Immobilienschnäppchen in den USA


New York, 21. September 2008

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Es ist eine großartige Zeit für einen Hauskauf. Banken sitzen auf hunderttausenden von Häusern und Wohnungen, die sie von ihren insolventen Kunden übernommen haben. Als Kaufinteressent hat man hier gegenüber den Banken die besten Karten. Sie müssen sich von den leerstehenden Objekten so schnell wie möglich trennen, jeder Tag spart ihnen bares Geld. Die Geldhäuser nehmen nahezu jedes Gebot an, um den Ballast loszukriegen. Wer sich jetzt auf die Schnäppchenjagd begibt, ob in Florida oder Kalifornien, in Ohio oder Washington, der macht auf lange Sicht sicherlich einen Super-Schnitt.
Der Immobilienmarkt ist regelrecht ausgebombt. Noch vor ein paar Jahren war das Gegenteil der Fall. Kaufinteressenten überboten sich. Wurde eine Wohnung beispielsweise in Manhattan für eine Million Dollar angeboten, so offerierten die Interessenten 1,1 oder gar 1,2 Millionen Dollar um ja den Deal in trockene Tücher zu bringen. Derzeit ist das Gegenteil der Fall. Das Gebot liegt meistens weit unter dem offiziellen Verkaufspreis. Geht der Anbieter auf die Offerte nicht ein, dann läuft der Interessent zum nächsten Makler. Käufer lassen sich Zeit, während den Verkäufern das Wasser bis zum Hals steht. Zudem ist es einfach, eine Finanzierung zu bekommen. Hat die Bank Sie als Käufer für das Objekt aus dem eigenen Bestand, dann sind die Banker sehr großzügig mit dem Kredit. Denn der Deal soll ja so schnell wie nur möglich über die Bühne gehen. Sie kriegen also alles aus einer Hand geliefert.
Am Montag rechne ich übrigens damit, dass die Börse zunächst fällt. Nach dem drastischen Anstieg zum Wochenschluss ist eine kleine Korrektur sehr wahrscheinlich. Goldman Sachs und Morgan Stanley, die beiden übrig gebliebenen Investmentbanken, haben von der Regierung weitere Schützenhilfe bekommen. Am Sonntag wurde bekannt, dass beide Investmenthäuser nun als Privatkundenbanken behandelt werden. Das schützt sie und gibt ihnen die Möglichkeit, sich liquide Mittel kurzfristig bei der FED auszuborgen. Daran sehen Sie, wie dramatisch die Lage der beiden ist. Ich hätte selbst nie erwartet, dass Goldman Sachs derart schwach dasteht. Einfach unglaublich!


tim schaefer (Author)

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