Ihre Finanzen: Machen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme


New York, 18. Februar 2015
Eine ehrliche Bestandsaufnahme: Verrechnen Sie all Ihre Schulden mit Ihren Assets. Haben Sie unterm Strich mehr als 260.000 Euro, zählen Sie zu den reichen Deutschen.

Eine ehrliche Bestandsaufnahme: Verrechnen Sie all Ihre Schulden mit Ihren Assets. Haben Sie unterm Strich mehr als 261.000 Euro, zählen Sie zu den reichen Deutschen.

Beim erfolgreichen Investieren geht es vor allem um den Faktor Geduld. Nicht so sehr um das Timing. Stecken Sie stur jeden Monat 300 Euro in einen DAX-Indexfonds, haben Sie vermutlich 45 Jahre später ein Vermögen von einer Million Euro angehäuft. Ich unterstelle einen Zinssatz von sieben Prozent.

Man muss es einfach machen. Durchziehen. Stur. Jeden Monat. Selbst wenn die Märkte kollabieren.

Es gibt Leute, die glauben daran, zu sparen. Und es gibt welche, die es nicht tun möchten.

Manch einer attackiert die Reichen. Dabei sind die Vermögenden nur Sparer. Sie verzichten auf unnötigen Konsum, auf Luxus. Es ist eine reine Einstellungssache. Ich erhalte oft viele Fragen, wie man Vermögen aufbaut, welche Aktien gut sind etc. Aber es geht im Kern nur um die mentale Einstellung. Sie ist viel wichtiger als alles andere. Sie ist Grundvoraussetzung. Was nutzt es, wenn Sie die richtige Aktie kaufen, aber keine Geduld haben?

Es gibt immer Leute, die sagen, das Aktiensparen funktioniert nicht. Dies und das spricht dagegen. Sie meckern immer. Beschweren sich. Kritisieren andere. Sie sehen sich als Opfer. Sie glauben, der Markt sei unfair. Die Börse sei Betrug. Sie merken dabei nicht, dass sie selbst Opfer ihres falschen Denkens werden.

Es gibt jene, die optimistisch solche Dinge durchziehen. Und dann gibt es eben die Zweifler.

Kein Vermögen wird ohne harte Arbeit geschaffen. Ok, klammern wir das Erbe und den Lottogewinn aus. Es ist ein Mix aus harter Arbeit und des Durchhaltevermögens. Mit hinein spielt der Ehrgeiz, der Verzicht auf Konsum.

Wenn jemand 45.000 Euro verdient, kann er nicht 50.000 Euro ausgeben und sich wundern, dass nichts übrig bleibt. Bekommt diese Person einen neuen Job mit 60.000 Euro Gehalt, ist die Freude zunächst groß. Doch dürfte die Tendenz bestehen, 70.000 Euro auszugeben. Es ist eine Charakterfrage. Bis diese Person 50 Jahre alt ist, ist sie vermutlich zwei Mal durch die Privatinsolvenz gegangen. Es ist kein Finanzpolster für die Rente vorhanden. Dafür steht ein fettes Auto in der Garage.

Im Prinzip können Sie die Erfolgsstrategie zum Millionärsdasein dem Buch „The Millionaire Next Door“ entnehmen. Millionäre geben weniger aus, als sie einnehmen. Sie verzichten darauf, Statussymbole zu kaufen, um andere zu beeindrucken. Sie investieren ihr Geld smart. Am Aktienmarkt. In Unternehmen. In Wagniskapital. Aber sie spekulieren nicht wild mit ihrem Geld. Sie zocken nicht, sie traden nicht, sie meiden das Kasino. Alles ist wohlüberlegt.

Um eine Bestandsaufnahme zu machen, empfehle ich Ihnen, Ihren Nettovermögenswert zu bestimmen. Sie nehmen einfach all Ihre Assets (Aktiendepot, Eigenheim, Festgeld…) und ziehen das von Ihren Lasten (Hypotheken, Konsumschulden, Überziehungskredit…) ab.

Aber merken Sie sich: Niemand ist ein besserer Mensch, nur weil er/sie mehr Nettowerte besitzt. Nein, keinesfalls. Es ist einfach eine Lebenseinstellung. Es geht um Konsum versus Verzicht.

