Deutsches Rentensystem: Willkommen in der Steinzeit
New York, Dienstag, 18. Juni 2013
Unsere deutsche Regierung verschläft wichtige Reformen. Es geht unnötig Zeit verloren. Es ist traurig. Unsere Altersvorsorge muss dringend auf mehrere vernünftige Pfeiler gestellt werden.
Ein Mix aus kollektiver Umlagenfinanzierung und individuelles Sparen muss dringend in ein Gesetz gegossen werden. Ich schlage ein System auf drei Pfeilern vor. Erstens die gesetzliche Rente. Zweitens eine kapitalgedeckte Rente nach dem Vorbild der USA oder Australiens. Hier sollten Arbeitgeber helfen, individuelle Aktiendepots aufzubauen. Den Bürgern sollen hierbei große Freiheiten gelassen werden, wie sie sparen möchten. Die Finanzämter müssen steuerlich das Sparen fördern. Drittens sind weitere private Sparanstrengungen nötig.
Chile hat erkannt, das Rentensystem auf mehrere Säulen zu stellen, macht Sinn.
Die deutsche „Riester-Rente“ ist ein Witz. Teilweise werden hier intransparente Gebührenfresser unter das Volk gebracht. Dafür Steuergelder zu verschwenden ist unverantwortlich. Dass eine Versicherung Geld verdienen möchte, das erkenne ich an. Aber bitte fair und transparent. Warum wacht Berlin nicht auf?
Es ist gar nicht mal notwendig, über den Atlantik zu blicken. Lernen wir von unseren Nachbarn. Schauen wir in die Niederlande. Hier zeigt sich, wie ein Land seinen Bürgern ein vernünftiges Alterssicherungssystem zur Verfügung stellen kann. Die Dänen können es. Und viele andere Länder.
Die FAZ hat gut erklärt, warum es Unsinn ist vor dem Aktiensparen für die Rente Angst zu haben.
Deutschland kann es nicht. Willkommen in der Steinzeit.
Anmerkung von nightyhawk
geschrieben 18.06.2013
Wenn die deutschen Politiker von den "Pfeilern" Wind bekommen, passiert wahrscheinlich folgendes:
1.) Staatliches Rentensystem
2.) Zwangsteilnahme am Riester
3.) Zwangsteilnahme am Rürup
Anmerkung von frank
geschrieben 18.06.2013
Hallo,
Riester ist nicht nur schlecht. Ich verdiene wenig ( ich arbeite Teilzeit weil mich die steuerliche Progression mal am A.. kann)erhalte für jeden eingezahlten Euro einen Euro Zulage. Mit diesem Geld spare ich zu 80 % in einen Europa Aktien Fond und zu 20 % in einen Anleihefond an )
Frank
Anmerkung von Thomas
geschrieben 18.06.2013
Andere Länder machen es vor
Mit der Altersvorsorge ist es wie mit vielen anderen Dingen in diesem Land. Jedes Mal wird so getan, als ob sich die Politik damit in unbekanntes Terrain vorwagt und man erst Erfahrungen sammeln müsse, um daraus ein funktionierendes System zu entwickeln. Da gibt es zahlreiche Beispiele: Mautsystem, Einfahrsperren für Falschfahrer bei Autobahnen, Lebensmittelkontrollen bei Fleischskandalen, Kindertagesstättenplätze und eben die Altersvorsorge.
Dabei haben wir um uns herum allein 26 Nachbarn (26 EU-Staaten). Auch dort gibt es Autobahnen und müssen Eltern ihre Kinder tagsüber unterbringen. Man bräuchte doch nur schauen, in welchem Land das System am besten funktioniert und es dann auf deutsche Verhältnisse anpassen.
Statt dessen wursteln unsere Politiker (die heutzutage kaum noch wirklich aus der Wirtschaft kommen, sondern Politik studiert haben) und tun, als müssten sie etwas völlig Neues auf die "ganz plötzlich erscheinenden" Anforderungen der neuen Zeit erfinden.
Unglaublich, was hier für Chancen vergeben werden! Aus der Unfähigkeit der Politiker entsteht Altersarmut.
Anmerkung von Felix
geschrieben 18.06.2013
Hallo Tim,
danke für den Link auf das System der Niederlande.
M.E. ist das System der Schweiz vorbildlich. Es beruht auf drei Säulen: Die staatliche Rente, als Bürgerversicherung, in die alle einzahlen; es gibt keine Deckelung wie bei uns. Dann eine Betriebsrente über Pensionsfonds und eine steuerlich geförderte Eigenvorsorge. Letzteres ist bei uns Riester, halt anders.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 18.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Ich vermute es ist von der Deutschen Bundesregierung nicht gewollt, dass Bundesbürger sich eine Extra Rente mit Dividenden Aktien aufbauen sollen und das steueroptimiert gefördert.
Weiterhin schön die Versicherungsbranche reich machen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 18.06.2013
Es wäre relativ einfach indem man von den stabilsten Systemen übertragbare Kopien installieren würde...
Die härtesten Reformen hat seltsamerweise ein Sozialdemokrat mit der Agenda 2010 gemacht... Es wäre Zeit für eine weitere Agenda mit Punkten wie Steuervereinfachung (kalte Progression), Bildung, Pflege, Familienpolitik und einem liberalerem Rentensystem.
Nur weiß ich nicht, ob eine Opportunistin, die dem Machterhalt alles unterordnet irgendwann mal große Weichen in diese Richtung stellt... Wünschenswert wäre es!
Jetzt kommen ja dann irgendwann wieder die tollen Wahlversprechen, die nach der Wahl wieder vergessen bzw. doch nicht finanzierbar sind... Egal welche Partei nun gewinnt.
Anmerkung von Martin
geschrieben 18.06.2013
Das wäre wünschenswert. Die finanzielle Bildung der Bürger kann auch nur profitieren, wenn diese in Aktien aktiv investieren.
Anmerkung von Turing
geschrieben 18.06.2013
Meiner Meinung nach muss man sich von dem Gedanken trennen, dass ein großer Teil des Volkes sich kollektiv in die Hängematte legt und dies als "Belohnung für Lebensleistung" ansieht. Es funktioniert nicht, wenn ein Drittel der Erwachsene keiner Erwerbsarbeit mehr nachgeht.
Sämtlicher Wohlstand wird durch menschliche Arbeit geschaffen. Vergrätzt man die Angestellten und Arbeiter der Privatwirtschaft, dann funktioniert die umlagefinananzierte Rente nicht mehr.
Deutschland sollte einen guten Schutz für Berufsunfähige. Ein Dachdecker wird eher berufsunfähig (kaputte Knie), während ein Büromensch sehr lange noch arbeiten könnte. Wer sich dennoch seine "Lebenleistung" belohnen und gesund in den Ruhestand will, soll selbst vorsorgen.
Viele Menschen wollen ohnehin nicht von einen Tag auf den anderen in den Ruhestand. Altersteilzeit wird gerne genommen. Man arbeitet dann vielleicht nur noch drei Tage die Woche und hat umso mehr Zeit für die Enkel.
Rentner haben hierzulande leider viel zu viele Privilegien, die hinterfragt gehören. Rentner müssen nicht nur nicht arbeiten, sondern bekommen auch noch Seniorentickets und andere Vergünstigungen. Darüberhinaus haben Rentner den Vorteil, dass sie als Mieter indirekt bevorzugt werden. Ich sage nur: Bestandsschutz. Von den jungen Leuten verlangt man viel Mobilität, das heißt auch häufiger Wohnungswechsel. Neumieter sind die beste Gelegenheit für Vermieter, die Mieten - oft berechtigterweise - nach oben anzupassen. Rentner hocken aber noch Jahrzehnte zu günstigen Mieten in ihren Wohnungen und blockieren die Nutzung der Wohnung für sinnvollere Mieter. Wäre mehr Druck auf mietende Rentner, z. B. in München, dann würden viele Rentner dorthin ziehen, wo es günstige Mieten gibt. Das ist meist dort, wo es kaum Arbeitsplätze gibt. Eine Marktwirtschaft hätte das alles längst reguliert, aber die existiert ja auf dem Wohnungsmarkt nicht wirklich.
Ich weiß, dass das Geschriebene Emotionen weckt; bei SPON müsste ich mir Pöbeleien gefallen lassen. Es ist aber nicht kaltherzig, sondern rational, vernünftig. Ich bin Utilitarist, d.h. ich lege den Fokus auf den Gesamtnutzen für die Gesellschaft. Und die Gruppe der Menschen, die einen Nutzen davon hätte, wenn man Gentrifizierung zulässt, ist größer als jene Gruppe, die von Gentrifizierung zum Umzug genötigt würde.
Und gegen Rentner an sich ist es auch nicht gerichtet. Ich verlange nur, dass die Rentner den gleichen Druck ausgesetzt sind wie die jungen Leute. Der Druck wäre auch kein menschengemachter. Es wären die Umstände, die einen zum Umzug nötigen. Wenn der Rentner einen natürlichen Anreiz hätte, beispielsweise aus München wegzuziehen, dann wird er das auch in vielen Fällen machen, sodass sich der Wohnungsmarkt zugunsten anderer Mieter entspannen könnte, z. B. für Ingenieure. Wenn tausend Ingenieure ihre Fahrzeit zur Arbeit um 2 * 1 h täglich kürzen könnten, dann hätte das einen bombastischen Effekt für unsere Volkswirtschaft.
Anmerkung von Turing
geschrieben 18.06.2013
"Weiterhin schön die Versicherungsbranche reich machen."
Ich glaube nicht, dass Riester und Rürup Ergebnis des Lobbyismus sind. Die Politiker, die das einführen, waren wirklich aufrichtig blöde.
Der Bundestag ist ein Abbild der Gesellschaft und viele Parlamentarier haben schlichtweg nicht die Kenntnis darüber, wie man investiert, worauf es ankommt. Und dann kommt ja auch noch das noch Starren auf eine einzelne Sache hin. Natürlich ist es gut und richtig, für das Alter vorzusorgen. Aber es ist nicht sinnvoll, Geld in einen Sack zu stecken, Altersvorsorge draufzuschreiben, dieses Geld aber bei einer drastischen Änderung der Lebenssituation nicht mehr anzugreifen. Riester ist starr: Man darf es nicht richtig kündigen, man erhält keinen Rückkaufwert. Es kann passieren, dass die Leute mit 35 Jahren 200 € monatlich in eine Riesterrente stecken, die mit 2 % verzinst, während gleichzeitig der Baukredit mit 5 % Zinsen getilgt wird.
Mein Vater, der wenig Ahnung von Finanzen hatte, hat auf die Vertreter von Versicherungen und Sparkassen gehört. Er wollte mir eines Tages weis machen, es wäre vernünftig, mehrere 10000 Mark auf einem Sparbuch als Rücklage zu haben, anstatt möglichst viel davon in die Tilgung des Bausparkredites zu stecken. Das hätte ihn der Sparkassenvertreter so erklärt. Die Bausparkasse war die LBS.
Wenn Politiker Gesetze machen, ob nun im Umweltschutz, im sozialen Bereich oder in der Gesundheitsfürsorge, dann sind sie zu fokussiert und verlieren den Blick für das große Ganze. Natürlich ist es richtig, dass junge Leute für das Alter vorsorgen, aber man darf ihnen nicht die Flexibilität nehmen, die doch viel wichtiger ist. Deswegen ist Riesterförderung Unfug. Natürlich ist es gut, wenn junge Menschen Häuser bauen, aber man darf ihnen nicht die Flexibilität nehmen. Daher ist die Bausparen Unsinn.
Anmerkung von Anonym UncleSam
geschrieben 18.06.2013
Ui SPON, ich schmeiß mich weg. Na da kann man nicht erwarten das Spock´s Weisheiten "Das wohl vieler wiegt schwerer als das wohl weniger oder eines einzelnen" bei dem Thema Rente auf fruchtbaren Boden fallen.
Es geht hier doch nicht mehr um die Rente sondern um Steuergerechtigkeit, das ist das Thema. Einkünfte aus Kapital vs Einkünfte aus Erwerbstätigkeit. Nur mich als jemand mit eher kleinen, mittleren Einkommen interessiert diese ganze Scheindiskussion doch gar nicht mehr. Da schau ich doch mal in die Lohnabrechnung und siehe da!! wenn ich den Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung auch noch beachte (wer wird wohl den Anteil letzten endes auch erwirtschaften?) so sieht das so aus das mehr als 3mal soviel Geld ins Rentenversicherungssystem geht als ich an Lohnsteuer zahle.
So und jetzt mal im ernst ich als lediger habe 801 Euro Freibetrag. Kann ja jeder mal durch 12 teilen und sogar ganz ohne das rechnen^^ pi mal Daumen kommt man zum Ergebnis das nicht mal ein fünftel des Hartz IV Satzes von der Kapitalertragsteuer befreit sind. Das ist für mich der Fingerzeig von oben das ganz klar gegen eine freie kapitalgedeckte Altersversorgung aktiv vorgegangen wird. Ja ich sag nicht der verschlafene Michel. Ich sag aktiv dagegen vorgehen. "Steuergerechtigkeit" pff Jetzt jammer ich nicht da mein Steuersatz nun doch unter 30% liegt und ich meine Steuer mache und überhaupt dann kauf ich halt auch die Deutsche Post und verrechne meine Verluste mit der FT. Wat solls, aber warum die Steuergerechtigkeit jetzt das Thema ist und ich jeden Monat das dreifache in den Schweinetrog der Rentenversicherung schaufle scheint wohl der Dummheit der Massen oder den Riesenverdiensten der Mehrheit, nur nicht meinem Verdienst geschuldet sein zu sein. Ich sag es immer wieder gerne, ich will keine Rente von euch ich begnüge mich mit dem Hartz VI satz, jetzt will ich raus aus der Rentenversicherung. Stellt meine Erträge aus Kapital bis 700 Euro jeden Monat Steuerfrei, und gut ist es. Ich freu mich schon wenn im ganzen Land nur noch ich und 100 Millionen Roboter arbeiten ich die restlichen 75 Millionen Rentner versorgen soll und meine Arbeitsleistung den Rentenbeitrag erwirtschaftet. Ne danke, die eine quäkt seit sie Bundeskanzlerin ist nur von wächstum, der andere schwadroniert mit seinen Genossen über Gerechtigkeit und die einzigen die mal dezent was von Maschinen und Robotern säuseln sind wer? Richtig, die Piraten.
Ich fände es auch gerecht wenn die Harz IV Bezieher jetzt Einkommenssteuerpflichtig wären jeden Monat 100 Euro frei, ist ja eh mehr als ich Freibetrag vor der Kapitalertragssteuer habe.
Warum zahl ich eigentlich noch ein, wohne in unserem Haus, mach mich krumm im Laden, danach zu hause, raff auch noch Geld auf die Seite, zahl Kapitalertragssteuer wenn ich mich auch für nüscht in die nächste Kreisstadt hocken kann und auch nur 400 Euro weniger habe.
Steuergerechtigkeit. Lol SPON, schnautze halten, buckeln gehen bis 80, verrecken.
So sieht der Plan für uns aus.
Was sollen die Alten hier in der Pampa ne 3/4 Stunde auf den Sani warten wenn der Schlaganfall an die Tür klopft? Sollen wir in 20 Jahren die Afrikaner einfliegen damit ein paar junge noch ich den "Mehrgenerationenhäusern" hausen? Ich wär für dezente Todpflege in Rumänien. Auf jedenfall würde ich auch für eine Metropolferne plädieren was die Lager angeht. SPON Gedankenwelten, Augustein etc (überspitzt) gesprochen. Also so klingt das wahrscheinlich für einen linken was Turing da sagt. Deshalb meinen Meinung der Aufschrei bei SPON.
Man man man was bin ich für ein Sonnenschein heute. Muß an der Hitze liegen.
mfg Gerechtigkeit, die kriegen doch nicht mal die Quellensteuer für Europäer die in Europa wohnen gebacken. So ich mach mir jetzt mal noch ein Bie auf. Zu heiß zum schlafen heute.
Anmerkung von Martin
geschrieben 18.06.2013
In Etwa 700€/Monat sind durch den Grundfreibetrag steuerfrei. Wenn es mehr wird, wird eben besteuert. Immerhin bezahlen wir auf Kapitalerträge noch keine Lohnnebenkosten, was manche auch gerne hätten. Wenn man Aktien nie verkauft und die Dividende gering ist, ist auch die Steuerlast nicht hoch (siehe z.B. Berkshire seit Jahrzehnten).
Anmerkung von Anonymus UncleSam
geschrieben 19.06.2013
Was das leben vom Kapitalertrag ja dann auch schwierig macht, so mit geringer Dividende und keinen Verkäufen aus Steuergesichtspunkten.
Buchgewinne taugen ja irgendwie gar nicht zum runterbeißen. Oder soll ich dann einen Kredit auf die Wertpapiere aufnehmen? Hm bin ich besoffen 9 000 Euronen ist doch in etwa der Wert über den Lohnsteuer anfällt? Soll das heißen wenn ich nur 9 000 Euro einnahmen aus Zinsen und Dividenden habe fällt erst darüber Kapitalertragssteuer an? Bin ich vernagelt? Ich seh nur die 801 als lediger für mich? Na dann wenn dem so ist muß ich ja nur das Wunder schaffen von 9 000 Euro zu leben und einen Kapitalstock anzusparen mit dem ich 9000 erwirtschaften kann.
Klingt nicht plausibel.
Eines der größten Probleme Deutschlands und praktisch aller westlichen Industriestaaten sind schrumpfende Rentenansprüche. Insbesondere Deutschland steht vor einer wachsenden Altersarmut wegen des hohen Alters der Bevölkerung. Der Otto Normalverbraucher muss in den kommenden Jahren mit sinkenden Rentenansprüchen rechnen. Gleichzeitig steigen die Mieten, Lebensmittelpreise, Krankenversicherungsprämien.
Die Ersparnisse der Deutschen sind nicht sonderlich üppig. Mit einem deutschen Haushaltsvermögen von im Schnitt 51.000 Euro kann kaum eine wachsende Versorgungslücke gedeckt werden. Es ist ein Dilemma. Mich wundert, dass die Bundesregierung nicht mit sinnvollen Instrumenten uns Bürgern hilft.
Wir brauchen eine kapitalgedeckte Zusatzrente. Wir Europäer können in diesem Punkt von Amerika lernen. Dort kann jeder Arbeitnehmer ein „Depot für die Rente“ eröffnen und steuerlich gefördert fürs Alter sparen. Massenweise helfen die US-Arbeitgeber ihren Mitarbeitern bei dieser sinnvollen Sparform, indem sie jedes Jahr Geld in diese Rentendepots ihren Beschäftigten zuschießen.
Den Amerikanern werden beim Sparen viele Freiheiten eingeräumt. Ob Aktienfonds, Indexfonds, ETFs oder ein Korb aus Einzelaktien – das bleibt dem Bürger und Arbeitgeber weitgehend überlassen.
Ich finde, es ist ein Skandal, dass unsere Politiker auf eine der größten Herausforderungen nicht reagieren. „Riester Renten“ versprechen nach Abzug der Kosten, Provisionen, Gebühren zu wenig Rendite. Einige Riester-Anbieter haben regelrechte Gebührenmonster geschaffen. Kein Mensch versteht die Verträge, sie sind intransparent bzw. kompliziert. Ich finde, die „Riester-Dinger“ sind keine Lösung, sie sind allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein.
Wäre die Kommunikationspolitik der Parlamentarier ehrlich, würden die Bürger aufwachen. Der Zinseszins ist eine unglaubliche Chance gerade für junge Menschen, die Versorgungslücke im Alter wettzumachen.
Würden die Eltern für ihr neu geborenes Baby 5000 Euro in einen Indexfonds investieren, würden daraus bis zum Rentenbeginn des Nachwuchses in 65 Jahren ein Vermögen von 1,3 Millionen Euro heranreifen. Neben anderen Versorgungsanprüchen (aus der gesetzlichen Rente) und Ersparnissen stünde ein schönes Finanzpolster zur Verfügung. Ein riesiges Problem wäre gelöst.
Ich habe neun Prozent Rendite unterstellt, so wächst der Dow-Jones-Index seit mehr als einhundert Jahren. Voraussetzung ist allerdings: Der Fiskus müsste das Schröpfen der sorgsamen Eltern abstellen und die Erträge im Rentenaktiendepot von der Steuer befreien.
Würden die Eltern bei der Geburt ihres Nachwuchses statt der 5000 Euro flotte 10.000 Euro einmalig investieren, könnte sich das Kind auf 2,7 Millionen Euro im Rentenalter freuen. So einfach ist das.
Es ist eine umfangreiche Aufklärung der Bürger nötig. Langfristiges, kostenschonendes Investieren ist die Lösung. Wann wacht mal jemand in Berlin auf? Regierung, Bürger und die Finanzindustrie könnten zügig eine Lösung schaffen - zum Vorteil aller. Leider fehlt der Wille dazu.
Die meisten Arbeitnehmer können sich den positiven Effekt aus dem Zinseszins über Jahrzehnte hinweg kaum ausmalen. Es liegt daran, dass wir dazu neigen, zu kurzfristig zu denken. Es fehlt uns die Geduld. Es fehlt uns die Vorstellungskraft dafür, wie uns Aktivität, Gebühren und Steuern langfristig gesehen schaden können.
Anmerkung von Sepp
geschrieben 17.06.2013
Ich glaube, es ist zu einfach, die Zinseszinsformel zu nehmen, 50 oder gar 60 Jahre Laufzeit und eine möglichst zweistellige p.a.-Rendite einzugeben, und dann erstaunt auf das Resultat zu blicken. Das ist eine Modellrechnung wie die Klimamodelle das auch machen. Sowohl das Klima als auch das Leben sind zu komplex, um auf diese Weise sicher voraussagen zu können, was 2050 sein wird.
Letztlich wissen wir nicht, ob es in 5 Jahren den Euro noch geben wird, geschweige denn, ob nicht ein Währungscrash das gesamte Weltwirtschaftssystem auf Null stellt.
Das enthebt natürlich niemanden von der Notwendigkeit, für das Alter vorzusorgen. Wenn aber alle ihre gesamten Ersparnisse in Aktien steckten und ganze Volkswirtschaften ihre Altersvorsorgesysteme darauf aufbauten, ergäbe sich ein gigantische Blase, die dann früher oder später platzen würde.
Ich weiß nicht, ob ich das amerikanische System der Pensionsfonds dem deutschen Umlagesystem vorziehen würde, wenn ich die Wahl hätte. Dazu habe ich schon zu viele Berichte über Pleiten, kriminelle Machenschaften von Fondsmanagern, Verspekulieren der Ersparnisse usw. gelesen. Da ist mir eine kleinere, aber verlässlichere gesetzliche Rente lieber. Da man in der Altersversorgung nur einen Schuss frei hat, der beim ersten mal sitzen muss, ist der freie bis graue Kapitalmarkt zu unsicher, um ausschließlich ihn memn Altersversorgung anheimzustellen. Als Ergänzung mit übrigem Geld spekuliere/investiere ich gerne, aber nicht mit der eigenen Existenz.
Die Zinseszinsrechnung dient nur der Verdeutlichung des Effekts.
Die Amerikaner haben zusätzlich eine gesetzliche Rente, so wie wir Deutschen. Sie heißt "Social Security" und ist gar nicht so schlecht.
Die Amerikaner geben ihren Bürgern aber die Möglichkeit, mit einem eigenen Depot, das auf den eigenen Namen läuft, eigenverantwortlich vorzusorgen. Arbeitgeber helfen in der Regel mit grosszügigen Beiträgen in diese Depots. Sie heißen 401k. Es ist eine zusätzliche Säule für die Rente. Was in dem Depot landet, kann jeder selbst entscheiden. Staatsanleihen, Immobilienaktien, Mischfonds, Indexfonds verschiedener Staaten, Exxon, Colgate, Berkshire, Procter & Gamble usw.
Viele Staaten haben den Vorteil der kapitalgedeckten Rente als zusätzliche Säule mittlerweile erkannt. Etwa Australien. Die Deutschen sind leider sehr rückständig.
Anmerkung von Franz
geschrieben 18.06.2013
@Tim
was heißt, die social security ist gar nicht so schlecht?
Anmerkung von Tim
geschrieben 18.06.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Franz
Die "Social Security" ist eine Art Grundsicherung, eben eine gesetzliche Rente. Es ist ein Umlagensystem. JEDER muss einzahlen. Bäcker, Taxifahrer, Ärzte, Selbständige, Beamte...
Amerikas Bevölkerung wächst um ca. 1% pro Jahr. Sie haben also mehr Nachwuchs als wir Deutschen (Deutschlands Einwohnerzahl schrumpft). Insofern ist Social Security etwas stabiler als die deutsche Rente, wobei es als alleinige Einkommensquelle längst nicht mehr ausreicht.
Ein giftiger Angriff. Nach Angaben des US-Einlagensicherungsfonds FDIC hat die Deutsche Bank zu wenig Eigenkapital. Die Unterdeckung sei „schrecklich“, behauptet der US-Regulierer. Die Washingtoner nehmen eine einfache Formel, um die Stabilität der Banken unter die Lupe nehmen: Das Eigenkapital und die Bilanzsumme. Demnach ergibt sich für die Frankfurter eine Eigenkapitalquote von 1,63 Prozent auf Basis 2012.
Führende amerikanische Banken kommen auf Eigenkapitalquoten zwischen sechs und zehn Prozent, sie sind also deutlich stabiler. Anhand dieser Grafik mit den führenden US-Banken können Sie das gut erkennen:
Bei dieser Berechnungsmethode wird kritisiert, dass Abweichungen zwischen US-Gaap und dem International Accounting Standard (IAS) bestehen, welchen die Deutschen anwenden.
In Europa wird vornehmlich die Stabilität der Finanzinstitute nach „Basel III“ beleuchtet. Der Vorteil für die Banken: Ihre Bilanzen sehen nach Basel III solider aus. Der Grund: Einzelne Risiken werden individuell interpretiert und bewertet. Hierbei besteht natürlich Ermessensspielraum, es handelt sich um weiche Faktoren.
Meine Meinung: Die Kritik an der Deutschen Bank ist übertrieben. Dass die Eigenkapitalquote niedrig ist, ist bekannt. Ich glaube, die Deutsche Bank braucht in der Tat mehr Substanz in der Bilanz. Ich denke, das Problem der aufgeblasenen Bilanz, das Herr Ackermann hinterlassen hat, bringen seine beiden Nachfolger Anshuman Jain und Jürgen Fitschen jetzt in Ordnung. Dafür spricht die jüngste Kapitalerhöhung. Dafür spricht ferner die Aussage von Jain, keine Übernahmen in naher Zukunft tätigen zu wollen. Ich sehe in dem Problem eher eine Chance. Denn die Aktie notiert 40 Prozent unterhalb des Buchwerts. Wäre in Frankfurt alles in bester Ordnung, wäre der Rabatt auf den Substanzwert nicht so üppig.
Anmerkung von Markus
geschrieben 16.06.2013
Wie seht Ihr denn die 55 Billionen € Derivate bei der Deutschen Bank. Das BIP von Deutschland liegt gerade mal bei 2,5 Billionen €. Nur 10% Fehleinschätzung bei den Derivaten und wir haben eine neue Finanzkrise. Die Zinswetten werden ja größtenteils von Nerds berechnet... Können diese eine Massenpanik berechnen??? ;-)
Anmerkung von Martin
geschrieben 16.06.2013
Die amerikanischen Banken können bei Derivaten Aktiv und Passiv verrechnen, so dass dann die Eigenkapitalquote höher erscheint. An sich sind die Zahlen in etwa vergleichbar. Bei der deutschen Bank sind die Derivate eine Bilanzverlängerung.
Anmerkung von Markus
geschrieben 16.06.2013
Hier mal ein Link für unsere frohen Optimisten hier... ;-) Derivate
Ich sage nicht, dass Optimismus nicht gut für die Gesundheit wäre, aber wir haben gewaltige Risiken im System und bei mehreren Banken!
Da kann man sich die letzten 4 Jahre Boom (von denen ich auch profitiert habe) noch so schön rechnen, schreiben und reden.
Hier wird langfristig 10 % p. a., Geschäftsberichte lesen und Optimismus propagiert. Sind alles richtige und wichtige Punkte, aber ein bisschen Realismus schadet ganz sicher nicht.
Welchen Nutzen haben Zinswetten für die Bevölkerung, die ein abnormales Verhältnis zu der Wirtschaftskraft eines Landes eingenommen haben???
Das bisschen Währungshedge für die Multis fällt prozentual nicht groß ins Gewicht.
Anmerkung von Martin
geschrieben 16.06.2013
@Markus: Die Banken hatten in den letzten 4 Jahren keinen Boom. Dass Risiken in den Bankbilanzen schlummern, ist bekannt und der Markt preist es durch niedriges P/B ein.
In der Tat sind plain vanilla Währungs- und Zinsswapderivate der Löwenanteil an Derivaten.
Geschäftsberichte lesen schützt vor Risiken. Tim hat genau recht.
Anmerkung von Markus
geschrieben 17.06.2013
@Martin
Allgemein die Indexe hatten die letzten 4 Jahre schon einen Boom.
Die Banken, insbesondere Europa hinken dem hinterher, wie es in Europa-Value-etf`s mit hohem Bankanteil zu sehen ist. Kann evtl. natürlich auch eine Chance sein...
Das ein Buchwert bzw. der fair Value Preis von Banken einfach und genau zu bestimmen ist, ist wohl etwas optimistisch. Viele Value Investoren lassen die Finger davon, da Banken einen großen Gestaltungsspielraum haben.
Du kannst die Funktionsweise der Derivate nach dem lesen des Geschäftsberichts der DB erklären?
Laut Insiderberichten, verstehen die Derivate bei einer Großbank vielleicht eine handvoll Leute und das sind garantiert nicht die Leute, die diese verkaufen. ;-)
Auch das abnormale Verhältnis zur Wirtschaftskraft ist von welchem volkswirtschaftlichem Nutzen?
Anmerkung von Falk
geschrieben 17.06.2013
Ich denke, dass gerade große und bekannte Unternehmen in der Regel durch den Markt überbewertet werden.
Die Frage ist also nicht "ist die Deutsche Bank unter den aktuellen Umständen ein Kauf?", sondern vielmehr "gibt es andere Unternehmnen, die ähnlich kritisch eingestuft werden, aber deutlich weniger Risiko in der Bilanz haben?"
Ich für meinen Teil kann das Geschäft und die Risiken der Deutschen Bank nicht vernünftig einschätzen. Keine besonders gute Basis, um den inneren Wert des Unternehmens zu bestimmen und bei vermeintlicher Unterbewertung zu kaufen.
Dann doch lieber ein kleineres Unternehmen, das ähnlich niedrig notiert, aber deutlich weniger Risiko in den Büchern hat. Die Wüstenrot & Württembergische AG wird z.B. gerade einmal zu 40 Prozent des Buchwerts gehandelt. Knapp 66 Prozent gehören über die Wüstenrot Holding AG der Wüstenrot Stiftung. Da besteht bestimmt kein großes Interesse an extrem gehebelten Wetten...
Anmerkung von Martin
geschrieben 17.06.2013
Die Funktionsweise der Derivate ist nicht im GB erklärt. Eine Bankbilanz ist i.d.R. nicht transparent.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 19.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Ein Investment in die DBK Aktie für mein langfristiges Dividenden Depot kommt nicht in Frage.
Ich rate Ihnen, Geschäftsberichte zu lesen. In ihnen steckt viel Wissen drin. Am liebsten lese ich die einleitenden Worte des Vorstands. Neben dem Zahlenwerk finden Sie wertvolle Erklärungen zu allem Möglichen im hinteren Teil. Die Risikohinweise finde ich immer nett.
Warren Buffett und seine beiden Hedgefondsmanager Ted Weschler und Todd Combs nutzen die offiziellen Berichte als Nummer-1-Informationsquelle. Buffett hat keinen Bloombergterminal in seinem Büro stehen, er schaut nicht ständig auf die Kurse. Er liest ein paar Magazine, Zeitungen und eben die Berichte der Unternehmen.
Ich habe schon Fotos von den Schreibtischen seiner Hedgefondsmanager gesehen, auf denen sich die ausgedruckten Geschäftsberichte nur so stapeln. Hier ist ein weiteres Foto. Sie haben es von ihrem Chef Buffett gelernt. Buffett hat keinen PC. Keine hüpfenden Kurse. Keine Terminals. Keine Gerüchte. Keine täglichen Interpretationen warum ein Kurs gerade in die eine oder andere Richtung läuft. Keine Analystenstudien. Sie fokussieren sich stattdessen auf das Wesentliche. Auf die Fakten. Und nichts als die Fakten.
Mit dieser Methode hat Investmentstar Buffett aus einer maroden Textilmühle namens Berkshire Hathaway in 50 Jahren ein blühendes Konglomerat aufgebaut, das ein stolzes Eigenkapital von 200 Milliarden Dollar ausweist.
Der Durchschnittsanleger kauft dagegen impulsiv. Er schnappt etwas auf und schon erteilt er seine Order, ohne darüber nachzudenken. Das ist ein Fehler. So entscheidet der Otto Normalsparer emotional. Er kauft tendenziell das, was eh im Rampenlicht steht. Eben eine Apple-Aktie für 700 Dollar. Eine Facebook-Aktie zum Börsengang und so weiter. Was "sexy" ist, ist teuer. Es handelt sich um ein Modethema.
Über langweilige Unternehmen wie Exxon, BP, Wal-Mart, General Motors, Chevron, Pepsi, P&G, Colgate berichten die Medien und Analysten ungern. Gemessen an deren Größe, müssten die Zeitungen zugepflastert mit Artikeln über diese Titanen sein. Sie verdienen gigantische Summen. Exxon Mobil verdient in einem Quartal mehr Geld, als Facebook in seiner gesamten Historie akkumuliert angehäuft hat. Exxon regt aber niemanden auf, da gibt es zu wenig Volatilität.
Analysten berichten lieber über die Firmen, deren Kurse hüpfen (etwa heiße Internetfirmen wie Groupon oder Zynga). Genau diese Volatilität sorgt für hohe Aktienumsätze, was wiederum Geschäft für die Banken bringt. Der hohe Umschlag in den Aktien steigert die Gewinne der Banken.
Ich las vor ein paar Wochen den Geschäftsbericht der Adler Modemärkte. Kaum jemand interessiert sich dafür. Ein vergessenes Unternehmen. Es handelt sich in der Tat um ein langweiliges Bekleidungshaus, das vor allem ältere Kunden mit kleinem Geldbeutel einkleidet. Die Margen sind nicht sonderlich toll. Trotzdem fand ich die Aussagen der Führungsspitze spannend. Wenn sich das Management zu einer Unterbewertung der Aktie äußert, sollten Sie in die Tiefe gehen. Eine angeblich „niedrige Bewertung der Aktie“ kann natürlich ein Vorstand frei erfinden, über den fairen Preis kann man sich logischerweise streiten. Trotzdem nehme ich solche Hinweise ernst.
So steht in dem Geschäftsbericht der Adler Modemärkte: „Der Vorstand hält an der Ansicht fest, dass der aktuelle Kurs weder den Wert noch das Potenzial des Unternehmens adäquat abbildet.“ Weiter: „Der Vorstand hat die aus Sicht des Unternehmens zu niedrige Bewertung dazu genutzt, einen Teil der Adler-Aktien über die Börse zurückzukaufen.“ Mich wundert das jüngste Übernahmeangebot für die Adler Modemärkte insofern nicht.
Fazit: Es lohnt sich, Geschäftsberichte zu lesen.
Anmerkung von willihope
geschrieben 17.06.2013
ich mag keine firmen wo sich vorstände um ihren aktienkurs kümmern. die entscheidung ob unter- oder überbewertet müssen sie dem markt überlassen, auch wenn der oft aus dem ruder läuft sollte sich der wahre "wert" von zeit zu zeit von selbst ergeben.
die faseln immer von unterbewertung und dichten irgendwelches potenzial hinein, was wirklich zählt sind die fakten und sonst nichts.
das rumspielen mit den kursen muss man ihnen verbieten! ist ein wert wirklich unterbewertet - na und! dann ist das schön für die käufer falls die das auch so sehen, der vorstand hat sich gefälligst um die firma und deren werden zu kümmern!
ein rückkauf vermindert zwar die teilhaber aber entzieht der firma auch kräftig finanzmittel, so sieht für den vorstand also seine "arbeit" für die firma aus? besser wäre zu investieren und neue werte zu schaffen und nicht ein angestellter mit reiner verwaltungsfunktion zu sein.
nö solche firmen mag ich nicht, zu dick, zu faul und zu selbstgefällig.
Mich faszinieren Übernahmen. Eine kleine Excel-Liste habe ich vor Jahren erstellt und beobachte meine heißen Übernahmekandidaten. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Es gibt ein paar Indizien, die Ihnen helfen können, potentielle Firmen zu identifizieren.
In den vergangenen Wochen haben sich etliche Deals so ergeben, wie ich es vermutet hatte. So ist der bekannte Gemüse- und Früchtehändler Dole Foods von der beherrschenden Familie geschluckt worden. Ich hatte darüber im Februar in der „Euro am Sonntag“ spekuliert.
Außerdem ist diese Woche der Reifenhersteller Cooper Tire von einem indischen Konkurrenten gekauft worden. Über einen Verkauf des niedrig bewerteten Reifenproduzenten fabuliere ich seit langem (u.a. im Börsenbrief „Prior Global“).
Meine Liste mit den Übernahmekandidaten hat eine ziemlich gute Trefferquote. Ich schätze sie liegt bei 50 Prozent. Sehen Sie weitere Treffer hier und hier.
Es ist keine Geheimwissenschaft. Ganz einfache Argumente helfen einem, solche Firmen zu finden. Der gesunde Menschenverstand genügt. Die Argumente müssen einfach Sinn machen, einleuchten. Demnächst rechne ich bei der MTV-Mutterfirma Viacom mit einem Deal. Die massiven Aktienrückkäufe sind schon verdächtig. Und der uralte Großaktionär.
Eine Garantie für eine Transaktion gibt es natürlich nie. So können sich die Pläne des Kaufinteressenten ändern. Oder kann es sich um spekulative Annahmen handeln, die einfach nicht zutreffen.
Das sind meine Indizien für einen möglichen Deal:
1. Sie haben eine beherrschende Familie, die stetig seit Jahren ihren Anteil aufstockt.
2. Sie haben eine Firma, die nach und nach filetiert wird. Sprich, wenn uralte unprofitable Sparten plötzlich verkauft werden, eine Fokussierung auf das Kerngeschäft stattfindet.
3. Wenn der Großaktionär sehr alt ist und stirbt, suchen oftmals die Erben (Kinder, Frau) nach einem Käufer.
4. Wenn es sich um einen traditionsreichen Familienbetrieb handelt, der in der zweiten oder dritten Generation geführt wird und die Kinder das Interesse verlieren. Das sehen Sie daran, wenn Familienangehörigen den Vorstandsvorsitz an externe Manager abgeben, obgleich sie den Job selbst machen könnten.
5. Wenn plötzlich der Vorstand schweigt, obwohl er immer redselig war. Manchmal werden Firmen sehr ruhig, sie ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück, beantworten Anfragen von Journalisten und Analysten ungern oder gar nicht mehr.
6. Wenn der Kurs mit negativen Meldungen auf einmal gedrückt wird. Ein Quartal kann ein Vorstand schlechter aussehen, als es eigentlich ist. So kann der Kurs unter Druck geraten, um einen Übernahmepreis zu drücken. Wenn sich negative Meldungen häufen, ist das verdächtig.
7. Wenn die Großaktionäre ihre Käufe ausbauen.
8. Massive Aktienrückkäufe.
9. Verbündete Aktionäre erhöhen ihren Anteil.
10. Übernahmegerüchte tauchen auf, die Sinn machen.
11. Der Kurs zieht an, ohne dass es Meldungen gibt.
All diese Punkte sind Indizien. Wie gesagt, genau weiß man es erst hinterher.
Nicht immer lohnt es sich, auf eine kernige Übernahmeprämie zu wetten. Der Übernehmer möchte natürlich tendenziell so wenig wie möglich bezahlen. Im Vorfeld einer Offerte kann er den Kurs künstlich (mit durchaus legalen Methoden) unter Druck bringen, um Geld zu sparen.
Vorsicht vor „Experten“ oder Volkswirten. Je bekannter sie sind, desto mehr Unsinn reden sie. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Ich lese gerne alte Prognosen. Ich gehe viele Jahre zurück, schaue nach, was sie damals alles so von sich gaben. Durch das Internet ist es einfach geworden. Den Gang in die Bibliothek kann ich mir sparen. Die Fussabdrücke der „Experten“ sind schnell im Netz auffindbar.
Ich schaue mir tagelang den Kram an. Kursziele, Dollar-Euro-Prognosen, DAX-Wahrsagereien. Es ist so unglaublich, was da für ein sinnloses Zeug verbreitet wird.
Sie müssen wissen: Falsch zu liegen, ändert nichts an deren Gehalt. Es gehört bei den „Experten“ zum Alltagsgeschäft, Fehler zu machen. Es gibt keine andere Branche, in der ständig neue Fehlgriffe so üppig vergütet werden. Am liebsten sind mir jene Fachleute, die zugeben, dass sie etwas nicht wissen bzw. einschätzen können. Kein Mensch kennt die Zukunft, aber die meisten Fachleute tun so, als ob sie alles wüssten.
Die höchste Achtung habe ich vor denen, die Fehler zugeben und offen darüber sprechen.
Im März 2009 warnte die Deutsche Bank vor einem dramatischen Einbruch der deutschen Wirtschaft. Gut, die Bank hatte Recht, die Wirtschaft schrumpfte. Aber es handelte sich um eine der besten Phasen innerhalb eines Jahrhunderts, um Aktien billig einzusammeln. Vier Jahre lang rannte danach die Börse nach oben. Bis heute. Es handelte sich um eine der phänomenalsten und längsten Rallys, die wir je erlebt haben.
Das „Manager Magazin“ sinnierte im Februar 2009 in einem riesigen Artikel kritisch über die Börse. Im Rückblick klingt es ziemlich merkwürdig, was der Journalist von sich gab:
„Die alten Regeln gelten nicht mehr: Alles, was Anlegern in den vergangenen Jahren Halt und Orientierung gegeben hat, scheint außer Kraft gesetzt. Zum Beispiel das Mantra, dass man Schwankungen am besten aussitzt und sich am Ende über eine schöne Langfristrendite freut. Dass die US-Notenbank uns rettet, wenn es mal brenzlig wird. Dass diejenigen die höchsten Renditen erzielen, die Mut zeigen, wenn andere sich fürchten. All das ist Geschichte.“
Da hat sich der Autor ziemlich in die Nesseln gesetzt. Nichts ist anders. Die alten Regeln gelten nach wie vor. Die höchsten Renditen erzielt natürlich, wer nicht die Nerven in solchen Phasen verliert. Verrückte Schwankungen auszusitzen, zahlt sich natürlich aus. Es bot sich damals eine einmalige Chance. Unglaublich, wie wir Menschen die Situation derart falsch einschätzen können.
Ich muss den Autor allerdings in einem Punkt in Schutz nehmen, das perfekte Timing bekommt niemand hin. Nur Jahrhunderte alte Börsenregeln in Frage zu stellen, das war ein großer Fehler.
Warren Buffett riet während des Crashs, im Oktober 2008, zum Aktienkauf. Danach sausten die Kurse weitere sechs Monate in den Keller, bevor sie schließlich begannen, wie verrückt zu steigen.
Was lernen wir daraus? Gegen den Strom zu schwimmen, zahlt sich aus. Anders ausgedrückt: Werden Sie vorsichtig, wenn alle euphorisch sind. Werden Sie optimistisch, wenn alle um Sie herum ängstlich, pessimistisch sind.
Hören Sie niemals auf nur einen „Experten“. Lesen sie viele Quellen. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Recherchieren Sie viel. Vermeiden Sie es, der Herde zu folgen. Ich weiß, das ist einfacher gesagt, als getan.
Eines ist klar: Wenn die Börse dramatisch eingebrochen ist, macht es Sinn, gute Firmen abzustauben. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. Wenn dagegen die Börse vier oder fünf Jahre lang nach oben marschiert, von einem Rekord zum nächsten jagt, sagt mir der gesunde Menschenverstand: Werde besser etwas vorsichtiger. So einfach ist das.
Sie brauchen ferner Durchhaltevermögen. Und Sie sollten in der Lage sein, Modethemen zu meiden.
Sie müssen kein Genie sein, um gute Renditen an der Börse zu erzielen. Ein klarer Verstand und eine natürliche Skepsis, das sind die besten Voraussetzungen für Ihren Börsenerfolg.
Anmerkung von Thomas
geschrieben 12.06.2013
Das gilt allerdings nicht für alle Aktienmärkte. Es gibt genügend die schlecht performt haben und tiefer stehen als 2008/2009. Das wird mir irgendwie zu oft vergessen hier.
Anmerkung von Martin
geschrieben 12.06.2013
Ich kaufe ganz gerne noch billiger als die Value Investoren. Also wenn Buffett kauft und der Kurs geht runter, schaue ich mir das an und kaufe sowas gerne. Buffett liegt bisher selten daneben. Auch bei z.B. Münchener Rück konnte man billiger rein. Zudem verkaufen Value Investoren auch nicht zwanghaft mit Stop Loss wodurch solche Werte auch nicht so stark einbrechen. Das habe ich daraus gelernt.
Anmerkung von Felix
geschrieben 12.06.2013
Im Nachhinein muss man der deutschen Politik fast dankbar für die Einführung der Kapitalertragssteuer auf Kursgewinne sein. Nicht deswegen, weil sie diese Steuer eingeführt hat, sondern für den Zeitpunkt der Einführung, nämlich zum 01.01.2009.
Ich habe damals - mit erheblichen Bauchschmerzen - in Aktien investieren, um eben auf die bis dahin getätigten Investitionen keine Steuern auf zukünftige Kursgewinne zahlen zu müssen. Und was soll ich sagen: Es war einer der besten Zeitpunkte meiner Börsenkarriere, um sich mit Aktien einzudecken. Ich habe diese Aktien noch alle und bin mit einigen mit mehr als 100 % im Plus und das steuerfrei. Von der teilweise zweistelligen Dividendenrendite ganz zu schweigen.
Wäre die Steuer nicht gekommen, hätte ich zu diesem Zeitpunkt als das Weltfinanzsytem am Abgrund stand (damals hatte ich diesen Eindruck) nicht so beherzt zugegriffen, wenn auch damals mit erheblichen Bauchschmerzen.
Fazit: es lohnt sich tatsächlich im Crash zu kaufen, aber es ist alles andere als einfach mit seinem sauer verdienten Geld einzusteigen, wenn gerade die Fetzen fliegen und Blut fließt. Wer das kann, hat bislang immer profitiert, wie ein Blick auf die Langfristcharts von DAX und Dow zeigt.
Deshalb halte ich mehr derzeit auch mit Aktienkäufen zurück, weil ich davon ausgehe, früher oder später zu deutlich günstigeren Preisen einkaufen zu können.
Anmerkung von Tim
geschrieben 12.06.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Thomas
Ich schreibe hier im Blog über den US-Markt und die deutsche Börse (am Rande). An welche Länder denkst Du? Die meisten Börsen haben sich ganz gut in den vier Jahren seit dem Tief erholt.
@ Martin
Ja, man kann Gurus wie Buffett oder Soros gut kopieren.
@ Felix
Gratulation zum guten Timing.
Was ich oft erlebe: Die Menschen informieren sich nicht ausreichend, sie lesen zu wenig. Viele gehen an die Börse mit einer falschen Vorstellung. Sie sind fasziniert davon, schnell den großen Reibach machen zu können, was natürlich Unfug ist. Es ist ein Traum. Ohne Kenntnisse kann niemand viel Geld an der Börse machen, eher endet so ein Ausflug im Desaster. Aber leider gibt so viele, die meinen, sie sind in einem riesigen Kasino. Das Geld liegt nicht auf der Straße. Es ist ein langer, mühsamer Weg. Fundamental gute Firmen und viel Geduld sind nötig. Der Traum, schnell reich zu werden, ist eigentlich idiotisch.
Du hast Dich vorbildlich verhalten. Du hast Dich umfassend informiert. Du hast solide Dividendentitel während des Crashs gekauft und hast seither Geduld gehabt. Super.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 13.06.2013
Allerdings kommt es recht selten vor, dass man Titel günstiger bekommt als Warren Buffett. Bei der Münchner Rück war das aber tatsächlich der Fall. Habe die auch günstiger als Warren eingekauft.
Das mit dem Kopieren der Stars ist allerdings so eine Sache. Die können auch heftig daneben liegen. Seth Klarman z.B. mit HP. Da liessen sich jetzt etliche Beispiele finden. Bill Miller...
Wie viele haben vor dem Zusammenbruch noch Freddie und Fannie gekauft?
Ich habe letztes Jahr auch mal einen Zock gewagt weil der Vermögensverwalter von Bill Gates -weiss jetzt den Namen nicht mehr- Diamond Foods gekauft hat. Hab es ihm nachgemacht und es war ein Desaster. Hab recht schnell die Reissleine gezogen.
Soros eignet sich schon deshalb nicht zur Nachahmung weil er Unmengen an verschiedenen Titeln kauft. Kommt mir bei ihm so vor als würde er mit der Schrotflinte auf nen Kurszettel schiessen und dann alle Titel kaufen die getroffen wurden...
Buffett liegt wirklich am meisten richtig. Glaube gelesen zu haben, dass 9 von 10 Titeln die er auswählt gut laufen... mir fällt auch immer wieder auf, dass er die entscheidenden Fehler vermeidet. Er kauft eben keine Citigroup, Freddie, Fannie, Enron, AIG, Worldcom usw, usw.
Ich finde die Aufregung über die Spionagetätigkeit der USA übertrieben. Ich weiß schon lange, dass Geheimdienste Emails lesen, Telefonate abhören, Postsendungen öffnen. Das ist nichts Neues. Das sagt uns ja der gesunde Menschenverstand.
Ich finde im Internet so viele Artikel und Videos, in denen das Vorgehen des US-Geheimdiensts im Detail beschrieben wird.
Es wird seit vielen Jahren so verfahren. In der Verbrechensbekämpfung und Prävention ist das ein übliches Werkzeug. Das Foto oben machte ich voriges Jahr auf einem Schiff der US-Küstenwache.
2011 machte ein Mord Schlagzeilen. Damals wurde der 32-jährige US-Fahnder Jaime Zapata in Mexiko von einer Drogenbande in seinem Auto erschossen. Sein Kollege überlebte den Kugelhagel schwerverletzt im Fahrzeug.
Geschockt war die US-Regierung. Wie konnte dieser Mord passieren? Geheimdienstkollegen schworen Rache. Schnell handelten sie. In Washington arbeitete der Geheimdienst pausenlos mit Hilfe einer kleinen Technologiefirma aus Silicon Valley an der Aufklärung des Falls. Zunächst verknüpften die Softwareingenieure von Palantir Technologies alle Daten aus den Amtsstuben miteinander: Emails, GPS-Signale, Dossiers, Zeugenvernehmungen, Schmuggelrouten, Fotos aus Überwachungskameras, Aufzeichnungen aus Drohnen, Handydaten, all das vermute ich. Man spricht angesichts dieser Datenberge von "Big Data".
All diese Daten aus Mexiko kamen in einen Großrechner, wurden miteinander verknüpft, Zusammenhänge ermittelt. Resultat war: Mit Hilfe der IT-Analyse klickten einen Monat später die Handschellen. 676 Menschen landeten hinter Gittern. 282 Waffen und 467 Kilogramm Kokain beschlagnahmte die Polizei.
Wie der Fall gelöst wurde, das beschreibt der Gründer der Firma Palantir Technologies, Stephen Cohen, im Januar 2013 auf Youtube:
Für das Youtube-Video hat sich niemand interessiert. Ganze 1.000 Menschen haben es gesehen.
Es gibt noch einen ausführlichen Artikel aus dem Magazin „Wired“ zu den Abhörmaßnahmen, Emailauswertungen und Spionagetätigkeiten der US-Behörden. Der Artikel wurde wohlgemerkt im Sommer 2012 veröffentlicht. Ich kenne den Artikel schon lange. Ich hatte mich gewundert, wie diese IT-Firma Palantir Technologies Zugang zu all diesen Daten bekam. Ich wunderte mich, wie die Firma prahlt. Seit Jahren plaudern sie aus dem Nähkästchen. Niemand regt sich darüber auf.
Der Fall zeigt, dass die Schnüffelmethoden der USA erfolgreich sind. Der Mord an dem Amerikaner in Mexiko ist aufgeklärt worden dank der Datensammelwut und der Datenauswertung.
Ich bin eigentlich für „Big Brother“, wenn Sie mich fragen. Allerdings habe ich Bauchschmerzen mit der Sammelwut. Die privaten Daten von Bürgern können in die falschen Hände gelangen. Der Staat (oder seine Mitarbeiter) kann seine Macht eines Tages missbrauchen. Unschuldige können schnell ins Visier geraten. Ein Stück weit erinnert mich all das an die Stasi. 99,9 Prozent der Menschen sind aufrichtig und ehrlich. Ob es sich lohnt, ständig 100 Prozent der Bürger zu überwachen wegen der üblen 0,01 Prozent?
Ach ja, hier ist noch eine gehackte Konferenzschaltung zwischen FBI und Scotland Yard. Da haben ein paar Witzbolde sich heimlich eingewählt und alles aufgenommen. Die Profis machen Fehler so wie wir Bürger. Da hat eben jemand mal den Spieß umgedreht. The People are watching you.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 11.06.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Hallo Tim,
die größte Erfolgsstory der US-Geheimdienste ist aber definitiv das Auffinden Osama Bin Ladens und seine Liquidation. In dem Film "Zero Dark Thirty" wird das hartnäckige und akribische Vorgehen der CIA gezeigt, den Drahtzieher von 9/11 zu finden. Auch kann man sich nach dem Film, ich hab ihn gesehen, gut vorstellen, wie frustrierend die Suche nach dem Terrorfürsten war. Es wurde verdammt viel Geld ausgegeben, jahrelang ohne Ergebnis. 2011 klappte es dann endlich.
Gruß
Anmerkung von Thomas
geschrieben 11.06.2013
zu Matthäus Piksa:
Als Erfolgsstory würde ich das Auffinden Bin Ladens nicht werten. Die Nation, die in jedem Actionfilm darstellt, wie wieder einmal ein Amerikaner die ganze Welt rettet, braucht ein ganzes Jahrzehnt um eine Person zu finden? Für mich sehr unglaubwürdig. Und wenn der Film von Amerikanern (also den Siegern) produziert wurde, sollte man das Ganze sowieso hinterfragen. Die Gegenseite würde die Geschichte sicher anders erzählen. Da dies hier aber kein Blog über demokratische Werte ist, belassen wir es dabei.
Unternehmen, die Überwachungstechnik entwickeln oder produzieren, haben vermutlich enormes Potential in den nächsten Jahren. Leider, möchte ich sagen.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 11.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Die Sammelwut hat doch erst begonnen. Das Zeitalter von Big Data beginnt.
Vielleicht doch die Dividenden Aktien SAP und IBM als Langfristanlage kaufen?
Anmerkung von Frank
geschrieben 11.06.2013
Hallo,
daß sich die whistleblower in fremden Ländern verstecken müssen, ist eine Schande für "the land of free".
Frank
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 11.06.2013 Website www.welt-im-wandel.net
@Thomas
10 Jahre hat es deshalb gedauert, weil die Suche nach einem Menschen in einer 7 Milliarden Menschen zählenden Erdbevölkerung der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleicht. Und zwar einem gigantischen Heuhaufen.
Ich bin auch gerne kritisch, aber wenn es unbestreitbare Erfolge gibt, sollte man das mMn einfach auch mal anerkennen.
Zumal ich den Eindruck habe, dass es Leute gibt, die nichts anderes machen, als Amerikas Außenpolitik zu kritisieren. Berühmtestes Beispiel ist derzeit Julian Assange. Die US-Administration sieht in ihm einen Verbrecher, der mithilfe von Geheimnisverrätern (Bradley Manning) wichtige US-Dokumente veröffentlichte. Er selbst und seine Anhänger sehen sich als Aufklärer der Öffentlichkeit, weil sie die unschönen Seiten der us-amerikanischen Militäroperationen aufgedeckt haben. - Ich persönlich bin der Meinung, dass sich Assange, von dem erst vor wenigen Tagen ein Artikel in der NYTimes erschien , da in etwas verrant hat. Mehr dazu in meinem Blog.
In Syrien sieht man übrigens, was passiert, wenn Amerika auch mal gar nichts macht. Die Folge ist: Es gibt hunderttausende Flüchtlinge und einen Endloskrieg mit vielen Opfern.
Fazit: Die linken Amerika-Kritiker machen es sich zu leicht.
Anmerkung von Gert
geschrieben 11.06.2013 Website www.weekly-trader.de
"Wer Freiheit einschränkt, um Sicherheit zu gewinnen, wird zum Schluss beides verlieren."
Benjamin Franklin
Anmerkung von Hub sen
geschrieben 11.06.2013
Die Aufregung finde ich nicht übertrieben -> Filme wie: Der Staatsfeind Nr. 1 "Enemy of the State" aus dem Jahr 1998 sind somit längst keine Fiktion mehr.
http://www.imdb.com/title/tt0120660/
"DiePresse" analysiert richtigerweise:
im heutigen Leitartikel:
"NSA, Prism und das Internet: Die dunkle Seite von Big Data":
Auszug:
"....Aber ebenso wenig darf man den wesentlichen Denkfehler im Vergleich von Münztelefonen mit dem Internet übersehen. Wer Telefonnummern aufschreibt, weiß nicht, worüber gesprochen wurde. Wer Zugang zu den Großrechnern von Microsoft, Google und Facebook erhält, kann sofort in den Inhalten der E-Mails und Chats blättern.
Diesen direkten Zugang gewährt Prism den Behörden. Der Eingriff in die Privatsphäre ist also viel größer, als wenn ein paar Drogenfahnder Münztelefone observierten. Das Ausmaß des Eingriffs allein macht ihn nicht rechtswidrig. Prism basiert auf Fisa, einem Gesetz, das der Kongress mit großer Mehrheit beschlossen hat und hinter dem die meisten Kongressleute noch heute stehen.
Je stärker aber der Eingriff in die Privatsphäre ist, desto größer ist die Gefahr von Missbrauch. Der Verdacht von Missbrauch liegt in der Luft, wenn ein Staatsanwalt einem Angeklagten die Auskunft darüber verweigert, ob seine Anklage wegen Terrorismusverdachts bloß darauf beruht, dass er online das al-Qaida-Magazin „Inspire“ gelesen und Prism deshalb Alarm geschlagen hat. Genau so ein Fall liegt bei einem Gericht in Florida. Der Verdacht von Missbrauch liegt auch in der Luft, wenn das Fisa-Sondergericht von den mehr als 33.900 Anfragen der Geheimdienste auf elektronische Überwachung, über die es seit 1979 zu befinden hatte, nur elf abgelehnt hat.
Lagen Amerikas Geheimdienste tatsächlich zu mehr als 99 Prozent auf der richtigen Seite der Verfassung? Dieselben Geheimdienste, die für George W. Bush Gutachten über den Irak gefälscht haben? Die zu sehr mit innerbehördlichen Eifersüchteleien beschäftigt waren, als dass sie 9/11 hätten verhindern können? Die heimlich gefoltert haben?"
Vielleicht auch mal eine weniger rosarote Sicht auf die US-Politik von Interesse?
"War against people" eine hochaktuelle und überfällige Analyse der US Aussenpolitik und Propaganda von Noam Chomsky = Amerikaner, 84 Jahre alt und seit 1961 Professor am Mass. Institute of Technology (MIT) Träger von 10 Ehrendoktorwürden, etlicher anderer hoher Auszeichnungen und Preisen, Mitglied der American Academy of Art und Science etc.
Waschechte Börsianer wissen, Sparen und Investieren gehört zusammen. So wie zwei passende Socken.
Ich führe einen sparsamen Lebensstil. Jeder hat so seine Hobbys, ich auch. Ich gehe zum Beispiel gerne ins Theater. Heute schaute ich mir „Master Builder“ von Ibsen an.
Abgesehen davon bin ich, wie gesagt, ziemlich sparsam. Im Alltag fällt mir auf, Sparsamkeit und Gesundheit gehen oftmals Hand in Hand. Ich gebe Ihnen ein paar Beispiele:
Auto statt Bahn
Seit sieben Jahren habe ich kein Auto mehr. Warum? Ich gebe zu: Ein Grund sind die enormen Kosten. In New York kostet ein Auto mit allem drum und dran so viel wie eine kleine Mietwohnung in Berlin. Ich fahre also U-Bahn, Bus oder mit dem Rad. Ich laufe sehr viel, schleppe die Einkäufe nach Hause. Alles kein Problem. Nebeneffekt: Laufen und Radfahren ist gesünder. Der Steuerzahler subventioniert meine Fahrten mit der U-Bahn.
Mein Auto vermisse ich nicht. Keineswegs. Manchmal fahre ich für ganze 2,50 Dollar von Manhattan bis zum Flughafen. Das kann zwar mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln über 60 Minuten dauern, mir ist das egal. Eine Taxifahrt dauert 30 Minuten, kostet aber mit Trinkgeld schnell 70 Dollar. Da ich gerne lese, ist das Bahnfahren kein Problem für mich. Seitdem ich kein Auto mehr habe, komme ich logischerweise selten zu Shoppingcentern oder Outlets (Fabrikverkauf), was gut ist. Dort kauft man eh meist Mist, zu viel unnötiges Zeug.
Fastfood
Zum Thema Ernährung fällt mir ein: Gerade die Armen essen ungesund, finde ich. Große fette Steaks, Hamburger, Plastikkäse, frittiertes Zeug, Fertiggerichte aus dem Supermarkt... Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Jahr in einem McDonalds, Burger King oder bei Wendys war. Es muss etliche Jahre her sein.
Zu viel Fleisch, Mangel an Gemüse und Sport
Fleisch landet nicht mehr auf meinem Teller. Fisch? Ja. Milch, Eier, Käse auch. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedenfalls gibt es Studien, die zeigen: Vegetarier leben gesünder, sind dünner, werden älter. Der Durchschnittsbürger isst zu wenig Gemüse, zu viel Fleisch, macht zu wenig Sport. Ein Drittel der Amis sind fettsüchtig, ein weiteres Drittel ist übergewichtig. Nur ein Drittel der Bevölkerung hat „Normalgewicht“.
Interessant daran ist: Fleisch ist recht teuer, frisches Obst und Gemüse vergleichsweise günstig.
Zweifelhafte Vitaminpräparate
Ich kenne Leute, die schlucken tonnenweise Vitamintabletten, Eiweißpulver, Wunderpillen. Das braucht kaum jemand. Das ist bei einer normalen Ernährung in der westlichen Welt unnötig, finde ich. Es birgt sogar Gefahren in sich. Für Vitaminpräparate werden Milliardensummen hinausgepfeffert. An jedem Eck gibt es in den USA Vitaminläden. Es werden mehr.
Restaurantboom
Dann gibt es einen anderen bedenklichen Trend in Nordamerika: Jede zweite Mahlzeit wird inzwischen außerhalb der eigenen vier Wände eingenommen. Meist ungesundes Zeug. Ich finde es gesünder, zu Hause zu kochen.
Urlaub aus dem Katalog
Früher bin ich gerne in teure Hotels. Da war mir der beste 5-Sterne-Schuppen gerade gut genug. Vor zwei Jahren haben wir entschieden, selbst zu planen. Mit der ganzen Familie und Freunden. Wir stellen uns selbst den Urlaub zusammen. Ein Fertigurlaub aus dem Katalog kommt nicht mehr in die Tüte. Wir gehen nicht campen, nein, wir mieten eine große Ferienwohnung oder Ferienhaus, teilen uns die Kosten und schneiden so günstiger pro Kopf ab. Und es ist familienfreundlicher.
Endlosbuffets und Cocktails
Wenn ich mir manche Hotels anschaue, was da für Essensmengen auf dem Buffet stehen, wird mir Angst und Bange. Wie sich die Pauschaltouristen am Buffett den Bauch voll hauen, nach dem Motto: „Der Urlaub muss sich lohnen“. Das ist nicht gesund. Es schmeckt nicht spektakulär.
Noch gefährlicher sind die „offenen“ Bars im Urlaub, finde ich. Ich rate nur zwei Worte in Google einzugeben: „Alkohol und Demenz“. Es besteht ein Zusammenhang zwischen intensiven Alkoholkonsum und Demenz. Die Krankheit kristallisiert sich erst mit zunehmendem Alter heraus.
Fakt ist, die Menschheit denkt zu wenig nach. Man steckt in einer Tretmühle fest und macht jeden Tag das Gleiche – selbst wenn es einem schadet.
mit einem eher bescheidenden Lebensstil lässt sich eine ganze Menge Geld sparen. Du hast gute Punkte genannt, u.a. benötigt man in einer Großstadt nur in seltenen Fällen ein Auto. Dauerhaft unter seinen Möglichkeit zu bleiben sorgt dafür, dass man langfristig ein Vermögen aufbaut.
In seiner freien Zeit sollte man jedoch auch Ausschau nach zusätzlichen (kleinen) Einkünften halten. Das können vielleicht 50, 100 oder 200 Euro (bzw. US-Dollar) pro Monat sein.
Die Kombination aus: "unter seinen Verhältnissen leben", investieren und "zusätzliche Einkommensquellen erschließen" sind eine bombensichere Methode auf den finanziellen Wohlstand zuzusteuern.
VG
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 10.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Wenn man sparsam lebt, dann kann man sich langfristig auch einen hohen Dividenden Einkommensstrom als Extra Rente aufbauen.
Klar denken die Menschen viel zu wenig nach - es wird uns mittlerweile so vieles abgenommen ... Wenn man erstmal Google eine Frage stellen und bekommt keine Suchergebnisse mehr, sondern eine gezielte Antwort, dann wird es richtig lustig werden für die Zukunft in ca. 20 Jahren.
Anmerkung von David
geschrieben 10.06.2013
Hi Tim,
der Artikel gefällt mir richtig gut. Denn er spricht neben bei an was viele beim langfristigen Investieren übersehen. Wer langfristig investiert sollte auch versuchen im hohen Alter gesund zu sein um sein aufgebautes Vermögen dann auch genießen zu können.
Also weiterhin gute Investitionen aber vorallem Gesundheit :-)
Anmerkung von Stefan
geschrieben 10.06.2013
@ Tim:
Man kann für 2,50 $ vom Flughafen nach Manhattan fahren?
Als ich vor ein paar Jahren in New York war nahmen wir auch ein Taxi vom JFK nach Manhattan. Könnten auch so um die 70-80 $ gewesen sein...
Mit welchen öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man denn nach Manhattan? U-Bahn fährt da doch keine, oder? Dachte, dass die Taxen da ein Monopol haben...
Kochst du dir wirklich jeden Tag selbst? Wir versuchen das auch. Finde es im Alltag aber teilweise schon recht schwer das zeitlich alles hinzukriegen...würde ich in New York leben, würde ich ,denke ich, öfter das Food-Angebot auf der Strasse wahrnehmen. Zumal als Single. Für eine Person kochen lohnt sich irgendwie nicht richtig.
Ansonsten wieder mal ein sehr interessanter Artikel. Auch abseits der Börse mal was zu nachdenken...
Anmerkung von Gast
geschrieben 10.06.2013
seien wir doch mal ehrlich : Wir Börsianer profitieren vom Lebensstil der Mehrheit.
Wenn die Leute weiter rauchen, saufen, Auto fahren,übermässig essen und Geld für nutzloses Zeugs ausgeben, dann klingelt es in den Kassen unserer Unternehmen, an denen wir über Aktien beteiligt sind.
Auf der einen Seite wollen wir alle Sparer und "Gutmenschen" sein, auf der anderen Seite profitieren wir als Börsianer aber genau vom Gegenteil.
Ich schüttel jedenfalls nicht den Kopf über Freunde in meinem Umfeld, die Nespresso Kapseln statt Filter Kaffe trinken und nebenher eine Zigarette rauchen, und zum Abschluss ein Bier oder Whisky trinken. Ich freue mich darüber, wenn sie sich toll und Hipp fühlen, mehr dafür bezahlen, und meine Unternehmen Geld verdienen.
Anmerkung von Tim
geschrieben 10.06.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Lars
Alle 4 oder 8 Wochen stocke ich meine Aktienpositionen auf. Immer wenn etwas Geld in meiner Kasse übrig ist. Es ist ein stetiges Sparen.
@Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
Stimmt. Google wird vermutlich in 20 Jahren anders funktionieren als heute.
@David
Buffett gab zu, sein Arzt riet ihm: Entweder Ernährung umstellen oder Sport machen. "Wenn Du so weiter machst, wird es früh(er) enden", soll der Doc dem Investor gesagt haben. Buffett entschied sich für den Sport.
Ich denke, alles in Maßen ist ok. Jeder sollte sich Gedanken machen über den eigenen Alltag: Rauchen, Trinken, Ernährung, Sport usw.
@ Stefan
Ja das geht für ein paar Dollar. Es gibt 3 Flughäfen in NYC. Bei jedem ist es anders. Aber grundsätzlich nimmst du von Manhattan die U-Bahn, steigst dann in den ÖPNV-Bus um (das gilt als kostenloser Transfer).
@Gast
Das stimmt. Da steckt zum Teil ein Widerspruch drin.
Es gibt ja "Gutfirmen" wie die Öko-Kette Whole Foods, die gesunde Fastfoodkette Chipotle Mexican Grill.
Firmen denken um. Wenn Du der Pepsi-Chefin Indra Nooyi zuhörst, dann redet sie unentwegt von gesünderen Produkten. Weniger Salz, weniger Zucker... pepsi kauft gesunde Konkurrenten wie coconut water, Humus-Anbieter Sabra.
Warren Buffett hat das Problem des guten Zwecks für die Gesellschaft in einem Brief an die Herausgebergin Katharine Graham 1973 gut beschrieben. Damals stieg er bei dem Zeitungshaus ein und war so froh über die Sinnhaftigkeit, den Nutzen der Zeitung: Hier ist Buffetts Brief.
Anmerkung von Markus
geschrieben 11.06.2013
Zitat: "Auf der einen Seite wollen wir alle Sparer und "Gutmenschen" sein, auf der anderen Seite profitieren wir als Börsianer aber genau vom Gegenteil."
Genau darüber habe ich mir auch vor kurzem Gedanken gemacht...
Ernährung ist auch ein riesiges komplexes Thema, wo alte Gesetzmäßigkeiten plötzlich nach neuen Forschungsergebnissen falsch sind.
Bio ist nicht unbedingt billig, aber wenn man die Mengen sieht, die manche futtern, dann sollte es billiger sein, wenn man moderat bio ist. ;-) Außerdem ist es fast gesichert, dass weniger essen das Leben verlängert. Da kann man dann länger vom Zinseszins profitieren. ;-)
Meine Nestlè könnten in Hinsicht auf Gesundheit noch einiges machen...
Ob Milch jetzt zu verteufeln ist, oder man Enzyme und Gerstengrassaft in den Himmel loben muss... Keine Ahnung.
Künstliche Vitamine, Zusatzstoffe, Mineralöle, Arsen, Geschmacksvertärker, Pestizide und Hormone sollten eigentlich nichts in Lebensmitteln zu suchen haben...
Ich habe mir eine reduzierte Blue Jeans gekauft. Das Ding hat weniger als zehn Dollar gekostet. Eine Levi Strauss. Ich trage die, bis sie auseinander fällt. Die Putzfrau habe ich schon zum zweiten Mal rausgeschmissen. Dieses Mal hat sie das Spülbecken in der Küche zerkratzt. Immer ein neues Problem mit den Putzfrauen. Es ist natürlich ferner eine Frage des Geldes.
Je mehr ich spare, desto stärker fühle ich mich. Stärker für die Zukunft, stärker für die Rente.
Ich trete auf die Kostenbremse. Sparsame Menschen haben die Gabe, besser in die Zukunft schauen zu können. Sie können erkennen, dass 100 Dollar heute gespart in der Zukunft 200 Dollar wert sind. Noch besser: Die 100 Dollar können zehn Dollar Zinsen pro Jahr abwerfen, ein passives Einkommen schaffen.
Wenn Menschen dazu neigen, ständig neues Zeug zu kaufen (unnötiger Kram), haben deren Instinkte die Oberhand gewonnen. Warum manche Menschen im Konsumrausch leben, dazu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Es wird vermutet, den Lebemenschen mangelt es an Vorstellungskraft für die Zukunft.
Derweil stapelt sich die Wäsche bei mir auf dem Boden. Eine Haushaltshilfe zu haben ist schon etwas elegantes. Aber die Kohle und die Kratzer...
Ich bin ein riesiger Fan von weniger Zeug im Haushalt geworden. Weg mit dem ganzen Mist. Je weniger Kram ich habe, desto besser geht es mir. Diesen Trend kann man unter „Simplify your Life“ zusammenfassen. Zu dem Thema gibt es wunderschöne Blogs. Wie dieser von Tina Su. Sie rät übrigens, bevor wir etwas kaufen, erst inne zu halten, nachzudenken, den Kauf aufzuschieben, die Gedanken zu sortieren.
Die Studie mit den Marshmallows und den Kindern ist Ihnen sicherlich bekannt. Es illustriert, ob Kinder abwarten können, um ein zusätzliches Marshmallow in ein paar Minuten zu bekommen oder es gleich essen und damit auf eine spätere Belohnung verzichten. Hier das Video:
Anmerkung von Anja Aufderheide
geschrieben 08.06.2013
Hallo Tim,
wir führen aktuell hier bei uns im Haus die Diskussion ob ein vierter LCD-Fernseher denn unbedingt sein muss.....es ist verrückt.
Wenn es nach mir ginge, würde nur ein Gerät im Haus stehen....leider hört hier aber niemand auf mich -)
Dein Eintrag vom 05.06.2013 war übrigens Klasse.
Lg Anja
Anmerkung von Tim B.
geschrieben 08.06.2013
Hi Tim,
Jetzt kannst du deine Nespresso Maschine ja wieder in Betrieb nehmen, wenn du dir das Geld für die Putzfrau sparst. ;-)
Toller Blog. Ich lese ihn regelmäßig und gerne, aber mit der Kaffeemaschinen hast du es meiner Meinung nach etwas übertrieben!
Ich denke eine Kaffee für 60 Cent wird deinen Weg zur finanziellen Freiheit nicht nachhaltig verzögern. Sofern du keine Kaffeejunkie bist.
Natürlich ist Nespresso teurer als Filterkaffee aber das dürfte denke ich jedem klar sein. Er schmeckt auch besser und ist schneller gemacht.
Da würde ich mir schon eher überlegen zukünftig wieder selbst zum Schrubber zu greifen und alles sollte man sich auch nicht "verklemmen"
Viel Spaß dir und mach weiter so,
PS: Wenn keiner mehr Nespresso kauft wie sollen dann unsere Aktien steigen?!
Anmerkung von Turing
geschrieben 08.06.2013
Ich bin auch nicht gerade ein Fan von zu viel Technik. Gerade mit elektrischen Küchengeräten stehe ich auf dem Kriegsfuß. Ich frage mich: Brauche ich das Gerät wirklich und so häufig, dass es mir das Leben tatsächlich erleichtert. Eine Kaffeemaschine habe ich nicht. Ich trinke morgens zwei Tassen Kaffee und dazu reicht mir die berühmte Caffettiera von Bialetti. Der Kaffee schmeckt vorzüglich!
Nespresso wäre mir zu teuer und zu globig! .Jeder Vollautomat wäre mir zu globig, weil ich eine kleine Küche habe. Und dann muss man die Teile auch noch kompliziert reinigen. Wir haben in der Firma einen Kaffeevollautomaten mit Mühle und daher weiß ich, wie mühsam die Reinigung ist. Das Mahlwerk wird nur ungern rausgeholt, mit der Folge, dass sich eine Kaffeekruste bildet, auf der der Schimmel sprießt. Das wird mir mit meiner Caffettiera nicht passieren.
Ich trinke natürlich auch gerne Espresso, aber was man häufig als Espresso aufgetischt bekommt, ist einfach ungenießbar. Ich weiß, wo ich einen gescheiten Espresso trinken kann und dann bezahle ich auch gerne die zwei bis drei Euro dafür.
Als Fernseher nutze ich ein kleines Gerät aus dem Jahre 1994. Smartphone habe ich nicht, Auto auch nicht, Kabelfernsehen auch nicht. Meine Musikanlage ist auch von 1994. Ich habe auch keine Geschirrspülmaschine, weil man in einem Ein-Personen-Haushalt keine benötigt. Ich denke mir auch: Was ich nicht habe, kann auch nicht kaputtgehen.
Anmerkung von Tom
geschrieben 08.06.2013
Hallo,
Es ist halt so, dass wir heute einfach sehr "verwöhnt" sind.
Vieles läuft per Knopfdruck. Dienstleistungen kann man einfach bestellen.
Kaffee ist das beste Beispiel. Im Büro ist Kaffee trinken so was von Programm. Bei uns kostet der Kaffe und hatte vor einem Jahr ca.6 Kaffee am Tag getrunken..Stolze Summe von 4Euro pro Tag!!! Für Verbraucher geht hier mit der Zeit viel Geld verloren..
Einfaches, langweiliges Geschäft welches sehr viel Geld einbringt. Der Mensch kann es sich schwer vorstellen.. Rechnen Sie die Zahlen hoch auf 10 oder mehr Jahre...
@Tim: Während des Unwetters in NewYork, was war Dir damals wichtig fürs Überleben?
Anmerkung von Felix
geschrieben 08.06.2013
Sparen, schön und gut.
Aber jeden Cent umdrehen, um im Alter, von dem keiner weiß, ob und ggf. in welchen Zustand er es erlebt, auf einem Berg Geld zu sitzen, halte ich für keine sinnvolle Lebensphilosophie.
Das Leben findet (auch) jetzt statt, in Zukunft möglicherweise auch. Aber nur mit Blick auf die Zukunft im Jetzt zu leben, erscheint mir ein Mangel an Lebensfreunde und ein Übermaß an Zukunftsangst.
Was ist, wenn der "Geldberg" dann in 30 Jahren durch eine Währungsreform, durch Krieg oder was weiß ich auf null gesetzt wird?
Beispielsweise würde ich nicht auf ein Auto verzichten wollen; das ist für mich auch ein Stück Freiheit. Auf der anderen Seite, dass ein Haushalt dann drei oder vier Autos hat, halte ich auch für extrem.
Das Maß der Mitte, das wussten schon die alten Philosophen, gehört zu den Kardinaltugenden.
Anmerkung von D.K.
geschrieben 08.06.2013
Da stimme ich Felix 100% zu.
Klar, sollte man an die Zukunft denken, aber ab und zu sich mal auch etwas gönnen. Ein schickes Essen im Sterne-Restaurant, ein netten Urlaub oder was auch immer. Natürlich alles im Rahmen des Budgets.
Man kann all diese Dinge haben und gleichzeitig sich z.B. kontinuierlich mit Aktien für die Zukunft eindecken.
Was bei mir funktioniert, kann doch auch bei jedem anderen funktionieren, wenn er will!
@Tim:
Ich habe nie im Leben über eine Putzfrau gedacht. So viel Zeit zum Putzen wird doch gar nicht von dir verlangt, oder irre ich mich da und du hast 300m^2 Anwesen? Das ist doch wieder Luxus, den du in deinen Texten versuchst zu bekämpfen. MMn ein Widerspruch in sich oder verstehe ich dich falsch?
Danke und schönes Wochenende.
Anmerkung von Tim
geschrieben 08.06.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Anja
Was, ein vierter Fernseher? Wow.
@ Tim B.
Ach so oft kam die Putzfrau gar nicht. Nur alle 2 Wochen. War eigene Faulheit.
@Tom
Wichtig ist im Grunde nicht viel: Erstens die eigene Sicherheit. Zweitens hat jeder gerne Wasser und Strom. Danach vermisse ich wohl den Computer, das Handy...
@D.K.
Es sind nur ca. 62-63 qm. In NYC ist jeder qm extra reinster Luxus.
Anmerkung von Satire
geschrieben 08.06.2013
Einen vierten Fernsehr halte ich schlicht für notwendig, schließlich soll sich das vierte Auto doch nicht gegenüber den anderen dreien zurückgesetzt fühlen. ;-)
Anmerkung von Frank
geschrieben 09.06.2013
Meinen Kindern versuche ich beizubringen daß man vieles nicht braucht.
Ich gebe ihnen auf das Geld daß sie mir geben und nicht ausgeben jährlich 10% Zinsen.Bei dem Taschengeld,Geburtstagsgeld,Konfirmationsgeld... kommt da ganz schön was zusammen.
Sie erhalten einen jährlichen "Kontoauszug" in dem die angesparte Summe und die Zinsen aufgeschlüsselt werden.Die Gesamtsumme wird am 18. Geburtstag ausgezahlt. So lernen sie die Welt des Geldes von klein auf kennen und wissen daß kurzfristiger Verzicht zu langfristigem Vermögen führen kann.
Meie Tochter ist jetzt 15 und kann kaum glauben daß schon jetzt soviel Geld auf ihrem "Konto" ist um sich den Führerschein leisten zu können.
Frank
Anmerkung von Oli
geschrieben 09.06.2013 Website www.haas.tv
Hallo Tim,
habe vor zwei Jahren in NYC studiert. Darf ich fragen wo du wohnst und wie viel das Apartment kostet?
Anmerkung von Tim
geschrieben 10.06.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Frank
Das ist eine gute Strategie, sehr hilfreich fürs Leben.
@ Oli
Ich wohne im Finanzviertel. In Manhattan kosten kleine Mietwohnungen (in einem ordentlichen Zustand) zwischen 2.500 und 3.000 Dollar Kaltmiete im Monat. Ich weiß, das ist sehr viel Geld. Eine Großstadt wie NYC bietet gleichzeitig viele Vorzüge: U-Bahn, Kultur, Events, Jobs, Unis...Du weisst das ja aus eigener Erfahrung
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 10.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
@Tim: Über eine Putzfrau habe ich mir auch Gedanken gemacht, werde aber keine beschäftigen und das Geld sparen.
Ich habe mir aber persönlich letztes Wochenende ein neues Fahrrad geleistet. Man muss sich auch mal was gönnen!
Persönlich habe ich eine kleine Lavazza Maschine. Gab es bei Saturn im Angebot für 39 EUR. Diesen kleinen Luxus gönne ich mir und meine Finanzielle Freiheit werde ich trotzdem erreichen.
Ich habe die Nespresso-Kaffeemaschine stillgelegt. Kürzlich hatte ich eine Kaffeekapsel mit Macadamia-Nuss ausprobiert. Igitt! Das Ding hat so abscheulich geschmeckt, dass ich den Kaffee in die Spüle schütten musste. Ich hatte so einen Chemiegeschmack auf der Zunge. Ich habe seither das Gefühl, dass Nestle in diese Kapseln Lebensmittelfarbe, Geschmacksstoffe und Geruchsstoffe hineinpumpt.
