H. J. Heinz


New York, 30. Mai 2008

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Am Donnerstag sprach ich mit dem Vorstandschef des weltweit größten Ketchupherstellers. Konzernlenker William Johnson und sein komplettes Führungsteam waren ins New Yorker Sofitel-Hotel gekommen. Heinz halte ich für aussichtsreich. Ich hatte übrigens schon voriges Jahr das Management in New York getroffen und mir dieses Jahr fest vorgenommen, mir die Präsentation erneut anzusehen. Auch diesmal beeindruckten mich die Rekordzahlen: Im Geschäftsjahr 2007/08 (30. April) setzte der Lebensmittelriese erstmals zehn Milliarden um nach zuvor neun Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte auf 845 nach vormals 786 Millionen Dollar. Mit seinen Soßen, Suppen und Süßkram ist der Traditionskonzern rund um den Globus vertreten. Der Börsenwert beträgt 15,5 Milliarden Dollar. Im laufenden Turnus sollten mindestens elf Milliarden Umsatz in die Tüte kommen. Der Gewinn dürfte mindestens auf eine Milliarde anziehen. Insofern ergibt sich ein KGV von ca. 15. Das ist wenig für ein global aufgestelltes Unternehmen mit einer so starken Marke.
1869 hatte der Deutsche Henry John Heinz in Sharpsburg/Pennsylvania die Firma gegründet. Er nutzte Kutschen, um seine Kunden mit Rettich zu beliefern. Später vermarktete er Gurken, schließlich Ketchup. Im Garten hinter seinem Haus in Pennsylvania hatte er Tomaten gezüchtet. 57 Bestandteile hat das Ketchup noch heute. Eigentlich waren sogar 60 verschiedene Bestandteile in der roten Soße: von Gewürzen über Gurken bis hin zu den Tomaten. Doch das Ehepaar Heinz fand die Zahl 60 langweilig, so bewarben sie einfach ihre rote Gewürzsoße mit „57 Bestandteilen“. Wer hier einsteigt und langfristig an Bord bleibt, kann meiner Meinung nach eine schöne Performance erzielen. Für den laufenden Turnus hat zwar Heinz-Chef Johnson nur ein Umsatzplus von „sechs Prozent und mehr“ in Aussicht gestellt. Er bezeichnete jedoch gleichzeitig diese Prognose als konservativ.
Aktuell notiert der Titel bei 49,25 Dollar. Für mich ein klarer Kauf! Warren Bufffett hat beispielsweise für die Wrigley-Übernahme ein KGV von 30 bezahlt, während Heinz mit nur einem KGV von 15 taxiert. Insofern ist der Lebensmittelhersteller, der inzwischen seinen Sitz in Pittsburgh/Pennsylvania hat, spottbillig.


tim schaefer (Author)

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