Es gibt genug Leute, die sind Spitzenverdiener, aber hämmern das gesamte Einkommen zum Fenster hinaus. Sie fahren dicke Autos, wohnen großräumig, genießen teure Restaurants, Kleidung, Schmuck und Urlaube. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Andere sind mit einem wesentlich kleinerem Einkommen in der Lage, deutlich mehr zu sparen, weil sie spartanisch leben.

In Deutschland zählen Sie zu den Reichen, wenn Sie ein Nettovermögen von mindestens 261.000 Euro besitzen (nach Abzug aller Schulden). Dann zählen Sie zu den oberen 10 Prozent. Rentenansprüche zählen allerdings nicht dazu. Typischerweise kommen Sie hierzulande dorthin, wenn Sie über 50 Jahre alt sind, ein Reihenhaus besitzen, selbstständig sind. Das ergibt sich aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Fazit: Mut. Durchhalten. Geduld. Verzicht.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Ihre Finanzen: Machen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme

  1. Couponschneider

    Ich gehe vergleichsweise offenherzig mit meinem Vermögensstand um. Dafür werde ich dann häufig angefeindet. Im SPON-Forum herrscht ein ganz schlimmes Diskussionsklima. Es muss wohl der Neid sein. Viele mögen es einfach nicht, wenn jemand den eigenen Lebensstil dermaßen in Frage stellt. Warum soll ich die Fehler meiner Eltern wiederholen? Warum soll ich mir ein Auto kaufen? Um allen zeigen zu können, dass ich es geschafft habe?

    Die Minderheitenrolle ist mir in mehrfacher Hinsicht bekannt. Ich trinke auch keinen Alkohol. Wer dann Alkohol konsumiert, fühlt sich dann alleine durch meine Anwesenheit provoziert. Ich finde sowas armselig. Ich erinnere mich an meine Wehrpflichtzeit, als ich von Kameraden gefragt wurde, welche Musik ich denn höre. Ich war ehrlich und sagte, dass mich Pop-Musik nicht so interessiere, sondern eher klassische Musik. Die Reaktion war bezeichnend: „Arrogant“. – Auch das finde ich armselig, habe ich mich doch nie abfällig über Pop-Musik geäußert. Aber viele scheinen allein dadurch provoziert zu sein, wenn jemand anders ist.

    Aktionär zu werden, fiel mir entsprechend leicht. Meine sparsame Lebensweise passt dazu. Über 50 % meines Einkommens wird in Aktien investiert. Ich brauche nicht viel. Ich kann mit einem guten Buch und einer warmen Tasse Tee den Abend bestreiten. Ich fahre im Frühjahr und Sommer auch gerne mit dem Fahrrad, gerne durch die Heimat. Oder ich gehe im Wald spazieren. Ich komme vom Dorf und wenn ich mal wieder da bin, genieße ich die Natur. Ich bin häufig erschrocken, dass die Menschen dort die Natur nicht genießen können, sondern lieber irgendwelchen Sonderangeboten hinterherjagen. Kürzeste Strecken fahren die mit dem Auto, anstatt die Natur zu genießen.

  2. hasta la proxima

    Sehr geehrter Herr Schäfer, laut Ihren Angaben müsste ich zu den Reichen zählen. Ein schuldenfreies Einfamilienhaus, ein paar Münzen, Cash (ca. 70K), 2 nicht mehr ganz neue Autos UND 300 läppische Aktien von Standard Life (welche übrigens den Anschaffungswert innerhalb von 3 Jahren verdoppelt haben). Irgendwie trau ich mich aber nicht richtig drüber in Aktien bzw. ETF’s zu investieren. Musterdepots hab ich seit 5 Jahren laufen und die steigen seit jeher. Und trotzdem … die Angst ist da. Was empfehlen Sie mir? Ich bin zwar schon 45, aber ich habe eine Tochter mit 5. Die sollte in 50 Jahren darüber erfreut sein, dass ich Ihr „damals“ z.B. einen coolen ETF oder ähnliches veranlagt habe.

    Besten Dank für Ihre Antwort

    hasta

  3. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Couponschneider

    Danke für die lesenswerten Zeilen. Wenn Du immer so handelst wie die Masse, schneidest Du nur durchschnittlich ab. Da kommt mir eine Idee: Ich werde demnächst über Zufriedenheit + Geld schreiben.

