Ian Ball: Ein Überflieger aus Kanadas Minenbranche


New York, 21. Mai 2017

Ian Ball, 35, Minenmanager und Dividendensammler.

Ich traf am Donnerstag einen Überflieger zum Frühstück in New York. Ian Ball, 35, lebt in Toronto. Er ist Vorstandschef der Minenfirma Abitibi Royalties mit einem Börsenwert von rund 100 Millionen Kanadischen Dollar. Der Kurs stieg seit 2014 von circa 50 Cent auf 9 Dollar. Macht 1.700 Prozent Plus. Damit zählt die Aktie zu den besten Performern. Er macht also einiges richtig.

Abitibi Royalties besitzt große Aktienpakete an Yamana-Gold und Angico Eagle, zwei milliardenschwere Goldkonzerne. Außerdem kassiert das Unternehmen Royalties (Umsatzbeteiligungen) von Minen. Ball möchte aus Abitibi Royalties eine Art Uber oder AirBnB formen. Uber und AirBnB haben keine Taxis bzw. Unterkünfte, trotzdem sind sie Riesen im Transport bzw. in der Hotellerie geworden. Den Bergbau sollen andere machen, Ball möchte nur einen kleinen Anteil vom Umsatz abbekommen.

Ball machte sich als jüngster Bergbau-Manager einen Namen in Toronto. Das Durham College verließ er als bester Student. Kaum hatte er den Abschluss in der Tasche, stellte ihn Minentycoon Rob McEwen ein, er wurde sein Assistent, und das im Alter von 22. Er war mit dem Milliardär in dessen Privatjet unterwegs. Der Vorteil ist, wenn man für einen prominenten Geschäftsmann arbeitet: Du triffst jede Menge Promis. So traf er in Beverly Hills in den Bergen Hollywood-Star Danny DeVito und dessen Ex-Gattin Rhea Perlman in deren Haus. Mit Tesla-Gründer Elon Musk plauderte er privat.

In Mexiko lebte er ein Jahr, wo er eine Mine aufbaute. Damals war er 26 Jahre alt und sein Chef McEwen vertraute ihm drei Millionen Dollar an, um das Projekt aus dem Boden zu stampfen.

Der Senkrechtstarter verdient heute gut. Das Gehalt braucht er nicht. Er kauft aggressiv Aktien seiner eigenen Firma Abitibi Royalties in sein Privatdepot. Er besitzt schon circa drei Prozent des Grundkapitals. Macht schätzungsweise drei Millionen Dollar. Daneben setzt er auf kernige Dividenzahler. Aus den Bereichen Banken, Telekom, Nahrung etc.

Ball investiert viel Zeit und Energie in seine Firma. Sein ehemaliger Boss, Rob McEwen, beteiligte sich mit zwölf Prozent an Abitibi Royalties. Das zeigt, dass er seinem Ex-Mitarbeiter einiges zutraut.

Als wir mit dem Frühstück fertig waren (er aß Pfannkuchen mit Heidelbeeren, ich Omelett) eilte er an die Wall Street zu weiteren Gesprächen (hier gab er ein TV-Interview). Am Abend flog er zurück nach Toronto. In seiner Freizeit geht er joggen. Außerdem liest er gerne. Vor allem für Amerikas Geschichte kann er sich begeistern (nicht jedoch für Kanadas Geschichte).

Autor Malcolm Gladwell beschreibt solche Erfolgsmenschen in seinem Buch namens „Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht„.

Ian Ball sprüht vor Euphorie. Er wird in den kommenden Dekaden eine großartige Karriere machen. Da bin ich mir sicher. Er ist jetzt schon weit oben. „Erfolgreiche Menschen sind nicht faul. Das wirst Du nie finden“, sagt er. „Schau Dir den Erfolg von Elon Musk an. Er hat die Mission etwas Außergewöhnliches zu schaffen.“ Recht hat er.

Sein Vorbild ist Multi-Talent Howard Hughes. Der Millionär und Erfinder revolutionierte Schnellflugzeuge, Live-TV, Krankenhausbetten, Maschinengewehre und vieles mehr:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Ian Ball: Ein Überflieger aus Kanadas Minenbranche

  1. Finanziell Frei mit 30 - Dominik

    Eine wirklich coole Geschite. Daran kann man sehen, dass viele Leute unter dem Radar der Öffentlichekeit sind und bereits größere Summen investieren und große Vermögen aufbauen. Bei den ganzen Stars und Prominenten gibt es ja so viele, die mit ihrem Geld nicht auskommen können und nur alles aus dem Fenster werfen. Trotzdem gelten sie in den meisten Augen als reich, nur weil sie ein hohes Einkommen besitzen.

    Schöne Grüße

    Dominik

  2. Thomas

    Das zeigt einem was alles möglich ist, man muss nur die Gelegenheiten am Schopf packen und fleissig investieren 🙂

    Das zeigt aber auch wieder, das es viele Vermögende Menschen gibt die nicht mit Geld um sich verwerfen, in den Medien wird das ja gerne mal berichtet.

