Ich kaufte Designer-Möbel. Eine Ledercouch auf Pump. Und andere Spielsachen wie teure Kunst. Heute ist mir das egal. Ich bin lieber frei


New York, 24. April 2018

Palmen: Mir ist heute das Reisen wichtiger als ein großes Zuhause oder ein tolles Auto. Ich bin froh, kein Auto zu besitzen.


Ich war eigentlich nie ein Lebe-Mensch. Ich war stets bodenständig. Aber es war mal ein Punkt in meinem Leben erreicht, als ich gut verdiente. Plötzlich rutschte ich ins sinnlose Geldausgeben hinein. Ins Prahlen. Ich lebte auf großem Fuss. Ich fuhr bequem mit dem dicken BMW ins Büro. Ich lebte in einer schönen Wohnung in der Stadtmitte. Ich hatte eine neue Einbauküche. Granitböden etc. Es war eine recht große Hypothek auf der Wohnung. Ich war nie zufrieden. Ich wollte immer mehr. Also kaufte ich Designer-Möbel. Eine Ledercouch auf Pump. Ein paar andere Spielsachen wie teure Kunst.

Geht es Dir auch so? Kaufst Du ein Haus oder Wohnung, willst Du es schön haben. Geld spielt zunächst keine Rolle, weil es ja Dein „Zuhause“ ist. Vielleicht schlägst Du eine Wand raus, um das Wohnzimmer zu erweitern. Oder Du baust einen Wintergarten auf die Rückseite. Du renovierst alles nach Deinem Geschmack. Neuer Teppich? Neue Küche? Neues Luxus-Badezimmer mit allem Komfort? Logisch! Was ist, wenn du ein begeisterter Gartenliebhaber bist? Dann wird der Garten neu angelegt.

Ich dachte, ich muss zudem Spaß haben mit überteuerten Urlauben. „Man lebt nur einmal“, dachte ich. Ich rannte in Möbelhäuser, Einkaufszentren. Ich ging zum Galerist. Es geht so schnell. Ehe Du Dich versiehst, bist Du im Konsumhamsterrad. Und kommst kaum noch raus. Meine Freiheit wäre der typische Ruhestand des Deutschen geworden mit 67 oder 68 Jahren.

Glücklicherweise zog ich nach New York. Weil in der Millionenmetropole alles so teuer ist, lebte ich einige Jahre in Wohngemeinschaften und merkte, dass ich all den Plunder in Deutschland gar nicht brauchte. Ich vermisste meinen blöden BMW nicht. Mir waren meine Ledercouch und die Designermöbel völlig egal. Ich merkte: Ein bodenständiges Leben macht mehr Spass. Wozu soll ich mich um Kratzer, Flecken, Dellen ärgern? Vergeudete Zeit, dachte ich. Ich machte Sport. Ich hatte weniger Zeug in New York und war zufrieden. Ein weiterer Vorteil: Ich musste nicht mehr ewig zur Arbeit pendeln. Mir machte mein Job in Frankfurt immer viel Spass. Mein Chef war cool. Die Kollegen super nett. Nur die Pendelei ging mir auf die Nerven. Pendeln kann Deiner Gesundheit schaden. Daher solltest Du nach Möglichkeit nahe bei der Arbeit wohnen.

Der Umzug ins Ausland öffnete mir die Augen. Es brachte mich zurück auf den Boden der Tatsachen. Abende mit Freunden auf der Dachterrasse verbringen. Mit einem Glas Wein. Picknick im Park. Joggen mit der Laufgruppe. Ein Nachmittag am Strand in Brooklyn.

Ich habe erkannt, dass die Luxus-Dinge, die ich früher wollte, mich nicht glücklich machen. Mein Lebensstil hat sich drastisch geändert. Neue Möbel sind mir egal. Ein Auto brauche ich nicht. Neue Kleidung ist mir egal. Ich besitze keine Waschmaschine oder Wäschetrockner.