     

    @ hasta

    Gratulation zum Vermögensstand. Sie haben den Konsum im Griff! Ein schuldenfreies Eigenheim ist klasse!! Wobei ich das Auto nicht berücksichtigen würde, solange Sie es nicht verkaufen wollen.

    Zu Ihrer Frage mit den Investments: Weil Sie sich wohl die Einzelaktienauswahl nicht zutrauen, würde ich ein kostengünstiges Indexpapier auf den DAX oder S&P 500 kaufen. Wie wäre es mit 100 oder 300 Euro im Monat, automatisiert? Für die nächsten Jahrzehnte. Für Ihre Tochter ist das empfehlenswert. Ihre Gedanken sind herrlich. Richten Sie Ihr ein Depot ein und kaufen Sie monatlich ein ETF. Der frühe Vogel fängt den Wurm.

  4. ZaVodou

    „Kein Vermögen wird ohne harte Arbeit geschaffen. Ok, klammern wir das Erbe und den Lottogewinn aus.“

    Glaubst Du das echt? Die fetten Vermögen werden meiner Meinung noch ganz anders gemacht.  Bestechung, Menschenhandel, Zuhälterei, Waffenhandel, Drogenhandel,  Steuerhinterziehung, moderne Sklaverei usw.,  so werden auch große Vermögen gemacht. Unliebsame Gegner, die einem die Pfründe unsicher machen werden dann auch mal  liquidiert. Meinst Du in der Geschäftswelt geht alles fair zu?

    Das man mit 261.00 Euro reich ist ist Gehirnwäsche. Durch solche statistische Spitzfindigkeiten will man die Bevölkerung einlullen. „Seht mal wie gut es euch geht. Ihr seid in Wirklichkeit reich, weil statistisch gesehen, es Viele gibt, die noch viel viel weniger haben als ihr. Macht den Einzelnen natürlich stolz, wenn er zu den reichsten 10 % gehört. So was lenkt aber von den wirklich Reichen ab.  Die müssen sich nämlich nicht überlegen mit welchem Auto sie am besten ihren Nachbarn beeindrucken können, sondern müssen nur überlegen, ob sie heute mit dem Rolls Royce oder doch lieber mit den Lamborghini fahren wollen.

    Mit Statistik kann man gut lügen. Oder wäre jemand, der seine monatliche Pension von 10.000 Euro auf den Kopf haut und ansonsten kein Vermögen sein eigen nennen kann arm?

     

  5. hasta la proxima

    Ich bedanke mich für Ihren Ratschlag. Das mit den 300 Euro p.m. müsste sich ausgehen. Eine Frage habe ich aber noch: was ist, wenn ich JETZT einen – sagen wir mal – Einmalerlag in einen ETF über EUR 70K machen würde? Und dann 25 Jahre zuwarte, ohne weiter zu kaufen? Ist das ebenfalls eine Alternative?

  6. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @“hasta la proxima“
    La letra con sangre entra.
    Wenn Du gar nicht weißt, was Du nehmen sollst, dann schaue einfach in einen Dividendenkalender wie diesen hier:
    http://dividata.com/dividates

    Da schaust Du einfach, was in den kommenden Tagen/Wochen Dividende zahlt (>3%?), auch noch gut bewertet ist, und die Werte schaust Du Dir noch an, ob Du sie ok findest. Wenn Du 70k investieren willst, dann kaufst Du einfach fortlaufend pro Monat 2 oder 3 Werte auf diese Art á vielleicht 1500 €.
    Von den jetzt angezeigten Terminen für Februar würde ich persönlich z.B. folgende kaufen:
    – Ein Versorger: The Empire District Electric Company (EDE) – Quartalsdividende
    – Ein REIT: Realty Income Corp (O) – Monatl. Dividende
    – Ein Container-Vermieter: TAL International Group, Inc (TAL) – Quartalsdividende
    Das machst Du einfach so weiter. Immer schauen was kommt. Wenn Du mal nix Tolles mehr findest, dann eben einfach aufstocken. Aber ich habe immer viel zu viele Werte, die ich leider nicht alle kaufen kann.
    Gutes Shopping! 😉
    MS

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ ZaVodou

    Ja klar. Durch Betrug kann selbstverständlich Reichtum angehäuft werden. Irgendwann kann sich aber Betrug/unethisches Handeln rächen. Ich habe es nicht erwähnt, weil es jedem klar ist.