Das brauche ich nicht. Ich trinke lieber stinknormalen Kaffee. Ich benutze jetzt eine schlichte Braun-Kaffeemaschine (Foto).
Ich nahm das Chemieerlebnis zum Anlass, die Kosten zu vergleichen. Eine Tasse normaler Brühkaffee kostet mich 3 bis 5 Cent. Eine Nespresso-Kapsel kostet 60 Cent. Das ist zehn Mal so viel. So ein Unfug.
Irgendwie kommt man als Konsument schnell in solche Tretmühlen hinein und wirft Geld für unnatürliches Zeug raus, ohne es zu merken. Ich habe das Gefühl, dass Nestle mit der chemischen Keule arbeitet, um eine Abhängigkeit zu erzeugen (Geruch, Geschmack, farbliches Erscheinungsbild). Es ist wie ein Kult, eben ein Club. Ich komme mir jedenfalls vor wie in einem Chemielabor.
Übrigens können wir von Milliardären lernen, gesund und sparsam zu leben. Die Superreichen führen oftmals ein einfaches Leben. Hedgefondsguru David Einhorn wohnt außerhalb Manhattans. Einhorn pendelt mit dem Bummelzug zur Arbeit. Er fährt einen einfachen Honda Odyssey Minivan, in den seine Familie (Frau mit drei Kids) hinein passt.
Einhorn hat selbst eine spannende Kalkulation aufgestellt, was eine Tasse Kaffee im Vergleich kostet (Pads versus Brühkaffee). Siehe in dieser Präsentation auf Seite 26 im PDF.
Aus meinem New Yorker Bekanntenkreis habe ich gehört, Investor Carl Icahn liebt angeblich sehr günstiges Möbel.
Angenommen Sie trinken mit Ihrer Familie am Tag acht Tassen Kaffee. Sie haben die Nespresso-Maschine. Dann macht das 1.752 Dollar pro Jahr (8 Tassen x 0,60$ x 365 Tage = 1.752$). In einem Leben kommt da schnell ein Vermögen zusammen. Ganz zu schweigen von der Umweltverschmutzung, all der Verpackungsmüll aus Aluminium und Kartonzeug.
Anmerkung von Martin
geschrieben 07.06.2013
Genau besser Nestle Aktien als Nespresso Kapseln kaufen :-)
Die Kaffeepreise sind ja an sich sehr niedrig momentan. Der Unterschied zwischen Robusta und Arabica ist auch nicht mehr so hoch. Vielleicht wäre das was für einen Hedgefond. Ich benutze eine Frenchpress, was von den einfachen Methoden für mich den besten Geschmack erzeugt. Als ich mal bei Aldi ein Packet Pads in der Hand hatte, um zu lesen was da so drin ist, wurde ich von einem älteren Herrn angesprochen: Der Preis per kg wäre zu hoch. Das sehe ich genau so.
Selbst habe ich noch eine Dulce Gusto und benutze die auch ab und zu, wenn ich nur eine Tasse Kaffee brauche. Die Kapseln kaufe ich im Angebot zu 21,3 Cent das Stück.
Anmerkung von Frank
geschrieben 07.06.2013
Hallo,
ich trinke seit 25 Jahren den normalen Filterkaffee und bin mirbeim Bummeln durch die Stadt schon fast rückständig vorgekommen.
Eine Starbucks Aktie lass ich mir eingehen, ein Kaffee von da niemals.
Hab irgendwo gelesen dass der Filterkaffee jetzt total angesagt in den besten Clubs von New York ist.
Schau dich mal um Tim ;-)
Da musste ich dann schon in mich reingrinsen.
Frank
Anmerkung von Sams
geschrieben 07.06.2013
Da gibt es auch noch so kleine elektrische Mühlen, sind gar nicht so teuer.
Die gerösteten Bohnen zu mahlen ist in etwa ein Zeitaufwand von 45 sek. Die ganzen Bohnen sind teilweise fertig geröstet schon günstiger zu bekommen als das Kaffepulver. Ich finde bei Lebensmitteln sowieso je weniger industrieelle Schritte nötig sind desto besser ist das als Konsument für mich. Als Aktionär find ich natürlich jedes Unternehmen gut das Tonnen von geschälten Kartoffeln im Glas für 2.99 Euro je 200 Gr. unters Volk bringt, oder ähnliche Scherze, teilweise denkt man sich ja na gut dann kauf ich halt das Speisesalz, Ja z.B. Dreck und etwas Wasser hab ich noch im Garten, falls im Winter das Steusalz mal etwas teuerer wird.
Mfg find ich ganz praktisch den Filtercafe, bis der durch ist habe ich meine Frühstücksbrote geschmiert.
Anmerkung von Tim
geschrieben 08.06.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Martin
@ Frank
@ Sams
Danke für Eure guten Kommentare.
Ich verfolge die Strategie "simplifying your life". Es gibt so viele tolle Blogs zu dem Thema. Wir sammeln doch alle unnötiges Zeug, kaufen Kram, den man gar nicht braucht.
Je weniger Zeug ich habe, desto wohler fühle ich mich.
Anmerkung von Turing
geschrieben 08.06.2013
Was Kaffee angeht, kann man von den Italienern lernen. Die sagen nicht, dass Arabica die bessere Kaffeesorte per se ist. Speziell für die Caffettiera gibt es von Lavazza eine besondere Mischung aus Arabica und Robusta. Ich habe sie vor einigen Wochen ausprobiert und es war mit Abstand einer der besten Kaffees.
Übrigens:
Bialetti, Lavazza, Illy, Segafredo... alles sind Aktiengesellschaften, deren Aktien nicht gehandelt werden. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass sich diese Unternehmen aufgrund ihrer Qualität und Marktmacht im Kaffeesektor (Lavazza betreibt auch schon Cafés an Autobahnraststätten; Segafredo betreibt auch Cafés.)
Anmerkung von peter
geschrieben 09.06.2013
Ich schwöre auf Espresso.
Habe eine espresso Maschine geschenkt bekommen. Ich male den Kaffee selbst und zahle für das Kilo (ganze Bohne) Kaffee nicht mehr als 15 € (das ist meine oberere Grenze). Das wichtige ist das man ein vernünftige Kaffeemühle besitzt und diese bekommt man nicht unter 200 €.
Anmerkung von Oli
geschrieben 09.06.2013 Website www.haas.tv
Haha, wie gut das ich keinen Kaffee trinke :)
Anmerkung von stevoxx
geschrieben 09.06.2013
Das stimmt. Hinter Nespresso steht sehr gutes Marketing und ein sehr interessantes Geschäftsmodell. Das wars mit dem mündigen Konsumenten...... Der Homo Oeconomicus lässt grüssen....
Ein lesenswertes Buch gibt es von Martin Lindstrom: Brandwashed. Was du kaufst, bestimmen die anderen.
Anmerkung von finanziell umdenken
geschrieben 10.06.2013 Website finanziell-umdenken.blogspot.de/
Es gibt sie also doch noch, die normalen Kaffee-Trinker. Ich hatte auch schon erlebt, dass ich schief angeschaut wurde, lediglich einen normalen Filter-Kaffee trinken zu wollen.
Starbucks ist ein Laden, in dem ich nicht reingehen würde. Bin aber dennoch fasziniert wie viele Leute dort ein- und ausgehen.
Mir sagt das, man sollte auf der Suche nach profitablen Geschäftsideen nicht von sich auf andere schließen. ;-)
VG
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 10.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Nespresso hat wirklich ein tolles Marketing. Habe mir aber privat eine AEG Maschine mit Lavazza Kapseln gekauft ;-)
Anmerkung von Larry
geschrieben 10.06.2013
Kaffee scheint ein ähnlich brisantes Thema zu sein wie Fußball. ;-)
Also ich mag meine Nespresso sehr! Ich bin kein Kaffeevieltrinker, aber am WE mal zwei, drei Tassen oder wenn mal Besuch kommt dafür ist das optimal, man hat auch viele Geschmacks und Intensitätsvarianten und nicht so ein einheitsbrau. Außerdem ist die Maschine sehr pflegeleicht, nimmt kaum Platz weg und der Kaffee schmeckt sogar mir sehr gut. Bei Filterkaffee hingegen kräuseln sich mir die Zehnägel auf. Auch die Pads hab ich mal probiert. Alles nichts für mich. Für Vieltrinker ist das natürlich nichts, da viel zu teuer... aber ich geb im Jahr keine 100€ für Kapseln aus.
Die Macadamia und Haselnuss Varianten finde ich übrigens recht lecker. Da diese nur für einen bestimmten Zeitraum angeboten werden, werden diese Kapseln bei eBay übrigens schon für das 3-4fache gehandelt... ;-)
Seit mehr als einhundert Jahren läuft die US-Börse von einem Hoch zum nächsten. Skeptiker meinen, dieser Superboom muss irgendwann enden. Dieser Börsenaufschwung sei ungesund, warnen sie. Ich glaube, die Börse ist fundamental fair bewertet. Die USA ist die beste Marktwirtschaft, die es weltweit gibt (wohlgemerkt hat sie Schwachpunkte).
Bislang hat die Demokratie und Wirtschaft über dem großen Teich funktioniert. Ob Weltkriege, Große Depressionen oder Katastrophen, all das übersteht diese Nation. Sie geht anschließend gestählt aus den Krisen hervor. Kennen Sie neben den USA eine Industrienation deren Bevölkerung wächst?
Wer sein Geld an die Börse trägt, sollte wissen: Die Zeit heilt Wunden. Das sollten Sie stets beachten. Perfekt eine Aktie auf einem Tief zu kaufen – das bekommt natürlich keiner hin. Selbst die Gurus schaffen das nicht. Aktien fallen immer mal wieder zurück. Es liegt an der natürlichen Volatilität, an den Schwankungen.
Sie wissen es aus eigener Erfahrung. Es ist wie verflixt. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Sie kaufen einen großartigen Standardwert für 60 Euro. Schnell nach Ihrem Einstieg saust die Aktie auf 50, dann auf 42 Euro. Sie sind verärgert. Sie denken, Sie haben einen Fehler gemacht. Mitnichten. Das konnten Sie ja nicht wissen. Manch einer verliert die Nerven und verkauft mit einem saftigen Verlust seine Position. Anschließend marschiert die Aktie auf neue Rekordhöhen. So ist die Börse. Wer Qualität kauft, dem hilft die Zeit.
Ich finde haufenweise Aktien an der Wall Street, wenn Sie dort im Jahr 1980 mit 5.000 Euro rein wären, hätten Sie heute 125.000 Euro inklusive der Dividenden damit verdient. Exxon Mobil ist so ein Beispiel. Je früher Sie bei Exxon eingestiegen wären, desto mehr Geld hätten Sie verdient.
Gleichwohl gibt es ein Problem bei der Auswahl einzelner Aktien: Es kann sich Fallobst darunter befinden. Kodak, WorldCom, Enron und so weiter sind Beispiele für gescheiterte Konzerne.
Viele Profis raten daher, auf einen Indexfonds oder ETF zu setzen. Die Kosten sind niedrig, die Chancen gut, die Risiken minimal wegen der Streuung. Geduld ist aber wichtig.
Sogar der Gründer eines bekannten Discountbrokers rät, Indexfonds zu kaufen: Er heißt Charles Schwab. Das ist schon eine große Überraschung. Eigentlich müsste sich der 75-jährige Geschäftsmann für das Trading aussprechen. Der Milliardär hat aber seine privaten Ersparnisse in Indexfonds geparkt.
Indexprodukte haben eine große Zukunft. Bald wird fast jeder Privathaushalt mindestens ein Indexprodukt besitzen. So wie Strom, Kühlschränke, Autos und Computer. Davon sind jedenfalls Experten felsenfest überzeugt.
Mit diesen Index-Dingern hat die Finanzindustrie etwas Revolutionäres geschaffen, das sinnvoll zum langfristigen Sparen ist. Die Kosten sind eben verdammt niedrig.
In den USA ist der Vanguard 500 Index Admiral extrem günstig, er bildet den S&P 500 nach. Wer 10.000 Dollar hier investiert, zahlt nur eine jährliche Gebühr von 5 Dollar. Anders ausgedrückt beträgt die Kostenquote 0,05 Prozent (Expense Ratio).
Achtung: Bevor Sie einen ETF oder Indexfonds kaufen, müssen Sie sich grundsätzlich umfassend informieren. Passen Sie gut auf. Es gibt unter den Produkten etliche Kostenfresser, die niemand braucht.
Und noch was: Wer an der Börse investiert, braucht Zeit, viel Zeit. Je mehr Geduld Sie haben, desto besser.
Anmerkung von Martin
geschrieben 07.06.2013
Die steuerlich transparenten ETFs sind teuerer. Wir werden leider mit einer Strafsteuer belegt, wenn wir die besten(günstigsten) ETFs kaufen.
IE und DE ISIN sind ein Indiz für steuerliche Transparenz.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 10.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Ich hatte 2008/2009 in einige ETFs investiert, habe aber seit ca. 2,5 Jahren komplett direkt in Dividenden Aktien investiert. Persönlich werde ich nur noch in Dividenden Aristokraten direkt investieren.
Anmerkung von Andreas
geschrieben 11.06.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Indexfonds sind eine tolle Sache - geringe Gebühren bei breiter Streuung und wenig Kapitaleinsatz. Komisch irgendwie, dass da noch keiner Früher darauf gekommen ist.
In Acht nehmen sollte sich der Kleinanleger allerdings vor SWAP-Basierten Indexfonds, da diese die Wertpapiere des Index nicht wirklich kaufen, sondern die Performance des Index nur mit Swaps Nachvollziehen. Sollte der Counterpart in Bedrängnis kommen, geht man mit SWAP-basierten ein Risiko ein, das man nicht eingehen müsste.
Ich setze deshal nur auf voll replizierende Fonds, die die Wertpapiere tatsächlich halten - sind meist etwas teurer, dafür aber auch sicherer.
Welcher Typ sind Sie? Arm, Konsument, Zocker, Langfristanleger?
New York, Mittwoch, 5. Juni 2013
Oje. Es wackelt. Der Dow-Jones-Index fiel am Mittwoch unter die symbolisch wichtige Marke von 15.000 Punkten. Zum ersten Mal seit dem 6. Mai sind wir nun unter die Hürde gerutscht. Mir ist das eigentlich Wurst egal. Der Markt lief phantastisch nach oben, vier Jahre lang. Volatilität ist etwas ganz Normales. Ein Crash ist gesund. Wenn die Kurse jetzt um 15 bis 20 Prozent sinken sollten, kaufe ich nach.
An der Börse hat sich keine Blase gebildet. Die Menschen horten enorme Cashbestände auf dem Girokonto. Unglaubliche Summen stecken in Staatsanleihen, in Sparbüchern. Praktisch unverzinst. Die Masse der Menschen ist nicht zurück an der Börse. An dem unglaublichen Börsenboom seit Anfang 2009 haben nur ein paar wenige Anleger mitverdient.
Die Masse der Menschen teile ich in vier Segmente ein.
1. Der Arme
Erstens gibt es Menschen, die sind so arm, dass sie nicht mal im Ansatz ein schlichtes Leben führen können.
2. Der typische Konsument
Zweitens gibt es die typischen Konsumenten. Sie haben einen vernünftigen Job, sind aber nicht in der Lage ihr Geld zusammenzuhalten. Sie geben mehr aus, als sie einnehmen. Sie kaufen ständig neues Zeug: schicke Handys, Autos, Urlaube, Computer, Küche, Kleidung, Spiele, Kunst, Wohnraum. Wenn Sie in deren Schränke und in deren Keller schauen, sehen Sie ein Haufen Zeug, Krimskrams ohne Ende. Gerne nehmen diese typischen Konsumenten Kredite in Anspruch und merken gar nicht, was für eine zusätzliche Zinslast sie eingehen. Das Auto, der Urlaub, die Möbel, all das wird auf Pump gekauft. Die Wohnräume sind tendenziell zu groß. Diese Menschen leben von der Hand in den Mund. Sie haben ständig Ausreden, warum sie diesen Monat nicht sparen können (Reparatur, Hypothek, Kindergeburtstag, Urlaub...). Irgendwann muss man mit dem Sparen anfangen, der Lebemann schafft es nicht. Er wendet sehr viel Geld für Kreditzinsen aller Art auf.
3. Der Sparer und Kurzfristbörsianer
Drittens gibt es jene, die schaffen es, am Monatsende ein wenig Geld zurückzulegen. Sie leben sparsam, verzichten nach Möglichkeit auf Schulden. Diese Sparer legen ihr Geld unterschiedlich an. Die einen lieben Versicherungen, Bausparverträge, Mischfonds, Festgelder. Sie haben erstaunliche Summen angespart, sind engagiert, möchten jeden Monat etwas zurücklegen. Die anderen lieben die Börse. Die Börsenfans haben aber wiederum mehrheitlich ein Problem: Sie können das Auf und Ab der Kurse emotional nicht ertragen. Ständig springen sie rein und raus. Der Spieler kauft spekulative Aktien, am liebsten solche Papiere, die optisch niedrig notieren (2, 3, 4 Euro). Sie ordern für recht viel Geld hochriskante Papiere. Selten gehen solche Wetten auf. Trotzdem machen sie es. Der ungeduldige Börsianer bekommt bei einem Crash einen Nervenzusammenbruch, sucht das Weite. Die wenigsten Börsenfans nehmen sich die Zeit, um für drei Jahrzehnte ihr Geld konservativ anzulegen. Sie lesen wenig. Sie ordern schon mal bei ihrem Discountbroker ein Aktienpaket, wenn ihnen der Nachbar über den Gartenzaun einen Tipp zuruft. An der Börse verdienen die Nervösen und die Zocker wenig Geld.
4. Der Langfristanleger
Viertens gibt es den Langfristanleger. Der ist ein vom Aussterben bedrohtes Lebewesen. Auf dem Börsenparkett ist der „Buy-and-Hold“-Anhänger fast unsichtbar. Er weiß, dass die Kurse springen. Ihm ist die Volatilität egal. Er ist entspannt. Er kriegt keine Angst. Er legt sein Geld für extrem lange Zeiträume an, für Jahrzehnte. Er freut sich über Nachkaufchancen, wenn die Meute Panik kriegt. Der Geduldige weiß, seine Chancen zu nutzen. Er kann Emotionen und Fakten trennen. Er meidet hohe Risiken. In seltenen Fällen geht er höhere Risiken ein, dann handelt es sich jedoch um überschaubare Summen. Wenn es um Risiken geht, ist der Langfristanleger grundsätzlich sehr konservativ. Er kassiert liebend gerne seine Dividenden. Er liest viel, ist informiert. Bevor er eine Aktie kauft, informiert er sich intensiv. Trotzdem passieren ihm manchmal verdammte Fehler. Er ist sparsam. Luxusgüter machen ihn nicht glücklich. Im langen Schnitt erzielt der geduldige Börsianer die höchste Rendite.
Das Foto oben machte ich vorige Woche auf dem New Yorker Börsenparkett. Es wird dort immer ruhiger, der Computerhandel hat die Market Maker (die Person in der Mitte vor dem Bildschirm) fast überflüssig gemacht.
Anmerkung von Gast
geschrieben 06.06.2013
sehr schöne Zusammenfassung Tim !
Ich lese deinen Blog immer mit großen Interesse und großen Vergnügen. Er unterscheidet sich wohltuend von dem üblichen Börsen - Geschnattere in Funk und Fernsehen, die einen nicht wirklich weiterbringen.
Anmerkung von Susi Sorglos
geschrieben 06.06.2013
Ich bin eindeutig Typ 4. Du hast einen tollen Blog, Tim.
Anmerkung von Jan
geschrieben 07.06.2013 Website www.smart-reich-werden.de
Eine sehr schöne Zusammenstellung, ich würde mich gerne zu Typ 4 zählen. Ich habe jedoch bis jetzt noch keine richtige Krise mitgemacht. 2008 bin ich durch Glück ganz gut rausgekommen, da ich zu einem großen Teil Anleihen hatte die ich entweder einfach halten konnte oder nach Kursanstiegen verkauft habe. Was aber passiert wenn es an der Börse mal 50% oder mehr runtergeht habe ich noch nicht am eigenen Körper testen können.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 09.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Auf jeden Fall der Langfristanleger!
Anmerkung von Andreas
geschrieben 11.06.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Typ 4 - Langfristanleger
Wobei ich immer noch am lernen bin Fakten und Emotionen stärker zu trennen :-)
Auf Youtube habe ich zwei frisch hochgeladene Videos mit Warren Buffett entdeckt. Ich warne Sie gleich vorab: Beide Streifen sind uralt. Das eine Gespräch mit dem berühmten Investor stammt aus dem Jahr 1999, das andere ist ein halbes Jahrhundert alt.
Was lernen wir aus den Botschaften des Gurus? Im Endeffekt sagt Buffett seit Jahrzehnten immer das gleiche. So simpel seine Botschaft klingen mag, sie hat einen wahren Kern.
So rät Buffett, auf unnötigen Konsum zu verzichten, ein „einfaches“ Leben zu führen, ausreichend vorzusorgen. Außerdem empfiehlt er, Idole zu haben, in eine gute Ausbildung zu investieren und auf Schulden ein Leben lang zu verzichten. Es sei ratsam, einen Job zu wählen, der einem verdammt viel Spass bereitet.
Buffett blickt optimistisch in die Zukunft.
Ich finde, heutzutage ändert sich vieles besorgniserregend schnell. Das flösst den Menschen Angst ein. Es ist eine unglaubliche Phase des Wandels im Gange. Was früher sicher schien, wird mittlerweile schnell über den Haufen geworfen. Die eigene Ausbildung, der Job, Finanzierungen, Wissen, Bildung, Regierungen. Umbrüche so weit das Auge reicht. Unsere Gesellschaft wandelt sich.
Aber Buffetts Aussagen haben trotzdem Bestand. Was er sagt, hat kein Verfallsdatum: Schulden sind Gift, die Ausbildung ist wichtig, wir sollen viel Spass an der Arbeit haben. Ich finde seine Botschaft passt in jede Zeit. Gerade in die Zeit der Umbrüche.
So sehr sich alles wandelt, es zahlt sich aus, ein Optimist zu bleiben. Wer Angst bekommt angesichts der Umbrüche, ein Pessimist wird, der nutzt seine Chancen nicht.
Schauen wir uns nur den Fortschritt an. Die Informationsexplosion der Gesellschaft, Afrika hungert weniger, es gibt rund um den Globus weniger Diktaturen, dafür mehr Demokratien. Es gibt mehr Vermögen auf der Welt, wir haben eine längere Lebenserwartung.
Alles wird also gut? Ja, fast alles. Ich kenne wenige Pessimisten, die erfolgreich sind.
Die Argumente der Pessimisten mögen intellektuell beeindruckend klingen, sie sind es aber bei genauer Betrachtung nicht. Diesen Zusammenhang beschreibt Börsenkenner Joshua Brown faszinierend in seinem Blog.
Ich finde, am besten ist es ein Daueroptimist zu sein. Extreme Ausmaße sollte der Optimismus erreichen, wenn alles um einen herum scheinbar in Schutt und Asche liegt, wenn die Pessimisten Oberwasser haben. Hinter den Wolken scheint nämlich die Sonne. Etwa 2009, als sich die Börse halbierte und einige Großbanken wie Lehman Brothers an ihrer eigenen Gier zugrunde gingen. Das war die ideale Zeit für Euphorie.
Es ist natürlich für Optimisten wichtig stets auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Realistische Ziele sollten das Fundament der Entscheidungen bilden. Visionen sind akzeptabel, aber keine irren Träume.
Korrekturen an der Börse, ja die wird es geben. Logisch. Die sind aber keine Katastrophe, sondern nur kleine Dellen in einer riesigen Dauerrallye. Crashs bieten Chancen, sie sind ein Geschenk und kein Desaster.
Die Börse marschiert im Schnitt um knapp zehn Prozent jährlich nach oben. Was macht es für einen Sinn da ein Pessimist zu sein? Die Wahrscheinlichkeiten arbeiten ständig gegen die Pessimisten.
Es lohnt sich einfach nicht, alles kritisch zu sehen. Wolkenkratzer werden nicht von Pessimisten gebaut, Weltkonzerne nicht von ihnen geführt.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 04.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
Mit der Dividendenstrategie muss man überhaupt nicht pessimistisch sein! Man freut sich total, dass sich Jahr für Jahr - wenn man in Dividend Growth Aktien investiert - die Dividendenzahlungen immer wieder angehoben werden. Immerhin ist das schon in USA und Kanda mit den monatlichen und quartalsweisen Dividendenzahlungen und Dividend Growth Werten 100% besser, als mit den DAX30 Werten.
Anmerkung von Turing
geschrieben 04.06.2013
Optimist zu sein, ist in Deutschland ein unerhörter Vorgang. Für mein Vater war "Optimist" sogar ein Schimpfwort. Wer nicht in den Chor der Klagen über die wachsende Schere zwischen arm und reich, ständigen Krieg, Hunger, wachsender Umweltverschmutzung und wachsender "sozialer Ungerechtigkeit" einstimmt, ist in Deutschland ein Exot. Dabei wächst die Armut nicht, kriegerische Auseinandersetzungen werden auch immer weniger, der Umwelt geht es von Jahr zu besser und "soziale Ungerechtigkeit" ist ohnehin Definitionssache.
Ich bin vor Jahren mal auf die Bücher und Zeitungsartikel der Journalisten Maxeiner und Miersch gestoßen. Das sind echte Optimisten, die schlechte Erfahrungen mit dem Pessismus in dieser Gesellschaft gemacht haben (kaum einer wollte mehr ihre Artikel lesen, die plötzlich keine Schreckensnachrichten mehr enthielten). Als Investor sollte man auch bevorzugt die Artikel von Leuten wie Maxeiner und Miersch, denn da erfährt man etwas von Chancen für Investitionen, z. B. über Schiefergas. Seit drei Jahren ein Riesenthema, aber Maxeiner und Miersch schrieben darüber schon vor zehn Jahren. Wer daraufhin investiert hat...
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 05.06.2013
Danke Tim für den tollen Beitrag und die Links. Dank auch an Turing - Maxeiner und Miersch waren mir bisher unbekannt.
Das ist Wasser auf meine Mühlen!
Viele Menschen finden Gründe, warum etwas nicht geht. Ich überlege lieber, wie es eben doch geht.
Andere wiederum nörgeln gerne herum und finden alles mögliche furchtbar. Sie erzählen permanent von all den schlechten Dingen, die ihnen widerfahren sind. Ich bin lieber dankbar und erfreue mich an meinen Erfolgen.
Es scheint fast so, als ob man die Umstände mit seinen Gedankengängen anzieht. Wer nur mies denkt und schlechtes erwartet, kann nichts gutes bekommen.
Meine Beobachtungen und Erfahrungen sind eindeutig: Wer als Optimist durch´s Leben schreitet und positiv denkt, erreicht seine Träume und Ziele eher, als die Masse an Pessimisten, Skeptikern und Schwarzmalern.
Für die Anlagestrategie heißt das: Solide Topunternehmen gerade dann kaufen, wenn die Pessimisten die Oberhand haben und die Medien Panik verbreiten.
Egal wie viele Jahre man zurückschaut, nach jedem Krieg, jeder Depression, jeder Währungsreform, jeder Naturkatastrophe ging es weiter aufwärts. Das wird sich nie ändern.
Ich bin mir aber sicher, dass man viele Gründe suchen und finden kann, warum es diesmal doch anders kommt ;)....
Ich bin schon auf die Debatten hier gespannt, wenn der nächste Crash kommt. Im Spätsommer 2011 haben etliche abgeraten, "jetzt schon" wieder einzusteigen. Es käme doch alles noch viel schlimmer.
Meine Titel liegen "jetzt schon" 60-120% im Plus. Das wiederhole ich gerne alle paar Jahre wieder :) !
Es ist ertragreich, ein Optimist zu sein.
Anmerkung von stevoxx
geschrieben 05.06.2013 Website www.stevoxx.net
Stimmt Tim.
Man sollte nie vergessen, ein Optimist zu sein. Auch wenn es häufig nicht leicht ist, da die Medien und selbsternannten Profis vor allem mit Pessimismus Geld verdienen.
Langfristig Optimist, kurzfristig Realist könnte man sagen.
Anmerkung von Martin
geschrieben 05.06.2013
Ich sehe mich eher als Pessimist denn als Optimist. Dennoch investiere ich primär in Aktien. Mit 5-6% p.a. bin ich schon zufrieden und mit mehr rechne ich auch gar nicht bei der aktuellen Bewertung. Für die Alternativen bin ich jedoch noch pessimistischer. Das ist also immer relativ zu sehen :-) Verstehe nicht, wieso Pessimisten nicht in Aktien investieren sollten.
Z.B. in "Deutschland geht alles den Bach runter" -->investier halt in Aktien anderer Länder
"Demokratien sind schlecht"--> investier halt in Diktaturen
"Deutschland kann seine Schulden niemals bezahlen" --> geht halt short bund future etc.
Nicht ganz ernst gemeint, aber auch Pessimisten könnendoch wunderbar investieren. Die Fed und EZB machen ihnen jedoch das Leben schwer.
Irgendwann muss der Crash kommen. Seit vier Jahren läuft die Börse wie im Rausch nach oben. Der Dow-Jones-Index hat sich mehr als verdoppelt seit dem Tief im März 2009. Ein kräftiger Rücksetzer um zehn oder 20 Prozent ist jederzeit möglich.
Darüber zu orakeln, wann die Korrektur nun kommt, ist Zeitverschwendung. Denn das weiß niemand. Es kann in einem Jahr oder in einer Woche passieren.
Ich rate zum lockeren Umgang mit einem Crash. Es ändert sich nichts an den insgesamt guten Aussichten an der Börse. Der Dow-Jones-Index klettert um knapp zehn Prozent im langen Schnitt. Ich stelle mein Depot nicht um, meine Aktien bleiben langfristig liegen wie ein alter Schinken. Ich kassiere weiterhin Dividenden.
In ihrer Samstagausgabe warnt die „New York Times“, dass es zu euphorischen Exzessen an der Wall Street kommt. So seien Wertpapierkredite in Höhe von fast 400 Milliarden Dollar aufgenommen worden. Den Aktienkauf auf Pump in diesem Umfang habe es zuletzt im Blasenjahr 2007 gegeben.
Börsenexperte Joshua Brown glaubt, hinter den Wertpapierkrediten stünden zum Großteil Hedgefonds, die wüssten, was sie tun.
Wie dem auch sei, ich kann es nicht beurteilen. Ich sehe keine extreme Übertreibung in den Börsenkursen. Gleichwohl gehört eine Korrektur beziehungsweise ein kleiner Crash zu den ganz normalen Dingen an der Börse, die alle paar Jahre vorkommen.
Wenn es knallt, kaufe ich Aktien zu. Ich warte nur darauf. Der Rest ist mir egal.
Anmerkung von Markus
geschrieben 02.06.2013
Ein kleiner Crash wäre ganz ok. ;-)
Insgesamt habe ich allerdings die Befürchtung es knallt die nächsten Jahre ganz ordentlich.
Allein das "starke" Deutschland hatte 3 Währungsreformen in 100 Jahren. Bei den entwickelten Staaten stehen aber gleich fast alle Länder vor dem Staatsbankrott. Kleine Länder wären evtl. noch verkraftbar. Aber Italien, Frankreich, Japan oder USA...
Geldmarktsparer wurden mehrfach enteignet.
Eine exponentielle Funktion in einer begrenzten Welt benötigt zwangsläufig resets...
Dem gegenüber steht die fin. Repression und das unbegrenzte Drucken von Geld. Die Schleussen stehen ja seit Lehmann offen, aber es könnte noch deutlich mehr Geld in den Aktienmarkt fliesen...
Anmerkung von Martin
geschrieben 02.06.2013
Diese Wertpapierkredite führen aufgrund von Margincalls zu mehr Volatilität. Selbst wenn man nichts am Depot ändert profitiert man bei Rückkäufen der Unternehmen von niedrigen Kursen. Ich bin also immer für niedrige Kurse, da ich noch etwas Zeit bis zur Rente habe. Hoffe der Crash kommt bald. 30% wären genial.
Anmerkung von DK
geschrieben 02.06.2013
"Wenn es knallt, kaufe ich Aktien zu. Ich warte nur darauf. Der Rest ist mir egal."
So ist es. Das Cash liegt schon bereit und wartet darauf eingesetzt zu werden.
Einer meiner Dividendentitel steigt zwar stetig über viele Jahre an, es kommt jedoch jedes Jahr eine Korrektur zum Sommer hin. Jetzt sind es schon -7%.
Ab August/September geht es wieder bis März/April hoch.
Auch eine Möglichkeit Aktien zuzukaufen, falls man nicht auf den Crash warten möchte - wann auch immer dieser kommen mag.
Anmerkung von willihope
geschrieben 03.06.2013
also es ist noch weit und breit kein talk of the town in sicht, laut kostolany der zuverlässige marker für übertreibungen.
sollte erstmal bis 9000 raufgehen bevor es dann wieder kräftig kracht, kleinere resets natürlich werden immer stattfinden, 30% halte ich für wunschdenken.
trotzdem habe ich schon einige umgeschichtet, einfach weil es bessere chancen als den dax gibt. :-)
Anmerkung von Michael C. Kissig
geschrieben 03.06.2013 Website www.intelligent-investieren.net
Die "Prophezeihung", dass in der Zukunft mal wieder ein Crash passieren wird, dürfte mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit eintreffen. Allerdings sehe ich die Ausgangslage nicht ganz so "dramatisch" wie Tim, denn er hat den absoluten Tiefststand des Crashs 2009 als Basis gewählt, um von diesem die Performance bis zum heutigen Tag zu berechnen. Kann man machen. Allerdings war das damals eine enorme (negative) Übertreibung im Markt, die sich auch zügig wieder abgebaut hat. Wirkt ein bisschen wie das Vergleichen von Äpfeln und Birnen und man sollte daher lieber den Tiefpunkt eines Crashs und den Hochpunkt einer Hausse in unterschiedlichen Jahren miteinander vergleichen. Und schaue ich mir das Allzeithoch von 2007 an, also vor dem Crash, und vergleiche sie mit den heutigen Höchstständen, dann hat der Dow Jones von 14.000 auf 15.500 Punkte zugelegt. Ganze 10 Prozent in 6 Jahren, das ist eher mickrig und kann nicht einmal die Inflation kompensieren. Und ob man diesen Kurszuwachs als Übertreibung definieren sollte, halte ich zumindest für zweifelhaft. Aber wie sagte schon Karl Marx? "Der Standpunkt bestimmt die Perspektive". ;-)
Anmerkung von Markus
geschrieben 03.06.2013
30% Crash wäre ok. 50% evtl. auch noch.
Aber darüber hinaus wird es dann schon recht ungemütlich.
Bin da wohl am negativsten von "allen" hier eingestellt.
Laut Wahrscheinlichkeitsrechnungen wird die Währungsreform 2017 die 50% Marke übersteigen. In 20 Jahren ist sie bei 100 % Wahrscheinlichkeit.
Ob man diesen Wahrscheinlichkeitsrechnungen trauen kann, steht auf einem anderem Blatt.
Wann hat je ein Staat seine Staatsverschuldung über sparen abgebaut? ;-)
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 03.06.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Ich habe im März eine Dax-Buchwert-Analyse der FAZ zum Anlass genommen, die ermittelten Werte in einen Chart zu übertragen. Das Ergebnis sieht man hier.
So viel schon mal vorab: Der Dax steht über den Buchwerten seiner 30 Unternehmen, von einer Überhitzung wie es Anfang 2000 und Mitte 2007 gab, sind wir aber noch weit entfernt.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 04.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
Aktien auf Wertpapierkredit (WPK) zu kaufen, ist ein absolutes no go !
Gerne kann der Crash bzw. die 20% Korrektur an den Börsen kommen. So kann ich endlich Dividenden Aristokraten weiterhin verstärkt für mein Dividenden Depot kaufen.
Anmerkung von Anna
geschrieben 05.06.2013
@ Martin und Markus
Ihr zwei habt noch keine 30 oder 50 % Kurseinbruch erlebt, stimmts?
Da brauchts Nerven, jeden Tag wird es schlechter, dann freut man sich über ein halbes Prozent Plus, danach gibt es umso heftiger wieder eine auf die Nuss... Es hört und hört nicht auf...
Am 9.3.09 hatte ich die 50 % erreicht. Aber das das der Tiefpunkt war, weiß man erst nachher.
Im Herbst 2008 hatte ich einiges investiert und konnte später nur noch zuschauen.
Gute Nerven, eine gewisse A....ruhe und kein nervöses Umfeld sind sehr von Vorteil.
Den passenden Einstiegspunkt erwischt man nicht. Beispiel Leoni: Gekauft Herbst 08 für ca. 14 Euro, später bis unter 7 Euro noch gefallen...
Auf 50 % Miese habe ich keine Lust mehr.
VG Anna
Anmerkung von Ulrich Eckert
geschrieben 06.06.2013 Website www.valueblog.de
40 bis 50% wäre heftig und es fehlt mit das auslösende Großereignis. Die Bewertungen sind aber bei den Blue Chips noch nicht jenseits von gut und böse und durch internationale Expansion sind auch die Wachstumsaussichten da.
Wenn aber einmal die Dämme nach unten durchstoßen ist alles möglich. Jedoch gehe ich davon aus, dass wir vor allem bei amerikanischen Werten neue Höchstkurse mittelfristig sehen.
Aber man weiß nie an der Börse und mal schauen wie stark ich bei einem großen Rücksetzer wirklich bin;).
Anmerkung von Andreas
geschrieben 11.06.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Wenn der passende Auslöser kommt ist sicher ein Crash mit 20 % - 30 % Möglich - ich versuche bis dahin genügend Liquidität zu halten um den Rücksetzter zum Einsteigen zu nutzen :-)
Also ich kann mich zurzeit über steigende Kurse freuen, da ich genug Aktien habe die dadurch mehr Wert werde, und freue mich genauso über fallende Kurse, da ich dann meinen Kaufkursen näher komme und so günstig nachkaufen könnte - eine ganz angenehmen Lage wie ich meine ;-)
Der Chef der Commerzbank, Martin Blessing, gab dem Portal Bild.de ein gutes Video-Interview, wie ich finde. Er riet den Deutschen, mehr Mut bei der Geldanlage zu haben und mit dem Aktiensparen zu beginnen. Er lobte das Investieren in einen Aktienindex.
Ich fand seinen Rat wirklich klasse. Derzeit gibt es wegen der niedrigen Leitzinsen für den „Deutschen Michel“ keine attraktiven Renditen. Ob Festgelder, Sparbücher oder Lebensversicherungen - nach Abzug der Inflation bleibt nichts hängen.
Blessing rät, mehr Mut zu haben. Was macht die Meute? Sie legt das Ersparte unters Kopfkissen. Und rennt in den Häusermarkt, der ohnehin schon heiß gelaufen ist.
Gerade für junge Anleger, die viel Zeit haben, bietet sich die Börse an. Ein typischer Fehler ist, ständig Aktien hin- und herzuschieben. Es fehlt die Geduld. Belohnt wird an der Börse, wer Sitzfleisch hat. Wer tradet, zahlt Unmengen an Gebühren und Steuern, die die Rendite schmälern.
Ähnlich ist das beim Lottospielen (Steuerfresser!) oder Kasinobesuch. Hier arbeiten die Wahrscheinlichkeiten stetig gegen Sie. Selbst beim Roulette ist die Chance bei einer einfachen Schwarz-Weiß-Wette nicht 50 zu 50, sondern leicht unterhalb von 50 Prozent, weil es eben die neutrale Null bzw. Doppelnull gibt. Die Bank gewinnt immer, das sollten Zocker wissen.
Ein weiterer typischer Fehler: Das Streben nach zu hoher Sicherheit. Wer auf Mischfonds, Staatsanleihen oder Produkte mit Kapitalgarantie setzt, erzielt im langen Schnitt in der Regel keine tollen Renditen. Natürlich ist eine gewisse Liquidität bzw. Sicherheit im Depot ratsam, aber alles liquide zu haben – das kostet Rendite.
Wer vernünftige Risiken mit Aktien eingeht, die Volatilität ertragen kann, der wird belohnt.
Wer ein Aktiendepot zusammenstellt, sollte auf typische psychologische Fehler achten. Anleger prüfen zu oft die Kurse und werden dadurch nervös.
Anleger lieben Modethemen. Sie springen bevorzugt auf den fahrenden Zug. Es zahlt sich dagegen eher aus, gegen den Strom zu schwimmen. Schauen Sie sich Unternehmen an, für die sich wenige interessieren, die nicht in den Himmel gelobt werden. Langweilige Anbieter von Hausmannskost sind oftmals herrliche Aktien. Öl, Versorger, Lebensmittel, Banken, Versicherer, Chemie...
Es wird häufig der „Bestätigungsfehler“ gemacht. Ist ein Anleger von einer Aktie/Anlagestrategie felsenfest überzeugt, beschäftigt er sich nur mit Quellen, die genau die eigene Theorie bestätigen.
Dabei ist es wichtig, eigene Entscheidungen kritisch zu hinterfragen, Fehler zu analysieren. Die besten Anleger lernen aus ihren eigenen Fehlern. Peter Lynch, George Soros, Warren Buffett, Charlie Munger, John Templeton, sie sprechen alle gerne über ihre Fehleinschätzungen. Sie gehen mit Missgeschicken offen um. Sie fragen andere, um Rat und Kritik.
Fazit: Der größte Renditekiller sind wir selbst (ich schließe mich selbstverständlich mit ein).
Anmerkung von Turing
geschrieben 01.06.2013
Ich finde die Kommentare zum Interview bezeichnend für den deutschen Dummmichel. Da wird Blessing persönlich dafür angegriffen, dass die Commerzbankaktie so stark fiel. Blessing ist aber erst seit 2009 Vorstandsvorsitzender, hat als weder mit die Finanzkrise verursacht, noch die Übernahme der Dresdner Bank angeleiert.
Diese Leuchten bekommen es sogar hin, der ersten Regierung Adenauer die Kriegstrümmer in die Schuhe zu schieben.
Anmerkung von Tom
geschrieben 01.06.2013
Selber vorsorgen ist sehr wichtig.
Wenn man das Geld für sich Arbeiten lässt, hat man mehr davon.
Bei uns in der Firma muss gespart werden. Lohnerhöhungen und Bonus wurden minimiert..(und sehr früh und deutlich kommuniziert)..
Als Aktionär kann ich es gelassen nehmen. Warum? Weil ich Dividenden bekomme, welche ich wieder reinvestiere. (Mein Geld arbeitet für mich!)
Das kapitalistische System belohnt denjenigen, welcher sein Kapital gut anlegt.. Mit einer Arbeit von 8 bis 5 und Sparkonto auf der Bank - werdet Ihr Euch nur Arm-Sparen!
Anmerkung von Martin
geschrieben 01.06.2013
@Turing: Blessing war auch schon bei der Commerzbank in verantwortlicher Position bevor er CEO wurde. Der "Dummmichel" scheint schlauer als Sie...
Blessing trägt Verantwortung fürs Scheitern, wenn auch nicht die Alleinige. Die Commerzbank hat jedem deutschen einen finanziellen Schaden zugefügt.
Anmerkung von Markus
geschrieben 01.06.2013
Immer dieses abfällige Michel...
Das kapitalistische System, dass sich manche hier so schön reden, wird in den nächsten 15 Jahren ein paar Währungsreformen hinlegen.
Sachwerte sind da sicherlich besser, aber auch diese wird es treffen.
Mit finanzieller Repression ist da nur ein evtl. Zeitaufschub möglich.
Als Dank, dass Brüssel die Strafen wieder aussetzt, betonen die betroffenen Staaten Ihre Souvernität...
Anmerkung von Tom
geschrieben 01.06.2013
Habe bereits im Heimatland erlebt, was eine neue Währung mit sich bringt (zwei mal).. Viele Leute haben das Geld im Kissen versteckt.. Oma und Opa habens im Kissen versteckt..
Und die Kinder haben nichts daraus gelernt..
Wenigstens hatte man Papier um Feuer anzuzünden...
Reform vom kapitalistischem System hin oder her..
Ich diversifiziere und bin vorbereitet..
Sachwerte können "schwimmen".. ;-)
Anmerkung von Markus
geschrieben 01.06.2013
@Tom
Welches Land war es denn und wie wurden Vermögen verkleinert?
Geldvermögen Umtauschkurs 10:1, Goldverbot, Sondersteuer auf Aktien, temporärer Crash des Aktienmarktes, Zwangshypotheken auf bereits abgezahlte Immos...
"Ein Pessimist zu sein hat den Vorteil, dass man entweder ständig recht behält oder angenehme Überraschungen erlebt." George Will
Anmerkung von willihope
geschrieben 02.06.2013
ich finde auch dass der blessing keine gute wahl war, 3 kapitalerhöhungen in 2 jahren und der staat ist immer noch mit 17% drinnen! das war doch total unnötig den kurs so zu zertrümmern wenn man sein ziel garnicht erreichen kann. nochdazu ist ein stabiler grossaktionär der resourcen ohne ende hat ja keine schlechte sache wenn es etwas krieselt!
ich denke nun wird das management wohl bald wieder mit eigenen gehaltserhöhungen anfangen denn der staat kann ja kein veto mehr einlegen.
als eigentümer bist du wieder von deinen eigenen angestellten verarscht worden. :-(
ich habe verkauft, vor dem split aber doch mit 14% verlusst. :-(
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 02.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Persönlich sehe ich auch nur die Möglichkeit seit über 2 Jahren konsequent in solide Dividenden Aktien zu investieren und die erhaltenen Dividenden und die persönliche monatliche Sparrate Monat für Monat in neue Aktienanteile zu investieren.
Definitiv kann man so mittelfristig einen sehr hohen Dividenden Einkommensstrom aufbauen.
Es wird ja auch alles irgendwie teuer.
Anmerkung von -M-
geschrieben 02.06.2013
Puh... zum Glück lautete die Überschrift:
„Der Dispo darf kein Dauerzustand sein“
(Recht hat er.)
...wenn die Blöd-Zeitung zum Aktienkauf raten würde, käme ja schon bald wieder der nächste Crash.
@Turing: Blessing: Ich mache diesen Job seit 2008. Am Anfang hat mich persönliche Kritik schon getroffen, aber man härtet ab und wird gelassener.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 03.06.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Dem Blessing traue ich zu, dass er auch Anfang 2009 zum Aktienkauf geraten hat bzw. dies getan hätte, wenn er, und sei es von der Bild, gefragt worden wäre.
Übrigens: Der Bild-Chefredakteur Kai Diekmann kommt in diesen Tagen von einem längeren Auslandsaufenthalt zurück. 9 Monate lang war er im Silicon Valley, um dort die Zukunft des Zeitungsmarktes besser abschätzen zu können. Das erste was noch vor seiner Rückkehr nach Deutschland geändert wurde ist eine paywall für einzelne Bild-Angebote, die eingeführt wurde. Das ist noch wenig innovativ, mal sehen was noch kommt.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 11.06.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Hallo Tim,
neulich las ich, dass die Commerzbank als erste europäische Bank ein sog. Structured Covered Bond aufgelegt hat. Die Anleihe soll mit Krediten an klein- und mittelständische Unternehmen unterlegt sein. Hast du das mitbekommen und wenn ja, was hältst du davon?
mhhh gute Frage. Ich kenne mich bei diesem Bond nicht sonderlich gut aus. Habe den Artikel nur überflogen.
Was ich lausig finde, ist die Verzinsung: 1,5 % p.a. für fünf Jahre. Das ist nichts für mich. Ich verstehe nicht, wie sich Anleger für eine so niedrige Rendite begeistern können (zweifach überzeichnet). Komisch.
An der Dauerkritik der Commerzbank beteilige ich mich nicht. Das ist ja geradezu in Mode gekommen.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 12.06.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Die Verzinsung ist echt mickrig.
Ich dachte auch eher dran, dass die innovativen Bonds durchaus etwas für die angeschlagenen südeuropäischen Länder sind. Beziehungsweise deren Banken, logisch.
Irgendwelche Konzepte und Produkte müssen die dort entwickeln, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.
Das Tolle an New York ist das kunterbunte Kulturangebot. Es gibt endlos viele Museen, Galerien, Theater. Ich gehe gerne zum Broadway, schaue mir dort Aufführungen an. Diese Woche war ich mit Freunden in dem Musical „Pippin“. Echt witzig gemacht, empfehlenswert.
Wenn ich auf solchen Events bin, sehe ich Promis, Sänger, Schauspieler, Investoren, Vorstände, Banker. Dieses Mal war Anna Wintour unter den Gästen, sie kam mit ein paar Freunden. Die Chefredakteurin des Modemagazins Vogue war offenbar gut aufgelegt. Ihr Pagenschnitt ist unverkennbar. Ich habe einen Schnappschuss (Foto oben) von ihr gemacht.
Es gab Gerüchte, wonach die 63-jährige Modekritikerin US-Botschafterin in Großbritannien oder Frankreich werden könnte. Sie müssen wissen, es ist in den oberen Zirkeln ein ständiges Geben und Nehmen zu beobachten. Wintour hat sich für die Wiederwahl von Barack Obama stark gemacht. Sie rief zu Spenden auf, sammelte Geld für den Demokraten.
Bis dato ist sie bei Vogue geblieben. Ihr Verlag Conde Nast wird in das „1 World Trade Center“ umziehen, sobald der nagelneue Wolkenkratzer bezugsfertig ist. Möglicherweise sehe ich dann Wintour öfter im Finanzviertel, wenn sie bis dahin nicht Botschafterin geworden ist. Übrigens ist über Wintours Leben als „fiese“ Chefredakteurin der Film „Der Teufel trägt Prada“ gemacht worden mit Meryl Streep in der Hauptrolle.
Was ich in New York neben dem Broadway gerne mache: Picknick mit der Familie und Freunden im Central Park, kostenloses Open-Air-Kino, Dachterrassenpartys, an den Strand. Es gibt herrliche Sandstrände rund um Manhattan. An die Beach gehe ich nur am Nachmittag, wenn es nicht mehr so heiß ist. Die Sonne brennt nämlich erbarmungslos im Sommer, es ist hier ein subtropisches Klima.
Anmerkung von Frank H.
geschrieben 01.06.2013
Oh ja, von diesem "subtropischen" Klima im Hochsommer kann auch ich ein Liedchen singen. Vor zwei Jahren war es endlich so weit, knapp eine Woche New York stand auf dem Urlaubsplan. Durch firmeninterne Urlaubsplanungen leider nicht anders zu realisieren als Ende Juli/Anfang August... Laut den Wetterberichten die wir uns abends im Hotel anschauten ging das Thermometer bis stolze 109 Grad Fahrenheit (in etwa 42-43 Grad Celsius) hoch. Allerdings trübte dies bei uns die Stimmung nur ein klein wenig, denn diese Stadt ist einfach nur großartig! Und zum Abkühlen gings dann immer in die Geschäfte, die sich durch die Klimaanlagen anfühlten wie Gefrierschränke.
Leider blieb durch den nur kurzen Aufenhalt nicht mehr Zeit, um etwas von der Kultur (Theater, Kino, etc.) aufzuschnappen. So blieb uns nur ein wundervoller Tag im altehrwürdigen American Museum of Natural History.
Trotz der Hitze kann ich sagen, dass dies einer meiner bisher schönsten Urlaube war, und ich werde definitiv wieder kommen. Dann wohl aber nicht mehr unbedingt im Hochsommer.
Es ist jetzt schon sehr warm in New York. Das Klima bleibt bis Ende August hinein extrem, daher gibt es ja so viele Klimaanlagen. Das Klima fällt in der Tat in die subtropische Kategorie.
Die Reichen haben wegen der Hitze ein Strandhaus. Dahin flüchten sie an den Wochenenden. Dort ist es ein wenig kühler.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden
geschrieben 02.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
@Tim
Bestimmt meinst Du die Hamptons bzw. die Hamptons.
Hamptons ist der Name einer Region am Ostende der Insel Long Island im Suffolk County des US-Bundesstaats New York.
Dahin flüchten die Reichen aus New York. Du auch ? ;-)
Anmerkung von Tim
geschrieben 02.06.2013 Website www.timschaefermedia.com
Ich habe dort am Strand leider keine Bleibe. Wäre wohl schön. Es ist sauteuer dort. Eine Holzhaus nahe am Wasser kostet ein paar Millionen.
Oh Schreck: Meine Aktien sind für ein paar Almosen weg
New York, Mittwoch, 29. Mai 2013
Eigentlich ist eine „Stop-Loss-Order“ eine schöne Sache. Kommt ein Aktienkurs aus irgendeinem Grund unter Druck, wird die Position automatisch verkauft. Nach dem Motto: „Schnell weg damit!“
Viele Anleger sichern so ihr Depot gegen böse Überraschungen ab.
Notiert beispielsweise die BASF-Aktie bei aktuell 74 Euro, so kann ich die Aktie bei 69 Euro „absichern“, sprich fällt der Kurs darunter, soll das Papier automatisch von meiner Bank verkloppt werden.
So gut dieser Orderzusatz sein mag, ich rate zur Vorsicht. Warum? Es liegt am Hochfrequenzhandel. Einzelne Kurse können abstürzen und anschließend wieder steigen. Manchmal passiert das am gleichen Tag innerhalb weniger Minuten. In einer solchen Situation können Sie als Anleger ihr Waterloo erleben.
Bricht der Kurs ein, kommt nämlich Ihre Stop-Loss-Order zum Zug. Unten decken sich ein paar Ganoven ein. Im Anschluss saust der Kurs zurück auf das Ausgangsniveau. Am Ende des Tages haben Sie Ihre Aktien weit unterhalb des inneren Werts abgestoßen. Und ein anderer Börsianer lacht sich schlapp, der Ihre Position zum Schnäppchenpreis abstaubte.
Diese Mini-Crashs häufen sich. Ausgelöst werden sie von schnellen Computersystemen. Es ist traurig, dass mal wieder der Privatanleger das Nachsehen hat.
Am 23. April 2013 kam der Dow-Jones-Index unter Druck. Eine gefälschte Twitter-Meldung war der Auslöser.
Am 17. Mai 2013 ging der Kurs von Anadarko Petroleum Corp um sage und schreibe 99 Prozent „baden“. Anadarko ist wohlgemerkt kein kleines Unternehmen. Immerhin zeigt die Börsenwaage 45 Milliarden Dollar an.
Am 23. Mai 2013 stürzten mehrere Energiekonzerne in Sekundenschnelle ab. American Electric Power schmierte um 54 Prozent, NextEra Energy um 62 Prozent ab. Der eine Konzern ist 22 Milliarden schwer, der andere 32 Milliarden Dollar.
Dass die Kurse beben, ist nichts Neues.
Am 1. August 2012 löste ein Softwarefehler im Tradingprogramm beim Finanzdienstleister Knight Capital unerklärbare Kursreaktionen aus.
Am 6. Mai 2010 kam es zum „Flash Crash“. Die Wall Street brach in wenigen Minuten um neun Prozent ein. Einfach so, ohne erklärbaren Grund. Blue-Chip-Papiere sausten in Sekundenschnelle in die Tiefe. Selbst Großkonzernen erreichten Notierungen von 1 Cent.
Woran liegt es? In den USA machen die Hochfrequenzsysteme mittlerweile die Hälfte des Handels aus. In Europa sind sie nicht so weit verbreitet. Banken, Trader und Hedgefonds verdienen sich mit dem Sekundenhandel eine goldene Nase. Das Ganze basiert auf Algorithmen. Die IT greift im Kern auf blitzschnelle Informationen zurück, um Orders auszulösen. Die Algorithmen nehmen Trends unter die Lupe. Erkennen sie eine Trendumkehr, gehen sie urplötzlich enorme Wetten ein.
Ich sehe eine Gefahr: Die Weltbörsen können eines Tages beginnen, zu beben und abstürzen, ausgelöst durch die IT-Systeme, die sich nicht mehr kontrollieren lassen. Wenn die Computer Amok laufen, dann gute Nacht. Ein Chaos aus heiterem Himmel – das hätte uns gerade noch gefehlt.
Ich glaube, es gibt da draußen ein paar Trader, die nutzen den schnellen Handel, um Kurse zu manipulieren, die Volatilität zu erhöhen und Anleger zu hintergehen. Gefragt ist die Börsenaufsicht, der Regulierer. Wir erleben häufiger diese dramatischen Crashs. Ohne fundamentalen Gründe fallen Schwergewichte einfach mal auf Null.
Was lernen wir daraus? Ich für meinen Teil verzichte auf Stop-Loss-Orders. Ich lasse die Kurse tanzen, wie sie wollen. Wenn ein paar Kurse völlig durchdrehen, ist mir das egal. Mittel- und langfristig wird sich ein angemessener Kurs bilden. Ich lasse mich nicht von Tages-, Wochen- oder Monatsschwankungen verrückt machen. Mein Kerndepot bleibt bis zur Rente unverändert. Punkt. Schluss.
Fazit: Eigentlich sollte ein Stop-Loss-Auftrag einen Schutz bieten. Jetzt ist er zu einer Gefahr geworden. Ich finde es schade, was auf dem Kapitalmarkt geworden ist. Die Zocker haben offenbar die Oberhand gewonnen.
Die Skulptur oben in der Illustration ist von Eva Hesse (1936–1970). Ich habe die zerbrechliche Kugel in dem brüchigen Netz im Hirshhorn Museum in Washington DC kürzlich entdeckt.
Anmerkung von hajue
geschrieben 31.05.2013
Ob Analysten einen Stop-Loss aus charttechnischer Sicht empfehlen oder hisichtlich Risk-Management begründen:
Stop-Loss bedeutet, dass man ab diesem Punkt einen weiteren (enormen) Wertverlust als sicher betrachtet. Sollte man sich einen weiteren Verlust, von beispielsweise nur einem Prozent nach Stop-Loss, sicher sein, so würde man ihn garnicht erst setzen.
Man ist sich also ab dem Stop-Loss sicher, dass der Kurs weiter fällt. Geht der Analyst jetz nicht short, so handelt oder denkt er nicht rational. Mit der Sicherheit, einen Stop-Loss zu empfehlen - dann aber mit Short-Selling zu zögern - mit dieser Argumentation bringt man die Profis in Erklärungsnot.
Demnach könnte man alles shorten, sobald der Stop-Loss-Wert erreicht ist - ohne vorher die Aktien je im Depot gahebt zu haben.
Dennoch werden eben selbe Analysten (genau wie die meisten von uns) nicht beim gesetzten Stop-Loss, sondern bei sehr hohen Kursen in die Versuchung des Shortens geraten.
Auch bei mir: Kein Stop-Loss.
Anmerkung von Martin
geschrieben 31.05.2013
Die US Börsen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Bei diesen Crashes wurden Orders storniert. Man kann sich also nicht mehr darauf verlassen was angezeigt wird.
Man könnte aber auch eine limited stop loss "auction only" automatisch aufgeben, wenn das gewünschte Limit erreicht ist. Das müsste diese Flashcrashes umgehen. Ich habe schon überlegt dauerhaft einen Server zu solchen Zwecken laufen zu lassen. Die meisten Broker bieten APIs an.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 02.06.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Tim, ich verwende für meinen Dividenden Aktien auch keine Stopp-Loss Orders.
Wieso soll ich für McDonalds,CocaCola,Pfizer,AT&T,P&G Stopp Loss Orders hinterlegen, wenn ich beim Kauf für mein Dividenden Depot sowieso weiß, dass ich diese Aktien wegen der Dividendenrendite und den jährlich steigenden Dividenden bis zur Rente in 30 Jahren, oder auch länger in meinem Dividenden Depot belassen möchte.
Somit verzichte ich bewusst auf Stopp-Loss Orders !
Ich lese gerne Carl Richards Kolumne in der „New York Times“. Er ist ein Finanzexperte. Seine Botschaft bringt er in einer kleinen Grafik auf einer Serviette zum Ausdruck. Darunter folgt ein kurzer Artikel. Zum Beispiel fand ich den Beitrag zum Trading versus „Buy and Hold“ super.
In seinem neuesten Artikel empfiehlt er, sich beim Investieren stetig zu vergewissern, ob die eigene Theorie Hand und Fuss hat.
Ich halte es für ratsam, mit anderen (Familie, Freunde, Bekannte) seine Aktienideen vorab zu diskutieren. Gerade in extremen Börsenphasen (Crash, Boom) und wenn es um große finanzielle Einsätze geht, ist es von Vorteil sich mit anderen kurzzuschließen. Im Idealfall fragen Sie erfahrene Börsianer im Vorfeld. So vermeiden Sie Kurzschlusshandlungen, emotionale Entscheidungen. Das ist das Gift vieler Börsianer.
Anmerkung von Andreas
geschrieben 27.05.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Ein wirklich sehr interessanter Artikel den Carl Richards da geschrieben hat, auch wenn mir die Fußball Anektodte irgendwoher bekannt vorkam.
Die Grundaussage ist wiedereinmal denkbar einfach - lasse dich nicht von Emotionen leiten.
Die Frage die sich mir stellt: Warum tun das so viele Menschen (zeitweise mich eingeschlossen) wieder besseres wissen dann?
Anmerkung von Thomas
geschrieben 28.05.2013
Sich mit Freunden, Bekannten, Kollegen usw. abzustimmen, besonders in Extremphasen der Börse, halte ich für keine gute Idee. Die Diskussionen verwirren nur, zumal jeder eine andere Meinung hat. Die Leute reagieren viel zu emotional. Nein, ich treffe meine Anlageentscheidungen prinzipiell allein und kann und brauch im Anschluss auch keinen dafür verantwortlich machen, außer mir.
Dazu ein Zitat von Altmeister Kosto:
"Wer nicht fähig ist, selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse. (André Kostolany)
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 28.05.2013
Ich stimme Thomas zu. Geldanlage ist Privatsache und kein Debattier-Club.
Außerdem hat man in Deutschland gute Chancen, keinen einzigen in seinem engeren Bekanntenkreis zu finden, der was mit Aktien am Hut hat. Die meisten werden grundsätzlich immer Tagesgeld, Festgeld oder höchstens noch eine Immobilie empfehlen ...
Anmerkung von Markus
geschrieben 28.05.2013
Prinzipiell wäre es schon interessant darüber sachlich zu diskutieren, aber...
Selbst bei den deutschen Anlegern, die an der Börse investieren sind die Methoden relativ unterschiedlich...
- Höchste Dividende, Value-Investing, Indexing, buy & hold, Market Timing, Trading, große Multis mit Marke, small cap-Strategien u. v. m.
Da sind die Meinungen teilweise so verfestigt, dass oft eine sachliche Diskussion fehlschlägt. Auch glaube ich, dass man mit unterschiedlichen Strategien durchaus auch Erfolg haben kann.
Selbst Buffett und Graham haben mit der Zeit unterschiedliche Anlagestrategien entwickelt.
Wenn man wie hier die meisten buy & hold präferiert, sparsam, geduldig und größenteils sachlich investiert, sich das ganze wieder in Erinnerung ruft, dann gibt es gute Chancen, dass sich das ganze besser rentiert als der Geldmarkt. ;-) (oder auch genauso gut, wie in der Vergangenheit auf Sicht von 25 - 35 Jahren)
Das Alter, den Beruf, die familäre Situation (Absicherung), genügend Liquidität sind Punkte, die man auch mit einbeziehen sollte.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 28.05.2013
Sehe das so wie Ulrich.
Ich habe auch niemanden in meinem Bekanntenkreis mit dem ich Aktieninvestments besprechen kann. Die halten die Börse alle für ein Spielcasino. Leider zahlen die alle brav in ihre Lebensversicherungen, Bausparverträge und Riesterrenten ein.
Habe es aufgegeben andere bekehren zu wollen. Was mein Depot angeht halte ich mich Freunden und Bekannten gegenüber sehr bedeckt. Die Höhe kennt fast niemand.
@ Ulrich:
Was ist denn mit deinem Blog los? Keine Zeit mehr für neue Artikel?
Gruss Stefan
Anmerkung von Felix
geschrieben 28.05.2013
Im Bekanntenkreis sind die Kenntnisstände (meist totale Unkenntnis) über Investieren so unterschiedlich, dass eine sinnvolle Diskussion, die einen langjährigen, sich informierenden Börsenteilnehmer wirklich voranbringt, kaum gegeben. Da halte ich Aktienclubs, wo sich Interessierte und Informierte zusammentun, für eine geeignetere Plattform. Oder man liest und tauscht sich aus auf Tims Blog aus :-).
Anmerkung von Anna
geschrieben 28.05.2013
Wenn Ihr Jungs schon kaum jemand habt mit dem Ihr über Aktien diskutieren könnt, was soll ich als Frau sagen. Das kann man keinem erzählen. Da wird man doch ungläubig angeschaut und heimlich gedacht: Aus welcher geschlossenen Abteilung ist die entsprungen...
Zum Glück ist die Familie mit mir.
Anmerkung von Anja
geschrieben 28.05.2013
@Anna
Willkommen im Club.....ich habe eher das Problem, von den sogenannten Experten nicht für voll genommen zu werden.
Ganz schlimm sind die Bankberater, die mir immer noch Fonds verkaufen möchten...obwohl ich schon solange direkt in Qualitätsaktien und Anleihen investiere.
Privat kenne ich niemanden, der direkt an der Börse aktiv ist. Gesetzliche Rente, Lebensversicherung, Riester, Immobilie und vielleicht noch mal einen Aktienfondssparplan....das war´s.....einige sparen auch gar nichts, da die jährliche Info der Vericherungsträger ja super aussieht.
Geht mir in meinem Bekanntenkreis und Freundeskreis auch so. Es hat fast keiner Aktien und die meisten sehen die Börse als Spiel Casino an.
Dem jährlichen Statement der Rentenkasse traue ich nicht.
Ich persönlich investiere auch nicht mehr in Aktienfonds,Dachfonds,Rürup Versicherung, Rentenversicherung usw. - nur noch direkt in Qualitätsaktien die ich überwiegend gerne >20 Jahre in meinem Dividenden Depot belassen möchte.
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 28.05.2013
Da reihe ich mich ein.
In meinem Umfeld strotzt es nur so vor Lebens- und Rentenversicherungen (ganz sichere Sparbriefe), Bausparverträgen oder der 0%-Sparrate (der Staat klaut ja eh alles).
Berichte ich von Aktien gehen die Augenbrauen hoch - mit dem Thema will kaum jemand etwas zu tun haben (Casinozocken).
Allerdings mache ich dann deutlich, dass ich Teilinhaber von ertragsstarken Unternehmen bin, also Investor und kein Börsenspekulant:
"Schöne Schuhe hast du da - der Laden gehört übrigens (in winzigen Teilen) mir :) !!!"
Wir werden aber wohl noch den Tag erleben, an dem wir uns staunend umschauen, wer so alles von Aktien parliert....
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 28.05.2013
Mit den ganzen "Börsen-Hassern" könnten wir noch ein übles Problem bekommen. Bei Steuererhöhungen auf Aktien etc. gibt es so gut wie keinen Widerstand in der Bevölkerung - im Gegenteil. So unter dem Motto: Diesen "Zockern" soll man ruhig ihre Gewinne abnehmen. Keine guten Voraussetzungen für einen Vermögensaufbau in Deutschland.
@Stefan: bin relativ neu hier und mit offenbar namensgleichen Blog-Betreibern weder identisch noch verwandt oder verschwägert. ;-)
Anmerkung von Tim
geschrieben 28.05.2013 Website www.timschaefermedia.com
Etliche Bekannte in NYC besitzen Aktiendepots. Die meisten haben Aktiendepots für die Rente. Mit denen kann ich gut über die Börse und Aktien diskutieren.
Mir fiel auf, dass ich am besten mit Branchenfremden plaudern kann, sprich mit Ärzten, Anwälten, Krankenschwestern... Da gibt es erstaunlich viele, die Themen wie Zinseszins, "Buy and Hold" oder "Value Investing" verstehen.
Es ist wohl eine andere Kultur in den USA. Deutschland lebt leider in puncto Aktienkultur in der Steinzeit.
Anmerkung von Markus
geschrieben 28.05.2013
Amerika und Deutschland sind in diesem Thema sehr verschieden.
Das Thema mit der Besteuerung hat man eigentlich am Wahltag in der Hand. Vorausgesetzt die Parteien stehen zu Ihrem Wort... ;-)
Momentan läuft die Entschuldung auf dem Rücken der Geldmarktsparer... Ob das auch so bleiben wird kann man schlecht beurteilen...
Anmerkung von Stefan
geschrieben 29.05.2013
Steinbrück hat ja schon angekündigt, dass er die Abgeltungsteuer auf 30 % erhöhen will! Ich weiss wen ich nicht wähle...
Die schlechte Aktienkultur in Deutschland ist auch ein Hauptgrund dafür, dass wir selbst in Europa mit am schlechtesten dastehen was das Vermögen pro Haushalt angeht. Billionen von Euro liegen quasi unverzinst auf Girokonten und Tagesgeldkonten.
@ Ulrich
Ohh, ich dachte du wärst der Ulrich vom valueblog...
Bezüglich Valueinvesting frage ich mich ob das noch dauerhaft so gut funktionieren kann wie früher. Jeder kennt es mittlerweile, Millionen verfolgen Warren Buffett, jede Krankenschwester weiss was Valueinvesting ist. Normalerweise funktioniert etwas nicht mehr wenn es alle machen...genau so mit den Dividenden-Aristokraten. Bin mir schon irgendwie unsicher ob das noch der beste Weg ist Vermögen zu bilden. Millionen Amerikaner kaufen Dividenden-Aristokraten. Was wenn die alle mal in Rente gehen und verkaufen? Dann werden massenhaft Johnson&Johnson, P&G, CocaCola usw. auf den Markt geworfen...
Anmerkung von Daniel
geschrieben 29.05.2013
@ Stefan
Dieses Szenario halt ich für sehr unwahrscheinlich! Wenn man vorher schon die Disziplin aufbrachte seine Besitztümer über teils Jahrzehnte aufzubauen, verhökert man diese meines Erachtens nicht so einfach! Zumal man nach so langer Haltedauer mit solchen Qualitätsaktien wahrscheinlich eine Dividende im zweistelligen Bereich einfährt! Da überlegt man sich dreimal ob man so eine Perle wirklich verkauft!
Auch kennt zwar jeder Warren Buffet und weiß vielleicht was Value Investing ist, doch werden die wenigsten die Emotionale Festigkeit haben dies wirklich langfristig durchzuziehen! Die große Herde wird immer noch von ihren Emotionen geleitet und daran wird sich meines Erachtens auch auf langer Sicht nichts ändern!
Anmerkung von Markus
geschrieben 29.05.2013
Ich zitiere hier mal den Blogtitel vom 22.05.13: "Niemand weiß nichts" ;-)
Wir kennen alle nicht die Zukunft.
Außer es gibt die Bilderberger...
Wie wäre es, wenn sich mal die Value-Investoren die 55 Billionen € Derivate bei der Deutschen Bank ankucken...
10 % Ausfall und wir haben einen riesen Salat.
Für den Anleger ist das Börsenfernsehen eine brisante Angelegenheit geworden. Wenn ich mir CNBC und Bloomberg TV anschaue und all die Marktschreier beobachte, wird mir Angst und Bange um den Anleger. Wie kann ein Zuschauer den ganzen Quatsch verarbeiten?
Alle zwei Minuten tritt ein „Experte“ auf. Jeder hämmert den Zuschauern eine andere Botschaft um die Ohren. Der eine sagt: „Der Markt wird um 50 Prozent einbrechen. Schnell raus.“ Der nächste Gast behauptet: „Wir stehen vor einer Jahrhundertrallye.“ Und so geht das den ganzen Tag. Hunderttausende verfolgen das Schauspiel live. Daneben werden hochspekulative Wetten gereicht, zweifelhafte Produkte besprochen, Unsinn erzählt. Je lauter in die Kamera gebrüllt wird, desto mehr Menschen hören zu. Zudem huschen die Kure ununterbrochen über den Bildschirm. Tick, tick, tick.
Natürlich gibt es sehr clevere Ratgeber, exzellente Interviewpartner, die im TV auftreten. Aber sie sind die Ausnahme. Es sind so viele Stimmen zu hören. Es sind unendlich viele Botschaften, es gibt keine klare Linie. Es kommen gar Menschen zu Wort, die unter einem Verfolgungswahn leiden. Ich glaube, je größer der Unsinn, desto besser die Einschaltquote.
In der Werbeunterbrechung bekommt das Publikum hochmargige Finanzprodukte angepriesen. Bei den Finanzprodukten habe ich manchmal das Gefühl, es geht dem Verkäufer nur darum, den eigenen Ertrag zu steigern, ob der Kunde davon profitiert scheint zweitrangig zu sein. Mache ich den Werbenden einen Vorwurf? Nein, keineswegs. Mc Donalds wirbt ja auch lieber für seine Big Macs und Cheeseburger statt für Milch, Äpfel und Bananen. (Ja, es gibt mitunter gute Produktwerbung.)
Das Börsenfernsehen kommt mir vor, als ob ich im Zirkus sitze. Viele, viele Clowns. Eine Lachnummer nach der nächsten.
Ein guter Börsensender müsste stattdessen dem Zuschauer von morgens bis abends sagen: Investiere langfristig. Profitiere vom Zinseszins. Vermeide Schulden. Vermeide die Spekulation. Auf eine günstige (faire) Bewertung kommt es an. Kaufe keine Modethemen. Kaufe Qualität. Dividenden sind wichtig. Als Anleger brauchst Du kein Genie zu sein, du kannst als normaler Aktiensparer sogar Fondsgurus schlagen. Die Kunst besteht darin, die Kursschwankungen zu ertragen. Nicht ständig auf die Kurse schauen. Behalte immer die Ruhe. Gerate nie in Panik. Mehr ist nicht nötig.
Die Botschaft der Börsensender ist leider eine andere: Sie verbreiten gerne Angst und Schrecken. Sie sorgen für Euphorie. Für Hektik, Spekulation.
Fazit: Die Menschen kriegen, was sie wünschen: Ein Spektakel eben. Brot und Spiele.
Hier ein kleiner Ausschnitt aus einer CNBC-Sendung:
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 26.05.2013
Schön auf den Punkt gebracht. Vom "Spiel der Spiele" leben halt hunderttausende Menschen. Jeder will etwas vom Kuchen abhaben, den die Anleger bezahlen.
Egal ob Journalisten (nicht alle ;) ), Broker, Fondsmanager oder Gurus.
Sie leben von der Action, vom Hin und Her, von der Skandalisierung.
Vom großen Rauschen eben.
Börsenberichte sind für mich mittlerweile (auch ich musste lernen, selbstständig zu denken) tabu. Egal ob Print oder Fernsehen, die Erfahrung zeigt doch, dass niemand weiß, wie die Zukunft aussieht.
Schnappe ich versehentlich doch etwas auf, höre ich mit Belustigung zu und vergesse gleich wieder.
Da gönne ich mir am Abend doch lieber für 15-20 Minuten die Lektüre von Graham, Fisher, Buffett, Lynch, Zweig und co. Hier erfährt man, was wirklich wichtig ist.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 27.05.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Es stellt sich bei dem Stichwort "Brot und Spiele" ganz grundsätzlich die Frage was das Medium Fernsehen, und hierzu zählt nunmal die Börsenberichterstattung als TV-Spartenbereich dazu, überhaupt Sinnvolles ausstrahlt. Ich denke, dass man 80-90% des Fernsehprogramms durchaus in die Tonne treten kann und denke hier an erster Stelle an solche Sendungen wie das RTL-Dschungelcamp, eine Sendung die dieses Jahr immerhin für den renommierten Grimme-Preis nominiert war.
Allerdings gibt es auch solch hervorragende Sendungen wie die arte-Sendung "Mit offenen Karten", die es sich zum Thema gemacht hat komplexe globale wirtschaftliche, politische und kulturelle Ereignisse in meist 10-15 Minuten so einfach wie möglich zu erklären. Quasi die Sendung mit der Maus für Erwachsene. ;-)
Tipp: Viele Folgen sind auf youtube veröffentlicht.
Als es Bloomberg noch auf deutsch gab, hab ich die Sendung mit dem getabstract-Typen gern gesehen. Dieser stellte immer die neuesten Business-Bücher vor und diskutierte sie mit dem Moderatoren. Den Sender gibt es nicht mehr, den Internet-Service getabstract - Zusammenfassungen von Business-Büchern - schon.
Was halten denn die Blogger hier von DAF - Deutsches Anleger Fernsehen?
Anmerkung von Tim
geschrieben 27.05.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Sebastian
@ Matthäus
Leider ist das US-Börsenfernsehen ohne klare Linie. Der Zuschauer wird von der einen Richtung in die andere gejagt. Die wichtigen Botschaften gehen völlig unter.
Ich finde, da kann ich auch den Müllautos bei der Arbeit zuschauen:
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 27.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
@Tim:
Gibt es in Amerika im TV eigentlich eine Sendung die sich ausschließlich mit dem Thema Value Investing befasst? Das wäre echt cool !
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 27.05.2013
Im Prinzip alles richtig, was Tim schreibt. Ähnlich ist es aber auch mit der Börsen-Presse, für die Tim ja aktiv ist. Mit dem Unterschied, das ich dafür auch noch bezahlen muss ... Jede Woche seitenweise Analysten-Meinungen und "Investment-Ideen" oft von den selben "Experten", die man auch schon aus dem Börsenfernsehen kennt.
Wirtschafts- und Finanzmagazine wären eine schöne Aufgabe für die öffentlich-rechtlichen Sender. Außer prozyklischer Berichterstattung bei Börsenrekorden ("Dax bei 8000 - soll ich jetzt auch Aktien kaufen?") in Verbrauchersendungen wie plusminus fällt denen aber nicht ein.
Anmerkung von Markus
geschrieben 27.05.2013
Die heutige Informationsgesellschaft hat einige Vorteile aber auch gravierende Nachteile.
Leider habe ich manchmal bzw. oft das Vertrauen in die Seriösität und an einer zuverlässigen Recherche verloren.
Auch das selbstständige Denken ist leider durch die Informationsflut bei teilen der Bevölkerung durch "Bespassung" ersetzt worden.
Allerdings war die Aufklärung zu früheren Zeiten auch nicht viel besser...
Einspruch. Zur Verteidigung der Presse muss ich sagen: Die Pressejournalisten orakeln nicht den ganzen Tag, wo am Jahresende oder nächsten Monat die Kurse wohl stehen könnten. Im TV scheint es nur darum zu gehen. Um eben Wahrsagerei. Ich finde, das ist die reinste Zeitverschwendung. Niemand weiß, wo die Kurse stehen werden. Also lohnt es sich auch nicht, darüber endlos live im Studio zu diskutieren.
Anmerkung von Anna
geschrieben 28.05.2013
@Matthäus,
Deine Frage nach dem DAF: Mir ist das vor etwa einem Jahr "verlustig gegangen". Ich vermisse es eigentlich nicht.
Gruß Anna
Anmerkung von finanziell umdenken
geschrieben 28.05.2013 Website finanziell-umdenken.blogspot.de/
Ein Börsensender könnte wohl nach ein paar Monaten Insolvenz anmelden, wenn er permanent über langfristiges Investieren berichten würde. Denn dann bräuchte man vielleicht einmal pro Monat eine Sendung über die aktuellen Neuigkeiten. ;-)
Er lebt natürlich vom hektischen Treiben der Trader und Kursschwankungen der Aktienmärkte, die langfristig betrachtet nur ein "Rauschen" sind. Zu Kursbewegungen müssen entsprechende Nachrichten präsentiert werden. Dass meist nicht Nachrichten Kursbewegungen erzeugen, wissen die meisten Leute nicht. Und die Anbieter von Tradingsoftware finanzieren die Sender.
Nur gut, wer sich diesem hektischen Treiben entziehen kann. Es schont nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch die eigene Gesundheit.
Anmerkung von Turing
geschrieben 30.05.2013
Was passt zum Börsenfernsehen besser als ein Papagei? :-)
Sehr löblich, dass Tim immer noch einen Röhrenfernseher hat. Habe ich auch. Warum austauschen, wenn er noch läuft. Heutzutage ist das Programm so schlecht, dass man eigentlich gar kein Fernsehen mehr benötigt.
Anmerkung von Sams
geschrieben 31.05.2013
Ja Turing. Für das Fernsehprogramm holt man sich ja auch die guten Fernseher nicht. Nebenbei man sollte sich auch ne gute Anlage zur 3D HD-Flimmerkiste kaufen^^. Allerdings sollte man auch Filmfreund sein und entsprechend oft sich das Kino sparen^^. mfg
Haben Sie an der Börse einen Schuss Skepsis. Es gibt viele Märchenerzähler, die an Ihr Geld wollen. Gerade jetzt in dem aktuellen Börsenboom haben die Schwindler Hochkonjunktur.
Wenn jemand prahlt, wie reich er/sie geworden ist mit einem heißen Tradingsystem, seien Sie skeptisch. In London sammelte ein 24 Jahre alter Trader von gutgläubigen Anlegern Geld ein. Sein Name Alex Hope. Er machte Schlagzeilen, weil er auf großem Fuß lebte. Er schmiss Champagnerpartys für hunderttausende Dollar. Am Ende landete er im Knast. Das Geld der Anleger ist weg.
Einer der „cleversten“ Schwindler war Bernie Madoff. Jahrzehntelang hielt er sein Schneeballsystem am Laufen, lebte in Saus und Braus. Er versprach seinen Anlegern ein Prozent Rendite pro Monat, ca. zwölf Prozent pro Jahr. Das mag auf den ersten Blick nicht sonderlich aufregend klingen, aber diese extreme Stetigkeit hätte seine Fans und die Börsenaufsicht stutzig machen müssen. Es ist geradezu unnatürlich, Anlagegelder wie auf einer Perlenschnur hochzuziehen und zu vermehren. Erstaunlich an dem Madoff-Betrug ist ja: Gerade Reiche, erfahrene Anleger gingen ihm auf dem Leim. Namhafte Banker ließen sich für eine Erfolgsprovision einspannen, Geld einzuwerben. JP Morgan Chase stellte Madoff die Konten für sein Betrugssystem zur Verfügung.
Mit der Brechstange schnell reich zu werden, mit wilden Handelsstrategien oder hochspekulativen Produkten, das ist ein Traum für Millionen von Menschen. Es ist ziemlich unrealistisch. Setzen Sie immer Ihren gesunden Menschenverstand ein. Dann laufen Sie nicht in die Falle.
Mir hatte kürzlich ein Freund von einer Mitgliedschaft bei einem Stromhändler in den USA erzählt. Die haben Seminare und man müsse als Neumitglied eine Handvoll neue Kunden werben, dafür fließe eine Provision... ich dachte nur: "Was für ein Schneeballbetrug."
