Indexfonds sind eine großartige Erfindung


New York, 7. Juni 2013

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Seit mehr als einhundert Jahren läuft die US-Börse von einem Hoch zum nächsten. Skeptiker meinen, dieser Superboom muss irgendwann enden. Dieser Börsenaufschwung sei ungesund, warnen sie. Ich glaube, die Börse ist fundamental fair bewertet. Die USA ist die beste Marktwirtschaft, die es weltweit gibt (wohlgemerkt hat sie Schwachpunkte).
Bislang hat die Demokratie und Wirtschaft über dem großen Teich funktioniert. Ob Weltkriege, Große Depressionen oder Katastrophen, all das übersteht diese Nation. Sie geht anschließend gestählt aus den Krisen hervor. Kennen Sie neben den USA eine Industrienation deren Bevölkerung wächst?
Wer sein Geld an die Börse trägt, sollte wissen: Die Zeit heilt Wunden. Das sollten Sie stets beachten. Perfekt eine Aktie auf einem Tief zu kaufen – das bekommt natürlich keiner hin. Selbst die Gurus schaffen das nicht. Aktien fallen immer mal wieder zurück. Es liegt an der natürlichen Volatilität, an den Schwankungen.
Sie wissen es aus eigener Erfahrung. Es ist wie verflixt. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Sie kaufen einen großartigen Standardwert für 60 Euro. Schnell nach Ihrem Einstieg saust die Aktie auf 50, dann auf 42 Euro. Sie sind verärgert. Sie denken, Sie haben einen Fehler gemacht. Mitnichten. Das konnten Sie ja nicht wissen. Manch einer verliert die Nerven und verkauft mit einem saftigen Verlust seine Position. Anschließend marschiert die Aktie auf neue Rekordhöhen. So ist die Börse. Wer Qualität kauft, dem hilft die Zeit.
Ich finde haufenweise Aktien an der Wall Street, wenn Sie dort im Jahr 1980 mit 5.000 Euro rein wären, hätten Sie heute 125.000 Euro inklusive der Dividenden damit verdient. Exxon Mobil ist so ein Beispiel. Je früher Sie bei Exxon eingestiegen wären, desto mehr Geld hätten Sie verdient.
Gleichwohl gibt es ein Problem bei der Auswahl einzelner Aktien: Es kann sich Fallobst darunter befinden. Kodak, WorldCom, Enron und so weiter sind Beispiele für gescheiterte Konzerne.
Viele Profis raten daher, auf einen Indexfonds oder ETF zu setzen. Die Kosten sind niedrig, die Chancen gut, die Risiken minimal wegen der Streuung. Geduld ist aber wichtig.
Sogar der Gründer eines bekannten Discountbrokers rät, Indexfonds zu kaufen: Er heißt Charles Schwab. Das ist schon eine große Überraschung. Eigentlich müsste sich der 75-jährige Geschäftsmann für das Trading aussprechen. Der Milliardär hat aber seine privaten Ersparnisse in Indexfonds geparkt.
Indexprodukte haben eine große Zukunft. Bald wird fast jeder Privathaushalt mindestens ein Indexprodukt besitzen. So wie Strom, Kühlschränke, Autos und Computer. Davon sind jedenfalls Experten felsenfest überzeugt.
Mit diesen Index-Dingern hat die Finanzindustrie etwas Revolutionäres geschaffen, das sinnvoll zum langfristigen Sparen ist. Die Kosten sind eben verdammt niedrig.
In den USA ist der Vanguard 500 Index Admiral extrem günstig, er bildet den S&P 500 nach. Wer 10.000 Dollar hier investiert, zahlt nur eine jährliche Gebühr von 5 Dollar. Anders ausgedrückt beträgt die Kostenquote 0,05 Prozent (Expense Ratio).
Achtung: Bevor Sie einen ETF oder Indexfonds kaufen, müssen Sie sich grundsätzlich umfassend informieren. Passen Sie gut auf. Es gibt unter den Produkten etliche Kostenfresser, die niemand braucht.
Und noch was: Wer an der Börse investiert, braucht Zeit, viel Zeit. Je mehr Geduld Sie haben, desto besser.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Indexfonds sind eine großartige Erfindung

  1. Martin

    Die steuerlich transparenten ETFs sind teuerer. Wir werden leider mit einer Strafsteuer belegt, wenn wir die besten(günstigsten) ETFs kaufen.

    IE und DE ISIN sind ein Indiz für steuerliche Transparenz.

  2. Andreas

    Indexfonds sind eine tolle Sache – geringe Gebühren bei breiter Streuung und wenig Kapitaleinsatz. Komisch irgendwie, dass da noch keiner Früher darauf gekommen ist.
    In Acht nehmen sollte sich der Kleinanleger allerdings vor SWAP-Basierten Indexfonds, da diese die Wertpapiere des Index nicht wirklich kaufen, sondern die Performance des Index nur mit Swaps Nachvollziehen. Sollte der Counterpart in Bedrängnis kommen, geht man mit SWAP-basierten ein Risiko ein, das man nicht eingehen müsste.
    Ich setze deshal nur auf voll replizierende Fonds, die die Wertpapiere tatsächlich halten – sind meist etwas teurer, dafür aber auch sicherer.

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