Ich denke nicht nur an den Geldbeutel, sondern auch an die Umwelt. Zwölf Kilo Kleidung kauft der Deutsche im Jahr:

Ich habe billige, gebrauchte Möbel. Meine Kleidung ist älter. Nicht die neueste Mode. Ich gehe viel zu Fuss. Ich bin sehr glücklich mit dem neuen Lebensstil. Es ähnelt sehr der Zeit, als ich Student war. Ich werde weiterhin sparsam und sozial leben.

Vor allem werde ich neue Schulden vermeiden. Ich werde sie meiden wie die Pest. Ein Auto mag ich nie mehr besitzen.

Ich geb heute mein Geld lieber für Erlebnisse aus (als für Zeug). Ich reise. Wir gehen wandern. Schwimmen. Relaxen.

Die Erkenntnis hat mich vor zwanzig Jahren unnötiger Arbeit gerettet. Zwanzig Jahre! Hoffentlich können andere diese Erkenntnis so schnell wie möglich machen. Es ist eine neue Lebensplanung. Es macht einen Unterschied.

Was ich überhaupt nicht verstehe: Es gibt Leute, die kommen mit dem Chef überhaupt nicht klar. Manch einer hat ein vergiftetes Verhältnis zum Vorgesetzten. Trotzdem schaffen es viele nicht, aggressiv zu sparen. Seit den 1970er Jahren steigt die Zahl der Autos je Haushalt massiv. Die bewohnte Fläche je Einwohner geht durch die Decke. Hinzu kommt: Verbraucher kaufen kiloweise Kleidung pro Jahr (Fast Fashion). Sie lassen sich warme Mahlzeiten an die Haustüre liefern.

Ich fände es wertvoller für die Freiheit zu sparen und dafür auf ein paar Quadratmeter Zuhause oder ein Auto zu verzichten. Der Kleiderschrank ist eh schon voll, warum also noch mehr Kleidung kaufen? Wenn Dein Depot wächst, gehst Du eines Tages zum Chef und sagst: „Das ist mein letztes Quartal bei Euch. Ich bin raus.“

Geld ist nur ein Werkzeug. Das Ziel ist es, eine Menge Geld zu haben, damit es für Dich arbeiten kann und nicht umgekehrt.

Geld ist eigentlich wie Holz. Es dauert sehr lange, um einen ausreichenden Vorrat aufzubauen. Aber es vergeht unglaublich schnell die Zeit, in der Du es verbrennen kannst. Je mehr Du hast, desto sicherer fühlst Du Dich. Aber Du musst auf Dein Holz aufpassen, sonst ist es schnell weg.

Nach neun Jahren Hausse musst Du auf einen Crash vorbereitet sein. Mental. Du solltest einen Crash nutzen, um weiter Dein Depot aufzubauen. Im schlimmsten Fall kann ein Crash einige Jahre dauern. Durchhalten ist die Devise. Anleger verlieren schnell die Nerven. Sie verkaufen im Crash ihre Bestände und sitzen dann auf Cash. Eine Tragödie ist das. Wer clever ist, hat Geduld und Nerven wie Drahtseile.

Historical Market Crashes

Im Idealfall hast Du einen Aktien-ETF-Sparplan zehn, 15 oder 20 Jahre laufen. Eine hohe Sparquote. Fertig. Dann rückt die Freiheit mit der Zeit immer näher. Es ist im Prinzip einfach.

Wie kannst Du sparen? Ein Hobby-Koch zu sein, hat mir eine Menge Geld gespart. Die meisten Speisen, die Du in einem Restaurant bekommst oder zum Mitnehmen bestellst, kannst Du zu einem Bruchteil der Kosten zu Hause zubereiten. Pizza zum Beispiel. Ich mache Pizza gerne. Es schmeckt lecker. Es macht mir Spass. Ich behaupte nicht, nie wieder ins Restaurant zu gehen oder nie mehr etwas zum Mitnehmen zu bestellen. Aber meistens kochen wir etwas Gesundes und Günstiges zuhause. Gemüse ist schnell auf dem Grill zubereitet. Wir machen oft Früchte-Getränke (Smoothie) im Mixer. Das schmeckt lecker. Probier das Mal zuhause zu machen. So ein Mix-Getränk aus Früchten/Gemüse. Es ist gesund. Oder einen Salat. Das ist im Handumdrehen erledigt.