     

    @ hasta

    Es gibt zwei Möglichkeiten. Einerseits können Sie das Geld in einem Rutsch in ein Indexpapier anlegen und die nächsten Dekaden einfach vergessen. Nach der Schlaftablettenmethode:

    http://www.dailyfinance.com/2014/09/10/investing-success-secret-amnesia/

    Andererseits können Sie in Schritten investieren, um zu versuchen, Rückgänge/Crashs zu nutzen.

    Ich würde eher sofort in einem Rutsch investieren und das Geld für 3 oder 4 Dekaden arbeiten lassen. Ja, die Börse ist gut gelaufen. Und es wird irgendwann einen Rückschlag geben. Aber das genau zu timen ist sehr schwierig. Es kann genauso passieren, dass die Börse lange Zeit zunächst seitwärts laufen wird.

     

    @ Matthias

    Danke für den Vorschlag.

  8. Christian

    Sorry Mathias – aber das was Du vorschlägst ist grob fahrlässig!

    So wie ich zwischen den Zeilen von „hasta la proxima“ lese, hat er nicht wirklich eine guten Überblick zum Thema Investieren an der Börse.

    Ohne sich zumindest oberflächlich mit den Daten eines Unternehmens zu beschäftigen und nur nach anstehender Dividendenrendite >3% zu kaufen sollte und darf nicht sein.

    @hasta la proxima
    Ich würde Dir folgendes empfehlen. Behalte von den 70k mindestens 20k als eiserne Notreserve. Für den Fall, dass mal was am Haus ist (Fenster, Dach, Heizung, etc.), ein Auto kaputt geht oder sonst was unvorhersehbares passiert.
    Diesen Betrag solltest Du auf einem Tagesgeld liegen lassen. So hast Du im Notfall eine finanzielle Rücklage, auf die Du zugreifen kannst und musst keine Aktien, ETFs etc verkaufen.

    Die restlichen 50k würde ich auf vier Jahre verteilt zu monatlichen Raten von etwa 1050 EUR im Monat breit auf 2-3 ETFs verteilt investieren. Und das konsequent! Egal ob die Kurse steigen oder ob sie fallen. Einfach konsequent den Sparplan weiter ausführen.

    EuroStoxx 600, S&P 500 und Emerging Markets wären einige ETFs mit denen ich mich beschäftigen würde. So hast Du mit 3 ETFs den weltweiten Aktienmarkt ziemlich gut abgedeckt.

    So steigst Du über einen Zeitraum von 4 Jahren Schritt für Schritt in den Markt ein. Sollte es zu Korrekturen oder Verwerfungen an den Märkten bekommen, erwirbst Du mit der gleichbleibenden Sparrate mehr Anteile. So verbilligst Du Deinen Einstiegskurs.

    Gerne auch auf Einzeltitel anwendbar – aber dann bitte nicht nach dem Prinzip „Dartpfeile auf Scheibe“ werfend, sondern mit etwas mehr System.

    Dazu hat Tim in diesem Blog ja schon dutzende Beiträge veröffentlicht. Suche nach großartigen Unternehmen.

    Brich nichts über’s Knie und lass es langsam angehen.

     

     

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Christian

    @ hasta

    Danke für den Hinweis. Am besten ist es wohl so zu investieren, wie sich jemand am besten damit fühlt.

    Es gibt eine Untersuchung zu dem Thema. Es ist auf Sicht von grob 90 Jahren geschaut worden, was besser war in der Vergangenheit: Auf einen Schlag in den Markt einzutauchen oder gestreckt auf 12 Monate zu investieren (in 12 Schritten sozusagen)? Heraus kam, dass es bislang besser war auf einen Schlag sofort zu investieren.

    Warum das so ist? Im langen Schnitt steigt eben die Börse. Wenn es jemand streckt, sitzt er/sie eine zeitlang auf einem Bargeldbestand, der keinerlei Rendite abwirft.

    Mehr dazu hier:

    http://blog.abglobal.com/index.php/2014/07/24/is-dollar-cost-averaging-the-cure-for-market-jitters/

  10. Alexander

    Vorneweg, ich bin stinkreich *grins

    Haus ist bezahlt, Geld für Notfälle liegt am Tagesgeld (praktisch null Zinsen) und Rest steckt in Aktien.