    Gruss
    Thomas

  3. DivSky

    Toller Beitrag.

    @Tim,

    bist DU denn der Auffassung das ein Einstieg jetzt bei 5,80 Euro sinnvoll ist. Wenn man die Aktie die nächsten Jahre liegen lässt, könnte man durch deinen tollen Artikel den Eindruck gewinnen, das es weiter nach oben geht und das Unternehmen profitabel bleibt. Die Vision und Story scheinen ja einen weiteren positiven Verlauf zu nehmen

    Bist Du evtl. demnächst selbst investiert? 🙂

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ DivSky

    Das ist keine Aktienempfehlung. Ich wollte auf eine außergewöhnliche Karriere hinweisen: Ian ist schlau. Ich traue ihm einiges zu. Er hat eine enorme Energie. Er steckt sich enorme Ziele. Er hat zum Beispiel ein Internetbewerbungsportal entwickelt, auf dem sich Minenbesitzer Geld von ihm leihen können. Im Gegenzug beteiligen sie Abitibi Royalties an den künftigen Einnahmen:

    http://abitibiroyalties.com/theroyaltysearch/

    Solche Dinge sind schon außergewöhnlich. Ich denke, er wird erfolgreich sein. Ob ich die Aktie kaufen werde? Keine Ahnung. Ich besitze die Aktie nicht. Ich kaufe zur Zeit Berkshire.

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Andrea

    ich weiß nicht alles. Schaun wir mal. Die Branche steht unter Druck. Was jetzt passiert, ist ein Fressen oder gefressen werden.

  6. Mario

    Meine Gedanken zu solchen Unternehmen.

    „Ball möchte aus Abitibi Royalties eine Art Uber oder AirBnB formen. Uber und AirBnB haben keine Taxis bzw. Unterkünfte, trotzdem sind sie Riesen im Transport bzw. in der Hotellerie geworden. Den Bergbau sollen andere machen, Ball möchte nur einen kleinen Anteil vom Umsatz abbekommen.“

    Was mich an diesen Unternehmungen stört, ist, dass diese Unternehmen andere Unternehmen unterwandern. Besonders bei Uber sehe ich das so. Alle wollen nur noch vermitteln, jedoch kein eigenes Geld für Produktionsmittel in die Hand nehmen. Welchen Mehrwert soll das bringen? Diese Firmen sind für mich der Mistelzweig auf den Bäumen.

    Herr Ball soll doch eine Mine gründen und selber sich um Schürfrechte, etc. bemühen. Da werden Unternehmer geformt. Natürlich hat uns die Welt auch mit Annehmlichkeiten wie Google beglückt. Amazon ist ebenfalls ein solches Beispiel. Mittlerweile empfinde ich den Mehrwert jedoch nicht mehr so groß. Auch preislich nehmen sie sich kaum noch etwas vom stationären Handel vor Ort.

    Eine schöne Woche noch!

  7. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Mario,

    harte Worte… Das ist doch aber ein relativ häufiges Geschäftsmodell. MCD, Subway usw. machen es doch auch nicht anders. Man kassiert fette Franchise-Gebühren, und lässt das Risiko bei den Lizenznehmern.

    Prinzipiell mag ich als Investor schon dieses Modell. Das gibt es ja in allen Sparten. Bei den Minen ist wohl Franco Nevada ziemlich bekannt.

    Bei sowas habe ich z.B. FRU (Freehold Royalties). Bei Pizza Ketten PZA (Pizza Pizza Royalty Corp) usw.

    Also ich finde es einen ganz akzeptablen Weg für alle.

    Schönen Tag

    MS

     

  8. Obama

    Hallo @all

     

    hat jmd. News, warum Apple gerade um 30% nach unten rauscht ?

  9. Andrea

    Tim, danke. Ich wusste nicht, dass die Nahrungsmittelindustrie unter Druck steht. Hatte natürlich UNilever/Kraft-Heinz mitbekommen.

    Mario, empfinde ich auch so. Insbesondere amerikanische Firmen scheinen gut darin zu sein, „aus Scheiße Geld zu machen“ (Entschuldige den Ausdruck).

     

     

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mario

    Die Firma ist nicht anderes wie eine Bank. Nur mit Fachkenntnissen in einer Nische. Er hilft Minen, die Finanzprobleme haben. Was ist daran schlecht?

    @ Obama

    Danke!

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Ich fand die Worte auch hart von Mario. Ich stimme Dir zu. Deine Beispiele sind gut.

    Ich hab auch ein Beispiel: Was ist mit Amazon? Die stellen nichts her. Die sind nur Logistiker. Auch eine Mistel?

  12. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim,

    jeder Mensch ändert mehrfach im Leben seine Ansichten durch neue Einsichten.

    Man muss sich damit abfinden, dass es immer und zu allem gegenteilige Meinungen gibt.

    Habe gerade gesehen, dass ich noch andere Royalty-Unternehmen habe. Um diese Jahreszeit wird man ja immer überschwemmt mit den Berichten, obwohl ich auf papierlos („go green“) umgestellt habe.

    Eine völlig unauffällige Aktie im Depot ist meine „SIR – Royalty Income Fund“ (SRV.UN). Ist ein Restaurant-Unternehmen („Service Inspired Restaurants“).

    Die nehme ich kaum wahr. Sie macht genau das was ich liebe. Jeden Monat Dividende, und keine Probleme. Ist auch eine von denen, wo ich jederzeit nachkaufen würde, neben vielen anderen, wenn ich wüsste, woher nur mehr Geld bekommen…

    Habe auch noch immer ein Auge auf Alaris Royalty (AD). Gibt so viele nette Sachen. Verstehe gar nicht, wie manche sich auf so wenige Werte freiwillig beschränken wollen.

    Guten Erfolg

    MS

  13. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Prima. Ja, es gibt einige spannende Firmen. In der Nische kann man gutes Geld verdienen.

  14. Skywalker

    @ Matthias: Was du da wieder ausgräbst, echt super! ICh bin kurz davor mal 200 SIR Aktien zu kaufen. Muss ich irgendwas beachten? Stueerlich etc? Wird ja nur in Toronto gehandelt scheinbar. Aber monatliche Dividende und 8 % Rendite hört sich gut an.

  15. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Skywalker,

    nicht gleich so viel Pulver verschießen! 😉

    Also ich kaufe die CAD-Werte ja alle an der kanadischen Börse für 5 CAD Gebühren bei Lynx. Ich beachte da nichts weiter. Bekomme 15% Quellensteuer abgezogen bei der.

    Bedauerlicherweise kann man auf die SIR keine Optionen verkaufen. Da würde ich sonst ständig einen Put verkaufen, weil es mich nicht stören würde, da evtl. dann mal 100 Stück eingebucht zu bekommen. Und wenn nicht, dann kommt immer die Prämie dazu.

    Gestern habe ich mal einen auf einen US Mall-REIT verkauft (die werden ja gerade tot geredet). Ein kleiner Strike um 7.50 USD (Kurs etwas drüber), also werden nicht gleich große Summen fällig. Aber trotzdem 65 USD Prämie bekommen bei Laufzeit bis Sep. Schaun mer mal.

    Hier erklärt das der Nils Gajowiy recht gut anhand von „O“.

    Wenn Du in Kanada Werte suchst, dann kannst Du hier mal diese Liste periodisch anschauen. Die listet ständig die aktuellen ex-Dividend Termine auf. Da schaust Du dann einfach regelmäßig nach und schaust Dir einzelne Unternehmen/Funds an, wenn sie auftauchen.

    Schönen Tag noch!

    MS

  16. Mr. B

    Nach dem BZSt. Portal ist die Quellensteuer in Kanada bei 25 % – anrechenbar sind die üblichen 15 %

    Lynx bietet wohl einige Vorteile oder ist das bei einem deutschen Broker gleich mit der Quellensteuer für kanadische Aktien/Reits?

     

  17. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Mr. B

    leider kann ich es nicht sagen, wie es deutsche Broker handhaben.

    Bei Flatex habe ich nie einen kanadischen Dividendenwert gehalten. Genau aus dem Grund bin ich ja zu Lynx gegangen mit den Auslandswerten.

    Bei Lynx habe ich von Anfang an, ohne einen Antrag gestellt zu haben, die 15% Quellensteuer gehabt. Ich hatte die mal angeschrieben und eine Erklärung bekommen, warum das so ist.

    Für mich ist heute die Erklärung, weil ich eben nicht als Käufer in Kanada auftrete, sondern eben (wie hier schon mal bei der „Street Name Registration“ debattiert), IB als der „Custodian“ der Aktien. Und IB hat wohl ein Abkommen, welches dann greift.

    Für die 15% bei US-Werten muss man ja alle 3 Jahre das W-8BEN online neu quittieren.

    Wie auch immer. Gestern habe ich meine Steuererklärung eingeworfen in der Deroystr. Mal sehen was diesmal draus wird. Habe es versucht, dem Sachbearbeiter ganz einfach zu machen. Habe die vereinfachte Erklärung abgegeben und die KAP. Dort habe ich lediglich die Gesamteinnahme an Dividenden und gesamten einbehaltenen Taxes gemarkert in der ausgedruckten Übersicht, und ins Formular übertragen. Bisher hat das so gereicht.

    MS

    P.S. Heute wird es eine Monster-Vola in SDRL geben. Das wird ein Fest für Optionen 😉 Allerdings eher zum Zocken.

    Seadrill beats by $0.07, beats on revenue

    May 24, 2017 5:34 AM ET|About: Seadrill Limited (SDRL)|By: Gaurav Batavia, SA News Editor
    Seadrill (NYSE:SDRL): Q1 EPS of $0.06 beats by $0.07.

    Revenue of $569M (-36.1% Y/Y) beats by $22.84M.

    Shares +12% PM.

    Seadrill: Common Equity Survives For Now

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