Ich verkaufe meine Aktien nie


New York, 16. Mai 2016
Apple-Smartphone. Der Verkauf sinkt. Die Aktie brach um 30 Prozent ein.

Apple-Smartphone. Der Verkauf der Handys sinkt. Die Aktie brach um 30 Prozent ein. Was soll ich jetzt tun? Meine Apple-Aktie alle verkaufen oder behalten? Behalten. Das ist mein Rat. Ich bin nämlich ein „Buy and Hold“-Anleger. Hold heisst Halten. Und nichts anderes. (Foto: Apple).

Aus Studien wissen wir, dass der Buy-and-Hold-Anleger am besten abschneidet. Aktivität im Depot schadet auf Dauer dem Anleger. Das Problem ist die Einstellung vieler Anleger. Sie meinen, sich exzellent auszukennen, was aber ein Trugschluss ist.

Anleger mit einem Depot bei einem Discountbroker traden besonders häufig. Das hat Berkeley-Professor Terrance Odean festgestellt (PDF).

„Trading reduziert die Rendite“, resümiert er.

Im Schnitt handelten Kunden beim Discountbroker TD Ameritrade elf Mal im Jahr 2005. Dann, im Jahr 2009, waren es 12,9 Trades. Nun sind es 17,4 Trades. Tendenz steigend. Und das, obwohl es brandgefährlich für das Vermögen der Anleger ist.

Nehmen Sie Apple. Der Technologiekonzern ist abgestürzt. Der Kurs befindet sich auf einem Zwölf-Monats-Tief bei rund 90 Dollar. Die Wall Street diskutiert, wie es weiter geht mit dem iPhone-Konzern. Fakt ist: Niemand weiß exakt, wo der Apple-Kurs in zehn oder 20 Jahren stehen wird. Ich weiß es nicht. Niemand weiß es. Weil es niemand weiß, würde ich mich im Sessel zurücklehnen und den Absturz ertragen.

Würde ich die Apple-Aktie in meinem Depot haben, käme ich nie auf die Idee, sie zu verkaufen. Das ist nämlich genau ein Dauer-Fehler der Anleger: Sie verkaufen zu niedrigen Kursen und steigen ein, wenn die Kurse oben sind.

Zur Börse gehört es, Schmerzen ertragen zu können. Die Menschen werden skeptisch, wenn ihr Aktienliebling plötzlich beginnt, zu sinken. Sie leiden und leiden und leiden – eine Zeitlang. Irgendwann drehen sie durch. Wenn ihre Nerven blank liegen, verkaufen sie. Ja, es ist verdammt hart die Volatilität zu ertragen.

Ich springe jedenfalls in meinen Positionen nicht hin und her. Ich halte sie alle knallhart durch. Egal, was passiert. Weil ich weiß, dass das Springen nichts bringt. Denken Sie an die Transaktionskosten, Gebühren und vor allem ans falsche Timing.

Die meiste Zeit werden Sie sich eh schlecht mit Ihrem Depot fühlen, weil es die meiste Zeit weit von seinem Höchstwert entfernt ist. Das ist völlig normal.

Wenn Sie ein vernünftiges Depot aufgebaut haben, es bis zur Rente durchhalten und es regelmässig aufstocken, werden Sie gut abschneiden. Zwischenzeitlich werden Sie gewaltige Summen im Depot „verlieren“ und wieder zurück gewinnen. Das sollten Sie lernen zu ertragen. Sitzen Sie das aus. Hoffnung und Optimismus wechseln sich mit der Angst ab. Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Bleiben Sie am Ball. Schauen Sie am besten nicht jeden Tag auf die Kurse. Das riet mir übrigens eine deutsche Professorin von der Columbia-Uni im Interview. Und viele Wissenschaftler teilen diesen Rat.

Was die Kurse machen, ist eigentlich egal. Hauptsache Ihr Unternehmen verdient ordentlich Geld. Bei Apple kann ich das behaupten: Im ersten Quartal setzte der Gigant 50 Milliarden Dollar um. Unterm Strich blieb ein Profit von zehn Milliarden Dollar. Natürlich hat Vorstandschef Tim Cook einige Herausforderungen zu bewältigen. Doch warum sollten Sie gerade jetzt die Flinte ins Korn werfen, nachdem der Kurs 30 Prozent eingebüßt hat?

Der ehemalige Apple-Boss John Sculley empfiehlt seinem Nachfolger Tim Cook auf seine Kritiker nicht zu hören, sich vom Kurstief nicht verrückt machen zu lassen. Sculley kritisiert die Wall Street für ihre Kurzsichtigkeit. Er ist bester Dinge – langfristig.

Das Problem ist, dass die Menschen von Tag zu Tag leben. Und jede Nachricht und jede Kursveränderung überbewerten. Das ist absurd. Und gefährlich. Denken Sie in Dekaden.

Folglich ist Geduld und Durchhaltevermögen das beste Rezept. Wer mit einzelnen Aktien nicht umgehen kann, für den eignet sich ein Indexpapier.

Wer sich sein eigenes Depot zusammenstellt, sollte seine Positionen ausreichend streuen. Dies ist ein gutes Buch, wenn Sie gute Aktien aufspüren möchten: The 100 Best Stocks to Buy in 2016 (100 Best Stocks You Can Buy). Trotz solcher Leitfäden werden Sie natürlich auf lange Sicht Schrottaktien erwischen und Fehler machen. Das ist menschlich. Und passiert selbst Genies wie Warren Buffett oder George Soros häufiger, als Sie vermuten.