    Ich würde trotz der Statistik nicht alles auf einmal investieren, das hält fast niemand durch. Das eigene Ich bringt einen bei fallenden Kursen um. Man muss es lernen, mit Verlusten umzugehen. Um überhaupt ein Gefühl zu bekommen, bietet sich schrittweises Investieren an. Ich habe Jahre gebraucht, um auch schwierige Phasen weg zu stecken. Ich investiere aktuell 1 x im Monat 1.500 € und wenn das Cashpolster aufgebraucht ist, wird eben so lange gespart, bis wieder 1.500 € zusammen sind.  Lesen, lernen und durch Erfahrung verstehen. Alles andere geht in die Hose. Gibt einige nette Bücher über Dividendenstrategien, da lernt man erst mal das Grundlegende und diese Strategie ist nicht jedermanns Sache. Manche kommen nie damit klar. Wenn man einen schlechten Zeitpinkt erwischt (1928, Nifty Fifty, Neuer Markt) kann es Jahrzehnte dauern, bis man die Einstandskurse wieder sieht. Man sollte sein Glück nicht zu sehr herausfordern.

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Alexander

    Nun wir sprechen hier nicht vom Neuen Markt, sondern vom DAX oder S&P 500.

    Der Trick ist einfach eine extreme Geduld zu haben.

    Der schlechteste Zeitpunkt zum Einstieg war wohl im Frühjahr 2008. Danach sauste der S&P um fast 50% nach unten. Wer nur durchgehalten hätte, hätte bis heute fürstlich verdient.

  12. John Doe

    Ich erlaube mir auch wieder mal einen Kommentar zum Thema, Finanzen, Investieren, Reich-sein und Geld-verteilung  abzugeben.

    Generell meine Meinung zum Thema Geld

    Geld heisst Macht, Macht korrumpiert Geld.

    Nicht der Kapitalismus ist schlecht, schlecht ist, wie er sich entwickelt hat.

    Ein Mensch ist ein Mensch, so unterschiedlich die Chancen bezüglich, Gesundheit, Aussehen, Herkunft und Veranlagung sind! So gleichgültig sollten wir seiner Nation, seiner Hautfarbe, seines Glaubens oder seiner sexuellen Orientierung gegenüberstehen und dafür besorgt sein, jedem Menschen die gleichen Chancen zuzugestehen um ein glückliches Leben führen zu können. Das Geld spielt da eine sehr zentrale Rolle, wenn es um Gerechtigkeit geht.

    Nicht jedem ist es gegönnt zu sparen, geschweige investieren zu können, die Gründe hierzu sind vielfältig.

    Diejenigen welche in der glücklichen Lage sind einen Teil ihres Verdienstes sparen, besser noch investieren zu können sollten sich an die fundierten Ratschläge von Tim Schäfer halten, er hat das Prinzip des langfristigen Investieren verstanden, viel mehr noch, er zeigt auf, dass ein Kapitalist sehr sparsam und verantwortlich mit seinem Kapital umgehen sollte.

    Dies zeugt von Verantwortung sich selbst und der Gesellschaft gegenüber, so einer wie Tim wird der Gesellschaft nie zur Last fallen, er ist bereit zum Verzicht und stellt sich gegen den Mainstream der sogenannten Kapitalisten, bei denen die Devise lautet „Haste was, Biste was“

     

    Wenn wir uns die Zahlen der Geldverteilung ansehen und sie Prozentual zur gesamten Menschheit betrachten, dann ergibt sich folgendes Zahlenbild.

    Weltbevölkerung rund 7`200`000`000 Menschen leben momentan auf der Erde.

    Davon sind laut Forbes 2325 USD Milliardäre, also

    0.0000323 Prozent der Weltbevölkerung

    Die Zahl der hochvermögenden Personen – sogenannte Ultra High Net Worth Individuals (UHNWIs) mit einem Nettovermögen von über USD 50 Millionen beträgt laut Forbes 128’200 Personen, also

    0.00178 Prozent der Weltbevölkerung

    Weltweit gibt es heute 13,73 Millionen USD Millionäre sogenannte High Net Worth Individuals (HNWIs), also

    0.185 Prozent der Weltbevölkerung

    Rational betrachtet können wir feststellen, dass das Geldvermögen Prozentual auf die Weltbevölkerung gerechnet, ungleich verteilt ist. Es liegt an jedem einzelnen Individuum, sich seine Gedanken darüber zu machen, es bringt uns nichts pauschal zu verurteilen, dass dies nicht gerecht ist. Nein, jeder kann nach seinen Möglichkeiten, wie immer die auch aussehen mögen, dazu beitragen, dieses Ungleichgewicht auszugleichen.