Auf absurde Geldvermehrungsträume fallen leider Menschen massenhaft herein. Es findet in allen nur möglichen Sektoren statt. Im Internet, an der Börse, im Vertrieb... Ohne Arbeit schnell reich zu werden, das ist so faszinierend. Schauen Sie sich mal diesen Unsinn im Video unten an. Mit teuren Autos, blonden Girls am Pool, lachenden Leuten mit Cocktails in der Hand kriegt man Menschen an den Angelhaken:
Die Amis nennen solche Wunderwelten „Werde Schnell Reich Betrug“, Get Rich Quick Scheme.
Zur Zeit befinden wir uns nach einer vierjährigen Börsenrallye in einer verdammt guten Verfassung. Je besser die Stimmung, desto mehr Scharlatane werden aufkreuzen. Es gibt Anbieter spezieller Handelssysteme oder Newsletter, die Ihnen versprechen werden, Ihren Einsatz in sechs Monaten zu verdoppeln, zu verdreifachen, zu verzehnfachen.
Das ist natürlich Quatsch. Das funktioniert so gut wie nie. In New York setze ich mich jedes Jahr in reißerische Tradingseminare, um mir anzuschauen, mit welchen psychologischen Kniffen die arbeiten. Es treten plötzlich erfolgreiche Teilnehmer aus den Vorjahren auf die Bühne, die von ihrem Erfolg erzählen. „Ich habe in kurzer Zeit 10.000 Dollar verdient. Es war unglaublich, wie das System funktioniert hat.“ Oh, ja. Wer es glaubt, wird selig. Unglaublich, wie schnell sich Menschen blenden lassen.
Überall, wo sich rein theoretisch schnell viel Geld verdienen lässt (Minen, Aktien, Glücksspiel...), kommen die Schwindler wie Motten ans Licht. In der Bergbaubranche gibt es seit Jahrhunderten üble Tricks. Bei dem kanadischen Bergbauer Bre-X hatten die Mitarbeiter Bohrproben nachträglich mit Gold „eingepudert“, „gesalzen“. Das ist eine alte Methode. So gewinnt man Vertrauen, sehen doch alle das Gold mit eigenen Augen.
Eine andere Masche: Schlawiner ließen im Vorfeld heimlich an einer angeblichen Lagerstätte einfach ein paar Gold- oder Silberbrocken fallen, damit diese dann überraschend gefunden werden konnten.
Vor über 100 Jahren war ein Trick, den Gewehrlauf still und heimlich mit etwas Goldpuder zu füllen. Anschließend schossen sie auf ein Felsstück, um das angeblich tolle, reine Gold dem staunenden Betrachter zeigen zu können.
Der Traum vom schnellen Reichtum ist eine Illusion. Einen soliden Vermögensstock kann man in der Regel nur langsam aufbauen. Es ist ein zäher, mühsamer Weg. Es bedeutet im Grunde genommen, unterhalb der eigenen Einkommensverhältnisse leben zu müssen. Es bedeutet Verzicht. Es ist kontinuierliches Sparen nötig, um finanziell unabhängig zu werden.
Zahlen Sie Ihre Schulden zurück. Kaufen Sie Dividendenpapiere oder Indexfonds. Werden Sie nicht übermütig oder gierig. Das Depot wird auf lange Sicht langsam wachsen, so wie eine Schildkröte. Passen Sie auf, wenn Sie ein Haus oder Appartement kaufen, nicht zu viel dafür zu bezahlen. Kaufen Sie sich niemals ein größeres Asset auf Pump, das Sie sich nicht leisten können. Immer ausreichend Eigenkapital einbringen. 20 bis 30 Prozent halte ich für ein Minimum bei Immobilien. Die Erwerbsnebenkosten sollten Sie ebenfalls Cash bezahlen können.
Für die Börse gilt: Je weiter wir in diese hohen Bewertungen hineinkommen, desto mehr macht es Sinn, Neuinvestments zurückzustellen. Die Rallye kann noch ein Jahr, vielleicht zwei Jahre laufen. Keiner weiß das. Ich fange jetzt an, ein Cashpolster anzusparen, um für den nächsten Crash gewappnet zu sein. Der nächste Absturz kommt bestimmt.
Blasen sind etwas natürliches, sie gehören zur Börse. Die Technologieblase (1999), die Immobilienblase (2006 USA, 2013 Deutschland), Anleihenblase (2013)... Eigentlich ist es einfach die Blasen zu erkennen. Nur gegen sie zu wetten ist verdammt schwierig. Denn Sie wissen nie, wie lange sich Übertreibungen aufplustern, bevor sie platzen.
Mit meinem Depot bleibe ich jedenfalls extrem langfristig investiert. Meine Aktien bleiben unverändert liegen. So wie ein alter Schinken, wie ein guter alter Wein, wie ein Cognac.
Anmerkung von Markus
geschrieben 25.05.2013
Die Sehnsucht möglichst schnell reich zu werden kommt bei vielen Menschen immer wieder mal durch...
Ein Vermögensverwalter hat mal gesagt, dass die richtig großen Vermögen zu 99 % über lange bzw. sehr lange Zeiträume entstanden sind.
Wachstum ist gut, sollte m. E. aber auch reel und mit der Natur und unserer Erde verträglich sein.
Anmerkung von stevoxx
geschrieben 25.05.2013 Website www.stevoxx.net
Der Mensch war viele tausende Jahre ein Sammler und Jäger. Das Verlagen nach "Mehr" ist somit unser Urinstinkt.
Der Homo Oeconomicus ist eine realitätsfremde künstliche Figur aus den Höhen des akademischen Elfenbeinturmes. Die Gier und das Verlangen nach Mehr ist der Kern jedes fortschrittlichen Geistes: Gier nach Geld, nach Wissen, Macht, Liebe.
Überall gibt es Schaufelverkäufer und Goldgräber. Unsere Wirtschaft funktioniert immer noch nach dem einfachen Prinzip des Angebots und Nachfrage.
Irgendwie sind wir alle Goldgräber. Und überall wird es findige Schaufelverkäufer geben, die uns liefern was wir suchen.
Sei es nun ein neuer Q7, ein Buch für mehr Seelenfrieder oder der schnelle Weg zum Reichtum über die Börse.
Lachen wird immer der Schaufelverkäufer.
Unsere Wissensgesellschaft vermittelt uns vermeintlich mehr Wissen. Tatsächlich nimmt aber das Rauschen extrem zu und unsere Fähigkeit selbständig zu denken in dramatischer Weise ab.
Lernen zu denken und kritisch zu denken sind schlussendlich die wichtigsten Eigenschaften in der heutigen Zeit.
Anmerkung von Turing
geschrieben 25.05.2013
@stevoxx
Der Homo oeconomicus ist ein Modell und Modelle werden immer dazu geschaffen, um einen komplexen Gegenstand vereinfachend darzustellen. Carl-Friedrich von Weizsäcker hat einst das Atomtröpfchenmodell geschaffen, um zu erklären, warum große Atomkerne instabiler sind. Deswegen hat Weizsäcker aber nie die Existenzberechtigung des Bohrschen Atommodells in Abrede gestellt.
Wenn heute neunmalkluge Wirtschaftswissenschaftler plötzlich herausfinden, der Mensch sei kein Homo oeconomicus, sondern viel zu komplexer, dann ist das wirklich zum Heulen. Diesen Leuten sollte man ihren Universitätsabschluss wieder wegnehmen.
Anmerkung von Turing
geschrieben 26.05.2013
Ist "Jeff Paul's shortcut to the internet million" ein echter Betrugsversuch oder Satire? Mir ist das Video zu plakativ; ein erfolgreicher Betrüger geht aber eher subversiv vor. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass die zwei Damen, so blöd wären, ihren Ruf zu ruinieren, denn immerhin sind die ja auf einen halbwegs guten Ruf angewiesen, wenn sie weitere Engagements im Fernsehen wahrnehmen wollen.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 26.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Danke für das Video. Aus meinen Erfahrungen kann ich nur sagen, dass der Anbieter solcher Fast Get Rich Modelle die Dollars verdient, jedoch nicht die Käufer. Aus meinen Erfahrungen kann ich nur sagen, dass es ein sehr langer Weg ist - viel Geld passiv über das Internet zu verdienen!
Vermögen kann man an der Börse auch nur langfristig aufbauen und das tue ich so wie Du auch Tim mit dem kontinuierlichen Investieren und Reinvestieren in US&Kanada Dividenden Aktien.
Nun der Jeff hat Träume verkauft: Schnell reich werden ohne groß arbeiten zu müssen im Internet. Statt 15.000 Dollar im Monat haben viele nur 8 Dollar im Monat oder noch weniger verdient...
Ich denke, die Schauspielerinnen wussten es zu dem Zeitpunkt nicht, als sie die Werbung machten, dass es sich um einen Trick handelte. Das kam hinterher raus. Ihnen fehlte wohl auch ein Schuss Skepsis. Die Schauspieler haben ihren Job gemacht und fertig.
Die Monatspauschale zog Jeff von seinen Mitgliedern jeden Monat brav ein, obwohl die kein Geld verdienten. Die Kunst für Gauner besteht darin, ganz schnell viele Kunden anzuwerben (Schneeball, TV). Kurz: Bevor es rauskommt, absahnen und dann abhauen.
Hier ist noch so ein Windbeutel, mit einem anderen System. 16 Jahre ist er alt. Die Kunden beschwerten sich später, dass sie kein Geld verdienen:
Anmerkung von Andreas
geschrieben 26.05.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Schnell und einfach reich werden - das gibt es einfach nicht. Wer das einmal begriffen hat, der wird wohl vor den meisten Betrügern gefeit sein.
Wir auf DieKleinanleger.com haben vergangenen Donnerstag auch einen Artikel zu "dubiosen Wertpapiervermittlern" veröffentlicht: Finanztipp #4 "dubiose Wertpapiervermittler"
Grundaussage: Wenn etwas zu schön ist um wahr zu sein, ist es das meistens auch ;-)
Wir Börsianer lieben komischerweise Wahrsager. Diese Glaskugelgucker. Ich rate zur Vorsicht. Es ist unmöglich die Börse voraussehen zu können. Nicht mal FED-Chef Ben Bernanke weiß, wo die Wall Street Silvester schließen wird.
Der DAX und der Dow-Jones-Index laufen im Sauseschritt nach oben. Nun mehren sich die Warnungen. Natürlich ist es sinnvoll über diesen Börsenboom kritisch nachzudenken. Wie weit können wir noch laufen? Wo kann das hinführen? War diese Rallye vielleicht zu schnell? Seit dem März 2009 geht es fast ohne Pause rauf. Vier Jahre lang. Im Schnitt dauern aber Erholungen vier bis fünf Jahre. Vielleicht kommt jetzt eine lange Pause? Niemand weiß das.
Fakt ist: Es steht uns irgendwann die nächste Korrektur bevor. Natürlich ist ein neuer Crash im Anmarsch. Irgendwann wird es knallen. Nur wissen wir nicht: wann die Kurse abstürzen werden.
Sie finden an der Börse jede Menge Dauermahner wie Mister DAX, Dirk Müller. Der warnt, seitdem ich ihn an der Börse verfolge, vor einem Crash. Und Sie finden Daueroptimisten. Jeder Experte hat seine Theorien, jeder hat seine Kursziele. Alles schön und gut. Problem ist nur: Es handelt sich lediglich um Vermutungen.
Schauen Sie diesem Experten auf die Finger. Der warnt im Oktober 2009 vor einer scharfen Korrektur: "Die ökonometrische Fair-Value-Analyse zeigt einen extrem überbewerteten Aktienmarkt.“ Anschließend setzte sich die Rallye fort. Sie begann eigentlich erst. Dreieinhalb Jahre lang ging es nach seiner Warnung weiter rauf. Bis heute. Was für eine Fehlprognose!
Im Herbst 2009 warnt das Handelsblatt vor einem Crash: „Das ist das höchste Niveau seit mehr als 75 Jahren“, fabuliert das Blatt. Statt Absturz erlebten wir eine der besten Rallyes eines Jahrhunderts.
Was lernen wir daraus? Extreme Pessimisten und extreme Optimisten liegen meist daneben. Im Schnitt schneiden die Pessimisten noch schlechter ab, weil die Börse um ca. zehn Prozent per annum auf Sicht eines Jahrhunderts steigt.
Eine Aktienblase sehe ich gegenwärtig nicht. Ich habe schon die Dotcom-Blase erlebt, das war völlig anders. Die KGVs rangierten im Jahr 2000 bei über 100, sofern es überhaupt Gewinne zu melden gab.
Wie gesagt: Ich wage keinerlei DAX-Prognose. Keine Dow-Prognose. Ich kann es leider nicht einschätzen. So sehr ich mich auch anstrenge.
Ich bin übrigens nicht allein. Die Mehrheit scheitert mit ihren Voraussagen und ihrer Aktienauswahl. 75 Prozent aller Fondsmanager schneiden auf lange Sicht schlechter als der Index ab. Leider, es ist traurig. Die Branche steckt in einer tiefen Sinnkrise. Selbst Börsenstar Warren Buffett schafft es seit etlichen Jahren nicht mehr, den Markt zu übertreffen.
Es gilt grundsätzlich: Je aktiver Anleger sind, ob Profi oder Laie, desto schlechter schneiden sie offenbar ab.
Welche Schlüsse können wir Anleger daraus ziehen? Versuchen Sie besser nicht, den Markt zu timen. Bleiben Sie langfristig in hochsoliden Aktien investiert. Gehen Sie vorsichtig mit Prognosen um.
Was in der gegenwärtigen Rallye hilft, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren: Verzichten Sie auf den Aktienkauf auf Pump, haben Sie keine absurden Erwartungen an die Börse, bleiben Sie langfristig engagiert, verzichten Sie auf das Trading.
Behalten Sie etwas Cash auf der hohen Kante, um in einer Korrektur nachkaufen zu können. Statt nur kleine heiße Firmen zu kaufen, setzen Sie hauptsächlich auf die Dickschiffe, auf die Marktführer. Bei den ganz Großen ist in der Regel das Risiko geringer. Ein kostengünstiger Indexfonds hat seinen Reiz.
Anmerkung von Turing
geschrieben 22.05.2013
Ich habe mir den FTD-Artikel angeschaut und als erstes fiel mir die Chartanalyse ins Auge. Sowas kann man generell nicht ernst nehmen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 22.05.2013
Es gibt Argumente für einen Crash aber auch für weiter steigende Kurse. Zum Teil sind die jeweiligen Argumente nicht schlecht. ;-)
Das einzige was mich beunruhigt ist die abartig gestiegene Staatsverschuldung in Amerika, Europa und Japan. Banken und Versicherungen wurden auch noch in Bonds getrieben.
Einmal hat es Amerika geschafft mit einer fin. Repression die Staatsverschuldung zu senken. Allerdings war in dem Zeitraum ein starker BIP-Anstieg...
Vieles deutet bei einem Anlagehorizont von 30 Jahren auf Währungsreformen hin...
Anmerkung von Felix
geschrieben 22.05.2013
Ich finde die nunmehr vierjährige Hause auch enorm und frage mich, wie lange kann das noch so weiter gehen. Die Eurokrise ist noch nicht ausgestanden. Mit Italien und Spanien, ggf. auch Frankreich warten dicke Brocken, die nicht wie Zypern behandelt werden können.
Bei diesem Anstieg darf man nicht vergessen, dass sie nicht viele mitgemacht haben, bzw. vorher in der Finanzkrise so große Verluste erlitten haben, dass sie gerade so wieder im plus sind.
Meine Schlussfolgerung als Contrarien: Jetzt die eher minderwertigen Aktienpositionen verkaufen und Cash aufbauen, zumindest ist jetzt für mich kein Zeit, um zu kaufen. Und erst dann, so wie 2009, aggressiv kaufen, wenn alle wieder meinen die Welt bräche zusammen. Sollte entgegen meinen Erwartungen der DAX munter bis 10.000 weitermarschieren, habe ich auch kein Problem; ich bin dann halt nicht voll investiert.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 23.05.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Nouriel Roubini meinte vor einiger Zeit, dass er nunmehr kurzfristig bullisch eingestellt ist. Kurzfristig, also auf Sicht von 1-2 Jahren. Wem das hilft...
Das Problem mit den Dauerpessimisten ist, dass sie hin und wieder auch mal Recht haben, andere in der Zwischenzeit aber jede Menge Geld verdient haben.
Dem Roubini folge ich seit einigen Monaten auf twitter. Der Star-Ökonom sitzt ständig im Flieger. Heute Paris, morgen London, dann Berlin, Rom, Madrid. Am Wochenende Istanbul, dann folgen Shanghai und Tokio. Zwischendurch ist er auch mal wieder in New York. Der Professor scheint ein Freisemester zu haben.
Anmerkung von Björn
geschrieben 23.05.2013
Richtig, niemand weiß nichts. Da die nominalen Stände gemessen an der Vergangenheit aber vergleichsweise hoch sind, würde ich jetzt auch nicht mehr einsteigen (leider bin ich nicht so massiv investiert, wie ichs gerne wäre...).
Zwei Dinge allerdings mal:
# bei deinen o.g. (und immer wiederholten) Aussagen müsstest du eigentlich mehr Werbung für ETF's und Gerd Kommer sein "Weltportfolio" betreiben. Wenn denn ohnehin kaum ein Fachmann den Markt schlägt, nicht mal der gute Warren seit 4 Jahren, warum dann nicht lieber "auf die Märkte setzen"!?!?
# womit ich nichts anfangen kann, sind sog. Kontra-Indikatoren. Du hattest kürzlich darüber geschrieben, ich war aber etwas spät mit meinem Kommentar. Welches ist denn jetzt der richtige Kontra-Indikator?? Du hattest dich darüber geäußert, dass die meisten sog. vorm Crash waren, was für ein weiteres ansteigen des Marktes spricht (stark vereinfacht dargestellt). Dem gegenüber sage ich jedoch, dass ebenso viele Experten meinen, wir sehen demnächst die 10.000. Selbst die Bildzeitung berichtet doch wieder stark über Aktien mit Otte und Müller (auch so ein gern genommener Kontra-Indikator). Also steht doch ein Abschwung ins Haus!?!? Man weiß es nicht ;-)).
Ansonsten weiter so...
Anmerkung von Michael C. Kissig
geschrieben 23.05.2013 Website www.intelligent-investieren.net
Sehr gute Einschätzung, Tim. Mir fallen dazu spontan zwei Weisheiten ein, die Deine Aussage stützen:
"Der sicherste Zeitpunkt für eine Prognose ist kurz nach dem Ereignis".
(Winston Churchill)
"An der Börse ist alles möglich. Auch das Gegenteil".
(André Kostolany)
Anmerkung von Markus
geschrieben 23.05.2013
Tja, niemand weiß nichts! ;-)
Ob ich jetzt als Pessimist bezeichnet werde, selbst wenn ich zu über 90 % investiert bin macht mir nichts aus.
Zumindest bin ich sehr skeptisch, was die Lobeshymnen auf Bundesregierung, EZB usw. angehen.
Als Realist, wenn man sich mal die Zahlen, versteckte Geldmengen, Flickschustereien usw. anschaut, muss man schon sehr nachdenklich werden. Wie sollen diese erdrückenden Schuldenstände ohne starke Einschnitte und ohne weitere Krisen auszulösen, gelöst werden?
Anscheinend muss erst die Krise noch stärker werden, damit in manchen Ländern ungeliebte Reformen durchgesetzt werden.
Das "Beste" hoffen, aber mit dem "Schlimmsten" rechnen. ;-)
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 23.05.2013
Viele der hier und woanders getätigten Aussagen, Meinungen, Prognosen, Befürchtungen und Gedankengänge hat man so sicherlich auch in den 70er Jahren gehört und gelesen. Und wo stehen wir heute?
Können die jüngeren "Investoren" überhaupt etwas mit dieser Epoche anfangen? Was gab es damals nicht für politische und finanzielle Schwarzmalereien. Alles vergessen heute.
Die Geschichte zeigt, dass es immer wieder Währungsreformen und Staatspleiten gegeben hat. Na und?
Wer langfristig in Topunternehmen investiert, partizipiert an der ökonomischen Zukunft der Menschheit.
Ich habe jetzt zu oft erlebt, dass Pessimisten auf den Crash gewartet haben, während die Börsen munter anzogen. Kommt es dann doch zur Korrektur, fehlt vielen der Mut (könnte ja noch schlimmer kommen) einzusteigen.
Ebenso unschön, wenn man dem Crash zuvorkommen will und verkauft.
Die Kurse steigen noch jahrelang munter weiter und man kann nur zusehen.
Das macht Buy-and-hold für mich so beruhigend.
Wäre schön, wenn mehr Börsenteilnehmer mal Revue passieren lassen würden.
Was ist denn aus all den Befürchtungen geworden?
Wer gibt mal zu, dass er sich kolossal geirrt hat?
Wer hat denn 2009 und 2011 die Chancen genutzt?
Der Crash soll nur kommen, ich will mein Cash loswerden ;).....
Anmerkung von Felix
geschrieben 23.05.2013
@ Sebastian
Schöner, abgeklärter Kommentar, der auch zeigt, dass man nicht ständig alle Infos, die so durch die Welt geistern, aufsaugen und verarbeiten muss. Aus einer gewissen Distanz und mit der Weitsicht vieler Erfahrungen relativieren sich viele der künstlich erzeugten Aufgeregtheiten.
Trotzdem ist es immer wieder schwer bei einem massiven Crash, seine Kohle zu nehmen und hoffnungsvoll zu investieren, während auf allen Kanälen der Weltuntergang zelebriert wird.
Anmerkung von Markus
geschrieben 23.05.2013 beispiellink
Für mich würde 1970 wesentlicher rosiger aussehen als heute...;-)
Anmerkung von Markus
geschrieben 23.05.2013
Ich habe eine sehr hohe Aktienquote und dies schon seit Jahren. Buy & Hold finde ich gut!
Allerdings diese jahrzehntelange Finanzierung auf Pump unseres schönen Wohlstandes muss irgendwann bezahlt werden! 1970 war so schlimm?
Sollte das System crashen, dann ist man vielleicht mit Aktien, Rohstoffen und Liquidität besser dran.
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 24.05.2013
@markus:
Ich meine die 70er Jahre (also die Dekade), nicht das Jahr 1970 isoliert!
Schau dir mal einen Graphen an, der von 1950 bis 1980 reicht. Zum Ende hin das pure Grauen!
Aus heutiger Sicht fast schon putzig....
Was ich sagen will: Die Interpretationen sind im historischen Kontext immer relativ!
Mit Topunternehmen (von mir aus auch mit ETF) ist man langfristig sehr gut aufgestellt.
Und der Zusammenbruch ganzer Wirtschaftssysteme war eben auch in den 70er Jahren (autofreier Sonntag - der Untergang der Zivilisation ;) )
Thema. Eine wunderbare Zeit, um sich mit herausragenden Unternehmen vollzuladen.
Anmerkung von Felix
geschrieben 24.05.2013
@Sebastian
In den 70er Jahren die herausragenden Unternehmen zu destillieren, die jetzt noch Bestand haben, war natürlich eine Herkulesaufgabe. Im IT-Bereich fiele mir beispielsweise nur IBM ein; Microsoft oder Apple standen noch gar nicht auf den Kurszettel. Aber andere damalige Platzhirsche wie Kodak sind zwischenzeitlich einfach verschwunden.
Also jetzt die Unternehmen zu identifizieren, die sich bis 2030 oder gar 2040 herausragend entwickeln und ihre Aktionäre reich machen, stelle ich mir unendlich schwer vor. Wir können, wie Tim sagt, allenfalls auf Sicht fahren aber nicht 10, 20 oder gar 30 Jahre voraussehen.
Oder was wären Ihre herausragenden Unternehmen für die nächsten, sagen wir. 10 Jahre?
Anmerkung von Frank
geschrieben 24.05.2013
Eine kleine Anmerkung zu Björns Kommentar und dem Hinweis auf Gerd Kommers Weltportfolio.
Ich dachte auch die Lösung aller Probleme gefunden zu haben, nachdem ich die Bücher Professor Martin Weber und Dr. Gerd Kommer las.
Es gibt einen Fonds, der genau das Kommer Depot nachbildet.
Leider ist die Performance schlechter als Festgeld.
Der WorlWideIndexFonds hat in 5 Jahren 1,37 Prozent p.a. erwirtschaftet.
Problem ist das bei einem Crash der ganze Gewinn der letzten Jahre mit Weg ist.
Und Crashen tut es halt regelmäßig alle paar Jahre.
Kaufen und halten macht extrem langfristig Sinn, aber mann sollte schon sehr jung sein und noch lange am Leben bleiben.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.05.2013
Ganz einfach gesagt ist es eine Katastrophe, wenn ich um die Zinsen eines Kredites zu bezahlen einen neuen Kredit aufnehme...
Wenn ich Top-Unternehmen wählen müsste, dann würde ich größtenteils "Siegel-Werte" nehmen. Günstig sind da aber schon viele nicht mehr... Noch ein paar Div-Aristokraten, nichtzykl. Konsum, Marke, Familien-AG`s dazu und dann andere Assets beimischen. Zeitlich gestreut beim Erwerb, Dividenden reinvestieren und monatlich oder quartalsweise investieren.
Mein Depot ist größtenteils ähnlich mit Kommer`s Weltdepot. Ich komme auf um die 14 % nominale, geometrische Rendite p. a. seit Dez. 2008. (4,5 Jahre). Wobei ich natürlich wenig Bonds habe. Was ist denn das für ein Produkt???
Deflation wäre leider bescheiden...
Hohe Inflation auch nicht toll...
Wenn wirklich das Worst-Case-Szenario kommen sollte, dann weiß niemand welche Assett-Klasse halbwegs vernünftig das Kapital erhält.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.05.2013
@Frank
Hab mir gerade dieses Konstrukt angeschaut. Ich denke der große Punkt war der Einstiegspunkt in 2008 und ein weiterer sind die doch ganz netten Kosten der Verwaltungsgebühr, KAG und Deoptkosten und zusätzlich die Subfondskosten... Ausgabeaufschlag von max. 5 %... Das hat wenig mit dem kostengünstigen Indexing zu tun...
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 24.05.2013
@Felix
Bleiben wir doch ruhig beim Du.
Erster Punkt bei der Aktienauswahl:
Eigenständig denken, nicht auf andere hören! Jeder hat einen eigenen Kompetenzbereich. Jeder fühlt sich mit anderen Werten wohl.
Man sollte "sein" Unternehmen und die Produkte kennen.
Mit herausragenden Unternehmen meine ich auch nicht die Verzehnfacher.
Ich meine ganz solide Unternehmen, die einfache Produkte verkaufen, die auch die nächsten 10 oder 20 Jahre benötigt werden.
8% Wertsteigerung über die Jahre sind doch völlig in Ordnung.
Der Zinseszins entwickelt nach 20 Jahren eine ungeheure Kraft.
Markus hat sehr gut zusammengefasst, auf welche Unternehmen man schauen muß. Bei Fisher, Buffett, Lynch, Town bekommt man weitere Hinweise, nach welchen Unternehmen man suchen muß.
Je langweiliger desto besser.
Kaufen die Menschen auch in zehn Jahren noch Zahnpasta und Geschirrspülmittel von Colgate-Palmolive? Sorgt das Branding von Nike und Adidas auch in zehn Jahren noch für verkaufte Kleidung?
Wird Walt Disney auch in zehn Jahren noch von Kinofilmen, Merchandise und verkauftem Spielzeug profitieren?
Hier meine ich eine ungefähre Ahnung zu haben.
In vielen anderen Bereichen (Solar, E-Mobilität, Biotech) habe ich dagegen nicht die geringste Ahnung und investiere nicht. Sicherlich wird es in diesen Bereichen Unternehmen geben, die sich im Wert verhundertfachen. Ich kenne sie aber nicht und überlasse das Spekulieren anderen.
Das Thema Kaufzeitpunkt ist dann eine ganz andere Sache....
Was sich für mich etabliert hat:
Wenn das Börsenchaos herrscht (Ausverkauf, Panik, Depression, Weltuntergang auf allen Kanälen), dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, auch Topunternehmen, die seit vielen, vielen Jahren ihre Gewinne steigern, zu günstigen Preisen zu kaufen. Dann halte ich einfach und warte ab.
Ich bin mir sicher, dass wir diesen Zeitpunkt irgendwann in Zukunft gemeinsam erleben. Dann heißt es mutig sein und zuschlagen. Die meisten werden dann aber von Aktien nichts wissen wollen....
Danke im übrigen an Tim für diesen ausgezeichneten Blog. Der rote Faden, der sich durch deine Beiträge zieht, hebt sich wohltuend vom großen Rauschen ab!
Colgate, Nike, Adidas und Walt-Disney - natürlich wird es diese global aufgestellten Unternehmen auch in Zukunft weiter geben.
Die Frage wird sein, ob diese Unternehmen kontinuierlich ihre Gewinne ausbauen können und auch die Dividendenzahlungen von Jahr zu Jahr steigern können.
Ich rate Ihnen, in die Kapitalflussrechnung zu schauen. Dort sehen Sie, wie viel Cash ein Unternehmen generiert und wo das Geld hinfließt. Besonders wichtig ist der Free Cashflow, sozusagen die freien zufließenden Barmittel. Die Zahl drückt aus, wie viel Geld nach Abzug der Investitionen dem Vorstand zur Verfügung steht: eben für Akquisitionen, Dividenden oder Aktienrückkäufe.
Der Cashfluss lässt sich kaum manipulieren. Unter Analysten gibt es den Spruch: „Cash flow is cash and is a fact. Net income is just an opinion“.
Der Überschuss hat weniger Aussagekraft. Im ausgewiesenen Gewinn steckt sehr viel Meinung drin. Er lässt sich stark beeinflussen, in eine Richtung biegen. So haben die Firmen Interpretationsspielraum. Wie viel ist das Lager wert? Inwiefern sind Forschungs- und Entwicklungsleistungen aktiviert? Was sind die Forderungen eigentlich wert? Wie bonitätsstark sind die Kunden? Anleger und Analysten greifen leider zu oft auf den Gewinn als Maßstab zurück.
Das Ergebnis kann Anlegern falsche Signale senden. Um eine Aktie bewerten zu können, hat der Gewinn isoliert betrachtet zu wenig Aussagekraft.
Es gibt Konzerne, die weisen schöne Gewinne aus, aber in der Kapitalflussrechnung zeigt sich ein Desaster: Wenn nämlich jeden Tag Cash verbrannt wird. Schauen Sie sich in diesem PDF das Firmenbeispiel auf den Seiten 5 und 6 an. Sie sehen: Steigende Erträge, ein wachsendes Eigenkapital, aber knallrote Cashflows.
Wenden wir uns nun einem positiven Fall zu: Ein besonders konservatives Management wird versuchen, den Gewinn möglichst kleinzurechnen. In der Kapitalflussrechnung können Sie womöglich die "wahre" Ertragskraft erkennen. Grundsätzlich ist es gut, wenn der operative Cashflow um ein zigfaches größer ist als der Gewinn.
Ein Turnaround kündigt sich oftmals im Cashflow an, später zeigt sich das erst in der Erfolgsrechnung. Wer also die Cash-"Floh"-Rechnung anschaut, kann mögliche Trends ausmachen. Wenn die Flöhe springen, ist das logischerweise super.
Ein Vorstand, der massiv das zufliessende Cash in Aktienrückkäufe pumpt, sendet uns Börsianer in der Regel ein positives Signal. Auch das sehen Sie in der Kapitalflussrechnung.
Ich gebe Ihnen ein anderes Beispiel: Haben Sie eine Solarfirma, die einen gigantischen Lagerbestand mit veralteten Solarzellen aufgebaut hat und ist dieser Bestand nicht ausreichend im Wert korrigiert worden, können Sie am Kapitalfluss sehen, dass kein Cash fließt, sondern die Solarzellen in das Umlaufvermögen wandern, sozusagen im Lagern schlummern. Das wird dann zu einer tickenden Zeitbombe. Irgendwann müssen die alten Solarzellen abgeschrieben werden. Eine Zeitlang kann ein Vorstand diese Abschreibung hinauszögern, bis irgendwann die Bombe platzt. Seien Sie vorsichtig, wenn der Lagerbestand schneller als der Umsatz zulegt.
Es gibt in den Geschäftsberichten viele Kniffe, die Sie beachten sollten. Ich gebe Ihnen ein anderes Beispiel: Bei Immobilienfirmen stecken die Grundstücke zu den Anschaffungskosten in den Büchern. Haben Sie eine 100 Jahre alte Immobilienfirma mit uralten Beständen, kann in der Bilanz ein versteckter Schatz schlummern. Ich nehme derzeit einige amerikanische Immobilienfirmen unter die Lupe. Erstaunliche Perlen können Sie da finden. Manchmal spiegelt der Buchwert nicht mal im Ansatz den Zeitwert („wahrer innerer Wert“) wider.
Schauen Sie sich am besten Unternehmen aus verschiedenen Winkeln an. Ein Unternehmen ist im Idealfall wie ein Gesamtkunstwerk zu betrachten. Beachten Sie die Historie von Umsatz, Ergebnis, Schulden, Cashflow, Dividenden, Aktienrückkäufe, Lagerbeständen… Außerdem geht es um Marktanteil, Marke, Konkurrenz, Management, Großaktionäre, Insider...
Fazit: Es zählt nicht nur der Überschuss oder das KGV, sondern es kommt auf den Gesamteindruck an.
PS: Der Schnappschuss ist vor Long Island im Atlantik vorige Woche entstanden.
Anmerkung von Martin
geschrieben 21.05.2013
Sehe ich auch so. Guter Artikel.
Zusätzlich zu Akquisitionen, Dividenden oder Aktienrückkäufen finde ich noch Schuldentilgung sinnvoll.
Anmerkung von ZaVodou
geschrieben 21.05.2013
Hallo Tim,
gut finde ich, dass Du darauf hinweist, dass man bei einer Aktie nicht nur auf die Gewinne (KGV) schauen soll, sondern auch auf andere Faktoren.
Ein entscheidender Faktor scheint ja der freie Cashflow (FCF) zu sein. Hier hätte ich mehr Infos gewünscht. Du musst bedenken, dass Du bei Euro am Sonntag auch für die "schwäbische Hausfrau" schreibst. Da wäre es interessant zu wissen, ob man den freien Cashflow irgendwo ablesen kann oder sich aus mehreren Positionen errechnen muss und
ab welchem KFCF ((Kurs geteilt durch FCF) eine Aktie interessant (günstig) ist, da der Ottonormalverbraucher meist nur was mit KGV, KBV und Dividendenrendite etwas anfangen kann.
Mich persönlich würde es interessieren, warum man diese Kennzahl (KFCFV: also Kurs geteilt durch den freien Cashflow), obwohl sie ja recht wichtig ist, nicht in den üblichen Börsenpublikationen (z.B. im Magazin Euro, das ich kenne, weil es in der Bücherei kostenlos ausliegt) findet. Zu finden sind meist Dividendenrendite und KGV. Wenn es noch etwas ausführlicher ist KCV (aber nicht KFCFV), KUV und KBV.
Anmerkung von Tim
geschrieben 21.05.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Martin
Stimmt. Schuldentilgung ist wichtig.
@ ZaVodou
Einfach erklärt:
Free Cash Flow = operativer Cashflow MINUS Investitionen
In der Kapitalflussrechnung heissen die Investitionen in den USA oft CAPEX.
Ich bin beeindruckt. Beeindruckt wie sich Microsoft-Gründer Bill Gates für die Kinder in Afrika einsetzt. Gates hat selbst drei Kinder mit seiner Frau Melinda. Es tut dem Milliardär unendlich leid, die kranken Kids in Afrika zu sehen. Er denkt oft: „Das könnten meine Kinder sein.“ Schauen Sie sich dieses Interview mit Charlie Rose an. Schlicht faszinierend. Er hat ein großes Herz.
Dieser "gescheiterte" Harvard-Student hat in seinem Leben unglaublich viel erreicht. Gutes für die Menschheit zu tun, das ist sein Lebensziel.
Er liest haufenweise Bücher. Unter TheGatesNotes.com finden Sie seinen Blog.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 20.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Danke für den Video Link Tim. Am Anfang kam Werbung von Pfizer. Wie gut das ich Pfizer schon im meinem Dividenden Depot habe.
Ich finde es toll, dass sich Bill Gates jetzt für die Kinder in Afrika kümmert, da er ja die operative Leitung für das Geschäft von Microsoft bereits in 2008 an Steve Ballmer abgegeben hat.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 20.05.2013
Ich habe auch großen Respekt vor Bill Gates!
Anders als ein Roman Abramowitsch macht er mit seinem riesigen Vermögen etwas sinnvolles. Abramowitsch lässt sich eine Yacht nach der anderen bauen. Wehe es hat mal einer eine 1 Meter längere. Was muss der für Komplexe haben.
Männer wie Gates hinterlassen ihren Fussabdruck auf der Erde. Er kann wirklich behaupten die Welt ein klein bisschen besser gemacht zu haben. Er hat begriffen, dass es nichts bringt mit 70 Milliarden irgendwann in den Sarg zu steigen...
Leider muss sich der Mann für seine Arbeit auch noch kritisieren lassen. Er würde nach Gutsherrenart entscheiden was passiert. Na und? Er geht es wenigstens an. Sollen sich die Kritiker mal fragen was sie für die Welt getan haben.
Ich habe ohne Ende Literatur über Warren Buffett gelesen. Vor einigen Jahren hatte ich mit Buffett auf seiner Hauptversammlung in Omaha sogar kurz sprechen können (mein Foto). Ich glaube, ich habe seine Lebensweisheiten jetzt weitgehend zusammen. Es ist ein Extrakt aus vielen Jahren des Lesens und Lernens über Buffett. Ich habe die folgenden 16 Lebensweiten aus der Sicht des Börsenaltmeisters formuliert.
1. Habe die richtigen Vorbilder in Deinem Leben. Hast Du gute Idole gewählt, klappt der Rest von ganz alleine.
2. Geld ist nicht mein Motivator. Als ich meinen ersten Job annahm, wollte ich für lau arbeiten. Wichtig ist: Die Arbeit muss Dir verdammt viel Spass bereiten. Der Rest passiert von ganz alleine. Ganz ohne Dein Zutun. Ich kassiere ein Jahresgehalt von 100.000 Dollar seit einer Ewigkeit. Mehr möchte ich nicht verdienen. Mehr brauche ich nicht zum Leben.
3. Feilsche nicht. Bleibe fair. Wenn ich ein Familienunternehmen übernehme, verhandle ich niemals den Preis. Ich akzeptiere einen fairen Preis. Mir ist es wichtig, dass der Verkäufer sich wohl fühlt und mithilft, dass das Unternehmen weiterhin wächst und gedeiht.
4. Sei immer ehrlich, ehrenhaft, ziehe niemanden über den Tisch. Ich behandle meine Geschäftspartner und Kunden wie Freunde. Sie sollen sich wohlfühlen. Ich möchte zufriedene Aktionäre.
5. Lebe unterhalb Deiner Verhältnisse. Ich fahre zehn Jahre alte Autos, ich kaufe die Rostlauben gebraucht. Was mein Nachbar über mein Auto denkt, ist mir egal.
6. Bilde Rücklagen. Verzichte auf unnötigen Luxus. Kredite brauche ich nicht.
7. Investiere langfristig. Von dem ganzen Hin und Her habe ich nichts. Ich möchte am langfristigen Erfolg von Unternehmen verdienen. Vom Zinseszins. Dieser speist sich aus den Kursgewinnen und Dividenden. Ich halte die Steuern und Transaktionskosten so gering wie möglich. Nur hochsolide, profitable Unternehmen landen in meinem Depot. Sanierungsfälle (Textilmühlen etc.) sind nicht mein Schwerpunkt.
8. Wenn Dir jemand ein Produkt verkaufen möchte, überlege immer, wie viel die Person damit verdient.
9. Umgebe Dich mit den richtigen Leuten in Deinem Leben. Versuche von ihnen zu lernen, kopiere sie. Entwickle einen exzellenten Charakter.
10. Lese, lese, lese. Ich lese jeden Tag endlos viele Stunden. Mein Geschäftspartner Charlie Munger macht das so wie ich. Die Mehrheit der Menschen verzichtet darauf. Mich wundert das. Beim Lesen lerne ich unglaublich viel. Schade, dass der Tag nicht mehr Stunden hat. Ich lese Bücher, Zeitungen, Geschäftsberichte, Magazine... Ab und an gehe ich ins Internet, wenn ich zuhause bin. Mir gefällt die Musik von Frank Sinatra auf Youtube sehr gut. Manchmal kann ich stundenlang Musik hören. Die Vorschläge für neue Videos auf Youtube sind amüsant.
11. Eigentlich gehe ich gar nicht gerne aus. Die vielen Parties gehen mir richtig auf die Nerven. Die Hochzeit mit meiner Frau habe ich in ganz kleinem Rahmen zusammen mit meiner Familie gefeiert. Ich gebe zu: Am liebsten gehe ich zur Arbeit und lese.
12. Ich rate Dir: Lerne gute Reden schwingen zu können. Was hatte ich früher Angst, wenn ich einen Vortrag halten musste. Ein Lehrgang hat mein ganzes Leben verändert. Ich habe all meine Ängste überwunden und kann nun endlos vor anderen plaudern.
13. Die meisten Menschen haben ein sehr gutes Herz. Vertraue ihnen. Du brauchst nicht, jeden Deal in Papierform zu bringen. Im Umgang mit Menschen hilft Dir Deine Intuition weiter.
14. Vertraue in Deine eigenen Fähigkeiten, lerne Dein Leben lang, investiere vor allem in Dich selbst. In Deine Ausbildung.
15. Deine Familie ist eine große Stütze für Dich. Kümmere Dich um sie. Schätze sie. Erfolg basiert darauf, wie viele echte Freunde Du hast und nicht wie viel Geld auf Deinem Konto schlummert.
16. Vergesse nicht, für wohltätige Zwecke zu spenden. In unserer Bevölkerung gibt es schwache Menschen, die die Zuwendung der Starken benötigen. Vergesse das nie.
Das Buch basiert zwar nicht auf den neuesten Nachrichten. So erschien die Originalversion 2005 in englischer Sprache. Trotzdem hilft es sehr, einen guten Überblick über seine Methoden zu bekommen.
Übrigens hat Buffett im zurückliegenden Quartal seine Aktienpakete an Wells Fargo, IBM und Wal-Mart aufgestockt. Den Rüstungskonzern General Dynamics verkaufte er komplett. Bei dem Medien-Spinnoff Starz riss er sich einige Anteile unter den Nagel. Für Aktienabspaltungen kann er sich begeistern, weil die Kurse oftmals nicht das ganze Potential widerspiegeln.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 17.05.2013
spannender Artikel, empfehlenswerte Website,
danke für die zahlreichen Denkanstöße
Anmerkung von Gordon Gekko
geschrieben 17.05.2013
So ich verabschiede mich ausdiesem Blog. Das nimmt m.E. schon sektenhafte Zuege an, wa hier publiziert wird, das ist ja wirklich unterste Schublade, noch dazu von einem der weder eine Uni besucht hat noch ein Ausbildung in der freien Wirtschaft genossen hat sondern im Schoss der Sparkassen, laecherlich...Mich kotzt wirklich an, wie Leute ohne entsprechende Ausbildung von sich meinen, etwas wichtiges sagen zu koennen. P.S. Die hierauf üblicherweise folgenden Kommentare kenne ich bereits und werde darauf nicht antworten
Anmerkung von Felix
geschrieben 17.05.2013
Zu Warren Buffett:
Kann es sein, dass Warren Buffett zu einem Mythos hochstilisiert wird? Über ihn sind wahrscheinlich mehr Bücher geschrieben worden als über sämtliche US-Präsidenten zusammen. Von Nobelpreisträgern, Wissenschaftlern, Erfindern, Unternehmern usw., welche die Welt wirklich weitergebracht haben, ganz zu schweigen.
Ich glaube, dass alle Klein- und Kleinstanleger ihre Reichseinfantasien in diese Figuren hineinprojizieren. Dabei ist Warren Buffett nicht an der Börse reich geworden, sondern zunächst dadurch, dass er sich direkt an Unternehmen beteiligt, bzw. diese vollständig übernommen hat. Er ist also eher ein private Investor als ein Börsenanleger. Die Börse kam erst später dazu.
Warren Buffett ist also mehr zufällig zu der Kultfigur aller Börsenanleger dieser Welt geworden.
Anmerkung von Alex
geschrieben 17.05.2013
@felix
auch wenn es natürlich stimmt, dass andere leute mehr für die Menschheit geleistet haben als buffett und dafür weniger anerkennung bekommen
und dass der normalanleger buffetts erfolg mit einem Direktanlagekonto natürlich nicht so einfach nachmachen kann (leverage durch float, eingriffe in das management...)
wieso musst du etwas zu thema sagen obwohl es falsch ist?
es stimmt nicht das buffett mit aufkäufen ganzer firmen begonnen hat. angefangen hat alles in seinen partnerships mit den moodys-manuals und den cigarbutts.
und davor war er bei Graham/Newman und hat cigarbutts und GEICO Aktien gekauft.
Anmerkung von Chris
geschrieben 18.05.2013
Tschüs Gordon, leb wohl!
Anmerkung von Tom
geschrieben 18.05.2013
Gut Ding will Weile haben ;-)
Erst in den letzten Jahren hab ich das Wissen hinter den Redewendungen der Grosseltern so richtig verstanden.. (Warren ist ja, by the way, auch Opa ;-)
Langfristig fährt man mit diesen einfachen Tipps (unter anderem auch "Lebensgesetzen") am besten.
Einen Punkt möchte ich betonen. Spenden an Bedürftige. Ich finde wir haben mehr als genug in Europa. Meiner Meinung nach können wir 5-10% vom Einkommen problemlos spenden ohne Einbussen zu erfahren. Ich kann es selber bestätigen. (bin alleinverdiener, hab frau und zwei kinder)
Und: Behandle Andere so, wie Du auch selber behandelt werden willst..
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 18.05.2013
Über Warren Buffett sollte wirklich so langsam alles gesagt sein.
Wenn man sich mal die Forbes-Liste der 10 Reichsten (Stand 2012 laut Wikipedia) anschaut, wird klar, dass einige allzeit präsent sind und um einzelne ein übertriebener Hype gemacht wird, während andere in der öffentlichen Wahrnehmung so gut wie gar nicht stattfinden:
Carlos Slim Helú, Bill Gates, Warren Buffett, Bernard Arnault, Amancio Ortega, Larry Ellison, Eike Batista, Stefan Persson, Li Ka-shing, Karl Albrecht
Warren Buffett liefert als lustiger verschrobener Onkel natürlich immer brav die Stories und Bilder, die die Medien lieben. Und die stürzen sich dankbar darauf.
Anmerkung von aksoy
geschrieben 18.05.2013
Naja, was an Buffett halt fasziniert, ist dass der lediglich mit gesundem Menschenverstand und obsessiver Beschäftigung mit Ökonomie zu Reichtum gekommen ist. Und dass der eben ein fairer Geschäftsmann ist.
Das unterscheidet den schon von vielen anderen Reichen, die einmal zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle waren (bzw. eine gute Idee hatten) und sich dann mit Agressivität, schmutzigen Tricks und Lobbyismus die Milliarden unter den Nagel gerissen haben.
Insofern lese ich immer wieder gerne über Buffett, auch wenn sich natürlich vieles wiederholt...
Anmerkung von Markus
geschrieben 18.05.2013
Das bemerkenswerteste ist die Ehrlichkeit und Loyalität, wenn man sie denn aus der Ferne bewerten kann...
Davon könnte mancher Kleinanleger, der so negative Einstellungen wie: "Hinter jedem großen Vermögen steht ein Betrug" vermutet, profitieren.
Anmerkung von Turing
geschrieben 19.05.2013
Was ich an Buffet besonders schätze, ist seine Bescheidenheit. Er gönnt sich gerade mal 100000 $ Gehalt pro Jahr. Obwohl er so viele Menschen zu Millionären gemacht hat, könnte er sich problemlos mehr rausholen und die Aktionäre würden es ihm herzlichst gönnen.
Ich finde es komisch, warum die Menschen in Deutschland nicht einfach Buffets Weg mit einfachen Regeln gehen, stattdessen ständig auf dubiose Betrüger reinfallen. In Deutschland ist zur Zeit die Pleite von S&K ein Riesenthema. Es zeigt sich, dass in Deutschland die finanzielle Bildung fehlt. Wie sonst ist es denn zu erklären, dass S&K ausgerechnet nach der Immobilienkrise richtig an Fahrt aufnahm. Ich verstehe es nicht. Sobald die Aktienkurse fallen, verkaufen die Leute wie blöde ihre Aktien. Wenn aber eine Immobilienblase platzt, die Milliardenschäden auf der ganzen Welt anrichtet, dann investieren die Leute in vermeintlich sichere Immobilien, in "Betongold", weil Aktienkurse (nicht zufällig) zur gleichen Zeit auch im Keller waren. Was die Aktienkurse von Unternehmen wie Bayer, BASF, Generals Mills und K+S mit einem platzenden Immobilienmarkt zu haben, werde ich wohl nie verstehen. Liegt vielleicht daran, dass Unternehmen wie Lehman Brothers, HypoRealEstate und Commerzbank infolge der Krise weniger Kalisalz und Kunststoffe kaufen. Der Kurs von Bayer hätte sogar steigen müssen, denn die Nachfrage nach Aspirin steigt in schwierigen Zeiten. :-)
Was hat eigentlich Tim Schäfer über S&K zu sagen? S&K hat ja auch Fondsgesellschaften aufgekauft und das Geld der dortigen Anleger umgeleitet. S&K liefert einen weiteren Grund gegen Aktienfonds.
Anmerkung von Felix
geschrieben 19.05.2013
Ich stimme den vorherigen Beitrag zu:
Breit gestreut in Weltkonzerne, möglichst Marktführer mit guter Dividendenhistorie, zu investieren, hält das Risiko überschaubar.
Zwar stürzen auch da ein paar ab (NOKIA, eon, die Banken) und es kommt zu Betrugsfällen und Pleiten (Enron, Lehmann), aber das ist verkraftbar, wenn man keine Position über 5 % seines Portfolios anwachsen lässt.
Buffett hält von breiter Diversifizierung eher nichts; mit seiner Expertise setzt er auf konzentrierte Portfolios. Mit Cola ist im das ja auch prächtig gelungen. Für den Privatanleger ist diese Strategie jedoch riskant, weil er nicht die Insiderinformationen oder gar Zugriff auf das Management hat.
Anmerkung von Musti
geschrieben 19.05.2013
Ich denke man sollte nicht alles was Buffett sagt auch ernst nehmen.
Wenn man ihn reden hört, dann schwört er auf Hold and buy.
Aber seit einiger Zeit passt es nicht , was er sagt.
Siehe tesco, mondelez, Archer. Er im letzten Quartal gekauft bzw. Vorletztes und jetzt wieder abgestoßen .
Sein Kommentar dazu ( wie immer) dass sind seine Beiden Manager.
Daher sollte man das ganze wie eine Bar sehen, sich die wichtigen Infos aus den Büchern rausholen und seinen eigenen Cocktail mixen.
Außerdem denke ich dass ein konzentriertes portfolio für den Anfang ein gute (natürlich riskante ) Taktik ist. Erst wen man den Break Even point erreicht hat, kann man über Diversifizierung nachdenken.
Das wichtigste ist , so schnell wie möglich aus den Start.ochern zukommen !
Anmerkung von Joern
geschrieben 19.05.2013
Nun ja, das mit der Bescheidenheit ist das so eine Sache.
Sicher ist, dass Herr Buffett für seine Tätigkeit bei Berkshire Hathaway nur 100.000 $ erhält. Jedoch ist sein Jahreseinkommen deutlich höher.
Bei der letzten Presidentschaftswahl in den USA hat er sich bzgl. der Besteuerung zu Wort gemeldet.
Aus diesem Artikel der Zeit geht hervor, dass er im Jahr 2010 7.000.000 $ Steuern bei einem Steuersatz von 17,4 % gezahlt hat. Somit war sein zu versteuerndes Jahreseinkommen ca. 40 M$. Somit fallen die 100 k $ von Berkshire Hathaways nur maginal ins Gewicht.
Laut der Biographie über ihn " Das Leben ist wie ein Schneeball" hat er, bevor er seine Partnerschaft gegründet hatte, sein Vermögen geteilt. Ein Teil ging in die Partnerschaft, der andere Teil wurde verwendet um aus den Erträgen die Haushaltskosten zu decken.
Wen man die in dem Buch beschriebenen Privatjetflüge mit der Famile in den Urlaub betrachtet, dann ist der Lebensstil nur oberflächlich als bescheiden zu bezeichnen.
Ansonsten Vielen Dank für diesen Blog. Ich lese ihn regelmäßig gerne.
Manchmal denke ich, der Finanzmarkt ist ein Sauhaufen. Es geht dabei nicht nur um diese 2 dubiosen Leute von diesem merkwürdigen Immobilienfonds, die jetzt im Gefängnis sitzen. Es geht vielmehr um das Ganze. Wenn ich mir anschaue, was alles passiert ist in den vergangenen 10 Jahren, denke ich: "Meine Güte, was für eine Unmoral." Manipulierte Libor-Zinssätze, betrügerische Immobilienpapiere im Milliardenvolumen, Banken helfen beim Steuerbetrug, beim Waschen von Schwarzgeldern, gleichzeitig stecken sich die Obersten absurde Millionensummen in die eigenen Taschen...Das ging solange gut, bis das System kollabierte und Panik ausbrach.
Wir brauchen einen fairen, transparenten, ehrlichen Kapitalmarkt. Wie es so weit kommen konnte, ist mir unbegreiflich. Wo haben da manche Menschen ihre Moral und Ethik gelassen?
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 20.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
@Gordon: Good Bye ! BTW: Ich weiß Du wirst es nicht mehr lesen, wieso brauch man umbedingt ein Studium, um in einem Bereich des Lebens ein Experte zu sein? Schau Dir doch die "Verkäufer" bei der örtlichen Sparkasse an, was sie Dir für 100.000€ Anlagesumme alles für schöne Fonds verkaufen wollen. ;-)
zu 1) 100.000 EUR Jahresgehalt reichen auch vollkommen aus, um ein gute Leben leben zu können und Geld zum investieren in Dividenden Aktien zu haben. Warren verdient aber viel mehr, als nur die 100.000$ von Berkshire.
zu 5) Mein BMW ist jetzt auch schon 10 Jahre alt - zum Glück noch kein Rost am Auto.
zu 6) Auf unnötigen Luxus verzichte ich auch. Kredite - maximal für einen Hauskauf.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 20.05.2013
@ Gordon Gekko:
Meinst du, dass du was besseres bist weil du studiert hast? Mach doch auch ein Blog und dann zeig mal, dass du es besser kannst.
@ Tim:
Ich habe auch etliche Bücher über Warren gelesen. Du hast es echt sehr gut zusammengefasst. Warren bietet nunmal in diesen schwierigen Zeiten einen Orientierungspunkt. An wem kann man sich denn sonst orientieren? 99% der Akteure wollen doch nur selbst Geld mit ihren Ratschlägen verdienen. Warren hat keine Hintergedanken.
Wer an der Börse erfolgreich sein will, braucht einen klaren Verstand. Einfache Gedankengänge reichen völlig aus, um den Durchblick zu bekommen. Haben Sie schon Analysten im Fernsehen beobachtet, die einen Kauderwelsch daherreden? Wenn solche „Experten“ komplexe Formeln verwenden, 200-Tage-Linien erörtern, das Sharpe Ratio, Beta und Alpha erwähnen und die Wurzel aus irgendeinem Zeug ziehen, werde ich vorsichtig. Es kann nämlich sein, dass so jemand den Überblick verloren hat.
Der gesunde Menschenverstand genügt. Sie brauchen weder das Alpha noch das Beta berechnen. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die besten Stars wie Warren Buffett, Carl Icahn oder George Soros ganz simpel Zusammenhänge beschreiben?
Ist eine Währung überteuert oder eine Aktie aussichtsreich, lässt sich das klar und einfach erklären.
Bevor Buffett als Langfristinvestor eine Aktie kauft, überlegt er: Wie werden die Produkte wohl in zehn oder zwanzig Jahren verkauft? Gibt es für Coca-Cola-Dosen eine nachhaltige Nachfrage im Jahr 2020 oder handelt es sich eher um ein Modethema? Buffett schaut in die Bilanz, ob sie stabil ist. Er blickt in die Kapitalflussrechnung, ob das Cash schön sprudelt. Er nimmt die Dividende unter die Lupe, die Gewinne, die Historie usw. Komplexe Formeln hat der Guru aber nicht im Kopf.
Es gibt also keine perfekte Formel, um die Bewertung einer Aktie zu überprüfen. Es zählt der gesamte Eindruck eines Unternehmens. Value Investing ist eine Art Kunst. Sprudeln die Gewinne noch in zehn Jahren und ist die Bewertung nicht irre, ist ein Qualitätsunternehmen ein möglicher Kaufkandidat für Buffett.
So sollten Sie vorgehen. Ist die Börse um 30 bis 50 Prozent eingebrochen, was wollen Sie da groß berechnen? In einem solchen Fall bietet sich natürlich eine schöne Nachkaufchance. Ob nun die 200-Tage-Linie passt oder nicht, ist Wurst egal.
PS: Das Grafiti entdeckte ich in Reykjavík (Islands Hauptstadt).
sofern der gesamte Markt um 30 oder 50% einbricht, sehe ich das Vorgehen genauso. Das sind gute Gelegenheiten neue Aktien hinzukaufen zu können, selbst wenn es (vorübergehend) sogar noch weiter abwärts geht.
Falls sich Einzel-Aktien deutlich schlechter als der Gesamtmarkt entwickeln, dann wäre ich bei diesem Titel vorsichtig. Dann könnte dort irgendetwas faul sein.
VG
Lars
Anmerkung von stevoxx
geschrieben 16.05.2013
Sehr guter Artikel. Mir fällt dazu ein Zitat von L. da Vinci ein:
"Simplicity is the ultimate form of sophistication"!
Wir leben in einer extremen Komplexitätsgesellschaft, sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.
Kritisch denken und lernen zu lernen sind vielleicht die wichtigsten Eigenschaften überhaupt.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 16.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
Tim, sollte der Markt um 30% bis 50% einbrechen, werde ich weiterhin Dividenden Aktien für mein Dividenden Depot kaufen. Kein Frage!
Wieso sollte man besondere Vorsicht walten lassen, nur weil sich eine Aktie schlechter als der Gesamtmarkt entwickelt? Damit würdest Du "dem Markt" ja eine Allwissensmacht zubilligen, was dem Value-Investing-Ansatz komplett widerspricht. Denn der geht ja gerade von Marktineffizienzen aus, so dass man Aktien unterhalb ihres inneren Wertes kaufen kann, eben WEIL dieser vom Markt nicht erkannt wird.
Darüber hinaus ist ein Vergleich mit der Marktperformance doch eine Stichtagsbetrachtung bzgl. eines (willkürlich gewählten) Zeitraumes. Nimmt man z.B. den Kurs von Apple, so weist dieser bis Ende 2012 eine erheblich bessere Kursentwicklung als der Gesamtmarkt auf. Bezieht man die letzten Monate mit ein, ist diese Überperformance deutlich weniger ausgeprägt. Und betrachtet man nur das Ergebnis 2013 ist Apple ein Börsenkapitalvernichter par excellence und das in einer Zeit, wo der Dow Jones von einem historischen Höchststand zum nächsten eilt.
Die Markteffizienztheorie erklärt den Leuten, sie könnten auf das Denken verzichten und trotzdem an der Börse Geld machen. Deshalb ist sie populär. Ansonsten hat weist sie mehr Löcher auf als ein Schweizer Käse - und genau das ist sie auch: Käse.
Anmerkung von Markus
geschrieben 16.05.2013
Sowohl die EMT als auch die Value-Analyse haben ihre "daseinsberechtigung"!
Gewinne zuverlässig in die Zukunft zu interpolieren hat schon etwas von Hellseherei.;-)
Zumindest seit Dez 2008 inklusive Immos, Liquidität und Rohstoffen hat die EMT manchen Anlegern um die 13,5 % p. a. nominal und nach Kosten gebracht...;-) Auf ein Gesamtdepot und nicht nur wieder die schönen Einzelbeispiele...
Anmerkung von Dmitri
geschrieben 16.05.2013 Website www.moospara.de
Ich glaube, mit dem gesunden Menschenverstand fährt man langfristig einfach besser. Nicht nur was das Investieren betrifft.
Wenn ich ein Unternehmen gekauft habe von welchem ich überzeugt bin, dass es in 20 Jahren immer noch existiert und Gewinne abwirft, so kann es mir doch egal sein ob der Kurs teilweise um mehr als 50% eingebrochen ist.
Übrigens verstehen viele Unternehmen diese Aussage als Teil ihrer Corporate Identity. Mitarbeiter werden ermutigt in jeder Situation einfach nach ihrem gesunden Menschenverstand zu handeln.
Und siehe da – auf bestimmten Ebenen funktioniert es nachhaltig einfach!
Anmerkung von Kayo
geschrieben 16.05.2013 Website www.arsamo.de
Ja, Einfachheit ist meistens am Besten.
Pareto eben, mit 20% Aufwand erreicht man 80% des Möglichen.
Die 100% schaffen nur Buffett & Co ...
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 16.05.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Ich habe neulich Dirk Müllers neuestes Buch "Showdown" gelesen. Seinen fragwürdigen Krisenerklärungsansatz, vereinfacht gesagt: die Amerikaner haben kein Interesse an einem starken Euro, die Russen haben kein Interesse an einem starken Europa, lasse ich mal außen vor, denn sein Konzept, wie man Europas Wirtschaft wieder auf Vordermann bringen könnte, ist durchaus beachtenswert.
Er ist der Meinung, dass es eine gesamteuropäische Energiewende geben müsste. Mal abgesehen vom Klima- und Umweltschutz hätte das nämlich zur Folge, dass in Europa Arbeitsplätze entstehen würden. - Windkraft-, Photovoltaik-, Geothermie-, Biogas-, Wasserkraftanlagen und was es sonst noch alles gibt, müssten hergestellt, gewartet, verbessert, Stromtrassen gebaut werden etc.
Er erklärt auch, und das ist der beste Teil des Buches, wie die Energiewende finanziert werden könnte. Nämlich indem die Staaten und die EU die Investitionen in die Erneuerbaren mit einer Art staatlichen Ausfallgarantie belegen. Also Investoren, Gläubiger und Eigentümer schützen und zusätzlich den Versicherungen/Pensionskassen etc. erlauben, ausfallsicher in diese Produkte zu investieren. Da diese derzeit bekanntlich, praktisch alternativlos, in Staatsanleihen investieren müssen, gäbe es auch ein Rendite-Interesse seitens dieser institutionellen Investoren.
So viel zu seinem Buch. Er sprach noch davon, dass er überall wo er seine Konzepte und Ideen vorstellt, auf Begeisterung stößt. Na dann. ;-)
Interessant ist noch, dass BMW in diesem Jahr, ähnlich wie Tesla, ebenfalls ein Elektro-Auto auf den Markt bringen möchte. BMW rechnet damit, dass sie mit dem i3 durchaus mehrere zehntausend Stück verkaufen könnten und damit Gewinn mit dem Flitzer erzielen werden. O-Ton Reithofer
Sehr zuversichtlich äußerte sich ein BMW-Ingenieur, der davon sprach, dass die Leistungsfähigkeit der Batterien bis zum Ende der Dekade um das Zehnfache gesteigert werden könnte!
Fazit: Überall Optimisten. Wenn man sich überlegt, dass für Sprit in Deutschland dreistellige Milliardenbeträge ausgegeben werden und ein großer Teil hiervon ins Ausland geht (Ölunternehmen+Scheichs), dann kann man sich vorstellen, dass die Energiewende im Zusammenspiel mit einer modernen Fahrzeugantriebstechnik der Wirtschaft einen neuen Schwung verleihen könnte. Die Karten würden jedenfalls in einigen Branchen neu gemischt.
Ich werde die Nachrichtenlage in Zukunft jedenfalls in diese Richtung hin verfolgen.
Was viele Jahre und Jahrzehnte utopisch und visionär klang, um nicht zu sagen verträumt, scheint nunmehr durchaus erreichbar zu sein.
Fest steht jedoch, dass dies auf mehrere Jahre und Jahrzehnte ausgelegte Entwicklungen sind und hier vielerlei Interessen vermengt sind.
Gruß Matthäus
Anmerkung von Mario
geschrieben 17.05.2013
Hallo zusammen,
ich halte die Methanisierung in dem Zusammenhang für viel beachtenswerter. Theoretisch sollten damit die Energieprobleme der Zukunft gelöst sein. Es gibt meines Wissens schon Pilotanlagen in Deutschland z. Bsp. (http://blog.audi.de/2012/12/14/audi-baut-weltweit-erste-e-gas-anlage/).
Eigentlich eine Technologie der Zukunft. Wir können nur hoffen, dass die Fehler der Solarenergie nicht wiederholt werden (Subventionierung).
Schöne Pfingsten an alle
Mario
Anmerkung von Markus
geschrieben 17.05.2013
Ausfallgarantien des Staates... ;-)
Ich dachte, diese tolle Option hatten und haben wir aktuell noch bei den Banken. Das treibt solche Blüten und Ausartungen, dass das ganze nichts mehr mit nachhaltig zu tun hat.
Beim gesunden Menschenverstand müsste man sich überlegen, ob die stolzen Depotstände und Renditeangaben, die viele (mich eingeschlossen) momentan proklamieren, nicht ein Antiindikator sind. ;-)
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 17.05.2013 Website www.welt-im-wandel.net
@Markus
Die Ausfallgarantien oder auch Rettungsbemühungen haben sich bewährt. Keine systemrelevante Bank und kein systemrelevanter Staat steht kurz vor dem Zusammenbruch.
Bei all dem Erfolg den die Krisenmanager also haben wundert es mich nicht, dass Dirk Müller nun auf die Idee kommt, dieses bewährte Vorgehen auch auf den Bereich der Energiewende auszuweiten.
Ich schreibe das komplett ironiefrei. Die Wirtschaft hat sich seit 2009 erholt, die Börsen sind rasant gestiegen und ein Auseinanderbrechen des Euro ist solange denkbar unwahrscheinlich, wie das bestehende Team aus Bundesregierung, EZB und EU-Kommission an der Macht ist.
Der gesunde Menschenverstand sagt mir des Weiteren, dass es Sinn macht, die Energiewende in allen Bereichen voranzutreiben, weil dann ja das Geld, das für Energie ausgegeben wird im Inland bleibt. Wenn auch nicht komplett, bedenkt man die Globalisierung. Andererseits will die EU die einheimische Wirtschaft schützen und Solarzellen aus China mit Zöllen belegen... zum einen ziemlich spät, zum anderen entgegen den Regeln der freien Marktwirtschaft in einer globalisierten Welt... Wie dem auch sei.
"Cui buno? - Wem nützt es?" - Diese Frage, empfiehlt Müller, sollten sich seine Leser immer wieder stellen.
Die Energiewende nützt im Grunde fast niemandem. Der Staat müsste auf seine Mineralölsteuereinnahmen verzichten, angenommen die Automobilfirmen würden ihre Boliden tatsächlich auf Elektro, eGas, Wasserstoff etc. umrüsten. Die russischen Oligarchen stünden, genauso wie die arabischen Scheichs, komplett leer da. Die Energiewirtschaft stünde vor gewaltigen Umbrüchen, Stromkonzerne (E.On, RWE etc.) genauso wie Ölunternehmen (Shell,Exxon etc.)
Kein Lobbyist außerhalb des Green-Technology-Bereichs hat ein Interesse, dass es so weit kommt. Das rohstoffreiche Russland hat kein Interesse, dass es so weit kommt. Und auch die Vereinigten Staaten haben kein Interesse, dass es so weit kommt, weil Rohöl bekanntlich in (Petro-) Dollar gehandelt wird.
Und trotzdem soll sie durchgeführt werden!
Fazit: Müllers Krisenerklärungsansätze sind fragwürdig, das schrieb ich bereits oben. Aber "seine" (Stichwort Grüne/Greenpeace/Al Gore etc.) Idee einer gesamteuropäischen Energiewende hat, konsequent zu Ende gedacht, etwas revolutionäres.
Anmerkung von Robert Michel
geschrieben 17.05.2013 Website freiheitundoptimismus.wordpress.com
"Nämlich indem die Staaten und die EU die Investitionen in die Erneuerbaren mit einer Art staatlichen Ausfallgarantie belegen. Also Investoren, Gläubiger und Eigentümer schützen und zusätzlich den Versicherungen/Pensionskassen etc. erlauben, ausfallsicher in diese Produkte zu investieren."
Das ist sehr genau der Weg mit den sich die USA ihre Immobilienkrise eingehandelt haben.
Anmerkung von Markus
geschrieben 17.05.2013
Die Subventionierung hat den "deutschen" Solarfirmen was gebracht?
Selbst Bosch steigt aus dem defizitären Geschäft aus, da sie marktwirtschaftlich keine Chance gegen China-Module haben.
Wie viele einstige Solarriesen sind pleite oder kurz davor?
Als erstes stürzen sich alle Firmen wie die Aasgeier auf eine staatliche Garantie, irgendwann wird die Umlage zu teuer (eeg), die ehemals hohen Renditen werden geringer und kurz darauf kommen die Firmenpleiten wenn Förderungen gekürzt werden, weil sie immer noch nicht wettbewerbsfähig sind... Und die Allgemeinheit darf dafür zahlen und schimpft über steigende Preise... Das Energie aus den alternativen billiger oder umsonst ist, ist ein Ammenmärchen.
Garantierte Gewinne für wenige, subventioniert durch viele...
Um wie viel Prozent ist der Strompreis seit Beginn der Förderung der erneuerbaren Energien gestiegen?
Aber gut, wir machen einfach den selben Mist nochmal 20 Jahre und dann ist der Strom umsonst, weil niemand daran verdienen möchte...;-)
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 17.05.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Das die Grünen in den Umfragen aktuell bei 14% liegen wundert mich auch, berücksichtigt man ihre aktuellen Steuererhöhungspläne. Der Grünen-Wähler will also netto weniger in der Tasche haben und von dem Weniger auch noch mehr für Strom bezahlen, damit sein grünes Öko-Gewissen beruhigt ist. So sieht die grüne Revolution aus.
Es geht um "deutlich" schlechter als der Gesamtmarkt. Also nicht 2 bis 5%, sondern eher Werte von 20% und mehr. In den allermeisten Fällen kann bei dieser Größenordnung nicht von einer Unterbewertung ausgegangen werden, sondern um größere Probleme beim Unternehmen.
Sofern ein Wert deutlich besser als der Gesamtmarkt abschneidet, ist die Lage m.E. nach schwieriger zu beurteilen. Der Grat zwischen einem stark wachsendem Unternehmen und einer Übertreibung (wie wir z.B. bei Apple gesehen haben), ist ziemlich schmal.
Der Durchschnittsbürger profitiert nicht vom Börsenboom
New York, Dienstag, 14. Mai 2013
Ich glaube nicht, dass es möglich ist den Markt richtig timen zu können. Ebenso ist es nicht möglich, die Kursentwicklung eines Indexes auf Sicht eines Jahres voraussagen zu können. Kommt es zu einem völlig überraschenden Event (Krieg, Erdbeben, Seuche, Aufstand, Chaos, Währungscrach, bahnbrechende Entdeckung), stehen plötzlich die Kurse woanders.
Trotzdem halte ich es für ratsam, kritisch die gegenwärtige Bewertung der Börsenmärkte zu hinterfragen. Wir erklimmen ein Rekordhoch beim Dow Jones und S&P 500 nach dem nächsten. Ist das eine Überhitzung?
Ich meine: nein. Erstens warnt nahezu jeder „Experte“ vor der bevorstehenden großen Korrektur. Massenweise orakeln „Experten“ über den nächsten Crash. Wenn alle davon sprechen, scheinen sie ja vorsichtig zu sein. Insofern ist noch keine Euphorie zu spüren.
Zweitens hat vom Börsenboom bislang nur eine kleine Bevölkerungsschicht profitiert. Die Masse hortet ihr Geld nach wie vor in festverzinslichen Anlagen. Die Leute ärgern sich grün und blau, weil sie nur lausige Renditen verdienen. Nach Abzug der Inflation ist die reale Rendite bei vielen Anlegern sogar negativ. Sprich sie verlieren unterm Strich Geld.
Der durchschnittliche Arbeitnehmer leidet nach wie vor unter der Finanzkrise. Es gibt nur wenige neue Jobs, die Gehälter steigen kaum, der Druck auf Arbeitnehmer wächst. Die Lebenshaltungskosten klettern stetig. Das Wohnen, die Lebensmittel, das Auto – alles wird teurer.
Belastend kommen schädliche Entscheidungen der Privatanleger hinzu. Aus Aktienfonds haben sie Unsummen in den vergangenen Jahren abgezogen. Statt dessen legten sie ihre Kohle wie in einem Rausch in Anleihen an. Im Endeffekt ist es völlig absurd, was die Masse der Anleger macht. Die Meute sucht im Grunde genommen immer das falsche Investment zum falschen Zeitpunkt.
In den vergangenen sieben Jahren haben Anleger 1,1 Billionen Dollar in Anleihefonds gepumpt. Das ergab eine Auswertung der Bank of America. Gleichzeitig zogen Sparer 900 Milliarden Dollar aus Aktienfonds ab.
Dumm gelaufen.
PS: Das Foto oben nahm ich in Paris auf. Ein Schnappschuss von Passanten.
Anmerkung von Turing
geschrieben 14.05.2013
Und zum Glück gehöre ich nicht zu der breiten Masse der Anleger, sondern habe das Aktiensparen ausgerechnet in der Krise begonnen: Im Sommer 2009. Schade nur, dass ich nicht genug Geld hatte. Mein Depot steht über 12 % im Plus, wenn man alleine die Kurse betrachtet. Dividenden gab es auch schon reichlich: Über 3000 €. Wenn man bedenkt, dass ich keine Dividendenstrategie fahre und dass einige Werte sich bislang kaum entwickeln konnten (weil erst in diesem Jahr gekauft), dann ist das doch schon recht gut. Ich bin auch froh, dass ich niemals eine KLV oder Riesterrente abgeschlossen habe und natürlich habe ich auch nie in einen Fonds investiert, obwohl vor vier Jahren ein damaliger Kollege von einem Fonds geschwärmt hatte, weil der innerhalb weniger Monate wie eine Rakete abging. Zugegeben bekam ich ein paar Zweifel, weil meine Aktien 2009 erst einmal nicht vom Fleck wollten.
Und ich habe auch frühzeitig die üble Staatsanleihenpolitik durchschaut. Der Staat schreibt ins Gesetz, Staatsanleihen seien hundertprozentig sicher, zwingt Versicherungen und Banken, Geld sicher zu hinterlegen, kurzum der Staat hat die ganze Zeit die institutioniellen Anleger sanft in Richtung Staatsanleihen gedrängt. Viele Produkte der Versicherungen basieren zu über 90 auf dem Basisprodukt Staatsanleihe. Nicht nur deshalb habe ich vor zwei Jahren eine "Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr" gekündigt und mir vom Rückkaufwert Siemensaktien gekauft. :-)
Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich diese Versicherung nicht abgeschlossen, sondern übernommen habe. Abgeschlossen haben den Vertrag meine Eltern, die in Gelddingen selten ein glückliches Händchen hatten. Wenn eine Zeitung oder ein Magazin mal wieder die Top 10 der unnötigsten Versicherungen publiziert, ist die "Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr" immer vorne mit dabei. Da muss ich immer schmunzeln und an meine Eltern denken. :-)
Ich frage mich häufig, warum ich so bin wie ich bin. Ich war noch nie der "Draufgängertyp" und es würde viele verwundern, dass ich sofort in Aktien investiert habe, ohne den mühsamen Umweg über vermeintlich sichere Anlagen wie Fonds oder Anleihen. Das mag daran liegen, dass ich vernünftig nachdenke und auch nachrechne, aber auch daran, dass ich das Glück hatte, einen guten Dozenten gehabt zu haben: Dr. Helmut Leitzinger von der TU Chemnitz. (http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/vwl2/personal/leitzing.php) Seine Vorlesung über Investitionsrechnung war äußerst unterhaltsam und informativ. Und vor den Leuten in den Sparkassen und den Banken hat er schon vor neun Jahren gewarnt. Er meinte: Wenn man etwas Spaß haben möchte, müsste man nur einmal in eine Bank gehen, erzählen, dass man gerade 200000 € geerbt hätte und dieses Geld anlegen möchte. Im Anschluss eines längeren Gespräches könne man im Foyer vor Lachen auf dem Boden wälzen.
Anmerkung von Chris
geschrieben 14.05.2013
Du hast im Sommer 2009 investiert und dein Depot ist heute nur 12% im Plus. Dann hast du wohl einiges falsch gemacht. Der Dax ist nämlich von damals ca. 4000 Punkten auf heute ca. 8300 Punkte gestiegen!
Anmerkung von Turing
geschrieben 14.05.2013
Ich sagte doch, dass ich 2009 nicht viel Geld hatte. Das meiste habe ich damals in SAP gesteckt, damals etwas mehr als 2000 €. Heute ist das Investment ca. 4500 € Wert.
Die Kursgewinne sind deshalb durchschnittlich, weil ich kontinuierlich kaufe und ich nicht Kurseinbrüche abwarte. Ich kann es mir schlichtweg nicht leisten, immer auf den Minicrash zu warten und daher kaufe ich auch häufig fair bewertete Unternehmen in durchschnittlichen und guten Zeiten.
Die Engagements, bei denen ich schon etwas länger dabei bin wie z. B. SAP, Carl-Zeiss-Meditec, Hannover Rück und Jenoptik haben sich prächtig entwickelt. Weniger gut entwickelt haben sich RWE und Salzgitter. Was RWE angeht, wette ich gegen die Mehrheit der anderen Investoren. Ich erkenne in RWE enorme Substanz; die Politik ist einfach nur durchgedreht und meine Hoffnung ist, dass die Politiker wieder vernünftig werden.
Anmerkung von Martin
geschrieben 14.05.2013
@Tim: Anleihen waren doch gar keine schlechte Idee. Die haben sich sehr gut entwickelt. High Yield/Emerging markets debt kam schon sehr nah an die Aktienmärkte von der Rendite bei weniger Schwankung. Ich habe meine gut gerateten Anleihen aber inzwischen verkauft. Hätte auch noch warten Können. Tagesgeld hat natürlich keine Kursgewinne gebracht.
Die Umschichtung von Aktien in Festverzinsliches war in den vergangenen Jahren nicht gerade clever.
Anmerkung von Andreas
geschrieben 14.05.2013 Website www.diekleinanleger.com/
"Der Durchschnittsbürger profitiert nicht vom Börsenboom"
traurig aber wohl wahr
Anmerkung von Gordon Gekko
geschrieben 14.05.2013
@Turing:Du haettest damals bei Deinem Prof etwas besser aufpassen sollen!!! Was sollen wir mit einer absoluten Größe wie Deine Aussage von 3000 Euro anfangen? Die ist völlig wertlos, da wir nicht die Investsumme kennen und daher auch nicht wissen wie hoch Deine Rendite ist. Das ist m.e.,die entscheidende Ausage, schade das Du Deinen Prof in diese Richtung nicht verstanden hast :-(
Anmerkung von Turing
geschrieben 14.05.2013 Website eigentumisteingrundrecht.blogspot.de/
Mein Depot ist heute bei 73000 €. Ich habe in den letzten beiden Jahren jeweils 20000 € in Aktien investiert. Logischerweise sind diese Investitionen stark übergewichtet im Vergleich zu den 3000 €, die ich 2009 investierte. 73000 € ist der aktuelle Depotstand, 64000 € wurden investiert, also 14 % im Plus.
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, auszurechnen, wie sich nur die Investitionen entwickelt haben, die bis zum 31.12.2012. Mein Depot ohne die Investitionen dieses Jahres wäre aktuell 60000 € Wert und Anschaffungspreis war 51500 €. So betrachtet ist das Depot 16,5 % im Plus.
Das sind rein mathematische Effekte. Die Einzelinvestitionen sind immer noch relativ groß im Vergleich zur Gesamtanlage und damit wirkt das Depot auf den ersten Blick recht durchschnittlich. Und allein in diesem Jahr konnte ich wieder über 12000 € investieren.
Die Investitionen dieses Jahres konnten sich kaum entwickeln. GlaxoSmithKline liegt erst seit letzter Woche im Depot.
Anmerkung von David
geschrieben 15.05.2013
Hi,
nicht böse gemeint, aber wessen Blog ist das hier eigentlich?
LG David
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 15.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
@Turing: Sehr gute Entscheidung und Strategei. Ich bin mit meinem Aktien Dividenden Depot auch sehr zu frieden und werde es konsequent weiter ausbauen.
Von Versicherungen/Fonds/ETFs habe ich mich komplett verabschiedet, bis auf die Versicherungen die man wirklich benötigt, wie eine Haftpflichtversicherung, KFZ Versicherung und in meinem Fall eine PKV.
Anmerkung von Anna
geschrieben 15.05.2013
@ Andreas
Stimmt. Für den Kleinanleger sind die Preise jetzt schon hoch.
Rückblickend waren im Frühjahr 2009 die Kurse am günstigsten. Aber damals haben die wenigsten gekauft, vor allem nicht der sog. Kleinanleger. Man musste ganz mutig sein (oder verrückt in den Augen der Allgemeinheit), keiner wusste wie es weitergeht.
Die Kaufgelegenheiten waren schon im Herbst 2008 günstig, aber ...
Mit Deiner Aussage, die Preise wäre jetzt schon sehr hoch, bietest Du mir ein schönes Stichwort - ich möchte gleich mal Warren Buffett zitieren: "Preis ist, was Du bezahlst. Wert ist, was Du bekommst". Und genau darum geht es dch bei der Aktienanlage, den Wert, den man für sein Geld bekommt und wie er sich dann entwickelt. Dass der Kurs (Preis) einer Aktie zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit einmal niedriger war als der heutige, ist völlig irrelevant. Alleine entscheidend ist, ob der heutige Kurs niedriger oder höher ist als der Gegenwert, den ich dafür bekomme. Wenn eine Aktie von Linde AG 150 EUR wert ist, aber nur 120 EUR kostet, ist sie günstig - auch wenn ich sie vor zwei Jahren vielleicht für 70 EUR hätte kaufen können. Der Wert des Unternehmens bemisst sich doch an seinen operativen Aussichten und somit an den (als sicher anzunehmenden) Gewinnen der Zukunft abgezinst auf das Heute (DCF-Methode). Stellt man hingegen alleine auf den Kurs einer Aktie ab als maßstab, ob sie billig ist, dann würde man wohl Commerzbank kaufen müssen und zwar massenweise. Denn die standen noch nie so niedrig wie heute.