Ich bleibe jedenfalls ein extremer Buy-and-Hold-Anleger. Ich verkaufe nie. Ich freue mich über die Dividenden. Und gut ist. Dass Kaufen und Liegenlassen überlegen ist, zeigt dieser Value-Investmentfonds, der seit über 80 Jahren nicht verändert wurde und seine Konkurrenten im Staub zurückließ. Mich überzeugt so etwas.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Ich verkaufe meine Aktien nie

  1. Mr. Braun

    Hallo Tim,

    ein toller Blog. Danke für dein Engagement.

    Auch ich verkaufe nie. Fast nie.

    Meine Enterprise Prod. LP werde ich wohl verkaufen. Der Steuerabzug ( bei der Dividende ) ist mir zu hoch. Seit langer Zeit mal wieder ein Verkauf.

    Allen einen schönen Pfingstmontag.

  2. Tobias

    Die Aktie von Walt Disney kann man auch sehr gut als Beispiel hernehmen. Seit dem Hoch bei über 120$ werden Probleme bei den eigenen Kablesendern (vor allem ESPN) bekannt, wo der Konzern in den letzten Jahren immer mehr Abonnenten verliert.

    Darufhin verlor die Aktie über 25%. Ungeachtet blieb, dass der Konzern trotz allem Rekordumsätze und Rekordgewinne schreibt. Weil alle anderen Sparten (Filme, Freizeitparks, Merchandising-Verkauf) weiterhin hervorragend laufen. Auch nach den letzten Quartalszahlen wurden die Aktien wieder in den Keller geschickt.

    Trotz allem werde ich nicht auf die Idee kommen, meine Disney-Aktien zu verkaufen. Die Dividende wird regelmäßig erhöht und ich glaube weiter daran, dass Walt Disney auch zukünftig viel Geld einnehmen wird.

    Auch gerne als Beispiel nehme ich meine Siemens-Aktien her. Diese habe ich nach einer Erbschaft meiner Großmutter im Jahr 1997 gekauft. Mit dieser Aktie habe ich zwei schwere Krisen 2000 und 2009 mitgemacht. Die Dividende hat Siemens trotz allem niemals gesenkt. Im schlimmsten Fall wurde sie im Vergleich zum Vorjahr nicht erhöht. Im Januar 2016 wurde erneut eine Rekorddividende von 3,50€ pro Aktie ausgeschüttet. Umgerechnet auf meinen damaligen Kaufkurs ist das eine Dividendenrendite von über 15%. Der Kursverlauf der Aktie interessiert mich fast gar nicht mehr. Viel mehr warte ich auf die Ankündigung, welche Dividende mir Siemens im Januar 2017 bezahlen wird…

  3. Anna

    Das Interview mit Frau Professor?? Na, ich weiß nicht. Alles das konnte sie doch schon in ihren Kindertagen bei André Kostolany nachlesen, der ist ja bereits 1999 mit 91 Jahren verstorben.

  4. der der hier gerne mitliest

    Hallo Tim,

    als Neuling habe ich noch keinen Crash durchgemacht, aber deine Parolen sind genau das, was ich immer wieder hören muss. 🙂

    Gewöhnt habe ich mich mittlerweile daran, dass mein Depot im Dauerminus ist, vllt war mein Zeitpunkt einzusteigen nicht der Beste, aber irgendwann muss man ja mal rein. 🙂

    Danke und weiter so..

  5. Christoph

    @Tim: Guter Artikel mal wieder. Im großen und ganzen hast du recht. Es wird oft zu viel verkauft, weil die Leute Panik haben.

    Wobei es manchmal auch Sinn machen kann.

     

    @Tobias: Stimme Dir zu. Jedes Kind kennt Disney. Die Parks laufen und das Kino sowieso. Dazu das Merchandising.

    Du hast Recht ESPN wir derzeit oft genannt. Aber viel unsicherer ist man wegen der Nachfolge von Iger. Der wird gehen.

    Eigentlich sollte Staggs sein Nachfolger werden. Iger hat ihn auch entsprechend aufgebaut.

    Aber nun war man wohl der Meinung Staggs ist doch nicht der richtige. Nicht innovativ genug ( irgendwie klingt das nach Tim Cook )

    Gerade bei solchen unternehmen ist ein guter CEO extrem wichtig.

    Das Paradebeispiel was ein schlechter CEO mit einem guten Unternehmen anstellen kann ist Philippe P. Dauman von Viacom

    Verdients USD 85 Mio/ Jahr

     

    Wenn man sich nun den Aktienkurs von Viacom anschaut, kann man erkennen wie unzufrieden die Aktionäre sind.

    Das einzig gute ist, die Dividendenrendite. Aber die instiutionellen Anleger möchten natürlich auch eine gute Kursentwicklung.

     

     

  6. Jan

    Ich stimme dir fast uneingeschränkt zu.

    Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass es irgendeine Regel geben muss um Aktien wieder rauszuschmeißen. Bei mir ist das meist (weil es einfach ist) die Kürzung der Dividenden. Natürlich ist es möglich, dass sich solche Aktien im Nachgang wieder erholen. Die Frage ist aber auch wie lange dauert es. Eine Nokia zum Beispiel hätte ich nach dieser Regel Anfang 2008 rausgeschmissen.

    Ich stimme dir aber zu, so etwas nicht an einem schlechten Quartal oder Jahr festzumachen.

  7. Leon

    Um „nie“ zu verkaufen müssen die meisten Anleger eine ausreichende Diversifikation haben. Sonst halten es die allermeisten nicht durch, wenn Schwerpunktinvestments kriseln oder in den Medien runtergeprügelt werden.

    Das „nie“ würde ich in einer Entspar- oder Entnahmephase nach einem langen Zeithorizont nicht als allgemein gültig betrachten.

    Es ist überwiegend egal ob der Cashflow aus der Dividende oder aus Verkäufen kommt.

