Gratulation Mr. Barack Obama


New York, 5. November 2008

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Am Tag nach der Wahl schloss die Wall Street tief im Minus. Der Dow-Jones-Index brach am Mittwoch um 486 beziehungsweise fünf Prozent auf 9.139 Zähler ein. Ist das ein schlechtes Omen nach Barack Obamas historischer Wahl? Nein! Ganz und gar nicht. Am gestrigen Dienstag war der Dow Jones noch kräftig geklettert. Insofern sollten Sie das Minus nicht überbewerten. Behalten Sie die Nerven. Das war ein schöner Tag für Schnäppchenkäufe an der Börse. Klar ist jedoch, dass Obama nun etliche Probleme zu lösen hat. So steht jede fünfte Immobilie in den USA unter Wasser – sprich die Hypothek übersteigt den Wert der Wohnung oder des Hauses. Das ist eine brisante Quote. Zudem leben die Amerikaner nach wie vor im großen Stil auf Pump. Jeder US-Bürger hat im Schnitt 10.000 Dollar Schulden auf der Kreditkarte angehäuft. Die Wirtschaft steckt in der Rezession. Die Arbeitslosigkeit steigt. Die angeschlagenen Banken vergeben kaum noch Kredite. Und der Krieg im Irak und Afghanistan verschlingt Milliarden von Dollars.
Ich verfolgte die Wahl beim Nachrichtensender CNN. Am Montagabend so gegen 23 Uhr kristallisierte sich heraus, dass Obama der erste schwarze Präsident der USA wird. Am New Yorker Times Square versammelten sich Hunderte von Schaulustigen und feierten spontan den 47-jährigen. Obama hielt wenig später im Grant Park in Chicago vor 125.000 Menschen eine bewegende Rede. Sie klang wie eine Predigt. Obama rief zur Einigkeit im Land auf und zur gemeinsamen Kraftanstrengung. Ich favorisiere Obama vor seinem Konkurrenten John McCain. Wenngleich ich die Immigrationspolitik der Demokraten für völlig bescheuert halte. Zu stark folgen die Demokraten den Gewerkschaften, die davor warnen, dass Immigranten den US-Bürgern die Arbeit wegnehmen würden. Dabei vergessen die Gewerkschafter wohl, dass Nordamerika so erfolgreich ist, weil es aus der Zuwanderung hervorging. Erstaunlicherweise sind die Republikaner in punkto Immigration viel liberaler. Sie wissen, wie wichtig die Einwanderer sind. In den USA ist die Rentenversicherung auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt. Immer weniger Nachwuchs steht einer alternden Gesellschaft gegenüber. So schlimm wie in Deutschland sind die Verhältnisse allerdings noch nicht, doch die Amerikaner sind auf dem besten Weg dorthin.


tim schaefer (Author)

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