Anmerkung von Gordon Gekko
geschrieben 15.05.2013
@finanzielle Freiheit: Du lebst sehr gefährlich, weil Du eine der wichtigsten Versicherung nicht hast, die BU.Versicherung
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 15.05.2013
Man lebt gefährlich, weil einem eine bestimmte Versicherung fehlt???
Ist mir neu.
Zumal die BU-Versicherung die klassische Angstmacherversicherung der Branche ist.
Ansonsten wieder schöne Beiträge dabei.
Ich investiere erst seit drei Jahren eigenständig. Gute Gelegenheiten ergeben sich in Panikzeiten. Die sind nicht schwer zu identifizieren. Einfach auf den Börsenbrennpunkt im Ersten warten :). Habe mich 2011 jedenfalls schön beladen.
Andererseits kann man bei einem Anlagehorizont von 30 Jahren auch in langweiligen Zeiten wie jetzt investieren. Der Zinseszins wird es richten. Eine intelligente Titelauswahl vorausgesetzt....
Ich brauche keine spekulativen Titel, die die Verdopplung in Jahresfrist schaffen (müssen).
Ich kaufe UNTERNEHMEN, die ich gerne für immer behalte.
Die verschiedenen Strategien (ETF, Buy-and-hold, Dividenden, Cost Average) finde ich in Ordnung. Viele Wege führen zur finanziellen Unabhängigkeit.
Anmerkung von Gordon Gekko
geschrieben 15.05.2013
@sebastian: ja das ist traurig das das neu fuer dich ist. Auch hat das nichts mit der branche oder Angstmacher zu tun. Fakt ist dass jedermann gewisse Lebensrisiken zu tragen hat und wenn man sich das leisten kann, kauft man sich einen, der sein Risiko gegen Geld uebernimmt. Wenn Du aber der Meinung bist, dieses Risiko selbst zu tragen, ist es doch ok. Wichtig ist nur zu wissen, das das Risiko jeden Tag besteht, also das man davon ausgehen muss, dass morgen das Risiko eintritt(und nicht erst wenn man 20 Jahre gespart hat).
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 16.05.2013
@Gekko
Ich kenne in meinem erweiterten Umfeld NIEMANDEN - und das sind einige Hundert Menschen - der berufsunfähig ist.
Die Versicherung mag für bestimmte Berufsgruppen empfehlenswert sein (wenn ich in die Statistiken schaue, wimmelt es da von Bauarbeitern), aber selbst dort spendiert die Versicherung im Ernstfall keinen schönen Lebensabend, sondern tut alles dafür, dass man seine Brötchen halt anders verdient, bevor man einen Zuschuß zur Sozialhilfe bekommt.
Die Frage ist doch: Welches Risiko besteht tatsächlich? Und dass dabei die Versicherungen eher schwarzmalen ("stellen Sie sich mal vor, wenn.....") ist doch fast schon verständlich. Die Angst spielt eben branchenimmanent mit.
Aber wie du schon sagst: Jeder handelt für sich selbst. Ich kann das Gerede von der absoluten Notwendigkeit der BU-Versicherung halt einfach nicht mehr hören.
Man kann hierbei unterschiedlicher Meinung sein.
Ich gehe positiv denkend durchs Leben. Auf Ängste und Sorgen konzentriere ich mich nicht.
Napoleon Hill sei hierzu empfohlen.
Anmerkung von make
geschrieben 16.05.2013
das Thema BU sehe ich anders. Klar muss man nicht alle Versicherungen haben, allerdings zähle ich diese Versicherung genauso wie eine Privathaftpflichtversicherung zu den wichtigen Versicherungen. Es sollte bekannt sein, dass für jüngere Jahrgänge der Staat im Falle einer Berufsunfähigkeit nicht mehr einspringt, so wie es vor nicht allzu langer Zeit noch der Fall war. Als Begründung anzugeben, dass der Fall nur bei einem von 100 oder 1 von 1000 Leuten eintritt finde ich ziemlich primitiv gedacht. Wenn die Wahrscheinlichkeit wirklich so gering wäre (z.B. 1 von 1000) dann sind die Versicherungspolicen ebenfalls günstig zu haben. Sollte aber wirklich der Fall eintreten, dann hast du aber zumindest nicht dein komplettes Leben weggeworfen (falls du eine Bu hast), weil du finanziell überhaupt nicht mehr auf den Boden kommst (zusätzlich dazu,dass du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst). Genauso könnte ich sagen für was brauche ich eine private Haftpflichtversicherung und trotzdem ist die Versicherung von jedem als absolute Mussversicherung anerkannt. Diese Versicherung bräuchte man auch nicht nur weil 99% der Fälle so aussehen, dass das eigene Kind mit dem Fußball ne Scheibe vom Nachbarn einschießt oder ein Handy ins Wasser wirft etc. Wenn du allerdings zu Fuß besoffen auf die Straße torkelst weil du Grad von ner Spitzenparty kommst und der Tanklaster ausweichen muss und seine Chemikalienbrühe das komplette Erdreich verseucht und du dafür haften muss, dann ist das existenzbedrohend. Es reicht auch , wenn du auf den Feldweg fährst und dir die Ölwanne zerstörst und der Dreck weil es gerade zufällig auch noch regnet in den nächsten Bach fließt oder oder oder. Genau für solche Spezialfälle braucht man einen Privathaftpflicht. Klar das sind wahrscheinlich einer von 10000 Leuten denen sowas passiert aber dafür hat man eigentlich eine Versicherung. Wenn der Schaden so hoch ausfallen kann, dass man diesen unmöglich selber zahlen kann, dann ist eine Versicherung sinnvoll.
Anmerkung von Anna
geschrieben 17.05.2013
Generell: Was deine Versicherung wert ist, merkst du erst wenn du sie brauchst, also im Schadensfall.
BU: Alles gut und schön. Die nehmen schon nicht mal jeden. Ein Allergietest, den ich als fürsorgliche Mutter für meinen Sohn eingerührt habe, war der Grund, dass 5 Jahre später der Antrag auf eine BU abgelehnt wurde, nicht mal mit irgendeiner Leistungseinschränkung. Die Ergebnisse des Testes waren nicht mal so gravierend.
Ist schon blöd, wenn einer dann dasteht, die gesetzliche Rentenversicherung sagt "Bäh, zu jung", dann landest zu - wenn nichts anderes möglich ist - bei Hartz IV. Eine private Unfallversicherung deckt keine Krankheiten ab (ist also nur ein kleiner Baustein). Krankheiten schlagen auch bei jungen Leuten zu.
VG
Anna
Neue Studie: Reiche traden kaum, meiden Steuern, streuen gut
New York, Sonntag, 12. Mai 2013
Drei Wissenschaftler von den Hochschulen Columbia, Harvard und New York University nahmen die Superreichen unter die Lupe. Sie schauten in die Depots einiger hundert extrem vermögender US-Familien. Sie wollten wissen: Wie investieren die und in welche Assets? Es kam heraus: Die Superreichen traden so gut wie nie. Sprich lange Zeiträume sind für sie wichtig. Sie halten ihre Steuern niedrig. Sie streuen ziemlich gut und breit.
Ich fand den Hinweis zu der Studie in einer aktuellen Kolumne von Jason Zweig, einem Autor des Wall Street Journals. Seine Artikel sind in der Regel verdammt spannend, ich lese sie gerne.
Natürlich machen auch die Reichen Fehler. Klar.
Wichtig finde ich für Trader zu wissen: Die Gebühren für das Trading und die Steuern summieren sich zu einer stolzen Summe auf. An der Börse geht es im Kern um den Zinseszins, um sonst nichts. Der wiederum speist sich aus den Dividenden und den Kursanstiegen. Mit wilder Zockerei kann niemand vom Zinseszins profitieren. Das sagt einem ja schon der gesunde Menschenverstand. In der Ruhe liegt also die Kraft.
Dass die Masse immer daneben liegt an der Börse, ist bekannt. Nun bringt eine neue Google-Studie dies noch einmal klar zum Ausdruck. Die Börse ist reif für einen Absturz, wenn Finanzworte in der Suchmaschine wie "Kredit", "Aktie" oder "Portfolio" extrem häufig eingegeben werden. Sinkt dagegen das allgemeine Interesse an Börsenthemen, steigen die Kurse munter.
Woran liegt das? Der Mensch ist ein Herdentier. Interessiert sich die Herde für Aktien, sind sie viel zu teuer und stehen kurz vor der Überhitzung. Interessiert sich dagegen "kein Schwein" für Aktien, sind sie billig.
Ach ja, wen es interessiert: Hier geht es lang zur Google-Suchmaschinenstudie (PDF).
Mein Foto oben zeigt das Foyer des Edelhotels Negresco in Nizza. Das ist echt eine feine Herberge, direkt am Strand gelegen.
vielen Dank für die spannenden Links. Ich finde es sehr wichtig von den Leuten zu lernen, die bereits längst finanziellen Wohlstand erreicht haben.
Über diesen scheinbar unspannenden, aber langfristig erfolgreichen Weg wird in der Öffentlichkeit und in den Medien kaum einmal berichtet. Dort geht es eher darum möglichst "schnell reich zu werden", was die allermeisten kaum schaffen werden.
VG
Lars
Anmerkung von Musti
geschrieben 12.05.2013
Hallo,
wie in diesem Artikel auch betont geht es primär um "Reiche".
Ich denke auch die Reichen haben auf Ihrem Weg zum Reichtum aktive getradet (sei es mit, Aktien, Grunstücken, Waren usw).
Erst wenn eine gewisse Schwelle an "Vermögen" erschaffen wurde, sodass man von den passiven Kapitalströmen ein schönes Leben führen könnte, wäre es törricht aktiv zu traden und den Staat "mitzufüttern".
Jedoch denke ich dass viele privatanleger noch nicht von ihrem Wertanlagen leben können.
Ein Warren Buffett hat auch in den jungen Jahren aktiv getradet und ist auch sehr hohe Risiken eingegangen. Daher sollte man lieber die jungen Jahre von Warren buffett studieren.
Ich denke es ist so wie im richtigen Leben:
In den jungen Jahren hat man in guten Zeiten 3 Freundinnen, 2 Affähren, verprasst das Geld und sammelt wertvolle Erfahrungen. Ab einem gewissen Alter (mittlerweile Reich an Erfahrung), konzentriert man sich auf eine Frau und investiert in die Zukunft. Die Dividende dieser langfristigen Bindung, kommt in Form von "Nachwuchs". Die anhaltenden Ehen (natürlich mit höhen und tiefen) bleiben weiter am Ball und "vergrößern" Ihre Familien und Ihr Vermögen, da die "Kosten" niedrig gehalten werden. Ehen, die sich in einem Tief (vergl. Crash an der Börse) scheiden lassen und später neue Ehen schliessen, sind die verlierer, weil neue Kosten auftauchen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 12.05.2013
@Musti
Ich bin anderer Meinung. Man muss nicht in den jungen Jahren traden!
Es geht allein schon vermögend zu werden, wenn man unter seinen Verhältnissen lebt und regelmäßig in solide Titel investiert.
Allerdings so richtig reich mit Multimillionär wird man dadurch natürlich nicht! 2 - 3 Mille kann man als Angestellter packen...
Jeder hat eine andere Definiton von "reich".
Anmerkung von Bastian
geschrieben 12.05.2013 Website www.socialtrading-aula.com
Naja ob das auf den kleinen man 1 zu 1 anzuwenden bezweifle ich. Klar hin und her macht Taschen leer und ZinsesZinsEffekt wirkt positiv.
Doch mit einem kleinem Budget ist das anfangs schwierig. Zudem werden die Erwartungen der kleinen Leute ständig befeuert. Quasi auf jeder zweiten Seite werden Systeme, Tipps von Gurus oder ähnliches zum schnell reich werden verbreitet.
Um finanzielle Unabhängig zu werden gibt es viele Möglichkeiten, doch eins haben sie alle gemeinsam. Es benötigt Disziplin und Kontinuität. Das wichtigste ist also die Psychologie, denn der der nicht aufgibt hat auch niemals verloren.
Anmerkung von Felix
geschrieben 12.05.2013
Hallo,
das mit den Steuern meiden, hat sich Uli Hoeneß auch gedacht. Nun gut, er hat es etwas überdreht. Es kursieren ja Zahlen von bis 100 Mio. EUR, die er mittels reinem Zocken auf seinem Schweizer Konto gemacht haben soll. Und das quasi nebenbei. Hauptberuflich war er ja höchst erfolgreicher Manager eines Weltklasse-Fussballclubs.
Anmerkung von Markus
geschrieben 12.05.2013
@Bastian
Ich habe selbst bei meiner Ausbildung schon gespart und investiert...
Sicher gibt es viele Marketingmethoden, Systeme, die finanzielle Bildung sabotieren usw...
Auch hängt vieles an den Glaubenssätzen, die man sich im laufe der Zeit einreden lässt.
Lesen, Weiterbildung, Lernen durch Fehler, sich selbst Gedanken machen was man erreichen will...
Ich würde wetten, ich könnte jemanden mit nur 1000 € netto beibringen, wie er sich selbst ein Vermögen von 500.000 € - 1,5 Mio. bildet... ;-) Geduld, konstantes an sich arbeiten und Leistung werden schon noch in unserem Land belohnt (auch wenn es manchmal zu sozialistisch ist)! Buffett ist dankbar, dass er die Spermienlotterie gewonnen hat und nicht in einem 3. Welt Land aufgewachsen ist!
Immer diese Ausreden, dass es sich bei kleinem Lohn/Gehalt nicht lohnt zu investieren... Mit Ausreden kann man sich gleich 4 Stunden Fernsehen reinziehen und sich immer beschweren über die fiese Welt...
Anmerkung von Kater Wolle
geschrieben 12.05.2013
Man kann auch mit einem schmalen Gehalt viel erreichen. Entscheidend ist die Eigenschaft, die Günter Netzer ganz wichtig findet: Disziplin. Das Stichwort ist oben bereits gefallen.
Ich beispielsweise habe einen Kollegen, der herumnörgelt, dass er sich nicht vorstellen kann, jemals ein Haus zu besitzen, dabei ist sein Gehalt höher als meines. Von meinem Aktiendepot von 80000 € ist aber schwer beeindruckt. Sein Problem ist einfach: Er hat keine Ausgabendisziplin. Er hat ein Tablet, ein Smartphone, ein Laptop, einen BMW, Bafög-Schulden. Anstatt erst einmal seine Schulden rasch zu tilgen, kauft er sich ein Auto. Obwohl er noch näher an unserer gemeinsamen Arbeitsstätte wohnt, hat er dieses Auto. Ich fahre das recht kurze Stück in der Regel mit dem Fahrrad.
Ich habe ja auch deshalb so viel Geld, weil ich "Steuern hinterziehe". Ich zahle keine Alkoholsteuer, keine Nikotinsteuer, keine Mineralölsteuer und wenn ich mit der Bahn fahre noch nicht einmal Mehrwertsteuer. :-) Und ich halte die drei Sachen auch für die größten Kostenfresser: das Rauchen, die ständige Sauferei und das Auto.
Earl Crawley hat gezeigt, dass man selbst in einem Beruf ohne Aufstiegschancen und bei sehr schmalen Gehalt vermögend werden kann. Das Beispiel sollte jedem deutschen Akademiker mal gezeigt werden. Jammern gilt nicht!
Anmerkung von Joe
geschrieben 12.05.2013
Ich stimme Musti zu. Die "Superreichen" sind durch verschiedene finanzielle Risiken (Unternehmertum oder Wetten am Kapitalmarkt) reich geworden, aber sicher nicht durch Nichtstun. Wenn 100 Mio sogar bei dürftigen 2 Prozent Rendite noch jährlich 2 Mio. abwerfen (über 5.000 Euro pro Tag!), spart man sich natürlich gerne die lästigen Trades.
Anmerkung von Turing
geschrieben 13.05.2013
Durch Nichtstun wird niemand vermögend. Natürlich ist die eigene Firma am renditestärksten, denn man steckt ja nicht nur Kapital in die eigene Firma, sondern auch Arbeit. Nun kann aber nicht jeder eine Firma gründen und in unserer arbeitsteiligen Gesellschaften haben wir viele Spezialisten und fast jeder ist genötigt, sich zu spezialisieren. Arbeitsteilung und Spezialisierung sind der Quell unseres Wohlstandes. Es ist für die Arbeitnehmer am ökonomischsten, ihre Arbeitskraft gut zu verkaufen, d.h. sie müssen auch in diese investieren, z. B. durch Fortbildung. Nun ist es aber aus unterschiedlichsten Gründen wichtig, dass die Arbeitnehmer sich ein weiteres Standbein aufbauen. Einige investieren in eine Ferienwohnung, die sie vermieten können, andere nutzen ihr Hobby verkaufen Handarbeit (z. B. http://www.schwarzweisskeramik.de/, wo ich selbst mal bestellt habe), aber für die meisten ist die Aktie die interessanteste Option, weil sie renditestark, aber mit wenig zusätzlicher Arbeit verbunden ist.
Entscheidend ist, dass man seinen persönlichen Gesamthaushalt anschaut und alle Zu- und Abflüsse und kennt. Es ist vermessen, aus einer fixen Anfangsinvestition von z. B. 10000 € die Million zu schaffen. Stattdessen sollte man sich darauf einstellen, dass man jahrelang von seinem Gehalt etwas abzweigt für weitere Aktien und Dividenden reinvestiert. Ich habe es innerhalb von vier Jahren auf 72000 € Depotwert geschafft. Ich hatte sogar noch ein paar Monate wegen eines berufsbedingten Umzuges mein Aktiensparen kurzzeitig aussetzen müssen, sodass die Leistung umso bemerkenswerter ist.
Anmerkung von Markus
geschrieben 13.05.2013
Superreich, reich, vermögend... bedeuten für jeden andere Summen.
Wie viel unverantwortliches Risiko Buffett mit seinem Können, Arbeitsmoral und seiner Disziplin eingegangen ist, kann ich selbst nach 3 Bücher über ihn nicht genau einschätzen. Mit seiner Anfangseinstellung, 1$ für 50 Cent zu kaufen könnte man meinen, kein allzu großes. Er hat aber auch bei seinen Kriseninvestments immer stark für eine gute Lösung gekämpft.
Allerdings ist fast jeder Selbstständige auch sehr große finanzielle Risiken eingegangen...
Ob 10k, 50k, 100k oder 150k... Es spielt natürlich der Zinseszinseffekt vor allem bei langen Zeiträumen eine sehr große Rolle.
Anmerkung von Dmitri
geschrieben 16.05.2013 Website www.moospara.de
Ich denke hier gilt zwischen Spekulieren und Investieren zu unterscheiden.
Wer kurzfristig irgendwelche CFDs, Optionsscheine, Aktien kauft - der spekuliert.
Wer langfristig denkt, ganz besonders das Value Investing verfolgt - der investiert.
Anmerkung von Markus
geschrieben 28.05.2013 Website meinfinanziellestagebuch.blogspot.de
Alles eine Frage der Disziplin. Ich habe mich kürzlich mit einer bekannten Unterhalten und wir sind auf das Thema Aktien und Geldanlage gekommen. Die Dame hat es geschafft mit einem Ausbildungsgehalt von nichtmal 1000EUR in 2 Jahren durch investieren in solide Titel und geschicktes Haushalten ein Vermögen von 8.000 EUR aufzubauen. Das ist der Wahnsinn. Die Dame hat mich sehr inspiriert.
Ich wünschte manchmal ich wäre auch disziplinierter ;-)
Ich kenne den ehemaligen Chef des US-Einlagensicherungsfonds FDIC, Bill Isaac (Foto). Ich traf ihn ursprünglich per Zufall vor vielen Jahren in kleiner Runde zusammen mit Bankern in New York. Damals erklärte er Kollegen die Krise, die Panik und was alles falsch in der Hauptstadt lief. Hin und wieder telefonierten wir. Er gab mir schon wirklich gute Restauranttipps für Washington DC.
Er kennt die Finanzbranche wie seine Westentasche. Ebenso die politische Szene auf dem Capitol Hill. Er sitzt im Verwaltungsrat der Bank Fifth Third Bancorp und berät Unternehmen in Finanzfragen.
Während der Finanzkrise fragte ich ihn mehrfach nach seiner Einschätzung zu Bankaktien generell. Ich wollte wissen, ob die Institute auf dem ausgehungerten Niveau ein Kauf sind.
In der Tat geht es um das Vertrauen, das Vertrauen der Anleger. Erst wenn die Anleger Hoffnung schöpfen, dreht der Kurs.
Wenn eine Bank 80 Prozent unter Buchwert notiert und alles wieder in Ordnung ist, springt der Kurs nicht automatisch nach oben. Was dazu nötig ist, ist eben das Vertrauen der Menschen. Mehr Käufer als Verkäufer sind nötig. Das ist alles. Manchmal kommt das zeitversetzt. Es hat mit dem aktuellen operativen Erfolg eines Unternehmens nichts zu tun. Die Börse kocht ihr eigenes Süppchen. Niemand weiss, wie die Suppe schmeckt.
Imposant ist die Kursentwicklung von Fifth Third. Die Aktie schoss seit dem Tief im März 2009 um mehr als 1000 Prozent in die Höhe. Und das in nur vier Jahren. Es handelt sich um einen der besten Performer aus dem S&P-500-Index. Aber wer hätte das Timing mit dem 9. März 2009 exakt hinbekommen? Wer hätte das gedacht mit den 1000 Prozent? Nicht mal der Chairman, Herr Isaac. Obgleich er privat Aktien gekauft hat. Nur war der Kaufzeitpunkt nicht ideal, aber immerhin ganz gut.
Übrigens schnitt der Hotelriese Wyndham Worldwide noch besser ab. Seit dem Tief im März 2009 schnellte die Aktie um ca. 2000 Prozent nach oben. Leider kann niemand hellsehen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 11.05.2013
Ich persönlich habe auch schon mit Highflyern zu tun gehabt.
Allerdings bring mir das nicht viel, da ich bei risikoreichen Investments nur kleine Depotteile riskiere und an anderer Stelle wieder verzocken würde.
Lieber langsam und stetig sparen und investieren und keine 20 % p. a. wie ein Orakel erwirtschaften zu wollen.
Gier und Angst machen vielen Kleinanlegern zu schaffen.
Inzwischen bin ich der Meinung, dass sich manche Märkte wie USA und manche von den sicheren Marktriesen von den Fundamentaldaten her zu einer liquidiationsgetriebenen Rallye entwickeln.
Manche Notenbanken befeuern das ganze und mangels Alternativen im Geldmarkt kann es schon noch ein wenig weiter gehen...
Allerdings nach einer längeren Zeit von Kursanstiegen ist bis jetzt immer noch ein Crash gekommen.
Anmerkung von Felix
geschrieben 11.05.2013
@Markus
In der Tat läuft seit 2009 eine wunderbare Aktienrally. Wer damals eingestiegen ist, kann auf einen schönen Kursgewinn blicken. Selbst, wenn ein Rückschlag von 10-20% kommen sollte, ist das gut auszuhalten.
Inzwischen ist mir der Aktienmarkt allerdings zu heiß, um jetzt - alle Indices stehen auf all-time-high - noch zu investieren.
Fazit: Man muss wirklich einstiegen, wenn Weltuntergangsstimmung herrscht, wie auf den Höhepunkt der Finanzkrise.
Anmerkung von Musti
geschrieben 11.05.2013
Manchmal ist es nicht verkehrt einige Aktienaktivitäten von Insider nachzuahmen.
Als die Immobilienkrise wütete und der Crash am Tiefpunkt 2009 war, stieg die Familie Otto in DDR Corp WKN a1JE34. das Timing war perfekt. Da die Otto Familie auch die ECE Kaufhäuser in Europa betreiben, konnten Sie das Megaschnappchen erkennen. Mittlerweile ging es um knapp 1500% nach oben.
Übrigens finde ich den absoluten Highflyer Las Vegas Sands.
2009 Tief bei 1,49$ , heute bei 58,22 $.
Übrigens auch weniger riskante Unternehmen wie Starbucks haben einige hundert Prozent aufgeholt.
Ich denke 2009 war das Jahr, wo man einmal die Chance im Leben bekommt, reich zu werden.
Vermutlich hat aber das "Wissen" viele davon abgehalten und nur wenige mit Mut könnten davon profitieren.
Anmerkung von Frank
geschrieben 11.05.2013
mein Highflyer war damals Nokia. Ohne die Finnen hätte ich mir ein diversifiziertes Depot nicht aufbauen können.
Bin jetzt zu 1,60 wieder rein, mal schauen...
Frank
Anmerkung von Markus
geschrieben 11.05.2013
@Musti
Die Chance reich zu werden... ;-)
Na ja, welcher normale Aktienanleger, der sich z. B. schon ein 6stelliges Depot aufgebaut hat, setzt alles auf eine einzige Aktie???
Das kann man nur mit einer riesen Portion Insiderwissen oder Gier oder Dummheit;-). Und die Werte waren damals manche schon extrem riskant.
Wenn man wirklich nicht Geduld auf 30 Jahre Zinseszins mit evtl. 7 - 12 % p. a. hat und alles riskieren will, ok. Aber genauso gut hätte man eine Solarworld, Vivacon u. v. m. erwischen können...
Ich suche keine Teenbagger... Aber wer es will, kann es gerne versuchen! ;-)
Anmerkung von Markus
geschrieben 11.05.2013
1998, 2003, 2008....
Neuer Markt oder NASDAQ 2000....
Wie viele Normalo-Anleger sind reich geworden und wie viele haben sich eine blutige Nase geholt??? :-)
Ganz grob haben wir gerade die 5 Jahres-Intervalle überschritten.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 13.05.2013
Hatte damals beobachtet wie sich Insider noch kurz vor der Pleite massiv bei Hypo Real Estate eingedeckt haben. Hatte damals überlegt auch einzusteigen. Die Insider müssten ihr Unternehmen ja schließlich kennen. Zum Glück war mir das dann doch zu heiss. Was aus der HRE und Herrn Flowers geworden ist, ist ja hinlänglich bekannt.
Man sieht: selbst Insider können massiv falsch liegen mit ihren Einschätzungen.
Heute folgt mein elfter Anlagetipp: Verzichten Sie auf Wertpapierkredite. Die Börse läuft wie geschmiert. Das billige Geld der Zentralbanken, das gemeinhin als Gelddruckerei bezeichnet wird, treibt die Kurse an. Jetzt stürmte der Dow-Jones-Index auf einen Rekordstand von 15.000 Punkten. Wer hätte das vor vier Jahren gedacht, als die Wall Street in Trümmern lag? Als die Kurse bebten, Großbanken pleite gingen, die Arbeitslosenzahlen explodierten.
Ich sehe keinerlei Börsenblase - zumindest bislang. Aber die Bewertungen werden teurer. Insofern ist es wichtig auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und nicht die Risiken im Depot zu erhöhen. Es kann nämlich wieder abwärts gehen.
In den USA ist zu beobachten, dass Depotinhaber jetzt Wertpapierkredite in größerem Umfang aufnehmen. Ich rate davon ab. Lieber solide, sicher, langsam investieren. Niemals auf Pump. Ein Crash kann rein theoretisch jederzeit kommen. Ruhe und Gelassenheit zahlen sich an der Börse für Privatanleger aus. Hektik wird bestraft.
Grundsätzlich gilt: Blasen bilden sich mitunter durch Kredite. Steigende Kurse ziehen mehr und mehr Menschen an. Sie verhalten sich zunehmend irrational, werden euphorisch, verschulden sich. Am Ende springen die zögerlichsten Anleger auf den fahrenden Zug auf, kurz bevor es zum Absturz kommt.
Wie gesagt, ich bin grundsätzlich zuversichtlich für den Aktienmarkt. Der Dow Jones wird eines Tages die Marke von 30.000 Zählern knacken. Irgendwann wird die Schwelle von 100.000 fallen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Im langen Schnitt steigt die Börse um ca. zehn Prozent jährlich. Vergessen Sie nicht, dass der Index bei 66 Punkten vor einem Jahrhundert stand. Anschließend überwand er 100, dann 1000, schließlich die Hürde von 10.000.
In Deutschland profitiert übrigens nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung vom Börsenboom. Die Deutschen leben wie in der Steinzeit. Sie lieben ihre Häuser, Lebensversicherungen und Sparbücher. Von Aktien will kaum jemand etwas wissen, obgleich es sich um eine der besten Assetklassen überhaupt handelt.
Anmerkung von Marc
geschrieben 09.05.2013
Niemals 10% pro Jahr. Dann müßten wir jetzt bei 900.000Punkten stehen.
Hier auf dem Chart kann man es gut sehen. Es sind knapp 10% p.a.
Anmerkung von Robert Michel
geschrieben 09.05.2013 Website freiheitundoptimismus.wordpress.com
Das ist der Unterschied zwischen dem geometrischen und arithmetischen Mittel. Wenn die Aktien im arithmetischen Mittel 10% Rendite geben, geben sie weniger als geometrisches Mittel.
Wenn eine Aktie 10% und im nächsten Jahr 10% fällt, beträgt das arithmetische Mittel 0%, aber das geometrische -0,5%. Das geometrische Mittel gibt an, um wieviel Prozent eine Anlage steigen muss, damit aus einem bestimmter Anfangsbetrag ein bestimmter Endbetrag wird und berücksichtigt dabei auch Schwankungen. Im arithmetischen Mittel werden Schwenkungen nicht berücksichtigt, daher ist das geometrische Mittel aussagekräftiger. Je geringer die Schwankungen desto näher liegt das geometrische Mittel am arithmetischen Mittel.
Anmerkung von Turing
geschrieben 09.05.2013
Eine der besten Assetklassen? Ich glaube, mich verhört zu haben. Es ist die beste Assetklasse. Als Aktionär ist Teilhaber an einem Unternehmen. Unternehmen sind der Quell unseres Wohlstands, weil dort Menschen arbeiten und was produktives machen. Und eine Teilhabe daran bringt die meisten Chancen. Anleihen beispielsweise sind schwächer. Natürlich leistet man bei einer Unternehmensanleihe ebenso, dass es etwas produktives geschieht, bei einer Staatsanleihe aber überhaupt nicht. Der Staat kloppt das Geld häufig genug für Unsinn raus. Der Staat kann mir 5 % Zins bietet und ich würde es nicht annehmen. Natürlich macht der Staat auch vernünftige Sachen und fände ich nicht schlecht, wenn der Staat für große Infrastrukturprojekte extra Anleihen auflegt. Dann könnte man sich aussuchen, was mit dem Geld geschieht.
Besser als Aktie ist vielleicht selbst Unternehmer zu sein, aber nicht jeder hat das Zeug dazu und kann seine Talente dafür nutzen. Oft fehlt die springende Idee. Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist auch riskant. Bei Aktien ist das Risiko viel geringer. Ich kann Aktien kaufen, ohne mich verschulden zu müssen und ich kann weiterhin meiner Arbeit als Angestellter nachgehen.
Anmerkung von Turing
geschrieben 09.05.2013
Wenn ich mir den Chart anschaue und sehe, dass der Dow Jones 1920 bei ca. 100 stand und achtzig Jahre später bei 10000, dann reden wir über eine Verhundertfachung in 80 Jahren. Die achtzigste Wurzel aus 100 ergibt bei 1,059, also knapp 6 % Wachstum.
ich hatte die Rendite am Aktienmarkt pro Jahr vor einiger Zeit einmal ausgerechnet.
Betrachteter Zeitraum 20 Jahre:
-Jährlicher Kursanstieg pro Jahr 5,3%
-Jährliche Rendite inklusive Dividenden: über 8%
Viele Grüße
Lars
Anmerkung von finanziell umdenken
geschrieben 10.05.2013 Website finanziell-umdenken.blogspot.de/
Einen Wertpapier-Kredit in dieser Zeit würde ich ebenfalls nicht nutzen.
Der einzige Zeitraum, in dem man darüber nachdenken könnte mit einem Wertpapier-Kredit in Aktien zu investieren, wäre nach einem großen Crash. Falls breite Aktienindizes um rund 50% nachgeben, ist die Zeit gekommen, in der Aktien sehr günstig zu erwerben sind.
2003 oder zum Jahreswechsel 2008/2009 waren solche Zeitpunkte.
Sorry für das Doppel-Posting.
Anmerkung von Christian
geschrieben 10.05.2013
Ich kann dem letzten Beitrag hier nur recht geben; Wertpapierkredite sind im Prinzip nichts schlechtes!
Folgende Tips dazu:
- Einsatz nur in absoluten Schwächephasen der Börse (= ideale Kaufzeitpunkte für Langfristinvestoren)!
- Wertpapierkredite nur bis maximal 2/3 des Beleihungswerts und NIE vollständig ausschöpfen, denn tiefer gehen kann es immer!
- Boomphasen zur Rückführung des Kredits nutzen, dabei vor allem zusätzliche Geldtransfers auf das Kreditkonto vornehmen!
BESSERE ALTERNATIVEN (da hier die Zinsen vorher festliegen und nicht veränderlich sind!):
- Nutzung eines Ratenkredits
- Aufnahme einer Hypothek
Ich habe in der Baisse des Jahres 2008 massiv Kreditengagements aufgenommen, um das Geld in Langfristanlagen (ETFs und Einzelaktien) zu stecken; gerade da hätte es sich wirklich gelohnt, auch und gerade wegen der Abgeltungssteuerfreiheit dieser Anlagen!
Wie immer abschließend mein Lob an Tim für seinen wirklich informativen Blog.
Bis bald,
Christian
Anmerkung von Martin
geschrieben 10.05.2013
Wer sowieso den Markt timen kann, wie scheinbar einige hier, braucht auch keinen Kredit. Da machen Sie ja sowieso 30%-50% p.a. Am besten erkennen Sie auch Hochphasen und gehen short. Gleichzeitig wird dann in anderen Märkten wie in Afrika ein Tief erkannt und durch die Shorts in anderen Märkten wird dort gehebelt investiert.
Wer's glaubt...
Stimmt. Im Rückblick klingt alles logisch. Niemand weiss aber, wie sich die Kurse entwickeln. Ein Jahrzehnt der Stagnation - das kann passieren. Japan stagniert seit 2 Jahrzehnten. Und dann hat jemand einen Wertpapierkredit aufgenommen, um Aktien zu kaufen...
Anmerkung von Christian
geschrieben 10.05.2013
@ Martin & Tim,
Von Markttiming hatte ich eigentlich nichts geschrieben, so z. B. hat mich der große Rückschlag des Jahres 2011 doch relativ kalt erwischt und meine Ratschläge zeigen ja auch klar, dass Wertpapierkredite kein Allheilmittel sind ABER
Warum sollte man in einer absoluten Schwächephase des Marktes keinen Ratenkredit oder eine Hypothek aufnehmen und sich damit marktbreite Fonds und Qualitätsaktien ins Depot legen (Erst recht wenn massive steuerliche Nachteile drohen?! - Rein `markttechnisch´ hätte es Anfang 2009 noch günstigere Einstiegskurse gegebenen ...).
Den Kredit oder die Hypothek bestreite ich aus meinem laufenden Einkommen und dann kann es mir egal sein, wohin sich die Kurse entwickeln ...
Und zum Beispiel Japan - Diversifizieren sollte man natürlich immer, nie alles auf eine Karte (ein Land, einen Fonds oder eine Aktie) setzen!
Have a nice weekend,
Christian
Anmerkung von Andreas
geschrieben 10.05.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Leider werden Kleinanleger in Deutschland und Österreich wohl erst wieder viel zu Spät in Aktien investieren und nur noch kurze Zeit Kursgewinne und dann wohl leider einen Crash miterleben müssen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 11.05.2013
Für mich persönlich wäre eine Kredit zur Aktienanlage momentan nichts.
Es kommt aber auch stark auf die eigene Situation an. Wenn man Einkommen aus mehreren Quellen bezieht, wovon manche nicht so stark konjunkturintensiv sind und man weitere Sicherheiten hat, kann derjenige sich darüber Gedanken machen.
Aber nicht bei einem Allzeithoch von bestimmten Märkten!!! ;-)
Anmerkung von Martin
geschrieben 11.05.2013
@Christian:
So offensichtlich war die Lage nicht. Ich konnte das Vorgehen der Zentralbanken nicht vorhersehen. Da hat die FED Sie wohl rausgehauen. Das Risiko einer Deflation war vorhanden.
Also hatte ich auch noch teilweise auf Anleihen gesetzt. Zudem wäre der Kredit damals auch teurer als heute und ein variabler Zins sehr riskant. Wenn man damals einen festen Zins für 10Jahre festgemacht hätte, muss man das Geld auch ersteinmal verdienen. Die Zinsen kann man als Privatperson nicht von der Steuer abziehen und die Gewinne sind zu versteuern. Ich halte z.B. 130% des Vermögens in Aktien bei einem Deflationsrisiko für abenteuerlich.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 12.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
@Lars: Mit den jährlichen Kurssteigerungen und der Dividendenrendite wäre ich zu frieden.
Deine grundsätzlich ablehnende Meinung zu Wertpapierkrediten teile ich so nicht. Zwar sollte man Wertpapiere nicht dauerhaft auf Pump kaufen, da stimme ich Dir zu. Allerdings ist ein Wertpapierkredit dann sinnvoll, wenn man ihn nicht dauerhaft einsetzt, sondern ihn ausschließlich als zusätzliche Liquidität für Einstiegszeiten betrachtet, denn langfristig bringt Liquidität die Rendite! Er verursacht keine Kosten, solange er nicht in Anspruch genommen wird, und kann helfen, bei günstigen Einstiegsgelegenheiten besonders üppig zuzugreifen. Wenn also die Börse in übertriebenem Ausmaß abstürzt, wie das in 2008 und wieder in 2011 der Fall war, dann bieten sich hier die idealen Kaufgelegenheiten für Langfristanleger, weil es Aktien hervorragender Unternehmen zu Ausverkaufskursen gibt. In diesen Phasen muss man liquide sein, muss seine Cashkonten nutzen, um zuschlagen zu können. Denn die Erholung nach solchen Abstürzen erfolgt meist schnell und stark. Und in solchen Phasen kann man auch auf einen Wertpapierkredit zurückgreifen - allerdings sollte man diesen dann wieder sukzessive abbauen (z.B. durch eingenommene Dividendenausschüttungen), um aus der kurzfristigen Inanspruchnahme keine Dauerkreditfinanzierung werden zu lassen
Da bin ich anderer Meinung. Wir wissen nur im Nachhinein, dass das eine gute Chance damals war. Die Börse hätte auf dem tiefen Niveau von 2008 auch 5 Jahre verharren können. In Japan stagniert der Markt seit 22 Jahren.
Im Schnitt steigen Aktien um knapp 10%. Wertpapierkredite können zwischen 6 und 8% kosten. Insofern ist die Marge dünn, das Risiko hoch.
In den USA gibt es viele Insider (Unternehmensgründer, Vorstände, Hedgefondsmanager etc.) die ihr Depot beliehen haben und deswegen in Not gerieten.
Ich setze meine lose Serie der Finanztipps fort. Heute folgt Tipp Nummer 10: Informieren Sie sich über die Gebühren von Finanzprodukten. Mehr als zwei Drittel der Deutschen weiß nicht Bescheid über die Höhe der Provisionen. Die Verbraucher fühlen sich mehrheitlich nicht ausreichend informiert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der GfK, die das Portal moneymeets.com in Auftrag gegeben hat (in der Grafik oben).
Erstaunlich daran ist: Laut Gesetz müssen Banken ihren Kunden offenlegen, wie viel sie bei der Vermittlung von Finanzprodukten, zum Beispiel von Investmentfonds oder Wertpapieren, verdienen. Irgendwie ist es schon komisch, wenn trotzdem Kunden im Dunkeln tappen.
Kaum ein Kunde weiß, wie viel Rückvergütungen aus den Ausgabeaufschlägen an den Berater fließen, wie viel Bestands- Vertriebsfolgeprovisionen sprudeln.
Ich glaube gerade wegen dieser Intransparenz wird sich das Aldi-Prinzip in der Finanzbranche durchsetzen. Transparente, einfache Produkte haben eine große Zukunft. Das ist ja der Grund, warum Discountbroker den Siegeszug gegen die stationären Bankfilialen angetreten haben. Der Preis stimmt, die Transparenz auch.
Je klarer die Kosten strukturiert sind, desto besser. Ich werde vorsichtig, wenn Produkte kompliziert sind. Wer soll da durchblicken? Faire Berater werden vor einem Boom stehen.
Kommt der Verbraucher dahinter, dass Gebühren in einem Produkt im Kleingedruckten versteckt sind, geht das Vertrauen flöten. So baut sich ein Institut einen schlechten Ruf auf. Über Soziale Medien kann sich ein schlechtes Image blitzschnell verbreiten.
Wer Heerscharen an Rechtsanwälten durch die Gerichte gegen seine Kunden jagt, schadet sich mehrfach. Es ist ein Schuss ins Knie.
Dass Verbraucher Provisionen und Rückvergütungen nicht kennen, ist nichts Neues. Das bringen Studien seit Jahren zum Vorschein.
Ähnliches ist in den USA zu beobachten. Die Marktforschungsfirma Cerulli Associates fand heraus: 64 Prozent der Befragten glauben die Beratung ist kostenlos, obgleich sie etwas kostet.
Die Börsenaufsicht SEC übt derzeit Druck auf Fonds und Hedgefonds aus. Unnötig hohe Kosten lässt sich die Behörde erklären. Wenn ein Fondsmanager mit Kollegen nach Hawaii zu einer Konferenz in der ersten Klasse fliegt, möchte die SEC wissen, ob die Reise wirklich im Sinne der Anleger war.
Mein Tipp: Wer von einem aktiven Fonds in einen Indexfonds umschichtet, kann zwischen 1,5 und 2,0 Prozent pro Jahr an Gebühren sparen. Angenommen Sie investieren ein Anfangskapital von 10.000 Euro in einen Fonds, der um zehn Prozent per annum steigt und operative Kosten von 1,5 Prozent berechnet. Dann haben Sie in diesem Fall nach 20 Jahren ein Vermögen von 49.765 Euro. Betragen die Gebühren dagegen nur 0,5 Prozent, hätten Sie satt dessen 60.858 Euro.
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 08.05.2013
Was interessieren mich die Kosten? Die Rendite entscheidet. Ich bevorzuge deshalb Fonds, die in schöner Regelmäßigkeit ihren Vergleichsindex auch nach Kosten schlagen. Die Kickbacks hole ich mir über den richtigen Anbieter zurück.
ETFs werden überbewertet.
Anmerkung von Tom
geschrieben 08.05.2013
Hallo Tim,
Kein Wunder, dass Banken und Co. immer grössere Gewinne machen. Es ist eine versteckte Steuer - auf den ersten Blick klein, aber auf die Jahrzehnte gesehen wird es zu einem enormen Summe. Und die Leute machen sich zu wenig Gedanken über Ihre Finanzen. Sie verschenken regelrecht das Geld den Finanzdienstleistern. Solange die Menschen nicht gelernt haben wie das Kapitalistische System funktioniert, werden Sie legal beraubt.
ich investiere einfach wie Du es in Deinem Artikel beschreibst in Dividenden Aktien. Da fällt einmal eine Kaufgebühr über meinen Discount Online Broker an und das war es! Keine versteckten Kosten und Provisionen.
Nun das Problem ist hierbei: Wenige Fonds schaffen es, "in schöner Regelmäßigkeit ihren Vergleichsindex nach Kosten" zu schlagen.
Ein weiteres Problem: Vorher weiß das niemand. Erst hinterher. Denn die Rendite der Vergangenheit sagt nichts über die Rendite in der Zukunft aus.
Je nach Statistik versagen zwischen 70 bis 80% der aktiven Fonds, sprich sie schneiden schlechter als der Index ab.
Anmerkung von Martin
geschrieben 08.05.2013
Ich glaube die Banken müssen erst seit Kurzem die Provisionen offenlegen. Vielleicht wissen die Kunden deshalb noch nicht bescheid. Oder reicht es dies im Kleingedrucktem verschwinden zu lassen?
Die Finanztransaktionssteuer wäre ein weiterer Vorteil für ETFs, da diese im Vergleich zu aktiven Fonds wenig umschichten.
Man kann auch bei bekannter erwarteter Rendite ganz einfach ausrechnen, wieviel die jährliche Gebühr kostet. Nehmen wir 2% Gebühr und 5% erwartete Rendite an, ergibt sich 2/0,05=40%. Ein geschlossener Fonds müsste dann sogar mit 40% Abschlag auf den NAV handeln, wenn es kostenlose Alternativen gibt. Das könnte man auch als 40% Ausgabeaufschlag betrachten... Je höher die Rendite desto weniger schlimm sind die jährlichen Kosten. Bei einem Anleihenfonds wären 2% also "tödlich".
Anmerkung von Turing
geschrieben 08.05.2013
@Ulrich
Sie wollen doch nicht etwa normale Aktienfonds, vielleicht sogar aktiv gemanagte Fonds, befürworten. Ich halte davon nichts.
Ich selbst habe mich vor zwei Jahren mit der Frage herumgeschlagen, ob ich nicht in einen Aktienfonds investieren sollte, um zu diversifizieren. Zwei Sachen haben mich davon abgehalten:
1. Ich weiß nicht, was die mit den Dividenden machen. Ich hätte gerne auch Dividenden direkt und nicht ein automatisches Reinvestment, denn was passiert, wenn ich mal auf dieses Zusatzeinkommen angewiesen bin?
2. Ich habe vor fünf Jahren einen Beitrag im Fernsehen gesehen. Prof. Krämer (http://www.statistik.tu-dortmund.de/kraemer.html) hat Studenten mit Dartpfeilen auf die Börsenseiten der FAZ werfen lassen und Fonds zufällig zusammenstellen lassen. Diese Fonds waren im Durchschnitt besser als die der Experten. Daher verwundern mich neuere Experimente mit Schimpansen überhaupt nicht.
3. Die Fondsmanager kassieren viel zu viel Gebühren. Und ein ETF ist zwar günstiger, mir immer noch viel zu teuer.
Diversifizierung erreicht man auch anders. Wenn man beispielsweise Nestle ins Depot legt, hat man nicht die Schweiz ins Depot gelegt, sondern fast alle Nationen bis auf Nordkorea und vielleicht Kuba, weil Nestle auf diesen Märkten präsent ist. Und es gibt selbst Versorger, die international aufgestellt sind beispielsweise Endesa bzw. Enel, das große Anteil an Endesa hält.
Der Sitz des Unternehmens spielt nur bei der Betrachtung politischer und steuerlicher Risiken eine Rolle. US-Unternehmen sind beispielsweise französischen Unternehmen im Vorteil, weil Amerikaner Eigentum als Grundrecht begreifen und hochhalten. In Frankreich gibt's durchgeknallte Gewerkschafter, durchgeknallte Politiker und tollkühne Wähler, die diese Leute auch noch unterstützen. Frankreich hat keine selbstbewusste und unabhängige Bourgeoisie mehr. In Frankreich bandeln daher besonders viele Menschen mit dem Staat an.
Ich hoffe auch, dass faire Berater einen Boom erleben werden und Menschen auch aktiv gute, faire und transparente Beratungen fordern und nicht einfach blind vertrauen, da der Bankberater ja eh sicher nur das Beste für mich will und ich mich selbst nicht auskenne, weil ja eh alles so kompliziert ist.
Zum Thema Fonds (aktiv vs. passiv)
Für "Standardmärkte" DAX, Dow usw. sind ETF's sicherlich zu bevorzugen. Aktiv gemanagte Fonds können aber in Spezialgebieten, in denen man von der Expertise des Fondsmanagers profitieren kann, die weiter höheren Kosten wert sein.
freundliche Grüße
Andreas
Anmerkung von Markus
geschrieben 08.05.2013
Das Argument mit den Spezialmärkten ist auch schon mehrfach wiederlegt.
Auch bei Einzelaktien kann man jährliche Gebühren bis zu 2-3 % Kosten schaffen, wenn man nicht buy & holdler ist...
Bei niedrig kapitalisierten Titeln sind teilweise nette Spreads drauf.
Buy & Hold auf Nestlè, Coke, Berkshire, Procter, Colgate, Nike, BAT, Reckitt Benckiser, Unilever u. v. w. kann wiederum 0,3 % billiger wie etf`s sein...
Der Unterschied von 0,3 % ist nicht so gravierend wie die 1 - 2 % von häufigen Handeln, Abeltungssteuer, Quellensteuerproblematik und aktive Aktienfonds.
Ist aber jedem sein Bier, wie er investieren will... ;-)
Anmerkung von Martin
geschrieben 09.05.2013
@Markus:
Das sehe ich auch so. In der Total Expense Ratio (TER) sind ja noch nicht einmal die Handelskosten.
Irgendwie vertraue ich da generell eher der TER von ETFs.
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 09.05.2013
@Tim:
Wie du schon schreibst: man kann in zahlreichen Statistiken alles ganz genau nachlesen. Auch die 2.000 (!) von 10.000 in Deutschland handelbaren Fonds, die ihren Preis einfach wert sind. Was interessiert mich der Rest?
Ich finde übrigens, dass die Risiken vieler ETFs (Swap-Geschäfte) und ihre Destabilisierungs-Effekte auf das Finanzsystem viel zu selten erwähnt werden.
Naja, Einzelaktien aus Deutschland und/oder Europa hängen mir dann doch sehr im jeweiligen Landes-Index, auch wenn sie noch so gut global aufgestellt sein mögen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 09.05.2013
@Ulrich
Zwei kurze Journalistenartikel, welche durch viele fehlende wissenschaftliche Fakten auffallen... sollen was beweisen?
Seltsam, dass man viele der Top-Performer wie DWS Vermögensbildungsfonds I, Lingohr Systematic Value, Tempelton Growth, Fidelity European Growth u. v. w. nicht mehr an den fordersten Stellen der Stiftung Warentest findet... Auch werden immer wieder Äpfel mit Birnen verglichen... Der Carmignac investissement mit einem msci World zu vergleich ist nicht die korrekte Benchmark!!!
Aber egal, wenn Du Dich mit Aktienfonds wohler fühlst ist es sicherlich ok für Dich. Jeder macht sowieso das nach seinem besten Wissen und Gewissen. Ein anderer fühlt sich evtl. nur mit hohen Dividendenwerten und wieder ein anderer nur mit multinationalen Marktführer wohl...
Wer in 30 Jahren der beste ist...??? Keine Ahnung... ständiges lesen und finanzielle Weiterbildung oder stupides festhalten an bestimmten Werten oder eine Kombination aus Beidem...
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 09.05.2013
@Markus:
War mir schon klar, dass das hier zum guten Ton gehört, grundsätzlich gegen aktive Fonds zu sein. Aber es kann auch nicht schaden, sich auch mal mit etwas unerfreulicheren Fragen zum Thema ETFs zu beschäftigen.
Sie können außer den von mir zitierten "kurzen Journalistenartikeln" leicht auch noch Abhandlungen finden, in denen die Probleme ausführlicher behandelt werden. Die kritischen Themen werden außerdem nicht von Journalisten in den Raum gestellt, sondern es werden Experten zitiert. Ja, man kann natürlich die Kompetenz jedes Experten in Frage stellen. Und ja, man kann die Nachteile von ETFs natürlich auch komplett ignorieren, wenn sie nicht ins persönliche Weltbild passen, das so schön unkompliziert war: ETF = gut, aktiver Fonds = böse.
Anmerkung von Markus
geschrieben 09.05.2013
@Ulrich
Nein, ich bin nicht so starrsinnig wie mein 90 jähriger Opa oder manch anderer, der meint er habe die eierlegende Wollmichsau gefunden! ;-)
Sicher gibt es auch Nachteile bei etf`s und ich kenne ein paar. Die Diskussion Aktiv vs Passiv kann unendlich weitergeführt werden...
Für mich persönlich sind meine voll replizierenden etf`s sehr gute Möglichkeiten kostengünstig in eine der besten Wertpapierformen anzulegen, die es in den letzen Jahrzehnten gegeben hat. Auch ein 10 % Swap, der mit 120 % übersichert ist, ist für mich kein System, dass gefährliche Züge für unser Finanzsystem einnimmt...
Die wissenschaftliche Lehrmeinung und die Professoren werden grob geschätzt zu 90 % pro passiv sein.
Die Banken, Fondsmanager, Vertriebler werden zu 90 % wieder pro aktiv sein... ;-)
Wieso soll man einen Fondsmanager zahlen, wenn man sich selbst die besten multinationalen Konzerne mit Marke in einem Einzelaktiendepot zusammen stellen kann??? Hier würden mich wieder rigorose Passivler angreifen...
Jeder muss seine Strategie finden, mit der er gut schlafen kann!!!
Diese kann für unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Risikoeinstellungen durchaus unterschiedlich sein bzw. sie wird zwangsläufig unterschiedlich sein! ;-)
Wie die deutsche Politik mit der absehbaren Altersarmut umgeht, ist eine Katastrophe. Es ist eine Vogel-Strauß-Politik. Wegschauen und Klappe halten.
Deutschland braucht dringend eine kapitalgedeckte private Altersvorsorge. Ich schlage nach dem US-Vorbild vor: Arbeitnehmer, die privat über ein „Aktiendepot für die Rente“ vorsorgen, sollten steuerlich entlastet werden. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern beim Sparen für die Rente (in dieses Depot) helfen, sollten ebenfalls steuerlich belohnt werden.
Die teuren Riester-Dinger sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sie sind nicht die Lösung für ein wachsendes Problem.
Unser Problem ist: Die gesetzliche Rente wird sinken, weil die Alterspyramide nicht mehr auf einem soliden Fundament steht. Die Babys fehlen uns in Deutschland. Wir Deutsche haben nach Japan eine der ältesten Bevölkerungen rund um den Globus.
Eine weitere finanzielle Herausforderung ist die erhöhte Lebenserwartung. Insofern kann niemand leugnen, mehr private Ersparnisse sind nötig. Je mehr Sie sparen, desto besser. Das Rentensystem wird nämlich immer maroder. Im Grunde weiß das jedes Kind. Nur wird dagegen zu wenig getan.
Es fängt wie gesagt bei den Politikern an. Berufspolitiker in Berlin haben persönlich keinerlei Probleme mit dem Älterwerden. Ehemalige Minister, Bundestagsabgeordnete, Staatssekretäre usw. können getrost die Füße hochlegen. Sie haben in der Regel Ansprüche auf nette Versorgungsbezüge, hochrangige Beamte eben. Für sie ist ausreichend vorgesorgt. Ich halte dies für ein unfaires Zweiklassensystem.
Ein „normaler Arbeitnehmer“, der auf die gesetzliche Rente angewiesen ist, wird dagegen sein blaues Wunder in 20 bis 30 Jahren erleben.
Nehmen Sie die Daten von unserer Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU): Im Jahr 2030 werden Menschen, die 2.500 Euro brutto im Monat verdienen und 35 Jahre Vollzeit gearbeitet haben, gerade eine Rente in Höhe von 688 Euro erhalten. Gegenwärtig kassiert ein Rentner bei gleichen Voraussetzungen 816 Euro. Um es kurz zu machen: Das Schiff (Rente) hat Löcher und wird sinken.
Absurd an der traurigen Situation ist: Bestraft wird heutzutage jeder, der privat fürs Alter spart. Wir werden für jeden Zinsertrag (der über den Freibetrag hinausgeht) besteuert bis ins Grab. Berlin ist nicht in der Lage das zu ändern. Belohnt sollte stattdessen jeder Bürger werden, der vernünftig fürs Alter Rücklagen bildet. Pustekuchen.
Die Folge ist: Berlin belohnt im Endeffekt jene, die ihr Geld einfach jeden Monat verpulvern – für neue Handys, Autos, Luxusurlaube. Millionen von Konsumenten, die heute auf großen Fuss leben, werden im Alter vor einem Scherbenhaufen stehen. Sie werden hungern müssen.
Für den Staat wird die Altersarmut eine gigantische Kostenlawine in einigen Jahrzehnten auslösen. Der Staat muss den verarmten Rentnern unter die Arme greifen. Wenn das Geld für Miete, Lebensmittel und Krankenversicherung fehlt, ja was dann? Am Ende bleibt nur der Staat.
Leben Sie besser unterhalb Ihrer Verhältnisse. Legen Sie Geld fürs Alter zurück (auch wenn Sie steuerlich benachteiligt werden).
Wird es ein paar Trends geben? Vielleicht kommt das Leben auf ganz kleinem Wohnraum (um Kosten zu sparen). Vielleicht erlebt das Multi-Generationen-Mehrfamilienhaus mit angebundenen Gemüsegarten und freilaufenden Hühnern eine Renaissance? Wir werden Menschen sehen, die Minijobs im hohen Alter annehmen müssen, um über die Runden zu kommen. So schlimm es erscheinen mag, es hat Vorteile länger zu arbeiten: Senioren fühlen sich so gebraucht, bleiben fit.
Anmerkung von waldbauer
geschrieben 05.05.2013
Hallo Tim!
Wieder ein toller Beitrag! Ich glaube das mit der Rentenlücke ist den Politikern durchaus bekannt. Sie denken nur etwas anders darüber. Ein Politiker denkt in Wahlperioden und braucht sich um seine Versorgung weder in seiner aktiven Zeit noch in seiner Pensionsphase Gedanken machen. Der wichtigste Gedanke ist die nächste Wahl. Diesem Ziel muss sich alles unterordnen. Bürger die ihr Geld heute ausgeben sind doch prima. Sie sorgen für Umsätze in der Wirtschaft, für Steuereinnahmen auf allen Ebenen, für Arbeitsplätze usw..Menschen, die sparen tragen eben nicht voll hierzu bei. Und wenn die Leute später auf Hilfe des Staates angewiesen sind ist das schon wieder gut. Denn wer auf Staatshilfe hofft, ist für entsprechende Wahlversprechen leicht ansprechbar. Und schon habe ich den Wähler nach des Politikers Wunsch. Aus dieser Sicht macht das Ganze, glaube ich, durchaus Sinn. Für die meisten Bürger ist Sparen für das Alter und derzeitiger Konsumverzicht bei den täglichen Verführungen und der Rente irgendwann in der Zukunft einfach nicht attraktiv.
Anmerkung von Anja
geschrieben 05.05.2013
Hallo Tim,
ein sehr guter Artikel....jedoch wird er so gut wie unerhört bleiben. In meinem Umkreis wird mir beim Thema Aktien sofort die Deutsche Telekom und die Commerzbank vorgehalten und daher das Thema abgeblockt.
Ich bin selber seit 10 Jahren sozialversicherungsbefreit und habe mir selber Bausteine für eine private Altersvorsorge mit Lebensversicherungen, Aktien und Anleihen gebaut.
Aktuell bekam ich wieder neue Hochrechnungen der Versicherungen über die voraussichtliche Auszahlungshöhe und mich traf dabei mal wieder fast der "Schlag".
Das die Leute hier in DE nicht ob der finanziellen Repression Sturm laufen, ist mir ein Rätsel.
Anmerkung von Turing
geschrieben 05.05.2013
Ich fand eigentlich die vorherige Regel ganz gut, als eine Spekulationssteuer anfiel, wenn man Aktien in weniger als zwölf Monaten nach dem Kauf wieder verkaufte. Ich wäre froh, wenn man Aktien nach zehn Jahren Haltedauer steuerfrei verkaufen könnte, denn ein großer Teil des Gewinns ist ja auch inflationsbedingt.
Deutschland und Aktien sind kein Liebespaar. Wenn die Menschen Aktien hören, schwirrt in vielen Köpfen der Film "Wall Street" herum. Dann ist da noch die total schädliche Fokussierung auf die Kurse, was natürlich den Eindruck stärkt, dass die Börse ein Kasino wäre. Natürlich kann es das werden für manche Personen, wie z. B. für Hoeneß, aber genauso gut kann jemand einen Flohmarkt für ein Kasino halten und Dinge schnell verkaufen und wieder abstoßen. Aber dadurch wird der Flohmarkt objektiv gesehen nicht zum Kasino.
Mein Erweckungserlebnis beim Thema Aktien war, als ich die erste Dividende bekam. Es ist vier Jahre und ein Tag her: Am 04.05.2009 bekam ich 2,70 € Dividende der Beiersdorf AG; ich hielte drei Aktien. Das ist wenig, auch relativ gesehen. Ich habe bei den ersten Aktienkäufen den Fehler gemacht, zu kleine Ordern zu erstellen und gar nicht daran gedacht, dass Gebühren anfallen. Den Anfängerfehler mache ich nicht mehr. Mittlerweile bekomme ich stattliche Dividenden. Im letzten Monat waren es 500 €, in diesem Monat werden es knapp 1000 € sein.
Wenn man bedenkt, dass ich bereits im letzten Jahr über 100 € pro Monat passives Nebeneinkommen hatte und in diesem Jahr Jahr auf die 200 € pro Monat zusteuere, dann kann man sagen, dass ich schon heute meine eigene kleine "Riesterrente" empfange. Die Unterschiede:
1. Ich habe nicht nur eine Rentenanwartschaft, sondern vererbbares Realvermögen.
2. Ich bin Anfang 30 und nicht Ende 60.
3. Ich zahle Steuern, ohne irgendwelche Steuerbegünstigungen zu erhalten.
4. Ich habe mir keine Verbindlichkeiten aufgeschwatzt, beispielsweise monatliche Versicherungsgebühren.
5. Meine Steuerklärung ist vom Finanzamt einfach und schnell zu bearbeiten. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie kompliziert die Steuererklärungen der Riesteropfer aussehen.
6. Ich bin mit meinem Aktiendepot gewachsen. Ich fühle mich selbstbewusster.
Der Staat gewinnt mit, denn ich zahle ja Steuern und im Falle der Arbeitslosigkeit oder Hartz IV kann ich auf Nebeneinkünfte oder bestehendes Vermögen verweisen, sodass ich gar nicht erst auf Hartz IV angewiesen wäre. Aber was macht die Politik? Sie beschimpft mich als bösen Spekulanten. Lieber will man die Leute in die Riesterrente treiben, wo sie dann indirekt Staatsanleihen kaufen und jahrelang auf wertlose Rentenanwartschaften sparen.
Guido Westerwelle sprach vor Jahren davon, dass er eine Gesellschaft von Eigentümern, von selbstbewussten Bürger, erstrebenswert hält und keine Gesellschaft von Untertanen. Riestern dient dazu, dass die Untertanen weiterhin Untertanen bleiben.
Anmerkung von ZaVodou
geschrieben 05.05.2013
Jeder hat die Möglichkeit, alle vier Jahre etwas dafür zu tun, dass sich an dieser Situation etwas ändert. Die Politer wissen von der Gefahr. Den Bürgern als Masse, nicht im Einzelnen, scheint die Gefahr noch nicht so sehr bewusst zu sein. Noch läuft es ja einigermaßen, weswegen es für sie kein Wahlkampfthema ist.
Ich denke, dass der Politker seine Bürger für ziemlich unmündig hält, weshalb er ihnen Riesterprodukte verordnet hat. Meine Meinung nach sollten jeder Einzelne selbst bestimmen, wie er sein Geld anlegt und nicht einen Weg vorbestimmen in dem er ihn steuerlich fördert. Ich plädiere für einen Freibetrag in Höhe des Grundfreibetrags oder gar der Pfändungsgrenze, um Bürger, die für das Alter sparen wollen, einen Anreiz zu geben.
Die Pensionen würde ich an die Renten koppeln.
Die Alterspyramide sehe ich für Deutschland nicht so das Problem. Menschen gehen dort hin, wo es Arbeit gibt. In Deutschland gibt es Arbeit. Weswegen die Menschen aus den ärmeren Teilen der Welt/Europas nach Deutschland kommen werden.
Spanische Jugendliche will man ja schon ködern. Verlierer sind dann Länder wie Spanien, die nämlich auch mit der Alterspyramide zu kämpfen haben, deren Jugend aber in die reichen Länder abwandert.
Anmerkung von Musti
geschrieben 05.05.2013
Hallo,
es ist wie immer im Leben die Mehrheit wird immer verlieren, damit ganz wenige gewinnen können.
Somit wird die Mittelschicht und die arbeitenden Bevölkerung zu den größten Verlierern in zukunft gehören. Vor allem bei der Rente.
Es gibt zwei Möglichkeiten die Rente zu geniessen. Entweder man ist jetzt schon vermögend, sodass sich das Vermögen von alleine vermehrt oder man hat gar nichts und verprasst alles.
Denn was viele nicht wissen: Die Grundsicherung in Deutschland belohnt alle, die nichts haben bzw. Ihr Leben genossen und alles verkonsumiert haben.
Letztendlich sollte man die Sichtweise ein bisschen ändern. Ein Hartz4 Empfänger ist nichts anderes als ein Beamter auf der niedrigsten Gehaltsstufe. Nichts einzahlen ,aber später mehr Rente erhalten als Angestellte.
Es ist ja kein Wunder dass der Staat versucht durch die Medien HArt4 Empfänger so negativ wie möglich darzustellen, damit die arbeitenden bloss nicht aufwachen. Denn wenn ein Angestellter in einem Niedriglohnsektor merken würde , wie billig er seine unersetzbare wertvolle Lebenszeit verkauft, dann würde er sofort aufhören zu arbeiten und sich um seine Familie und Freunde kümmern und auf die "Gehaltsliste" des Staates setzen lassen.
Also wenn man eh kein Geld oder Vermögen hat, geniesst das Leben , verprasst Euer Geld, vergeudet Euer einzigstes, unersetzliches,persönliches Gut "Die Zeit" mit sinnvolleren Aufgaben und kassiert das Geld vom Staat ! Gibt später eh mehr !
Anmerkung von Turing
geschrieben 05.05.2013
Apropos Hartz-IV-Empfänger. Ich habe folgendes mal durchgerechnet. Ein Hartzer bekommt die Wohnung gestellt: Richtwert in Berlin für einen Single beträgt 378 € Brutto-Warmmiete. On top bekommt der Hartzer noch 382 € Taschengeld. Zusammen ergibt das 760 €. Krankenversicherung ist drin, Rentenversicherung (wg. Grundsicherung) auch, Arbeitlosenversicherung sowieso, die Werbungskosten sind 0 €.
Wenn ein Arbeitnehmer auf ein Nettogehalt von 760 € kommen will, muss er 960 € brutto verdienen. Das Schlimme ist nun: Letzterer bezahlt Steuern. Der Grundfreibetrag ist so niedrig angesetzt, dass er Steuern zahlen muss. Gäbe es den Arbeitnehmerpauschbetrag, die Einkommenssteuer würde sich nochmals erhöhen. In der Grundsicherung bei der Rente wird er zwangsläufig auch rutschen, weshalb Rentenbeiträge völlig belanglos sind. Die Gegenleistung entspricht nämlich 0.
Wie kann es sein, dass man Arbeitnehmer bei diesen niedrigen Gehältern bereits besteuert, aber bei Hartz-IV-Empfängern auf die große Mitleidsdrüse drückt? Die Hartz-IV-Empfänger fordern das Mitleid sogar noch ein und tun so, als müssten sie mit 382 € pro Monat auskommen und sie unterschlagen wohlwissend die anderen Leistungen, z. B. die vom Staat bezahlte Unterkunft, Vergünstigungen beim ÖPNV, beim Theater, im Museum und sonst wo.
Welche Konsequenzen muss man daraus ziehen? Gewiss nicht die Senkungen des Hartz-IV-Satzes, sondern die radikale Anhebung des Grundfreibetrages auf 12000 € p.a.
Und um Gottes Willen darf man das nicht "gegenfinanzieren". Das ist Schmu. Grundfreibetrag anheben und gut ist. Die dadurch erzeugte Dynamik sorgt für mehr Konsum und für mehr Investitionen, d.h. mehr Wohlstand für mehr Menschen. Und für die Hartzer gibt's einen Anreiz, einer Arbeit nachzugehen.
Anmerkung von Frank H.
geschrieben 05.05.2013
Hallo Tim,
sehr schöner Beitrag. Zur Anmerkung dass man als Privatvorsorger eher noch bestraft wird kann ich folgendes beisteuern: Ich als Student bekomme keinen müden Cent Bafög vom lieben Staat, da ich während meiner vorherigen Zeit als Arbeitsnehmen (Studium ist quasi ein Berufswechsel für mich) so "dreist" war, und mit einem Aktien-Depot auf Basis von Value-Werten etwas für meine Altersvorsorge getan habe. Da dieses Depot immerhin bis zu einem niedrigen fünfstelligen Betrag über die Jahre gewachsen ist und die Bemessungsgrenze fürs Bafög bei 5000 Euro gezogen wird, gibts für mich nix. D.h. wenn sich meine Eltern nicht jeden Monat einige sauer verdiente Euros abzwacken würden um mich zu unterstützen (natürlich bekommen sie das Geld später wieder!), müsste ich dieses hart erarbeitete Depot wieder auflösen. Dies werde ich aber auf keinen Fall tun, da ich am Ende meines Studiums (dann schon immerhin mit Anfang 30) nicht ohne private Altersvorsorge dastehen will. Zudem bin ich noch auf der Suche nach einem Nebenjob, was als ernster Student (zum "bummeln" hab ich mit Ende 20 keine Zeit mehr) von den möglichen Arbeitszeiten her nicht so einfach ist.
Gleichzeitig wird vielen Menschen, die einfach keinen Bock auf Arbeiten haben, mit Hartz IV monatlich ein schickes Sümmchen, was mir als Student dicke zum Leben reichen würde, überwiesen. Natürlich will ich jetzt nicht alle Hartz-Empfänger über einen Kamm scheren, aber ich weiß, dass es diese Schmarotzer gibt die diese Situation gnadenlos ausnutzen.
Zur Rentenproblematik allgemein: Ich möchte gar nicht daran denken, welchen Betrag ich in gut 35 Jahren als Rente bekomme, denn sonst würde ich wohl in Tränen ausbrechen. Dazu kommt dass es genau so ist wie du sagst: Der Politik scheints egal zu sein, denn ihnen steht eine saftige Rente bevor.
Anmerkung von ZaVodou
geschrieben 05.05.2013
Alles jetzt auf HartzIV-Empfönger zu schieben finde ic auch nicht zielführend. Sicher gibt es auch die, die das Sozialsystem ausnutzen, aber so viel Ehre sollte jeder haben, dass er nicht als Bittsteller beim Staat endet. Was mir allerdings zu schaffen macht, ist dass sich Leistung in Deutschland nicht mehr lohnt. Ich habe das selbst erfahren müssen. Ich habe mehr unfreiwillig Überstunden geleistet. Der Dank war eine höhere Steuerprogression, so dass am Ende der vielen geleisteteten Überstunden, die einen fertig gemacht haben, so dass man zu nichts mehr Lust hatte,nur wenig übrig blieb. Und so ist es auch bei der Vorsorge. Sorgt man vor, wird das man mit noch mehr Steuern gedankt. Leistung lohnt sich also nicht, weil am Ende zu wenig übrig bleibt.
Früher hat jeder seinen Zehnt abgeliefert, warum es heute jedoch eine Steuerprogression gibt, hat mir noch nie eingeleuchtet. Das ist ein Eingriff in die Taschen der Fleißigen.
Anmerkung von Kayo
geschrieben 05.05.2013 Website www.alles-fuer-den-ruecken.de
Ja Tim, du hast ja so recht. Aber auf dich hört ja keiner. Und irgendwer schrieb hier im Kommentar, dass wir es alle 4 Jahre selbst in der Hand hätten, die richtigen Politiker zu wählen. Ich wüßte nciht welche Partei das besser machen würde.
Ob Rentner das Arbeiten fit hält bezweifle ich, da gibt es bessere Möglichkeiten.
@ Anja: Wie kann man sich eigentlich von der Sozialversicherung befreien ?
Ich denke oft, dass ich das alles gar nicht brauche. Für meine Gesundheit sorge ich selbst, den Zahnarzt bezahle ich selbst und für evtl. Notfälle müssen eben ein paar Groschen zurückgelegt werden.
Anmerkung von @Frank H.
geschrieben 05.05.2013
Ich kann nicht nachvollziehen, warum Sie sich so aufregen. Es ist doch völlig verständlich, dass der Staat (=alle Bürger, auch die armen) Ihnen kein Studium zahlt, wenn Sie ein Depot im fünfstelligen Eurobereich besitzen. Wo kommen wir denn dahin? Der Staat zahlt auch kein Hartz 4 wenn der Empfänger eine eigene Immobilie etc besitzt. Ist ja auch völlig richtig so!
Anmerkung von Martin
geschrieben 05.05.2013
Ich hätte mir vor dem Studium auch ein schönes Auto und evtl. eine selbstgenutzte Eigentumswohnung zulegen können, um Bafög zu beziehen. Das wird dann nicht angerechnet auf das Vermögen. Dennoch fand ich das schwachsinnig. Merke: Besser als Kind nicht arbeiten und sparen und alles vor dem Studium verprassen bis auf 5.200€!
Allerdings sollte der Staat dann auch keine Geschenke erwarten, so werde ich mir beizeiten einen Steuerberater zulegen, um nicht zuviel Steuern zu bezahlen. Irgendwie habe ich da als ehrlicher Steuerzahler immer das Gefühl der Dumme zu sein. Trotz Jura, Buchführungs- und Steuervorlesungen, kann ich gefühlt meine Einkommenssteuererklärung nur suboptimal ausfüllen.
Anmerkung von Christian
geschrieben 05.05.2013
Wie scheinheilig ist das denn?!
Hier wird über Hartz 4 Empfänger gelästert. Und im gleichen Atemzug empfiehlst du, vor dem Studium alles zu verscherbeln, dass dir der Staat deine Semester zahlt?
Du bist somit nicht besser als ein Hartz 4 Empfänger, der arbeiten könnte - aber es nicht tut.
Aber eine Gesellschaft muss mit solch einem Denken einzelner (aus allen Schichten) wohl leben...
Anmerkung von Martin
geschrieben 06.05.2013
1. Ich habe nichts gegen Hartz4 Empfänger geschrieben.
Persönlich finde ich den Verwaltungsaufwand dort zu hoch. All die auszufüllenden Formulare und dann viel zu viele fehlerhafte Bescheide. Schließlich klagen dann viele Hartz4 Empfänger auf Staatskosten. Damit ist dann niemanden geholfen. Also besser gleich korrekte Bescheide.
2. Der Konjunktiv bedeutet, dass ich selbst kein Bafög bezogen habe. Allerdings hätte es mir zugestanden, wenn ich nie gespart hätte. Somit hat sich mein Sparen also nicht gelohnt. Der Staat setzt falsche Anreize. Auch wie Tim schreibt bezogen auf die Altersvorsorge.
3.Solche Gestaltungsmöglichkeiten sollte der Staat ausschließen, auch wenn sie legal sind. Das ist immer noch ein großer Unterschied zu Handwerkerleistungen ohne Rechnungen, welche illegal sind.
Anmerkung von willihope
geschrieben 06.05.2013
deutschland hat sich in den sozialismus hineinmanövriert und wird da so schnell wohl nicht mehr raus kommen. an der umverteilerei wird man unbedingt festhalten wollen denn man fühlt sich ja mit der dämlichen "ökosozialen marktwirtschaft" allen anderen ländern überlegen.
also wird man an verschiedenen schrauben drehen, "etwas" höhere steuern und neue zwangsabgaben auf besitz denn immobilien sind immobil. :-)
dazu noch das rentenantrittsalter schrittweise auf 70 erhöhen und schon "funktioniert" der sozialismus wieder.
dumm natürlich für diejenigen die vermögen aufgebaut haben, zumindest die rente passt sich aber mehr der steigenden lebenserwartung (82 jahre) an.
man kann in rente gehen - muss aber nicht. wer länger arbeitet bekommt eben mehr raus.
nachdem die inflation die löhne treibt aber die steuerschwellen nicht mitsteigen rutschen sowieso immer mehr menschen in höhere abgaben, so kommt es dann auch zu den rekordsteuereinnahmen. :-)
Anmerkung von - M -
geschrieben 06.05.2013
"Es fängt wie gesagt bei den Politikern an. Berufspolitiker in Berlin haben persönlich keinerlei Probleme mit dem Älterwerden. Ehemalige Minister, Bundestagsabgeordnete, Staatssekretäre usw. können getrost die Füße hochlegen. Sie haben in der Regel Ansprüche auf nette Versorgungsbezüge, hochrangige Beamte eben. Für sie ist ausreichend vorgesorgt. Ich halte dies für ein unfaires Zweiklassensystem."
Wenn wir etwas weiter blicken, stellen wir fest, dass auch die restlichen Beamten (bei weitem ja die Mehrheit in bezug auf Minister & Co.) doch anscheinend gut versorgt sind.
Sind in den vielen Talkshows, die sich ebenfalls mit dem Thema Altersversorgung befassen, jemals einmal verarmte Beamte im Ruhestand aufgefallen?
Ich möchte den "normalen Beamten" nicht an den Pranger stellen. Der macht seine Arbeit. Und ist in dem Pensionssystem drin, weil die Oberen in Berlin das System so geformt haben.
Wem ich einen Vorwurf mache, ist dem politischen Beamten in Berlin. Die Politik hat das Renten-Pensions-System so geformt wie es ist. Es ist leider viel Unfug passiert.
Wenn ich mir allein die Gebührenfresser unter den Riester-Dingern anschaue. Dass der Staat hier Subventionen in zu teure Verträge pumpt, ist unbegreiflich. Das sollte vom Staat unter die Lupe genommen werden. Überteuerte Produkte gehören schlicht verboten, weil es unseriös ist.
Dass wir Sparer nicht eigenständig "Depots für die Rente" aufbauen können, so wie es die Amerikaner millionenfach erfolgreich tun - mit Unterstützung des Staats, ist mir unbegreiflich. Es ist verlorene Zeit. All die Jahre abzuwarten und so zu tun, als ob die Rentenkasse gesund sei, ist ein Unding.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 06.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
@Tim:
Die Realität ist aber auch, dass ein Single z.B. in Berlin mit 1.000 bis 1.100 EUR Netto fast nichts für die Rente sparen kann.
Anmerkung von Tim
geschrieben 06.05.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Ich denke, fast jeder Arbeitnehmer kann ein paar Euro im Monat sparen. Falls das Einkommen nicht reicht, kann man einen Nebenjob annehmen. Oder das iPhone-Abo kündigen.
Es geht, wenn man die richtige Einstellung hat. Natürlich gibt es Geringverdiener. Die haben es schwer. Das gebe ich zu.
Anmerkung von Frank H.
geschrieben 07.05.2013
Wahrscheinlich kam in meinen vorheriger Kommentar (und die eigentliche Aussage in ihm) nicht gut rüber. Daher möchte ich kurz richtigstellen: Ich möchte nicht allgemein über Hartzer oder sonstige Personen welche Sozialbezüge bekommen, herziehen. Mir als Student geht es im Vergleich gut, auch ohne Bafög, aber dafür muss ich auch etwas tun, keine Frage. Natürlich ist meine finanzielle Situation besser als bei 90% aller Studenten. Mir ging es darum aufzuzeigen, dass sich meine Mühe des Ansparens (bei einem Durchschnitts-Netto von ca. 1200 Euro) eines ganzen Jahrzehnts für die priv. Altersvorsorge vom Staat nicht belohnt wird in Form einer Bafög-Zahlung. Hinzu kommt, dass diese monatliche Zahlung einen Hartz IV-Satz mit allen Zulagen bei weitem nicht erreichen würde und zusätzlich die Hälfte von mir wieder zurückgezahlt wird.
Anmerkung von Anja
geschrieben 07.05.2013
@Kajo
Ich hatte das "große Glück" als GmbH-Geschäftsführerin mich von der Sozialversicherungen befreien zu lassen. Jedoch mit all den Risiken, die dazu gehören.
Ich bekomme als Beispiel also den ursprünglichen Rentenversicherungsbeitrag selber ausgezahlt und musste!!! mich schlichtweg selber um meine Altersvorsorge-Bausteine kümmern.
Im Spiegel stand gestern ein 6-Seiten-Artikel über die bevorstehende Altersarmut und das die Hochrechnungen der Lebensversicherer vorne und hinten nicht mehr passen.
Wenn ich jetzt höre, dass die Grünen gerne Kapitalerträge genauso wie Einkommen besteuern wollen, dann fehlen mir schlichtweg einfach nur die Worte. Armes Deutschland
Anmerkung von Markus
geschrieben 07.05.2013
Die Aussage, dass man mit nur 1200 € netto nichts sparen kann ist falsch!
100 € gehen fast immer wenn man sich ein bisschen mehr anstrengt.
Allerdings ist es natürlich deutlich schwieriger damit etwas nennenswertes aufzubauen. Aber irgendwo muss man ja mit dem Vermögensaufbau starten... Im Falle einer Ausbildung hilft der Zinseszins schon ganz ordentlich bei den richtigen Anlageformen.
Eine Weiterbildung, Aufstieg oder ein zusätzlicher Nebenjob machen schon deutlich höhere Spar-raten möglich.
Eine radikale Vereinfachung mit z. B. 25 - 35 % der Besteuerung von Arbeitsvermögen und dass absolut alle (Politiker, Beamte usw.) einzahlen müssen wäre interessant. Das legal Gewinne auf Cayman Inseln ausgelagert werden dürfen und hier Subventionen beantragt werden ist nicht korrekt. Allerdings läuft da die Lobby der Steuerberater Amok...
Das System ist nicht optimal und ziemlich festgefahren mit Ausnahmeregelungen und ganze Branchen haben sich darauf spezialisiert die Schwächen auszunützen.
Einen Manager wie Hoeneß an den Pranger zu stellen ist wohl etwas scheinheillig, wenn man nachrechnet wie viel Steuern unsere Politiker verschwenden, nicht zahlen, andere Formel 1 Fahrer wandern aus... Erst mal muss man abwarten, was die Ermittlungen ergeben. Mit seiner Würstle Fabrik und dem FC-Bayern mit seinen Gehältern hat er sicherlich mehr Steuern gezahlt als eine ganze Gruppe von Politikern, die sich jetzt echauffieren. Steuerverschwendungen wie BER, Stuttgarter Bahnhof, Hamburger Elbphilharmonie sind dagegen Normalität geworden... Was aus Europa wird, wenn andere Länder nicht bereit sind Reformen zu machen aber gleichzeitig immer mehr Sozialleistungen und Steuergelder von den Nordländern wollen...
Anmerkung von Turing
geschrieben 07.05.2013
Als Single kann man günstig in einer WG leben und dann bleibt auch genug übrig von 1000 € netto. Ein Beispiel: Susi Sorglos mit 1000 € netto macht mit Rudi Ratlos und Ute Unschuld eine Dreier-WG auf. Statt 500 € Warmmiete zahlt Susi nur noch 300 €.
(Berücksichtigt ist hierbei, dass sie im Falle einer Einzelwohnung kleine und günstigere Wohnung wählen würde.)
Außerdem: GEZ-Gebühren dritteln sich, Susi zahlt nur noch 6 € pro Monat statt 17,xy €. Es gibt nur noch einen Internetanschluss, also statt 30 € für die Flat, zahlt Susi nur noch 10 €. Selbst bei Strom wird gespart, denn ein großer Teil der Kosten sind Fixkosten. Es gibt dann wahrscheinlich auch nur einen Kühlschrank, d.h. der Stromverbrauch pro Kopf ist kleiner als im Falle von Einzelwohnungen.