  8. Delura

    Ich versuche auch nie zu verkaufen, einzig wenn das Geschäftsmodell atomisiert wird – siehe deutsche Versorger und wenn ein Spin-Off droht was steuerlich in D beinahe immer ein Problem darstellt verkaufe ich ausnahmsweise.

    Als Beispiel habe ich mich diese Woche leider von Emerson getrennt (wg. dem bevorstehenden Spin-Off). Und als Alternative habe mir eine erste Anfangsposition von Coca-Cola ins Depot geholt.

  9. Vali

    Tim, so sehe ich es auch!

    Mittlerweile möchte ich nur noch Aktien kaufen, die ich nie wieder verkaufen will. Evtl. nehme ich einige gut ausschüttende ETFs dazu und lasse das Depot sich selbst vergrößern, bzw. irgendwann werde ich von den Dividenden leben. Sie decken immer mehr meiner Kosten ab.

    Leon, Leon, hast du dich mit chaostrader abgesprochen? 😉

    „Es ist überwiegend egal ob der Cashflow aus der Dividende oder aus Verkäufen kommt.“

    Anhand von welchen Aktien kannst du das beweisen und gilt das für mind. 50% der Bluechips oder Dividendenaristokraten?

    Es ist bestimmt nicht egal, ob ich knapp 400 € jährlich Dividende von Altria Group bekomme oder aktuell mind. 10 Aktien im Jahr verkaufen müsste (da Steuer).

    Das eine ist eine Gewinnbeteiligung an einem Unternehmen aus seinem Gewinn des letzten Jahres, absolut unabhängig vom Kurs.

    Das andere ist Verkauf/Handel von Unternehmensanteilen, da (hoffentlich) Kursgewinn. Das, was ihr macht ist „Schielen auf die Kurse“ und voraussichtlicher Aktienhandel und davon habe ich mich zum Glück längst getrennt 🙂

    @Mr.Braun, würde ich auch machen 🙂

    @Tobias, danke für Siemens, tolles Unternehmen! Meine Dividende ist nur bei 4% da Anfang diesen Jahres gekauft, aber ich bin absolut begeistert 🙂

    Zu wissen, dass es mich morgen nicht geben könnte und meine Kinder von den Dividenden ernährt werden könnten, ohne irgendwie aktiv zu werden, beruhigt mich ungemein. Das kann man nicht mit Aktienhandel vergleichen.

     

     

  10. Slazenger

    @Delura

    zufrieden mit Pl. Fünf? Heidel legt schon mächtig los, gelle!

    ich sehe es wie Tim und Delura. Buy and hold ist überlegen vor allem wenn man sich auf Bluechips, und Ariatokraten konzentriert gepaart mit dem einen oder anderen Wachstumswert wie Facebook oder Alphabet!Entscheidend ist aber auch dann einzugreifen wenn ein Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert, wie bei den deutschen Versorgern, oder möglicherweise in ferner Zukunft Öl?? Wenn man sich dann von Korrekturen und sogenannten Crash’s nicht aus der Ruhe bringen läßt und einfach selektiv weiter investiert, dann wird am Ende ein positives Ergebnis erzielt,das allen anderen Assetklassen überlegen ist!

  11. Freelancer Sebastian

    Für äußerst hilfreich halte ich den Ratschlag, nicht ins Depot zu schauen. Ruhe und Zuversicht steigen –  Nervosität, Grübeleien und vor allem unbedachte Kurzschlußhandlungen werden abgemildert und verhindert.

    Man kann noch so langfristig orientiert sein, die Emotionen beim Kurssturz können einem einen Strich durch die Rechnung machen.

    Da genieße ich die steten Dividendenströme, das langfristig langsam steigende Gesamtvermögen und den Alltag ohne „Börsengedanken“, sprich dem Auf und Ab der Kurse.

    Buy-and-hold fällt so um einiges leichter.

    Und die Versorger ruhig außen vorgelassen – jedes Unternehmen hat mal ein mieses Jahr. Wer da bei -20% verkauft, weil er unruhig wird, verpasst dann auch die schönen Jahre.

    Adidas war sehr lehrreich für mich. Was wurde da im Sommer 2014 gezetert. Ich habe stur aufgestockt. Und ansonsten nicht mehr auf die Kurse geschaut. Wer da wohl alles in den Absturz hinein verkauft hat…. ?

    Umso wichtiger ist natürlich die Auswahl der Papiere. Wer Siemens oder Johnson&Johnson im Portfolio hat, kann auf den Aktien gelassen hocken bleiben.

  12. Fabian S.

    Hallo Tim,

     

    ich habe eine Frage an Dich: Kann es sein, dass die „Big Four“ von Warren Buffett inzwischen die „Big Five“ geworden sind? Hatte kürzlich erst gesehen, dass Kraft Heinz die zweitgrößte Position in Buffetts Depot ist. Dachte durch ein Squeeze out wären Alt-Aktionäre hinausgedrängt worden und man kann die Aktie nicht mehr kaufen?! Also kann man doch noch Kraft Heinz Aktien als Privatanleger kaufen?! Du hattest ja Heinz Aktien und hattest letztes Jahr angedeutet, dass Du sie durch Buffetts Übernahme wohl aufgeben müsstest.

     

    Nur warum liest man dann nichts von Buffetts „Big Five“ wenn Kraft Heinz Aktien nun normal wie andere Aktien auch handelbar zu sein scheinen?!

     

     

  13. Leon

    @Vali

    „Es ist bestimmt nicht egal, ob ich knapp 400 € jährlich Dividende von Altria Group bekomme oder aktuell mind. 10 Aktien im Jahr verkaufen müsste (da Steuer).“

    Solange man nicht an die Substanz geht und der Cashflow zeitgleich erfolgt, ist beides neutral!

