Herbalife: Abnehmpulver


New York, 24. Mai 2008

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Ich traf in New York Vorstandschef Michael Johnson. Herbalife vermarktet seit 28 Jahren Pulverpackungen zum Abnehmen, Proteinmixgetränke und Vitaminpillen. Der Umsatz explodiert seit Jahren. Gingen 2004 erst 1,3 Milliarden durch die Bücher, waren es 2007 schon 2,1 Milliarden Dollar. Operativ verdient der Konzern eine knackige Marge von zuletzt 14,8 Prozent. Erfolgsrezept ist der Direktvertrieb. Ähnlich wie bei Tupperware vermarkten die Produkte 1,7 Millionen Fans. 2007 stieg der Überschuss auf 191 nach 143 Millionen Dollar im Jahr zuvor. Der Gewinn pro Aktie 2,71 Dollar.
Nun kam jedoch die Aktie unter Druck. So geisterte durch die Medien, dass Bleirückstände in den Produkten gefunden worden seien. Zudem behauptet ein Kritiker des Unternehmens, dass der Vertrieb wie eine Pyramide aufgebaut worden sei. Die Vertriebler hätten die Nachfrage hochgetrieben und säßen auf hohen Beständen. Schließlich kam heraus, dass ein führender Manager keinen MBA-Abschluss hatte, obwohl dieser den Hochschulabschluss in Ökonomie angegeben hatte.
Folge der zahllosen Vorwürfe war, dass der Kurs einbrach. Seit Anfang April stürzte die Aktie von 50 auf zuletzt 39,07 Dollar. Der Chart zeigt Ihnen den Kursverlauf in den vergangenen zwölf Monaten. Auf dem niedrigen Niveau – für mich ein klarer Kauf!
Der Börsenwert 2,5 Milliarden Dollar. Im laufenden Jahr sollte ein Gewinn von 3,50 Dollar je Aktie zusammen kommen. Daraus ergibt sich ein KGV von nur elf. Das ist ein Witz. Die Firma wächst zweistellig. Trotz der Vorwürfe ist kein Einbruch in den Verkaufszahlen absehbar. Vorstandschef Johnson redete vor den Investoren Klartext. Er überzeugte mich. Sein Manager, der das MBA-Diplom fälschlicherweise angab, trat zurück. Kaufen!


tim schaefer (Author)

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