Es geht vieles, wenn man möchte. Man muss sich nur schlau machen. Und wenn man 5000 € gespart hat, kann man dieses in Blue Chips investieren. Bei 4 % Dividende hat man dann im Jahr drauf schon 200 € mehr Haushaltsgeld.
Anmerkung von Kayo
geschrieben 07.05.2013 Website www.arsamo.de
@ Turing: Also mit 1000 Euro netto wird`s echt schwer. Eine WG mit den richtigen Leuten mußt du auch erst mal finden.
Und die 200 Euro Dividende pro Jahr wirken sich nicht wesentlich auf`s Haushaltsgld aus. Zumal man sie ja eigentlich wieder reinvestieren sollte, um den Zinseszinseffekt zu nutzen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 08.05.2013
na ja, echt schwer ist Ansichtssache...
Man kann bei den Eltern wohnen, Autokosten senken, 250 € selbstbeteiligung oder prämie bei der Krankenkasse kassieren, Handykosten durch Prepaid ersetzen u. v. m.
Auch nur die 200 € am Anfang können doch sehr motivierend sein!!! Vermögensaufbau funktioniert über Jahrzehnte, nicht über ein Jahr...
Wer alles Interesse an einem aktiven Aktienhandel hat
New York, Samstag, 4. Mai 2013
Aua. Ich habe im linken Fuss einen kleinen Muskelfaserriß. Das ist ein komisches Gefühl. Im Fitnessstudio hatte ich mit der Beinpresse zu schwere Gewichte gestemmt. Danach bin ich eine längere Strecke gelaufen. Autsch. Jetzt zittert der Muskel ein wenig, wenn ich das Bein belaste. Das wird vorüber gehen.
So komisch (wie mein Bein) muss sich ein Anleger fühlen, der der Börse vor lauter Ängsten den Rücken zugekehrt hat. Das flüssige Vermögen auf dem Sparbuch oder Girokonto zu bunkern ist die reinste Verschwendung. Die Inflation nagt unentwegt an dem Cash.
Glücklich sind Aktionäre. Der Dow-Jones-Index und der S&P-500 marschieren ständig auf neue Rekordhöhen. Es ist wie im Rausch. Unglaublich.
Noch vor vier Jahren lag Amerika am Boden. Panik, Bankenpleiten, Massenentlassungen, Privatinsolvenzen bestimmten seinerzeit die Nachrichten. Wer hätte gedacht, dass so schnell die Erholung kommt? Kaum jemand.
Es zeigt sich einmal mehr: Optimistische Buy-and-Hold-Anleger sind die wahren Gewinner an der Börse. Wer dagegen rein und raus aus dem Markt springt, der kann super Tage wie den gestrigen einfach versäumen.
Wer verdient am Trading? Gut, es sind ein paar wenige smarte Trader. Wer verdient noch? Es sind die Banken und Discountbroker. Die verdienen dank der vielen Orders akkumuliert flotte Gebühren (das ist ihr gutes Recht). Die Börse verdient, der Handelsplatz kassiert nämlich mit.
Ein Nutznießer an der hohen Liquidität sind die Eigenhandelsabteilungen der Banken. Die Bankprofis verfügen über einen exzellenten Einblick in die Orderstrukturen und Deals (sie sind wahre Insider). An den meisten Tagen wirft der Eigenhandel der Banken prächtige Gewinne ab.
Außerdem verdienen die meisten Hochfrequenzhändler in den USA mächtige Summen.
Aber der durchschnittliche Privatanleger verliert mit dem Trading Geld, das zeigen Studien ganz klar.
Gerne wird „Buy and Hold“ als altmodisch kritisiert, es sei nicht mehr zeitgemäß, wird behauptet. Anleger müssten heutzutage am Ball bleiben. Die Welt ändere sich schneller als jemals zuvor, der technologische Wandel usw. - das sind Argumente für das aktive Drehen des Depots. „Dieses Mal ist alles anders“ ist ein weiteres schönes Argument für das Trading. Wenn Sie das Zitat „Dieses Mal ist alles anders“ hören, sollten Sie vorsichtig werden.
Denken Sie mal nach, wer alles „Buy und Hold“-Anleger sind? Ein Musterbeispiel ist Warren Buffett. Gut. Die Story kennt jeder.
Wer noch? All die Gründer sollten Sie nicht vergessen. Bill Gates, Steve Jobs, Larry Page, Sergey Brin (beide Google), Jeff Bezos (Amazon), die Walton-Familie (Wal-Mart), Larry Ellison (Oracle)...
Die sind alle reich durch „Kaufen und Liegenlassen“ geworden. Keiner dieser Milliardäre ist mit dem Trading ihrer Aktien vermögend geworden.
Bei privat gehaltenen Firmen ist der Reichtum ebenfalls durch eine unglaubliche Geduld entstanden. Denken Sie an die Albrecht-Familie (Aldi), Dieter Schwarz (Lidl), Michael Bloomberg (Börsendatenimperium), Michele Ferrero (Schokolade), John Mars (Süssigkeiten), Lakshmi Mittal (Stahl). Wenn diese Reichen bei jeder kleinen Sorge ihre Aktien verkauft hätten, dann wären die ziemlich arm geblieben. Mit einer „Stop-Loss-Order“ wäre auf einmal das Familienerbe weg gewesen.
Übrigens sollten wir Langfristanleger froh um jeden Trader sein. Sie sorgen für einen sehr liquiden Markt, das schafft weitgehend faire Preise.
Mein Fazit: Schnell reich werden zu können ist ein unrealistischer Traum. Mut, Geduld, Visionen sind an der Börse wichtig. Bei Börsenkrisen auszusteigen ist ein großer Fehler.
PS: Schauen Sie in meinen Youtube-Kanal rein, ich habe etliche Videos zum Thema „Buy and Hold“ aufgenommen.
Anmerkung von stevoxx
geschrieben 04.05.2013 Website www.stevoxx.net
Mit Verlaub Tim, diesem Satz kann ich aber nicht zustimmen: "Noch vor vier Jahren lag Amerika am Boden. Panik, Bankenpleiten, Massenentlassungen, Privatinsolvenzen bestimmten seinerzeit die Nachrichten. Wer hätte gedacht, dass so schnell die Erholung kommt? Kaum jemand."
Ich stimme dir in sehr vielen deiner Ansichten zu, aber hier kann ich nur den Kopf schütteln. Welche Erholung? Auf den Aktienmärkten vielleicht ja, aber Realwirtschaft und Börse driften immer mehr auseinander.
Anmerkung von Jan
geschrieben 04.05.2013 Website www.dividenden-blog.de/
@ stevoxx:
Hallo,
ich verstehe diese Haltung nicht so ganz, lese es aber immer wieder, dass die Zeiten so schlecht sind usw. ich muss zugeben ich kenne die Situation nicht so genau, aber ähnliche Kommentare waren gestern auch unter dem Artikel auf Tagesschau.de zum höchsten DAX-Stand aller Zeiten. Ist es nicht so, dass wir wirklich eine geringe Arbeitslosenquote haben und viele Unternehmen absolute Rekordgewinne einfahren?
Natürlich ist die Börse nicht immer effizient (meine Meinung) aber irgendwo wäre es komisch wenn bei diesen Gewinnen die Aktienkurse viel tiefer ständen.
Gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen, aber ich denke die Zahlen von VW, BASF oder anderen sprechen für sich. Die Gewinne liegen über den Niveaus von vor der Krise, da ist es in meinen Augen nur logisch, wenn auch die Kurse über dem Vorkrisenniveau liegen.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 04.05.2013
Die jüngste Rallye dürfte wohl hauptsächlich liquiditätsgetrieben sein. Die EZB hat gerade wieder die Zinsen gesenkt. Außerdem mangelt es an Alternativen für die Geldanlage. Da bleiben nur noch Aktien.
Zu buy annd hold: ich bin auch davon überzeugt, dass diese Methode mit am besten ist. Mein Problem ist nur, dass eben zu wenig Geld nachkommt, so dass ich neue Positionen nur langsam aufbauen kann. Da nimmt man schon gerne mal einen schönen Gewinn mit und investiert ihn in eine neue (unterbewertete) Aktie.
Dass buy and hold tot ist glaube ich auch nicht. Ulrich vom valueblog hat gerade sehr gut den Unterschied erklärt zwischen Investitionen und Spekulationen. Nur erstere hat Kostolany gemeint mit seiner Schlaftabletten-These. Für buy and hold braucht man die richtigen Aktien. Und da ist man schnell bei den typischen Buffett Titeln die einen großen Wettbewerbsvorteil haben und den auch lange halten können. Eine Lufthansa z.B. ist sicher nicht für buy and hold geeignet.
Diesen Unterschied verstehen die Deutschen eben nicht sondern scheren alle Aktien über einen Kamm als Glücksspiel.
Die von dir erwähnten Reichen sind alle Unternehmer und Gründer ihrer Firmen. Das ist natürlich ein Unterschied ob man von Anfang an dabei ist und riesige Stückzahlen an Aktien am eigenen Unternehmen hält, oder ob man erst jetzt ein paar Aktien kauft. Der Reichtum ist da schon längst gelaufen...
Ansonsten traue ich den USA eine schnellere Erholung zu als uns Europäern. Bei uns ist alles zu verkrustet und zu langatmig. Mit Frankreich steht der nächste Problemkandidat schon bereit...
Anmerkung von Martin
geschrieben 04.05.2013
Die Gewinne sind gestiegen, aber vor allen Dingen ist die Bewertung jetzt höher. Der Dax wird also immer teurer.
Da konnten die Gewinne nicht mithalten. Wobei Gewinne auch nur nominal sind, interessant ist es sich z.B. auch anzuschauen ob BASF auch mehr Chemikalien, Nestle mehr Kaffee und Schokolade etc. verkaufen.
Ein Teil sind eben auch nur gestiegene Preise. Die FED und andere Zentralbanken schieben die Märkte da ziemlich an.
Immerhin sind die Preise fürs Traden in den letzten Jahren günstiger geworden. Das Internet und günstigere IT halten die Kosten gering.
Wegen dieser "Insider" setze ich keine Stop-Loss Orders, sondern mache das von Hand. Wäre auch interessiert sowas zu programmieren, aber dazu fehlt mir das Wissen momentan. Würde mich ärgern, wenn "Profis" einen gezielt ausstoppen um davon zu profitieren.
Gute Besserung!
Anmerkung von Tim
geschrieben 04.05.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ stevoxx
Ich sprach die Erholung an den Aktienmärkten in den USA an.
In der Tat ist die Erholung noch nicht in diesem Maße in der breiten Bevölkerung angekommen. Die Arbeitslosigkeit ist noch hoch mit 7,5% in den USA.
Die realen Gehaltszuwächse des "normalen Arbeitnehmers" sind seit Jahren lausig.
Innerhalb der Bevölkerung gibt es enorme Verschiebungen: Die Reichen werden reicher,die Armen ärmer.
Anmerkung von Tim
geschrieben 04.05.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Martin
Danke. Das mit dem Bein wird besser.
Du sprichst es an: Die hohe Aktivität der Trader gepaart mit der Volatilität - das nutzen die Profis aus. Hedgefonds. Leute wie George Soros, Carl Icahn, David Einhorn, Carlos Slim, Bill Ackman und wie sie alle heißen.
Die haben viel bessere Informationsquelle. Sie können einen starken Absturz zum billigen Einstieg nutzen. Wir Privatanleger haben da so unsere Probleme mit dieser Strategie...wir Privaten lieben es oben zu kaufen und unten auszusteigen.
Anmerkung von Kayo
geschrieben 05.05.2013 Website www.arsamo.de
Hallo Tim,
na das macht man doch auch nicht, erst schwere Gewichte stemmen und dann noch joggen. Eher anders herum.
Da warst du wohl überaktiv, wie du es an der Börse ja zum Glück nicht bist ;-)
oh ja, stimmt. Da habe ich im Fitnessstudio übertrieben. Zu viel Aktivität kann eben schaden. Übermut tut selten gut.
VG
Tim
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 06.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Es gibt doch aktuell keine Alternative zum Aktienmarkt und der US Markt läuft wirklich glänzend. Sehr gut für meine US Dividenden Aktien. So kann es weiter gehen - auch wenn es bestimmt kurzfristig mal korrigieren wird.
Schauen Sie sich diesen Witz-Trader an: Nikita Dzhigurda. Der Russe mit Sonnenbrille und langem Zottelhaar scheint völlig von der Rolle zu sein. In dem Youtube-Clip unten gibt er seinem Assistenten, der vor dem Rechner sitzt, den Auftrag, für eine Million Dollar Facebook-Aktien zu kaufen. Der Assistent ist verunsichert, fragt zögerlich: „Bist Du sicher?“ Die Antwort von Nikita Dzhigurda: „Ja, verdammt noch mal.“
Mehr Infos zu dem Video finden Sie im US-Blog Zero Hedge.
Anmerkung von alex
geschrieben 01.05.2013
Ist das ein Ex Wrestler?
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 01.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Sieht aus wie Comedy. Was lernen wir daraus? ;-) Lieber nicht in Facebook investieren.
Anmerkung von Andreas
geschrieben 01.05.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Alles was ich davon verstehe ist vKontakte (in Russland weit beliebter als Facebook) und eben Facebook ;-)
Anmerkung von Dmitri
geschrieben 16.05.2013 Website www.moospara.de
Der Kerl meint den Kauf von vKontakte verpasst zu haben, dafür jetzt Facebook kaufen zu müssen.
9. Warum wir schlechte Anleger sind: Angst + Aktivität schaden
New York, Mittwoch, 1. Mai 2013
Der Mensch hat ständig Angst. Wir haben Angst davor, unser hart verdientes Geld an der Börse wieder zu verlieren. Verständlich ist das. Daher schauen die meisten wie gebannt auf die Kurstafel und meinen daraus Schlüsse fürs Depot ziehen zu können. Alle Nachrichten über die VW-Aktie zu lesen, bedeutet längst nicht, die besten Trades mit all den Infos zu machen. Aktivität schadet uns grundsätzlich im Depot, trotzdem agieren viele hektisch.
Überwinden Sie Ihre Ängste. Denken Sie positiv über Ihre Investments. Haben Sie einen soliden Titel herausgesucht, zweifeln Sie nicht ständig an der Auswahl. Natürlich kann die Aktie unter Ihren Einstandskurs rauschen. Das ist aufgrund der üblichen Volatilität geradezu wahrscheinlich. Warten Sie ab. Lehnen Sie sich zurück. Wenn Sie eine Qualitätsaktie gekauft haben, wird die schon ins Plus drehen.
Akzeptieren Sie, Kursentwicklungen lassen sich nicht exakt vorhersehen - egal wie viel Sie lesen, planen, beobachten, berechnen. Wie jedes Lebewesen wandelt sich das Depot stetig. Aktienkurse klettern nicht wie eine gerade Linie nur nach oben. Manchmal sprudelt das Geld im Depot, manchmal scheint es pausenlos abzufliessen.
Sie brauchen nicht, jede Quartalszahl unter die Lupe zu nehmen. Am besten schalten Sie ab. Was soll passieren, wenn Sie ein Unternehmen haben, das vor 100 Jahren gegründet worden ist und seit 50 Jahren solide Dividenden auszahlt? Schreiben Sie all Ihre Ängste über Ihr Aktiendepot auf ein Blatt Papier. Sie werden sehen, die Ängste sind nicht berechtigt.
Der Dow-Jones-Index startete Anfang des vorigen Jahrhunderts bei 66 Pünktchen. Heute steht das Ding bei fast 15.000. All die Sorgen sind folglich unbegründet. Zwei Weltkriege, zwei Depressionen sowie Seuchen und endlos viele Rezessionen waren dazwischen. Nichts hält die Wall Street auf. Das Plus seither: Explosive 22.000 Prozent. Was wollen wir mehr? Es gibt kaum eine bessere Geldanlage. Der DAX hat auch eine solide Performance seit seiner Gründung hingelegt.
Manch ein Bekannter sagt: „Geld ist mir egal, es ist nicht wichtig“. Das ist natürlich Quatsch. Geld berührt uns jeden Tag. Es beeinflusst, wo wir Essen gehen, was wir anziehen, welches Auto wir fahren, wo wir leben... Es beeinflusst unsere Beziehungen, Familie, Freunde.
Geld und die Kapitalanlage sollten Sie verstehen lernen. Legen Sie niemals Ihre Kohle in irgendwelche Produkte/Aktien an, die Sie nicht verstehen. Sie sollten 100 Prozent verstehen, jedes Detail. Je komplexer Finanzprodukte sind, desto vorsichtiger werde ich. Natürlich haben unsere Banken exzellente Produkte im Angebot, aber jeder muss das für sich Passende finden. Haben Sie auf Seite 52 im Prospekt das Kleingedruckte durchgelesen und alles verstanden? Ich hoffe mal. Faire Produkte sind gefragt. Klare, verständliche Produkte. Je simpler, desto besser sind sie in der Regel. Indexfonds halte ich zum Beispiel für empfehlenswert, vorausgesetzt sie sind sehr günstig strukturiert. Oder wählen Sie die direkte Aktienanlage.
Gelassenheit mit all Ihren Anlagen können Sie nur entwickeln, wenn Sie wissen, was Sie tun. Daher sollten Sie sich informieren, lesen, weiterbilden. Nur bedeutet das Lesen nicht, dass Ihre Aktivität deshalb erhöht werden muss. Im Gegenteil.
gute Artikelserie!
Aktien sind kurzfristig eine schwankungsfreudige Geldanlage. Das fällt vielen Einsteigern schwer zu verinnerlichen. Zudem lassen sie sich zu sehr von den täglichen Börsenachrichten beeinflussen, die letztendlich lediglich ein "Rauschen" sind.
Denn langfristig wird man mit einigen Aktien von global agierenden Unternehmen oder einem weltweit anlegenden Aktien-ETF ein durchaus üppigen Gewinn erzielen. Ideal übrigens auch für den jungen Nachwuchs. Jeden Monat 100 Euro (oder 1000 Euro pro Jahr) investiert, bringt bereits jungen Erwachsenen eine solide finanzielle Grundlage.
VG
Lars
Anmerkung von Stefan
geschrieben 01.05.2013
Man muss aber fairerweise dazusagen, dass im Dow Jones noch genau ein Unternehmen dabei ist, das auch zur Gründung schon dabei war: General Electric.
Es ist ein bisschen Augenwischerei immer nur auf die jahrzehntelangen Anstiege von Indizes zu verweisen. Wenn man die Looser erwischt hat bringt einem das nicht viel. Die werden einfach aus dem Index entfernt.
Aber du schreibst ja:am besten den Index kaufen...
Deine Einstellung ist zu pessimistisch. Die meisten Firmen, die aus dem Dow Jones fliegen, sind nicht Konkurs gegangen. Sie sind statt dessen fusioniert, zerlegt, übernommen worden. D.d. die Aktien gehen woanders auf.
Wenn ein Konzern aus dem Dow oder DAX fliegt, heisst das nicht, dass es sich automatisch um ein schlechtes Unternehmen handeln muss. Es heisst lediglich, es gibt ein größeres, liquides Unternehmen, das eine höhere Börsenbewertung zu der Zeit der Entscheidung des Komitees genießt.
Forbes hat einen guten Artikel verfasst, was aus den Dow-Teilnehmern der ersten Stunde (vor einem Jahrhundert) inzwischen wurde: Forbes Rückblick Dow Jones.
Klar gibt es negative Beispiele wie Kodak (Pleite). Der Fotoentwickler war Mitglied im Dow Jones und S&P 500.
Es gilt für Kodak: Das Geld ist nicht komplett verloren. Trotz der Pleite haben Langfrist-Aktionäre in den guten Jahrzehnten einen Sack voll Dividenden kassiert. Auf dem Chart ist das gut anhand der "Ds" zu sehen .
Anmerkung von Markus
geschrieben 01.05.2013
Ein sehr weit verbreiteter Irrtum ist immer sich nur auf den Dow oder den DAX zu beziehen!!!!
Hey, es gibt Nordamerika, Europa und Asien - Indices mit 1900 Aktien und mehr in jedem davon. Mid & Small-Caps haben zum Teil 2 - 5 % mehr Rendite pro Jahr gebracht... Auch umgeht man so den Effekt, dass Marktteilnehmer Auf und Abstiege in die 30 größten Werte vorher ausnützen.
Marktbreite Indices sind wesentlich besser!
Eine Gewichtung nach BIP-Daten war in der Vergangenheit auch wesentlich besser als nach Marktkapitalisierung.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 01.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Super Artikel Tim! Natürlich ist es schwer die Angst auszublenden, aber beim Investieren in Dividenden Growth Aktien kann man nichts falsch machen - langfristig.
Anmerkung von Tim
geschrieben 01.05.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Markus
Jeder Anleger soll das für sich Richtige finden. Ob Fonds, Indexprodukt, Aktie oder was auch immer. Egal in welchem Land.
Ich bin der Meinung: Im Dow Jones 30 und S&P 500 sind die meisten Weltmarktführer versammelt. Das ist eine extrem breite Abdeckung rund um den Globus. Ich finde im Dow Jones einzelne Konzerne, die sind in 160 Ländern präsent, sie stemmen in den Schwellenländern schon knapp 30% ihres Gesamtumsatzes. Wenn das nicht global ist, was ist dann global?
Anmerkung von Stefan
geschrieben 02.05.2013
@ Tim:
wie du immer die passenden Artikel hervorzauberst! Nicht schlecht. Danke dafür. Wusste gar nicht, dass GE schon zwei Mal aus dem DOW entfernt wurde...
Anmerkung von Markus
geschrieben 02.05.2013
@Tim
Sicher, jeder muss seine für Ihn passende Strategie finden. Die kann für jeden anders aussehen!
Bin nur etwas genervt wenn man einzelne Indexe kritisiert und sich nicht groß damit beschäftigt hat bzw. behauptet, dass sich jeder die besten Werte einfach rauspicken kann, ohne erst mal den Kopf eingeschaltet zu haben.
Der Size und Value Effetkt war langfristig in der Vergangenheit schon sehr beachtenswert. Ob er wegarbtitriert wird, kann man nicht sagen.
Anmerkung von Tim
geschrieben 02.05.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Stefan
Danke für das Lob.
Wenn Du Dir den Kodak-Chart anschaust, als der Filmentwickler richtig fett Kohle verdient hat und Dividenden üppig auskehrte, da machten die Aktionäre einen Reibach. Wer lange genug Kodak-Aktionär war, hat dank der Dividenden kein Geld verloren. Trotz Pleite.
Anmerkung von Turing
geschrieben 04.05.2013
@Tim
Zum Thema Kodak: Sehr richtig, Kodak war für viele Aktionäre ein sehr lohnendes Investment. Die Fokussierung auf den Kurs aber verleitet zu einem eher unrealistischen Urteil. Das ist in etwas so, wenn ein Bäcker jahrzehntelang erfolgreich Brötchen gebacken und verkauft hat und eine Familie von diesem Geschäft ernähren konnte, dann kann man doch im Nachhinein nicht behaupten, dass das Geschäft schlecht war, nur weil es wegen der Billigbrötchenkonkurrenz pleite ging.
Wer investiert, muss sich fragen, ob das Geschäftsmodell des Unternehmens zukunftsfähig ist. Dass man mit Fotofilmen bald kein Geld mehr verdienen kann, war doch schon ab Mitte der 90er klar. Und dann ging es ab dem Jahr 2000 auch ziemlich rasant mit den Digitalkameras. Spätestens als Schumi im Werbefilm mit einem Fotohandy herumdaddelte, hätte der Groschen fallen müssen.
Meine Einschätzungen zu Berkshire Hathaway, Actavis, Tesla
New York, Dienstag, 30. April 2013
Ich habe für die „Euro am Sonntag“ einen Ausblick auf die Aktionärsversammlung von Berkshire Hathaway gewagt. Am kommenden Wochenende geht das Woodstock der Kapitalisten in Omaha über die Bühne. Mein Artikel fiel ziemlich kritisch aus.
Zum einen wird Buffett von seinen Fans kritisiert, weil er sich mit Haut und Haaren dagegen wehrt, eine Dividende auszuzahlen, obgleich sein Cashbestand immer größer wird. Übernahmekandidaten findet er gleichzeitig immer seltener. 2012 brachte Buffett keinen bedeutenden Deal in trockene Tücher.
Zum anderen schnitt der Milliardär in den zurückliegenden vier Jahren in Summe schlechter als der S&P-500-Index ab. Trotz der Kritikpunkte bleibe ich ein Fan von Buffett und seiner Berkshire-Aktie.
In meiner Rubrik „Hot Stock der Wall Street“ schnitt in den vergangenen Wochen der Generika-Hersteller Actavis exzellent ab. Hier tauchten nun Übernahmegerüchte auf. Das Unternehmen ist wirklich spannend, weil es sich um ein unglaublich schnell wachsendes Pharmaunternehmen handelt. Nach eigenen Angaben ist Acatvis mittlerweile der weltweit drittgrößte Generika-Hersteller. Der Kurs geht durch die Decke.
Ebenfalls hat sich mein Geheimtipp Tesla Motors (Foto) ausgezahlt. Die Aktie gibt Gas. Der Elektroautobauer wird seit Jahren von aggressiven Shortsellern umzingelt. Die Shorties sind jetzt auf dem falschen Fuss erwischt worden. Ich habe mir das schon gedacht. Wenn nämlich wie bei Tesla gute Zahlen überraschend kommen, schießt der Kurs in die Höhe. Das ist logisch. Man bezeichnet das als Short-Squeeze. Ich hatte mich vor gut einem Jahr mit einem New Yorker Hedgefondsmanager über Tesla unterhalten. Der Investor wettete seinerzeit auf den Absturz des Autobauers, er war bis an die Zähne mit Shortwetten bewaffnet. Das war für ihn ein Schuss in den Ofen. Bitter.
Was können wir von Buffett lernen? Grundsätzlich zahlt sich bei guten Unternehmen eine positive Grundeinstellung aus. Bei besonders soliden Unternehmen, die es seit 100 Jahren oder länger gibt und die seit einem halben Jahrhundert eine Dividende auskehren, sollten Sie wirklich darüber nachdenken, wenn Sie einsteigen, die Position bis zu Ihrem Tod zu halten. So macht das Buffett. So kommt der Zinseszinseffekt voll zum Tragen. Und so sparen Sie jede Menge Steuern und Transaktionskosten.
Sehen Sie dieses schöne Interview mit Buffett aus seinem Büro an. Das Gespräch ist zwar über ein Jahr alt, ich schaue es mir trotzdem oft an. Man lernt schließlich nie aus:
Wenn Sie auf „Experten“ und Kurswahrsager an der Börse hören, berücksichtigen Sie, dass die nicht alles wissen können. Jeder hat so seine eigenen Theorien. Die Kunst besteht darin, sich nicht tagtäglich verrückt machen zu lassen. Nicht jede Nachricht ist es wert, um darauf blitzschnell zu reagieren. Gelassenheit zahlt sich aus. Gerade in Krisenzeiten. Wer die Nerven behält, der ist ein wahrer Börsenmeister. Die Meute verliert zu schnell die Geduld.
Wer hätte vor vier Jahren gedacht, als die Finanzwelt in Trümmern lag und die Arbeitslosigkeit auf immer neue traurige Rekorde in den USA schoss, dass plötzlich die Börsenrallye beginnt? Ganz wenige. Buffett war einer von denen. Buffett ging wie im Rausch 2008 neue Beteiligungen ein.
Bleiben Sie stets ein Optimist. Bleiben Sie cool.
Anmerkung von Martin
geschrieben 30.04.2013
Mir fällt es schwer solche Aktien ohne Gewinnhistorie wie Tesla zu bewerten. Da muss man sich die Margen- und Mengenentwicklung "ausdenken". Von BMW kommen demnächst die I-Modelle, zudem geht es global in Richtung Überkapazitäten von Automobilfabriken. Da wäre ich mir einfach nicht sicher, ob die Nische von Tesla hält. Ihre aus Standardzellen zusammengebauten Akkupacks sind ein Kostenvorteil, aber sie sind dadurch auch von Fremdinnovationen abhängig.
Die Rubrik heisst ja "Hot Stock der Wall Street", insofern ist das kein Witwen- und Waisenpapier.
Ein Short Squeeze löst in der Regel eine dramatische Kursreaktion nach oben aus, weil sich die ganzen Shorties mit der Aktien plötzlich eindecken müssen. Das kann irre Züge annehmen. Bei der VW-Aktie haben wir ja auch schon einen Short squeeze im Jahr 2008 erlebt. Schauen wir mal, was bei Tesla passiert.
Anmerkung von Markus
geschrieben 30.04.2013
Also ich würde Berkshire nicht abschreiben! ;-) Kann Sie recht gut vergleichen mit meinen etf`s auf Euro-Basis, die ich zur gleichen Zeit gekauft habe. Und massig Cash ist schließlich nichts verkehrtes bei einer Person, die es oft genug geschafft hat bei Untertreibungen zu kaufen. Evtl. wartet er auf einen Crash???
Anmerkung von Tim
geschrieben 01.05.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Markus
Ich schreibe Berkshire nicht ab. Im Gegenteil. Wo findet man schon einen Fonds mit einem Fondsmanager, der nur 100.000 Dollar Gehalt pro Jahr kassiert, obgleich er der beste Geldverwalter der Welt ist?
Etliche Fondsmanager kassieren das 10-fache von Buffetts Gehalt und die Performance ist trotzdem lausig.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 01.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Auch wenn die Tesla Aktie vielleicht demnächst gas gibt - gehört sie doch nicht in ein Dividenden Depot, oder?
In Deutschland gibt es 951.000 Millionäre. Folglich ist hierzulande 1 Person von 82 ein Millionär. Sie kennen sicherlich einen. Man merkt es ihnen nicht an.
Es ist ja nicht so, dass die Reichen alle einen Rolls-Royce fahren, eine Yacht im Hafen ankert, silber-goldenes Besteck neben einem Edelservice aus Fernost auf dem Marmortisch zuhause stehen haben. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Viel wahrscheinlicher ist: Ikea-Möbel, Ikea-Küchenzubehör, Aldi-Gemüse. Ein uralter Fiat vor der Haustür. Und die Kleidung ist nicht der neueste Schrei.
Um zu den Vermögenden zu gehören, sollten Sie eines verinnerlichen: Viel Geduld und Stetigkeit sind nötig. Am besten wächst Ihr Vermögen wie eine Schildkröte: Langsam, sicher, stetig.
Den Kindern können Sie eine finanziell sorgenfreie Zukunft ermöglichen. Es ist ziemlich einfach:
Kommt Ihr Kind auf die Welt, rate ich, ein Depot zu eröffnen. Kaufen Sie mindestens fünf Jahre lang kerngesunde Standardtitel (oder besser einen Aktienindex) in dieses „Baby“-Depot. Es sind keine riesigen Summen nötig, denn der Zinseszins hilft Ihnen später. Es kann schon ausreichen, 100 Euro im Monat für Ihren Nachwuchs zurückzulegen. Daraus reifen dann über die Jahrzehnte Hunderttausende, ja womöglich Millionen heran.
Je mehr Geld Sie in jungen Jahren zurücklegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit ein großes Sümmchen zusammenzubekommen. Es ist keine Geheimwissenschaft, es handelt sich um eine simple Zinseszinsformel.
Was macht aber der Durchschnittsbürger? Der träumt vom großen Luxusauto, vom Luxusurlaub, vom Luxushaus. Mit unnötigem Kleinkram geht den meisten Konsumenten viel zu viel Geld durch die Lappen. Ungesundes Fastfood oder teurer Starbucks-Kaffee unterwegs. Verzichten Sie nach Möglichkeit darauf. Brühen Sie lieber Ihren Kaffee daheim. Kochen sie Gesundes zuhause. Machen Sie Sport. So vermeiden Sie Übergewicht bzw. Krankheiten.
Weitere Geldfresser sind Lotto-Gewinnträume, Kasino- und Barbesuche. Dafür gibt der deutsche Michel Milliardensummen aus. Des weiteren gehen für Ratenkredite und Überziehungszinsen auf dem Girokonto Unsummen flöten.
Nicht zu vergessen sind die Glimmstängel: Eine Zigarettenbox täglich geht in die Tausende im Jahr. Ganz zu schweigen von möglichen Krankheiten (Raucherlunge, Raucherbein), die Sie später heimsuchen können.
Fazit: Leben Sie lieber gesund und sparsam. So haben Sie langfristig mehr vom Leben.
Anmerkung von Andreas
geschrieben 27.04.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Ich habe selten in einem so kurzen Artikel so viele Tipps und Vorschläge - wie ich sie auch immer predige - gelesen.
Mittlerweile bin ich aber so weit, dass ich Unbelehrbaren auch gerne die Zigaretten und das geleaste Luxusauto "gönne" und mir denke - selber Schuld.
Anmerkung von Markus
geschrieben 28.04.2013
Laut einem Interview von einem Vermögensberater sind die ganz großen Vermögen nur über sehr lange Zeiträume (120 Jahre und mehr) entstanden.
Die obligatorische 1 Mille kann man selbst mit einem Durchschnittsverdienst schaffen. Der Zinseszins hat eine gewaltige Wirkung über lange Zeiträume.
Die Studie an sich ist wie immer kontrovers. Wenn jemand selbst genutztes Eigenheim im Wert von 1 Mio hat, dann zählt es nicht... aber als Vermietungsobjekt schon. In wiefern Rentenansprüche noch berücksichtigt worden sind, habe ich nicht gelesen.
Prinzipiell fragt man sich schon, ob es gerecht ist, das Arbeitsvermögen mehr besteuert wird als Kapitalvermögen. Wobei 29 % Abgeltungssteuer natürlich schon ganz ordentlich sind.
Allerdings hat unserer Politik ja eigentlich kein Einnahme- sondern ein Ausgabenproblem.
Anmerkung von Turing
geschrieben 28.04.2013
@Markus
Wird Einkommen aus Kapitalvermögen denn weniger besteuert? Ich finde nicht, dass man sich da zu einer eindeutigen Aussage kommt, da alles sehr intransparent ist. 25 % Abgeltungssteuer (+ Soli + eventuelle Kirchensteuer) hört sich nach weniger an als die Einkommensteuersätze, aber ich bezweifle, dass das wirklich so viel weniger ist.
Die Dividenden sind aus dem Gewinn nach Steuern geschöpft. Das Unternehmen hat Gewerbe-, Umsatz- und Körperschaftssteuer bereits abgeführt. Als Angestellter zahlt man weder Gewerbesteuer noch Umsatzsteuer auf die geleisteten Arbeitsstunden. Die Einkommenssteuer entspricht der Körperschaftsschaftssteuer.
Wo eine erhebliche Benachteiligung der Angestellten stattfindet, ist, dass man Investitionen nur dann absetzen kann, wenn sie mit dem eigenen Beruf im Zusammenhang stehen. Wer Aktien kauft, tätigt eine Investition. Wenn eine Holding eine Milliarde € für ein Unternehmen rauskloppt, geht diese eine Milliarde € in die Bilanz und verringert den Gewinn, der die Berechnungsgrundlage für die Körperschaftssteuer bildet. Wenn ich als Privatperson Aktien kaufe, zeigt mir der Fiskus der Vogel, wenn ich 20000 € für Aktienkäufe als Betriebskosten ansetze.
Natürlich erlaubt der Staat, dass man Ausgaben für die Altersvorsorge absetzt, aber da sind die Grenzen viel zu eng gesetzt.
Die Benachteiligung von Arbeitnehmern ist extrem. Bei den Ausgaben werden die Arbeitnehmer wie kleine Kinder behandelt, die dieses und jenes nicht steuerlich geltend machen dürfen (beispielsweise Aktiensparen als Altersvorsorge), aber sobald man einen etwas größeren Umsatz bei eBay macht oder erfolgreich an Pokerturnieren teilnimmt, kommt der Fiskus her und will einen besteuern, als wäre man Gewerbetreibender. Und das kotzt mich an.
Anmerkung von Martin
geschrieben 28.04.2013
Besonders dämlich finde ich einen teuren Kaffee für unterwegs zu kaufen. Denn normalerweise kriegt man das Ambiente des Cafes gratis dazu. Das kann sich dann auch statt eines repräsentativen Hauses rechnen :-) Gute Tips. Bei starbucks in den USA kann man immerhin mit einem eigenen Becher sparen. Oder man nimmt den Größten und teilt sich den. In der Freizeit kann sich das ruhig mal können, nur nicht jeden Tag.
@Turing:
Bilanz und Steuerbilanz sind nicht unbedingt identisch.
Anmerkung von Markus
geschrieben 28.04.2013
Dinge machen nicht glücklich!
Süchte, machen süchtig! Da kann man Sie sich noch so sehr als Lebensglück einreden.
Wie wichtig die Gesundheit ist, merkt man erst, wenn es einem dreckig geht.
Die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man sich nicht mit Geld kaufen.
Allerdings negative Glaubenssätze zum Thema Geld machen es zu einem Mangel... zuerst mental, dann real.
Freiheit, Unabhängigkeit und das Potential gutes damit anstellen zu können sind viel bessere Ansichten über Geld.
Allgemein ist die Steuerproblematik zu kompliziert geworden. Total vereinfacht und ein dicker Rotstift bei Subventionen wäre was interessantes... Leider wird das der Lobby der Steuerberater nicht gefallen und auch für die subventionierten Branchen mit Ihren tausenden von Angestellten mit Familien ist es extrem heftig.
Die Frage ist, wie gut ist ein freier Markt? Normalerweise wenn sich eine Firma verzockt, dann muss sie Insolvenz anmelden. Was wäre gewesen, wenn wir Staaten und Banken komplett frei gelassen hätten und sie in eine geordnete oder evtl. auch chaotische Insolvenz gehen gelassen hätten???
Mir kommt das System extrem aufgebläht vor... Auch wenn es doch robuster sein sollte, als ich es mir vorstellen kann...
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 01.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Das mit den IKEA Möbeln und IKEA Geschirr kann ich mir gut vorstellen - auch mit dem alten Fiat vor der Tür. Persönlich fahre ich auch einen 11 Jahre alten 3er BMW - Millionär bin ich noch nicht - denkt mit dem Zinseszins über 30 Jahre ist es locker möglich und das konsequente investieren in Dividenden Growth Aktien.
Wir wissen alle, was das Grundprinzip vom Vermögensaufbau ist: Gebe weniger aus, als Du verdienst. Die Grundformel lautet: VERMÖGEN = EINKOMMEN minus AUSGABEN.
Es gibt nur zwei Wege, mehr Vermögen aufzubauen: Entweder mehr sparen oder mehr verdienen. Das Sparen fängt bei kleinen Dingen an: Kleidung, Schmuck, Getränke und reicht zu großen Gütern wie Wohnen oder Auto. Der Vorteil von einem sparsamen Lebensstil ist, er ist in der Regel gesünder. Sie verzichten auf unnötige Zigaretten, Alkohol, bewegen sich mehr und essen gesünder (selber kochen).
Manchmal wundere ich mich über Leute. Es gibt Menschen, denen scheint das Auto oder Haus wichtiger als die Familie, Gesundheit oder die Karriere zu sein. Schon komisch. Ich glaube, wer unterhalb seiner Verhältnisse lebt, bekommt die wahren Prioritäten im Leben besser in die „richtige“ Reihenfolge.
Donald Trump rät: Sparen ist wichtig. Aber das Leben muss Spass machen. Trump meint: Sei sparsam, aber manchmal solltest Du Dir was Tolles gönnen, manchmal musst Du die Sau fliegen lassen. Wenn Du das machst, bist Du mit dem Sparen insgesamt erfolgreicher. Ich kann der Theorie des New Yorker Baulöwen viel abgewinnen. Nur geizig zu sein ist nicht gerade motivierend. Wer sich ab und zu etwas Luxuriöses gönnt, bei dem steigt die Motivation zum Sparen umso mehr.
Übersetzt heißt das grob so viel wie: „Geld war nie ein großer Motivator für mich - mit einer Ausnahme: Ich sah, wie weit ich war. Der wahre Spaß ist, das Spiel zu spielen.“
Ich habe ein Laster. Ich gehe oft zum Broadway, sehe Musicals, Theaterstücke, Konzerte mit der Familie und Freunden an. Manchmal sitze ich in der ersten Reihe. Ob der Sitz dort 100 Dollar mehr kostet, ist mir egal.
Ich finde das kultig. Wer vorne sitzt, hat den direkten Blick auf die Bühne. Man kann besser in die Reihen nach hinten schauen, um Promis zu entdecken. Kürzlich saß Schauspielstar Liza Minnelli im Kino (mitten drin).
Diese Woche sah ich Bruno Mars in Reihe vier. Der Sänger kam mit Begleitung. Mit seiner Freundin und mit Regisseur Spike Lee.
Als ich meinen Fotoapparat zückte (normalerweise mache ich das nicht in meiner Freizeit), reagierte Bruno Mars blitzschnell, er hob dieses „Playbill“-Heftchen vor sein Gesicht und grinste ohne Ende. Der nahm mich auf den Arm. Was für ein Versteckspiel? Links auf meinem Schnappschuss sehen Sie seine Freundin, rechts am Rand sitzt Spike Lee (verdeckt mit blauer Jacke, Glatze).
Fazit: Hauen Sie ab und zu Ihre Kohle raus. Für ein Konzert, für einen Kurzurlaub oder so. Spenden Sie für einen guten Zweck. Anschließend macht das Sparen umso mehr Spass. Sie werden sich wundern: Sie werden erfolgreicher mit dem Sparen. Ich glaube, es ist ein psychologischer Trick, der hier wirkt.
Anmerkung von Andreas
geschrieben 27.04.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Aus meiner Erfahrung sind die großen Positionen - wie Urlaub, Konzerte oder ähnliches, nicht wirklich die großen Ausgabenpunkte. Man überlegt vorher schließlich ob einem das wert ist und wenn man zu den Entschluss kommt - ja das ist es mir wert, sollte man das auch tun.
Ausgabentechnisch schlagen so regelmäßige Kleinigkeiten, über die man normalerweise nicht viel nachdenkt, viel stärker ins Gewicht.
Anmerkung von D.K.
geschrieben 27.04.2013
Schon T. Harv Eker schrieb in seinem Buch "So denken Millionäre", dass man sich mal etwas gönnen sollte.
Ein Mal im Monat ein teueres Restaurant besuchen (ohne auf die Preise im Menü zu achten), einen Wellness-Tag gönnen etc. etc.
Klar, Spenden ist auch der richtige Weg. Denn dein Wohlstand hilft nicht nur dir, sondern auch vielen anderen Menschen auf der Erde. Vorausgesetzt man spendet und gibt Geld aus.
Man sollte auch dankbar sein, für all das, was man besitzt und sich nicht darauf fokussieren, was man nicht hat. Viele Menschen nehmen einfach alles hin als sei es normal z.B. jeden Tag ein tolles Essen auf dem Tisch zu haben oder ein Dach über dem Kopf, ein warmes und gemütliches Bett.
Millionen Menden aber in verschiedensten Winkeln unserer Welt besitzen nicht mal 1% von dem, was wir jeden Tag um uns herum haben.
Sei dankbar und du bekommst noch viel mehr und ziehst mehr positive Momente in dein Leben.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 01.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Darum Tim, fahre ich meinen 11 Jahre alten 3er BMW auch noch weitere 4-5 Jahre. Klar würde ich gerne auch ein anderes Auto fahren wollen - ich fahre aber so selten, dass ich lieber weiterhin mein Dividenden Depot ausbaue und jetzt im Frühling wieder mehr Fahrrad fahre.
Studien zeigen, Menschen sind keine guten Finanzplaner. Wenn es um den Aufbau eines finanziellen Polsters geht, versagt die Mehrheit. Der Psychologe Neil Stewart stellt in einer Ausarbeitung der britischen Großbank Barclays fest, Arbeitnehmer haben Probleme damit, ihre Vorsorgebudgets fürs Alter bestimmen zu können. Entsprechend fehlt das Verständnis für die nötigen Sparsummen. Das Gehirn ist dazu nicht in der Lage. Wir neigen dazu, eher uns um das hier und heute zu kümmern, als um die langfristige Zukunft.
Wissenschaftler Stewart drückt es so aus: „Das Gehirn wird hauptsächlich zum Bummeln über Grasland genutzt, um Beeren aufzulesen. Wir haben ein Gehirn aus der Steinzeit. Mit modernen, finanziellen Entscheidungen kommen wir nicht klar. Unser Gehirn ist damit zum Scheitern verurteilt.“
Bilden Sie sich in finanziellen Angelegenheiten fort. Lesen Sie viel. Schließen Sie sich mit anderen Menschen kurz. Wenn große finanzielle Entscheidungen ins Haus stehen, holen Sie sich stets vorab Rat aus Ihrem Umfeld ein (erfahrene Freunde, Familie, Bekannte). So können Sie Dummheiten möglicherweise vermeiden, die Sie hinterher bereuen könnten. Entwickeln Sie Ziele für Ihr Rentendasein. Je langfristiger die Finanzpläne sind, desto besser.
Wenn Sie sich intensiv mit Geldthemen beschäftigen, werden Sie sorgsamer mit Ihren Finanzen umgehen.
Mich wundert, warum die Bundesregierung so wenig Aufklärungsarbeit leistet. Die Behörden sollten die Bürger umfassend informieren. Die Altersarmut muss von allen nur denkbaren Stellen bekämpft werden, dazu gehört die umfassende Information der Menschen. Die Untätigkeit in Berlin ist ein Riesenfehler. Deutschland wird dramatisch altern, der Nachwuchs fehlt, die gesetzliche Rente wird sinken.
Wie Barclays ausführt, neigen Männer eher als Frauen zur Selbstüberschätzung. Männer glauben, den Aktienmarkt timen zu können und beim Trading gut abzuschneiden. Vorsicht, es kann schnell eine Welt der Illusionen in unseren Köpfen entstehen.
Wer gut informiert ist, trifft bessere Entscheidungen. Nehmen Sie das Heft in die Hand. Bauen Sie ein vernünftiges Depot auf.
Anmerkung von Turing
geschrieben 25.04.2013
Die Ratschläge von Politik und der Verbraucherschützer kann man in der Pfeife rauchen. Wenn ich nur daran denken, dass diese Leute Riesterrenten empfehlen bzw. überhaupt solche unflexiblen und renditeschwachen Anlagen. Selbst wenn Riester nicht so ein Reinfall wäre, muss man doch objektiv feststellen, dass diese Unflexiblität einer Geldanlage ein absoluter Anachronismus ist. Einerseits verlangen die Umstände immer mehr Flexibilität im Beruf andererseits empfiehlt man den Bürgern, sich eine Fessel anzulegen. Die Riesterrente ist besonders inflexibel, weil man mit dem Finanzamt ein Geschäft auf Lebenszeit eingeht und man Strafzahlungen erwarten kann, wenn man seinen Lebensabend mit Riesterrente im Ausland verbringen möchte.
Die Riesterrente konnte nur von Menschen ausgedacht werden, die abgeschottet von der gesellschaftlichen gelebt haben, die wahrscheinlich in irgendwelchen Amtsstuben hocken und - nennen wir es mal so - arbeiten.
Und zum Rendite habe ich mich gar nicht ausgelassen. Selbst wenn die Riesterrente 6 % p.a. brächte, ich würde sie nicht abschließen.
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 25.04.2013
Ich kann Turing nur zustimmen. Aufklärungskampagnen der Regierung zu Finanzthemen sind das letzte, was noch fehlt. Die wollen nur ihre komischen Rürup- und Riester-Dinger unters Volk bringen, um es finanziell unter Kontrolle zu halten.
Jetzt ein paar Pseudo-Steuervorteile (die durch Verwaltungsgebühren aufgefressen werden) und später dann die "nachgelagerte Besteuerung". Wenn der Staat später Geld braucht, weiß er ja, wo er ansetzen kann.
Amerikanische Behörden leisten Aufklärungsarbeit. Es gibt ganze Teams etwa bei der Börsenaufsicht SEC, die Bürger in Sachen Altersvorsorge aufklären. Das sind ehrliche, faire und verständliche Reden, Kampagnen, persönliche Gespräche. Die US-Regierung nimmt die Altersversorgung seiner Bürger ernst.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass Berlin den Bürgern das Märchen von der sicheren gesetzlichen Rente erzählt.
Anmerkung von Mario
geschrieben 26.04.2013
Erst einmal herzlichen Dank an Tim. Das Buch aus der Verlosung ist bei mir eingetroffen. Als Zugabe, ich nehme an vom Verlag, lag ein Buch über den Werdegang der Diesel-Jeans bei. Ich freue mich diese als Nächstes zu lesen.
Zum Thema richtig Sparen kann ich nur anmerken, dass bei den Jugendlichen, weil mich das Thema durch mein eigenes Kind eingeholt hat, kaum Interesse vorhanden ist. Die Interessen hängen vielleicht mit der Schulbildung und Politik zusammen. Jedoch beginnen solche Themen schon in der Familie. Meinem Kind konnte ich nie wirklich ein Gefühl zum Thema Sparen vermitteln. Er wehrte sich dagegen und sah die Sache mit dem Geldverdienen durch Geld, durch die Brille des Weltverbesserers. Jugendlicher Idealismus eben. Mann und Frau erinnere sich zurück. Jetzt wurde er an der Uni von einem „unabhängigen“ Finanzberater angesprochen. Auf einmal können wir über solche Themen reden. Das Interesse ist geweckt und wir suchen gemeinsam nach vernünftigen Lösungen für die Probleme seines zukünftigen Alters. Daher sollte man die Hoffnung nicht aufgeben. Zumindest in der Familie.
Bei Freunden und Bekannten ist das schon schwieriger. Hier sind immer die Lebensumstände zu betrachten. Wer lässt sich schon gern beraten? Vor allem in einem Alter wo die „Altersweisheit“ hinzukommt.
Deshalb sind Vorbilder wie eben ein Buffett für mich von entscheidender Bedeutung. Man muss nicht dieselben Aktien besitzen. Hier ist ausreichend, dass Prinzip verstanden zu haben und die Gelassenheit um das Wissen, die Welt nicht sofort verändern zu können.
Schönes WE
Mario
Anmerkung von Markus
geschrieben 26.04.2013
Es ist schwierig Glaubenssätze in Köpfen der Menschen zu ändern!
Meine Bruder hatte die gleiche Erziehung und kann nicht mit Geld umgehen. Ihm hat man das Studium bezahlt und ich habe 2 Jahre Weiterbildung mit Wohnung und Leben komplett selbst bezahlt... Ich habe Ihm das Buch der reichste Mann von Babylon geschenkt und sein Kommentar war nur... So ein Käse... ;-)
In 30 Jahren werden sich die Gegensätze noch mehr verschoben haben...
Anmerkung von Stefan
geschrieben 26.04.2013
@ Markus:
Genau so geht es mir mit meinem Bruder auch! Haben ebenfalls die gleiche Erziehung genossen. Ich versuche recht sparsam zu leben und unnötige Dinge zu meiden. Er gibt das Geld aus wie es reinkommt. Zum Sparen sagt er nur, dass er mit seinem Einkommen eh nichts auf die Seite legen könne...Aber der Vaio Laptop für 1.500 € ist drin...
Anmerkung von Lalucky
geschrieben 26.04.2013
Also mein Kind (derzeit 8 Jahre alt) wollte unbedingt wissen, was Aktien sind- und dannach habe ich ein Depot für ihn eröffnen dürfen... mal schauen wo es hingeht. Klar hat er auch sein bares im Sparschwein lieber- und er rückt es auch nicht so schnell für "Spaßkäufe" raus.Aber ich denke die richtige Richtung hat er jetzt schon eingeschlagen. Ich werde mich selbst- und auch mein Kind- dahingehend "weiterbilden". Jeder kann selbst etwas tun- hat ja jeder die Möglichkeit. Es wird niemand gezwungen den Unsinn zu glauben den uns die "Lobby"-Politiker erzählen.
Anmerkung von Martin
geschrieben 27.04.2013
Für Kinder bietet sich papertrading an.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 01.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Es gibt nicht viele Leute in Deutschland, die sich Gedanken über eine private Vorsorge für die Rente machen bzw. schließen einfach einen Riester Vertrag ab und gut ist. Ich bin felsenfest überzeugt, dass die Dividendenstrategie langfristig über 20 Jahre und länger die richtige Strategie ist.
Schulden sind Gift für den Vermögensaufbau. Meiden Sie nach Möglichkeit jede Form der Kreditaufnahme. Wer Kredite hat, gegen den arbeitet der Zinseszinseffekt. Eine Ausnahme kann der Kauf einer Immobilie sein. Bei Immobilien ist die Teilfinanzierung über eine Hypothek üblich. Doch Vorsicht: Immobilienpreise sind in Deutschland durch die Decke gegangen, sie sind im Schnitt recht teuer geworden. Die niedrigen Zinsen verleiten zum Immobilienkauf – doch das Zinsniveau wird wieder steigen und kann zu einer Belastung werden. Wer eine Hypothek aufnimmt, sollte mindestens 30 Prozent Eigenkapital einbringen, das ist mein Rat.
Unbedingt meiden würde ich Ratenkredite. Selbst wenn die Zinsbelastung offiziell 0 Prozent beträgt, so sollten Sie trotzdem niemals etwas kaufen, was Sie mit Cash nicht kaufen würden. Es geht hier um eine psychologische Falle.
Leider nimmt der Kauf auf Pump in Deutschland zu. Smartphones, Urlaube, Autos, Küchen - immer mehr Verbraucher leben von der Hand in den Mund.
Anmerkung von Andreas
geschrieben 25.04.2013 Website www.diekleinanleger.com/
"Beim Immobilienkauf ist die Teilfinanzierung über eine Hypothek üblich"
Aber nur weil es jeder tut, heißt das lange nocht nicht, dass es auch wirtschaftlich vernünftig ist.
Anmerkung von Martin
geschrieben 26.04.2013
Bei hohem Einkommenssteuersatz kann es sich lohnen mehr Kredit aufzunehmen und das Eigenkapital woanders anzulegen, denn Mieten werden mit Einkommenssteuer besteuert und Kapitalerträge mit der Kapitalertragssteuer. Der Zins der Hypothek mindert dann die Mieteinnahmen. Finde das persönlich nicht nachvollziehbar vom Gesetzgeber.
Anmerkung von Alex
geschrieben 26.04.2013
Zu Immobilienkrediten allgemein:
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Baupost(Seth Klarman) in Immobilien mit 50% Eigenkapital & 50% Fremdkapital investieren...
Immos sind auch die einzigen Investments bei denenen sie hebeln.
natürlich kann man davon ausgehen, dass der schreiber von Margin of Safety nicht überteuert kauft
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 01.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Konsumkredite sind total schwachsinn. Zum Glück kenne ich keinen im Bekanntenkreis, der sowas macht! Lieber von den Dividendenzahlungen ab und zu sich etwas Luxus leisten.
Um an der Börse spektakuläre Renditen erzielen zu können, sind keine heißen Aktien nötig. Im Gegenteil. Mit langweiligem Zeug wie Reinigungsmittel, Klopapier oder Zahnpasta lässt sich langfristig gutes Geld verdienen. Das zeigen beispielsweise die Erfolgsaktien Clorox, Henkel, Procter & Gamble oder Colgate-Palmolive eindrucksvoll. Hohes Risiko innerhalb der Aktienkategorie bedeutet nicht notgedrungen höhere Renditen.
Yale-Professor Roger Ibbotson fand in einer Studie heraus: Mit weniger Risiko (weniger Volatilität) lässt sich mehr Rendite erzielen. Heiße Aktien erzielen nach Meinung des Finanzwissenschaftlers auf Dauer geringere Renditen.
Fazit: Hausmannskost ist genau das Richtige. Das Fundament für Ihr Portfolio sollten grundsolide Dividendenzahler bilden. Ich weiß, langweilige Papiere machen wenig Spass. Wer mag, kann ja was Heißes dem Depot beimischen.
Anmerkung von Andreas
geschrieben 23.04.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Eine einfache und ebenso wahre Aussage - kann ich so nur unterstreichen, auch wenn es manches Mal schon verführerisch ist, seine Hausmannskost mit etwas Risiko zu würzen :-)
Anmerkung von Tom
geschrieben 24.04.2013
Das ist eben das verrückte - Langweilig tut der Mensch mit nicht gewinnbringend verwechseln. Ein Value-Anleger umgeht diese Falle, denn die Zeit wird ihm Recht geben.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 24.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Diese langweiligen Aktien zahlen zwar aktuell eine sehr geringe Dividendenrendite p.a. - jedoch steigern diese Aktien meistens jedes Jahr die Dividenzahlung um 5 bis 10% und wenn man sich die Historie anschaut, dann hat man nie die Chance bei P&G, Colgate mit über 4% Dividendenrendite p.a. einzusteigen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.04.2013
Hm, leider sind die "nifty fifty" Dinger schon nicht mehr ganz günstig. Sehr günstig werden die wohl nie.
Das liegt wohl auch daran, dass Sie sehr Krisenfest sind und es doch einige Risiken im System gibt.
Ansonsten natürlich super Unternehmen, wo man fast immer nachkaufen oder die Dividenden bei entsprechender Summe reinvestieren kann.
Anmerkung von Need Help
geschrieben 24.04.2013
Und was mache ich, wenn ich seit längerer Zeit zum ersten mal in meinem Leben (!) mit 15 k am Straßenrand stehe und auf meine Bahn warte?? Kann ich derzeit noch aufspringen, auf Züge auf denen McD, P&G, Colgate, Heinz, Berkshire,... etc. steht?? Über Strategie (falls man es so nennen will), Haltezeitraum (20 Jahre Plus), etc. bin ich mit mir im Reinen. Ich frage mich nur, ob man nochmal auf eine Korrektur warten sollte. Bzw. bringt das überhaupt was, bei den richtig dicken Tanken??
Anmerkung von Tim
geschrieben 24.04.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Need Help
Niemand weiß, wo die Kurse morgen stehen. Das ist ein Dilemma. Ganz klar.
Ich glaube, es ist grundsätzlich besser dabei zu sein anstatt an der Seitenlinie zu stehen. Denn die Dividende spielt eine große Rolle, was oft vergessen wird. zwischen 40 und 50% steuert die Dividende zur Gesamtperformance bei.
Langfristig steigt die Börse auf immer neue Höhen.
PS: Immer natürlich ans Streuen denken.
Anmerkung von ZaVodou
geschrieben 24.04.2013
Siehst Du Tim, genau solche Fragen, wie sie Need Help stellt, kommen,weil Du bei Deinen Artikeln zu wenig konkret wirst.
Es ist eine Sache zu schreiben "Kaufen Sie langweilige Aktie", das ist schön. Zahnpasta, Seife das ist langweilig. O.K. Dann kommt aber immer die Frage. Zu jedem Preis? Jetzt noch?
Dann schreibst Du "Kaufen Sie, wenn es billig ist". Und schon haben wir wieder ein Dilemma. Wann ist eine Aktie billig?
Deshalb schreib doch mal, wann Du etwas billig findest. An was Du das ausmachst. Oder ganz einfach, schreib mal über Deinen letzten Kauf. Warum Du die Aktie gekauft hast und warum zu diesen Preis.Ich glaube, damit würdest Du Deinen Lesern einen großen Dienst erweisen.
Beim Aktienkauf ist es eben nicht ganz so einfach wie beim Kauf von 250 g Butter. Da weiß die Hausfrau, dass sie bei einem Preis von 0,99 Euro günstig dabei ist.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.04.2013
Konkrete Handlungsempfehlungen sind schwierig für andere Menschen zu treffen... Man kennt nicht die Gesamtumstände, die emotionale Haltung bei Kursverlusten usw.
Bei größeren Einmalanlagen würde ich quartals- / halb oder jährlich einen Teil investieren.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.04.2013
Im Endeffekt ist es Dein hart erarbeitetes Geld. Dafür lohnt es sich auch selbst Gedanken darüber zu machen und nicht die Verantwortung an andere abzugeben!!!
Wenn Du nur billig willst, dann kannst Du auch 3 x rafi Indizes auf Asien, Europa und Amerika machen... oder dasselbe mit Dividenden etf`s. In einer Baisse kannst Du die Dividenden reinvestieren. Auch ein etf Depot kannst Du damit aufbauen... Dividenden Aristokraten sind auch überlegenswert.
Du kannst aus einer Liste von z. B. Unilever, Nestle, BAT, Procter & Gamble, Colgate & Palmolive, Royal Dutch Shell, Coke, Pepsi, Mc Do, Berkshire, Becton Dickinson, Nike, Essilor, Münchner Rück, Novo Nordisk u. v. m. durch einen Value Screener jagen oder anfangen Geschäftsberichte zu lesen.
Mulitnationale Konzerne mit Marke und als klare Nr. 1 wird man ganz selten für ein 12 KGV erwischen.
Du musst Dich mit Deiner Entscheidung wohl fühlen und ruhig schlafen können! Auch wenn das Depot mal 30 % abschmiert. Und vor allem solltest Du das Geld wirklich übrig haben und nicht irgendwann in einer Notlage brauchen!
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 25.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Habe auch einiges über die US&Kanada Aristokraten und Konzerne gelesen. Es ist wirklich sehr schwer den Zeitpunkt zu finden, wo der Konzern gemessen am aktuellen Aktienkurs eine Dividendenrendite von >4% p.a. zahlt, somit muss man es einfach wagen und sich klar sein, dass man z.B. eine Aktie wie P&G,McDonalds,Coca&Cola usw. ein Leben lang einfach im Dividenden Depot belässt und die Dividendeneinnahmen reinvestiert, oder zum Teil verkonsumiert.
Anmerkung von frank
geschrieben 25.04.2013
Hallo,
früher hätte ich gesagt jeder Tag ist Kauftag, heute sind die Zeiten dafür viel zu volatil.
Neben billigen Langweilern wie Royal Dutch, EON.. sind ansonsten kaum Langweiler im Preis akzeptabel.
Ich würde daher abwarten.
Kriege, schlechte Quartalsergebnisse,Hühnergrippe... sorgen heutzutage schnell zu sinkenden Preisen.Nicht zu reden von der chaot. finanzpolitischen Lage.
Frank
Anmerkung von Martin
geschrieben 25.04.2013
Ich verstehe das Problem nicht. Wenn man monatlich spart, kann auch monatlich anlegen. Wenn man einen Einmalbetrag anlegen möchte, kann man den Einstieg zeitlich strecken. Wenn es ein geringer Betrag ist, kann man den aber auch auf einmal investieren. Je geringer der Betrag, desto eher ETF statt Einzelaktie wegen der dann geringeren Transaktionskosten für die nötige Diversifizierung.
Dividenden generell sofort reinvestieren und nur wenn Transaktionskosten wegen geringer Beträge sonst zu hoch sind ansammeln.
Anmerkung von Markus
geschrieben 25.04.2013
Als etf-Variante gibt es einige Möglichkeiten... z. B. 40% MSCI World, 30% Eurostoxx 600 und 30% MSCI Emerging Markets... Noch billiger geht es mit Regionen-Aufteilung (Amerika, Asien Pazifik, Europa und Emerging). Noch simpler mit 1 (AWC-Index oder Aero) oder 2 etf`s...
Zum Kaufzeitpunkt hat Martin eigentlich alles schon relevante gesagt.
Eine weitere Diversifikation mit Anleihen, Rohstoffen, mehr small caps, Tagesgeld usw. kann man sich auch überlegen oder aufbauen.
Der Thread im WP-Forum von Supertobs ist da auch empfehlenswert.
Anmerkung von Anna
geschrieben 25.04.2013
So, gestern gegen 21 Uhr habe ich den Kurseinbruch genutzt und mir eine kleine Position P & G eingetan.
Es ist natürlich das passiert, was immer passiert: Sie taucht weiter ab.
Ich habe aber den record day mit erwischt, somit kann Mitte Mai die erste Dividende fließen.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 01.05.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
P&G und JNJ kommen jetzt auch in mein Dividenden Depot. Die gehören einfach in jedes Dividenden Depot als Dividend Growth Aktien und Dividend Aristokraten.
Nun folgt der dritte Teil meiner aktuellen Blog-Serie. Es geht um Spar- und Anlagetipps.
Setzen Sie beim Anlegen den gesunden Menschenverstand ein. Alles muss beim Sparen Sinn machen. Sie brauchen an der Börse viel Geduld. Achten Sie auf die Gebühren und versteckten Nebenkosten. Fondsmanager können eine Stange Geld kosten. Nicht immer sind es die Profis wert.
Wenig Aktivität im Depot zahlt sich aus. So vermeiden Sie Transaktionskosten und Steuern. Wer mehr als zehn oder zwanzig Jahre in den S&P-500 oder DAX investiert, kann so gut wie nie einen Verlust in die Scheune fahren. Clever ist es, Marktabstürze auszusitzen und nicht in Panik zu verfallen.
Die meisten Privatanleger schneiden schlecht an der Börse ab, weil ihnen die Geduld fehlt und sie zu aktiv sind. Sie übersehen die Kosten. Sie glauben, den Markt timen zu können, was eine Illusion ist. Meist werden die Anleger durch die Volatilität bei niedrigen Kursen aus dem Markt gekegelt. Privatanleger bekommen einfach ihre Gefühle nicht in den Griff.
Sicherlich macht es niemandem Spass, einen Absturz an der Börse auszusitzen. Es ist aber das Beste. Denn die Börse erholt sich eines Tages.
Die Geschichte der Wall Street lehrt uns: Die Börse kann in Extremsituationen um 50 Prozent (und mehr) einbrechen. Aber die Kurse erholen sich wieder. Geduld und Zeit sind wichtige Pfeiler für eine gute Rendite.
Natürlich kann man einen Reinfall mit einem Papier wie der Commerzbank erleben. Daher ist das Streuen wichtig.
Anmerkung von Jan
geschrieben 22.04.2013
Als regelmäßiger Leser Deines Blogs erschließt sich mir der Punkt "aussitzen" nur bedingt. Wenn der Dax wie jetzt Richtung 8.000 geklettert ist (Höchststände), warum soll man dann nicht mal aussteigen? Klar es kostet 5 Euro Gebühr + Abgeltungssteuer. Aber so wie der Markt nach einer Baisse wieder anziehen wird (das predigst du richtigerweise immer), so wird eher auch nach einer Hausse wieder fallen. Sprich: einfach mal aussteigen, Gewinne einstreichen und erst später bei deutlichem Abschlag wieder einsteigen. Das ist auch eine Form von Geduld: Warten / Draußen bleiben. Eine der großen Stärken von Mr. Buffett. Was hälst Du davon??
Anmerkung von Turing
geschrieben 22.04.2013
Und worin möchte Sie stattdessen investieren?
Angenommen Sie investieren, 2000 € in einen Aktientitel, der klettert auf 3000 € und Sie verkaufen. Dann zahlen Sie etwas mehr als 250 € Steuern. Wenn Sie aber von der Firma überzeugt waren, dann möchten Sie ja auch wieder einsteigen, also sollten die Aktien von 3000 € auf weiter als unter 2700 € wieder sinken, wenn es sich für Sie lohnen soll, d.h. Sie brauchen mindestens 10 % Kursverlust, um wieder einzusteigen.
Das ist schwer vorherzusehen und wenn der Absturz kommt, ist es auch schwer, "bestens" zu verkaufen, weil so viele Käufer da sind. Der ganze Stopp-Loss-Blödsinn löst sogar Verkaufsordern ohne Mindestverkaufspreis ab.
Ich bin seit vier Jahren an der Börse und habe nun zwei sehr starke Kursrückgänge erlebt. Einmal infolge der amerikanischen Staatsverschuldung, die im August 2011 auf ein Rekordhoch kletterte und dann im letzten Jahr, im Frühjahr wg. Griechenland.
Die Börsen haben sich davon auch schnell wieder erholt und zwar aus gutem Grund: Was haben Qualitätsaktien des DAX mit der amerikanischen oder griechischen Staatsverschuldung zu tun? Erst einmal gar nichts. Bei Finanztiteln (Versicherungen, Banken) liegt's auf der Hand, denn die sind die typischen Gläubiger der Staaten, aber verkaufen Enel, RWE und Eon weniger Strom? Findet SAP für ihre Software keine Abnehmer mehr? Verkauft Fuchs Petrolub weniger Schmiermittel? Natürlich nicht. Ich habe diese rapiden Kursrückgänge nicht nur ausgesessen, sondern auch für Nachkäufe genutzt.
Zu Tiefstkursen kaufen und zu Höchstkursen verkaufen funktioniert in der Theorie, mithilfe der Charts von gestern. In der Praxis lässt sich das aber kaum umsetzen, daher ist es umso wichtiger, sich klar zu machen, dass man in ein Unternehmen investiert und nicht nur Aktien kauft. Liest man Bilanzen, beschäftigt man sich den Produkten der Firma und wählt man sorgfältig aus, dann ist das schon die halbe Miete.
Warren Buffet ist deshalb so vermögend, weil er sich bei jeder Investition so wie ein Investor handelt, der 90 % seines Vermögens investiert und nicht 1 %. Er fängt nicht an, zwischen Geld und "Spielgeld" zu unterscheiden, wie es einige Aktionäre tun, die sich sagen: Hier habe ich 2000 € übrig, also spiele ich und investiere in riskante Anlagen (z. B. Griechenlandanleihen). Das kommt bei Buffet nicht vor, obwohl er sich so finanziell leisten könnte.
Anmerkung von Martin
geschrieben 22.04.2013
Selbst wenn Privatanleger an der Börse schlechter als der Durchschnitt abschneiden, schneiden sie im Vergleich zum Durchschnitt der nicht an der Börse tätigen Sparer besser ab. Ich finde es auch OK mal schlechter abzuschneiden und weniger Risiko einzugehen. Ich kaufe z.B. nur wenig Firmen mit einer höheren Nettoverschuldung als die Marktkapitalisierung, obwohl man mit dem hohen Leverage auch mehr Chancen hat.
Anmerkung von Markus
geschrieben 22.04.2013
Den Markt timen zu wollen setzt folgendes voraus:
Man erkennt als erster eine Überbewertung und verkauft, danach erkennen alle anderen (Banken, Analysten, Fondsmanager, institutionelle Anleger, Hobby-Value-Anleger usw. usw. usw.) dass der Markt überbewertet ist und verkaufen ebenso. Das war jetzt nur der Verkaufsaspekt. Beim Kaufen ist man wiederum schlauer als alle anderen, die beruflich mit einer 40 h Woche oder wie Buffett mit 90 h Woche das ganze nicht erkennen bzw. später als ich mit meiner Glaskugel....
Sorry, ich halte das für realitätsfern. Genauso wie alle denken, Sie fahren besser Auto als der Durchschnitt. ;-)
Zwischendurch hat man noch eben mal schnell 2 x Ordergebühren, knapp 30 % das Kapital vermindert und es gibt auch sowas wie Spreads... ;-)
Die einzige Möglichkeit eines halbwegs funktionierenden Timings sehe ich bei weltweiten starken Krisen... Allerdings wer hat diese vorausgesehen? Hat man auch gerade genügend Cash? Fallen 3 - 5 k bei einem schon großen buy & hold Depot überhaupt großartig ins Gewicht?
Übrigens nimmt die Steuerlast der Abgeltungssteuer im Zeitverlauf ab. Ist ein bisschen Mathematik...;-)
Anmerkung von Markus
geschrieben 22.04.2013
Was macht man, wenn wieder erwarten der Markt bei Höchstständen noch 2 - 3 Jahre weiter mit je 10 % p. a. läuft? Klar kann er mal zwischendurch einbrechen... Aber wer kann das ausnützen?
Anmerkung von Jan
geschrieben 22.04.2013
In Seitwärtsphasen und "Durchschnittbereichen" (Dax 6000) sehe ich das ja auch kritisch. Man kann den Markt nicht timen. Alles richtig! Ich weiß aber nicht, ob es in übertriebenen Phasen nicht durchaus möglich ist. So wie es auf der Hand liegt, bei 3000 oder 4000 in den Markt zu springen (selbst wenn er noch weiter fällt), frage ich mich, ob man sich bei 8000-9000 nicht einfach mal verabschieden sollte. (Die Dax-Zahlen sind jetzt eher beispielhaft gewählt!)
Anmerkung von Markus
geschrieben 22.04.2013
@Jan
Sicher kann der DAX wieder auf 4000 oder 5000 runterknallen. Das kann niemand ausschließen! Die Zahlenbeispiele sind wohl ein bisschen auf die letzten 10 Jahre bezogen... Allerdings bestehen auch gute Argumente für ein fortsetzen der langfristigen Aufwärtstendenzen. KGV, KBV sind langfristig gesehen nicht exorbitant teuer (USA eher ein wenig überbewertet als Europa). Die Notenbankpressen laufen auch Hochtouren. Über dem Anleihenmarkt braut sich ein gewaltiges Gewitter zusammen. Negative Realzinsen machen Aktien viel interessanter. Jetzt kann man wieder die Asset-Meltdown-Theorie mit der Überalterung dagegen halten, aber die insgesamt jüngere Weltbevölkerung der Emerging Markets kann das abfedern. Vorausgesetzt Sie können das Wachstum halbwegs stabil halten.
Buy & hold würde ich auch nur bei Qualitätstiteln oder über etf`s empfehlen!!!!!! Angenommen die worst-case-Szenarien mit dem Staatsbankrot von Amerika oder Europa treten ein... Eine Nestlè oder Berkshire bricht um 75 % ein... ich würde halten und wenn möglich sogar nachkaufen. Allerdings ist hier auch der springende Punkt wie sicher in einem solchen Szenario der Arbeitsplatz und die Liquidität ist.
Aber 100 % Verlust mit Anleihen sind in diesem Katastrophenszenario nicht schöner! Natürlich ist auch eine Berücksichtigung des eigenen Alters und der Gesundheit wichtig.
Indexe, die seit über 100 Jahren zwischen 6 - 12 % pro Jahr steigen, 2 Weltkriege, Wirtschaftskrisen, Währungsreformen überstanden haben, sind es wert gehalten zu werden!!! Eine 20 jährige Seitwärtsphase ist natürlich unschön. Allerdings ist das Szenario bei konstanten weitersparen und reinvestieren der Dividenden so ziemlich immer eine positive reale Rendite rausgesprungen!
Die Zukunft kann niemand seriös vorhersagen. Alles was wir haben, ist die Erfahrung aus der Vergangenheit.
Anmerkung von Markus
geschrieben 22.04.2013
Und das der DAX jetzt die nächsten 30 Jahre zwischen 3000 - 9000 hin und herpendeln wird, um auf einen ca Durchschnittswert von 6000 fallen wird, damit wir alle nachkaufen können... Ich hoffe doch, dass der DAX in 30 Jahren mindestens einen 5stelligen Durchschnittswert hat! ;-)
Aber ein bisschen Liquidität ist natürlich nie verkehrt!!!
Anmerkung von Gordon Gekko
geschrieben 22.04.2013
@jan:ja sehe ich genau so wie Du und habe ich hier auch schon mehrfach kundgetan. Wieso ich bei 9000 DAX nicht aussteigen sollte und mein Cash ge duldig liegend auf den Chrash auf 7000 wartend lassen erschliesst sich mir regelmäaaig such nicht. Wie ja klar ist wird es immer wieder einen Einbruch geben und dann kaufe ich bei ca. 79 bis 85 % wieder nach. Die Steuer ist m.e. Ueberhaupt kein Thema weil die immer anfaellt, es sei ich gehe dabon aus dass ich nie verkaufe und nur die Dividende geniesse, aber wer will das schon? Ein Vrund ist m.e. Derzeit wichtig zunereaehnen. Das brsitzen von Aktien gegenpber Cash könnte sich in einer Waerungsreform positiv darstellen, aber ansonsten verstehe ich auch nicht wiesonhier immer songetan wird alscwenn ich die Aktie nie wieder k aufen kann, als wenns ie ein unikatvwaere.....
Anmerkung von Markus
geschrieben 22.04.2013
Einen DAX-Stand von 9000 habe ich in meinem gesamten Leben noch nicht gesehen.;-) Selbst 2000 nicht...
Viel Erfolg mit der Strategie! ;-)
Ich zwinge niemanden einen durchschnittliche Indexrendite mit 10 % p. a. über 25 - 35 Jahren auf.
Johnson & Johnson notierte 1970 bei 1,07 Dollar. Aktuell steht das Ding bei 84 Dollar. Was das Rein- und Rausspringen gebracht hätte? Nichts.
Selbst Profis (Fondsmanager) schaffen es nicht, den Markt richtig zu timen. Wenn der Profi es nicht schafft, wie soll es dann ein Privatanleger schaffen? Der Profi hat ganze Researchabteilungen zur Hand.
Anmerkung von Andreas Teugl
geschrieben 22.04.2013 Website www.diekleinanleger.com/
Gerade Privatanleger haben es sicher schwer mit den Schwankungen an der Börse umzugehen. Besonders dann, wenn mittels "Finanzoptimierern" Aktien oder Fonds gerade in einer Boom-Phase gekauft werden und deren Wert nach einiger Zeit drastisch sinkt, ist es fast schon menschlich einfach zu verkaufen und das Kapitel so abzuschlißen, obwohl es mit Sicherheit der teuerste Weg ist.
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 23.04.2013
In fünf Jahren sind wir alle schlauer!
Rückblickend ist dann alles ganz logisch, doch heute weiß niemand irgendetwas über die Zukunft der Indizes.
Ich halte seit einigen Jahren Adidas-Aktien und habe vor, das bis zur Rente zu tun. Ich hätte schon so einige male die "Gewinne mitnehmen" können.
Wäre ich billiger wieder reingekommen? Nein!
Es amüsiert mich doch ein wenig, wenn der ein oder andere meint, die Börse könne man wie einen Bahnfahrplan lesen.
Klingeling! Hier rein, dort raus - alles ganz einfach.
Was passiert denn, wenn der DAX auf 9000 Punkte steigt und dann einfach nicht um 20% fallen will?
Bei 10000 Punkten dann doch wieder einsteigen? Weiter warten?
Das Spiel spiele ich nicht mit.
Ertragsstarke Unternehmen kaufen und die Dividenden einfahren. So macht das Spaß.
Jeder muß hierbei wohl seine eigenen Fehler und Erfahrungen machen. Ging mir nicht anders... ;)
Anmerkung von Markus
geschrieben 23.04.2013
Ganz pauschal noch zum Thema Gebühren senken:
Jedes Jahr oder alle 2 - 3 Jahre das komplette Depot rein und raus aus dem Aktienmarkt wird saftig teuer. Da freuen sich ein paar Finanzmagazine, Banken und der Staat.
Bei buy & hold stundet man Steuern vollkommen legal. Selbst nach einem Anlagehorizont von 25 Jahren wirst Du danach sicherlich nicht das komplette Depot auf einen Schlag auflösen.
Die Anlagen vor 2008 werde ich sowieso so schnell nicht wieder anfassen.
Anmerkung von Achim
geschrieben 23.04.2013
Das lustigste daran ist, dass 25 % Abgeltungssteuer von 8000 gleich 6000 sind. ;-)
Das wovor hier manche Angst haben, nämlich einen Indexstand durch Kursverfall von 6000, am liebsten sofort an Steuern zahlen möchten. Soli und evtl. Kirchensteuer kommt auch noch drauf....????
Aktuell sind wir ja näher an 7000... Das würde für die Skeptiker bedeuten entweder bald kaufen oder man hat noch nicht verkauft, weil wir die 9000 nicht gesehen haben. Hoffentlich vergisst der Börsenzug nicht rechtzeitig zu hupen, damit alle ein und aussteigen könnnen! ;-)
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 23.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Seit 2 Jahre praktiziere ich jetzt Buy&Hold und kaufe Dividenden Aktien aus USA&Kanada und es läuft sehr gut. Viele Werte sind bereits mit über 100% im Gewinn und ich freue mich über die monatlichen und quartalsweisen Dividendenzahlungen.
2. Informieren Sie sich über das Sparen für die Rente
New York, Sonntag, 21. April 2013
Ich setze meine Serie mit den Geldanlage- und Aktientipps fort. Heute folgt Teil 2: Beschäftigen Sie sich mit Ihrer Rente schon in jungen Jahren. Es mag öde klingen, ist jedoch wichtig. Mit der Altersarmut werden mehr und mehr Menschen in der westlichen Hemisphäre zu kämpfen haben.
Je besser Sie informiert sind, desto mehr werden Sie sparen.
Eine neue Studie zeigt, gerade diejenigen Arbeitnehmer, die informiert werden über die möglichen Sparerfolge für die Rente, sparen mehr.
Insofern ist es wichtig, dass unsere Bundesregierung mit offenen Karten spielt. Deutschland hat im weltweiten Vergleich eine sehr alte Bevölkerung. Wir haben mit einem Median-Alter von 45,3 Jahren fast japanische Verhältnisse in Deutschland.
Die gesetzlichen Rentenzahlungen werden in 30 bis 40 Jahren ziemlich dürftig ausfallen. Folglich ist eine kapitalbasierte Zusatzrente wichtig. Ich halte ein steuerlich gefördertes individuelles „Aktiendepot für die Rente“ nach US-Vorbild von Vorteil. Leider schlafen unsere Parteien in Berlin. Es ist verlorene Zeit.
Fazit: Je intensiver Sie sich mit dem Sparen für das Alter beschäftigen, desto erfolgreicher werden Sie am Ende des Tages sein.
Anmerkung von Markus
geschrieben 21.04.2013
@Tim
Ein steuerlich gefördertes Aktiendepot für die Rente wäre genial....
Leider habe ich die Befürchtung, dass unsere Regierung sogar eher auf die Idee kommen wird, Aktien noch mehr zu besteuern.
Die "bösen" Banken und Kapitalanleger haben das System ja so gefährdet...
Seltsamerweise können diese wenig für die überbordende Staatsverschuldung. Es ist immer leicht, einen Schuldigen zu präsentieren. An der ganzen Misere sind Staat, Banken und leider auch Bürger schuld. Die Mehrheit wählt leider immer die Partei mit den größten Versprechen, obwohl sie es langsam besser wissen müsste.
An den Riester & Rürüp - Dingern verdient sich leider der Vertrieb mehr, anstatt dass die Anleger eine vernünftige Rendite nach Inflation erwirtschaften.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass eine Staatsverschuldung von über 80 % vom BIP in eine fast unumkehrbaren Teufelskreis des Zinseszins gerät.
Das Ende vom Lied sind entweder Währungsreformen, Umverteilungen durch harte Steuereinschnitte oder Staatsbankrotte.
Auch wenn ich manchmal etwas als zu pessimistisch angesehen werde, aber fakt ist, dass Amerika, Europa & Japan zu einer Staatsfinanzierung mit der Notenbankpresse übergegangen sind. Was passiert, wenn z. B. Japan das aufkaufen eigener Staatsanleihen stoppt, will man sich nicht vorstellen.