    „Das eine ist eine Gewinnbeteiligung an einem Unternehmen aus seinem Gewinn des letzten Jahres, absolut unabhängig vom Kurs.“

    Der Wert der Unternehmens-Anteile sinkt um die Ausschüttung und ist somit nicht unabhängig vom Kurs!

    Auch wenn Du es immer wieder wiederholst… es wirt nicht richtiger.

    „Das, was ihr macht ist „Schielen auf die Kurse“ und voraussichtlicher Aktienhandel und davon habe ich mich zum Glück längst getrennt“

    Nein, wir machen buy & hold auf Sicht der Gesamtrendite (Kurs + Dividende) unter etwas besserer Ausnützung des Steuerstundungsvorteils.

    Wir verzichten nicht auf Diversifikation, da wir uns nicht ausschließlich auf Ausschütter konzentrieren, die Periodenspezifisch (mehrere Jahre) schlechter laufen können, als ein besser diversifiziertes Portfolio.

     

  14. Delura

    @slazenger

    Platz 5 ist schon in Ordnung, schade das Breitenreiter gehen musste, war ein sehr sympathischer Typ und passte zu den Blauen. Ob der nächste (Weinzierl?) passt weiß ich nicht – wenn ich Manager wär würde ich „Willi das Kampfschein“ holen.

     

    Glück Auf!

     

  15. Vali

    @Leon „Solange man nicht an die Substanz geht und der Cashflow zeitgleich erfolgt, ist beides neutral!“

    Das sind mir aber schon zu viele Variablen drin 😉

    Die Substanz ist doch das Stück Aktie, oder das Stück Unternehmens-, bzw. ETF-Anteil. Da widersprichst du dir.

    „Der Wert der Unternehmens-Anteile sinkt um die Ausschüttung und ist somit nicht unabhängig vom Kurs!“ Der Kurs der Aktie sinkt, nicht der Wert.

    Am Ex-Tag erfolgt üblicherweise ein Abschlag vom Börsenkurs in Höhe der Bruttodividende. Man spricht vom „Dividendenabschlag“ oder davon, dass die Dividende aus dem Kurs „heraus gerechnet“ wird. Das muss sich aber infolge anderer Marktfaktoren nicht 1:1 niederschlagen, tatsächlich beachten die Marktteilnehmer lediglich die Ausschüttung, der Kurs kommt aber nach wie vor durch Angebot und Nachfrage zustande.

    „Angegeben wird die Dividende meist in Währungseinheit pro Stück, also beispielsweise drei Euro pro Aktie. Manchmal wird die Dividende aber auch in Prozent des Nennwerts angegeben.“

    In der Regel erholt sich die Aktie (im Dax z.B.) innerhalb von 16 Tagen. Bei Amerikanern, die Quartals-Dividende zahlen, noch schneller, kaum merklich.

    „Nein, wir machen buy & hold auf Sicht der Gesamtrendite (Kurs + Dividende) unter etwas besserer Ausnützung des Steuerstundungsvorteils.“

    Dann viel Glück!

    Und ich verdiene gleich und verkaufe nichts 🙂

  16. Christoph

    @Leon:

    Wir verzichten nicht auf Diversifikation, da wir uns nicht ausschließlich auf Ausschütter konzentrieren, die Periodenspezifisch (mehrere Jahre) schlechter laufen können, als ein besser diversifiziertes Portfolio.

     

    Das stimmt so nicht. Auf lange Sicht gesehen schlagen die dividendenaristokraten den S&P 500 nämlich

    http://www.indexologyblog.com/wp-content/uploads/2014/12/aristocrats.jpg

     

    @Vali: Buffe steigt mit  900 Mio bei Apple ein

    http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/nach-miserablen-zahlen-warren-buffett-steigt-mit-900-millionen-dollar-bei-apple-ein_H197128682_275674/

     

     

  17. Vali

    @Christoph, ich könnte dich knuddeln 😉

    Echt!!! Ich liebe Buffett, ich habe mich schon gefragt, warum er bei Apple wartet! Ach wie schön! Er ist kurz nach mir eingestiegen, zum ein wenig besseren Kurs. Aber ich gönne es ihm! Ach, der Mann ist ein Genie!!!

  18. Stefan Meisel

    @ Vali

    „Der Kurs der Aktie sinkt, nicht der Wert.“

    Sagen wir, die Bäckerei bei mir um die Ecke ist 20.000 Euro wert. Nun nimmt der Bäcker 100 Euro aus der Kasse, wirft sie in den Ofen und verbrennt sie. Um welchen Wert senkt dies den Wert der Bäckerei? Naa? Ich würde sagen, um 100 Euro.

    Das ist der Grund, aus dem ein Aktienkurs nach Ausschüttung der Dividende sinkt, und zwar in Höhe der Dividende.

    Es macht mich traurig, dass so viele Anleger das Prinzip der Gewinnausschüttungen nicht richtig verstanden haben.

    Um es mit den Worten eines anderen Lesers zu sagen: „Dividenden mögen wie ein Geldstrom wirken, der aus etwas herausfließt. Die Geldstromquelle wird aber kleiner. Man kann Dividenden daher nicht mit Zinszahlungen vergleichen. Da wird nicht „aus dem Nichts“ zusätzliches geschaffen. Das Bild eines Baums, der zusätzliche Früchte abwirft oder das einer Kuh, die zusätzlich Milch produziert, hinkt hier.“

    „In der Regel erholt sich die Aktie (im DAX z.B.) innerhalb von 16 Tagen. Bei Amerikanern, die Quartals-Dividende zahlen, noch schneller, kaum merklich.“

    Hochinteressant, dass du weißt, wie sich die Kurse von tausenden Aktien in einem Zeitraum von maximal 16 Tagen entwickeln werden – und das in jedem einzelnen Quartal. Bist du schon Billionärin?

    @ Christoph

    „Auf lange Sicht gesehen schlagen die Dividendenaristokraten den S&P 500 nämlich“

    Das stimmt. Doch warum? Sicher nicht, weil sie Dividenden ausschütten, sondern weil nur äußerst erfolgreiche Unternehmen zu Dividendenaristokraten werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Unternehmen, das keine Dividenden ausschüttet, langfristig keine höheren Renditen für die Anleger erwirtschaften kann als ein Dividendenaristokrat. Bestes Beispiel: Berkshire Hathaway.

    Eine hochinteressante Diskussion über Dividenden findet ihr in den Kommentaren unter diesem Beitrag: http://finanzrocker.net/passives-einkommen-fluch-oder-segen/

    Lest auch gern meinen Artikel über Dividenden: https://stefansboersenblog.com/2016/03/19/dividenden-fluch-oder-segen/

  19. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mr. Braun
    @ Vali

    Danke für das Lob. Ich bin wirklich dankbar für Eure Unterstützung! Ohne diesen Zuspruch und den von anderen würde ich den Blog gar nicht mehr schreiben.

     

    @ Tobias

    Ja, das ist ein gutes Beispiel. Walt Disney ist auch ein Papier zum Kaufen und Liegenlassen. Jedes Erfolgsunternehmen hat mal Schwierigkeiten / Schwächen. Das ist völlig normal.

     

    @ Anna

    Ja, die Professorin hat das Rad nicht neu erfunden mit ihren Aussagen. Ich finde aber, sie bringt das Thema mit dem Kaufen und Liegenlassen gut auf den Punkt.

     

    @ der der hier gerne mitliest

    Vollkommen richtig. Wir Menschen sind mit unserem Depot selten zufrieden. Das liegt in der Natur der Sache (Volatilität).

     

    @ Christoph

    Merci! Klar kann der Verkauf einer Aktie manchmal Sinn machen. Wir wissen es aber nie mit Gewissheit. Nur hinterher. Weil das so ist, betreibe ich Buy and Hold. Schmiert eine Aktie in meinem Depot ab, ärgert mich das selbstverständlich. Ich kann damit leben. Ich weiß, dass das Nichtstun in der Summe besser ist. Deshalb ertrage ich das.

     

    @ Jan

    Ok, das mit Nokia weiss man halt eben nur hinterher. Keiner wusste das mit Sicherheit vor 15 Jahren, wo die heute stehen. Nokia hätte mit einem neuen Produkt neue Erfolge feiern können. Die Nokia-Aktie war halt auch im Jahr 2000 euphorisch bewertet. Wer zum Spitzenkurs zu abstrusen Bewertungen einsteigt, macht halt grundsätzlich einen Fehler.

    Buffett kauft jetzt Apple zu einem einstelligen KGV. Nach einem Kursrutsch von 30%. Da greift das Genie zu. Wenn alle wegrennen und die Apple-Aktie wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, kommt die Zeit der Schnäppchenjäger.

     

    @ Fabian S.

    Ok, Buffett und 3G kauften Heinz zu 100%. Sie haben den Ketchuphersteller komplett von der Börse genommen und die freien Aktionäre hinausgedrängt. Anschließend hat Buffett seine „privat“ gehaltene Heinz mit der börsennotierten Kraft Foods fusioniert. So kam seine Heinz durch die Hintertür zurück an die Börse. Ich besaß Heinz-Aktien sehr lange und mich ärgerte schon, dass mich Buffett als freier Aktionär hinausgedrängt hat. Seither habe ich nicht wieder in Kraft-Heinz investiert.

  20. Björn

    Nach welchen Kriterien kauft Ihr nach? Angenommen ihr habt 2000 Euro zur Verfügung aber 20 Unternehmen im Depot. Bei welchem investiert Ihr das Geld?

  21. Vali

    @Stefan Meisel, danke für die Links!

    Leider ist dein Vergleich mit dem verbrannten Geld absolut falsch.

    Würde der Bäcker die 100€ (ein Teil seines reinen Gewinns) – (nicht aus der Kasse, was Umsatz bedeutet) an seine Gesellschafter ausschütten, die an ihn geglaubt haben, in seine Firma investiert haben, damit er mit dem Geld eine erfolgreiche große Bäckerei führen kann, dann ist das schon anders. Dadurch sind die Beteiligten zufrieden, ziehen ihr Geld nicht von der Bäckereisubstanz ab und freuen sich auf ein erfolgreiches weiteres Jahr.

    „Es macht mich traurig, dass so viele Anleger das Prinzip der Gewinnausschüttungen nicht richtig verstanden haben.

    Mich auch. Denn ein großer Teil meiner beruflichen Einnahmen beläuft sich genauso nach diesem Prinzip. Ich bekomme Gewinnbeteiligungen aus Lizenzen und Verkäufen der Rechte meiner Arbeit, weil ich meinen Job gut gemacht habe. Die Firma profitiert von meinem Einsatz und bedankt sich mit einer anteiligen Gewinnbeteiligung  pro Quartal. Deutsche Firmen, nicht an der Börse. Das sind die passiven Einnahmen, von denen viele träumen, aber nicht glauben, dass es sie gibt… Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, da ich diese Diskussionen schon oft geführt habe.

    Viel Glück mit deiner Einstellung und deinem Blog! Mein Fall ist das leider nicht!

    @Tim, danke dir! Du darfst nicht aufhören zu schreiben. Mit dir habe ich mein 6-stelliges Depot innerhalb von 3 Jahren geschafft. Das wäre unmöglich allein 🙂

     

     

  22. Leon

    @Christoph

    Warum vergleichst Du einen Growth Index mit einem quasi Value Index?

    Ein S&P 500 Value TR Index mit dem S&P 500 Dividend Aristocrats TR wäre ein Vergleich Äpfel-Apfel. Gerne würde ich so einen Vergleich sehen! 😉

    Ist der S&P 500 ein Total Return-Index oder ein Kursindex in diesem speziellen Chart? Ich kann es nicht ersehen.

    Sind die Quellensteuerbelastungen und sonstigen Kosten bei beiden Indexen gleich?

    Selbst die besten langfristigen Performenden asset-Klassen wie small-value Aktien haben quälend lange Zeiträume, wo sie von Growth large geschlagen werden (wobei man bei Backtests der Indexe die früher höheren spreads vergisst).

    Nur und ausschließlich auf Dividenden-Strategien zu setzten bedeutet mangelnde Diversifikation mit dem höheren Risiko auch mal 5 oder mehr Jahre schlechter investiert zu sein.

    Bei einem Langfristanleger geht zudem das Risiko mit ein, dass man die Liquidität nicht reinvestiert, dass die Reinvestition höhere Kosten verursacht und die Nutzung der Steuerstundung ist in langen Zeiträumen deutlich geringer. Die Steuerstundung kann gewaltige Auswirkungen auf das Endvermögen haben!

    Vorteile sind wiederum die Motivation für manche Investoren, die sonst nicht die erforderliche Geduld hätten, eine konsequente Strategie durch zu ziehen.

     

  23. Anna

    @ Björn

    Bei Nachkäufen habe ich mich mehrfach in die Nesseln gesetzt (z.B. Banco Espirito Santo). Kauf lieber einen anderen Wert. Ist doch egal ob 20 oder 21 Positionen.

    @ Vali

    Die Geo Group hat mir hübsche Dividende überwiesen. Bin bis jetzt zufrieden.

     

  24. Fabian S.

    Hallo Tim,

     

    verstehe…aber man kann jetzt wieder Heinz Aktien normal kaufen und halten?! Und wieso redet keiner von den „Big Five“ wenn Heinz nun die zweitgrößte Position von Buffett ist?!

  25. Andrea

    Tim, dein Blog ist wirklich sehr wertvoll. Es fällt so sicher einigen leichter, bei der Stange zu bleiben, wenn man an die grundlegenden Prinzipien immer wieder erinnert wird. Ansonsten müsste man sich diese wie ein Mantra an den Spiegel hängen, um sich daran zu erinnern, lach. Das wäre die andere Möglichkeit.

     

    Ich glaube, Warren Buffett ist bei Apple schon ein bisschen früher tätig geworden, im Spiegel-Artikel stand, dies sei der Stand von Ende März gewesen. Aber vielleicht wurde der Zeitpunkt der Veröffentlichung extra für jetzt gewählt, damit die Anleger nicht vom Glauben abfallen …

  26. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Fabian S.

    KraftHeinz hat Buffett, das stimmt. Es ist eine Mega-Position, die fast alle anderen Aktienpositionen überragt (Wells Fargo ist indes wertvoller). https://finance.yahoo.com/q/mh?s=KHC+Major+Holders

    Aber Buffett zählt KraftHeinz nicht zu seinen unabhängigen Aktienbeteiligungen, sondern zu seinen direkten Töchtern, weil sein Besitz mit 27% so enorm ist. Er kontrolliert mit seinem Geschäftspartner 3G die Geschicke der Ketchup-Käse-Firma (deren gemeinsamer Anteil liegt bei über 50%). Insofern ist KraftHeinz nicht mehr unabhängig, sondern eine Art Tochter von Berkshire Hathaway. Trotzdem kann jeder die KraftHeinz-Aktie kaufen. Es ist ein sonderbarer Fall.

    Seine größten „unabhängigen“ Aktienpositionen sind:

    1. Wells Fargo
    2. Coca-Cola
    3. IBM
    4. American Express
    5. Procter & Gamble (die hat er für die Batterie-Marke Duracel eingetauscht)
    6. Phillips 66
    7. U.S. Bancorp

    Alles weitere findest Du in seinem Jahresbericht auf Seite 20:

    http://www.berkshirehathaway.com/letters/2015ltr.pdf

    @ Andrea

    Danke! Ja, mein Blog steht für ein Mantra: Sei sparsam. Verschwende Dein Geld nicht für unnötigen Konsum. Denn Kaufen macht auf Dauer nicht glücklich. Denke an die Umwelt, Deine Gesundheit und Deine Mitmenschen. Investiere langfristig in Qualität. Freue Dich über die Dividenden. Ich selbst muss in alldem auch noch besser werden.

  27. JJ

    @Vali:

    wie bewertest du eigentlich Berkshire Hathaway? Als Buffett-Fan müsstest du die Firma / die Aktie doch auch klasse finden oder hälst du ein Invest in Berkshire auch für „Schielen auf die Kurse und voraussichtlicher Aktienhandel“ weil Buffett keine Dividende zahlt?

    Berkhire ist doch der beste Beweis für ein grandioses Unternehmen das seinen Wert kontinuirlich steigert und seinen Aktionären über Jaaahre eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaftet hat, das alles allerdings ausschließlich über die Kursentwicklung und ohne Dividende zu zahlen.

    Meiner Meinnung nach macht nicht die Dividende allein ein Unternehmen zu einer guten Investition sondern nur ein gutes Unternehmen kann (!) eine solide, kontinuierlich wachsenden Dividende zahlen. Ein gutes Unternehmen ist aber auch ohne Dividende eine gute Investition.

