal die Kosten für Riester-Verträge aller Art zu senken. Es ist im Sinne der Menschen. Das Bürger-Interesse muss geschützt werden. Es ist Aufgabe der Regierung dafür Sorge zu tragen. Wenn 5.000 Euro Provision nach Vertragsunterzeichnung wegfließen, handelt es sich um ein Haifischbecken. Anders kann ich das nicht nennen. Es ist schließlich das Ruhestandsgeld von Lieschen Müller. Wenn so etwas passiert, hat der Staat versagt. Das ist nicht fair. Jedenfalls ist das meine persönliche Meinung.

Manch ein Bürger wird nie in Rente gehen können, weil das Geld nicht reicht. Aber zig Tausender nehmen sich Riester-Anbieter in der Einzahl- und Auszahlphase weg. Gebühren. Gebühren. Gebühren. Das ist ein knallharter Fall von Interessenkollision. Wem diene ich als Anbieter? Mir selbst oder dem Kunden? Die Antwort haben sich viele Anbieter still und heimlich selbst gegeben: „Jedem das Seine. Mir das meiste.“ Es ist ein Milliardengeschäft.

US-Präsident Barack Obama sucht nach Wegen, um die Gebühren in Altersvorsorgeprodukten auf ein niedriges Niveau zu senken. Das Weiße Haus arbeitet mit der Branche zusammen. Wall-Street-Experten geben Obama Recht. Sie sagen unisono: Die Gebühren müssen runter, die Rendite rauf. So etwas würde ich mir von Frau Merkel wünschen: Gute Taten – anstatt schöne Worte.

Ja, die Branche soll Geld verdienen dürfen. Es sollte aber fair und angemessen sein. Es zahlt sich ohnehin langfristig aus, wenn Unternehmen ihre Kunden fair behandeln. Alles andere ist kurzfristiges Kassemachen. Käme eine riesige Gebührensenkung samt mehr Rendite, wäre das eine Chance für alle. Die Menschen würden in Massen Riester-Verträge abschließen und besparen. Darum muss es doch gehen. Den Menschen zu helfen.

Es ist für einen durchschnittlichen Haushalt eine enorme Herausforderung jeden Monat ausreichend zu sparen. Millionen von Familien schaffen es gerade über den Monat. Es geht nur, wenn Sie unterhalb Ihrer Verhältnisse leben. Wer mehr ausgibt, als er/sie verdient, ist dazu verdammt arm im Alter zu enden.

Wer mehr Geld haben will, muss einfach weniger Geld ausgeben. Es handelt sich um ein langfristiges Ziel. Je weniger Zeug (Dinge) Sie besitzen, desto reicher werden Sie. (Reich schließt reicher an Kreativität mit ein.)

Ich warte auf den Tag, an dem die deutsche Branche eine Gebührensenkung zugunsten der Bürger ankündigt. Wann wird das passieren?

Was sollten Sie als Bürger bis dahin tun? Achten Sie im ersten Schritt strikt auf die Kosten und Gebühren, wenn Sie Verträge wie Riester abschließen. In einem zweiten Schritt sollten Sie darauf achten, eine möglichst hohe Rendite zu bekommen. Denn die Inflation nagt unentwegt am Riester-Vertrag. Sie müssen auf eine auskömmliche Rendite achten. Wenn Sie nur eine lausige Rendite bekommen, ist es ziemlich mühsam, ein vernünftiges Polster aufzubauen, um davon im Alter leben zu können.

Im Idealfall sparen Sie über Jahrzehnte hinweg in einen sehr günstigen Indexfonds. Mit einem Börsenindex sind sechs bis zehn Prozent Rendite jährlich denkbar.

Klassische Sparformen wie Festgeld oder Kapitallebensversicherung sind Perlen vor die Säue geworfen, weil der Kapitalstock mit den Jahrzehnten von der Inflation angenagt wird. Es wird ein großes Loch sein.

Die Börse ist auf Dauer das beste und sicherste Investment.

Ich halte Sparbücher und klassische Banksparprodukte mit niedrigen Renditen für gefährlich wegen der Geldentwertung. Klar braucht jeder einen Notgroschen. Aber darüber hinaus sind Spareinlagen als Altersvorsorge-Instrument nicht geeignet. Der Inflation ist jeder Bürger ausgesetzt. Niemand kann sich ihr entziehen.