Solche Themen wie die finanzielle Freiheit geht in die meisten Köpfe nicht rein. Es wird von den meisten kritisiert. Es sei nicht erreichbar. Es sei Unsinn. Klar, ist es ein Kampf. Es ist hart, eine hohe Sparquote zu haben. Die meisten schaffen es nie. Der sinnlose Konsum ist so viel leichter.

Es gibt einen Grund, warum Leute sagen, Geld und Politik gehören nicht diskutiert. Jeder hat seine eigene leidenschaftliche Meinung. Geld ist eines der größten Streitpunkte in Ehen. Ich denke, es ist wirklich schwer jemanden zu finden, der ähnlich tickt. In diesem Blog merke ich übrigens die Leidenschaft (für oder gegen etwas).

Wann soll ich an der Börse loslegen? Wann soll ich einsteigen? Das ist eine Frage, die immer wieder auftaucht. Die einhellige Meinung ist, dass es auf die Zeit an der Börse ankommt und nicht auf das Timing der Börsenverläufe. Geduld schlägt das Timing. Wenn Dein Anlagehorizont zehn bis 30 Jahre umfasst, gehst Du heute in Aktien/ETFs. Das ist der richtige Schritt.

Kommt der Crash nicht, vor dem alle Angst haben und Du wartest zwei Jahre ab, während Dein Geld auf dem Tagesgeldkonto schlummert, hast Du womöglich auf 15 Prozent Rendite verzichtet.

Welcher Typ bist Du? Ich war zwischenzeitlich ein Lebemensch, jetzt bin ich ruhiger und bodenständiger geworden:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Ich kaufte Designer-Möbel. Eine Ledercouch auf Pump. Und andere Spielsachen wie teure Kunst. Heute ist mir das egal. Ich bin lieber frei

  1. Frank

    Hallo Tim,

    habe per Zufall über einen Artikel von dir erfahren indem du „meine“ Kraft Heinz positiv beschreibst.

    Kannst du hier ansagen welche Artikel aktuell von dir zu lesen sind?

    LG

    Frank

  2. Florian HFlorian H

    Hallo Tim,

    super Artikel. Ich glaube wir alle hatten mal eine kurze Konsumphase.

    Bei mir hat diese Phase aber nicht lange angehalten. Mich hat Konsum noch nie bereichert, im Gegenteil. Für mich bedeutet viel Plunder einfach nur Stress. Mittlerweile lebe ich minimalistisch, ich liebe diesen Lebensstil. Je weniger ich besitze, umso freier fühle ich mich.

    Man schätzt und genießt das Leben auch viel intensiver. Die Masse dagegen wirkt auf mich innerlich leer.

    Was sagst du zu Siemens Healthineers?

    LG

  3. Fit und Gesund

    Der ganze Konsum macht nicht glücklich, war heute in der Stadt und habe mal geschaut was ich für meinen Geburtstagsgutschein meiner Station kaufen könnte, ich lief wie belämmert durch die Geschäfte, da gab es nix was ich haben wollte, entnervt bin ich aus dem Provinzkonsumtempel geflüchtet (Lago in Konstanz)

    Ich glaube ich bin irgendwie durch die Sparerei resistent geworden, dabei wäre ich durchaus bereit gewesen meinen Gutschein zu „opfern“  🙂

  4. Jan

    Hallo Tim,

    ich finde es einfach nur befreiend zu wissen, dass es mir nie im Leben finanziell schlecht gehen wird. Egal was kommt, ich kann genügend Geld an die Seite schaffen, dass ich niemals Sorgen um die Finanzen machen muss. Diese arme Sau muss sogar seine Kreditrate pausieren nur um sich einen Kühlschrank leisten zu können: 
    https://www.youtube.com/watch?v=BRxr16jVEzI
    Und damit machen die Werbung! Ich schlage mir jedes mal nur schmerzverzerrt meine Hände vor die Augen. Auch wenn es nur eine fiktive Person ist, aber wie verblödet muss die Zielgruppe für diese Werbung sein?