    Da liegt noch ein weiter Weg vor uns, um die Welt ausgeglichener also BESSER zu machen, denn nur wenn es allen gut geht, hat die Menschheit langfristig gesehen eine Chance zu überleben, ansonsten…?

    Dazu ein Witz, denn ich mal gelesen habe.

    Treffen sich zwei Planeten. Fragt der eine: „Was ist denn mit dir los? Du siehst ja schrecklich aus.“ Antwortet der andere: „Ja, geht mir auch nicht so gut. Hab, Homo Sapiens.“ Erwidert der Erste: „Ach, hatte ich auch mal. Geht schnell vorbei.“

    Mit freundlichen Grüssen aus der Schweiz

  13. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Christian

    Wahrscheinlich ist es für die meisten Leute besser so, wie Du schreibst. Ich habe ja auch einige ETFs um mich selbst in „Sicherheit“ zu wiegen. Aber letztlich ist es egal. In den ETFs ist so viel Zeug drin, was ich mir nie kaufen würde, Werte, die man nie gehört hat. Wenn dort etwas ausfällt, dann bekommt man das eben gar nicht mit, weil die meisten Positionsgrößen unter 1%.

    Wenn man sich mit seinen Aktien nach der eigenen Wahl auch unter 2% hält, dann ist das ähnlich, nur, dass man von Haus aus bessere Werte hält. Man baut sich praktisch seinen eigenen „Qualittäts- und Universal-ETF“ mit dem Depot aus Einzelwerten.

    Die Mär von den „großartigen Unternehmen“ ist für mich einfach eine Mär. Ein Unternehmen wäre großartig (im ethischen Sinn, und nur dort zählt für mich der Begriff, und nicht im Sinn von Effektivität), wenn es z.B. nicht 3.800 Leute entlässt wie Siemens, obwohl weder Gewinn oder Dividende gefährdet sind, sondern stattdessen die Leute behält, und stattdessen die Dividende kürzt.

    Tja, aber sowas wollen „wir“ ja auch nicht, gell? Also lieben wir eigentlich nicht großartige Unternehmen, sondern „effektive“ Unternehmen. Wir lullen uns nur irgendwie ein.

    MS

  14. hasta la proxima

    Nochmals vielen herzlichen Dank für diese für mich äußerst interessanten Informationen. Wobei ich zugebe, dass mich natürlich Ihre Aussagen nach wie vor nicht komplett beruhigen 🙂 Aber die Sache schaut schon besser aus.

    Ein großes Lob geht an Ihren Blog und die darin angeführten Berichte und Infos. Insbesondere die vielen Poster mit deren Meinungen regen zum Nachdenken an. Das gefällt mir sehr.

    Bitte unbedingt weitermachen.

    Beste Grüße aus der bayerisch-österreichischen Grenzregion.

    hasta

  15. hasta la proxima

    Entschuldigung, ich habe mich noch nicht bei Matthias für seinen Tipp bzgl. Dividendeninfos bedankt, was ich hiermit tun möchte. Vielen herzlichen Dank auch dafür.

    hasta

  16. LK

    Aktien Klubs wären eine Super Sache, wenn sich die Anleger einmal im Monat – am Samstag in einer Gaststätte treffen und ihre Aktien-Käufe und -Verkäufe planen. Und jeder hat sein Geld und Aktien auf eigenem Konto. Es ist aber Unsinn und sehr gefährlich, wenn die Anleger Ihre Tausende und Millionen Euros auf ein gemeinsames Konto legen. Der Chef kann mit dem Geld verschwinden. Und wenn der Klub mehr als 500.000 Euro auf dem Konto hat, mit 300 Paragraphen auf 1000 Seiten Papier wird er behindert. Doch es gibt 7000 Investment-Klubs in Deutschland, die ihr Geld 🙂 Stupid German Money 🙂 ohne Angst zusammen legen. Das finde ich sehr dumm. Jeder soll doch den Chef vom Klub fragen, was zu tun und dann allein die soliden blue Chips Aktien von eigenem Konto kaufen, in eigenem Depot deponieren. Ich suche vergeblich in München jemandem, mit dem man über Aktien reden kann. nr1a@hotmail.com

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