Anmerkung von Martin
geschrieben 21.04.2013
keine Partei im Bundestag will ein Model wie in den USA, die FDP wäre dafür eigentlich ideal, doch sie lehnt lieber Mindestlöhne ab und ignoriert wichtige Eckpunkte einer liberalen Partei (bei den Bürgerrechten kommt ja auch seit Jahren nichts mehr)
und die SPD will eine höhere Abgeltungssteuer...natürlich nur "testweise"...diese Partei hasst mittlerweile alles was privat ist und nicht unter staatlicher Kontrolle steht
dennoch spricht alles für Aktie
Anmerkung von Turing
geschrieben 21.04.2013
@Martin
Vielleicht sollten Sie einfach mal genauer hinsehen, bevor Sie über die FDP urteilen und nur den blasierten Unsinn widergeben, wie ihn unsere linkslastigen Medien verbreiten. Der größte Unsinn ist die Geschichte mit den vernachlässigten Bürgerrechten. Das wird immer wiederholt, aber niemand wird konkret. Es ist auch schwierig, denn die FDP leistet sehr viel (ELENA abgeschafft, Wehrpflicht ausgesetzt, Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften vorangetrieben, Lauschangriff eingedämmt usw.). Die CDU/CSU hat sich oft genug nach der Koalition zurückgesehnt und ein besseres Kompliment kann man der FDP nicht machen.
Und die Probleme heute sind vor allem wirtschaftlicher Natur und daher gehört die Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik in den Vordergrund. Und auch das hat etwas mit Bürgerrechten zu tun. Es geht nicht um die Einnahmen des Staates, sondern zuallererst um die Einnahmen des Bürgers. Umso mehr netto er übrigbehält, umso mehr wirtschaftliche Freiheit hat er.
Auch Fragen, die elementar unser Verständnis eines Rechtsstaates betreffen, sehe ich bei der FDP am besten aufgehoben. Da geht es beispielsweise um die Frage, ob der Staat CDs mit Daten über die Schweizer Konten deutscher Steuerpflichtiger kauft oder nicht. Dass der Staat Hehlerware kauft, ist für Linke offensichtlich kein Problem. Nur mal zur Erinnerung: Linke verlangen von deutschen Konzernen, dass die im Ausland bloß niemanden bestechen und drohen mit Strafverfolgung, aber für den deutschen Staat soll dieser moralische Anspruch nicht gelten.
Die FDP war die einzige Partei, die mit dieser Hehlerei nichts zu tun haben wollte.
Anmerkung von Martin
geschrieben 21.04.2013
sie können sich ihre Partei gerne schönreden nur machen die dadurch immer noch keine bessere Politik
nehmen wir doch mal ACTA, da mussten eben erst die Piraten (die würde man bei einer funktionierenden liberalen Partei ja überhaupt nicht brauchen) und andere Aktivisten Druck machen bis etwas passierte, wieso nicht vorher in den Prozess eingreifen?
und man hört ja eher den der CDU Kritik an einer schon aktuell hohen Abgeltungssteuer, das müsste doch eher ein Thema für die FDP sein
Anmerkung von Markus
geschrieben 21.04.2013
Man sieht, dass liberale Parteien mehr Zuspruch von ehrgeizigen Menschen bekommen...
Bin sehr gespannt was aus der AfD wird. Das vereinfachte Steuermodell von Kirchhoff ist offensichtlich in Ihrem Wahlprogramm. Den Professor fand ich damals richtig gut...
Es ist schwierig objektiv zu urteilen da man öfters das Gefühl bekommt manche Medien und auch Zeitschriften haben Ihre klaren Lieblinge...
Kann man Lobbyismus etwas Positives abgewinnen oder muss man leider diesen Weg gehen, wenn man politisch überleben will???
Mir fehlt die klare und ehrliche Kommunikation der Politik mit dem Volk. Vielleicht herscht auch der Glaube vor, man kann dem Volk nicht die Wahrheit zumuten?
Anmerkung von Markus
geschrieben 21.04.2013
Zum eigentlichen Thema...
So lange wie Menschen sich lieber von Banken und Versicherungen beraten lassen, als sich selbst autodidaktisch etwas beizubringen, wird es schwierig sein, sich nennenswerte Vermögen nach Inflation und Steuer aufzubauen.
Selbst die engste Familie vertraut in Geldanlagen mehr dem berühmten Herrn "Kaiser" als jemanden mit 13 Jahren Börsenerfahrung und ca. 40 gelesenen Fachbüchern zum Thema Geldanlage...
Geldanlage wird von vielen als lästig und zu kompliziert angesehen...
Dabei hat man mit Hilfe des Zinseszinses einen sehr starken Effekt sich selbst etwas aufzubauen. Ob es nun das Ziel der finanziellen Freiheit, einer guten Rente oder sogar Hilfe für Bedürftige sein soll.
Zudem sollte man auch seine Emotionen kontrollieren können. Panik, Gier und "falsches Sicherheitsdenken" sind keine guten Ratgeber.
Die Übertreibungen von über 15 % p. a. oder die Untertreibungen mit negativer Rendite mit Staatsanleihen bringen nur Katzenjammer. ;-) (langfristig gesehen)
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 22.04.2013
@Markus:
Das steuerlich geförderte Aktiendepot widerspricht leider dem, was die Altersvorsorge-Politik in diesem Land anstrebt. Man will keine finanziell unabhängigen Bürger. Die könnten mit ihrem Vermögen ja ins sonnige Ausland verschwinden. Nicht umsonst war die Riester-Rente am Anfang so konzipiert, dass sie nicht mal ins EU-Ausland mitnehmbar war (die komplette staatliche Förderung hätte zurückgezahlt werden müssen). Inzwischen hat die EU diese Zumutung verboten.
Tatsache bleibt aber: der Staat möchte, dass die Menschen nur in Anlagen investieren, aus denen Renten entstehen. Diese kann man dann später nach Belieben besteuern und mit Sozialabgaben belegen. So hat man ja bei Betriebsrenten erst vor ein paar Jahren einen Krankenkassen-Beitrag durchgedrückt.
Auch bei Riester ist deshalb max. 1/3 bar auszahlbar. Der Rest muss als Rente ausgezahlt werden.
Der Staat hält die Bürger an der sehr, sehr kurzen Leine ...
Anmerkung von Markus
geschrieben 22.04.2013
@Ulrich
Das klingt ja fast schon kommunistisch. Allerdings auch leider nicht ganz abwegig.
Das Thema Politik ist denke ich noch umstrittener als das Thema Geldanlage und Finanzen.
Als Bürger eines demokratischen Landes möchte man eine ehrliche Kommunikation und den Glauben an das Versprechen "dem deutschen Volke zu dienen".
Eigeninteressen, nicht gehaltene Versprechen, "Hau-Ruck-Politik", Lobbyismus, weggelassene Absätze in Studien, die Informationsflut mit den vielen Eigeninteressen.... Es ist verdammt schwierig, sich ein eigenes objektives Bild zu machen und nicht "politikverdrossen" zu werden.
Im Vergleich mit anderen Ländern müssten wir zufrieden sein... Allerdings sollte man die Augen nicht vor den vielen Baustellen verschließen.
Anmerkung von Anna
geschrieben 22.04.2013
Turing,
ich weiß, Du lebst und stirbst vielleicht auch für die FDP. Gut, auch ich habe sie mal gewählt, aber da war die FDP noch eine andere.
Kleines Rechenexempel: Die FDP hat 65000 Mitglieder, stellt aber 5 Bundesminister. Da ist die Gefahr groß, dass karrieregeile Leute sich überlegen, da könnte doch was zu machen sein, was bei den anderen nicht geht (siehe den Kandidaten bei WWM vor einigen Wochen).
Warum sperrt sie sich so beim Mindestlohn? Wegen eventueller Firmenpleiten? Ich weiß nicht, ob das flächendeckend zieht. Den Geringverdienern muss heute aus Steuermitteln geholfen werden und im Alter müssen die Leute dann auch wieder zum Amt. Diese Mittel bringen dann wieder die Facharbeiter und Handwerksmeister auf.
Turing, ich weiß, Du wirst mir jetzt schreiben wollen, warum und wieso das richtig ist.
Du hast Abitur und ein Studium.
Ich habe einen Mittelschulabschluss mit "sehr gut", zwei Facharbeiterabschlüsse und jede Menge Lebenserfahrung, u.a. auch als Arbeitslose und im Niedriglohnsektor.
VG
Anna
Anmerkung von Markus
geschrieben 22.04.2013
Die Grenzen der Parteien und Ihrer Programme sind nicht mehr so ganz klar.
Die heftigsten Reformen hat ein Sozialdemokrat mit der Agenda 2010 durchgedrückt. Sicherlich mit Vor- und Nachteilen. Die Frage ist, was überwiegt?
Danke an alle Teilnehmer des Gewinnspiels. Ich habe heute die drei Gewinner gezogen. Jeder Kommentar erhielt eine laufende Nummer. Gewonnen haben: Mario, Tom aus der Schweiz, willihope. Gratulation! Ich werde die Gewinner zusätzlich per Email informieren. Sie erhalten das Buch „Investieren wie Benjamin Graham“ von Rodney Klein und David Darst. Der FinanzBuch Verlag in München spendiert freundlicherweise die drei Bücher für mein Preisausschreiben.
Anmerkung von willihope
geschrieben 21.04.2013
uiiii vielen dank!
Anmerkung von Jan
geschrieben 21.04.2013
Buuuuuuuuuh ;-)
In den kommenden Tagen möchte ich Ihnen ein paar Tipps für die Börse mit auf den Weg geben. Ich beginne mit dem Tipp Nummer eins: Suchen Sie sich ein paar Freunde zum Aktiensparen. Eine Studie der Harvard Business School legt dar: Wer sich mit anderen kurzschließt, spart mehr und besser. Ähnlich wie bei Abnehmclubs (Weight Watchers) ist das Aktiensparen mit anderen Menschen gemeinsam erfolgsversprechender. Sie diskutieren Ziele, Erfolge und Niederlagen mit anderen.
Des weiteren hilft: Setzen Sie sich Ziele. Verfolgen Sie Ihre Fortschritte. Automatische Sparpläne helfen, sie machen es einfacher.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 20.04.2013
In meinem Freundeskreis findet sich niemand der dafür geeignet wäre. Die meisten verteufeln die Börse als Casino. Außerdem sind die Lebensentwürfe doch recht unterschiedlich. Wer zwei Kinder, Frau und Haus abzuzahlen hat, hat meistens nicht viel Geld übrig das er an der Börse investieren kann.
Freunde und Geld- das trennt man besser. Ich gebe dir aber recht, dass es prinzipiell sicher hilfreich ist sich mit vergleichbar veranlagten Leuten zusammenzutun und sich auszutauschen. Wir machen hier ja eigentlich schon was ähnliches. Nur, dass es nicht so sehr ins Detail geht, also um einzelne Unternehmen.
Diese Tiger Clubs in den USA sind glaube ich das was du dir so vorstellst. Habe mal einen Artikel darüber gelesen. Da haben Clubmitglieder einem Kollegen vorgerechnet, dass seine Ferienimmobilie der pure Luxus ist und er mit mieten besser dran wäre. Er sollte das Haus verkaufen. Interessant finde ich, dass Leute, die schon reichlich Vermögen haben, dann noch Tips von anderen brauchen...
Gruss
Anmerkung von Frank
geschrieben 20.04.2013
Hallo Stefan,
was kosten denn Frau und 2 Kinder so;-))
Anmerkung von Markus
geschrieben 20.04.2013
Tja, das Thema Aktien ist bei vielen sehr unbeliebt. Einige haben sich auch ne blutige Nase 2000 & 2008 geholt.
Die unterschiedlichen Lebensentwürfe und auch das Thema fremdfinanziertes Eigenheim machen das Thema nicht sehr interessant für viele Bekannte.
Oft wird man auch schief angeschaut, wenn man zugibt Aktien zu besitzen.
Selbst in manchen Wertpapierforen liest man auch immer wieder von enttäuschten Anlegern mit Ihren Zauberformeln aber auch von extremen bearish eingestellten Anlegern, wo den Zusammenbruch der Finanzsystems heraufbeschwören.
Um an der Börse Geld zu verdienen, muss man erst mal auch im privaten Bereich mit Geld umgehen können!!!
Jemand, der bei 20 % Einbrüchen nervös wird und alles verkauft, selbst wenn es sich um dicksten Qualitätstitel mit 100 jähriger Firmenhistorie handelt, wird wohl schwerlich an der Börse Geld verdienen.
ich bin da ganz deiner Meinung, dass das Sparen, nicht nur das investieren an der Börse, im "Team" eine gute Sache ist. Nur leider habe ich als "Endzwanziger" das Problem, mit dem Thema Sparen in meinem Freundeskreis auf taube Ohren zu stoßen. Auch in meinem erweiterten Familienkreis kommt es mir so vor, als würde jeder nur von einem auf den nächsten Tag denken und leben. Ans Alter denkt leider niemand. Leider scheint es so, dass ich mit meinem Akien-Renten-Depot ein richtiger Exot in meinem Feundes- und Bekanntenkreis bin.
Grüße Frank
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 21.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
@Tim: Ich war dieses Wochenende auf einem Rhetorik und Präsentationskurs bei der VHS und habe mehrmals über das Thema Finanzielle Freiheit und das Investieren in Dividenden Aktien gesprochen.
Sobald man das Wort "Aktien" erwähnt, hat keiner mehr so richtig Interesse. Ich vermute das Thema CRASH und Telekom Aktien Debatten ist tief im Deutschen Kollektiv verdrahtet und viele haben sich wirklich von der Börse abgewendet.
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 22.04.2013
Ich versuche, Freunde und Familie aus meinen Finanzen rauszuhalten. Letztlich gibt das doch zu oft Ärger. Auch hartnäckige Nachbohrer hören von mir nur zum Thema Geldanlage nur "Ich hab kein Geld."
@Finanzielle Freiheit:
Naja, wenn man auf einem Seminar zu einem völlig anderen Thema gleich mehrfach sein eigenes Lieblingsthema in die Runde wirft, ist das natürlich etwas merkwürdig. Passt aber zum schon fast missionarischen Eifer in der Dividendenblog-Szene.
Vielleicht würde es dir ähnlich gehen, wenn ein anderer Teilnehmer mehrfach versucht hätte, den anderen sein Lieblingsthema Kaninchenzucht zu vermitteln.
Anmerkung von Lalucky
geschrieben 25.04.2013
Also ich halte derzeit meinen Aktienstatus auch geheim- weil ich noch ein Haus abzuzahlen habe ;o)und niemand wissen soll, dass ich mehrgleisig fahre. So wird die Überraschung irgendwann um so schöner.
SolarWorld: Der Sonnenkönig verbrennt sein Kapital
New York, Donnerstag, 18. April 2013
Das ist eine schlimme Nachricht für Börsianer: Das gesamte Kapital der Aktionäre ist weg. Futsch. Der Bonner Solarkonzern Solarworld steht vor einem Scherbenhaufen. Ob der Turnaround noch glückt, steht in den Sternen. Es ist höchst ungewiss. Ich gebe dem Gründer und Vorstandschef Frank Asbeck wenig Chancen. Der Sonnenkönig aus Bonn genießt wegen seines luxuriösen Lebensstils schon lange einen schlechten Ruf.
Dabei hatte alles so wunderschön begonnen. Es war wie ein Märchen. Die Kurse explodierten förmlich.
Die Blütenträume sind jetzt geplatzt. Die Subventionierung ist weg, die Chinesen sind da. Die Asiaten nehmen uns die Butter vom Brot. Es ist ein knallharter Verdrängungswettbewerb. In dem Geschäft lässt sich kaum noch ein Cent verdienen. Selbst der Stuttgarter Elektronikgigant Bosch warf die Flinte ins Korn und gab sein Solargeschäft auf.
Was lernen wir daraus?
Seien Sie bei euphorischen Phasen mit Kursanstiegen von 500 Prozent und mehr extrem vorsichtig. Subventionen mögen zwar kurzfristig gut für ein Unternehmen sein. Die Frage ist nur, wie lange sie sprudeln. Subventionen können über den wahren Zustand eines Unternehmens hinwegtäuschen.
Was lernen wir noch? Wir sollten nicht die Konkurrenz unterschätzen, insbesondere werden die Chinesen im Kopieren und im Angriff immer besser. Daher ist ein starker Markennamen ein Pfund mit dem ein Unternehmen wuchern kann. Denken Sie an Marken wie Coca-Cola, IBM, Pepsi, BMW, Siemens usw. Das sind Ikonen, die kopiert niemand schnell.
Dividenden sind ein guter Filter, der Ihnen Aufschluss geben kann, wie nachhaltig ein Geschäft funktioniert. Schüttet ein Unternehmen seit 25 Jahren regelmässig Dividenden aus, ist das ein gutes Zeichen.
Wir sollten auch nicht die Kosten für Forschung und Entwicklung unterschätzen. Gerade die Tech-Welt leidet unter diesen enormen Kostenbelastungen. Wer nicht genug investiert in diesem Feld, der ist gleich weg vom Fenster.
Ein Seifen-, Joghurthersteller oder Brotproduzent hat in der Regel keine irren Forschungsbudgets und wird noch in 30 Jahren seine Artikel nahezu unverändert herstellen.
In vielen neuen Technologiefeldern kommt es erst zum Boom, dann zum Knall. Lieber ziehen Sie traditionsreiche Unternehmen vor. Mit einem stetigen Dividendenzahler wie Exxon Mobil oder Chevron lässt sich gutes Geld verdienen. Das klingt langweilig auf den ersten Blick, das mag sein. Aber schauen Sie sich nur die Fakten an.
Nehmen Sie Exxon. Die Aktie kostete im Januar 1970 ca. 1,79 Dollar (bereinigt um Splits). Wer bis heute durchhielt, hat eine Exxon-Aktie im Wert von 86,08 Dollar im Depot. Anders ausgedrückt macht das fette 4.700 Prozent Rendite. Aus 1.000 Dollar Anfangsinvestment wären 48.000 Dollar geworden.
Es ist an der Börse wichtig, den Zeittest machen zu können. Bei frischen, jungen Firmen können Sie das nicht tun. Daher sollten Sie bei allem Neuen sehr vorsichtig sein.
Fazit: Heiße Trends können brandgefährlich sein. Eine schlechte Ernte stellt sich erst hinterher heraus. Eigentlich ist es schade, was mit der Solarbranche in Deutschland passiert ist. Es ist schade, aber leuchtet ein.
Anmerkung von LK
geschrieben 18.04.2013
Den Trend zu Solaraktien habe ich "leider" verschlafen.
Ich konnte nicht einschätzen, wo die Firmen in 20 Jahren stehen werden, wer dann noch am Markt sein wird. Für mich ist dies der erste Filter, wenn ich ein Investment analysiere.
Mir haben die Worte "Ich weiß es nicht" schon viele Verluste erspart.
Anmerkung von Turing
geschrieben 18.04.2013
Den Sozialismus in seinem Lauf hält das Insolvenzrecht auf.
Anmerkung von Martin
geschrieben 19.04.2013
Meine Schlussfolgerung ist, nicht in stark regulierte Wirtschaftszweige zu investieren, wenn diese stark vom Staat abhängen und die Nachfrage eine hohe Preiselastizität aufweist.
Bei den Solarzellen kommt hinzu, dass diese eher Low-Tech sind, denn wirkliche Innovationen gab es in den letzten Jahren nicht. Selbst Bosch ist gescheitert. Wie soll es dann eine Solarworld schaffen?
Ein Freund von mir hat auch Solon im Depot. Mit seiner Buy&Hold Strategie lag er zwischenzeitlich richtig stark im Plus, nur um dann auf Null zu fallen.
Keiner mag mehr Gold. Außer Bill Gross und John Paulson
New York, Dienstag, 16. April 2013
Oje. Gold befindet sich im freien Fall.
Pimco-Chef Bill Gross riet noch im Januar, Gold zu kaufen. Das machte er in einem Interview mit dem Börsenmagazin „Barrons“ deutlich. Dieser Fehlgriff des hochgelobten Anleihe-Königs zeigt uns mal wieder: Keiner weiss nichts. Selbst der Allianz-Pimco-König Gross, der irre Millionengehälter kassiert, um den Globus jetet und in Saus und Braus lebt.
Gross ist ein ziemlich komischer Ratgeber. Er hat glatt die Aktie als Geldanlage für tot erklärt. Das war im Sommer 2012. Solch einen blödsinnigen Spruch wie „die Aktie ist tot“ habe ich selten gelesen. Seither marschierte der Dow-Jones-Index auf neue Allzeithochs. Kurzum: Gross ist ein grottenschlechter Ratgeber. Vergessen Sie den.
Wofür die Allianz dem Herrn jedes Jahr 200 Millionen Dollar Gehalt bezahlt? Und wofür sein Vize Mohamed El-Erian 100 Millionen Dollar aus der Allianz-Kasse erhält? Es handelt sich schließlich um das Geld der Allianz-Aktionäre. Der Münchner Versischerungsriese hat schon vorsorglich angekündigt, dass die Tochter Pimco nicht mehr der Geldesel sein wird, der er war - weil Anleihen aus der Mode kommen dürften.
Die meisten Börsen-Wunderkinder sind bei genauer Betrachtung keine Wunderkinder. Sie sind nicht allwissend. Sie machen Fehler wie wir alle. Es wird zu viel Weihrauch verbreitet, wenn es um solche Herren geht.
Gross gab den Fehler, Gold nahe am Gipfel empfohlen zu haben, per Twitter zu. Und erneuerte seine Kaufempfehlung für Gold.
Rohstoffe und Edelmetalle schwanken nun mal im Kurs. Genauso wie Aktien. Gold wird niemals auf Null fallen. Es wird immer einen Wert haben. Die Zyklen können lange laufen. Es ging über zwölf Jahre der Preis für das gelbe Metall nur nach oben.
Ins Rutschen brachte Gold jetzt die bislang ausbleibende Inflation. Die Wirtschaft wächst nur langsam in den USA. In Europa drückt eine Rezession auf die Stimmung. Asien verliert an Schwung. Alles in allem ist kein Konjunkturaufschwung in Sicht. Die Löhne steigen kaum. Zu viele Arbeitslose bleiben vielerorts eine Herausforderung. Anschläge, Kriege, Krisenherde, Europrobleme usw. erschweren die Erholung.
Was tun? Das Kerndepot würde ich mit soliden Dividendentiteln bestücken. Vor allem langweiliges Zeug. Hersteller von Seifen, Toilettenpapier, Suppen...
Ein paar Minenaktien kann man beimischen. Nur nicht zu viele. Je mehr Bereiche Sie in Ihrem Depot abdecken (Währungen, Sektoren, Länder), desto ruhiger können Sie schlafen. Verzichten Sie besser auf das Zocken – schon gar nicht auf Kredit.
Die enorme Volatilität im Goldpreis zeigt uns, wie schnell der Wind drehen kann. Werden Sie in einem solchen Fall auf dem falschen Fuss mit einem Wertpapierkredit erwischt, ist schnell Schluss mit lustig.
Bill Gross ist nicht der einzige Märchenerzähler. Hedgefondsstar John Paulson liegt mit seinen Goldinvestments ebenfalls daneben. Für Ehrfurcht vor diesen Leuten besteht kein Grund.
PS: Das Grafiti habe ich in Reykjavik entdeckt.
Anmerkung von Markus
geschrieben 16.04.2013
Prinzipiell finde ich eine vernünftige asset-allocation ja sehr wichtig!
Langfristig gesehen sind Rohstoffe nicht für die großen Gewinne in einem gut gestreuten Depot verantwortlich. Ich sehe sie eher als Depot-Versicherung.
5 - maximal 10 % halte ich unwissender Privatanleger für noch gesunde Quoten. Bei den Quoten plädiere ich eher für einen Rohstoffmix!
Für die Rendite sind Aktien verantwortlich! Egal ob jetzt Divdidenden-Aristokraten, small caps, emerging markets, nichtzyklischer Konsum mit Marke, Value-Aktien usw.
Da ich weiß, dass ich nicht in die Zukunft schauen kann, streue ich. ;-)
Ein Rebalancing von vorher festgelegten Quoten der Assets ist ein klein wenig wie Value-Investing.
Investieren ist kein Spiel, in dem derjenige mit einem IQ von 160 diejenigen mit einem IQ von 130 schlägt. Vernunft ist wesentlich.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 16.04.2013
Den letzten (bzw. vorletzten Satz) hast du beim Warren geklaut:-)
Gruss
Anmerkung von stevoxx
geschrieben 16.04.2013 Website www.stevoxx.net
Stimmt, auch Gurus irren und sin Menschen. Besonders kurz- und mittelfristig irren sie sich sehr häufig. Doch es gibt auch sehr gute Experten (auch wenn ich den Begriff "Experte" aufgrund der hyperinflationären Verwendung bald selbst nicht mehr hören kann) die das "Big Picture" richtig sehen.
Anmerkung von Turing
geschrieben 16.04.2013
Ich habe den rapiden Preisverfall beim Gold mit Schadenfreude zur Kenntnis genommen. Und es amüsiert mich, die Ergüsse der Goldfreunde zu lesen, dass der Preisverfall nur "Papiergold" betreffe, aber kein richtiges Gold. Den jahrelangen Anstieg desselben Kurses hat man auch für physisches Gold gelten lassen und als Indiz dafür gesehen, dass eine Investition in (physisches) Gold genau das richtige wäre. - Die Goldkäfer reden im Nachhinein ihre Investition schön.
Gold ist überbewertet. Es erwirtschaftet nichts und in Krisenzeiten mag es als Ersatzwährung taugen, aber es ist eine denkbar schlechte Ersatzwährung. Ich kann mir von gut 1000 € vier Krügerrands à einer Viertel Unze kaufen. Wie weit komme ich mit diesen Krügerrands?
Ein Zehnerpack Ibuprofen 400 kostet 2,50 €. Davon kaufe ich gleich 10 Packungen. 1 Packung Aspirin mit 100 Tabletten gibt's für knapp 20 €. Eine Flasche Jack Daniels kostet knapp 20 €. Davon kaufe ich auch noch gleich 10 Stk. 50 € für eine Stange Marlboro. Ich kaufe gleich drei. Ich habe gerade mal 395 € ausgegeben.
Frage: Womit kommt man in Krisenzeiten weiter? Mit zehn Krügerrands oder mit meinem Krisenpaket? Eine Pulle Wiskey, um einen Beamten zu bestechen, ist doch viel günstiger. Und es bleibt ja noch so viel Geld übrig, um Nahrungsmittel auf Vorrat zu kaufen oder aber zu investiert, falls dann die Krise gänzlich ausbleibt. Medikamente können bei einem Zusammenbruch der Wirtschaft sehr viel Wert sein. Und in der Nachkriegszeit gab es die Zigarettenwährung. Mit vier Krügerrands ist aber nach definitiv vier Transaktionen Schluss. Es gibt aber auch noch kleinere Krügerrands (1/10 Unze), aber so viel besser sind die auch nicht. Und zur Eigenverwendung nutzt der Krügerrand auch nichts. Auf ein Schmerzmittel kann man persönlich angewiesen, aber auf Gold? Es gibt keinen praktischen Nutzen und darauf kommt es an: Der praktische Nutzen ist Trumpf, oder aber man denkt an die Süchte (Alkohol, Tabak), die in der Gesellschaft grassieren.
In der DDR hatte fast jeder einen vollen Schnapsschrank. Nicht für den Eigenbedarf, sondern als Absicherung, wenn mal ein Handwerker schwarz bezahlt werden musste.
Anmerkung von Martin
geschrieben 17.04.2013
Wie auch im letzten Artikel beschrieben, kennen wir die Zukunft nicht. Wenn wir ehrlich sind, sind sogar viele Begründungen vergangener Entwicklungen nicht wirklich belegt. Z.B. Tims Aussage zur ausbleibenden Inflation und dem daraus resultierenden zweitägigen Auverkauf von Gold kann ich nicht nachvollziehen. Wir wissen schlicht und ergreifend unzureichend, wer warum kauft bzw. verkauft.
Anmerkung von willihope
geschrieben 17.04.2013
hier im fernsehen zeigen sie die schlangen in den schmuckläden in bankok, die menschen bekommen kein gold mehr sondern zetteln mit lieferung nächste woche. die asiaten sind verrückt nach gold.
gold ist ausverkauft! :-)
ich würd trotzdem kein gramm kaufen denn zum wert fehlen immer noch viele prozent! :-)
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 18.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Ich wüßte auch nicht warum ich Gold physisch kaufen sollte und investiere weiterhin in mein Dividenden Depot. Das bringt wenigstens eine ordentliche Netto Rendite !
In den USA ist mir etwas Merkwürdiges aufgefallen: Wenn ich nach dem Weg jemanden frage, kriege ich immer eine Antwort. Manchmal erklären mir Menschen den Weg, obwohl sie ihn gar nicht kennen. Sie tun es aus Verlegenheit. Sie möchten nicht als Unwissend dastehen. Und lügen lieber, um irgendeine Antwort parat zu haben. Folglich kommt es oft in Amerika vor, dass man in die falsche Richtung geschickt wird.
Ähnliches ist mir an der Börse aufgefallen. In den TV-Sendern geben "Experten" jeden Tag, jede Stunde, jede Minute Antworten auf Fragen, die sie gar nicht wissen können. Sie sagen uns Dinge voraus, die frei erfunden sind. Kein Mensch kennt die Zukunft. Trotzdem tun doch praktisch alle so, als ob sie wüssten, wie die Zukunft konkret aussieht.
So finden Sie immer jemanden für genau das Gegenteil. Jeder hat gute Argumente. Es gibt hochintelligente Menschen, die ihre Theorien wirklich gut begründen können.
Ist die Börse nun reif für eine Korrektur oder steht der nächste Aufwärtsschub erst noch bevor? Keine Ahnung. Ich bin für beides vorbereitet. Bricht ein Krieg in Korea aus oder kommt es zum Frieden? Keine Ahnung. Steigt oder fällt der Dollar im Verhältnis zum Euro? Keine Ahnung. Woher will das jemand wissen?
Was machen Sie mit all den Prognosen der Experten? Ich wäre vorsichtig. Wenn jemand exakt die Zukunft beschreibt, glaube ich der Person kein Wort. Gerade die Ökonomen in den Banken haben immer tolle Antworten parat.
Ist Ihnen schon aufgefallen, wie viel Käsekram jeden Tag erzählt wird. Die meisten Aussagen haben keinerlei Wert. Was will ein Anleger mit all den Prognosen anfangen? Das ist unverdaubar.
Schauen Sie mal diesen Wahrsager an. Der behauptet glatt, im Mai könnte der Dollar kollabieren.
Ich finde solche Botschaften sind unseriös. Medien haben eine Verantwortung - dem Leser, Zuschauer, Zuhörer gegenüber. Wer Panik schürt, handelt unverantwortlich.
Fazit: Fragen Sie besser nicht nach der Richtung. Weder an der Börse noch auf der Straße.
Anmerkung von Felix
geschrieben 13.04.2013
Man darf auch nicht vergessen, dass mit den meisten Prognosen Geld verdient wird, also massive wirtschaftliche Interessen dahinter stehen. Die Prognostiker geben also anders als die o.g. falschen Wegbeschreiber nicht aus Verlegenheit eine Wegbeschreibung ab, sie geben eine ab, die ihnen selbst nützt.
Der Aktienfondsmanager sieht einen Bullenmarkt voraus, weil es seinem Fonds Geldzuflüsse bringt. Der Goldmarktexperte sieht weiter steigende Goldpreise usw. Nur sind meist die hinter den Prognosen stehenden Interessen nicht so offensichtlich wie in den genannten Beispielen. Trotzdem ist die erste Frage, die sich der Skeptiker stellt, wenn er einen Rat bekommt: "Wem nützt das?".
Ich habe jeden zweiten Tag Newsletter im Postfach, wo jemand den Zusammenbruch der Banken, eine Währungsreform, den Kollaps des Dollars usw. ankündigt. Und er, der Absender, weiß natürlich, wie er mir helfen kann, mein Vermögen davor zu bewahren in Mitleidenschaft gezogen zu werden: Indem ich seine Produkte kaufe! Mit Panik lässt sich Geld verdienen, so einfach ist das in der Regel.
Anmerkung von Markus
geschrieben 13.04.2013
Zum Thema Prognosen kann man eigentlich auch ganz schön Altria heranziehen.
Man hatte mehrfach erwartet, das langjährige Gewinnwachstum / Aktienkurs würde wegen Raucherprozessen kollabieren. Allerdings ist sie langfristig eine der Aktien mit einer Rendite von 18 % p. a. (bei Reinvestition der Dividenden). "Jeremy Siegel mit Überlegen Investieren"
Es ist nicht das rasant erwartete Wachstum von manchen China-Werten welches langfristig etwas bringt. Mittelmäßiges Wachstum, dass man oft nicht beachtet und eine konstante Dividendenpolitik sind oft besser als überproportionales Gewinnwachstum, welches irgendwann an Grenzen stösst...
Anmerkung von Mario
geschrieben 13.04.2013
Man kann über den Spruch auch feixen wenn man weiß, wer dieses Zitat geprägt hat.
"Ist nicht sofort ersichtlich, welche politischen oder sozialen Gruppen, Kräfte oder Größen bestimmte Vorschläge, Maßnahmen usw. vertreten, sollte man stets die Frage stellen: Wem nützt es?"
Wladimir Iljitsch Lenin
Schönes WE!
Anmerkung von Markus
geschrieben 13.04.2013
@Mario
ja, trotz der Informationsflut ist man oft überfordert, wer denn noch vertrauenswürdig ist bzw. wessen Worten man noch glauben darf!
Bin sehr gespannt was wir noch mit dem Abenteuer Europa erleben dürfen. Es werden so viele Nebelkerzen in den Himmel geschossen, dass man sich fragt wer denn jetzt eigentlich einen unvernebelten Überblick hat.
Anmerkung von Tom
geschrieben 14.04.2013
Hallo,
Neben dem Hang für die Hellseherei, wollen die Menschen Ihre eigenen Spekulationen lukrativer machen.
Mit den heutigen Kommunikationsmitteln wird dieser "Blödsinn" schnell verteilt und löst mehr oder weniger Panik aus.. Grossvater würde sagen, es hagelt an Propaganda ;-)
Es ist eben schwierig den gesunden Menschenverstand zu behalten, neben dieser Informationsflut.
Anmerkung von Joe
geschrieben 15.04.2013
Sehr guter Artikel.
Opportunistische Finanzjournalisten sind mit schuld.Gebetsmühlenartig fragen viele Journalisten immer wieder den Dax/ Dow Stand bis Ende des Jahres ab .
Und seriöse Journalisten müssten die befragen "Experten" (z.B. Goldman Sachs- und andere Bank-Analysten) regelmässig an ihren Tipps aus der Vergangenheit messen.
Aber dann droht Liebesentzug; es gäbe evtl. weniger Interviews,böse Anrufe beim Chefredakteur und weniger Werbung.
@Tim: wie haben Sie denn Ihr Depot für einen Einbruch an den Börsen vorbereitet?
Anmerkung von Markus
geschrieben 15.04.2013
@Joe
Einbrüche wird es immer wieder geben. Klar kann man versuchen mit einer höheren Tagesgeldquote diese Momente auszunützen...
Allerdings im nachhinein betrachtet ist das ganze 1000x leichter!!!
Vor allem wo ist die Bodenbildung???
Angenommen die Euro-Krise spitzt sich dramatisch zu, der nahe Osten eskaliert oder Kim fühlt, dass ihn alle nicht richtig ernst nehmen, die Sparmaßnahmen von der amerikanischen Finanzklippe würgen die Konjunktur ab...
Bei einem buy & holdler ;-) wie beim Tim wird die Cash-Quote maximal 20 % betragen. Vieles wird ausgesessen, wenn man in einem Alter von 20 - 35 ist und einen Anlagehorizont von mind. 20 Jahren hat. Man könnte stufenweise bei Indexeinbrüchen mehr investieren... Allerdings sollte man auch einen sehr sicheren Arbeitsplatz haben, wenn man dann mal Aktienquoten nähe 90 - 100 % vom Gesamtvermögen hat.
Eine Beimischung von Rohstoffen, kurzfristiger Liquidität, AAA-Anleihen, Emerging Anleihen, Immos / Reits senkt die Volatilität schon ganz ordentlich.
Außer man hat die Expertise eines Warren Buffett... Dann kann man sich auf wenige Assetts beschränken. Das haben aber die wenigsten, auch wenn Sie schon 10 Bücher gelesen haben...
Anmerkung von Sams
geschrieben 15.04.2013
Tut mir leid, offtopic aber den finde ich jetzt so gut das er super zum täglichen Unsinn passt.
Naja, die meisten Aktien bringen Dividenden...
Gold, ehr weniger...
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n.S • vor 10 Minuten
Dividenden werden immer aus der Unternehmenssubstanz heraus gezahlt, was sich u.a. unmittelbar beim Kurs auswirken kann am Tag der Dividendenauschüttung. Selbst bei Unternehmen, die zwar Gewinne ausweissen, aber neben einer (weiter zunehmenden) hoffnungslosen Überschuldung eine stetige Abnahme der Qualität von z.B. Anlagewerten und Unternehmensbeteiligungen ausweissen (siehe z.B. die meisten Dax30-Unternehmen wie z.B. RWE, EON, DTE, SIE, DB, VW), gibts Dividenden, bis die Unternehmen irgendwann ausgeschlachtet/übernommen/aufgelöst werden. Neben den Zockern verdienen bei solchen Dividendenwerten nur die Kreditgeber, sicherlich nicht die "langfristigen" Aktienbesitzer.
Eine solche Dividende bekäme ich auch von einem Goldstück, von dem ich mir immer ein paar % Goldstaub abschabe, bis irgendwann nix mehr von dem Goldstück übrig ist. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass ich vom Goldstück im Gegensatz zu einer Unternehmensbeteiligung der alleinige Nutzniesser des Gesamtwertes bin und nicht von diesem stetig belogen und betrogen werde.
Anmerkung von Tim
geschrieben 16.04.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Joe
Ich sorge mich nicht, weil ich ein breit gestreutes Dividendenportfolio habe. Die Unternehmen stammen aus diversen Währungszonen, Branchen etc. Überwiegend handelt es sich um Blue Chips.
Zudem besitze ich neben Aktien andere Asset-Klassen wie Immobilien.
Mein Anlagehorizont beträgt bei jedem Investment mindestens 10 Jahre. Insofern bringt mich eine Korrektur nicht aus der Ruhe. Auf Derivate verzichte ich.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 16.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
@Tim:
Ich würde es mit dem Dividenden Depot auch langfristig >10 Jahre sehen und alle kurzfristigen Korrekturen aussitzen. Auch wenn die Kurse nachgeben, nachkaufen und die Dividendenzahlungen laufen sowieso Monat für Monat weiter.
Anmerkung von Markus
geschrieben 16.04.2013
"Die Zukunft ist niemals klar: Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen. Unsicherheit ist deshalb der Freund von Langfrist-Investoren."
Warren Buffett
Anmerkung von Graf Dracula
geschrieben 17.04.2013
Ja, die Wahrsager sind wirklich kurios.
Spasseshalber hatte ich mich bei einem kostenpflichtigen Newsletter angemeldet. Der Schreiber scheint in ständiger Angst davor zu leben, dass schon bald ein in der gesamten Börsengeschichte noch nie dagewesener Kursverfall an den Märkten stattfinden müsse. Inzwischen hat er diesen schon zum zweiten mal seit 2011 vorhergesagt.
Tja, vermutlich macht er das so oft, bis es wirklich mal einen Markteinbruch gibt. Diese wird es wie auch in der Vergangenheit immer wieder geben. Und dann lässt sich der Schreiberling als Held der Nation feiern. Dass er bis dahin 10 mal oder 20 mal oder so daneben lag, wird dann unter den Teppich gekehrt ;)
Da frage ich mich nun: "Weshalb investiert dieser Mensch am Aktienmarkt?". Hierauf finde ich keine Antwort, meines Erachtens sollte er sein Geld lieber "sicher" anlegen: in Gold oder Anleihen oder unter dem Kopfkissen. Aber vielleicht benötigt er auch deswegen einen "Newsletter", weil er selbst ein lausiger Investor ist? Ein Schelm, wer böses dabei denkt ;)
Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat einige goldene Anlagetipps zusammen gestellt. Ich fand die Liste auf bild.de ziemlich gut, muss ich sagen. Bei nahezu allen Punkten stimme ich zu.
Wo ich widersprechen muss, ist dieser Ratschlag: "Für kleine Anlagebeträge sind Aktienfonds besser geeignet als Einzelaktien. Zudem kann man in Aktienfonds regelmäßig sparen. Schon mit beispielsweise 50 Euro lässt sich so breit gestreut in Aktien investieren."
Ich halte Indexfonds für die bessere Alternative. Aktiv gemanagte Aktienfonds sind teuer. Fondsmanager verdienen zum Teil sehr viel. Das Fondsteam, die Verwaltung und der Fondshandel kosten alles in allem eine Stange Geld. Bis zu zwei Prozentpunkte der Gesamtrendite können Anlegern jährlich durch das Kostengestrüpp durch die Lappen gehen. Erwirtschaftet der Aktienfonds zum Beispiel 8 Prozent, so müssen davon die Fondskosten von bis zu zwei Prozent abgezogen werden, so dass unterm Strich nur sechs Prozent für den Kunden hängen bleiben, während der DAX vielleicht um 13 Prozent zulegte.
Die meisten Aktienfonds versagen gegenüber dem Index wie dem DAX oder S&P 500. Das haben etliche Studien gezeigt. Es gibt erstaunliche Untersuchungen zu dem Thema. Eine Ausarbeitung kam zu dem Schluss: 84 Prozent der Fondsmanager schneiden schlechter als ihr Vergleichsindex ab. Das finde ich erschreckend.
Woran liegt dieses Versagen der Fonds? Zum einen verursachen sie enorme Kosten (Gehälter, Gebühren usw.). Zum anderen kaufen die Profis meistens die falschen Aktien zum falschen Zeitpunkt.
Es gibt natürlich positive Ausnahmen unter den Fondsmanagern. Die sind aber leider die Ausnahme. Insofern leuchtet mir der pauschale Ratschlag des Bankenverbands nicht ein.
Anmerkung von Tom
geschrieben 12.04.2013
Hallo Tim,
Viele haben als Junge Erwachsene angefangen mit den Fonds zu "investieren". Nach einigen Jahren haben Sie bemerkt, dass die Rendite miserabel ist. Diese Erfahrung schreckt die
meisten Leute ab und Sie wollen nie mehr was von Investieren hören.
Ich höre sehr viel mal den Ausdruck ich habe keine Zeit um mich um Geldsachen zu kümmern. (Die tägliche Arbeit ist der grösste genannte Grund)
Dabei ist es keine Kunst und braucht wenig Zeit.
Ich fahre täglich am Flughafen vorbei. MacDonalds ist gut besucht. Cola wird in Unmengen konsumiert.
Und schon hat man sich für ein-zwei Unternehmen entschieden welche man erwerben kann und für das nächste Jahrhundert halten kann.
Der Kurs ist einem egal und Dividenden werden reinvestiert. Keep it Simple & Stupid.
Es braucht Unmenge na Geduld ;)
Anmerkung von Martin
geschrieben 12.04.2013
@Tim: Es gibt auch passive Aktienfonds. Diese müssen nicht per se schlechter als ein ETF sein. Leider schränkt uns auch das Steuerrecht ein, denn steuerlich transparente ETFs sind vergleichsweise teuer. Fonds haben den Vorteil bei einem Discounter ohne Ausgabeaufschlag erworben werden zu können. ETFs sind intra-day liquider und es gibt auch da Angebote für Sparpläne.
@Tom: Ich war mit meinen Fonds zufrieden. Z.B. habe ich den M&G GLOBAL BASICS A günstig gekauft und rechtzeitig wieder verkauft, weil die Performance nachließ. Dann habe ich immer in Aktien oder ETFs umgeschichtet.
Anmerkung von Markus
geschrieben 12.04.2013
Na ja, vergleichsweise teure etf`s...
Sicher sind die Vanguards noch einiges günstiger wie die iShares, aber ca. 0,4% finde ich nicht teuer. Außerdem sind leider viele nicht in Deutschland steuertransparent.
Wenn man z. B. das Weltportfolio von "Gerd Kommer" mit dem maximalen Risikoanteil von 100 % wählt, (ist allerdings für viele nicht empfehlenswert) dann war die niedrigste jährl. Einzelrendite von 1988 - 2006, -21% bei einer nominellen Rendite von + 12 % p. a. Der Horrorcrash von 2001 hätte -3,3 % und 2002 - 11,6 % zu Buche geschlagen.
Da lecken sich heute noch einige Anleger die Wunden von damals, die nur mit high tech und im neuen markt unterwegs waren. Viele gehen auch nie wieder an den Aktienmarkt...
Von der Streuung und Allokation sind Indexfonds bzw. etf`s mit das beste Produkt für Privatanleger. Sicher braucht man ordentlich Geduld, einen Plan und ab und zu auch taube Ohren gegenüber kürzlich aufkommenden alpha-Strategien.
Ich bin kein militanter Indexler. Früher gab es da ja extreme Debatten. Man kann sicherlich auch zu den Dickschiffen wie Nestlè, Procter, Coke, J & J, Berkshire einfach small cap etf`s, reit etf`s, emerging etf`s und rohstoff etf`s mischen. Siegel weicht das Indexing ja auch ein bisschen auf...
Alternativ kann man auch alles über BIP-Daten machen und small & value reinmischen. Das hängt von der Depotgröße und der Komplexität ab. Auch mit 3 etf`s kann man schon kleine tolle Strategien basteln.
Jeder muss seine Strategie finden, mit der er gut schlafen kann und diese auch 20 Jahre oder länger durchhalten kann!
Anmerkung von Peter
geschrieben 12.04.2013
Ich kann eure Begeisterung für ETF's nicht nachvollziehen. Ein Index enthält immer schlechte, billige und teure Aktien.
Legt doch eine Langfristchart von Nestle oder Berkshire über den ETFchart und entscheidet dann.
Anmerkung von Andreas Teufl
geschrieben 12.04.2013 Website www.diekleinanleger.com
Auch ich halte die Tipps auf Bild.de für richtig gut und vor allem brauchbar. Hätte der Bild so etwas nicht zugetraut :-)
Zu Fonds:
Aktiv gemanagte Fonds machen meiner Meinung nach nur in 2 Fällen Sinn:
1. Ich vertraue dem Fondsmanagement und ich möchte sozusagen auf dessen Fähigkeiten setzten.
2. Ich möchte in ein Spezialgebiet investieren. Will jemand z.B. in afrikanische Zinkminen-Aktien investieren und ist kein Experte auf diesem Gebiet, hält allerdings Zinkminen für die Gewinner der nächsten Jahre, ist ein Fondsmanager mit Expertenwissen und Marktübersicht unabdingbar.
In etablierten Märkten DAX, DOW, ATX ist, wenn schon ein Fonds gekauft werden soll, ein Indexfonds einem aktiv gemanagten Fonds sicherlich vorzuziehen.
Freundliche Grüße
Andreas
Anmerkung von Markus
geschrieben 12.04.2013
@Peter
die zwei Aktien kann ich recht gut vergleichen, da es meine beiden Einzelaktien sind!;-)
Ich kann nicht in die Zukunft sehen!!!
Langfristcharts aus der Vergangenheit sind gut und schön...
Die meisten Aktienanleger vergleichen Ihre besten Aktien mit einem gesamten Depot... Tagesgeld, Anleihen, Rohstoffe, Immos, Telekom, Solarworld`s, Enrons usw. wird alles unter den Tisch gekehrt...
Die Mischung macht`s... Auch andere Assettklassen sind wichtig! 100% Aktien sind nicht ganz so toll in einer Krise, wo man seinen Arbeitsplatz verliert, Pflegebedürftige Verwandte finanziell unterstüzen muss, eine Scheidung, ein Unfall usw....
Da ich nicht weiß wie die Welt in 20 - 30 Jahren aussieht, muss ich streuen. Auch ein Drawdown von 60 % ist kurz vor erreichen der Ziele nicht gerade schön. Wie viel Volatilität man aushalten kann, wird von vielen in guten Zeiten überschätzt.
Anmerkung von Markus
geschrieben 12.04.2013
Wenn das jetzt noch in der gedruckten Bild kommt, dann würde ich zumindest mit Neuanlagen warten! ;-)
Anmerkung von Anna
geschrieben 12.04.2013
Markus,
ich hatte heute früh noch das Glück (?), die Kommentierung des Bild.de Artikels lesen zu können.
Fazit: Brauchst keine Angst zu haben, Aktien sind im Bewusstsein kaum angekommen. Lieber Tagesgeld, Festgeld, schlimmstenfalls unterm Kopfkissen. Es könnte ja verloren gehen. Über die Inflationsrate versus Zinsen denkt keiner nach.
Wären alle in Jubel ausgebrochen, man hätte sich ernsthaft Gedanken machen müssen.
Gruß´
Anna
Anmerkung von Turing
geschrieben 13.04.2013
@Anna
Ja, die Einstellung vieler Leute zum Thema Aktien ist wirklich schizophren. Ich ärgere mich eigentlich immer, wenn bei Spiegel Online oder anderswo für Tagesgeldkonten geworben wird. Oft gibt es auch noch Tagesgeldkontenvergleiche. Ich jage doch keinen Zinsen hinterher.
Natürlich haben Tagesgeldkonten ihre Berechtigung und auch ich habe eines, aber doch nur für kurzfristige Sparvorgänge und für mein Sicherheitspolster von 3000 €. Alles darüber fließt in Aktien und ich kann sehr gut schlafen. Ich brauche auch keine Schlafmittel. Ich könnte dann nicht ruhig schlafen, wenn ich 10000 € und mehr auf dem Tagesgeld- oder Girokonto hätte. Inflation und Bankenpleiten sind doch die dräuenderen Gefahren.
Die Deutschen haben einerseits totale Angst vor Aktien, gleichzeitig finden die Holz- und Ökoinvestments (Prokon) genug Idioten in Germania. Auch die Versicherungsprodukte, die mit einem Sparvertrag kombiniert sind, sind extrem unsichere Produkte, aber die Deutschen kaufen diesen Blödsinn wie verrückt, teilweise um Steuern zu sparen. Die Produkte sind deshalb unsicher, weil die Anforderungen so hoch ist. Man hat zwar keine Volatilität, aber alleine der Gedanke, dass man für eine KLV 30 und mehr Jahre sehr hohe Verbindlichkeiten erfüllen muss, flößt mir Angst ein. Selbst als die Zinssätze viel höher waren, war die KLV schon ein schlechtes Produkt.
Und dann wären da noch die Immobilien. Politik und Medien verbreiten das Märchen, dass das Eigenheim die beste Investition für den kleinen Mann sei. Das ist Bullshit. Für eine Immobilie braucht der kleine Mann immer Fremdkapital, sonst wäre er ja kein kleiner Mann. Und hier gilt, was für die KLV auch gilt: Jahrzehntelang darf man Verbindlichkeiten erfüllen. Aktien aber kann man auch für wenige tausend Euro kaufen und die kann der kleine Mann auch ohne Fremdkapital aufbringen. Ich bin nicht der Toppverdiener, aber ich schaffe es mit meinem durchschnittlichen Gehalt, alle paar Monate zwei- bis dreitausend Euro in Aktien zu investieren. Und statt Verbindlichkeiten und Zinsen, habe ich nur das Kursrisiko (aber auch die Kurschance) und Dividenden.
Sollte ich arbeitslos werden, dann muss ich nicht darüber nachdenken, wie ich die nächste Rate tilgen kann. Und wenn es hart auf hart kommt, kann ich immer noch die Aktien verkaufen und meistens sogar noch mit Gewinn.
Bei Gerald Hörhan habe ich die Mahnung an junge Leute gelesen, diese müssten in den Jahren nach dem Berufseinstieg einfach mal intensiver sparen. Dann hätten diese mit Mitte dreißig einen guten Kapitalstock, um sich was gescheites kaufen zu können. Selbst wenn es ein Gebrauchtwagen ist. Den könnte man dann aber bar bezahlen, ohne Leasing-Blödsinn. Man könnte den Händler sogar noch herunterhandeln, wenn man in Aussicht stellt, dass das ganze Geld sofort fließt. Aber nein, die jungen Leute müssen ja sofort konsumieren.
Den Spruch, "Ich lebe heute.", habe ich schon oft gehört. Natürlich ist er oberflächlich betrachtet richtig, aber er wird meistens dahingehend gebraucht, um heutigen unsinnigen Konsum zu rechtfertigen. Kürzlich musste ich den Spruch sogar lesen und ich habe mich maßlos geärgt. Die Targobank geht mit diesem Spruch auf Jagd nach Idioten, um diesen Konsumkredite anzudrehen.
Anmerkung von Anna
geschrieben 14.04.2013
Turing,
KLV: Ich habe in den 90ern mal ein Kalenderblatt gehabt, da stand in etwa folgendes drauf: Ich habe keine Lebensversicherung, ich will das alle bei meinem Tod weinen.
Nochmal Lebensversicherung: Ich geb euch jeden Monat mein Geld und wenn ich gestorben bin, dann bekomme ich es zurück.
Ich weiß nicht mehr wer das sagte, hat aber recht.
Zum Steuern sparen kannst Du den Deutschen den größten Quatsch verkaufen, der Steuerspartrieb der Leute ist ausgeprägter als der gesunde Menschenverstand.
Lottospieler sind in meinen Augen die größten Spekulanten. Da wird meiner Meinung nach vom kleinen Mann mehr Geld versenkt als dieser vielleicht in der Finanzkrise verloren hat.
Bei finanzen.net ist ein Interview mit J. Trittin zu lesen... Ich erspare mir den Kommentar übers Anlageverhalten.
Bzgl. Targobank, sie wird schon paar Idioten finden. Hinterher machen die dann Privatinsolvenz...
VG
Anna
Anmerkung von Markus
geschrieben 15.04.2013
Ab und zu spiele ich Lotto. ;-)
Ich persönlich bin eher etwas mit den Smartphones voreingenommen. Die neuesten Modelle für 300 - 600 € und monatlich 60 € Vertrag. Da läppert sich ganz ordentlich was über 2 Jahre zusammen...
Wobei ich mir sicherlich auch irgendwann eine günstigere Variante zulegen werde.
Tja, die LV... Persönlich habe ich mich ganz gut dagegen gewährt. In meinem Verwandten und Bekanntekreis allerdings schwören viele nach wie vor darauf, obwohl die Überschüsse jedes Jahr sinken... Da helfen selbst die besten Argumente nicht!
Ab und zu soll man sich schon etwas gönnen, wenn man sowieso schon Sparquoten von 20 - 50 % vom Einkommen hat. Dass ganze dann noch richtig, bzw. sinnvoll anzulegen ist der nächste Schritt. Und natürlich elementare Risiken abzusichern und Liquidität nicht vernachlässeigen.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 16.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
Indexfonds hatte ich auch eine Zeit lang und jetzt investiere ich nur noch direkt in Dividenden Aktien aus US&Kanada.
Anmerkung von Der Finblogger
geschrieben 17.04.2013 Website www.finblog.de
Dass der Bankenverband etwas Werbung für Aktienfonds macht, ist verständlich, schließlich wird er von den Banken bezahlt, die mit ihren KAGs u.a. Aktienfonds verkaufen wollen.
Allerdings trifft es m.E. nicht immer zu, dass Indexfonds stets besser sind. Das trifft in Aufschwungphasen zu, in Abwärtsphasen fallen die Verluste von gemanagten Fonds meist geringer aus. Außerdem muss man bei Indexfonds eins beachten: Sind Sparpläne überhaupt möglich und wenn ja: zu welchen Kosten? Lange Zeit waren die Kosten erheblich, das Angebot hat sich erst in den vergangenen 2 Jahren verbessert.
Anmerkung von Markus
geschrieben 17.04.2013
@Finblogger
Die Meinung mit schlechterer Wertentwicklung der passiven etf`s in Marktabschwüngen ist in einigen Büchern und Studien wiederlegt.
Ich passe mich da der wissenschaftlichen Meinung an.
Der Eindruck kann natürlich von der höheren Aktienquote der etf`s kommen. Allerdings wird weder zum Ein- und Ausstieg an der Börse geblasen...
Anmerkung von Markus
geschrieben 17.04.2013
die Problematik mit den Sparplänen kann mit Quartals- oder Halbjahreskäufen umgehen. Und ja, das Angebot bessert sich bereits.
Die beiden US-Autoren schildern Grahams Strategie. Graham war der Erfinder des Value Investings. Er lehrte an der Columbia University in New York, wo der Student Warren Buffett auf ihn traf und dessen Lehre wie einen Schwamm aufsog. Buffett war derart von der Strategie seines Professors begeistert, dass er nach dem Studium Graham anbot, ohne Gehalt für dessen Investmentfirma zu arbeiten.
Kernthese von Grahams Lehre ist: Der Kurs unterscheidet sich oftmals krass vom inneren Wert eines Unternehmens. Nach Grahams Überzeugung wird der Kurs von Zufälligkeiten, Launen, Übertreibungen, Begeisterung, Verzweiflung bestimmt. Mit strikten Bewertungsformeln suchte Graham nach unterbewerteten Firmen. Der Wert eines Unternehmens hängt von der Fähigkeit ab, Cash und Gewinne zu generieren.
Das Buch ist leicht verständlich geschrieben. Es schildert das Leben von Graham anschaulich, der von 1894 bis 1976 lebte.
Ich bedanke mich beim FinanzBuch Verlag in München. Ich finde es super, dass der Verlag die Bücher für mein Gewinnspiel sponsort. Gewinnen kann jeder, der ein paar Gedanken zu Benjamin Graham oder Warren Buffett in die Anmerkungen in diesem Blog unten schreibt. Was halten Sie von den beiden Gurus? Was beeindruckt Sie, was nicht? Ein paar Stichpunkte genügen. Wer mehr Ideen hat, kann selbstverständlich mehr schreiben.
Aus allen Kommentaren (sofern es kein Scherz ist) werden die drei Gewinner gezogen. Ich werde das Gewinnspiel einige Tage (eventuell eine gute Woche) laufen lassen. Ich teile das Ende des Spiels in den Anmerkungen mit. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.
Bitte beachten Sie: In den Anmerkungen brauchen Sie nicht Ihren Namen verwenden. Es genügt ein Pseudonym oder lediglich der Vorname. Achten Sie darauf, die richtige (hinterlegte) Email anzugeben, sonst kann ich Sie nicht informieren, wenn Sie gewonnen haben. Keine Sorge, ich belästige niemanden mit Werbe-Emails. Die Anschrift brauche ich nur von den drei Gewinnern.
Anmerkung von Mario
geschrieben 10.04.2013
Hallo zusammen,
mein Kommentar zu Warren Buffett ist eine Zitatensammlung die ich mir ab und an anschaue. Vor allem, wenn ich meine abgestürzten Aktien anschaue. Zum Zeitpunkt der Investition waren sie richtig und selbst jetzt werde ich daraus kein Verlustgeschäft realisieren.
http://www.warrenbuffett.ch/aktien-kurs-1.html
Gruß Mario
Anmerkung von Martin
geschrieben 10.04.2013
Was ich an Graham und Buffett sehr gut finde, ist der Wille ihr wissen auch zu teilen.
Die Strategie von Graham eignet sich eher für mechanische Screener und er neigte zu einer viel höheren Diversifikation als Buffett. Nachdem es immer weniger kaufenswerte Ziele gab, musste sich Buffett von Graham emanzipieren und nicht mehr ausschließlich auf Bilanz-Schnäppchen setzen. Dazu gehörte dann auch eine umfangreichere Analyse des Unternehmens im Vergleich zu Graham, denn es konnte mehr schief gehen. Buffett hatte da Hilfe von Charlie Munger. Bei Graham ist sein Mitarbeiter Walter Schloss hervorzuheben. Die gehäufte Anzahl von erfolgreichen Investoren, welche bei Graham gelernt haben, deutet schon auf eine exzellente Lehre durch Graham hin, welche ihrer Zeit auf dem Gebiet vorraus war.
Anmerkung von Musti
geschrieben 10.04.2013
Hallo,
ich denke, dass wichtigste was man von diesen beiden Herren (BuffetT/Graham) lernen sollte, ist das psychologische Verhalten am Markt.
Jeder gute Mathematiker, BWL´ler, VW´ler und Co sollte in der Lage sein, aus den vorhandenen Informationen, den damit verbundenen Makrtwert errechnen können. D.h. so etwas ist durch striktes lernen "erlernbar".
Aber die Lehre von Mr. Market, das Umgehen mit der eigenen Psyche, das geduldige warten sind Punkte, die man in keiner Uni der Welt erlernen kann. So ist ein lebenslanger Lernprozess, in welcher man auch die Möglichkeit hat sich selbst sehr gut kennenzulernen.
Das Thema Psyhologie und Börse erwähnt auch Max Otte in seinem Buch "Jetzt endlich Reich werden mit Aktien", dass ich letzte Woche ausgelesen habe.
Man muss eben beim Value Investing sehr stark sein, wenn es an den Börsen 20%, 30% und mehr nach unten geht und einfach durchhalten.
Anmerkung von Alex
geschrieben 10.04.2013
Ich lese "Der Intelligente Investor" gerade wieder (zum ca. 5ten mal)
Was ich an Grahams Gedankengängen so sehr schätze, ist wie klar und logisch diese sind, auch in der Formulierung.
Besonders gut und interessand finde ich die "Beispielanalysen" in denen er 2 Unternehmen in Qualität und Preis gegenüber vergleicht.
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 10.04.2013
Graham lehrt uns, mutig zuzugreifen, wenn "Mr. Market" in seiner irrationalen Panik bei einem Crash viele Unternehmen zu Schleuderpreisen anbietet.
Von Buffett lernen wir, uns auf Qualitätsunternehmen zu konzentrieren, statt nur "Zigarettenstummel" aufzulesen. Durch Geduld und mithilfe des Zinseszins können wir uns so eine Cashmaschine heranzüchten.
Dazu kommt das "Buy and hold", um in Ruhe seinem Vermögenspflänzchen beim Wachsen zuzusehen, statt dem hektischen Hin und Her zu verfallen.
Lethargie kann sehr effektiv sein.
Anmerkung von Dieter Wiese
geschrieben 10.04.2013
Gewöhnlich verlieren Anleger Geld, weil sie zu schnell von einer Aktie zur anderen springen. Sie kaufen heiße und teure Aktien und verkaufen, wenn die Euphorie verflogen und der Kurs gefallen ist.
Wir sollten das Depot dann aufbauen, wenn Qualitätsaktien zu günstigen Preisen verfügbar sind. Qualität ist die Voraussetzung für nachhaltig gute Gewinne. "Es ist besser, einen kleinen Anteil an einem Diamanten zu besitzen als 100 Prozent eines Kieselsteins", sagt Buffet
Anmerkung von Markus
geschrieben 10.04.2013
Ist es eigentlich nur ein Gerücht, dass Graham in seinem späteren Investorenleben gesagt hat, dass er inzwischen ein Anhänger der EMT geworden ist?
Auch Buffett hat ja schon gesagt, dass er für die meisten Anleger das Indexing als die Beste Lösung ansieht.
Anmerkung von Clemens
geschrieben 10.04.2013
Ich lese mir auch immer in unregelmässigen Abständen Buffets Zitate durch, da steckt einfach sehr viel Wissen und Psychologie über die Börse drinnen.
Und er ist schließlich der Beste von dem man lernen kann, was man ja an seinem Kontostand sieht. ;)
Anmerkung von Manuel
geschrieben 10.04.2013
Drei klasse Bücher. Prima!!!
Anmerkung von Jan
geschrieben 10.04.2013
Von Graham habe ich noch nichts vollständiges gelesen, insofern wäre ich der richtige Buchadressat ;-).
Bei Buffett finde ich zunächst mal seine Bodenständigkeit und sein soziales Engagement einfach bewunderswert. Was seine Investmentmethode so erfolgreich macht ist m.E., dass sie vergleichsweise simpel ist. Und zuletzt bleibt einfach festzustellen, dass seine Briefe an die Aktionäre und seine Zitate einfach unterhaltsam, lustig und einprägend sind. Wenn man mich fragt: "Der Typ ist einfach ne colle Sau"!
Anmerkung von Alex
geschrieben 10.04.2013
Mein Lieblingszitat von Buffett lautet "Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man wer nackt schwimmt.“
Dieser Satz passt nicht nur an der Börse...
Anmerkung von Jack
geschrieben 10.04.2013
Für mich war Warren Buffett als Börsenneuling das Licht im Finanzdschungel!
Als Neuling stößt man immer wieder aud Daytrading, den schnellen Gewinn an der Börse, übertriebene aktivität am Aktienmarkt.
Als Neuling hat man das Gefühl, man müsste 24/7 an den Finanzmärkten aktiv sein und alle Bücher lesen die es gibt.
Da hatte ich immer im Hinterkopf "Momentmal, der erfolgreichste Investor und einer der reichsten Menschen der Welt macht das viel einfacher und es scheint zu klappen! Die Börse muss also einfacher sein als es im Medienrauschen scheint"
Danke Warren mit dir verdiene ich leicht und mit minimalen Zeit- und Nervenaufwand Geld an der Börse!
Anmerkung von John Doe
geschrieben 10.04.2013
Mir geht dieses anhimmeln eines erfolgreichen Investors zu weit. Wenn jemand zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, das Richtige getan hat, heisst es noch lange nicht, dass dies für jedermann richtig ist. Man sollte sein eigenes Ding durchziehen, seine eigene Zeit finden, um an seinem Ort das Richtige zu machen. Es gibt verschiedene sehr erfolgreiche Investoren die ihren Weg gefunden haben, um erfolgreich an der Börse zu agieren. Diejenigen zu kopieren ist selten von Erfolg gekrönt, es braucht mehr als ein Kochbuch und einen funktionierenden Herd. Ich denke mir Erfahrung ist das Schlüsselwort, ich muss erfahren, wie ich erfolgreich investieren kann, ich kann nicht das Gleiche wie jemand anderes machen, jeder Anleger sollte bedenken. "Wenn zwei das Gleiche machen, ist es nicht dasselbe" Nur die eigenen Erfahrung sind Wegweiser, um seinen Weg zu finden, hat man diesen mal, dann ist man auf dem Richtigen. So gesehen ist jeder seines eigenen Glückes Schmied.
Anmerkung von Fabian
geschrieben 10.04.2013
Diese beiden Personen sind die Könige! Ein Segen für alle die Geld anlegen müssen!
Anmerkung von Tom
geschrieben 10.04.2013
Hallo Tim,
Mir gefällt bei Buffet, dass er sein Wissen weitergibt.
Er weist darauf hin nicht mit der anlegermasse mitzulaufen, sondern antizyklisch zu handeln.
Einfaches und übersichtliches depot halten. Qualität zu kaufen, für weniger geld. Lebt einen einfachen lebensstil vor. Im Prinzip alte Binsenweisheiten, welche wenig Leute befolgen.
Das Glück hat er durch disziplin, geduld und guter planung selber gemacht.
Glück haben leute die gut vorbereitet sind.
Grüße aus der schweiz
Anmerkung von Micha
geschrieben 10.04.2013
Der Ehrlichkeit halber muss aber auch erwähnt werden, dass Buffett, hätte er Grahams Regeln immer befolgt, nie das erreicht hätte was er bis heute erreicht hat. Er hätte zum Beispiel Beteiligungen an CocaCola oder anderen Unternehmen oft schon nach kurzer Zeit wieder verkaufen müssen und somit auf den Zinseszinseffekt bei den Ertaägen verzichtet.
Dennoch zählen beide zu meinen absoluten Vorbildern und bietem jedem eine sehr gute Orientierung um seine Investments zu tätigen.
Viele Grüße aus Tübingen....jetzt gehts erstmal weiter mit Steuerlehre lernen :D
Enjoy!
Anmerkung von Falk
geschrieben 10.04.2013
@John Doe
Ich denke auch, dass das bloße Kopieren von Trading- und Anlagestilen häufig genug zu kostspieligen Fehlern führt. Daher sehe ich den Personenkult auch kritisch.
Trotzdem kann man von Buffett und Graham viel lernen. Da ich gerade die 6ste Auflage von Security Analysis vor mir habe: "we are convinced that to regard investment quality as something independent of price is a fundamental and dangerous error"
Konkret: ist zwar schön und gut, dass immer wieder die gleichen Unternehmen als "Value-Aktien" genannt werden (z.b. McDonalds, Exxon, P&G, Heinz, etc.), hilft mir aber als Anleger nur bedingt, wenn ich nicht weiß, wann diese Unternehmen über- und wann unterbewertet sind.
Value-Investing ist eben doch mehr, als Coca-Cola und P&G Aktien zu kaufen und ein paar Jahrzehnte liegen zu lassen. Stefan hat das in seinem Blog für meinen Geschmack sehr gut auf den Punkt gebracht
Anmerkung von Herbert
geschrieben 10.04.2013
Über das Leben ist wie ein Schneeball (über W. Buffet)kam ich zu intellegent investieren von B.Graham. „...mit Abstand das beste Buch, das jemals für Anleger geschrieben wurde.“, kann ich nur bejaen.
Beide sind für mich beeindruckende Persönlichkeiten, vorallem die "Einfachheit" von Mr.Buffet!
Anmerkung von Herbert
geschrieben 10.04.2013
Hätte ich fast vergessen. Danke für den Blog Tim. Ich freue mich über jeden Beitrag von dir!!! Tolle Arbeit!
Schöne Grüße aus Wien,
Herbert
Anmerkung von mr.lukoil
geschrieben 10.04.2013
Besonders beeindruckend an Benjamin Graham finde ich, dass er sein Wissen in einer Zeit erworben hat, als die Verfügbarkeit von Investmentliteratur und von Börsendaten eine ganz andere war als heute.
Auf dieser wissenschaftlichen Grundlage hat er einen Investmentansatz aufgebaut, der einer ganzen Reihe von Investoren und insbesondere seinen Studenten die Grundlage für den erfolgreichen Vermögensaufbau und zum Teil sagenhaften Reichtum ermöglicht hat.
Das alles ohne elektronische Auswertung von Börsendatenbanken - einfach durch das Studium von Geschäftsberichten und allen weiteren Informationsquellen. Dazu bedurfte es mit Sicherheit eines unglaublichen Zeitaufwandes und einer genau so großen Beharrlichkeit.
Hinzu kommt, dass die Anlagephilosphie auf Jahrzehnte ausgerichtetet ist.
Neben der Hinterlassenschaft eines der wichtigsten Werke der Investmentliteratur hat er es geschafft, auch noch eine ganze Serie erfolgreicher Mitarbeiter auszubilden, die Börsengeschichte geschrieben haben.
Warren Buffett hat nicht nur Grahams Lebenswerk in die Praxis umgesetzt, er hat darüber hinaus aus der Praxis heraus die Investmentansätze verfeinert und neue entwickelt.
Sein Werk ist hinreichend in der Literatur beschrieben, am anschaulichsten jedoch in seinen Aktionärsbriefen niedergelegt. Und das auch noch seinem besonderen Humor.
Wer langfristig erfolgreich investieren möchte, muss und darf sich mit diesen beiden Börsenlegenden intensiv auseinandersetzen.
Anmerkung von Andreas Teufl
geschrieben 10.04.2013 Website www.diekleinanleger.com
Hallo Zusammen,
An Graham und Buffet beeindruckt mich immer wieder der sog. Mr. Market wie er in Intelligent Investieren beschrieben ist.
Mr. Market bzw. die Marksituation und die Börsenkurse sind nicht in Stein gemeißelt - der derzeitige Kurs muss genau nichts über das Unternehmen aussagen. Anleger können nun von den depressiven oder euphorischen Phasen von Mr. Market profitieren: Günstig kaufen und teuer verkaufen mithilfe von Mr. Market - einfach und genial!
Anmerkung von Christian
geschrieben 10.04.2013
Tip für besseren Anlageerfolg (als Ergänzung zu Graham und Buffet):
Ignoriere die Mode-Themen (Beispiele? - Solaraktien, Facebook-IPO, Apple-Hype im letzten Sommer, zur Zeit wohl das "3D"-Thema ...) und setze stattdessen auf "langweilige" Unternehmen mit überzeugenden Bilanzen, da kann man auch in Deutschland außergewöhnliche Aktien finden!
Beispiele? - Schaut Euch mal´ die Langfrist-Charts von Fuchs Petrolub, Rational (Garküchen!) oder KWS Saat (Saatgut!) an, die Firmen stehen zwar nicht im Zenit der Medienberichterstattung, aber sie machen dafür einen tollen Job!
Dir Tim, vielen Dank für Deine ausgezeichnete Arbeit, mach´ weiter so!
Christian
Anmerkung von Frank
geschrieben 10.04.2013
Hallo
Buffet:" Es ist schön reich zu sein, aber eine Katastrophe reich zu sterben"
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 10.04.2013
Diese Anmerkung habe ich in einem Amerikanischen Börsenblog gefunden. Sie beschreibt wunderbar die Vorgehensweise. Ich lese mir den Satz immer wieder durch, bevor ich auf die BUY Taste drücke.
Summary
Building a DIY Dividend Portfolio is a marathon, not a sprint. Don't put pressure on yourself to have a fully diversified portfolio overnight. The various sectors will offer good buying opportunities at different times - you just need to recognize them when they are there.
Anmerkung von D.K.
geschrieben 10.04.2013
Finde ich gut, dass du wieder einmal ein Gewinnspiel machst, Tim. Danke dir!
Lese gerade das Buch von Mary Buffett, wie Warren die Unternehmensberichte liest. EInfach traumhaft.Wenn man ein Anhänger Buffetts ist, braucht man nichts mehr, um Spitzenunternehmen zu indentifizieren.
Viel Erfolg an alle!
Anmerkung von willihope
geschrieben 10.04.2013
leute die wissen wie "es" geht brauchen keine tips, leute die es nicht wissen die brauchen welche.
versucht doch mal das: kauft 5 oder mehr konzerne (je nach finanziellem vermögen) aus dem dow, keine technik, keine mode, keine tips aus dem tv, langweiliges wie cola, mcd, ge, j&j, p&g,..., die kauft ihr mit 30% eures geldes sobald sie mehr als 5% verlohren haben, danach nachkaufen sobald wieder mehr als 5% kursverlusst vorhanden ist, gesamtverlusst natürlich und nicht pro tag!
die restlichen 30% werden bei nochmaligem kursverlusst über 5% investiert.
sobald grüne kurse angezeigt werden wird nichts mehr gekauft, auch wenn es noch so juckt und im tv nur noch darüber gesprochen wird. verkauft wird sowieso nicht, egal welcher kurs.
es gibt immer rücksetzer auch bei den grössten konzernen der welt und wenn man da kauft und die dividenden reivestiert wird man auf dauer erfolgreich sein! :-)
eines ist klar, wenn man die geschäftszahlen irgendwo falsch interpretiert und sich vertut ist seine ganze bewertung futsch, da ist es gleich besser für manche auf sicherm boden zu bleiben und nur in die dow's zu investieren.
Anmerkung von Anna
geschrieben 10.04.2013
Tim,
es lesen doch viele Deinen Blog.
Willihope,
eigentlich ganz einfach, nur die Nerven dazu haben ganz wenige. Nachkaufen wenn alle und alles dagegen spricht.
VG
Anna
Anmerkung von Jan
geschrieben 10.04.2013
Value Investing nach Graham und Buffett funktioniert, allerdings sollte man meiner Meinung nach nicht einfach die Trades von Buffett kopieren sondern selbst nach unterbewerteten Titeln suchen. Einen Guru zu kopieren halte ich immer für den falschen Weg. Trotzdem interessieren mich natürlich die Gedanken und Handlungsweisen Grahams.
Anmerkung von Matthias
geschrieben 10.04.2013
Das Schöne an Graham und Buffet ist der Sieg des Verstands über die Gier. Sie zeigen, wie man mit ein wenig Nachdenken, Zuversicht und Gelassenheit mit der Zeit ein riesiges Vermögen aufbauen kann. Die alltägliche Hektik der Finanzparkette dieser Welt lassen sie kalt. Eine Strategie, die von 90% der Anleger berücksichtigt werden sollte - was aber leider nur bei 10% der Fall ist. Der Rest wirft sein Geld in aktive Fonds, weil: Die Profis werden schon wissen, was sie tun. Ja, denkste...
Viele GRüße,
Matthias
Anmerkung von Max
geschrieben 10.04.2013
Einen der wertvollsten Tipps Buffets finde ich, dass man nur Aktien kaufen soll, deren Geschäftsmodell man versteht und dieses soll nach Möglichkeit auch noch in Jahrzenten vorhanden sein !
Anmerkung von Enrico
geschrieben 10.04.2013
An beiden Maennern beeindruckt mich sowohl, dass sie nervenstark handeln als auch ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit dem Rest der Welt teilen.
Von Graham hab ich bisher nicht viel gelesen, da wuerde das Buch sicher weiterhelfen.
Zu Buffett: Auch wenn er mit dem Value Investing reich geworden ist, so hatte er einen unheimlichen Startvorteil: Ich kenne niemanden, der mit 20 inflationsbereinigt ~$94.000 zusammen gespart/verdient hat und vorher in der High School eine Farm gekauft hat. Sein Vater war Politiker, also wird da wohl "etwas" Startkapital gewesen sein.
Was ich bisher ueber beide weiss: Sie werden oft zusammen genannt, haben aber trotzdem sehr unterschiedliche Investment Strategien. So hielt Graham Buffett's Kauf von GEICO in den 1950ern fuer viel zu teuer. Und Buffett hatte ~75% von seinem damaligen Kapital in GEICO.
Anmerkung von Frank H.
geschrieben 11.04.2013
Hallo Tim,
ich bin eigentlich ein "stiller" Leser deines Blogs, aber für dieses Gewinnspiel muss auch ich mich einfach melden. Bücher über Graham darf man einfach nicht verpassen.
Viele Grüße
Frank
Anmerkung von ChriMi
geschrieben 11.04.2013 Website www.natur-fotos.net
Ich schließe mich meinem Vorredner an. Deinen Blog verfolge ich (nahezu) täglich in meiner Frühstückspause.
Danke & weiterhin alles Gute!
Christoph
Anmerkung von ChriMi
geschrieben 11.04.2013
Hallo Tim,
über Buffett habe ich schon viel gelesen. Von Kindesbeinen an war er ja sehr "zahlenaffin". Seine Idee, von vielen Firmen jeweils nur eine Aktie zu kaufen, um regelmäßig die Geschäftsberichte zugeschickt zu bekommen, finde ich bemerkenswert.
Mein Wissen über Graham ist noch ausbaufähig ... daher wäre ich sehr an diesem Buch interessiert.
Viele Grüße
Christoph
Anmerkung von Maximilian
geschrieben 11.04.2013
Hallo Tim,
über deinen Blog ist es mir gelungen, meinen Sohn zum Aktieninvestment zu bewegen.
Er sieht das Investieren in solide werthaltige Dividendenpapiere als sinnvoller an, als auf eine Rente irgendwann einmal zu hoffen.
Zur Aktienauswahl benutzt er die in deinem Blog oft zitierten Kriterien wie KGV, Dividendenhistorie, Marktstellung etc. und damit ist er ein Valueinvestor.
Da er Dividenden reinvestieren will hat er den Zinseszins schon mal über 30 Jahre hochgerechnet.
Leider hat er das auf der Schule nicht gelernt, aber dafür gibt es ja deinen Blog und vielleicht bald ein Buch.
Bitte so weitermachen, danke.
Gruß Maximilian
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 11.04.2013
@Maximilian
Ist doch wirklich schade, dass Value Investing bzw. das Wissen zum Thema Finanzen nicht an den Schulen gelehrt.
Anmerkung von David Absalon
geschrieben 11.04.2013 Website wohlstand-durch-wachstum.blogspot.de/
Wow, beeindruckend was hier schon alles zum Thema Graham,Buffett genannt wurde. Damit bleibt mir nur noch eins zu sagen, was mir zu den beiden einfällt: Graham = Vater, Buffett = Sohn ;)
Gruß David
Anmerkung von LK
geschrieben 11.04.2013
Buffett beeindruckt mich durch sein einfaches Leben, das er sich bewahrt hat. Er ist kein Guru, dem man blindlings folgen kann, sondern er regt zum selbständigen Denken an. Er hat auch die Auswirkungen, die Zeit und eine hohe Rendite auf das Kapital haben, eindrucksvoll veranschaulicht.
Ben Graham's Buch "The Intelligent Investor" ist für mich eines der wertvollsten Investmentbücher, die man lesen sollte. Ich musste es mehrmals lesen und auch meine eigenen Fehler machen, um es zu verstehen.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 11.04.2013
Kaum gibt es was zu gewinnen schreiben alle wie verrückt.
Irgendwie erbärmlich.
Anmerkung von willihope
geschrieben 11.04.2013
@anna
genau das zeichnet einen mutigen investor aus, kaufen wenn die kanonen donnern. :-)
allerdings bei 5% down sind das noch lange keine kanonen. :-)
ich meine diese strategie ist etwas für menschen die sich mit zahlen schwer tun und angelsächsische bilanzen lesen ist auch nicht jedermans sache.
also besser bei rücksetzer kaufen und sonst laufen lassen, damit man nicht ins traden abgleitet kann man sich ja täglich über den kurs informieren und ab minus 5% nachkaufen. auf lange sicht steigen die riesenkonzerne sowieso - egal ob ich jetzt zu 36 oder zu 32 kaufe, bei den minus 5 habe ich einfach früher ein erfolgserlebnis. :-)
@stefan
sinnloser beitrag und leider hast du das thema total verfehlt! valueinvestoren wollen es eben richtig "günstig" - auch im wirklichem leben. :-)
Anmerkung von waldbauer
geschrieben 11.04.2013
Hab schon ein paar Bücher von bzw. über Buffett gelesen. Wenn man sich nur immer daran halten würde, dann wäre das mit den Gewinnen gar nicht so schwer. Immer wieder ertappe ich mich dabei nach einem Kauf die Investmentmethode zu ändern. Gekauft als Langfristinvestment und dann bei genügend Gegenwind werden dann die Finger nervös und zum denkbar falschesten Zeitpunkt der Verkaufsknopf gedrückt. Da hilft mir dann immer wieder mal die Bücher hervorzuholen und nachzulesen, was gerade Leute wie Buffett u. A. in solchen Situationen machen bzw. gemacht haben. Also Geduld beim Einstieg und dann noch mehr Geduld bis zur Ernte.
Weiterhin viel Erfolg an alle!
Anmerkung von Michael
geschrieben 11.04.2013
Interessiert man sich für die Börse kommt man nicht drum herum bereits relativ früh und immer wieder auf die Namen Graham und Buffett.
Zu gerne würde ich mich näher mit ihnen befassen - und am besten geht das nun mal mit einem Buch wie diesen.