    Das zu wissen ist mir eigentlich noch viel wichtiger als irgendeine finanzielle Freiheit die vielleicht dazu führt mal nicht mehr auf einen Job angewiesen zu sein. Meine Tochter und meine Frau gehen vor. Und die werden nie in einem Haushalt aufwachsen müssen bei dem zu wenig Geld für einen Schulausflug da ist oder der Studienwunsch aufgrund leerer Kasse nicht möglich ist. Das ist mir eigentlich wichtiger als diese ganzen Diskussionen wann und wie man nun aufhören könnte zu arbeiten. Wenn es mal so weit ist, glaube ich, merkt man das ganz von selbst. Das ist bei mir in weiter Ferne. Also mache ich mir darüber keine Gedanken.

    Schöne Grüße nach NY

    Jan

     

  5. Wolf

    Erlebnisse sind mir wichtiger als Gegenstände. In der Natur sein, verreisen.

    Ein Crash an der Börse sollte niemanden abschrecken. Der Umgang mir der Natur ist ein Crash!!!

    Ein sehr schöner 360 Grad Schwenk mitten im Hochsommer Neuseelands. Völlig allein / zu Zweit an einem derart schönen Strand. Freiheit und Natur pur.

    Zum Entspannen und genießen:

    https://www.youtube.com/watch?v=efQa4GNsMN4

    Für Euch!

     

     

     

  6. Frei

    Eine Überlegung bzw. Einstellung habe ich bei Tim noch nicht gelesen, an die ich mich oft halte: ich kann mir sehr viel leisten (Auto könnte ich eine super Kiste bar bezahlen)…..ich WILL es aber nicht. Andere wollen zwar, könnten es aber (eigentlich) nicht. 😉

    Über die Art Menschen (meist Kollegen) lache ich mich innerlich kaputt, weil sie bestimmt aus ihrem auf Kredit angeschafften Auto denken auf mich in meiner alten (aber LANGE) bezahlten Kiste herabzuschauen. Denkste….aber ein Gentleman geniesst und schweigt.

  7. Der Depotstudent

    Hallo Tim,

    bin erst in letzter Zeit auf Deine Artikel aufmerksam geworden und muss sagen, dass ich wirklich froh bin, dass jemand in dieser Hinsicht ähnlich tickt. Ich bin zwar keineswegs total frugal unterwegs, habe aber schon recht bald gemerkt, dass mich Konsum nicht glücklich macht. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich in einem recht jungen Alter auf diese Ideen stoße und viele viele Jahre vor mir habe, um mit einem kontinuierlichen Vermögensaufbau die finanzielle Freiheit möglich zu machen. 🙂

    Mein großes „aber“: Ich glaube nicht, dass finanzielle Freiheit glücklich macht. Dass Dir das bewusst ist, ist mir klar. Das dürfte aber ein Irrglaube vieler Menschen sein. Mich erschreckt es auch total, wenn schon junge Menschen wie Studenten oder Azubis davon reden, endlich in Rente gehen zu wollen, weil sie keine Lust mehr haben. Ja, das gibt es in meinem Umfeld wirklich.. Bei Interesse: Habe mich da letztens mal etwas drüber ausgelassen.

    https://depotstudent.de/studenten-und-finanzielle-freiheit-nicht-geil/

    Ich glaube aber, diesen Leuten wird auch die finanzielle Freiheit kein Glück bescheren. Sie sollten sich lieber etwas suchen, was sie wirklich erfüllt. Denn 25 Jahre „leiden“ durch mangelnde Selbstverwirklichung im Job und frugalen Lifestyle für die finanzielle Abhängigkeit ist auch keine Lösung – finde ich jedenfalls.

    Wie siehst Du das, Tim? Drei Jahrzehnte in einem gutbezahlten Job bleiben, um frei zu werden oder einen Job ausüben, der Spaß macht und dafür ganz normal mit 67 in Rente gehen?