EZB-Präsident Mario Draghi verlor inflationsbedingt einen großen Geldbetrag. Es war im Jahr 1976. Festverzinsliche Staatspapiere, die kaum noch einen Wert hatten, erbte der Zentralbankchef väterlicherseits. „Auf diese Weise war das ganze Geld verdampft“, beklagte sich Draghi in einem Interview.

Momentan mag die Inflationsrate offiziell niedrig sein. Aber schauen Sie nur mal ins ferne Ausland, was dort Ihr Euro noch wert ist. Der Dollar befindet sich gegenüber der europäischen Einheitswährung auf einem Elf-Jahres-Hoch.

Cash

Geld und Spareinlagen werden aufgrund der Inflation immer weniger wert. Die Geldentwertung wird einen erheblichen Schaden nach mehreren Jahrzehnten anrichten.

Logo der Deutschen Rentenversicherung: Die erwartete Rendite der staatlichen Einrichtung ist ordentlich und die Verwaltungskosten sind überschaubar.

Logo der Deutschen Rentenversicherung: Diese Einnahmequelle wird im Alter nicht mehr ausreichen. Ich rate zu mehreren Einnahmequellen im Alter. Darunter sollten unbedingt Aktien/Börsenindizes sein, weil dort die Rendite auf lange Sicht am höchsten ist. Vor Spareinlagen warne ich, weil die Inflation einen erheblichen Schaden mit der Zeit hinterlassen wird. Schulden sollten Sie im Ruhestand keine (mehr) haben.

Nach drei bis vier Dekaden sind heftige Inflationsschäden zu erwarten. Im Alltag sind sie uns gar nicht so bewusst. Bei einem Börseninvestment sind Sie dagegen vor der Geldentwertung geschützt. Jedenfalls auf lange Sicht. Real, also nach Abzug der Inflation, bleibt eine auskömmliche Rendite an der Börse hängen. Jedenfalls zeigt das die Erfahrung.

Fazit: Aktien sind langfristig sicher und auskömmlich. Klassische Sparprodukte sind wegen der Inflation riskant. Sie eignen sich nicht für die Altersvorsorge. Eine Kapitalgarantie bei Riester ist eine Lachnummer, weil das Geld nach vier Jahrzehnten wesentlichen weniger wert ist.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Inflation und Gebühren: So verdampft Ihr Geld

  1. Ulrich

    Zum Thema Betriebsrente: Wer öfter den Job wechselt, muss damit rechnen, dass die Betriebsrente einfach verfällt.Ein Skandal, das sowas erlaubt ist.

    Wer will, kann ja mal versuchen zu verstehen, wann was wie verfällt:

    http://www.deutsche-versicherungsboerse.de/verswiki/index_dvb.php?title=Unverfallbarkeit_%28bAV%29

    Es müssen viele Millionen sein, die sich die Versicherungswirtschaft da ohne Gegenleistung in die Tasche steckt, weil die „Unverfallbarkeit“ nicht erreicht wurde. Und in so einen Mist werden die Leute teilweise zwangsweise durch ihren Arbeitgeber reingetrieben – und die Politik will die betriebliche Altersvorsorge auch noch ausbauen … unfassbar.

  2. willihope

    Für ein solches System braucht man auch das richtige Volk. Nach Maschmayer und Göker hat der nächste schon sein Büro eröffnet.

    Man muss einmal verstehen um welche rießigen Summen es da geht und wer aller involviert ist, Konsequenzen wie üblich Null!

    https://www.youtube.com/watch?v=ZhOF-nJxgdA

     

    Habe einen Bekannten der hat ähnliches abgezogen, die Versicherungen haben ihn ewig gewähren lassen, Hauptsache Verträge, Verträge, Verträge! Er hat erst nur seine Kunden betrogen und dann lange Zeit auch die Versicherungen ausgenommen, erst alls er richtig gierig wurde wurde es auch den Versicherungen zuviel.

    Ich selbst habe nur wenig verlohren aber einige Bekannte sind sechsstellig im Minus, zu holen ist nichts mehr bei ihm.

    Er ist verurteilter Betrüger mit Mindestsicherung und wohnungslos, fährt neue 5er Miet-BMW wie all diese größenwahnsinnigen Arschgei..en und tauscht das Auto alle 6 Monate gegen einen neuen 5er, alles auf namen anderer. Im Sommer dann auch mal Chrysler Cabrio oder sowas, immer viele PS und neu. Markenklamotten und eine grosse Fressse runden das Bild ab, über normaler Arbeitnehmer kann er nur lachen.