Anmerkung von Jürgen
geschrieben 11.04.2013
Warren Buffett kauft langweilige Aktien von gesunden Unternehmen, welche gerade von der Masse ignoriert werden. Er handelt damit auch ein Stück weit antizyklisch.
@Tim: Wäre die Commerzbank nicht gerade eine solche Aktie? Ich habe nachgelesen, du meintest mal du glaubst, dass die Commerzbank es schaffen wird, allerdings wären die Risiken sehr groß. Bist du noch immer dieser Ansicht?
Grüße
Anmerkung von Frank
geschrieben 12.04.2013
Commerzbank ist die Trading-Aktie Nr. 1!
Ich denke, die Commerzbank wird überleben. Der Staat ist ja beteiligt. Und für 2 bedeutende Privatbanken gibt es in Deutschland wohl genug Spielraum.
Allerdings ist es ein langer, steiniger Weg. Die Aktienzahl ist explodiert (durch Kapitalerhöhungen).
Anmerkung von Stefan
geschrieben 12.04.2013
Zitat willihope:
"valueinvestoren wollen es eben richtig "günstig" - auch im wirklichem leben. :-)"
@ willihope:
ok, 1:0 für dich. Da hast du natürlich recht :-) Finde es halt so typisch deutsch, dass alle plötzlich anfangen zu schreiben nur weil es ein Buch zu gewinnen gibt...
Meine Gedanken zu Graham:
Zu seiner Zeit waren seine Gedanken sicherlich revolutionär. Er betrachtete eine Aktie nicht als ein Blatt Papier sondern als einen Anteil an einem Unternehmen. Jeder Aktie sei ein innerer, fundamental gerechtfertigter Wert innewohnend. Mr. Market jedoch ist mal euphorisch, mal depressiv. Jenachdem in welcher Verfassung er gerade ist steht ein Aktienkurs über oder unter dem inneren Wert. Graham kaufte nur wenn er eine deutliche Unterbewertung in einer Aktie sah. Um die Margin of Safety geht es in Kapitel 20 seines Buches The Intelligent Investor. Zusammen mit Kapitel 8, in dem es um Marktschwankungen geht, sei es laut Buffett das Wichtigste was jemals über das Investieren geschrieben worden sei. Anders als Buffett (zumindest später) interessierte Graham sich nicht für qualitative Elemente eines Unternehmens. Ihm kam es nur auf den Preis an. Entsprechend stark diversifizierte er dafür. Graham ging nach strikten Checklisten vor. Nach einer festgelegten Haltedauer oder einem Gewinn in Höhe von 50 % verkaufte er quasi schematisch.
Wenn man bedenkt, dass The Intelligent Investor erstmals 1949 erschien -der Vorläufer Securtity Analysis sogar schon 1934- dann ist es schon erstaunlich, dass sich seine damaligen Ansichten noch heute anwenden lassen. Wenn ich auch glaube, dass es heute wesentlich schwieriger ist als damals echte Unterbewertungen zu entdecken. Das Internet macht alle Informationen für jedermann ständig verfügbar.
Anmerkung von Stefan
geschrieben 12.04.2013
Hier gibt es den intelligenten Investor übrigens kostenlos, gell willihope...
Anmerkung von nightyhawk
geschrieben 12.04.2013
Dann melde ich mich auch mal zu Wort und hoffe auf mein Losglück. Im Gegensatz zum Valueinvesting hilft bei Gewinnspielen tatsächlich nur Glück.
Zur Sache: Von Buffet habe ich mir angenommen, nur in Unternehmen zu investieren deren Geschäftsmodell ich im großen und ganzen nachvollziehen kann. Allein dieser ansich logische Ansatz hätte wohl viele Anleger vor facebook bewahrt... ^^
Anmerkung von willihope
geschrieben 13.04.2013
@stefan
hast du meinen beiträgen etwas über graham oder buffet entnehmen können? nein? siehste ich auch nicht. :-)
den graham trage ich schon jahrelang mit mir rum, so sieht er auch aus mitlerweile, der liegt jetzt hier auf dem nachttischchen. :-)
buffet habe ich auch schon gelesen und so warte ich nur noch auf den peter lynch, der sollte nächste woche einfliegen. :-)
desswegen poste ich nicht für eins der bücher weil ich habe sie ja schon. sollen auch andere "erleuchtet" werden! :-)
Anmerkung von -M_
geschrieben 13.04.2013
Wann ist Einsendeschluss?
Ich lasse es noch ein paar Tage laufen, weil ich in Europa auf der Durchreise bin.
Danke an alle für die spannenden Anmerkungen.
Anmerkung von Tim
geschrieben 18.04.2013 Website www.timschaefermedia.com
Danke an alle für die tollen Beiträge. Ich schließe das Gewinnspiel ab sofort. Und teile in Kürze die drei Gewinner mit. Jede Anmerkung mit einem Bezug auf Buffett oder Graham landet im Los-Topf.
Achtung: Wenn Professoren in die Glaskugel schauen
New York, Sonntag, 7. April 2013
Wir Privatanleger haben gewaltige Probleme. Wir haben Ängste, Sorgen, Träume. Ständig möchten wir in die Zukunft blicken. Dabei ist das nicht möglich. Ich las in Paris die Zeitung "International Herald Tribune", das ist ein Tochterblatt der "New York Times". In einem Beitrag ging es mal wieder darum, wie der Aktienmarkt künftig abschneiden wird. Ständig wird fabuliert, wie 2013 und 2014 wohl die Kurse laufen dürften. Jeder gibt seinen Senf dazu. Nur weiss niemand nichts.
Ich finde es echt abenteuerlich, zu welchen Aussagen sich manche "Experten" hinreissen lassen. Wie kommen die alle dazu?
Ich schätze eigentlich Jeremy Siegel. Der Professor ist ein Anhänger solider Dividendentitel. Er ist durch und durch ein Optimist. Das ist auch gut so.
Was ich allerdings nicht gut finde, ist sein Blick in die Glaskugel. Die Börse ist kurzfristig, auf Sicht von ein oder zwei Jahren, unberechenbar. Wer Aktien kauft, sollte das wissen. Sofort nach Ihrem Einstieg können die Kurse um 20 Prozent (oder gar 50 Prozent im Extremfall) einbrechen. So ist das nun mal. Woher Siegel dann all seinen Optimismus nimmt?
Langfristig läuft die Börse nach oben - begleitet von Einbrüchen. Insofern zahlt es sich aus, optimistisch nach vorne zu blicken. Aber wo Siegel diesen kurzfristigen Optimismus her nimmt, das ist mir ein Rätsel. Wie gesagt, jederzeit können die Kurse einbrechen. Bricht irgendwo eine neue Krise oder ein Krieg aus, können die Kurse absacken.
Trotz seiner damaligen groben Fehlleistung lehnt sich der Wharton-Professor wieder weit aus dem Fenster. Siegel proklamiert jetzt, der Dow-Jones-Index werde bis Ende des Jahres 2014 auf 18.000 Punkte klettern. Mensch, dieser Prof weiss einfach alles.
Vergessen Sie all das exakte Timing. Selbst renommierte Experten wie Siegel haben keinen blassen Schimmer, was kurzfristig alles passieren kann. Vieles passiert eben völlig überraschend. Blasen kommen und gehen. Krisen kommen und gehen. Genauso kann der Dow Jones Ende 2014 bei 12.000, 13.000 oder 19.000 Punkten stehen.
Am besten schneidet meiner Meinung nach ab, wer sich von all der Hektik und den Prognosen nicht beeindrucken lässt. Machen Sie Ihr Depot wetterfest. Halten Sie es durch gute wie schlechte Zeiten.
Wetterfest machen Sie Ihr Depot, indem Sie solide Dividendentitel auswählen, die aus verschiedenen Sektoren und Ländern stammen. Streuen Sie die Risiken. Setzen Sie neben Aktien auch auf andere Assetklassen (Rohstoffe, Edelmetalle, Immobilien, Kunst...). Behalten Sie stets ein wenig Cash in Reserve, um während einer Korrekturphase billig nachkaufen zu können.
Fazit: Machen Sie sich mal den Spass und schauen nach, was manch ein Experte vor fünf Jahren alles hinaus posaunte. Es wird viel Quatsch erzählt. Unglaublich. Ich glaube, die Wettervorhersagen im Fersehen treten eher ein als solche Kursziele.
Anmerkung von Anna
geschrieben 07.04.2013
Siehste, auch Professoren sind nicht unbedingt lernfähig...
Gruß
Anna
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 07.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Professoren können auch nicht alles wissen. Da gebe ich Dir Recht!
Anmerkung von Markus
geschrieben 07.04.2013
Dr. Titel, Profs, Buffett`s usw...
Kein Mensch der Welt kann in die Zukunft sehen! Das prognostizieren von Unternehmensgewinnen bei der Value Analyse... ;-) Die meisten Chef`s von Firmen wissen nicht, welchen Gewinn oder Umsatz sie im nächsten Jahr genau machen werden. Da sind zum Teil große Schwankungen in den Planungen.
Anmerkung von Sebastian
geschrieben 08.04.2013
Im Grunde genommen SPEKULIERT auch ein Käufer von Aktienindizes darauf, besser abzuschneiden, als bei einem Investment in zehn Qualitätsaktien und PROGNOSTIZIERT für die ZUKUNFT eine höhere Rendite als bei einem Kauf von Gold, Immobilien oder Tagesgeld. Warum sollte er sich sonst so entscheiden?
Im Übrigen ist auch der hier oft erwähnte Warren Buffett ein Spekulant.
Wie bitte? Ja richtig, er spekuliert darauf, dass der Kauf von Heinz in Zukunft mehr Rendite erbringt, als der Kauf von Aktie XY. Wissen kann er es nicht!
Auch die zukünftige Ertragslage von Coca-Cola wurde von ihm - in einer Bandbreite - "prognostiziert", um sie mit anderen Anlagemöglichkeiten zu vergleichen.
Eine exakte Prognose des KURSES gibt er allerdings nicht ab.
So ist dann auch die Value Analyse keine Wissenschaft - und wer das meint, hat es nicht ganz verstanden -, sondern eher eine Kunst, geht es doch um das Abwägen von Wahrscheinlichkeiten und das Ermitteln von Bandbreiten und nicht um das exakte Prognostizieren von Kursständen.
Streng genommen ist jede Art von Investition eine Spekulation. Man muß immer im Ungefähren bleiben und bildet sich über zukünftige Entwicklungen eine Meinung. Wissen kann man es nicht!
Ich würde differenzieren, ob irgendjemand - und sei er noch so angesehen - für bestimmte Aktien, Indizes, Rohstoffpreise, Inflationsraten oder das Wirtschaftswachstum in ein oder zwei Jahren exakte Werte oder Richtungen "vorhersagt" (einfach weghören) oder ob man "prognostiziert", dass die intelligente Auswahl von ertragsstarken Unternehmen in zwanzig Jahren mehr Vermögen erbringt als das Sparbuch.
Abschließend wage ich eine Prognose: Auf die kommende dunkle Nacht, folgt ein heller Tag ;). Mal sehen, ob mir der schwarze Schwan (mit einer 16-stündigen Sonnenfinsternis) in die Quere kommt :)....
Anmerkung von Markus
geschrieben 08.04.2013
@Sebastian
Ich habe Schmidlin mit Unternehmensanalyse gelesen. Ich weiß, es ist für einen Value Investor nicht möglich einen exakten Kurs vorherzusagen. Wenn jemand gut ist, dann Bandbreiten!
Bei meiner Firma muss ich sagen, dass ich in einem normalen Jahr auch nur ungefähr die Umsätze und Gewinne schätzen könnte. Sonderbelastungen kann man nicht schätzen. Eine Analyse steht und fällt aber mit Schätzungen. Laut Starcapital ist bei einer Abweichung von 5 % schon nicht mehr möglich eine vernünftige Value-Analyse zu tätigen... Steht irgendwo auf der Homepage.
Ich kenne persönlich nur wenige private, deutschsprachige Value Investoren. Die meisten haben nur Daten von 1 - 4 Jahren. Wenn jemand gut ist, dann kann er Sondersituationen ausnutzen... Dafür muss man aber einen sehr guten Überblick über einen riesen Konzern haben...
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 09.04.2013
Die Medien sind nun mal geil auf Schlagzeilen wie "Dax bald bei 10.000" oder "Dow bald bei 17.000".
Wer solche gewagten Prognosen abliefert, kommt aufs Titelblatt. Wer ein ehrliches "keine Ahnung" sagt, geht unter.
Und dann sind da die Nutzer der Börsen-Blätter, die bei optimistischen Schlagzeilen das Heft kaufen und bei schlechten oder neutralen das Heft liegen lassen. Ähnlich ist es online und im TV. Den Machern ist also gar nicht zu verdenken, dass sie solche Schlagzeilen suchen.
So funktioniert das leider.
Anmerkung von Finanzwelt.Verstehen.Blog
geschrieben 09.04.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
@Tim: Am meisten wird sicherlich dich freuen, dass "dein Freund" Dirk Müller den Austritt Griechenlands aus dem Euro für 2012 vorhergesagt hat ;)
Anmerkung von willihope
geschrieben 09.04.2013
scheint so als würde die plaudertasche mit seinen büchern und vorträgen mehr verdienen als mit seinen anlagen.
also kann man sich ja selber ein urteil über "mr. dax" bilden. :-)
in der finanzwelt gibt es einfach zuviel heisse luft und zuwenig fakten, darum ist die branche auch mit schaumschlägern vollgestopft.
wenn ich den im fernsehen sehe dann kommt mir das essen rauf, ein blindgänger mit bezahlter sendezeit. :-(
Anmerkung von lilapferd
geschrieben 10.04.2013
Antiindikator ist das Zauberwort. Nach meiner Meinung dienen solche Aussagen von irgendwelchen Profs sehr gut als Antiindikator und es wird erst mal Abwärts gehen :)
Aktien kaufen wie Oma und Opa: Stetig, langsam, sicher
New York, Samstag, 6. April 2013
Ich habe in diesem Blog schon oft geschrieben, wie grottenschlecht Hobbybörsianer und Profis abschneiden.
IBM hat sich in einer Studie darüber beklagt, wie es sein kann, dass schlechte Fondsmanager jedes Jahr 300 Milliarden Dollar an Gebühren einstreichen. IBM kam zu dem Schluss: Geldverschwendung. (Natürlich gibt es positive Ausnahmen unter den Fonds.)
Wie können Sie es besser machen? Indexfonds sind eine Alternative zur aktiven Aktienauswahl durch Sie selbst oder durch einen Profi.
Eine weitere Möglichkeit ist es, so wie Oma und Opa zu investieren. Das ist ein bewährtes Konzept. Was bedeutet: Konservative Blue-Chip-Titel auszuwählen und diese langfristig im Depot zu belassen. Das zahlt sich aus. Kaufen Sie nur, was Sie kennen und verstehen. Denken Sie an Aktien wie Adidas, Nike, Henkel, Campbell Soup, Clorox, BASF, General Mills, McDonalds, Starbucks, General Electric, Johnson & Johnson, Pepsi, Coca-Cola, Kimberly-Clark, McCormick, Walt Disney usw.
Ein Problem heuzutage ist die gewaltige Informationsflut, die uns bedroht. Auf Twitter, Facebook, auf Newsseiten sausen Meldungen alle paar Sekunden über den Bildschirm. Wir werden förmlich mit neuen Daten überschüttet. Ich rate, damit vorsichtig umzugehen. Wohl dosiert zu lesen, das ist sinnvoll. Alle fünf Minuten nach dem Kurs zu schauen, wo soll darin ein Vorteil bestehen? Vor allem sollten Sie Ihre Aktienbestände nicht ständig umschichten. Das kostet Geld und ist in den meisten Fällen meiner Meinung nach schädlich.
Sind wir heute als Anleger besser als vor 40 Jahren, nur weil es heute endlos viele Meldungen gibt? Ich glaube kaum.
Langsam und sicher sollten Sie Ihr Depot führen. Je langweiliger die Aktien, desto besser laufen sie oftmals. Schauen Sie sich mal den Langfristchart von Exxon Mobil oder Procter & Gamble an. Das sind wahre Goldgruben. Diese Aktien sind Witwen-und Waisenpapiere. Man könnte sie fast als Staatsanleihen einschätzen. Sie zahlen stetig Dividenden. Und kaufen munter ihre eigenen Aktien zurück. Somit erhöht sich der Wert je Aktie automatisch, weil sich der Gesamtgewinn des Unternehmens auf immer weniger Aktien verteilt.
Die Amis nennen solche Langweileraktien "Steady Eddie". Schauen Sie sich mal diese Liste mit zehn Steady-Eddie-Aktien an.
Große zuverlässige Dividendenzahler sind ideal für Ihr Rentendepot. Diese unscheinbaren Langeweiler verdoppeln, verdreifachen, verzigfachen sich, wenn Sie ihnen ein paar Jahrzehnte Zeit geben. Mit "Buy and Hold" können Sie die Profis um Längen schlagen. Selbst berühmte Hedgefondsgurus sehen schlecht aus, wenn ein Normalsparer diese Langfriststrategie anwendet. Es ist so einfach, man muss es im Grunde genommen nur machen.
Natürlich gibt es ein paar Trader da draußen, die fahren eine Monsterrendite in die Scheune. Aber die Mehrheit der Trader, insbesondere der kleine Mann, schneidet schlecht damit ab.
Das Problem bei all dem Hin und Her sind die Gebühren und Nebenkosten. Ein weiteres Hindernis ist: Niemand weiß (auch der Profi nicht), wo morgen der Kurs exakt stehen wird. Trotzdem handelt manch ein Profi täglich.
Wenn Großmutter dagegen auf "Kaufen und Halten" setzt, hat sie diese Gebühren nicht.
Anmerkung von willihope
geschrieben 06.04.2013
das mit dem aktienrückkäufen sehe ich mit argwohn!
warum machen sie das? damit du oder ich mehr im depot haben?
ganz sicher nicht! warum interessiert sich ein management für den kurs? weil sie in optionen bezahlt werden!
wenn sie mit unserem geld kaufen dann entnehmen sie das der firma! das ist ein linke tasche - rechte tasche spiel! :-(
meistens sind sie gezwungen die optionen ihrer führungskräfte zurück zu kaufen denn sonst würden millionen von neuaktien den kurs zusammenbrechen lassen. also statt steuermindernden gehalt haben wir nichtabschreibbare optionsgeschäfte! :-(
manchmal werden die rückkäufe auch gemacht damit die führungskräfte ihre optionen zu einem besseren preis verkaufen können. oder es wird gar, wie bei apple geschehen, das datum verändert um einen besseren kurs und damit mehr geld für das management raus zu holen.
wenn ein management zuviel mit dem kurs rumspielt ist irgendetwas faul dort, die sollen sich um ihre arbeit kümmern und die investoren machen die kurse!
fast jeder eingriff in die kurse geht zu lasten der investoren, ke, split, resplit, rückkäufe, alles nicht gut für uns!
firmen die rückkaufen sind für mich ein rotes tuch! da wird im grossen stil geld verschoben!
habe nicht nachgelesen aber
exxon ist auf höchststand, sollten die gerade rückkaufen ist das geldvernichtung! hat das management gut gearbeitet dürften garnicht zuviele aktien auf dem markt sein! ausser die millionen optionen des managements die jährlich neu auf den markt kommen.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 06.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
Ich bin von den US Dividenden Aristokraten auch sehr begeistert. Aktuell ist es schwer noch Werte zu finden, die mindesten 4% Dividende p.a. zahlen - irgendwann wird ja dieses Jahr evtl. noch eine kleine Korrektur kommen. Einige der von Dir aufgezählten US Aktien habe ich bereits schon in meinem Dividenen Depot. Procter & Gamble wäre auch eine Aktie für mein Dividenden Depot, da warte ich aber erstmal ab.
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 06.04.2013
@Tim:
du hast viele US-Werte genannt. Denkst du denn, dass der US-Aktienmarkt so eine glorreiche Zukunft hat?
Demographie, Dollarschwäche, Handelsbilanzdefizit, marode Infrastruktur etc. - das klingt alles nicht so vielversprechend. Aber vielleicht kann sich der Aktienmarkt davon ja abkoppeln ...
Ich würde steigende Kurse in den nächsten Jahrzehnten jedenfalls eher in anderen Märkten erwarten.
Anmerkung von Tim
geschrieben 06.04.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ willihope
Deine Kritik ist gut. Es gibt schlechte und es gibt gute Aktiensammler. Dell war grottenschlecht, hat Milliarden zum Fenster für zu teure Aktien hinausgeworfen.
@Markos
Klar, eine heftige Korrektur wird es geben. Fast jedes Jahr gehen die Kurse um 20 Prozent runter. Daher immer Cash haben, um solche Korrekturen zum Einsammeln nutzen.
@Ulrich
Nun, es handelt sich um Multis. Die sind in mehr als 100 Staaten rund um den Globus aktiv. Ist ein Land schwach, schneidet ein anderes gut ab.
Anmerkung von Markus
geschrieben 06.04.2013
@Ulrich
Zumindest der Punkt Demographie ist in den USA bei weitem nicht so schlimm wie in Europa oder Japan.
Und ja, es sind Multis, wo manche schon 40 % Umsatz in den Emerging Markets machen.
Anmerkung von Martin
geschrieben 06.04.2013
IBM selber gehört ja auch in diese Liste ;)
@Tim was halten sie von Shell? preiswerter als Exxon oder Chevron
Anmerkung von D.K.
geschrieben 06.04.2013
Apropos Trader, Tim, ist dir der Name Timothy Sykes geläufig?
Bin aus reinem Zufall auf ihn im Internet gestoßen. Er propagiert das Trading mit den Penny Stocks. Ist sehr wohlhabend und zeigt es auch (im Instagram etc.). Bietet Kurse an und preist das schnelle Geld. Er wird auch oft zu namhaften Finanz-Sendungen in Amerika als Analyst eingeladen.
Danke.
Anmerkung von Martin
geschrieben 06.04.2013
Rückkäufe sehe ich nicht per se als schlecht an. Es gibt wertschafftende und -vernichtende Rückkäufe.
Wenn man seine Aktien nicht auch selbst nachkaufen würde, ist es auch mal an der Zeit ans verkaufen zu denken. Warum sollte es dann schlecht sein, wenn die Firma Aktien zurückkauft? Hinzu kommen Steuervorteile gegenüber Dividenden. Wenn kein organisches, profitables Wachstum mehr möglich ist, sind mir Rückkäufe in der Regel lieber als Dividenden oder gar Empire Building durch Übernahmen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 06.04.2013
@Tim
alle warten auf eine ca. 20%ige Korrektur! ;-) Bin gespannt, ob bzw. wann diese denn kommt. Zumindest der Zeitraum steigender Notierungen ist schon länger und es wären eigentlich Korrekturen überfällig. Blöd nur, wenn es wegen der Geldschwämme weiter nach oben geht... ;-)
Anmerkung von Rico
geschrieben 06.04.2013 Website www.erfolgreich-sparen.com
Das Problem bei Oma ist wohl, dass sie von diesem Vermögen erst etwas hatte, als sie eben schon "Oma". Wer aber schon vor der gesetzlichen Rente etwas von seiner Investition haben will, sollte sich besser nicht auf "langsam und stetig" verlassen sondern liebe Werte suchen, die das Potential haben, in Zukunft die neuen "Aktien für Oma" zu werden! Der Kurs ist doch nur so gut gelaufen, weil sie damals eben noch nicht so stark waren. Diesen Status haben sich die Unternehmen erst im Laufe der Zeit erarbeitet.
Anmerkung von Minotaurus
geschrieben 06.04.2013
Aktienrückkaufe sind dann sinnvoll, wenn das Unternehmen die Aktien aktuell als günstig empfindet. Wie so etwas nicht funktioniert zeigt bspw. das von Tim angesprochene Dell.
Das stimmt so nicht Rio. Natürlich lässt sich das große Geld mit unbekannteren Aktien machen jedoch, ist das Ziel der stetigen Depotsteigerung mit Tims Strategie eher zu erreichen.
Sehr guter Blog, ich lese ihn gerne.
Anmerkung von Finanzwelt.Verstehen.Blog
geschrieben 06.04.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
@Tim: Genau wie du habe ich viele US-Blue-Chip-Titel in meinem Depot. Aktienrückkäufe stören mich bei solchen Unternehmen nicht. Ganz im Gegenteil.
@Rico: Natürlich kann man sich Unternehmen mit viel Potential ins Depot legen. Aber ich mag die US-Dividendenaristokraten. Ich habe gerade über Colgate-Palmolive geschrieben. Das Unternehmen besteht seit 1806, zahlt eine Dividende seit 1895, erhöht seine Dividende seit 50 Jahren Jahr für Jahr und hat in vielen Schwellenländern nach wie vor reichlich Potential. Warum soll ich also lange nach irgendwelchen Newcomern suchen?
Viele Grüße,
Tobias
Anmerkung von Tim
geschrieben 06.04.2013 Website www.timschaefermedia.com
@Markus
Die Demographie in den USA sehe ich auch positiv. Die Bevölkerung nimmt um ca. 1 % p.a. zu. Deutschland schrumpft dagegen.
@ Martin
Shell ist spannend. Ich habe schon mit dem Shell-Chef in den USA gesprochen. So weit ich weiss, handelt es sich um einen der grössten Erdgasförderer der Welt. Allerdings haben alle in der Branche so ihre Probleme. Ich glaube, Shell hat in Alaska ein Problem mit Umweltauflagen bekommen.
@D.K
Der Name sagt mir momentan nichts. Keine Ahnung, ob das handfest ist. Das Risiko ist im Pennystock-Bereich enorm.
@Martin
Das sehe ich ähnlich mit den Rückkäufen. Warren Buffett empfiehlt dem CEO der Washington Post, stets Aktien im grossen Stil zurückzukaufen.
@Markus
Die 20% werden kommen, Keine Sorge.
@Rico
Es kommt darauf an. Ich denke, dass Colgate, McDonalds, Exxon etc. schon etliche Jahrzehnte lang in der ersten Liga spielen. Trotzdem kannst Du mit den Aktien Deinen Einsatz eventuell verzigfachen.
@Minotaurus
Danke für die Blumen.
@ Tobias
Stimme zu. Aktienrückkäufe sind zur richtigen Zeit zu einem vertretbaren Kurs sinnvoll.
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 07.04.2013
Äh, ganz so einfach ist die Sache mit der Demographie in den USA ja nun nicht. Die Problematik der Baby Boomer ist allgemein anerkannt:
Anmerkung von Martin
geschrieben 07.04.2013
ja Tim Shell setzt seit Jahren stark auf Gas und LNG
Alaska ist die Erklärung für den schlechten Kurs der letzten Monate, eine längere Verzögerung sollte damit schon eingepreist sein (oder könnte es durch die Behörden noch schlimmer kommen?)
Das Haus auf dem Foto habe ich heute in Reykjavík, in der Hauptstadt Islands, entdeckt. Dort tobte eine Immobilienkrise mitsamt einem Finanzchaos. Das Haus kam mir wie ein Sinnbild für die Immobilienblase vor.
In der "New York Times" las ich einen interessanten Artikel über das Vermieten. Mietobjekte rentieren sich meiner Meinung nach kaum. Es steckt viel Arbeit, manchmal Ärger dahinter. Jede Menge Instandhaltungen sind nötig, um eine Wohnung in Schuss zu halten. Gerät man an den "falschen Mieter", im schlimmsten Fall an einen Mietnomaden, kann das zusätzlich Kosten für Rechtsanwalt, Gericht und Mietausfälle bedeuten.
Das ältere Ehepaar, das sich in dem Times-Artikel für ein Haus zum Vermieten entschied, tat es, weil es mit der Börse schlechte Erfahrung gemacht hat.
Womit viele nicht klar kommen, ist die hohe Volatiliät. Jeden Tag schwanken die Kurse. Selbst die besten Aktien schwanken nun mal. Daran muss sich jeder Börsianer gewöhnen. Das sollte einen nicht nervös machen.
Wer solide Aktien kauft und diese lange genug hält, kann mit Aktien ca. zehn Prozent im langen Schnitt verdienen.
Professor Robert Shiller von der Yale University sagte mir, Immobilien in den USA würden nur um 0,2 Prozent (real) im Wert zulegen. Er hat hierfür ebenfalls einen langfristigen Schnitt gewählt und die Rendite um die Inflation bereinigt. Wenn Sie nun die erwartete Rendite an der Börse in Höhe von rund zehn Prozent nehmen und diese grob um drei Prozent (Inflation) bereinigen, bleiben unterm Strich eventuell sieben Prozent hängen.
Wie hoch die laufende Mietrendite ausfällt, hängt vom Kaufpreis, der Miete, von der Lage, vom Zustand des Hauses und vom Mieter ab. Sie kann negativ ausfallen. Oft vergessen Immobilienfans, wie teuer es werden kann, eine Immobilie zu besitzen. An einem Haus nagt unentwegt der Zahn der Zeit.
Mit einer Aktie aus dem DAX (oder einem Indexfonds) haben Sie keinen Ärger, mit Immobilien können Sie jederzeit Ärger bekommen.
Wenn es um die Rendite von Mietobjekten geht, neigen Anleger dazu, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Manch einer vergisst sein Eigenkapital, das er beim Kauf investiert hat oder Reparaturen, die aus der eigenen Privatschatulle entnommen werden. Nicht zuletzt sind eventuelle Hypothekenzinsen eine langwierige Belastung.
Denken Sie stets daran: Nicht nur für Aktien, auch für Immobilien kann man zu viel bezahlen. Gut, es tut weh, wenn Ihnen ein Backstein auf den Fuß fällt. Das lässt aber nicht den Schluss zu, es muss sich um etwas Werthaltiges handeln. Das zeigten uns die Immobilienblasen in Spanien, Island und den USA. Millionen Hausbesitzer haben im wahrsten Sinn des Wortes Haus und Hof verloren, weil sie zu euphorisch waren.
Fazit: Aktien haben viele Vorteile. Die Kunst besteht darin, Qualitätsaktien zu finden, Geduld zu haben und die täglichen Kursschwankungen auszublenden. Das tägliche Auf und Ab des Kurses hat keinerlei Bedeutung für die langfristige Performance. Immobilien bieten auf lange Sicht einen Inflationsschutz. Das ist ein Pluspunkt. Im Einzelfall kann gleichwohl ein Flop drohen.
Anmerkung von Jan
geschrieben 03.04.2013 Website www.dividenden-blog.de/
Hallo Tim,
ich denke man kann das nicht so pauschalisieren. Immobilien sind nicht pauschal schlecht oder Renditekiller. Man muss nur wirklich aufpassen beim Kauf und das ganze als eine Anlage betrachten. Zum einen zählt der Kaufpreis, zum anderen muss die Wohnung einen guten Zustand haben und in einer guten Lage liegen. Diese Kriterien sollten nicht aus dem eigenen Augenwinkel, sondern aus der Sicht des Mieters positiv beurteilt werden.
Die Gefahr die ich bei vielen sehe ist eben die Angst vor der bösen Börse. Und da ist es genau wie du schreibst, die Angst vor der Volatilität. Man sollte sich jedoch darüber im klaren sein, dass eine Immobilie auch im Preis schwankt. Man sieht es nur nicht jeden Tag...
Wichtig ist meiner Meinung nach ebenfalls alle Kosten mit in die Renditerechnung einzubeziehen, dazu gehören z.B. auch Opportunitätskosten für das Eigenkapital, z.B. in Form von Dividendenaktien/Dividenden.
Am Ende zählt auch hier die Rendite. Wobei du Recht hast, für 4 oder 5 Prozent BRUTTO Rendite würde ich derzeit auch keine Wohnung kaufen. Das ist langfristig ein Minusgeschäft.
Gruß
Jan
Anmerkung von stevoxx
geschrieben 03.04.2013
Aber Tim hat recht. Man sollte kritisch sein. Irgendwo habe ich einmal folgendes
Zitat gelesen: "Es gibt keine gute oder schlechte Investment-Idee per se. Was am meisten zählt ist nicht in was man investiert, sondern wann und zu welchem Preis";
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 03.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Ich habe mich vor ca. 2 Jahren nach 13 Jahren an der Börse konsequent für das Value Investing in Dividenden Aktien entschieden und baue mein Dividenden Depot Monat für Monat weiter aus.
Das Thema Immobilien kommt erstmal für mich nicht in Frage.
Anmerkung von Finanzwelt.Verstehen.Blog
geschrieben 03.04.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de
Tim ich denke du hast recht. Es gibt sicherlich Investoren, die wahnsinnig viel Geld mit dem Vermieten vieler Immobilien verdienen. Diese Investoren kennen den Markt und sind Profis in ihrem Geschäft.
Für einen Kleinanleger rentiert sich das Investieren in ein oder zwei Immobilien meiner Meinung nach jedoch nicht. Die von dir schon angesprochenen Gefahren (Mietnomaden, Leerstand, Gerichtskosten) sind einfach zu groß.
Dies muss natürlich nicht für alle Zeiten gelten. Möglicherweise sind Immobilien irgendwann in der Zukunft mal wieder um einiges billiger zu haben.
Viele Grüße
Anmerkung von Musti
geschrieben 03.04.2013
Ich denke Eigentümer von Dax Werten " E.On, RWE, Daimler, thyssen, heidelbergcement usw." sollte man mal fragen, was Ihnen weniger Ärger macht. Eine vermietete Immobilie oder diese Aktien?
Ich denke es ist immer wichtig, wie auch bei Aktien, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Bei Aktien ist es unmöglich, aber bei Immobilien ist es schon realistischer. Vor 2008 waren die Zwangsversteigerungen nur besucht von wenigen Interessenten und es gab reichlich Schnäppchen. Jetzt wo die Masse diese Möglichkeit des Immobilienerwerbs entdeckt hat, werden übertriebene Preise erzielt.
Wenn man sich das das "Anhäufen von Immobilienvermogen" bei manchen Reichen genauer anschaut, dann kann man feststellen, dass diese gar nicht die Immobilien gekauft haben.
Viele Menschen die durch Immobilien reich geworden sind, sind ehemalige Grundstücks Spekulanten.
Es wird ein Grundstück gekauft mit der Hoffnung, dass später diese Ecke zu einem Wohngebiet erklärt wird und man dadurch den Gewinn einstreicht. In der Türkei ist es so, dass wenn jemand ein Grundstück hat, kommt ein Bauträger und möchte bauen. Meistens ein Hochhaus mit mehreren Wohnungen. Hiervon bekommt der Grundstückseigentümer 50% der Wohnungen als Entschädigung und der Bauträger die restlichen 50%. So wurden einige in den letzten Jahren in Istanbul, Ankara ,Izmir mit Grundstücken, die im Jahr 2000 zu 10-20.000 € gekauft wurden zu Millionären .
So ähnlich ist es auch mit Long Island (New York) abgelaufen.
Ich denke diese Art von Spekulation (Grundstück) ist eine Art mit höchster Margin of Safety. Denn Grund und Boden kann sehr schwer reproduziert werden, sollte eigentlich nicht an Wert verlieren und wirft sehr hohe Renditen ab. Das einzigste was man braucht, ist ein länger Atem.
Langfristig halte ich Burma/Myanmar interessant , wenn dort die "Demokratisierung" sich weiter fortsetzt. Denke die Strände werden sehr interessant für große Hotels und Touris aus Indien ,China usw.
Gruß
Anmerkung von Finanzwelt.Verstehen.Blog
geschrieben 03.04.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
Guter Beitrag Musti! Ich denke aber, dass es für den ungeübten Kleinanleger abwegig ist, sich Grundstücke oder Wertpapiere in Birma oder Myanmar zu kaufen. Da sollte man schon Profi sein und sich ausführlich mit der Materie beschäftigen.
Viele Grüße
Anmerkung von uwe
geschrieben 03.04.2013
ein nicht unwesentlicher aspekt ist, dass sich die fremdvermietete wohnung praktisch selber abträgt, sprich der mieter bezahlt die wohnung durch seine miete für den eigentümer ab (eine gute rendite vorausgesetzt).
Anmerkung von Markus
geschrieben 03.04.2013
Die sichere Immobilie... ;-)
Pauschal verurteilen möchte ich diese Assettklasse nicht! Wenn man die Statistiken liest, dann weiß man, dass eine sehr hohe Prozentzahl der vermieteten Wohnungen nicht geeignet ist, um sich eine finanzielle Unabhängigkeit zu schaffen!
Auch das hohe Fremdkapital, dass man sich per se einhandelt ist nicht 100% sicher!!!
Erben sieht natürlich wieder anders aus...
Für manche ist das eigene Heim auch keine Anlageklasse, sondern ein kleiner Luxus, denn man sich gönnt.
Der Investmentpunk würde sagen Verbindlichkeit...;-)
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 03.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
@uwe: Leider gibt es auch sowas wie Mietnormaden ... dann ist es nicht ein einfaches abbezahlen durch den Mieter Deiner vermieteten ETW.
Anmerkung von Rico
geschrieben 04.04.2013 Website www.erfolgreich-sparen.com
Also ich überlege schon länger mir eine Immobilie zum Vermieten zuzulegen. Die Rendite ist vergleichsweise hoch und der Hebel durch den Kredit erzeugt einen enormen Kapitalfluss. Zudem spart der Mieter und nicht man selbst für das eigene Vermögen.
Anmerkung von Mario
geschrieben 05.04.2013
Hallo,
auch eine (viele) Wohnung(en) vermieten, ist ein Handwerk! Geld lässt sich auf vielfältiger Weise verdienen. Der Anlagehorizont ist hierbei ebenfalls 20 Jahre plus X.
Mario
Anmerkung von Markus
geschrieben 05.04.2013
@Rico
"Die Rendite ist vergleichsweise hoch und der Hebel durch den Kredit erzeugt einen enormen Kapitalfluss. Zudem spart der Mieter und nicht man selbst für das eigene Vermögen."
Tja, da gibt es aber viele wenn`s und aber`s in dieser Überlegung.
Mietnomaden, Leerstände, Arbeitslosigkeit, Renovierungen, Vorschriften Wärmedämmung, Scheidung... Da macht dann der Hebel mit dem Fremdkaptial einen mördermäßig tollen Spaß!!! Die Bank wird immer Ihre Raten wollen.
Fakt ist, als Vermieter hast Du vor den Gerichten in ca. 90 % der Fälle das Nachsehen. Ich kenne persönlich einige Vermieter...
Das ist nicht mit einer vernünftigen Aktienanlage zu vergleichen!
Ich bin Island. Das Land besteht aus Feuer und Eis. Ich schaue mir in einigen Krisenländern ausgebombte Firmen an. Irland, Frankreich, Griechenland und andere Länder stehen auf meiner Reiseliste. Es ist imposant zu sehen, wie tief solide Unternehmen in die Tiefe gerissen werden. Natürlich hängt der Unternehmenserfolg mitunter vom Umfeld ab. So braucht eine Bank eine solide Kundschaft. Doch eine Krise geht auch vorüber. Das Fudament für die höchsten Kursgewinne wurden während der Großen Depression und der jüngsten Finanzkrise gelegt.
Anmerkung von Finanzwelt.Verstehen.Blog
geschrieben 01.04.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
Hallo Tim. Ich wünsche dir viel Spaß bei deinen Reisen. Ich hoffe du findest interessante Unternehmen, welche die Krise überstehen werden. Ich freue mich schon auf deine Reiseberichte.
Viele Grüße
Anmerkung von Martin
geschrieben 01.04.2013
In Griechenland sind die Aktien wieder so weit gestiegen, dass ich verkauft habe.
In Irland ist die IR Arbeit vergleichsweise gut und die Unternehmen sind auch relativ kapitaleffizient. Die Kurse gingen nicht so weit runter wie in Griechenland.
Wenn man französisch kann, findet man in Frankreich gute Schnäppchen bei nicht in englisch veröffentlichenden Firmen. Kleine Familienunternehmen sind noch immer günstig, aber der Handel nicht allzu liquide.
Island ist sehr klein.
In Europa finde ich ukrainische Aktien derzeit auf dem Papier sehr günstig, aber das mag an den politischen Risiken liegen.
Viel Erfolg!
Anmerkung von Tim
geschrieben 02.04.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Tobias
Danke. Mal sehen wie es wird. Island ist ziemlich kalt.
@ Martin.
Ich sehe die Akien in Griechenland als nicht gerade teuer an. Aber es kommt auf die Perspektive an. Meine ist sehr lange ausgerichtet.
Es kommt auf den Einzelwert am Ende des Tages an, klaro.
Ich finde die Franzosen haben noch viel Luft nach oben. Hier der CAC-Chart.
Jede Krise hat positive Seiten. Value-Anleger sehen das so. Island ist sehr klein, das stimmt.
Viele Grüsse aus Reykjavík an alle
Tim
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 02.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Viel Spaß auf Deinen Reisen Tim! Freue mich auch schon auf Deinen Reisebericht. Vielleicht findest Du ja ein paar Unternehmen, die man als Value Investor für sein Dividenden Depot hinzukaufen kann. ;-)
Anmerkung von Martin
geschrieben 02.04.2013
@Tim: Ja, Griechenland ist immer noch relativ günstig. Allerdings ist ihre Schuldenkrise ungelöst. Das kann meiner Meinung nach jederzeit wieder hochkochen.
Das Rezept höherer Unternehmenssteuern halte ich für grundlegend falsch, denn es behindert den Aufbau von Eigenkapital. Das Fremdkapital ist immer noch zu teuer. Der Umzug von Coca-Cola Hellenic Bottling ist nachvollziehbar. Ich hatte in der Krise tatsächlich mit Steuersenkungen oder zumindest wie jetzt in Zypern Steuerfreiheit für reinvestiertes Eigenkapital gerechnet. Die Steuern der Superreichen und Reeder sollten erhöht bzw. überhaupt erst einmal eingezogen werden. Die transparenten Unternehmen sind da eher die "Dummen" und zahlen mehr Steuern als in Deutschland, wenn sie denn Gewinn machen.
In meinem Bekanntenkreis schaue ich mich gerne um, was für Aktien dort gekauft werden. Etliche fragen mich, bevor sie eine Aktie kaufen nach meiner Meinung. Sie wissen, dass ich mich mit der Wall Street schon lange beschäftige. Ratschläge gebe ich eigentlich nur ungern. Denn die Erwartungshaltungen sind meist unterschiedlich.
Da gibt es einen, der ist von Tech-Aktien begeistert. Der ordert gerne heiße Sachen. Amazon, Facebook, Netflix, First Solar. Ich glaube große PC-Hersteller und Softwareanbieter sind ebenfalls in seinem Depot. Das Problem bei dem Anlagestil ist, dass diese Firmen sehr volatil sind. Die Trends ändern sich einfach in dem Sektor blitzschnell. Unternehmen, die es nicht schaffen, ständig das Rad neu zu erfinden, fallen einfach vom Tellerrand. Denken Sie an die abgestürzte Nokia-, Blackberry- (RIM), Apple-Aktie usw.
Es ist verdammt schwierig, den Konsumenten immer tolle Neuheiten anbieten zu können. Apple hat damit gerade so seine Probleme.
Dann habe ich jemanden im Bekanntenkreis, der ist in meinen Augen ein verdammt guter Anleger. Der kauft nur Hausmannskost. Grundsolide, uralte Konzerne. Alle zahlen schöne Dividenden - bis auf die Banken, die in seinem Depot schlummern. Jedenfalls ist das Portfolio stark, solide, verlässlich zusammengesetzt. Ich kann mich dafür schon begeistern. Das langweilige Zeug hat etwas Besonderes. Es sind Anbieter von Putzmittel, Zahnpasta, Öl, Finanzdienstleistungen, Lebensmittel, Konglomerate darunter. Der Vorteil an diesen Traditionshäusern ist: Die Umsatz- und Gewinnentwicklung ist stabil. Die Dividenden sprudeln seit mehr als 25 Jahren. Es wird kaum Veränderungen in den kommenden 20 bis 50 Jahren geben. Eine Hautcreme wird sich nicht sonderlich in den kommenden zehn Jahren ändern. Was soll sich an Farbe, Brot, Putzmittel, Zahnpasta, Cola, Ketchup, Kaugummis, Motorrädern verändern?
Schließlich kenne ich Personen, die handeln gerne. Ständig kommt ein neuer Wert ins Depot und ein anderer muss dafür weichen. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich rate grundsätzlich zu einer hohen Disziplin. Ich rate zur Geduld.
Tendenziell empfehle ich, die staublangweiligen Haushaltsnamen mit schönen Dividenden und Aktienrückkäufen zu kaufen. Wer Technologie- oder Pharmaaktien mag, hier gibt es natürlich viele spannende Namen. Als Beimischung können Sie das machen. Logisch, sollte jeder mal eine „heiße Aktie“ einsammeln. Warum nicht? Sonst wäre die Börse wohl zu öde. Nur würde ich nicht das ganze Depot damit bestücken.
Was mir aufgefallen ist: Die langweiligen Aktien mit Tradition (Henkel, Beiersdorf, Colgate-Palmolive, P&G, Johnson & Johnson, 3M, Visa...) sind ziemlich teuer geworden im Vergleich zu den abgestürzten High-techs (HP, Dell, Apple...). Das KGV von Apple rangiert zwischen neun und zehn. Vergleichen Sie: Der Windelhersteller Procter & Gamble kommt auf ein teures Gewinnvielfaches von 17. Schon komisch. So schnell dreht sich der Wind.
Vermutlich schätzen die Anleger die hohe Verlässlichkeit und Stetigkeit mehr, als alles andere.
Qualität hat eben ihren Preis. P&G wurde 1837 gegründet, Apple dagegen erst 1977. Die eine Aktie verhält sich wie ein Erwachsener (P&G), die andere wie ein Kleinkind (Apple).
P&G zahlt seit 1890 Dividende. Seit 56 Jahren in Folge steigt sie schon. Apple begann im August 2012, Dividenden auszukehren. Davor gab es eine lange Durststrecke. Lediglich zwischen 1987 und 1990 schüttete Apple das Füllhorn aus. Auf Apple ist einfach kein Verlass. Auf die Windeln schon.
Anmerkung von Jan
geschrieben 30.03.2013 Website www.dividenden-blog.de/
Genau so gehe ich auch vor, zu 80% halte ich langweilige Aktien die hohe CashFlows aufweisen. Diese CashFlows sind nachhaltig weil nur wenige Investitionen getätigt werden müssen.
Auch wenn das Wachstum der Gewinne, Umsätze oder CashFlows nur noch sehr gering ist kann durch Aktienrückkäufe und Ausschüttungen eine Dividende/Aktie weiter gesteigert werden und das höher als die Wachstumsrate der Gewinne.
Anmerkung von Markus
geschrieben 30.03.2013
Dies "langweiligen" Aktien bevorzugt ja auch J. Siegel. Er bezeichnet diese als El Dorado Aktien, welche auch ein KGV von 16, 17 aufweisen dürfen...
Die Frage ist, ob sich da inzwischen der Wind dreht, und gefallene Branchen besser entwickeln bzw. ob die Krisenlieblinge vielleicht doch schon etwas teuer sind...
Ob man eine Nestlè, Unilever, Procter usw. auch mal zu einem KGV von 12 oder drunter erwischt???
Anmerkung von David Absalon
geschrieben 30.03.2013 Website wohlstand-durch-wachstum.blogspot.de/
"Warum Langweiler-Aktien trotzdem Favoriten sind" genauso sehe ich das auch und der Fidelity-Deutschland-Chef.
"Mehr Risiko, mehr Rendite - eine Faustregel, die sich in allen Marktphasen und Anlageklassen bewährt hat. Innerhalb einer Anlageklasse muss das aber nicht gelten: Weniger stark schwankende Werte - die Langweiler also - bringen Studien zufolge über längere Zeiträume höhere Rendite, sowohl risikoadjustiert als auch absolut. Das macht sie zu Favoriten für jedes Depot, erklärt Fidelity-Deutschland-Chef Andreas Feiden in seinem Gastbeitrag."
Gruß David
Anmerkung von Tobias
geschrieben 30.03.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
Tim, du hast in deinem Post Aktien von wirklich tollen Unternehmen aufgeführt.
Die Börse ist in den letzten Monaten richtig schön nach oben geklettert. Ich werde mit dem Nachkaufen jetzt abwarten, bis die Titel wieder etwas günstiger zu haben sind.
Viele Grüße,
Tobias
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 01.04.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
Danke für den tollen Artikel Tim. Genauso gehe ich bei meinem Dividenden Depot auch vor. Hausmanskost wie z.B. McDonalds, Coca Cola, Pfizer usw. und ein paar Aktienwerte die eine höhere Dividende quartalsweise zahlen, damit man mit dem höheren Dividenden Cash-Flow und der persönlichen Sparrate mehr US & Kanada Dividenden Aristokraten kaufen kann.
Ein Freund sagte mir kürzlich: „Warren Buffett hat nur Glück gehabt.“ Ich fand die Bemerkung komisch. Ich habe nachgedacht. Worauf basiert der Erfolg dieses Seniors aus Omaha eigentlich? Wie kann er seit 1965 sein Eigenkapital um fast 20 Prozent per annum steigern? Wie macht der das?
Natürlich spielt ein wenig Glück bei ihm eine Rolle. Ich gebe zu, Buffett verliert seinen Glanz, wenn man sich in der Tat Gedanken über seine Strategie macht.
Lassen Sie uns gemeinsam das Genie entzaubern: Buffett besitzt etliche Aktienpakete seit mehreren Jahrzehnten. Sein Erfolgsrezept setzt sich aus dem Zinseszins, der enormen Geduld und im Endeffekt aus seinem hohen Alter (82) zusammen. Hinzu kommt: Er wählt in der Regel langweilige Aktien wie Versicherungen, Lebensmittel, Banken, Konsumartikel (Rasierer, Windeln) aus. Die Firmen sind so alt, da rieselt leise der Staub. So reduziert er das Risiko. Das alles zusammen ergibt die Strategie des Genies. Andere haben eben dieses Sitzfleisch nicht, ihnen fehlt diese unglaubliche Kontinuität.
So schnell ist Buffett entzaubert.
Im Schnitt wächst die Börse um acht bis zehn Prozent pro Jahr. Das macht jeden Monat ca. 0,8 Prozent Rendite. Je länger sie diese Renditemaschine monatlich laufen lassen, desto mehr Geld wird am Ende angehäuft sein. So einfach ist das.
Aktien werfen auf lange Sicht die beste Rendite ab. Keine andere Assetklasse ist rentabler. Allerdings brauchen Sie den Mut dazu. Sie sollten strikt auf die Nebenkosten achten (Gebühren, Steuern, Transaktionskosten).
Belohnt wird, wer eine hohe Aktivität vermeidet.
Wer tradet, hat eine Chance von 50:50. Je mehr Bewegungen im Depot stattfinden, desto mehr Nebenkosten laufen auf.
Es gibt eine einfache Formel für die Börse: Je mehr Zeit sie sich pro Aktienposition nehmen, desto höher ist die Chance damit einen Gewinn zu machen. Kaufen und Liegenlassen (Buy and Hold) zahlt sich bei Standardwerten aus. Am Ende läuft alles auf die Anlagedauer hinaus. Ich habe so viele Menschen in meinem persönlichen Umfeld, die wollen das einfach nicht begreifen. Die wollen immer wieder darüber diskutieren. Woran mag es liegen, dass Menschen den Faktor Zeit derart unterschätzen? Ich habe keine Ahnung. Nur eine Vermutung.
Eines der größten Probleme in der heutigen Zeit ist die Informationsüberflutung. Anleger fühlen sich für die Informationen gerüstet, sie glauben, die richtigen Schlüsse jederzeit aus ihnen ziehen zu können. Dabei wird viel unnötiges Zeug jeden Tag gerade im Fernsehen gesendet. Massenweise leiden Börsianer unter einer unglaublichen Selbstüberschätzung. Viele glauben glatt, um Meilen besser als der Rest der Menschen zu sein.
Ich bin ein großer Anhänger von Printmedien. Tageszeitungen, Magazine, Bücher usw. Die erscheinen nicht minütlich neu. Jeder Journalist muss seine Informationen filtern. Nicht jede Neuigkeit ist es wert, gedruckt zu werden.
Entwickeln Sie am besten eine Gelassenheit an der Börse. Ich denke, eine Gelassenheit zahlt sich aus, wohingegen sich eine stetige Nervosität rächen kann.
Setzen Sie auf langweilige Branchen. Mit Lebensmitteln, Eisenbahnen, Öl, Finanzdienstleistungen, Chemikalien lässt sich seit 50 bis 100 Jahren gutes Geld verdienen. Es müssen nicht immer die neuesten Technologien sein. Wobei alte Segmente natürlich genauso leiden können. Eine Garantie gibt es nie. Denken Sie an den Untergang der Automobil- oder Airline-Industrie. Ein paar IT-Aktien oder Pharmatitel können freilich eine gute Beimischung zum Depot sein. Logisch. Es kommt auf die Ausgewogenheit an.
Jedes Jahr, jedes Jahrzehnt wird die Börse von kräftigen Kurskorrekturen heimgesucht. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Genauso werden sich ständig neue Blasen bilden, um mit einem lauten Knall anschließend zu platzen. Alles wiederholt sich. Für alles Neue (Biotech, Nanotech, Soziale Medien) können sich die Menschen eben begeistern. Am Anfang mag die Begeisterung ja fundamental einleuchten. Aber mit der Zeit wachsen gewaltige Blasen vor lauter Euphorie heran. Haben Sie mal etwas vom Tulpenwahn in Holland gehört? Erinnern Sie sich an die Internetbuden zur Jahrtausendwende oder die Sozialen Medien vor gut zwei Jahren?
Es wird weiterhin fürchterliche Abstürze von 50 Prozent geben. Ja, klar. Sparen Sie für die kritischen Phasen ein wenig Geld an, das Sie im Krisenfall einsetzen können. Für Zukäufe natürlich. Das sind immer die besten Zeitpunkte für Nachkäufe.
Wer in solide Konzerne langfristig investiert und streut, der kann eigentlich kein Geld verlieren. Verlieren kann nur, wer keine Geduld hat. Die Börse tickt eigentlich ganz einfach, wenn man sie verstanden hat.
Ich habe einige Vorstände gefragt, was sie von Derivaten halten. So habe ich bekannte Manager von Ölgiganten gefragt, ob sie den Ölpreis absichern mit sogenannten Hedges. Sie haben mir geantwortet: Nein, das machen wir nicht. Lesen Sie, was mir Marvin Odum, Chef der Shell Oil Company, sagte:
"Da wir eine langfristige Perspektive verfolgen, entscheiden wir uns aufgrund einer Preisspanne, die von 50 bis 90$ für den globalen Ölpreis reicht. Ich sage sozusagen, der Preis kann sich überall in dieser Bandbreite bewegen. Gleichzeitig verpassen wir die Chancen nicht, wenn der Preis im höheren Bereich rangieren sollte. Wir nehmen die Volatilität durchaus wahr. Wir merken es in unserer Quartalsperformance. Wir versuchen aber, mit einer viel längeren Perspektive zu planen und zu investieren. Dies führt dazu, dass die Volatilität im Endeffekt verwässert wird."
Um es kurz zu machen: Shell plant seine Investitionen auf Basis einer breiten Schwankung. Ebenso erdulden mittelgroße Firmen Preisschwankungen, sie vermeiden nach Möglichkeit Absicherungsgeschäfte. Die Manager wissen, die Preise schwanken nun einmal. Ob es nun Rohstoffpreise, Strompreise, Börsenkurse sind, sie können das Auf und Ab ertragen.
Wer sichert sich ab? Es sind meistens kleinere Unternehmen. Wenn die Gläubiger es ihnen vorschreiben, den Rohstoff (Öl, Silber, Kupfer, Gold etc.) abzusichern, müssen es eben die Vorstände tun. Shell, BP, Exxon tun es nicht.
Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Wenn die kleinen Firmen ihre Rohstoffe absichern, ist das von Vorteil. Sie haben nämlich nicht die Finanzkraft, um einen deftigen Preisrutsch überstehen zu können. Die Giganten können das locker wegstecken. Sie haben ja selten Schulden. Sie haben viel Erfahrung. Sie kennen ihre Kosten.
Genauso wie die Großkonzerne mit dem Ölpreis umgehen, so sollten Sie mit Ihrem Depot umgehen. Ertragen Sie am besten die Schwankungen. Es kann natürlich zu heftigen Bewegungen kommen. Auf lange Sicht glättet sich das.
Angenommen, Sie haben vor 30 Jahren Aktien von Exxon oder Procter & Gamble gekauft. Meinen Sie wirklich, sie prüfen nach wie vor täglich den Kurs und lesen jede Meldung dazu? Wohl kaum. Wozu denn auch?
Übrigens schrieb ich kürzlich über Exxon Mobil. Ich habe Exxon-Boss Rex Tillerson schon in New York erlebt. Im Gebäude der „New York Stock Exchange“. Der Ort ist fein säuberlich gewählt. Die Börse im Finanzviertel wird streng bewacht. Gäste müssen ähnlich wie am Flughafen durch Metalldetektoren laufen. Jeder Personalausweis wird mit der Anmeldungsliste abgeglichen.
Chevron und ConocoPhillips laden dagegen in feine Hotels ins Zentrum Manhattans ein. Die Nummer zwei und drei nehmen sich mehr Zeit für ihre Analysten.
Tillerson hat seinen Pflichttermin eben einmal im Jahr. Meistens im März. In einem mittelgroßen, schmucklosen Raum sitzen schätzungsweise 50 oder 80 Banker und Investoren zusammen.
Tillerson ist kein Freund großer Worte. Der Texaner spricht mit einem auffälligen Akzent, der typisch für die Südstaaten ist. Zügig geht er mit seinen Managern die Präsentationsmappe durch. Fragen der Analysten sind am Ende strikt limitiert. Vor zwölf Uhr mittags endet die Sitzung. Das wars. Bis zum nächsten Jahr.
Absicherungsgeschäfte? Nein Danke. Die Börse schwankt. Und das ist gut so. Tillerson plant langfristig. So wie Buffett. Daraus entstehen dann die Dinosaurier. Die Börsendinos.
Geduld haben und den Zinseszins realisieren, das ist das größte Problem vieler Menschen.
Die Natur ist auf den schnellen Erfolg ausgerichtet, von daher möchten die meisten auch in kurzer Zeit viel Geld verdienen. So ist es kein Wunder, dass die meisten Marktteilnehmer sich (zunächst) am Traden versuchen.
Ähnlich beim Zinseszins. Vielen dauert er zu lange, bis sein beeindruckender Effekt zu merken ist.
Es gibt ihn tatsächlich den sicheren Weg zu viel Geld und Wohlstand. Dafür muss man jedoch geduldig Schritt für Schritt vorangehen.
VG + schöne Osterfeiertage
Lars
Anmerkung von Alex
geschrieben 29.03.2013
Ich bin ein großer Fan von Buffett, er ist natürlich ein super Analyst und stellt sich optimal auf um das "Glück zu fangen".
Aber was man auch nicht vergessen sollte ist der Alternative Weg.
Mich würde der Trackrecord interessieren wenn:
-seine Buffallo-News den Zeitungskrieg verloren hätte
und
-die Regierung damals Salomon dichtgemacht hätte...
(oder GEICO damals den Turnaround nicht geschaft hätte)
Da wäre sicher viel "Zinseszins verlohren gegangen"
Alles Fälle bei denen Buffett selbst eingegriffen hat, von daher aber auch nur zu Teil "Glück".
Anmerkung von LK
geschrieben 29.03.2013
Noch eine kurze Anmerkung zu meinem letzten Posting: Dies soll natürlich keine Kaufempfehlung für Berkshire oder Markel sein, die Chancen und Risiken muss jeder für sich selber abwägen. Verluste können wie bei allen Aktien anfallen.
Anmerkung von Felix
geschrieben 29.03.2013
Hallo,
ich denke mit der Erklärung von LK sind wir nahe am Verständnis für Buffetts Erfolg. 20 % p.a. über 40 Jahre hinweg können weder Glück noch Zinseszins sein, wenngleich der natürlich eine wichtige Rolle spielt. Damit der Zinseszinseffekt angeschoben werden kann, muss ja erst mal ordentlich Kapital da sein.
Trotzdem bleibt Buffett ein Phänomen, quasi als One-Man-Show ein derartiges Wirtschaftsimperium aufzubauen, ohne wie die Stahlmagnaten, die IT-Gründer usw. in einer bestimmten Branche ein erfolgreiches Unternehmen zu entwickeln. Er hat das ja offensichtlich alleine mit der geschickten Lenkung der Kapitalströme gemacht. Die Branche war dabei Nebensache. Auch wollte er gar nicht in die Firmen seines Konglomerats hineinregieren. Von außen eingegriffen hat er nur, wenn erhebliche Schieflagen da waren.
Anmerkung von Markus
geschrieben 29.03.2013
@LK
Bis jetzt ist mir das mit dem Float noch nie aufgefallen. Wie genau funktioniert dass bzw. wer kann auf diesen zurückgreifen?
Anmerkung von Peter
geschrieben 29.03.2013
Wenn man mit der Buy and Hold Strategie "nur" 8-10% p.a. macht, wie hat Buffet es denn geschafft seit 1965 den Buchwert um 19,7% zu steigern. Sicher nicht durch Buy and Hold.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 29.03.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
Sehr guter Artikel Tim. Ich musste an der Börse auch seit 1999 bis 2007 meine richtige Strategie finden.
Angefangen vom Daytrading, Swingtrading zu Derivaten wie OS und Knockout Zertifikaten und seit 2 Jahren nun endlich als Value Investor die Dividendenstrategie.
Mit der Dividendenstrategie und meinem US&Kanada Dividenden Depot kann ich sehr gut schlafen und über die Jahre entsteht ein sehr großer monatlicher Dividenden Einkommensstrom, den man Monat für Monat mit seiner Sparrate und dem Reinvestieren von Dividenden ausbauen kann.
Buffett bekommt die 20% Rendite hin, weil bei ihm das Timing super ist. Er wartet mit einem Sack voll Cash ein Jahrzehnt lang ab, bis es zum Crash kommt. Dann steigt er wie im Rausch ein, kauft alles, was er kriegen kann.
Wenn alle Panik haben, greift er seelenruhig zu.
Durch dieses massive Nachkaufen während eines Crashs sind mehr Rendite als eben nur diese 10% p.a. möglich, die es an der Börse im langen Schnitt gibt.
Hinzu kommt: Er investiert die Prämien aus seinen Versicherungsgesellschaften smart an der Börse.
Anmerkung von Markus
geschrieben 29.03.2013
Ich denke ein weiterer Punkt ist natürlich sein riesiges Netzwerk von Bekannten und Freunden in Führungsetagen. Das Buch "wie man Freunde gewinnt" von Dale Carnegie hat ihn angeblich auch sehr geprägt.
Mit dem Float ist wahrscheinlich dieser riesige Cashstrom gemeint, denn die Beteiligungen aus Rückversicheren und anderen Beteiligungen bringen, oder? Es bringt nicht`s gegen den Strom in einer Krise zu schwimmen, wenn nicht die entsprechende Liquidität vorhanden ist! Bei einem langfristigen buy & hold Investor ist eine Investitionsquote von 90 % nichts ungewöhnliches. Allerdings ist er dadurch nicht so flexibel bei Nachkäufen. Da hat ein Dividendeninvestor einen leichten Vorteil, welcher allerdings bei uns wieder durch die Abgeltungssteuer abgemindert wird. Das Buffett teilweise timt und nicht stur buy & hold praktiziert hat, diskutiert ja auch Kezboard im WP-Forum. Allerdings sind inzwischen die Positionen so groß, dass er buy & hold aus purem Eigennnutz als das Beste proklamiert...
Anmerkung von Lennart
geschrieben 29.03.2013
Hallo Tim,
sehr interessanter Artikel. Man ist sicherlich am erfolgreichsten an der Börse, indem man auf Aktivität möglichst verzichtet.
Allerdings denke ich, dass es die Performance durchaus verbessern kann, bei starker Überbewertung nicht stoisch an seinen Aktien festzuhalten, sondern sich in diesem Fall von den entsprechenden Aktien zu trennen. Buffett selbst hat sich einen seiner größten Fehler eingestanden, als er die Coca-Cola-Aktie mit einem KGV von über 30 weiter gehalten hatte. In seinem Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway im Jahre 2004 schreibt er dazu: "Though I said at the time that certain of the stocks we held were priced ahead of themselves, I underestimated just how severe the overvaluation was. I talked when I should have walked."
Ist es nicht so, dass sich Buffett bei seinen Investments oft besonders hohe Dividenden erhandelt? Bei seinem Einstieg bei Goldman Sachs hat er sich doch eine garantierte Dividende von 10 Prozent festschreiben lassen, oder?
Nichtsdestotrotz bin ich deiner Meinung. Buy und Hold funktioniert. Vorausgesetzt der Kauf findet in einer schwachen Marktphase zu einem vernünftigen Preis statt und es handelt sich um ein Unternehmen, welches auch Krisenzeiten übersteht.
Anmerkung von Markus
geschrieben 29.03.2013
Buy & Hold funktioniert sicherlich! ;-)
Aber nicht mit 20 % Rendite über 30 Jahre oder länger für Privatanleger. Asset Allocation oder Kapital Allocation / Marktettiming beeinflussen das Ergebnis nachhaltig!
Hier ist das Thema Geduld und nachhaltige Sparquote gefordert. 10 % finde ich für Privatanleger schon sehr gut. Buffett reines Glück zu unterstellen ist leider eine starke Untertreibung. Beim Auto fahren finden ja auch 90 % sie fahren besser als der Durchschnitt! ;-)
Anmerkung von Tim
geschrieben 29.03.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Markus
Buy and hold praktiziert er seit 40 Jahren. Es steckt auch eine knallharte Steuervermeidungsstrategie dahinter. Solange der Gewinn nicht realisiert wird, ist keine Steuer fällig.
@ Tobias
Ja, ein paar Extradividenden streicht er ein. Wegen seines guten Images zahlen die Firmen das gerne.
@ Markus
Sein Vorteil ist der Float aus dem Versicherungsgeschäft. Die Versicherungsprämien kann er investieren. Solange Max Musterman mit seinem Auto keinen Unfall baut, muss ja auch kein Schaden ersetzt werden.
Sein zweiter Vorteil sind die vielen Familienbetriebe. Die kriegt er für einen Appel und ein Ei. Unternehmer sind froh, wenn sie einen Nachfolger finden, der fair und ethisch einwandfrei das Geschäft fortführt. Im Endeffekt bekommt er stetig neue Cashflows geschenkt. Dieses frische Geld kann er ständig neu anlegen. Das ist der Schneeball aus dem eine Lawine wird. Berkshire zahlt keine Dividenden aus und reinvestiert alles. Das Konglomerat wird immer größer. Von ganz alleine.
Anmerkung von Markus
geschrieben 29.03.2013
ich rede nicht von exakt timen! ;-)
Timen mit Sicherheitsmarge ist immer ein ca. Wert. Niemand trifft diese exakten Werte genau. Aber diese Werte ca. zu treffen, dass kann Buffett. Bei Krisen zu kaufen kann er auch!
Wie erklärst Du die brutalen Schwankungen der Aktienquoten bei Buffett? Die Schlussfolgerungen von Kezboard, dass er ein Meister der Verteilung von Kapitalströmmungen ist, finde ich logisch. Er (Buffett) gewichtet Aktien unter oder über! Für die meisten Privatanleger ist allerdings ein reines buy & hold einfacher zu praktizieren.
Anmerkung von LK
geschrieben 29.03.2013
@Markus:
Zum Thema Float schreibt Buffett in seinem aktuellen Aktionärsbrief:
"If our premiums exceed the total of our expenses and eventual losses, we register an underwriting profit
that adds to the investment income our float produces. When such a profit is earned, we enjoy the use of free money
and, better yet, get paid for holding it. That’s like your taking out a loan and having the bank pay you interest."
Berkshire hatte lt. Aktionärsbrief mit Jahresende über 73 Mrd USD Prämien zu veranlagen.
Natürlich ist dies Fremdkapital und muss dementsprechend sorgsam investiert werden - bei hohen Veranlagungsverlusten geht es natürlich auch mit Hebel mit dem Eigenkapital nach unten. Hier zeigte sich Buffetts Können im Bezug auf Value Investing mit dem Ziel von Kapitalerhalt mit angemessener Rendite. Seine Anlageentscheidungen bleiben also sehr wohl der Grundstein für die gute Performance.
Anmerkung von Martin
geschrieben 29.03.2013
Es gibt folgendes, englisches Paper zu Buffetts Alpha (Überrendite):
http://www.econ.yale.edu/~af227/pdf/Buffett%27s%20Alpha%20-%20Frazzini,%20Kabiller%20and%20Pedersen.pdf
Das klingt plausibel. Wie hier schon geschrieben wurde, legt Buffett in relativ sichere low-Beta Anlagen an und hebelt mit dem günstigen Float seine Eigenkapitalrendite.
Anmerkung von Der goldene Adler
geschrieben 01.04.2013 Website dergoldeneadler.blogspot.de
Warren Buffett ist nicht nur ein Investor, sondern auch ein Businessman. Er hat seine Leute in den Führungsetagen von den Unternehmen, in die er investiert hat, gut positioniert. Viele von diesen Führungskräften haben schon mit ihm persönlich gearbeitet und sind von ihm geschult worden. In seinen jährlichen Briefen ist zu lesen, dass er die CEO’s und das Management von diesen Unternehmen gerne lobt. Ich denke, dass das auch ein Grund für seinen Erfolg ist.
Grüße,
Der goldene Adler
Zypern ist eine Katastrophe. Keine Frage. Vorausschauende Politiker hätten das Problem in geordneten Bahnen in den Griff bekommen können. Ich halte den gewählten Weg, die Banken für zwei Wochen zu schließen und Geld von den Konten der Bürger zu beschlagnahmen, für einen großen Fehler. So sorgt eine Regierung unnötigerweise für Unruhe. Das ähnelt der Vorgehensweise von südamerikanischen Diktatoren. So wird Vertrauen zertrampelt. So kann eine sinnlose Panik ausgelöst werden.
Trotz allem rate ich zur Gelassenheit. Ich hoffe, Zypern wird in Europa eine Ausnahme bleiben. Es zahlt sich aus, immer cool zu bleiben. Wer grundsolide Aktien in seinem Depot liegen hat, sollte ruhig schlafen können. Die Zeit ist dann auf Ihrer Seite.
Ideal ist es natürlich das Aktiendepot über verschiedene Währungen hinweg zu streuen. So ist das Risiko von Währungsschwankungen geringer. Ich halte grundsätzlich US-Aktien für eine gute Ergänzung. Es kann eventuell jeweils eine Aktienposition aus Japan, Kanada, Brasilien, der Schweiz, Großbritannien usw. als Beimischung hilfreich sein.
Nervös zu werden wegen Zypern oder Italien - das lohnt sich nicht. Angenommen, Sie haben eine Brauerei in Ihrem Depot, die es seit mehr als 100 Jahren gibt, die in den vergangenen 25 Jahren die Ergebnisse einschließlich der Dividenden erhöht hat. Was soll es bringen, jeden Tag auf alle Nachrichten der Brauerei zu schauen? Wo soll der Vorteil darin liegen, jeden Tag den Kurs zu beobachten? Eine Aktie, die Sie jeden Tag im Visier haben, wird deshalb nicht schneller steigen. Kommt eine Gewinnwarnung, ist es ohnehin meist schon zu spät.
Finanzautor Morgan Housel hat eine Studie entdeckt, die einen Zusammenhang zwischen schlechten Börsentagen und der Einlieferung in die Psychiatrie herstellt. Sprich wenn es zu einem Crash kommt, drehen mehr Menschen förmlich durch.
Es hängt mit den Zukunftsängsten der Anleger zusammen. Das ist kein Aprilscherz. Die Auswertung wurde anhand von Einlieferungsdaten in kalifornische Hospitäler zwischen 1983 und 2011 vorgenommen.
Es besteht durchaus eine höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, wenn eine langfristige Arbeitslosigkeit beziehungsweise wirtschaftlich schwierige Lage vorliegt. So schnellte die Zahl der Selbstmorde während der Wirtschaftskrise in die Höhe.
Der „schlechteste Regisseur der Gegenwart“ Uwe Boll hat die Finanzkrise auf seine Art verarbeitet. Am 7. April wird der neue Streifen des Deutschen „Assault on Wall Street“ („Sturm auf die Wall Street“) bei dem „SOHO International Film Festival“ in New York gezeigt.
Der Film ist brutal. Die Story: Ein arbeitsloser Büroangestellter dreht durch und wird zum Massenmörder. Sehen Sie sich das Ende dieses Youtube-Videos an. Vorsicht, es ist ziemlich krass.
Ein Crash sollte Sie niemals aus der Ruhe bringen. Ihre Gesundheit ist tausend Mal wichtiger als Geld.
Und noch was: Langfristig erholt sich die Börse ohnehin wieder. Das hat uns diese Finanzkrise gezeigt. Vier Jahre nach dem Absturz befindet sich der Dow Jones auf Rekordniveau.
Was lernen wir daraus? Anleger mit ruhiger Hand, die ihr Vermögen langsam wie eine Schildkröte wachsen lassen, schneiden besser ab, als diejenigen, die nervös werden. Jedes Mal in einen Titel rein- und rauszuspringen, lohnt sich nicht.
Es gibt andere Studien zu dem Thema, die klar zu dem Schluss kommen: Ein geruhsamer Anlagestil zahlt sich aus. Beispielsweise resümieren diese beiden Wissenschaftler: Besser nicht Traden.
Fazit: Lassen Sie sich bloß nicht verrückt machen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Anmerkung von D.K.
geschrieben 28.03.2013
Schönes Schlußwort zu Ostern.
Ich wünsche Tim und allen anderen Lesern hier schöne Osterfeiertage! Genießt das Fest mit der Familie und schaltet den Fernseher über die Tage aus ;)
Du sprichst einen wichtigen Punkt an. Viele Leute lassen sich von den täglichen Börsennachrichten zumindest soweit beeinflussen, dass sie sich Sorgen machen. Im schlimmsten Fall verkaufen und kaufen einige Anleger ständig Aktien oder Aktien-ETFs. Das ständige hin und her ist in den meisten Fällen zum einen nicht profitabel, zum anderen kann es im Laufe der Zeit tatsächlich auch die Gesundheit beeinträchtigen.
Bei langfristiger Betrachtung der Investments schläft man in der Tat besser, das ist auch meine Erfahrung.
VG
Lars
Anmerkung von Markus
geschrieben 28.03.2013
Es ist mit ein Grund, warum ich zum buy & hold Investor geworden bin, weil es einfach besser zu meinem Charakter und meinem Leben passt.
Ein Value Investor oder Contrarian Investor muss bedeutend mehr Research-Arbeit betreiben. Er muss als erster eine Unterbewertung erkennen, bevor es die ganze Masse entdeckt. Zudem muss er als erster auch wieder eine Überbewertung erkennen und auch danach handeln. Seltsam, dass er schneller als die Finanzindustrie, die ganzen Screenern, den Lingohr`s, Erhardt`s, Buffett`s, Otte`s, Leber`s u. v. m. das schaffen soll, wenn er noch zusätzlich eine 40 oder 50 Stunden normale Arbeit hat. Außerdem ist es schwierig, langfristig 3 Prozent pro annum oder mehr als der Markt zu schaffen, wenn man zusätzlich die Kosten in Form von der Abgeltungssteuer (bis zu 1/3), Kauf & Verkaufsspesen und den ganzen Zeitaufwand rechnet.
Für einen Privatinvestor halte ich etf`s in Form eines Weltportfolios mit Berücksichtung von smallcaps, rebalancing und zusätlichen monatlichen Sparaufträgen mit das Beste! Allerdings sollte man sich auch die Produkte anschauen! ;-)
Anmerkung von Felix
geschrieben 28.03.2013
Das Hase- und Igel-Spiel. wie im letzten Kommentar beschrieben, mitzumachen. klappt wahrscheinlich genauso wenig wie Markttiming. Wer nicht seine Seele und seine gesamte Freizeit - wie von Tim beschrieben - an die Börse hängen möchte, der kann doch agieren wie Warren Buffett: Coca-Cola kaufen und 30 Jahre liegen lassen.
Glaubt wirklich ein Privatanleger, dass er einen Konzern, sagen wir wie Apple durchleuchten und seine Zukunft prognostizieren kann. Das kann wahrscheinlich nicht mal der CEO, geschweige denn der Freizeitanalyst. Da macht man sich etwas vor, wenn man meint da sagen zu können, jetzt ist die Aktie unterbewertet, jetzt kaufe ich und jetzt ist sie überbewertet, jetzt verkaufe ich.
Niemand kann wirklich sagen, ob der iphone-Nachfolger ein Schlager wird oder ob die nächste große Innovation von Apple kommt oder vielleicht doch von Samsung usw.
Ich kaufe multinationale Konzerne, meist die Marktführer, wenn an der Börse Aufruhr herrscht, halte sie für immer, kassiere die Dividende und schau im besten Fall der Aktie beim Steigen zu. Von Hotstocks u.ä. lasse ich die Finger. Das ist zwar ein bisschen langweilig, aber schon Nerven und Geldbeutel.
Anmerkung von lukoil
geschrieben 28.03.2013
Hallo Tim,
hinsichtlich des buy and hold-Ansatzes vollkommen einverstanden. Auch was die Gelassenheit bzgl. der Nachrichtenlage angeht. Wenn die einen aus der FAssung bringt, hat man vorher etwas falsch bei der Titelauswahl und dem Timing gemacht.
Was Zypern angeht, wäre die Alternative zu dem laufenden Szenario kaum besser.
Es wäre nämlich die Pleite der Banken, die ungeordnete Abwicklung die Folge. Würde der Staat einspringen, wäre er bankrott. Das kann kaum besser sein als die gewählte Methode, die eine langsame Wiederherstellung geordneter Verhältnisse vorsieht. Ein zu befürchtender "bankrun" hätte erst recht wirklich desaströse Auswirkungen.
Aus welchem Grund sollen denn die anderen Bürger der EU, die zT selbst kein Geld haben, mittelbar für die Fehlinvestitionen von Banken haften, die in einer Steueroase angesiedelt sind. Deren Absicht war es ja gerade, den anderen EU-Bürgern einen Beitrag vorzuenthalten. Die Anleger dieser Banken haben das bewusst in Kauf genommen.
Wenn ich in Aktien von einem Unternehmen investiere, das 2 Jahre später pleite geht, kommt auch keiner für meine Verluste auf.
Die Leute müssen einfach verstehen lernen, dass auch das "Verleihen" (wenn auch nur an eine Bank) von Geld mit Risiken verbunden ist. Risiken bestehen nicht nur bei der Aktienanlage.
Und immerhin wurden Vermögen bis zu 100.000 EUR voll erhalten.
Also einfach gut investieren und streuen.
Schöne Osterfeiertage!
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 28.03.2013 Website www.welt-im-wandel.net
Ein wichtiger Maßstab, um die Fragilität des Bankensektors eines Landes einschätzen zu können, ist das Verhältnis der Bilanzsummen seiner Finanzinstitute zum BIP.
Das Handelsblatt ist so vorgegangen und kam zu folgendem Ergebnis:
1. GR 228%
2. IT 269%
3. PG 337%
4. SP 342%
5. ZYP >700%
zum Vergleich Deutschland:
BIP ca. 2.500 Mrd.€ (Quelle: Statistisches Bundesamt)
Bilanzsumme der 100 größten Finanzinstitute: ca. 8.500 Mrd.€ (Quelle: Bankenverband)
Aus diesen Zahlen ist ersichtlich:
1. Deutschlands Bankensektor ist kein bisschen stabiler im Vergleich zu denjenigen Bankensektoren aus den Krisenländern über die gerne geschimpft wird.
2. zyprische Banken toppten dieses Missverhältnis nochmal deutlich
Anmerkung von Martin
geschrieben 28.03.2013
Das Vorgehen in Zypern war schon ein Disaster. Dieses hin und her und die Unsicherheit sind nicht nötig. Jetzt wissen die Kunden nicht einmal wieviel auf ihrem Kunto ist. Zudem kann man auf nichts mehr vertrauen, da Beschlüsse immer schneller geändert werden.
Das Ergebnis an sich finde ich aber nachvollziehbar, nur die Kommunikation desaströs. Zur Umsetzung kann man noch nicht viel sagen.
Die Vorgehensweise der Politik, die mangelnde Transparenz und die fehlende Kommunikation sind sicherlich ein Desaster.
Ich bin allerdings schon der Ansicht, dass die Bürgerinnen und Bürger in Zypern sowie ausländische Investoren ihren Teil zur Lösung der Krise beitragen müssen. In Form von Abgaben natürlich. Die Einwohner Zyperns sowie die ausländischen Investoren haben über die letzten Jahre und Jahrzehnte deutlich höhere Zinsen erhalten als die meisten anderen Europäer. Höhere Zinsen, also eine höhere Rendite, bedeutet gleichzeitig auch ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Dies ist bei allen Anlangen so. Nun tritt dieser Risikofall tatsächlich ein. Wer also soll nun zahlen? Die Steuerzahler in ganz Europa oder diejenigen, welche dieses Risiko durch eine Geldanlage in Zypern billigend in Kauf nahmen? Ich finde, diese Frage ist durchaus berechtigt.
Viele Grüße,
Tobias
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 28.03.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
Ich hoffe Du meinst nicht die Schildkröte, die vor ein paar Jahren im Deutschen Fernsehen für Bundeschatzbriefe geworben hat ;-)
Ich finde der Deal in Zypern ist der Hammer. Der Staat greift einfach in die Konten der Menschen, bedient sich am Sparguthaben. Wer mehr als 100.000 Euro auf dem Konto hat, muss mit einem Verlust von bis zu 40 Prozent seines Guthabens rechnen.
Das ist ein Verstoß gegen die guten Sitten. Das ist wie ein moderner Bankraub. Nur dass der Täter Bürokraten sind, die mit der Krise völlig überfordert sind. Ein Staat sollte diesen Schritt niemals gehen. Es geht um Begriffe wie Vertrauen, Verlässlichkeit, Menschenwürde, Demokratie.
Problem ist aber: Unsere Politiker sind überfordert. Das Krisenmanagement ist ein Desaster.
Nehmen Sie unsere Bundeskanzlerin Angela Dorothea Merkel. Sie hat in ihrer gesamten politischen Laufbahn das Wort "Aktie" nie benutzt, vermute ich. Da herrscht Schweigen im Walde. Ich habe in Gesprächen mit führenden deutschen Politikern Wissenslücken festgestellt, wenn es um den Kapitalmarkt geht. Das ist erschreckend.
Nach dem Debakel in Zypern ist das klassische Bankwesen am Ende, zumindest in Zypern. Wie dort das Vertrauen der Menschen wieder gewonnen werden soll, ist mir schleierhaft. Ich denke, die Insel wird in eine tiefe Depression fallen.
Solche Bankschließungen und Raubzüge kennen wir nur von Argentinien (1989, 2001), Ecuador (1999), Uruguay (2002), Brasilien (1990). Aber jetzt hat auch die EU bei einem Mitglied die Banken geschlossen. Über eine Woche sind die Türen schon zu. Das ist krass.