    Würde mich über eine kurze Antwort sehr freuen. 🙂

     

    Viele Grüße vom Depotstudent Dominik 🙂

  8. argamak

    Zu Konsum hatte ich nie ein freundschaftliches Verhältnis — bin in der Sowjetunion aufgewachsen. Die offizielle Doktrin der Kapitalüberwindung wurde ja ganz pragmatisch umgesetzt: hätte man Geld, könnte man trotzdem nichts kaufen. Gab ja nichts.
    Meine Angewohnheit das Wechselgeld vom Brot-Kauf in eine Schachtel zu legen hat meinen Eltern besonders nach der Auflösung der Sowjetunion einige schlaflose Nächte erspart. Die Sinnhaftigkeit eines Notgroschens kann ich nicht laut genug betonen.
    Beruflich hatte ich hier einen holprigen Start (dank Hauptschule, Dotcom-Blase, Leben in der Pampa und anderer Ausreden) und war mir relativ sicher, dass ich unter einer Brücke verrecken würde. Bin letzendlich mit Glück und Hartnäckigkeit in der IT gelandet und dank Fleiß dort auch geblieben.
    Bestes Investment bisher: das Buch „Your money or your life“ von Vicki Robin. Bin der Meinung, dass es mich vor der Einstellung „Ich hatte nichts und jetzt gönne ich mir so richtig was!“ bewahrt hat.

    Ich lebe nicht auf großem Fuß und versuche mir meine Unabhängigkeit weitestgehend zu bewahren — die Arbeitsagentur hat mir nicht zu sagen welchen Job zu welchen Konditionen ich anzunehmen habe und die Lebensmittelindustrie soll mich nicht mit Unmengen an Zucker und Salz mästen. Und so spare ich was geht und mische mein Müsli und den Joghurt selbst.

    Außerdem gönne ich mir täglich acht Stunden gesunden Schlaf — habe gemerkt, dass ich nicht auf Zack bin und zur Prokrastination neige, wenn ich dieses Pensum nicht schaffe. Da half auch kein GTD & Co; nur mit mehr Schlaf  konnte ich mich selbst austricksen. 🙂

  9. steve

    @ tim Kompliment dass du immer wieder erzählst es ist keine Einbahnstrasse zur finanziellen Freiheit. Abwege können vorkommen umkehren und dann in die richtige Richtung weitergehen.

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Florian H.

    Sehe ich genauso.

    Solche Abspaltungen sind grundsätzlich spannend. Mit Siemens Healthineers habe ich mich nicht beschäftigt, kann wenig dazu sagen.

    @ Fit und Gesund

    So wäre es mir auch ergangen im Konsumtempel. Ich verstehe das.

    @ Jan

    Danke für das Video. Genau. Ich sehe das so wie Du.

    So werden die Leute abgefüttert mit Krediten. Es geht klein los. Kann aber böse enden.

    @ Wolf

    Super schönes Video. Das macht Spass zu schauen.

    @ Frei

    Ja. Schweigen ist oft am Klügsten.

    @ Dominik

    Mmmhhh. Was heisst schon leiden? Die Arbeit sollte schon (etwas) Spass machen. Sie wird wohl kaum ein dauerhafter Traum sein. Es ist immer ein gewisser Kampf. Daher bin ich für 15 Jahre keulen/kämpfen. Dann in die Freiheit. Aber natürlich macht es keinen Sinn, einen Job zu machen, der Dich total nervt. Es geht auch eine Mischung.

    An der Freiheit ist das Schöne, dass Du jeden Tag die Wahlfreiheit hast, was Du tun willst.

    @ argamak

    Gute Einstellung. Beim Schlaf muss ich besser werden.

    @ steve

    Ja. Ich bin nicht perfekt. Danke!

  11. Querdenker

    Im Lago will man doch ohnehin nichts kaufen. Man muss eine halbe Ewigkeit an der Kasse warten, weil jeder eidgenössische Pfennigfuchser einen Ausfuhrschein haben möchte ^^