  28. Vali

    @JJ, Berkshire ist eine großartige Firma! Ich bewundere Warren Buffett für sein Investor-Talent, sein Durchhaltevermögen und seine Geduld. Und seine Sparsamkeit. Er spart es sich, seinen Aktionären die Dividende zu zahlen, aus gutem Grund 😉

    Und ja, mein einziges Argument, warum ich noch keine Berkshire gekauft habe, ist die fehlende Dividende in meinem Depot. Ich will keine einzige Aktie verkaufen müssen, um an Cashflow zu kommen. Und so investiere ich.

    Ausnahmen sind momentan Amazon und Alphabet, weil diese Unternehmen m.M.n. konkurrenzlos sind.

    „Meiner Meinnung nach macht nicht die Dividende allein ein Unternehmen zu einer guten Investition sondern nur ein gutes Unternehmen kann (!) eine solide, kontinuierlich wachsenden Dividende zahlen. Ein gutes Unternehmen ist aber auch ohne Dividende eine gute Investition.“ – kann ich absolut unterschreiben 🙂 Ich glaube deshalb auch fest daran, dass auch Amazon und Alphabet irgendwann eine Dividende zahlen, wenn der Wachstum sich (wie bei Apple) abflaut.

    Was ich sehr gern mache, ist die Aktien zu kaufen, die Warren Buffett auch hält, und ihre Dividende zu erhalten. So baue ich mir meine eigene Berkshire auf 🙂

    Von den Warren Buffett’s Top 20 High Dividend Stocks halte ich seit 2014 The Kraft Heinz Company (damals Kraftfoods) und At&T. Er ist danach eingestiegen.
    Ich habe danach JNJ, GE, P&G und Verizon gekauft.

    Ja und Apple halte ich auch seit dem letzten Jahr und habe nach Icahn aufgestockt.

    Mein monatlicher Dividenden-Cashflow beläuft sich momentan zwischen 300 und 500 Euro. Darauf möchte ich nicht verzichten, denn das spare ich jetzt zu meiner pers. Sparrate dazu – in neue Aktien!

    @Anna, dito 🙂 Evtl. kaufe ich noch dazu!

  29. Oliver

    @Vali:

    Kaufe heute auch nochmal 30 Apple – Aktien nach. Die Entscheidung habe ich schon vor einiger Zeit gefällt und auch hier im Blog vertreten. Der Kurs ist momentan wirklich nicht uninteressant. Dann muß es aber langsam gut sein, sonst werden es zu viel.

    Was das Nichtverkaufen betrifft: Da bin ich nicht ganz so strikt wie Tim. Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodell nicht klappt, verkaufe ich in der Regel. Wobei ich sehr geduldig bin und relativ lange halte, wenn ich noch Chancen sehe, das sich das ändern kann. EON, RWE oder Deutsche Bank besitze ich z.B. nicht (mehr). Aber ich kann Tim zustimmen, das langfristige Halten ist die beste Methode. Ich schaue mir die einzelnen Kurse nicht wirklich an und könnte das für die meisten Aktien aus dem Kopf gar nicht sagen, wie die gerade genau stehen. Ich schaue mir zwangsläufig immer den Gesamtwert des Depots an und bin momentan ca. 3.000 € unter meinem Höchststand. Aber das ist nur sekundär für mich. Interessant sind – ähnlich wie bei Vali – die monatlichen Auszahlungen und die steigen stetig. Die Kurse kann ich nicht beeinflussen, die Dividendeneinnahmen bis zu einem gewissen Grad schon, indem ich weiter investiere. Trotz gelegentliche Dividendenreduzierungen steigt die Gesamtauszahlung, da die Erhöhungen die Reduzierungen mehr als kompensieren. Wenn ichs mir recht überlege: Eine recht geruhsame und positive Investitionsstrategie. Wenn man langsam älter wird, mag mans geruhsam :). Das hindert mich aber nicht daran, auch in guten Techwerten mit Wachstumsaussicht zu investieren. Die kann man auch lange halten und manchmal ist gerade das für diese Werte – trotz allem Risikos – ein gutes Konzept.

  30. valuetradeblog

    „Das ist menschlich. Und passiert selbst Genies wie Warren Buffett oder George Soros häufiger, als Sie vermuten.“

    Buffett selbst hat doch mal etwas in dem Sinne gesagt: „wenn man unsere 15 besten Investments rausrechnet, ist unsere performance höchstens mittelmäßig.“ Tiefschläge gehören dazu, das wusste schon Kostolany.

    Zum Thema „Ich verkaufe meine Aktien nie“ fällt mir noch ein, dass die schwedische Holding Investor AB eine Aktie in ihrem Portfolio hat die Sie schon seit über 100 Jahren hält. Bemerkenswert.

  31. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ valuetradeblog

    Das Problem ist eben, dass wir es nicht wissen. Selbst ein Sanierungsfall kann saniert werden.

    Lehman Brothers hätte zum Beispiel von JP Morgan geschluckt werden können. Oder der Staat hätte die Bank sanieren können. Hinterher sind immer alle schlauer. Das ist logisch. Und im Rückblick sagt dann jeder: „Das hätte man doch wissen müssen.“ Das stimmt eben nicht.

    Die Drogiekette Rite Aid stürzte im Frühjahr 2009 auf 19 Cent ab. Heute ist das wieder ein Milliardenkonzern:

    https://finance.yahoo.com/echarts?s=RAD+Interactive#

  32. Frank

    Buffett hat P&G komplett verkauft, irgendwas weiß er was wir nicht wissen!

  33. stoxxfish

    @Frank

    wenn ich´s recht erinnere hat Buffett Duracell (Batteriesparte von P&G) gekauft und mit seinem Aktienanteil an P&G bezahlt/getauscht. Was -typisch Buffett- den Vorteil hatte, dass er den aufgelaufenen Gewinn des Aktienpaketes nicht versteuern musste.

  34. Vali

    @Oliver, danke dir! Mit dir habe ich bei Apple sowieso ganz feste gerechnet 😉

    Viel Glück weiterhin!

    Bist hier einer meiner größten Vorbilder 😉

    @Frank, P&G ist trotzdem eine sehr gute Firma, auch wenn ich kein Fan ihrer Shampoos bin, aber die Pampers sind die beliebtesten Windeln, obwohl teuer…

    Hoffentlich, muss Warren Buffet sie nie tragen… 😉 aber er dürfte jetzt ein begeisterter iPhone-Besitzer sein, schätze ich;-)

  35. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Moin Moin,

    scheinbar sollte man den Apfelkauf nicht Buffett anlasten 😉 ähm, ich meine glauben, dass es Buffett’s Kauf war. Das war die Entscheidung der 2 Manager Combs und Weschler. Offenbar gibt der Senior Chief langsam das Ruder aus der Hand. Aber vielleicht war es ja eine gute Entscheidung. Wer weiß.

    „Mr. Buffett has said repeatedly that any smaller positions that are revealed in the quarterly filings are almost certainly those of these two investing lieutenants, and his email Monday confirmed that was again the case with Apple. He did not say which of the two men made the investment, but added that they make their picks without consulting him.“ (Quelle: WSJ)

    P&G hat er ja übrigens auch nie wirklich gemocht. Er hat die ersten 100 Mio Aktien bekommen, weil er Gillette besaß, die dann von P&G gekauft wurden, und er im Tausch die Aktien von P&G bekam. Mit dem Kauf von Duracell aus P&G heraus, hatte er jetzt die Möglichkeit die letzten Aktien von P&G schonend wieder los zu werden, nachdem er sie die letzten Jahre eh schon immer verkauft hat.

    Allen viel Glück mit den Investments!

    MS

     

     

  36. Hilda

    Der Alte sollte mal schön bei Windeln, Haftcreme & co bleiben und nicht Sachen kaufen, von denen er nichts versteht, siehe IBM!

  37. Vali

    @Matthias, das werden wir alle noch sehen 😉

    Aber gerade musste ich lachen:

    Icahn Enterprises: S&P senkt die Kreditwürdigkeit von BBB- auf BB+ (Junk). Ausblick stabil

    Tja, hätte er bloß Apple behalten, hätte er sich nicht mit seiner Firma auf Ramsch-Niveau katapultiert 😉

    @Hilda, danke für den herzlichen Lacher 😉

  38. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Vali,

    Icahn hat ein grausames Portfolio.

    Da wundert mich das nicht. Wer gibt dem eigentlich Geld?

    Aber ich mag einfach Apple nicht. Aber ich wünsche Dir und anderen natürlich Glück mit der Aktie. 😉 Für mich bleiben ja massenhaft andere Sachen übrig.

    Ansonsten bin ich voll bei Dir. Du machst es fabelhaft. Und lass Dich nicht entmutigen von manchen Anmachen.

    MS

     

  39. Christoph

    @Leon: Ist doch ok wenn du eher auf Growth Aktien stehst.

    Allerdings ist es nunmal so, dass auf lange Sicht Dividendenaristoktraten diese schlagen. Natürlich in der Masse, nicht im einzelnen.

    Das liegt einfach daran, das diese Unternehmen seit Jahrzehnten stark sind. Macht Coca zB im Jahr eine Kurssteugerung von 5 % und rechnet man die 3,5% Div dazu dann müsste ein Grwoth wert schon mehr als 9% im Jahr zulegen.

    Aber da Coca COla im neuen Jahr die Dividende wieder anhebt ist die Gesamtperformance in diesem Jahr dann nicht 8,5& sondern zB 9%

    nach 5 Jahren wären das dann zB schon 11 % usw.

    Im Prinzip ist halt neben den Ausschüttungen die gesamt Rendite die durch die Dividendensteigerungen jedes Jahr in 2 Teilen steigt.

    Kurs plus Dividende. Bei einem Growth ist es nur der Kurs.

    Aber wie gesagt, ich verstehe auch wenn man lieber Groth wählt. Ich selbst traue es mir allerdings einfach nicht zu dass ich sicher sein kann, das das heute gekaufte Unternehmen in 2 Jahren oder auch in 10 Jahren einen höheren Wert für andere hat als heute.

    genau das ist ja Growth. Andere denken das Unternehmen wird in der Zukunft mehr wert sein.

    Ein gutes Beispiel sind Sportschuhe. Under armour, Adida, Nike usw sehr schön steigende Kurse.

    Footloker allerdings nicht. Wieso? Foot Loker verkauft doch diese Schuhe. Also richtig erklärbar ist das nicht.

    Da könnte man sich als Anteilseigner schon ärgern. Die einzeln verkaufte Profukte steigen aber nicht das verkaufende Geschäft. Aber durch die steigende Dividende ist das nicht so schlimm. Und da das Geschäft immer besser läuft und die Divindende steigen kann und man durch den immer noch niedrigen Preis nachkaufen kann hat man hier eine schöne Rendite.

    Wäre es eine Aktie ohne Dividende würde man sich sicherlich ärgern.

    Zumindest ich würde mich ärgern.

    Ich ärgere mich zB das ich vor einiger zeit Bank of America gekauft habe. Die zahlen noch immer eine mikrige Dividende und dank den niedrigen Zinsen kommt der Kurs auch nicht in Schwung.

     

  40. Leon

    @Christoph

    Wollte nur nachfragen, ob dieser Vergleich Deines verlinkten Charts mit selben Daten, Risikoklassen, Kostenstrukturen objektiv ist…

    Deine These, dass ich auf vermutlich auf 100% Growth stehe ist eine falsche Annahme.

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