Es dürfte nun die Angst in anderen Wackelstaaten wie Italien zunehmen. Wenn ab sofort die Politiker einfach in die Konten ihrer Bürger greifen können, ist jede Hemmschwelle genommen.
Erstaunlich ist, wie die Börsen trotz der Eurokrise munter nach oben marschieren. In den USA sind wir wieder nahe an neuen Bestmarken im Dow-Jones-Index. Während der Krise vor drei bis vier Jahren wäre der Dow Jones nach solch negativen Nachrichten aus Zypern glatt um 15 oder 20 Prozent in wenigen Tagen abgestürzt. Aber die Panik ist gewichen. Die Angst ist weg.
Die Wall Street läuft wie ein Schnürchen immer weiter nach oben. Woran das liegt? Die Menschen sind zuversichtlicher. Die Arbeitslosenquote sinkt in Nordamerika, der Häusermarkt erholt sich.
Außerdem gibt es keine Alternative zur Aktie. Wohin sollen sonst die Anleger ihr Geld tun? Sparanlagen rentierten mit Null Prozent. Staatsanleihen lohnen sich real nach Abzug der Inflation nicht. Spargroschen im Marmeladenglas sind der Inflation ausgesetzt.
Wo also hin mit dem Geld? Es bleibt im Endeffekt nur die Börse. Daher gehen die Kurse durch die Decke. Zypern hin oder her. Wen juckt das schon in den USA?
In Europa dürften sich jetzt die Reichen ein paar Gedanken machen, wohin sie ihr Geld transferieren sollen. Ich denke, wir werden zunächst einen stetigen Abfluss aus dem Euro sehen. Die Reichen suchen nach „sicheren“ Alternativen. Vermutlich wird mehr Geld nach Asien und Nordamerika fließen. Der Dollar klettert ja schon.
Aber vor der Inflation können Sie sich nirgendwo schützen. Papiergeld wird im Endeffekt über die Geldentwertung stetig weniger wert. Es ist vergleichbar mit einem heimlichen Banküberfall. Still und heimlich schwindet das Sparguthaben. Zwei bis drei Prozent Inflation richtet auf Sicht von ein paar Jahrzehnten einen massiven Schaden an. Daher sollten Sie Ihr überschüssiges Cash gut anlegen – in Sachanlagen, Immobilien, Aktien, Grundstücke, Kunst, Rohstoffe, Ackerland...
Anmerkung von Markus
geschrieben 26.03.2013
@Tim
Die Zuversicht der Menschen würde ich nicht als ersten Grund für steigende Märkte sehen. Es ist viel eher die Alternativlosigkeit.
Bankraub... na ja, Zypern hat eine Steuerparadies und hohe Zinsen geschaffen... Hohe Zinsen bedeuten normalerweise immer mehr Risiko. Auch ist ein Großteil der Anlagen ausländisches Geld. Der Durschnittsverdiener mit ca. 22.000 € Jahreseinkommen der Zyprioten wird sich sehr schwer tun über 100.000 € Sparvermögen aufzubauen...
Der Bankensektor war ein Bubble, auch wenn er ich glaube 1/4 des BIPs ausgemacht hat.
Die Frage ist für mich, ob es Enteignung ist, oder einfach nur eine nachgelagerte Besteuerung.
Kredite und Bürgschaften ohne einen Eigenanteil oder Bereitschaft zu Zugeständnissen... Das entbehrt so ziemlich jeder finanziellen Logik! Sie wollten die Kredite und wollten keine Eigenleistung erbringen... Es ist bzw. wird trotzdem sehr schmerzhaft für die Bevölkerung. Ob eine Staatsinsolvenz die bessere Lösung gewesen wäre? Ich denke nicht.
Nichtsdestotrotz hat man sehr viel Vertrauen zerstört, indem man an dem kleinen Zypern einen Beispiel gesetzt hat, dass man womöglich auch auf andere Staaten übertragen kann. Eine Staffelung der Abgaben je nach Höhe der Vermögen wäre evtl. gerechter.
Ich sehe das anders:
Es stellt sich die Frage, wie viele der Zyprioten das Vermögen überhaupt erst deshalb anhäufen konnten, weil Zypern dem Euro-Währungsraum beigetreten ist, Stichwort "niedrige Zinsen+lockere Kreditvergabe"? Angeblich sollen die Bankbilanzen ja auf das 10-fache des nationalen BIPs angewachsen sein. Wohl nur durch ne lockere Kreditvergabe konnte es überhaupt erst so weit kommen, wie sonst?
Insofern hätten die zypriotischen Politiker entweder dieser laschen Kreditvergabepraxis durch entsprechende Vorgaben Einhalt gebieten können oder alternativ eine vor Jahren eingeführte jährlich zu erhebende Vermögenssteuer im niedrigen einstelligen Prozentbereich einführen können, um Steuern und Einlagen für den Fall der Fälle einzusammeln. Das wurde sträflich unterlassen.
Und warum dürfen dort russische Oligarchen ihr Geld waschen?
Wenn sich schon die Masse, wie in Griechenland, Spanien und andernorts durch Kürzungen der Gehälter und Sozialabgaben und über ihre Steuern an den Euro-Rettungsmaßnahmen beteiligen sollen, dann müssen sich die starken Schultern entsprechend mehr beteiligen.
Warren Buffet fordert ja ebenfalls seit Längerem eine Art "Reichensteuer" in den USA.
Problematisch sind solche Zypern-Aktionen nur deshalb, weil jahrelang nichts unternommen wurde und jetzt quasi über Nacht und unter Druck nach Lösungen gesucht werden muss.
Vor dem Hintergrund jedoch, dass neueste Notenbank-Studien ergeben haben, dass es bspw. den Italienern und Spaniern gar nicht so schlecht geht wie wir immer dachten, zumindest den reichlich vorhandenen Millionären dort, sehe ich nicht, warum der deutsche Steuerzahler für die dortige Misswirtschaft aufkommen soll.
Mit der Zypern-Aktion wären wir nämlich dort wo wir eigentlich immer sein wollten: Nationale Probleme im Wirtschaft- und Finanzsektor werden, so weit möglich, auf nationaler Ebene gelöst.
Und nur im äußersten (volkswirtschaftlichen) Ausnahmefall wird, wenn die Gefahr besteht, dass sich finanzwirtschaftliche Probleme auch auf andere Staaten ausdehnen, der europäische (respektive deutsche) Steuerzahler bemüht.
Ich denke, dass die Bundesregierung im Hinblick auf die im September stattfindende Bundestagswahl daher die entsprechenden Maßnahmen forcierte.
Wer erst völlig über seinen Verhältnissen lebt und seine Banken als Melkkühe benutzt, der sollte nicht damit rechnen anschließend von den europäischen Steuerzahlern gerettet zu werden. Das zeigt die Zypern-Aktion der Troika. Der "Bankraub" findet also nicht jetzt statt, sondern geschah quasi schon vorher durch jahrelanges Aufblähen der Banken. Kann sein, dass einige am Ende also wieder dort stehen werden, wo sie vorher standen: Wie gewonnen so zeronnen!
Anmerkung von Tobias
geschrieben 27.03.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
Ich finde den Fall Zypern auch beängstigend. Ich denke, die meisten Europäer werden sich nun Gedanken machen, ob ihre Einlagen tatsächlich sicher sind.
Ich bin ebenso wie du der Meinung, dass die Börsen aufgrund der momentanen mangelnden Alternativen zur Aktie stetig nach oben marschieren. Dies ist geradezu paradox. Weder die US-Haushaltskrise, die Italien-Wahl oder die Zypernkrise konnten den Anstieg der Indizes bislang stoppen.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 27.03.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
Tim, ich baue mir wie Du weißt seit ca. 2 Jahren auch ein US&Kanada Dividenden Aktien Depot auf und hoffe mittelfristig, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Es wäre klasse, wenn auch Deutsche Aktienunternehmen von einer jährlichen Ausschüttung auf eine unterjährliche Ausschüttung umschwenken. Ich glaube das würde das Sparen in Dividenden Aktien noch mal viel interessanter machen.
Anmerkung von Martin
geschrieben 27.03.2013
@Tim: Es ist nicht der Staat, welcher in die Taschen der Bürger greift. Die Bürger haben den Banken Einlagen, also Kredite, gegeben. Nun sind die Banken pleite und das sogar mit Ansage. Jeder konnte selbst entscheiden, welcher Bank er sein Geld anvertraut. Anstatt die vollen Verluste zu realisieren hilft der zyprische Staat den spekulativen Sparern und erhöht dadurch seine Verschuldung. Es wurden Gewinne auf hochverzinsten Konten privat vereinnahmt und die Verluste nun
teilweise vergemeinschaftet. Damit die Banken nicht hohe Risiken eingehen, um die höchsten Zinsen bieten zu können, muss die Sicherheit der Einlagen ein Wettbewerbsfaktor sein. Sonst würde ich mein Geld und sogar geliehenes Geld auch z.B. lettischen Banken zu höheren Zinsen geben und mich dann vom Staat retten lassen. Bezahlen sollen das dann die dummen Sparkassenkunden, welche durch die finanzielle Repression ohnehin konstant enteignet werden? Da bin ich eher für einen fairen Wettbewerb.
Der Fehler des Staates lag in der Regulierung. Ein Klumpenrisiko in griechischen Anleihen war vermeidbar. Wenn die Bilanzsumme zum GDP so hoch wird, muss vorsichtiger reguliert werden. Wie kann man da ernsthaft als Worst-Case mit einer 100% Staatsrettung rechnen? Das geht doch gar nicht. Warum parken denn umsichtige Geschäftsleute ihr Geld zu negativen Zinsen in Bundesanleihen?
Anmerkung von Friedrich
geschrieben 27.03.2013
Hallo Tim,
ich hab mal ne Frage.
Wie verhält es sich in Zypern in folgenden Fällen, wie viel Geld bleibt dem Sparer?
1.Fall: 150.000Euro auf dem Konto
2.Fall: 90.000Euro auf dem Konto und 60.000Euro in Aktien (bei der gleichen Bank)
3.Fall: 150.000Euro in Aktien
Worauf ich hinaus will...
Der Europäische Finanzminister hat das Model-Zypern als Richtungsweisend genannt.
Was könnte einem Zyprioten passieren der sein Geld in Aktien angelegt hat?
Vielleicht steht uns das in Deutschland auch bevor.
Zählt Aktienvermögen auch in die "Geldmasse"?
DANKE
Friedrich
Anmerkung von ZaVodou
geschrieben 27.03.2013
Ich glaube, Tim Du hast Dich da in die Materie nicht richtig eingelesen, sonst würdest Du das ein wenig anders sehen.
Eigentlich müssen die Zyperer froh sein, überhaupt noch was von ihrem Geld zu sehen.
Die 10 Mrd., die da reingeschossen wurden wird die EU auch nicht wieder sehen. Auch fehlt eine einheitliche Steuergesetzgebung. Z, Zt. wirft ein Land dem anderen Land vor seine Bürger nicht genügend zu besetueuern.
Letzten Endes wird es bei der EU so sein wie es in der BRD ist. Einige wenige reiche Länder zahlen für die wirtschaftlich schwachen Länder, so dass ein ähnlicher Lebensstandard gewärleistet ist. Dies wäre dann der Preis für den Frieden innerhalb der EU.
Anmerkung von Martin
geschrieben 27.03.2013
@Friedrich: hoffe Tim hat nichts dagegen:
1. 100.000 sicher, Abschlag auf 50.000 in Abhängigkeit von der Bank
2. 90.000 sicher, Aktien als Sondervermögen sicher
3.auch sicher, Bankaktionäre der insolventen Banken verlieren aber alles
Da nun die Last auf die Einlagengläubiger insolventer Banken und den Staat fällt, könnte der Staat in Versuchung geraten das sonstige Vermögen seiner Bürger anzuzapfen (Steuererhöhung, Abgaben) und dabei kann auch das Aktiendepot oder Immobilien betroffen sein.
Grundsätzlich denke ich, dass man nicht auf Politiker warten sollte, sondern versuchen muss, das Heft (die Geldanlage) selbst in die Hand zu nehmen.
Die offenkundigen Versäumnisse sollten aber dennoch auch immer wieder öffentlich genannt werden.
Zur skandalösen Enteignung. Durch Diversifikation auf mehreren Ebenen kann ein großer Anteil des Risikos reduziert werden. Der Aufwand ist damit als Geldanleger zwar größer, aber ich denke es zahlt sich langfristig aus, selbst wenn man damit vorerst nur besser schlafen kann.
VG
Lars
Anmerkung von Tim
geschrieben 28.03.2013 Website www.timschaefermedia.com
Zypern hätte mit schlauer Politik besser geregelt werden können.
Regel Nr. 1 ist in so einer kritischen Situation: Vermeide eine Panik.
Regel Nr. 2: Sorge für Vertrauen.
Unsere Politiker haben leider genau das Gegenteil getan.
Bankschließungen und Enteignungen sind keine smarten Lösungsansätze.
Anmerkung von Markus
geschrieben 28.03.2013
@Tim
Wie soll man smart und vor allem schnell den Menschen etwas wegnehmen, dass sich diese über Dekaden wegen zu lascher Politik aufgebaut haben???
Internetblase, Kreditblase, Immobilienblase, Anleiheblase – Ökonom Marc Faber kann dazu einen exzellenten Überblick geben. Faber versteht wie kaum ein anderer sein Handwerk. In einfachen Worten bringt er die Probleme auf den Punkt.
Ich traf den Schweizer, der in Asien lebt, vor einigen Jahren in New York. Ich führte ein Interview für die Finanzzeitung „Euro am Sonntag“ mit ihm. Wenn er in New York ist, bringen ihn die teuren Hotel- und Getränkepreise schnell auf die Palme. Ja, da kann er ganz schön in Rage kommen. Er warnt ständig vor der Inflation. Die Menschen sollten ihr Vermögen vor der Geldentwertung schützen, ist sein Rat. Bargeld zu horten sei Gift.
Wer komplexe Dinge einfach erklären kann, muss ein besserer Investor sein. Davon bin ich überzeugt. Ich glaube, es ist von Vorteil, einen Ratgeber mit einem klaren Blick zu haben. Das ist besser, als auf jemanden zu setzen, der den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.
Die Börse lässt sich ohne komplizierte Formeln verstehen. Es ist keine geheime Strategie nötig, sondern nur der gesunde Menschenverstand genügt.
Ich empfehle Ihnen, das Interview (unten) mit Marc Faber zu schauen. Darin erklärt er, wie sich die verrückte Immobilienblase in den USA bilden konnte. Und was wir Anleger noch befürchten müssen (Inflation, Krisen).
Ein paar Filmproduzenten haben eine spannende Dokumentation über die Häuserblase gemacht. Der Streifen heißt “The Bubble“. Solche Filme sind sehenswert. Jeder kann von ihnen lernen. Blasen wird es geben, so lange es die Menschen gibt.
Anmerkung von Tobias
geschrieben 25.03.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
Ich hoffe sehr, dass die Banken hierzulande vorsichtig bei der Kreditvergabe bleiben und keine Immobilienblase entsteht bzw. platzt.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 26.03.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Ich vermute auch in Deutschland besteht schon eine Immobilienblase... Ich fühle mich persönlich mit meinen Dividenden Aktien viel wohler.
Anmerkung von Jan
geschrieben 26.03.2013 Website www.dividenden-blog.de/
@Finanzielle Freiheit
Ich glaube nicht das wir bereits in einer Blase sind, dennoch lohnt es sich nur noch in wenigen Fällen eine Immobilie zu erwerben dafür sind wir schon zu weit gelaufen. Aktuell sind die Bruttorenditen bei mir in der Umgebung so um 5%, dafür wäre mir das Risiko zu hoch. Trotzdem denke ich, dass am Ende die Mischung entscheidend ist. Ich denke es ist wichtig in allen Anlageklassen vertreten zu sein.
Anmerkung von Tobias
geschrieben 26.03.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
Ich denke auch, dass es sich nur noch in wenigen Fällen lohnt, eine Immobilie zu erwerben. Selbst Immobilienmakler sagen, dass der Markt derzeit wie leergefegt ist. Wie soll ich als Privatmann da dann noch etwas vernünftiges finden?
Anmerkung von Martin
geschrieben 26.03.2013
Ich sehe die Dinge ähnlich wie Herr Faber.
Im großen und ganzen sehe ich in Deutschland keine Blase. Deutschland hat viele Vorteile und vergleichsweise niedrige Preise
http://www.globalpropertyguide.com/Europe/square-meter-prices
-geringe Arbeitslosigkeit
-steigende Einkommen
-hohe Inflationsangst
-noch geringe Eigentümerquote
-z.B. im Vergleich zu Österreich hohe Mietrenditen
-wenig Neubauten in der Vergangenheit
-negative Realzinsen
-günstige Immobilienkredite, aber nur mit Eigenkapital
-geringe Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen
-noch geringe Penetration von Reits mit 25% Flat-Tax auf Dividende, bei wesentlich höherer Einkommenssteuer für Personen
Einzelne Gebiete mögen sich in einer Blase befinden, aber insgesamt finde ich die Mieten in Deutschland sehr niedrig.
Ein großes Problem an der Börse ist die Selbstüberschätzung. Wenn Ihr Nachbar schwärmt, wie toll er an der Börse abschneidet, seien Sie besser etwas skeptisch. Anleger halten sich häufig für außergewöhnlich gut. Viele denken, sie seien ein kleiner Soros oder Buffett. Aber das stimmt natürlich nicht. Wer sich die Fakten anschaut, merkt schnell: Außergewöhnliche Renditen an der Börse sind äußerst unwahrscheinlich.
Nehmen Sie zunächst die Fondssparer: Der durchschnittliche Fondssparer schneidet um rund vier Prozent schlechter als der S&P-500-Index jährlich ab. Darauf weist das Researchhaus Dalbar hin. Der Name der Studie: „DALBARs Quantitative Analysis of Investor Behaviour“.
Nun wenden wir uns dem direkten Aktienbesitzer zu. In meinem Blog wird von einigen kritischen Lesern angemerkt, den Index als Vergleichsmaßstab zu nehmen sei Augenwischerei, weil in dem Index nur die „Gewinneraktien“ versammelt seien, während die schlechten Unternehmen unentwegt hinaus flögen. Nun habe ich eine Studie entdeckt, die genau darauf aufbaut.
So nahm die Vermögensverwaltung Longboard aus Phoenix in Arizona Aktiengewinne eines breiten Spektrums zwischen den Jahren 1983 und 2006 unter die Lupe. Heraus kam: 39 Prozent aller Aktien warfen in dem Zeitraum keinerlei Gewinne ab. 18,5 Prozent der Aktien verloren 75 Prozent ihres Werts oder mehr. 64 Prozent aller Wertpapiere schnitten schlechter als der Russell-3000-Index ab.
Nun gehen Sie am besten einen Schritt zurück und holen tief Luft. Jetzt kommt der Knackpunkt: Nur 25 Prozent aller Aktien sind verantwortlich für den gesamten Börsenanstieg.
Anders ausgedrückt: Nur wenige Aktien sind wahre Goldgruben. Der Löwenanteil ist Fallobst. Wenn Sie ein schlechtes Papier erwischen, können Sie einen brandgefährlichen Verlierer haben, der ein tiefes Loch in Ihr Depot reißt.
Was ich interessant finde: 75 Prozent aller Aktien werfen akkumuliert in den beobachteten 23 Jahren gleich Null Prozent Rendite ab. Und eben 25 Prozent stehen für den gesamten Indexanstieg.
Die Gewinneraktien sind laut der Longboard-Studie häufig Technologieaktien. Die meisten Gewinneraktien werden übernommen. Entweder greifen Konkurrenten oder Private-Equity-Firmen zu. Siegeraktien sind in der Studie: Sun America, Warner Lambert, Gillette, Golden West Financial und Harrahs Entertainment. Die besten Titel sind häufig Blue Chips, die allerdings logischerweise mal kleiner waren. Ihr rasantes Wachstum macht sie schnell groß.
Was lernen wir daraus? Besser als der Index zu sein, ist verdammt schwer. Man muss eine außergewöhnliche Begabung haben, um dies zu erreichen.
Warren Buffett hat diese Begabung. Er ist einer der besten Anleger. Der Kurs seiner Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway steht verglichen mit dem Jahr 1965 rund 8.000 Mal höher. Etliche Anleger, die mit Buffett von Anbeginn dabei waren, sind heute Milliardäre.
Woran scheitert der Normalanleger? Ein Kernproblem ist natürlich, dass wir einfach die falschen Aktien kaufen. Mehr noch: Wir kaufen zum falschen Zeitpunkt, zahlen zu viel, sind zu nervös. Der Privatanleger neigt dazu, Gebühren, Nebenkosten und Risiken von Finanzprodukten zu unterschätzen. Chancen werden gleichzeitig überaus hoch eingestuft.
Ein anderes Problem sind die Steuern, die nehmen einen Gutteil der Rendite weg. In den USA gibt es steuerfrei Rentendepots für die Rente. Über diesen Umweg können die Amerikaner Steuern vermeiden. Washington hat ein herrliches Instrument für seine Bürger geschaffen, vernünftig Vorsorge zu treffen.
Wir Deutschen können das nicht. Unsere Regierung hat keinerlei steueroptimierten kapitalbasierten Sparformen fürs Alter geschaffen – abgesehen von den komplizierten Riester- und Rürup-Dingern. Berlin sollte zügig tätig werden. Jedes Jahr ohne Reform ist ein verlorenes Jahr.
Wer heute vernünftig für das Alter sparen möchte, sollte dazu steuerlich motiviert werden. So können die Sozialkassen entlastet werden. Warum unsere Bundesregierung nicht endlich aufwacht, ist unverständlich.
Eine aktuelle Erhebung der Deutschen Bundesbank brachte zum Vorschein: Ein deutscher Haushalt hat im Schnitt deutlich weniger Nettovermögen als ein spanischer oder italienischer Haushalt angespart. Alarmierend ist an der Bundesbank-Umfrage: In Deutschland geht die Schere zwischen den Superreichen und der Mittelschicht immer weiter auseinander.
Den negativen Einfluss der Steuern auf die Vermögensbildung haben die Finanzexperten von Thornburg Investments gut herausgearbeitet. Schauen Sie sich in dieser Studie die Grafik auf Seite eins an.
Nach Abzug der Steuern auf Kursgewinne und der Steuern auf Dividenden kommt kaum etwas zusammen. Vergessen Sie nicht die Gebühren und die Inflation. Unterm Strich bleiben dem Anleger also nur Krümel – wenn überhaupt.
Fazit: Wenn Ihnen der Nachbar über den Gartenzaun zuruft, wie bombastisch die persönlichen Gewinne im Depot sind, glauben Sie nicht gleich alles. Es gibt auch Autofahrer, die behaupten die Besten zu sein. Der Mensch neigt zu Übertreibungen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.03.2013
Sehr gerne werden immer wieder einzelne Aktien oder Unternehmen in den Fokus gestellt.
Allerdings hat das sehr wenig mit dem Gesamtdepot und dessen Performance zu tun. Außer diese Aktie sollte laut Studie 25 % vom Depot ausmachen... ;-)
Etwas verwundert mich die Aussage, dass Technologie-Aktien für die Indexanstiege verantwortlich sind. Das ist eigentlich genau das Gegenteil von dem, was J. Siegel in seinen langfristigen Studien herausgefunden hat.
Renditen von sehr guten Value-Investoren von +/- 15 %... Die Aussagen sind immer sehr schwammig. Meistens ist es die Rendite vor Steuern und Kosten. Dann ist es auch ein großer Unterschied ob nominal oder real. Oft werden auch sehr willkürliche Zeitpunkte zur Performancemessung herangezogen.
Indexfonds sinnvoll zusammengestellt sind eine sehr sinnvolle Art der Anlage für Privatanleger, denen andere Hobbys wichtiger sind wie die Börse oder Geschäftsberichte.
Auch eine verminderte Steuer für Langfristanleger mit Horizonten von 10 - .... Jahren zur Altersvorsoge wäre sehr begrüßenswert.
Seltsamerweise soll man privat vorsorgen mit Produkten, die nicht einmal einen Inflationsausgleich schaffen, hochkompliziert sind, an denen die Finanzindustrie mehr als der Anleger verdient usw... Man muss sich nur die verschiedenen Zeitschriften mit den Testberichten durchlesen.
Mir graust es davor, wenn wir fast in eine Planwirtschaft steuern, unsere Politiker keine Kommunikation mehr mit dem Volk betreiben, ohne Parlamentarische Legitimation werden Gesetze durchgedrückt. Ehrlich gesagt finde ich es auch befremdlich, dass wir Deutschen das Zugpferd für ganz Europa sein sollen, beschimpft werden und seltsamerweise in der unteren Hälfte der Privatvermögen stehen...
Die Informationsflut macht es nicht einfacher, Wahrheit und sinnvolle Informationen zu bekommen. Ist das so gewollt oder wird einfach nur publiziert um des publizierens Willen?
Anmerkung von Felix
geschrieben 24.03.2013
Dass die Deutschen ein geringeres Privatvermögen haben als andere Länder, ist angesichts der deutschen Geschichte in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts nicht besonders verwunderlich. Während dort über Generationen ein Vermögensaufbau betrieben werden konnte, hatte Deutschland Währungsreformen und Schutt und Asche. Nationaler Größenwahn rächt sich halt.
Es ist eher ein Wunder, dass wir als Verursacher und Verlierer zweier Weltkriege überhaupt so gut dastehen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.03.2013
@Felix
Die Argumente finde ich schlüssig und habe ich mit meinen jungen Jahren in diesem Zusammenhang fast schon wieder vergessen! Traurig, aber wahr.
Mir ist es noch immer unbegreiflich, wie ein ganzes Volk sich als Verteidiger zu Völkermord an ganzen Ländern hat verleiten lassen können. Aber ich bin auch nicht unter diesen Umständen und dieser "irren" Doktrin aufgewachsen.
Das Argument, dass uns der Euro Frieden bringt, bzw. dass wir nach einer erneuten DM Einführung wie vor dem 2. Weltkrieg stehen würden (laut dem Hysteriker Stoiber) kann ich nicht nachvollziehen. PIGS Staaten könnten abwerten und so wieder wettbewerbsfähig sein, finde ich nachvollziehbar. Anstatt einer starken deutsche Exportwirtschaft, erkauft mit Steuerngeldern, wäre die Investition der Transferleistungen in Bildung, Infrastruktur und Patenten genauso sinnvoll für eine starke Exportwirtschaft.
Der Euro wäre m. M. nach ok, wenn wir verlässliche Kriterien zum Verbleib in der Eurozone hätten, eine gemeinsame Administration und eine verlässliche Kommunikation hätten.
Leider sehe ich nur Streiterei, Verstöße gegen beschlossene Verträge, hohe Jungendarbeitslosigkeit, den Zahlmeister Deutschland, Hass, wenn wir für Bürgschaften auch noch legitime Forderungen verlangen und auch sehr viel Lobbyismus.
Die Konstruktionsfehler sind eigentlich bekannt und es wird leider nur Flickschusterei betrieben, da man offenbar aus nationalen Eigeninteressen keine langfristigen Kompromisse hinbekommt. Ich sehe nur Kompromisse um Zeit zu gewinnen, keine schlüssigen Konzepte...
Wenn jemand diese sieht, ich wäre dankbar sie erklärt zu bekommen!
Anmerkung von Michel
geschrieben 24.03.2013 Website freiheitundoptimismus.wordpress.com
Die Studie widerspricht so ziemlich allen was ich über Aktien weiß. Ich denke das sich das Bild dramatisch ändert, wenn man nur Unternehmen betrachtet, die älter sind als 5 Jahre und die schlechte Performanz vor allem auf Börsengänge zurückzuführen ist.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.03.2013
Ist es nicht auch so gewesen, dass sich Länder wie die PIGS mit dem Euro noch mehr verschuldet haben, weil Sie zum ersten Mal günstige Kreditzinsen erhalten haben? Früher hatte Italien doch auch schon Zinsen von 6, 7 Prozent, hat aber nie gejammert. Sie konnten die Währung inflationieren.
Auch ist der Steuereinzug in diesen Ländern oft recht lasch.
Wenn Länder wie Spanien diese tolle Liquidität in einen ausufernden Immobilienboom gesteckt haben, wundert einen eigentlich nichts mehr.
Lasche Steuereintreibung und viel Geld vom Staat sind wahrscheinlich auch Punkte, die die unterschiedliche Vermögenssituation erklären können.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 24.03.2013 Website www.welt-im-wandel.net
@Markus
Ja genau: Spanien, Italien, Griechenland etc. haben vom Euro profitiert.
Der "Witz" ist aber, dass auch Deutschland vom Euro profitiert hat und das weiterhin der Fall ist.
1. Die Inflation ist geringer als zu DM-Zeiten.
2. Die höherverzinslichen Altschulden werden in niedrigverzinste Neuschulden umgewandelt.
3. Private und Unternehmer können günstige Kredite bekommen, um Anschaffungen und Investitionen durchzuführen, was, wie man beim Immobilienboom sieht, auch geschieht.
4. Kapitalflucht und Einwanderung nach Deutschland nimmt zu.
5. Der ESM vergibt Kredite und kauft Staatsanleihen falls irgend ein Investor (Hedgefonds/Pensionsfonds/Fondsgesellschaften wie Pimco etc.) nicht bereit ist dies zu tun. - Vorteil für Deutschland: Als Haupt-Gläubiger kann über den ESM Reformdruck auf die Schuldner ausgeübt werden zB. - Angeblich hat der ESM bereits auch Anleihen emittiert... die rege von Japan und China nachgefragt wurden, weil erstere an einem starken Euro interessiert sind und letztere sich unentwegt auf der Suche nach Alternativen zum Dollar-Investment befinden.
Letztlich ist der ESM eine internationale Finanzinstitution nach Vorbild des IWF und der Weltbank. Wenn der IWF einen Kredit an ein angeschlagenes Land vergibt, nehmen wir Argentinien, die vor 10-15 Jahren ein schwere Krise durchgemacht haben, dann juckt das niemanden. Wenn aber der ESM einen Kredit an Griechenland oder Irland vergibt, ist das unfassbar, obwohl das unsere europäischen Nachbarn sind.
Die genannten Punkte sehen Ökonomen aus den angeschlagenen Ländern übrigens ähnlich und sprechen bereits von einer finanziellen Dominanz Deutschlands.
A propos Finanz-Dominanz:
Ich fand die Zypern-Aktion des Bundesfinanzministeriums gut. Man hat gezeigt, dass man jederzeit die Forderung nach einer Zwangsabgabe oder Vermögenssteuer aus der Schublade ziehen kann, clever! Und zwar deshalb clever, weil die Bundesbank-Studie eindeutig zeigt, dass die Südländer gar nicht so arm sind, wie gemeinhin angenommen und deren Reiche durchaus mehr beitragen könnten. Außerdem zeigt es, wie armselig die Politiker in diesen Ländern ticken, denn eigentlich wäre es der Job des spanischen, zypriotischen, italienischen etc. Politikers nach Lösungen zu suchen. - Stattdessen macht Schäuble einen Vorschlag und die Folge ist, dass die Herde losrennt, um Bankautomaten zu plündern.
Zu guter Letzt:
Dann gibt es da noch das Argument, der Euro könne nicht funktionieren, denn unterschiedliche Volkswirtschaften machen mit. Stimmt, aber auch die Vereinigten Staaten von Amerika bestehen aus unterschiedlichen Volkswirtschaften. Die kalifornische Volkswirtschaft hat wohl wenig gemein mit der texanischen, die wiederum wenig gemein haben dürfte mit der von North Dakota, die wiederum kaum vergleichbar ist, mit derjenigen von Florida usw. - Man muss aber gar nicht weit weg gucken: Wie unterschiedlich funktionieren denn die Volkswirtschaften von Bayern und MäcPomm? usw.
Für mich steht eines fest:
1. Es fehlt in Europa bei vielen das Verständnis und der Wille nach gemeinsamen Lösungen zu suchen (zum Glück nicht bei unserer Bundesregierung).
2. Die Sparer sind die "Leidtragenden", denn mit ihren Sparbüchern und Kapitallebensversicherungen gelingt es ihnen kaum, die Inflation auszugleichen.
Anmerkung von Tim
geschrieben 24.03.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Markus
Nun, es gibt durchaus Technologieaktien mit einem Monsterlauf: IBM, Microsoft, Google, Amazon...
Selbst angeknackste Aktien wie HP, Intel, Dell, Cisco haben im langjährigen Schnitt gute Renditen gebracht.
Anmerkung von Turing
geschrieben 24.03.2013
@Markus
"PIGS Staaten könnten abwerten und so wieder wettbewerbsfähig sein, finde ich nachvollziehbar."
Ist aber Unfug. Die ständigen Abwertungen lösten keine Probleme, sondern verschlimmerten sie. Wer Abwertungen propagiert (wie Linke, oder Dirk Müller), der kehrt wahrscheinlich daheim den Dreck einfach unter den Teppich. Das macht ja auch weniger Arbeit, als die Kehrschaufel zur Hand zu nehmen und den Dreck in den Mülleimer zu befördern.
Eine Währungsabwertung erleichtert vielleicht den Export, aber die Wirtschaftsleistung hängt doch nicht nur vom Export ab. Und oft hängt der Export vom Import ab. Das sollte man in einer Industrienation wie Deutschland, die Rohstoffe importiert und Fertigprodukte exportiert, am besten wissen.
Noch nie hat ein Amerikaner herumgeheult, dass wirtschaftlich so verschieden strukturierte Staaten eine Einheitswährung haben. Auf der einen Seite sehr moderne Staaten wie Kalifornien, Texas und New York, auf der anderen Seite landwirtschaftlich geprägte Staaten wie Wyoming, Montana und Iowa.
Währungsabwertungen überzeugen nur die schlichten Gemüter.
Weder EU noch Euro sind Garanten oder Ursachen für den Frieden in Europa, aber deshalb sind seine beide Institutionen nicht falsch.
Man stelle sich vor, die Griechen hätten weiterhin ihre Drachme gehabt. Die hätten einfach abgewertet und viele zahlreiche Tote bekäme immer noch ihre Rente. Der Euro hat die Politiker in Griechenland genötigt, die Probleme anzugehen.
[quote]Der Euro wäre m. M. nach ok, wenn wir verlässliche Kriterien zum Verbleib in der Eurozone hätten, eine gemeinsame Administration und eine verlässliche Kommunikation hätten.[/quote]
Welche Vorteile hätten wir davon, wenn "schwache" Länder einfach Tschüss sagen? Keine! Mein arbeitsloser Nachbar benutzt auch die die selbe Währung wie ich. Wo ist da der Schaden für mich? Der Schaden entsteht dann, wenn ich ihm Kredit gebe und er sich einfach in eine schwache Währung flüchtet. Genauso ist es bei den Pleitestaaten. Und der Schaden wäre nicht nur monetär für den Vertragspartner, sondern vor allem reputativ für den flüchtenden Staat. Auf Jahre hinaus wäre Griechenland ein gebranntes Kind, mit dem niemand mehr Geschäfte machen möchte. Was heißt Griechenland? Unternehmen in Griechenland sind davon betroffen. Im Gegensatz zum Staate Griechenland bekämen die Unternehmen die volle Breitseite ab, was den Reputationsschaden angeht, ohne auch nur ein kleines bisschen vom Euro-Ausstieg profitiert zu haben. Von letzterem profitieren nur Schuldner und der größte Schuldner profitiert am meisten. Das ist, das wissen wir alle, der Staat.
[quote]Leider sehe ich nur Streiterei, Verstöße gegen beschlossene Verträge, hohe Jungendarbeitslosigkeit, den Zahlmeister Deutschland, Hass, wenn wir für Bürgschaften auch noch legitime Forderungen verlangen und auch sehr viel Lobbyismus.[/quote]
Die griechischen Politiker und Medien sind sehr erfolgreich darin, die eigene Bevölkerung für dumm zu verkaufen. Und die hiesigen Linken sind sogar der Meinung, dass das propagierte Deutschlandbild sogar passend ist.
Man hätte von Anfang auf Hilfe verzichten und auf die ursprünglichen Verträge pochen sollen. Die sahen Transferzahlungen und ähnliches nie vor.
[quote]Die Konstruktionsfehler sind eigentlich bekannt und es wird leider nur Flickschusterei betrieben, da man offenbar aus nationalen Eigeninteressen keine langfristigen Kompromisse hinbekommt. [/quote]
Es war richtig konstruiiert, aber die Politiker halten sich nicht gerne an die Konstruktion, weil wir, die Bürger und Medien, es unseren Politikern immer zu einfach machen.
Wenn die meisten Bürger der Meinung sind, wir könnten uns Steuersenkungen nicht leisten, dann lachen sich die Politiker doch ins Fäustchen. Das ist doch geradezu eine Einladung zur Steuerverschwendungsparty.
Ich bin aus Überzeugung Optimist. Ich sehe, dass Griechenland die kleine Rosskur genutzt hat. Es gab zwar eine schrumpfende Wirtschaft, aber was ist denn da Geschrumpft? Scheinwirtschaft! Jetzt kann Griechenland mit günstigeren Gehältern und mit verringerten Staatsausgaben weitermachen. Das ist eine echte Chance.
Die Situation davor war doch untragbar. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit (auch bei jungen Akademikern) kam doch daher, dass es kaum Anstellung bei privatwirtschaftlichen Unternehmen gab. Daher suchten alle wie blöde Anstellung beim Staat. Dort herrschte seit Jahren der Nepotismus, die Ursache der griechischen Krise. Die ganze Krise ist eine echte Chance für Griechenland und für seine Jugend. Entweder wissen die es noch nicht oder unsere Medien klären uns nicht darüber auf, wie junge Akademiker in Griechenland wirklich über die Euro-Krise denken.
Grosso modo gilt das auch für Portugal, Spanien, Italien und Frankreich. In Italien ist die Schmerzgrenze noch nicht erreicht. In Frankreich ist sie noch weiter entfernt, aber früher oder später wird es doch so knallen wie in Griechenland.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.03.2013
@Matthäus Piksa
Ja, die Währungsunion hat durchaus auch Vorteile...
Die USA ist an sich etwas geschlossener, da Sie eine Regierung und keine 16 (?) mit den jeweiligen riesigen bürokratischen Monsterapparat hat.
Es ist sehr schwierig Geschenke, die einmal an das Volk verteilt worden sind und auch schon investiert worden sind, einfach wieder zurück zu nehmen!
Der politische Wille... Ist leider sehr uneinheitlich und schwach. In vielen Ländern gewinnen Sozialisten, Linke und Anti-Europäer die Wahlen. Da wird ein gewaltiger Reformdruck von Nöten sein.
Wenn viele Profs auch schon gegen die Union mobil machen, ist es schwierig gelassen zu bleiben bzw. alle als notorische Schwarzseher abzutun... Die Leute gehören mit zu unseren klügsten Köpfen. Bestimmt gibt es aber auch Eigeninteressen...
Bin gespannt wie das Experiment ausgeht!
@Tim
Sicher gibt es auch sehr starke Techs... Es gibt aber auch so viele Studien, wo eine der anderen wiederspricht.
Mir kann es im Prinzip wurscht sein, da ich ganz ordentlich gestreut habe.
Ich versuche weder alle Banken, Techs, die EU, Konsumriesen usw. als das allein selig machende zu verurteilen bzw. zu deklarieren.
Anmerkung von Markus
geschrieben 24.03.2013
@Turing
Das kling alles sehr überzeugend.
Eine gemeinsame Regierung die ihren "europäischen" Bürgern dass mal so erklären würde, wäre natürlich sehr schön...
Leider hören wir immer nur das schöne Wort "alternativlos" und Horroszenarien wenn es nicht klappen sollte.
Die Medien tun das übrige dazu.
Es wird ein Bild von einem heillos zerstrittenen Europa propagiert. Die Fehler bzw. nicht Einhaltungen von z. B. Maastricht-Verträgen wurden gemacht. Die Lösungen bzw. die nötigen Reformen erfordern viel Kraft, Nerven und guten Willen. Wahrscheinlich geht das ganze nur mit diesem starken Druck! Vielleicht ist die Krise sogar eine gute Chance für Europa.
Anmerkung von Martin
geschrieben 24.03.2013
Dass nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes besser seien, wie es diese Studie zu glauben machen will, glaube ich nicht. Ich finde eine Gleichgewichtung und Rebalancing gut. Zum S&P 500 gibt es folgendes paper, in dem der Gleichgewichtung eine Outperformance bescheinigt wird:
http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1321726
Die Erhebung der Bundesbank basiert doch auf einer Befragung von wenigen, oder? Die Antworten können auch nicht überprüft werden. Ich würde das nicht als Fakt akzeptieren. Vielleicht ist es auch ein Indiz für deutsche Schwarzgeldberge im Ausland?
Hat Buffett seine Anhänger zu Milliardären oder Millionären gemacht?
Buffett hat seine frühen Investoren zu Milliardären und Millionären gemacht. Beides. Es hängt natürlich von der Höhe des Investments und dem Einstiegszeitpunkt ab.
Anmerkung von Jan
geschrieben 24.03.2013 Website www.dividenden-blog.de/
Beim Vergleich der Renditen sollte auf keinen Fall das zugrunde liegende Risiko des Depots vernachlässigt werden. Durch die Varianz bzw. Standardabweichung kann dieses sichtbar gemacht werden. Wenn man ein Bluechip Depot mit einem Technologieindex vergleicht mag das Depot schlechter abschneiden aber das Risiko der BlueChips war vermutlich auch sehr viel geringer. Ähnliches gilt für den Vergleich verschiedener Anlageklassen oder die ewige Diskussion Trading vs. Investing.
Ich bin mit meiner Geldanlage auch zufrieden wenn ich ein bisschen wenig schlechter als der Index performe, vorausgesetzt meine Schwankung ist geringer. Dem entgegengesetzt werde ich in sehr schlechten Phasen besser abschneiden. Ich denke es ist somit durchaus möglich die Entwicklung des Index zu "glätten".
Anmerkung von martin
geschrieben 24.03.2013
@Jan: Varianz bzw. Standardabweichung sind kein geeignetes Maß für das Risiko. Sie werden nur benutzt, weil es nichts besseres gibt.
@Tim: Danke. Wusste gar nicht, dass die Leute so reich mit Buffett geworden sind. Milliardär wird man sonst nicht so einfach im "Windschatten".
Bei der Studie der Bundesbank fehlen die Sozialversicherungsansprüche. Der Barwert einer Pension ist z.B. gerne mal größer als 500.000 Wenn man u.a. solche Ansprüche weglässt verzerrt man das Gesamtbild. Zudem sind die Haushalte in Deutschland relativ klein und die Zahlen beziehen sich auf Haushalte. Für Spanien sind die Zahlen 2008 vor der Krise erhoben worden. In Spanien ist die eigene Immobilie viel weiter verbreitet als in Deutschland und seit der Erhebung sind die Preise erheblich gefallen. Das Vermögen der Spanier sollte also geschrumpft sein. Als Deutscher freue ich mich aber natürlich dennoch über die Zahlen, denn sie liefern unseren Politikern hoffentlich gute Argumente.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 24.03.2013 Website www.welt-im-wandel.net
@Markus
Ich habe volles Vertrauen in die Troika aus EU, EZB ud IWF die in Griechenland und sonstwo im Einsatz ist.
Anmerkung von ZaVodou
geschrieben 25.03.2013
Ich gehöre auch zu denjenigen, die sich selbst überschätzen und Aktien statt Indizes kauft. Warum? Ich sage mir, dass ich in einem Index sowhl gute als auch schlechte Untermehmen habe. Warum soll ich mich an schlechten Unternehmen beteiligen? Ist es wirklich so schwer aus 3.000 Firmen diejenigen 750 (=25%)ausfindig zu machen, die gute Geschäfte machen?
Lt. der Studie haben die schlechten Firmen eine durchschnittliche "Lebensdauer" von 6,85Jahren. Die guten Firmen eine von 9,23 Jahren. Was wäre, wenn ich aus dem Universum von 3.000 Aktien nur Firmen wählen würde, die schon länger als 10 Jahre im Indes sind? Oder sogar seit mindestens 10 Jahren eine sich jährlich steigernde Dividende zahlen? Noch nie Verluste gemacht haben usw. Die einzige Quintessenz, die ich aus der Studie ziehen ist: Kaufe Firmen, die mindestens schon 10 Jahre an der Börse gehandelt weren. Dies würde sich auch mit Jeremy Siegels Empfehlung decken, keine Start-Ups zu kaufen.
Anmerkung von Tobias
geschrieben 25.03.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
Tim, ich glaube du hast recht! Lesen ist wirklich das wichtigste! Ich denke, wenn man sich täglich ein wenig mit seinen Anlagen beschäftigt, kann man auch wirklich gute Unternehmen herausfiltern. Einen Indexfond oder ETF kann man zur Absicherung ja trotzdem nebenher laufen lassen.
Anmerkung von Markus
geschrieben 25.03.2013
@Matthäus Piksa
Schön wenn es auch noch ein paar Optimisten mit unserer Einheitswährung gibt! ;-)
Als ich heute die Zeitung aufgeschlagen habe, habe ich wieder nur Pessimismus und negative Leserbriefe gelesen.
Eine Währung ist nur so lange stark, wie auch die Mehrheit Vertrauen in diese hat. Ansonsten ist es halt nur bedrucktes Papier.
Indexfonds, Einzelaktien, Dividenden-Strategie, Smallcap-Strategie, Low 3, Dogs of Dow, Value-Analyse, Conrarian-Strategie, Zauberformeln, KUV-Filter, Relative Stärke.... Es gibt dermaßen viele verschiedene Strategien...
Im Prinzip muss man eine finden, die einem persönlich liegt, mit der man ruhig schlafen kann und die man nicht alle 3 Jahre wieder über den Haufen wirft. In den ersten 10 Jahren ist natürlich auch sehr viel ausprobieren und lernen dabei.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 25.03.2013 Website www.welt-im-wandel.net
@Markus
Die Vereinigten Staaten haben im Grunde die selben Probleme wie Europa. Viele Bundesstaaten sind hoch verschuldet.
Der Unterschied zu Europa ist jedoch, dass dort niemand ernsthaft diskutiert, ob es nicht besser wäre wenn einzelne Bundesstaaten den Dollar-Währungsraum verlassen würden, obwohl man die selben Argumente, die die Euro-Kritiker benutzen auch dort anführen könnte.
Mich würde mal interessieren, was der Durchschnittsamerikaner von solch einer Idee halten würde.
Übrigens: Mein Wissen erschöpft sich an dieser Stelle. So weiß ich zum Beispiel nicht, wie das FED-System, das ja bekanntlich wie das EZB-System aus mehreren Regional-Notenbanken besteht, konkret funktioniert. Auch weiß ich nicht, ob es Ausgleichzahlungen, Target-Systeme etc. gibt.
Was ich jedoch weiß ist, dass Winston Churchill bereits 1946 davon sprach, dass Europa gut daran täte sich zu den Vereinigten Staaten von Europa weiterzuentwickeln. Das haben in dem Vereinigten Königreich scheinbar auch schon wieder einige vergessen.
Anmerkung von Turing
geschrieben 25.03.2013
@Matthäus Piksa
Das hat man meines Erachtens nicht in Großbritannien vergessen, sondern in Resteuropa. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind kein Zentralstaat. Die Gliedstaaten haben enorme Freiheiten gegenüber Washington und das ist und war immer die Stärke der Vereinigten Staaten.
In Deutschland sieht es die Mehrheit der Bevölkerung anders. In Deutschland herrschen geradezu enorme Erwartungen darin, die politische Macht immer weiter zu konzentrieren, die sich aber durch nichts in der Geschichte begründen lässt.
Gemeinsame Münze, Abbau der Handelsschranken, große Infrastrukturprojekte (Autobahnen, Hochgeschwindigkeitsbahntrassen, Flughäfen) kann man vielleicht nur auf oberen politischen Ebenen effizient umsetzen, aber muss man denn alles über einen Kamm scheren? Über Radwege im Breisgau sollte man in Berlin niemals entscheiden.
Als das Rauchverbot diskutiert wurde, meinten viele, das müsste bundesweit einheitlich sein, es dürfe "kein Flickenteppich" entstehen. - Wer sich so äußerst ist doch meiner Meinung nach nahe der geistigen Umnachtung.
Die EU entwickelt sich mehr in Richtung UdSSR. Formell gesehen gibt es unabhängige Gliedstaaten mit eigenen Regierungen, aber faktisch sind sie machtlos.
Anmerkung von Felix
geschrieben 25.03.2013
Zusammenfassend kann man festhalten, dass es keinen Königsweg gibt, um Geld an der Börse zu verdienen. Hingegen gibt es viel Möglichkeiten, Geld zu verlieren.
Schon, dass jeden Kauf/Verkaufen ein Verkäufer/Käufer gegenüber steht, zeigt, dass höchstens die Hälfte richtig liegen kann. Dadurch, dass die Börsen (mit Ausnahme der Japanischen) immer neue Höchststände erreicht haben, konnte man allein durch Aussitzen vieles wieder gut machen.
Die Buffetts dieser Welt sind wohl die Schwarzen Schwäne der Finanzwelr, denen Legionen (unbekannter) Verlierer gegenüberstehen.
Was die Anmerkung des vorherigen Kommentars anbelangt, dass sich Die EU in Richtung UdSSR entwickelt, so ist das reichlich übertrieben. Diese Staaten der EU sind im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftskraft so hoch verschuldet, dass sie von fremden Geld abhängen wie der Junkie vom Stoff. Und das geht nun mal definitiv auf Kosten der Unabhängigkeit und Freiheit. Mein Mitleid dafür hält sich in Grenzen.
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 25.03.2013 Website www.welt-im-wandel.net
@turing
In GB gibt es gerade die EU-Austrittsdebatte. Cameron möchte 2017 ein Referendum durchführen, in dem über den Verbleib des Inselvolks in der EU abgestimmt werden soll.
Deutschland funktioniert nach dem Föderalismusprinzip. Mit den Föderalismusreformen I+II (Reform der Gesetzgebungszuständigkeiten auf Bundes- und Länderebene + Schuldenbremse auf Länder- und Bundesebene) ist Deutschland perfekt für alle Aufgaben der Zukunft gewappnet. Mit der FR I wurden nämlich komplizierte Gesetzgebungsverfahren klarer strukturiert und Aufgaben des Staates eindeutiger zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Mit der Schuldenbremse wurde Deutschland außerdem auch im Bereich der Fiskalpolitik zukunftsfähig gemacht (die Schweiz hat ebenfalls eine Schuldenbremse).
Die EU ist Garant der Freiheit in Europa. So garantieren die Arbeitnehmerfreizügigkeit, die Dienstleistungsfreiheit, die Niederlassungsfreiheit, die Kapital- und Warenverkehrsfreiheit, dass in Europa jeder machen kann, was er will.
Anmerkung von Markus
geschrieben 26.03.2013
Zum Beispiel war es gestern auch bei "hart aber fair" wieder zu sehen, wie groß das Vertrauen der Bevölkerung in die EU und die Politiker ist... Ich glaube wir haben bald 65 % wo nicht mehr daran glauben.
Das ist für mich auch das "Brenzlige". Ohne Vertrauen etwas aufzubauen ist fast zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Dieses Vertrauen muss durch sehr harte Arbeit und ehrliche Kommunikation seitens der "Entscheider" wieder hergestellt werden. Die Bevölkerung wird ganz wirbelig von Überschreitungen der roten Linie, vor & zurück, Angst um Ersparnisse, Milliardensummen und das dazugehörige Medienecho... Hausaufgaben, die seit Jahrzehnten nicht gemacht wurden, können auch schwerlich in 1 - 3 Jahren korrigiert werden (wie z. B. ausufernde Blasenbranchen).
Der Vergleich mit der USA... Hm, zumindest haben Sie eine Regierung und eine gemeinsame Sprache...
Warum wollen denn alle starken Länder wie Norwegen, Schweiz, Schweden, Dänemark nicht Nettozahler werden?
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 26.03.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Wer wußte schon damals, daß Buffett so erfolgreich wird ?
Anmerkung von Matthäus Piksa
geschrieben 26.03.2013 Website www.welt-im-wandel.net
@Markus
Fragen über Fragen! Wieso fragen sie eigentlich nicht den Landtags-, Bundestags und/oder Europaparlamentsabgeordneten ihres Vertrauens? (Tipp: Auf Zuständigkeiten achten!)
Ich habe auch schon mal einem Landesminister ein paar Fragen gestellt. Vor etlichen Jahren habe ich darüber hinaus auch mal einen kurzen Fragenkatalog zu einer mir unklaren Gesetzesauslegung an ein paar Bundesministerien geschickt (per e-mail). Sie werden erstaunt sein: Von allen (!) Ministerien und dem Landesminister erhielt ich befriedigende Antworten.
Wieso formulieren Sie nicht einfach einige Fragen, die ihnen unter den Fingernägeln brennen, und schicken den Fragenkatalog anschließend per Post, per e-mail oder sonst wie an die zuständigen Herren und Damen. Fragen kostet bekanntlich nichts. Außerdem werden die Abgeordneten letztlich auch dafür von unserem Steuergeld bezahlt Anfragen zu beantworten.
Die Finanzmärkte bestehen zu 99 Prozent aus „Experten“, die Prognosen abgeben. Sie sagen uns alles mögliche voraus. Wo Gold, wo die Chevron-Aktie stehen wird. Sie prognostizieren exakt, was das Fass Öl kostet im nächsten Jahr, was aus der Eurokrise wird, wo die Inflation landet. Sie wissen, wo der DAX, der S&P-500-Index stehen werden. Sie behaupten, zu wissen, was Facebook verdienen wird im Jahr 2016 - bis auf den Cent genau.
Es scheint, als hätte man es mit Alleswissern zu tun. Dabei wird jeden Tag zu viel Zeit und Energie mit Dingen verbracht, die wenig Nutzwert haben. Denn die Zukunft kennen wir nicht. Zum Glück.
Bricht ein Krieg aus oder wird ein riesiges neues Ölfeld entdeckt, steht der Ölpreis plötzlich woanders. Jeden Tag passieren völlig überraschende Dinge.
Es ist geradezu Aberglaube im Spiel, wenn es um all die Wahrsagereien geht. Ich verstehe gar nicht, warum so viele Menschen auf all diese Voraussagen setzen.
Ich denke, es ist von einem viel größeren Nutzwert sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Und mit dem jetzt und heute. Das sind Fakten und keine Phantasiewelten. Ich bin der Meinung die Vergangenheit sagt uns sehr viel mehr.
Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wenn ein Unternehmen seit 50 Jahren die Dividende regelmässig erhöht hat, ist das eine herrliche Erfolgsserie.
Der Mensch neigt satt dessen dazu, Prognosen begierig aufzusaugen. Dabei stecken Prognosen voller Annahmen.
Warren Buffett beschäftigt sich nicht mit den Studien der Wall Street. Buffett sagt, er liest die Researchberichte nur, wenn er sich amüsieren möchte. Er liest am liebsten die Fakten, die Quartalsberichte, die Geschäftsberichte, wichtige Mitteilungen des Managements. Jeden Tag liest das Genie fünf Zeitungen. Wenn er daheim ist, trägt er einen Jogginganzug. Er geht ins Internet, liest Bücher. Basierend auf diesem Fundament, trifft Buffett seine Entscheidungen. Es sind reine Fakten. Er braucht keine Umsatzschätzungen eines Analysten, die 15 Jahre in die Zukunft reichen.
Wer sich an die Fakten hält, macht bessere Entscheidungen. Sie brauchen ein striktes Modell, nach dem Sie Aktien auswählen. Überlassen Sie diese Entscheidung nicht anderen, sondern denken Sie selbst nach. Natürlich sollten Sie viel lesen. Sie sollten aber am Ende des Tages frei von Emotionen entscheiden, welche Aktie ein Kauf bzw. Verkauf ist. Hier beschreibt Buffett seinen eigenen Entscheidungsprozess sehr gut.
Es gibt Vorstände, die erzählen Ihnen das Blaue vom Himmel. Die schwärmen, welch große Entdeckungen sie machen werden, welche Medikamente sie entwickeln werden. Sie sagen, sie können den Umsatz in vier Jahren verdoppeln und den Gewinn vervierfachen. Es gibt Schatzsucher, die erzählen Ihnen, welch gigantische Minen sie in fünf Jahren errichten möchten. Dabei haben sie noch nie in ihrem Leben zuvor eine solche Mine gebaut.
Börsianer, die in die Vergangenheit blicken, sehen, ob es womöglich ein Traum sein kann oder glaubwürdig klingt. Waren die zurückliegenden Jahre mau, sollten Sie skeptisch sein, wenn plötzlich alles besser werden soll. Eine gesunde Skepsis ist gut. Setzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein.
Wer sich von tollen Prognosen blenden lässt, wird auf die Nase fallen.
Beschäftigen wir uns mal kurz mit dem Normalanleger. Der kaufte im Jahr 1999 die AOL-Aktie. Der kaufte EM.TV-Aktien auf dem Allzeithoch – eine junge Münchener Medienfirma ohne Historie mit wunderschönen Träumen, mit relativ jungen Managern und einer absurden Milliardenbewertung.
Beschäftigen wir uns mit der jüngsten Finanzkrise. Was tat der Durchschnittsbörsianer? Dieser verkaufte seine Aktien während der Krise und hortet seither jede Menge Cash im Marmeladenglas. Der gewöhnliche Börsianer hat eine der besten Kursrallys in der Geschichte des Dow Jones verpasst. Woran liegt es? Weil sie Prognosen aufschnappen. Weil sie auf Untergangspropheten hören. Weil sie zu wenig lesen. Weil ihre Gefühle überhandnehmen.
Anmerkung von stevoxx
geschrieben 23.03.2013
EM.TV war mein Einstieg in die Welt der Aktien. Wann ich einstieg und wie es ausging, kann sich jeder denken... :-(
Im Nachhinein ein Lehrstück wie Gier und Herdentrieb uns immer wieder täuschen. Zu schön war die story vom smarten Münchner Unternehmen..
Anmerkung von Tobias
geschrieben 23.03.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
Man muss versuchen, seine Gier und Angst auszuschalten! Nur wenigen Menschen gelingt das.
Viele Grüße
Anmerkung von Jan
geschrieben 23.03.2013 Website www.dividenden-blog.de/
Das ist genau meine Strategie, tolle Unternehmen die über Jahre hinweg ihre Qualität bewiesen haben, zu hoffentlich günstigen Kursen ins Depot legen. Hinter diesen Unternehmen steht meist ein sehr starkes Geschäftsmodell, was dem Unternehmen ermöglich dauerhaft hohe CashFlows zu realisieren und somit Aktien zurückzukaufen oder Dividenden zu erhöhen da nur noch wenige Investitionen getätigt werden müssen.
Zum Thema FInanzexperten sollte man beim Lesen von Analysen auf jeden Fall eine Menge Vorsicht walten lassen und hinterfragen wer der Ersteller der Analyse ist und in welcher Form er mit dem analysierten Unternehmen zusammenhängt. Oft spielen die Analysen den "Verkaufsabteilungen" des Unternehmens in die Karten um es mal so auszudrücken ;)
Anmerkung von Markus
geschrieben 23.03.2013
Zumindest sind die Vergangenheit und die Jahresberichte eine der größtenteils gesicherten Erkenntnisse aus der Unternehmenshistorie. Besser jedenfalls als die Glaskugel. Am einfachsten ist das ganze Natürlich in die Zukunft zu interpolieren, wenn das Unternehmen sehr günstige Artikel mit Marke bzw. einem Burggraben hat.
Es gibt aber auch schöne Turnaround-Geschichten.
Gier und Angst... Ich denke es kommt ganz darauf an, seinen eigenen Investmentstil zu finden, mit dem man ruhig schlafen kann!
Anmerkung von Tim
geschrieben 23.03.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Markus
Ja, das stimmt. Ich schätze mal, dass 95 Prozent der Börsianer keine Geschäftsberichte liest. Wer sich also dort in den offiziellen Dokumenten der Unternehmen informiert, ist bei den 5 Prozent.
Anmerkung von Alex
geschrieben 24.03.2013
Dumme Frage, aber wenn ca 70% der Aktien bei Institutionellen liegen, sind die 95% nicht etwas zu hoch angesetzt...
wobei selbst da gibt es wohl auch technische, vielleicht sogar computergetradet.
Anmerkung von Tim
geschrieben 24.03.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Alex
Ich habe die 95 Prozent einfach mal geschätzt. Ich bezog das auf Privatanleger.
Ich fand eine Erhebung, die zeigt, wie wenig Anleger sich die Mühe machen, Geschäftsberichte zu lesen. Komischerweise lesen auch Langfristanleger selten die Geschäftsberichte: http://irwebreport.com/20110713/few-read-annual-reports/
Frauen lesen sie übrigens doppelt so häufig als Männer (Problem der Selbstüberschätzung).
es gibt so viele Kleinanleger die 1999/2000 im Neuen Markt investiert waren und dann alles Geld verloren haben und seit dem Neuen Markt auch nie wieder an die Börse zurückgekehrt sind. Schade eigentlich. Als Value Investor kann man sich einen tollen Cash Flow aufbauen. Monat für Monat steigende Dividendenzahlungen.
Ich habe einen Milliardär vor ein paar Jahren in New York getroffen. Sein Name Harry Dobson (Foto). Er lebt in Monaco. Er war mal Großaktionär des berühmten Fußballclubs Manchester United.
Dobson hat mir erklärt, wie man reich wird: „Du musst einsteigen, wenn sich niemand dafür interessiert.“ Er kaufte alte Minen in den Jahren 2000 und 2001, als der Goldpreis bei 274 Dollar stand. Heute kostet Gold 1.600 Dollar je Unze.
Dobson kennt die richtigen Leute. Er ist ein Netzwerker. Ständig sitzt er im Flugzeug, trifft Banker, Investoren, Manager.
Jedenfalls kaufte er die kanadische Kirkland-Lake-Mine für ganze fünf Millionen Dollar vor mehr als einem Jahrzehnt. Die Schächte waren überflutet, die Anlagen verrottet. Er polierte den alten Betrieb wieder auf. Heute ist das Unternehmen an der Börse mehr als 300 Millionen Dollar wert.
Auf was ich hinaus will: Die größten Vermögen werden antizyklisch verdient. Contrarian Investing nennt man das. Sobald ein Asset oder Aktie in Vergessenheit gerät, steigen die Smarten ein.
An der Wall Street schreibe ich am liebsten über Aktien, die gerade schlechter als der Index abschneiden.
Nehmen Sie ein extrem gesundes Unternehmen wie Darden Restaurants. Jahrelang verwöhnte die Restaurantkette seine Anleger mit steigenden Umsätzen und Gewinnen sowie mit fetten Dividenden. Eines Tages kam eine Gewinnwarnung. Ein schwaches Quartal. Und schon stürzte der Kurs ins Bodenlose. Ich schrieb natürlich darüber.
Der Durchschnittsanleger macht am liebsten das Gegenteil. Der kauft bevorzugt, was ganz oben in der Gunst der Menschen steht. Wenn das Image glänzt wie nie zuvor, kauft die Meute die Aktie. So war das bei AOL oder bei Apple.
Hierzu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Die belegen: Allseits geliebte Firmen werfen an der Börse keine blitzsauberen Renditen ab.
Im Gegenteil. Firmen und Marken, die von jedem geliebt werden, sind teuer und anfällig für Kursrückschläge. Apple hat uns das eindrucksvoll gezeigt. Auf einmal crashte das Kurswunder.
Eher sollten Sie nach dem Fallobst schauen. Womöglich wird die Apple-Aktie nach dem Ausverkauf ab einem bestimmten Punkt wieder spannend.
Fassen wir zusammen: Was gehasst wird, hat mehr Kurspotential. Womöglich haben Finanzdienstleister oder die großen deutschen Versorger Potential. Beide Branchen notieren unter dem Eigenkapital beziehungsweise nahe am Buchwert. Kein Mensch interessiert sich für diese Aktien.
Ich rate: Schauen Sie sich ruhig mal die Performancelisten von unten an. Unternehmen mit einem schlechten Ruf sind eventuell ein Schnäppchen und werden weitaus mehr abgestraft, als sie es verdient haben. Irgendwann dreht der Wind.
Staranleger Bill Miller hat seine Contrarian-Strategie in einem TV-Interview kürzlich gut beschrieben. Er kauft am liebsten, was schlechter als der Index läuft. Umstrittene Aktien. Wenn Menschen Angst vor einem Unternehmen haben. Wenn es viele negative Schlagzeilen gibt. Dann interessiert sich Miller für sie.
In Deutschland und den USA gehören meiner Meinung nach Versicherungen und Großbanken in jene Kategorie.
Dauerlieblinge der Masse sind dagegen Aktien wie Michael Kors, Amazon.com, Lululemon, Salesforce.com...
Fazit: Die Kunst besteht darin, anders als die Masse zu denken. Jedenfalls hat es bei Harry Dobson funktioniert. Es gehört allerdings viel Mut dazu. Geduld brauchen Sie natürlich. Und Fehlgriffe passieren sicherlich auch.
Anmerkung von LK
geschrieben 22.03.2013
Hallo Tim,
für einen "Kleinanleger" ist diese Strategie meiner Meinung nach sehr schwer umzusetzen, da sehr viel Fach-Know-How benötigt wird, um z.B. eine Mine zu bewerten. Viele Minen haben sich ja tatsächlich als wertlos entpuppt.
Klar, die Chancen sind riesig, wenn man eine Perle erwischt.
Ich persönlich schaffe emotional höchstens Indexfonds und große Blue Chips, alles andere würde mir den Schlaf rauben.
ich teile Deine Ansichten.
Habe gerade selbst einen Artikel über die beiden großen deutschen Versorger geschrieben.
Viele Grüße
Anmerkung von Anna
geschrieben 22.03.2013
Hallo,
naja, eine Mine ist nichts für meinereiner, da langt das Kapital nicht.
Man sollte sich aber Werte, die keiner will (vor einigen Jahren US-Werte, z.Z. Versorger), genauer ansehen und gegebenenfalls zugreifen.
Auch wenn einer mal mächtig verdroschen wird und der Kurs abstürzt, ebenfalls genauer hinsehen. Die Stopp-Loss-Strategie verschlimmert das Problem, das wird eine Spirale nach unten. Habe mal
Schering in so einer Situation gekauft (später von Bayer übernommen), später bei die AIG.
Aber das wichtigste: Man braucht immer eine gute Cashreserve, um zugreifen zu können.
Funktionieren muss es nicht immer, aber Zeit braucht man, nicht ungeduldig werden und nach 5 Tagen das Handtuch werfen.
VG Anna
Anmerkung von Tim
geschrieben 22.03.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ LK
Die Strategie ist recht einfach, finde ich: Einfach den Dow Jones oder DAX von unten anschauen. In den USA gibt es ja die Strategie des "Dogs of the Dow".
Bei den Minen gebe ich dir Recht. Da sollte man sich sehr gut auskennen. Sonst macht das keinen Sinn. Man muss die Führungskräfte kennen, die "wahren" Ressourcen verstehen, man muss Gutachten (43-101) lesen können etc.
Anmerkung von Ulrich
geschrieben 22.03.2013
Es gibt auch spezielle Turnaround-Fonds, die auf einen Trendwechsel bei Unternehmen setzen.
Und man kann per Fonds und ETF auf ganze Länder/Regionen setzen, die allgemein gemieden werden: Russland, Nordafrika, Griechenland ...
Wenn hier der Turnaround kommt, kann es sich richtig lohnen. Ohne gute Nerven und viel Geduld geht es halt nicht. Und nicht jeder Turnaround-Kandidat bekommt den Turnaround auch hin ...
Anmerkung von Tim
geschrieben 22.03.2013 Website www.timschaefermedia.com
@ Ulrich
stimmt. Einer der bekanntesten Turnaround-Anleger in den USA ist Bruce Berkowitz. Der kauft, was die Masse hasst.
Ich finde es schwierig für die meisten Privatanleger umzusetzen. Zumindest bei Einzeltiteln.
Solche Investoren haben oft Bekannte aus Firmenführung, Banken, Wirtschaftsbossen, einen besseren Überblick, ob die Mine / Firma wieder auf die Beine kommen kann usw.
Wenn ein Investor mit genügen Bargeld am Rand steht und bereit ist alles zu tun ist es gar kein so großes Risiko mehr.
Auch Buffett hatte bzw. hat ein riesiges Netzwerk von sehr fähigen Unternehmenslenkern... Welcher kleine Angestellte hat das?
Chancen bzw. Risiken gibt es in Griechenland, Italien, Eon, Solarworld, Renault, allgemein Bankensektor u. v. m.
Teilweise sind einige Investments so stark von Banken, Währungsumstellungen oder Staaten abhängig, dass ich nicht einschätzen kann, wie lange die Geduld und der gute Wille der Geber anhält.
Prinzipiell halte ich Blue Chips mit Marke, nichtzyklischer Konsum, Dividendenwerte wie die Aristokraten, etf`s nach BIP-Aufteilung für wesentlich geeignetere Anlageformen für einen normalen Privatanleger als eine Contrarian-Investment-Strategie.
Über ein Rebalancing bei starken Werten oder etf`s inklusive smallcaps und emerging markets investiert man auch antizyklisch!
Es soll aber auch gute Contrarian Investoren geben, die Spaß daran haben Bilanzen zu durchwühlen, Statistiken und Gutachten auszuwerten, starke Netzwerke haben... Diesen Investoren bin ich nichts neidisch und werde deswegen keine Strategie ändern... Vor allem keine, mit der ich ruhig schlafen kann!
Anmerkung von stevoxx
geschrieben 22.03.2013
Klingt einfach, ist es aber nicht.
Wann ist man Teil der Masse und wann nicht? Unser Schulsystem und unsere Arbeitswelt ist auf Konformität aufgebaut. Es braucht viel Zeit und Geduld, dieser mentale Mauern niederzureißen und neu aufzubauen.
Anmerkung von David
geschrieben 22.03.2013 Website wohlstand-durch-wachstum.blogspot.de/
Sehr schöner/guter Artikel Tim, sehr schönes Foto. Eigentlich ist es immer gleich. Die meisten Anleger kennen die ganzen Sprüche, Tipps, Anmerkungen der großen Anleger wie z.B. dass man gegen den Strom schwimmen soll, kaufen soll wenn alle verkaufen usw. Man überlegt sich diese Tipps nächstes mal, wenn es soweit ist, umzusetzen. Dann kommt endlich der erhoffte Zeitpunkt und die Tipps sind weg, irgendwo im Hinterkopf verschwunden. Man verfällt selbst in Panik, verkauft seine ganzen Aktien oder sitzt wie gelähmt vor dem Bildschirm und weiß nicht was man tun soll. Bis sich dann die ganzen Märkte erholt haben und man dann sieht das man hätte kaufen sollen...
Manchmal wünsche ich mir dass ich Ende 08/ Anfang 09 18 Jahre gewesen sein sollte und dann Aktien gekauft hätte - oder Ende 2011. Doch leider wurde ich erst nachher 18, meine Eltern natürlich keine Aktien-Fans nach wie vor nicht und so komme ich etwas verspätet durch mein pysiologisches Alter an den Markt.
Genauso verhält es sich übrigens gerade mit E.on bei mir. Ich habe selbst E.on- Aktien im Depot habe aber bis jetzt noch nicht nachgekauft, hole dies jetzt nach. Ich sah nur den Absturz, verkaufte zwar nicht, tat aber auch nichts anderes.
Man könnte ja einfach mal logisch nachdenken. In DE gibt es zwar über 900 Stromanbieter, die meistens sind jedoch zimmlich klein. Die 4 größten sind RWE, E. On, Vattenfall und EnBW mit einem geschätzten Marktanteil von 80 %- 90 %. E.on davon der größte. Klar geht es dem Konzern gerade bescheiden, aber langfristig nimmer! Strom ist heutzutage fast schon essenziell. Ohne läuft hier gar nichts, aber wirklich nichts. Sprich einfach logisch nachdenken, Konzern checken sowie die ganze Umwelt und dann kaufen. In den Regel kann dann nichts schiefgehen.
Gedanklich wegkommen kann jeder von den "besten Firmen", den "tollsten Marken", den "besten Arbeitgebern", wenn man diese Listen von unten anfängt, zu lesen. Dort sind jene Aktien zu finden, die das höchste Verbesserungspotential haben. Hier ist so eine Bestenliste: http://www.harrisinteractive.com/vault/2013%20RQ%20Summary%20Report%20FINAL.pdf
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 22.03.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Ich glaube auch das die Strategie sehr schwierig für einen Kleinanleger umsetzbar ist.
Darden Restaurant habe ich Anfang des Jahres auch für mein Dividenden Depot gekauft.
Anmerkung von Tobias
geschrieben 22.03.2013 Website finanzweltverstehen.blogspot.de/
Ich habe Darden Restaurants ebenfalls im Depot. Allerdings kann ich nur davor warnen, Aktien von Unternehmen zu kaufen, die man selbst nicht kennt. Wenn man allerdings schon öfter die Vereinigten Staaten besucht und stets gerne und gut bei Olive Garden gegessen hat, kann man sich auch solch einen Titel beruhigt ins Depot legen.
Wenn die meisten Menschen ein ökonomisches Problem sehen, sehen Genies wie Carl Icahn, George Soros, Seth Klarman oder Warren Buffett Chancen. Die Stars haben die Gabe, besser auseinander halten zu können, wo die wahren Risiken schlummern und wo Chancen lauern.
Die Masse ist damit überfordert. Die Meute wird euphorisch, wenn die Börse auf einem Allzeithoch notiert. Dann werden die Genies sehr vorsichtig.
Die besten Anleger investieren aggressiv, wenn die Masse nur Gefahren sieht. Sie können dieses Konzept nun Contrarian Investing oder Value Investing nennen. Oder wie auch immer.
Schauen wir uns jetzt die aktuelle Situation an: Die Wall Street steht auf einem Allzeithoch. Die Menschen werden mutiger, fangen an, Aktien zu kaufen. Insofern sind jetzt die Risiken höher als vor vier Jahren, als die Kurse um 50 Prozent eingebrochen waren.
Der gewöhnliche Anleger neigt aufgrund seiner unkontrollierbaren Gefühlswelt dazu, hohe Kurse als attraktiv zu empfinden und niedrige Kurse als brandgefährlich einzuschätzen. Weil das die meisten Menschen eben nicht richtig auseinanderhalten können, kreieren sie Blasen. Anschließend hinterlässt die Meute Trümmerhaufen. Dieses Konzept der Blasen und Trümmer wiederholt sich ständig.
Es ist so, als ob Sie jedes Mal zu spät zum Dinner kommen würden. Eben dann, wenn die guten Happen weg sind. Der Durchschnittsanleger kommt zur Party, wenn nur noch Krümel übrig sind. Wer etwas cleverer ist, schafft es wenigstens zum Nachtisch. Zu jenem Zeitpunkt sind sicherlich vom Hauptgericht noch Reste übrig, ein paar leckere Drinks sicherlich auch. Der smarteste Gast (Buffett, Icahn, Soros) kommt superpünktlich – am besten bevor das Dinner beginnt.
Um es zusammenzufassen: Rekordkurse bedeuten mehr Risiken als niedrige Kurse. Insofern ist es ratsam, jetzt etwas vorsichtiger zu werden. Um es mit dem Dinner zu vergleichen: Womöglich wird gerade der Nachtisch den Gästen gereicht. Für Euphorie war in den vergangenen vier Jahren die bessere Zeit (Vorspeise, Hauptgang). Die Herde versteht diesen Grundzusammenhang nicht. Deshalb schneidet der Durchschnittsanleger lausig an der Börse ab. Der Normalanleger kauft eben tendenziell zu teuer und verkauft zu billig.
Nicht verschweigen möchte ich, was Buffett, Alan Greenspan (TV-Foto CNBC), Staranleger Bill Miller und BlackRock-CEO Laurence Fink sehen. Die rechnen offenbar allesamt mit einem gewaltigen Börsenanstieg, der uns bevorsteht.
Eine weitere Lehre sollten wir ziehen: Wir sollten keinesfalls versuchen, die Börse zu timen. Denn all das Hin und Her kostet uns unnötig Tradinggebühren und Steuern. Es lohnt sich einfach nicht. Studien belegen das ganz klar.
Kein Mensch weiß, wann die Kurse einen neuen Sprint nach oben hinlegen und wann sie einbrechen werden. Das kann keiner genau vorhersehen. Es kann jederzeit passieren. Es kommt keiner vorher mit dem Glöckchen vorbei, um uns einen Stimmungswechsel mitzuteilen.
Die richtig guten Profianleger haben aus diesem Grund einen langen Anlagehorizont. Zwischen dem Jahr 2000 und 2012 verdiente die Vermögensverwaltung der Yale Uni zwölf Prozent per annum. In der gleichen Zeit brachten US-Aktien nur zwei Prozent. Von den 100 Milliarden Dollar Assets waren 43 Prozent in Alternative Anlagen geflossen, also in so exotische Anlageformen wie Hedgefonds oder Private Equity.
Für den Privatanleger eignet sich das weniger. Hedgefonds sind intransparent. Für Kleinanleger sind sie in der Regel nicht zu haben. Mit Private Equity ist das ähnlich.
Also macht es Sinn, andere erfolgreiche Profis zu kopieren. Das können Sie mit Leuten wie Icahn, Buffett oder Soros tun. Deren Beteiligungen sind publik.
Alternativ können Sie schauen, was Norwegen macht. Seit 2000 verdienten die Norweger mit ihrem Staatsfonds vier Prozent per annum. Das Doppelte der US-Börse in dieser Zeit. Das Portfolio ist diversifiziert. Es sind 9.000 Unternehmen im Depot enthalten. Der Trick: Die Norweger haben Geduld. Sie haben Zeit. Sie sind bereit, wenn die Börse ins Rutschen kommt, einen Abschwung auszusitzen. Wenn die Börse sinkt, kaufen die Norweger zu. Sie verlieren nie die Nerven.
Das sollten Sie auch tun.
Hören Sie besser nicht auf Leute, die Ihnen erzählen möchten, wo der Markt nächsten Monat oder nächstes Jahr exakt stehen wird. Das ist völliger Unsinn. Leider kommen in den bekannten TV-Börsensendern viel zu viele „Wahrsager“ zu Wort. Der Nutzwert von diesen Kursprognosen ist meiner Meinung nach gleich Null.
Was würde ich jetzt tun? Warten Sie einfach auf einen neuen Einbruch. Sobald die Börse das nächste Mal um 30, 40 oder gar 50 Prozent fällt, haben Sie Mut. Sie kennen bestimmt den Spruch: „Wenn Blut auf den Strassen fließt, kaufen sie so viel sie können.“ Dann sammeln Sie die besten Firmen zu Schnäppchenpreisen ein.
Die Eine-Million-Dollar-Frage ist jetzt: Wann kommt der nächste Crash? Keine Ahnung. Das sollte Ihnen egal sein. Die soliden Aktien, die jetzt in Ihrem Depot liegen, würde ich wie einen alten Schinken einfach liegen lassen. Wenn Ihnen eine tolle Aktie in der Zwischenzeit über den Weg läuft, können Sie nach wie vor zugreifen. Aber etwas vorsichtiger wäre ich schon. Und gehen Sie selektiv vor.
Wenn die Kurse das nächste Mal abstürzen, rate ich mit dem Kerndepot zum Aussitzen und Abwarten. Vier Jahre nach der schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg stehen die Weltbörsen wieder im Plus. Wer in dem jüngsten Crash verkauft hat, hat den Fehler seines Lebens gemacht.
Fazit: Eine clevere Strategie ist das A+O für eine gute Performance. Behalten Sie immer die Nerven. Egal, was passiert. Etwas Liquidität in der Kriegskasse, um jederzeit gewappnet zu sein, ist ratsam. Man weiß nie. Das Kerndepot würde ich durch gute und schlechte Zeiten einfach durchhalten. So wie es Buffett und die Norweger tun.
Meine vier Aktien für die Rente haben sich bislang gut geschlagen. Nur die Heinz muss ich jetzt leider austauschen, weil mir Buffett den Ketchuphersteller weggeschnappt hat - ohne uns Kleinaktionäre zu fragen.
Anmerkung von Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
geschrieben 21.03.2013 Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/
Wenn man nicht auf Kursspekulationen setzt, dann kann man doch jeden Monat weiter Aktien kaufen, wenn man die Dividendenstrategie langfristig verfolgt.
Anmerkung von D.K.
geschrieben 21.03.2013
"Wer in dem jüngsten Crash verkauft hat, hat den Fehler seines Lebens gemacht."
An dieser Stelle musste ich schmunzeln.
Du hast vollkommen Recht. Die Börse hat schon mehrere Krisen überwunden, was man nicht gerade von zahlreichen Unternehmen/Banken behaupten kann. Und wer sich dividendenstarke Titel ins Depot holt, sollte hoffentlich die Krisen ohne Angst überstehen können. Es gibt genug Firmen, die, wenn es mal schlecht läuft, trotzdem Jahr für Jahr Dividenden ausschütten, die man wieder reinvestieren kann.
Du hast schon mal von dem Schneeballeffekt gesprochen, Tim.
Und wer diese Strategie über 20-30 Jahre fährt, wird höchstwahrscheinlich viel früher in Rente gehen / eine finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Ohne dabei wirklich auf Lebensqualität während dieser Jahre verzichten zu müssen.
Sagt ja auch keiner, dass man nicht konsumieren soll. Alles in Maßen - wie es so schön heißt. Und das trifft nicht nur auf das Thema Investieren zu, sondern auch auf andere Lebensbereiche wie z.B. gesunde Ernährung (ich esse auch ab und zu mal bei den diversen Schnellimbissketten, aber alles im gesunden Maß), Sport usw. Ich finde es sehr wichtig, dass man auf sich Acht nimmt.
Man muss kein Genie sein, um halbwegs erfolgreich seinen Weg zur finanziellen Unabhängigkeit zu gestalten.
Was ich noch sagen wollte zum Thema „Expertenmeinungen“. Ich selbst verfolge einen Blog, wo oft Grafiken von Kursen gezeigt werden mit zahlreichen Geraden in allen Regenbogenfarben. Diese sollen den möglichen Kursverlauf der Aktien identifizieren. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Es ist mir fremd und ich lasse lieber die Finger von solchen „Analysen“. Wären solche Grafiken zu 100% genau, würden die Blogbetreiber schon längst Millionäre sein. Sind sie aber höchstwahrscheinlich nicht.
Anmerkung von Frank
geschrieben 21.03.2013
Guter Beitrag!
Ich halte meine Aktien, egal was kommt. In miesen Zeiten kaufe ich nach.
@Tim: Kennst du dich im deutschen Steuerrecht aus? Wenn ich meine Aktien über Jahre/Jahrzehnte halte und die Gewinne nicht durch einen Verkauf der Titel realisiere, muss ich dann eigentlich Jahr für Jahr einen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge (801