Hoffnung auf ein schnelles Ende der Krise. Ich kaufe weiterhin


New York, 6. April 2010

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Die Wall Street ist nicht zu bremsen. Der Dow-Jones-Index steht kurz davor, die 11.000-Punkte-Marke zu überwinden. Praktisch steigen alle Branchen. Ob Sie die Restaurants, die Konsumwerte oder Industriekonzerne nehmen. Alles steigt. Für das erste Quartal dürften die Unternehmen reihenweise zufrieden stellende Zahlen liefern. Mit wirklich negativen Überraschungen rechnet kaum noch jemand. Das Schlimmste scheint überstanden. Die jüngsten Arbeitslosenstatistiken machen Hoffnung. Im März wurden mit 162.000 neuen Stellen so viele neue Jobs geschaffen wie seit drei Jahren nicht mehr. Dennoch handelt es sich um einen Tropfen auf den heißen Stein. Was derzeit zählt, ist lediglich die Hoffnung auf bessere Monate und Jahre.
Ich werde weiterhin Aktien kaufen – bis zu einem Dow-Jones-Stand von zunächst 14.000. Sobald die Arbeitslosenquote von derzeit 9,7 Prozent beginnt, spürbar zu sinken, dann sollten vor allem die Banken profitieren. Bei den Großbanken können Sie noch beherzt zugreifen. Etwa bei Wells Fargo, bei der Bank of America, bei JP Morgan Chase oder der Citi. Keines der Häuser scheint gegenwärtig überbewertet zu sein. Die Kurs-Buchwert-Verhältnisse sind super-billig bis moderat. Und je weniger Arbeitslose es gibt, desto seltener werden auch die Privatinsolvenzen und Zwangsversteigerungen. Was natürlich gut für den Finanzsektor ist.
Im Grunde genommen können Sie derzeit fast alles kaufen. Ich muss jedoch zugeben, dass es recht einfach ist den Ratschlag zu geben, inmitten einer Krise wie wir sie in den vergangenen Jahren erlebt haben, beherzt an der Börse einzusteigen und abzuwarten. Ich tat das zwar. Jedoch hatte ich zugegebenermaßen ein ungutes Gefühl dabei und immer wieder hatte ich meine Zweifel. Es fiel mir verdammt schwer, gegen die Masse der Anleger zu handeln. Wenn alle verkaufen, massiv einzusteigen, ist wirklich eine Kunst. Jedoch ist für ein solches Vorgehen kein besonders hoher Intelligenzquotient nötig, sondern nur eine absolute Beherrschung der Gefühlswelt. Investoren wie George Soros oder Warren Buffett sind Meister darin. Die richtig großen Vermögen wurden stets in solchen Krisenphasen geschaffen. Ich beobachtete einfach, was Buffett in der Krise tat und folgte ihm. Zwar kaufte ich nicht die gleichen Werte, aber ich verließ mich auf sein Timing. Das hat sich jetzt fürstlich ausgezahlt. Nichts ist einfacher als die Erfolgreichen zu kopieren.


tim schaefer (Author)

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