  12. Fit und Gesund

    @Querdenker

    zu der Gruppe gehöre ich ja selber, allerdings nicht für ne Flasche Shampoo und ne Tüte Gummibären 🙂 aber 19% auf 250 Euro = 47.50 Euro, dafür stehe ich schonmal an…

    ausserdem, seit der Euro wieder mehr kostet sind nicht mehr ganz so viele Schweizer anzutreffen (rein gefühlt, ich kaufe aber nicht am Wochenende)

    liebe Grüsse

  13. Thorsten Rohweder

    Die Ramschläden haben Konjunktur. So wie Dönerbuden, Shishabars und Spielsalons. Unsere Einkaufsstraße verkommt zusehends. Der Konsumtempel ist inzwischen online im Wohnzimmer. Ein Klick und das Paket kommt innerhalb kürzester Zeit. Kaufsucht und Einsamkeit könnten manchmal zusammenhängen. Soziale Kontakte könnten die Konsumorgie mildern, sowie Sport oder Bewegung an sich. Ausreichend Schlaf und ausgewogene Ernährung. Für manche zu viele Fronten an denen gleichzeitig gekämpft werden muss. Man kann ja an einer Front anfangen und dann die anderen Dinge nachziehen. Eine Therapie im Sinne von Ausmisten der eigenen Wohnung könnte hilfreich sein. Vielleicht geht es nur um das Lernen von vernünftigem selbstbestimmten  Denken fernab der Werbung und gesellschaftlicher Vorgaben , um bewusste Entscheidungen zu treffen. Ein gesundes Selbstbewusstsein muss nicht konsumieren ? Vielleicht eine gewagte Hypothese.

  14. Der HSV steigt endlich ab

    @Rohweder

    zumindest die letzte Hypothese ist so nicht haltbar. Außerdem geht es hier eher um Persönlichkeit und nicht wie man sich dieser bewusst ist.

    Plump ausgedrückt, mangelt es den Möchtegern „Gangstern“, die in der Stadt mit 7er BMW und Bling Bling rumfahren gewiss nicht an Selbstbewusstsein.

  15. Stefan

    Hallo lieber Tim,

    wieder ein  toller Artikel.

    Ich habe schon etw. ein schlechtes Gewissen, weil mein Studium sehr hart ist und auch eine Menge Geld kostet und ich auch nicht sicher bin, ob ich es überhaupt schaffe.

    Also rechnest Du wie Max Otte, Markus Krall und Florian Homm auch bald mit einem Crash?! Nur wegen der 9-jährigen Hausse oder auch der ganzen Unsicherheiten?!

    Wenn man Cash halten soll, dann lieber in Dollar anstatt Euro, weil der Euro ja auch zerbrechen wird, wie Krall z.b. schrieb in seinem Buch „der Draghi-Crash“?!

    Würdest Du auch empfehlen einen hohen Cash- bestand zu haben erstmal z.b. 200000 Euro bzw. lieber in Dollar?!

    Denn Warren Buffett hält ja auch Cash (ca.116 Milliarden) und er wird es sicher auch in Dollar halten oder?

     

    Außerdem soll das sein höchster Cash-Bestand seit 40 Jahren sein wie ich gelesen habe…

     

    Bitte um Antwort 🙂

     

  16. V

    Dollar ist ebenfalls in Gefahr, nicht nur der Euro; Cash ist auch unsicher und in einer sehr großen Krise sogar brandgefährlich. Es gibt aber Alternativen.

  17. Chris

    Guter Artikel,

    bezüglich Konsum kommt es einfach drauf an. Ich hatte zb ein Handy was noch total ok war. Aber es gibt keine Sicherheitsupdates mehr. Und da ich online banking darüber tätige musste ich leider ein neues kaufen. Aber nur für € 250,00. Ist ein Samsung A5(2017) und echt gut.

    Ich gerate manchmal schon in einen Kaufrausch. Wenn mich Job usw nerven, dann kaufe ich…

    noch mehr aktien ;o)

    Aber den Kaufrausch finde ich ok^^.

     

    Was habt Ihr derzeit so für Käufe getätigt? Ich kaufte Albemarle

    https://albemarle.com/Home-3.html

    und Box Inc. https://www.boxinvestorrelations.com/home/default.aspx

     

    Hier ein interessantes Video:

    https://www.youtube.com/watch?v=NVrxB9TomJM

     

    Schöne Grüße

     

     

     

     

  18. StefanStefan

     

    Ich bin gestern beim Zappen bei RTL2 hängen geblieben (Schande über mich…).

    Das Thema war „Armes Deutschland“. Und was man da gesehen hat bringt einen echt ans Nachdenken.

    Wir hier alle sind mega privilegiert. Es gibt Millionen Menschen die keine hundert EUR im Monat zurücklegen können.

    Besonders schlimm fand ich ein kleines 9-jähriges Mädchen. Sie träumt von einem „Urlaub“. Auf Nachfragen der Reporterin meinte sie dann, dass sie gerne mal ins Schwimmbad oder Schlittschuhfahren gehen würde…unglaublich traurig war das…

    Die mussten mit exakt abgezähltem Geld einkaufen gehen, auf den Cent genau.

    Und, dass das so viele sind die arm sind…in Berlin sollen 600.000 Hartz 4 Empfänger leben. Unglaublich!

     

    @ Tim

    nächste Woche Donnerstag gehts ab nach Omaha 😉 Freu mich schon.

    Gruss an alle

  19. Chris

    @Stefan: Ich hab in den meisten Fällen kein Mitleid. Jeder kann etwas erreichen und nur ein ganz kleiner Teil kann dies gesundheitlich nicht.

     

    Neulich sah ich im TV etwas über Hartz4. Da war eine junge Frau die gerade eine Ausbildung angefangen hat. Sie wohnt noch bei Ihren Eltern. Und da Sie etwas verdient, bekommen die Eltern nun weniger und haben pro Monat x Euro weniger.

    Also was hat die gemacht? Die Ausbildung geschmissen.

    Da kann ich nur sagen: DUMM. So wird Sie auch immer Hartz 4 Niveau haben. Sie hätte Ihren Eltern lieber was abgeben sollen und in 3 Jahren hätte Sie ein normales gehalt dann gehabt.

     

  20. Claus

    @ Stefan

    …ja, das ist unsagbar traurig. Aber:

    Mit abgezählten Geld einkaufen zu gehen, kenne ich auch noch! Ich war jung und hatte so gut wie nichts. Geld war „Mangelware“. Mit max. 10-20 DM in den Supermarkt, den Wocheneinkauf erledigen… Jeden Posten sofort addieren, damit es an der Kasse nicht peinlich wird. Das waren meine „Blauband-Zeiten“. „Blauband“ war die billigste Margarine, die der Supermarkt zu bieten hatte. Dazu das billigste Brot. Es schmeckte widerlich, aber man wurde satt… Zum „Amt“ wäre ich niemals gegangen.

    Das kleine Mädchen hat 2 Möglichkeiten: Sie wird wie ihre Eltern von Hartz 4 leben. Oder sie will es besser machen und wir „treffen“ sie vielleicht irgendwann hier!

  21. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Stefan

    Ich bin für regelmässiges Investieren. Monatliches ETF-Aktien-Sparen. Und durchhalten über Dekaden.

    Das Timing geht meist daneben. Das kriegt niemand perfekt hin.

    Geld, das Du langfristig nicht brauchst, gehört an die Börse. Dort ist es am besten aufgehoben. Und nicht auf dem Sparbuch.

    @ Stefan

    Viel Spass in Omaha.

  22. Markus

    @Claus

    „Das kleine Mädchen hat 2 Möglichkeiten: Sie wird wie ihre Eltern von Hartz 4 leben. Oder sie will es besser machen und wir „treffen“ sie vielleicht irgendwann hier!“

    Eine Chancengleichheit von Akademikerfamilien selbst gegen die statistisch, obligatorische „Durchschnittsfamilie“ ist Utopie.

    Oli`s Muc 100 k – Club ist eine ganz andere Referenzumgebung zum Orientieren als ein Aufwachsen in einer Hartz-Familie im Ruhrpott. Als soziale Wesen orientieren wir uns sehr häufig an unserem Umfeld.

    Die Denk- und Sichtweisen in diesen kleinen sozialen Gebilden sind teilweise Welten voneinander entfernt was selbstverständlich und „normal“ ist.

    Nicht unmöglich sich da rauszuboxen… aber leider statistisch selten.

  23. June

    Guten Abend,

    bevor es hier Abendessen gibt, lasse ich noch kurz meine Gedankenschnippsel da.

    @Fit und Gesund,

    Am Samstag waren wir mal wieder am schönen Bodensee zum Arbeiten.