     

    Der andere ist bei der Clique von Callcenterabzockern die dir zu Gewinnen gratulieren die dich nacher nur Geld kosten, feiern Geburtstag in Vegas, Party auf Mallorca und Ski in Franreich.

     

    Das System läuft einfach falsch aber das geht hoch bis ganz oben und ist nicht zu ändern. Wieviele Jahre konnten sie mit den Dailern abzocken, ungestört von Politik und Gesetzgeber!

    Die Versicherungen machen Milliarden und haben auch noch dazu eine Lobby in Berlin, da wird sich nichts ändern denn stupid german Money gibt es eben nur in DE!

    Wenn es 95 Millionen Lebenversicherungen bei nur 80 Millionen Bevölkerung gibt dann sieht man wohl wie bekloppt dieses Volk sein muss. Das ist nicht alleine nur Schuld von korru… ähhh… elastischen Politikern.

     

  3. Enrico

    Vor drei Jahren war ich auf der Suche nach einer BUV. Als ich die Unterschrift geleistet hatte, wurde mir eine fondbasierte Rieserrentenversicherung angeboten, da ich für meine Ansparzeit zu diesem Zeitpunkt mehr als 30 Jahre Zeit habe. Vor drei Jahren hatte ich noch kein Wissen von Investements.

    Ich kann mich noch erinnern, dass mir das Produktinformationsblatt gezeigt worden ist. Dort stand auch die Provision drauf, die der Makler bekommt. Das waren zwischen 2500 und 4000 Euro – je nach Versicherung. Allerdings standen auf den Blättern noch ganz viele andere Kostenfaktoren, welche zum Beispiel pro Beitragsfälligkeit anfallen (8,11 EUR). Ich habe mir damals die Mühe gemacht, die über die gesamte Ansparphase anfallenden Kosten zu berechnen. In Summe kam ich auf Beträge die jenseits über 10.000 Euro liegen. Je nach Versicherung wurden Kostenfaktoren auch nur namentlich, aber nicht in Zahlen ausgedrückt, benannt.

    Eine Nachfrage beim Makler, warum mir diese Kosten nicht von vornherein genannt worden sind, wurde damit gekonntert, dass ich ja meine Beiträge ja steuerlich absetzen kann und ich nach Ablauf der Einsparzeit ja mindestens über die eingezahlten Beiträge und der staatlichen Zulage verfüge. Leider ist das aber nur halb richtig. Auf dem Papier verfüge ich über die Summe. Letztendlich ist man aber vom Gut-Willen der Versicherung abhängig, ob diese dann auch zahlen möchte und will. Letztendlich ist es aus meiner Sicht eine staatlich unterstützte Enteignung der Bevölkerung zu Gunsten der Versicherungen, da man  nie mehr auf sein Geld zugreifen kann (bzw. nur unter hohen Verlusten). Auf den steuerlichen Vorteil kann man aber auch nicht bauen, wenn sich die nächste Regierung was anderes überlegt und dieses Privilegium einfach streicht.

    Auf der anderen Seite erhält man aber Einblick in die Fonds, in welchen die Versicherungen investieren. Letztendlich findet man diese auch zum Beispiel im Handelsblatt. Der am häufigsten mir angebotene Fond war der Carmignac Patrimoine .

    Ein Vorteil ist bei der fondgebundenen Riesterrente jedoch zu nennen: Die Ausschüttungen werden ohne Abzug von Steuerzahlungen reinvestiert bzw. bei therausierenden Fonds gibt es keine Steuerzahlungen. Ich frage mich jedoch, wie lange das noch so ist.

    Das Angebot an mich durch den damaligen Versicherungsmakler, eine Rieserrente abzuschließen habe ich nicht wahrgenommen. Ich fand, wer mich versucht in meiner Altersvorsorge zu verarschen, hat auch nicht das Recht mir eine BUV unterzuschieben.

    Heute lebe ich nur mit Krankenversicherung, Privathaftpflicht und einer vor mehr als 10 Jahren abgeschlossenen Lebensversicherung sehr glücklich. In den letzten drei Jahren habe ich sehr viel zum Thema Investment gelesen. Meine Altersvorsorge habe ich selber in die Hand genommen aus einer Mischung internationaler Aktienfonds/ETFs und ausgewählter nationaler Aktien. Steuern aus Dividenden und Kursgewinnen zahle ich gerne.

     

     

  4. Felix

    @ willihope

    Das kann dann doch für uns nur heißen (da eine Systemänderung zu aufwändig ist), her mit den Versicherungsaktien.

    So leicht haben die es aber auch nicht (mehr). Da sie stark staatlich reglementiert sind (Sicherheit der Versichertengelder!), können Sie nur ganz gering in Aktien anlegen und es kaum mehr risikoarme (Zins-)Erträge gibt, habe sie erhebliche Probleme ihre Mindestverzinsungsgarantien einzuhalten. Es wird zu Insolvenzen kommen.

    Leute mit Altverträgen und noch relativen hohen Verzinsungsgarantien sollten diese unbedingt erfüllen. So einfach kommen sie nicht mehr an diese Renditen.

  5. Couponschneider

    Ich kaufe einfach stur Aktien, Aktien, Aktien, denn das sind Unternehmensanteile, Unternehmensanteile, Unternehmensanteile. In Unternehmen entsteht Wertschöpfung und als Teilhaber profitiere ich davon. Die ganzen „Garantieprodukte“ können mir gestohlen bleiben. Alles heiße Luft.

     

     

  6. willihope

    @Felix

    Da hast du absolut recht! Allerdings müssten da diejenigen die immer von Moral schwafeln auch konsequent genug sein und alle Versicherung aus dem Depot schmeissen. 🙂

    Weil bei Tabakfirmen (Raucher!) kann ich ja selber entscheiden aber bei german Angst rennt fast das gesamte Volk in eine Richtung! (95 Millioen Verträge!)

    Was ärgeres als diese Betrügereien im großen Stil wüsste ich garnicht, immerhin die Altersvorsorge eines ganzen Volkes mal eben umverteilt.

     

    Zusätzlich darfst du in DE nie die Politik aus der Kalkulation lassen, Laufzeitverlängerung, u remember? Daraus wurde eine 380° Kehrtwende mit einem Ausstieg ohne Not und Druck und alles rennt in eine Richtung.

    Achja gerade ging eine NEUES KOHLEKRAFTWERK in DE ans Netz! Soviel zur CO2 Reduktion und grünen Energien!

     

    Ich habe schon die ganze Welt gesehen aber solche Dinge kann man nur in DE abziehen.

     

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Ich finde das deutsche System schon seltsam. Eigentlich möchte die Regierung ja, dass die Bürger vorsorgen und sich vernünftig verhalten. Aber warum belohnt Berlin nicht ein vernünftiges Verhalten seiner Bürger besser? Es ist witzig, wer in dem System besonders belohnt wird: Drücker, Gebührenschinder. Laut den Riester-Gesetzen ist es legal, absurde Gebühren aus Verträgen zu ziehen. Warum wird das nicht fairer geregelt? Wenn ich eine Ungerechtigkeit sehe, mache ich den Mund auf. Ich glaube, es wäre ein Fehler zu schweigen.

    Unsere Regierung sollte im übrigen mit dem Sparen mit positivem Beispiel voranschreiten. Ich plädiere für moderate Pensionsansprüche. Warum müssen unsere Staatsvertreter in Palästen wie Könige auf Kosten der Steuerzahler residieren? Was für den Bürger gilt, gilt für den Staat: Dem Staat würde es finanziell gut gehen, wenn er nicht mehr ausgeben würde, als er einnimmt.

  8. Felix

    @ Couponschneider

    Ein hervorragendes Mantra: Einfach immer stur weiter Aktien kaufen.

    Bis auf den heutigen Tag war das Motto immer richtig. Trotzdem wird mir langsam mulmig, ständig auf Höchsstand zu kaufen. Meine Depotzuwächse, alleine in diesem Jahr sind so unglaublich, dass ich immer mehr Beisshemmung bei weiteren Zukäufen bekomme. Wie lange die Party noch geht, weiß ich nicht. Ich ahne aber, dass es ein schlimmes Erwachen geben könnte.

    Anders als couponschneider traue ich mich auch nicht so recht, wirklich den größten Teil meines Vermögens / meiner Altersvorsorge dem Aktienmarkt anheim zu geben. Freilich wird es immer schwerer, eine noch einigermaßen rendierlichen Alternative zu finden. Das ist vielleicht nicht so sehr ein Problem, wenn man am Anfang seiner Investementkarriere steht, aber schon eher, wenn man so ziemlich an dessen Ende angelangt ist und es um nicht unerhebliche Beträge geht.

