Goldman-Sachs-Skandal: Sorge um John Paulsons Aktienportfolio!!


New York, 22. April 2010

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Hedgefondsmanager John Paulson telefonierte diese Woche schon zum zweiten Mal mit seinen Anlegern. Offenbar sind seine Geldgeber nervös geworden. Wie Sie wissen, ist Paulson in die Kritik geraten. Er soll mit Hilfe von Goldman Sachs im Jahr 2007 auf fallende Kurse bei Schrottpapieren gewettet haben, die zuvor Investoren als solide Anlage angedient worden sind. Selbst die deutsche IKB hat zugegriffen und ist Opfer des undurchsichtigen Schwindels geworden. Die amerikanische Börsenaufsicht wirft nun Goldman Sachs vor, bei den Short-Wetten nicht mit offenen Karten gespielt zu haben.
Paulson verwaltet in seinem Hedgefonds zig Milliarden. Seine superreichen Klienten könnten sich aber vor dem Hintergrund der Ermittlungen von ihm abkehren. Sein Image ist angekratzt. Paulson versucht daher alles, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Der New Yorker Vermögensverwalter war einer der wenigen, die frühzeitig das Platzen der Immobilienblase erkannt hatten. Er wurde durch seine Short-Wetten zum Multi-Milliardär und Star an der Wall Street. Nachdem der Dow Jones vor gut einem Jahr auf ein Tief von rund 6.500 gestürzt war, begann Paulson in ausgebombte Bankwerte zu investieren. Zudem ist er ein Fan von Rohstoff-Aktien. Ich sah mir kürzlich eine Präsentation seines Gold-Explorers Anglogold in New York an. Besonders angetan ist Paulson generell von Goldproduzenten, weil er angesichts der Rekordverschuldung der US-Regierung mit einer Inflationswelle rechnet. Zu seinen aktuell größten Positionen zählen Bank of America, Citigroup, Anglogold Ahsanti, Boston Scientific und Comcast.
Nun treibt jedoch Aktionäre dieser Werte eine Sorge um: Was passiert, wenn Paulsons Imperium zusammenbricht und seine Kunden weglaufen? Könnte er dann gezwungen sein, seine Positionen schnellstmöglich zu versilbern? Das wiederum könnte dank seiner großen Pakete einen Kursrutsch auslösen. Sie sehen bereits bei dem einen oder anderen Wert seit einigen Tagen Druck aufkommen. Ob es allerdings wirklich zu einer Liquidation kommt, ist fraglich. Hier können Sie die Kernbeteiligungen des Geldzauberers abrufen. Mein Rat: Bei kleineren Werten wie Anglogold wäre ich derzeit etwas vorsichtig. Bei Blue Chips wie Bank of America oder Citi besteht wohl kaum ein großer Einfluss. Der Börsenumsatz bei diesen Multis ist groß und mächtig. Jede Gegenbewegung nutzen Schnäppchenjäger, um sich billig einzudecken.


tim schaefer (Author)

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