    Außerdem war ich bei Aldi und im Lago. Deine Nachbarn haben wie immer eingekauft. Es war voll, voll, voll…. Auf dem Aldiparkplatz haben wir fast keinen freien Platz bekommen und die Gänge waren schon morgens um 10:00 Uhr überfüllt. Im Lago war ich dann um 19:00 Uhr kurz in der Apotheke. Die Idee war ganz schlecht. Erst haben wir keinen Parkplatz bekommen und dann standen wir in der Schlange zum rausfahren.

    Bin ich froh, dass ich das nicht jedes Wochenende habe.

    Zwischendurch haben wir uns aber auch ein leckeres Eis gegönnt. Belohnung muss sein.

     

    @Stefan,

    Es ist sehr, sehr traurig, wenn man die Kinder in diesen Familien erlebt.

    Es ist aber nicht das fehlende Geld was die Kindheit so traurig macht, sondern leider oft die fehlende Bildung und Finanzbildung und Zuwendung der Eltern. Das Geld vom Staat wird in Alkohol, Zigaretten und Süßigkeit umgesetzt und für die Kinder hat man keine 2,50 € für einen Schwimmbadbesuch.

    Als meine Kinder noch klein waren, hatte ich während eines Notfalls ein paar Tage eine Familienhelferin in meinem Haushalt. Die Frau unterstützt normalerweise Familien, die aus den unterschiedlichsten Gründen Hilfe für ihre Kinder und sich brauchen. Meist sind es Menschen aus der Unterschicht. Sie hat mir erzählt, dass die Familien eigentlich meist genug Geld hätten. Aber man schlicht nicht rechnen (damit meine ich wirklich im Sinne der Wortes zählen und rechnen) und meist auch nicht kochen kann. Am Monatsanfang gibt es die Tiefkühlpizza und alle möglichen Fertiggerichte und am Monatsende trockene Nudeln.

    Die paar Tage bei meinen Kids hat sie als Urlaub empfunden. Obwohl sie mich als alleinerziehende Mutter ersetzen musste. Aber die aufgeräumte Wohnung, die gut erzogene Kinder (mein Sohn war schon in Vorpubertät und entsprechend aufmüpfig) und das bisschen Haushalt waren Erholung für sie.

    Damals musste ich noch sehr genau rechnen. Mehr als 50 € durfte mein Wocheneinkauf für 3 Personen nicht kosten. Die Helferin hatte bei der Planung freie Hand. Sie hat aber viel weniger gebraucht. Okay, meiner Tochter hat Obst und meinem Sohn die Schokki gefehlt. Sie haben es überlebt.

    Heute erzähle ich meine Kids sehr oft wie privilegiert sie sind. So langsam kommt es bei ihnen an. Ja, wir hier sind privilegiert, aber nicht weil wir Geld haben sondern weil wir Bildung besitzen.

    Take care,

    June

  24. Fit und Gesund

    @June,

    ja, so ein Eis ist was Tolles, ich mag die Italiener an der Marktstätte sehr gerne, die kenn ich schon so lange ich hier wohne. Im Winter sind die Eisdielen zu, in einem Laden werden dann ja Lebkuchen verkauft, sooo lecker…

    irgendwie eine andere Welt mit diesen benachteiligten Kindern, kann ich mir so gar nicht vorstellen, kenn auch Keine, aber leid tun die mir schon. Die Kinder die ich kenne sind Prinzen und Prinzessinnen 🙂 …ob das man so gut ist?

    liebe Grüsse

  25. Thorsten Rohweder

    @HSV  ich war der Meinung,  dass die Gangster mit Bling Bling , die mir ‚Hurensohn‘ auf dem Fahrrad zurufen, wenn ich meine Vorfahrt einfordere eben arme Würstchen mit Minderwertigkeitskomplexen sind. Übertriebenes versus gesundes Selbstbewusstsein.

  26. Raphael H.

    @June

    Aus Deinen Zeilen lese ich heraus, dass Du eine wirklich tolle Familie hast. Und jetzt ja auch noch finanziell Erfolgreich. Deine Beiträge hier gefallen mir sehr oft sehr gut.

    Hut ab vor Deinen Leistungen. Wollte ich, als meist stiller Leser, nur mal schreiben. 🙂

     

     

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