    Wie viele Prozent eurer Investments legt ihr in Aktien an?

    Ich bin so bei 2/3, was bei mir diese Altersfomel „100 – Alter“ auf den Kopf stellt.

  9. Schwarzer Kater

    @Felix

    Kommt drauf an, was ich zum Vermögen mit dazu zähle. Humankapital außen vor und Immos mit dabei, dann „nur“ 20%. Auf das liquide Vermögen bezogen versuche ich einen 60/40-Mix einzuhalten. Das größere Problem sind die „40“ im Augenblick noch einigermaßen rentierlich anzulegen. Da müssen Tagesgeld-Aktionen und ausgewählte Anleihen herhalten. Ich lege bei Anleihen immer schon direkt an und halte diese weitestgehend bis zum Laufzeitende.

  10. Anna

    @ Felix

    Soviel anders geht es mir auch nicht. Die Formel (ich habs vor einiger Zeit hier schon mal geschrieben) sollte den Gegebenheiten angepasst werden. Was wollen wir „Alten“ mit Anleihen zu 0,5 % oder weniger? Festgeld? Vergiss es. Tagesgeld: Nur für Notfälle.  Eine Wohnung wirst Du Dir kaum noch kaufen wollen, oder? Mein ziemlich breit gestreutes Aktiendepot wird schon einige Turbulenzen mitmachen können. Stürzt z.B. der DAX mal um 2 % ab, das merke ich kaum. Meine Aktienquote ist noch höher als die Deine. Ich habe aber noch einen Vorschlag: Lege Dein Geld in Whisky oder Zigarren an, wenn Du dem Braten überhaupt nicht mehr traust!

    Schönes Wochenende

     

  11. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Felix

    Ich glaube, wir sind in ähnlicher Konstellation. Ich bekomme auch oft Angst vor der eigenen Courage. Ich habe praktisch keine Cash-Positionen mehr, bis auf ein Tagesgeldkonto bei der Rabodirect. Dorthin gehen monatlich ein paar Euro für Anschaffungen wie Auto, TV usw.

    Ansonsten ist alles in Depots. Wie schon angemerkt, allerdings unterteilt in den größten Teil ETFs/CEFs. Die wieder unterteilt in Aktien- und Anleihen-Fonds, und dann eben noch einige Einzelwerte.

    Da ich auch nur noch max. 6 Jahre mein Einkommen habe, von dem ich was zum Anlegen abzweigen kann, muss ich mir auch stark überlegen was ich kaufe. Und da kommen eben viele tolle Aktien, die ich im Prinzip gut finde, aber eben zu teuer, nicht in Frage. Der Lars im Dividenden-Sammler kauft unverzagt CL (Colgate), aber gerade diese Titel mit wenig Dividende und hoher Bewertung werden am meisten leiden. Das hat man ja am Freitag gesehen, und dabei sind noch gar keine Zinsen erhöht worden, sondern nur der Verdacht wegen den besseren Beschäftigtenzahlen aufgekommen.

    Liebhaber von CL können das hier ja mal lesen; „After ranking based on a combination of simple value metrics, (ORI), (TDS), (UVV), (CVX) stand out as potential value candidates while (CL), (BCR), (SHW), and (MHFI) are to be avoided.“

    Aber wie man sieht, es gibt auch was zu kaufen. Ich bin auf den Artikel gestoßen, weil ich auf der Suche nach kaufenswerten Versicherungen (siehe Thema hier) auf „Mercury General Corporation“ gestoßen bin. Nach dem Artikel würde ich jetzt doch „Old Republic“ vorziehen.

    Also ich denke, es gibt immer irgend welche Werte, die man kaufen kann.

    MS

     

  12. Felix

    @ Anna

    Danke für den Vorschlag, Whisky und Zigarren als Anlageobjekte in Betracht zu ziehen. Da ich am Verzehr dieser Dinge eher keinen Gefallen finden würde, wären es echte Anlageobjekte.

    Ich glaube, ich nehme doch lieber Altria. Ist einfacher zu lagern, ggf. leichter zu verkaufen und zahlt (steigende) Dividenden :-).

    Irgenwann kann man es einfach nicht mehr lassen mit den Aktien.

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