Goldman Sachs hat den nächsten Skandal am Hals


New York, 24. August 2009

bild

Am Montag startete der Dow Jones schwungvoll in den Tag. Doch am Ende reichte es nur für ein kleines Plus von drei Pünktchen. Der Index schloss bei 9.509.
Die Citigroup setzte ihre Aufholjagd fort. Um 2,6 Prozent kletterte der Kurs auf 4,82 Dollar. Mehr als eine Milliarde Aktien wechselten am Montag den Besitzer. Erstaunlich, wie viele Stücke hier jeden Tag gehandelt werden. Ein weiteres Zeichen für mich, dass die Citi erfolgreich saniert wird. Bestünde keine Hoffnung auf eine schnelle Genesung, würden nur wenige Aktien gehandelt werden.
Etwas leichter mit einem Minus von 0,6 Prozent ging die Bank of America aus dem Handel. Der Schlusskurs 17,35 Dollar. Hier gingen nur 315.000 Stücke um. Ein neuer Skandal erschüttert jetzt Goldman Sachs. Die Investmentbank hat Großkunden bevorzugt mit Aktieneinschätzungen versorgt. In internen Besprechungsrunden wurden bestimmte Aktien diskutiert. Mit den aktuellen Neueinschätzungen informierte die Bank ihre wichtigsten Kunden umgehend telefonisch. Die restlichen Kunden verständigte man nicht über die Ergebnisse der internen Runden. Das berichtet das Wall Street Journal. Hier ist der Link.
Es kann sich hierbei womöglich wegen des Informationssprungs um einen Verstoß gegen Börsengesetze handeln. Gut möglich, dass die Börsenaufsicht SEC Ermittlungen aufnimmt.
In den Medien sorgte der Skandal am Montag für eine umfangreiche Berichterstattung. Da wächst ein neues Problem für die Goldmänner heran. Die New Yorker stehen seit Monaten unter Dauerbeschuss. Die Öffentlichkeitsarbeit ist offenbar völlig überfordert. Das Image der Bank hat tiefe Kratzer abbekommen. Die jüngsten Bonuszahlungen, es sind elf Milliarden Dollar, stießen bereits auf ein kritisches Echo. Wie kann eine Bank inmitten der Krise so hohe Sonderzahlungen an ihre Mitarbeiter leisten? Das fragen sich selbst Regierungsmitglieder in Washington. Vorstandschef Lloyd C. Blankfein soll seine Mitarbeiter angewiesen haben, nicht mit dem Geld um sich zu werfen.
Wenn Bonuszahlungen an der Wall Street fließen, dann wechseln oftmals Traumwohnungen, Ferraris, Porsche und Yachten die Besitzer. Neue Negativschlagzeilen kann Blankfein wirklich nicht gebrauchen. Kommt die Bank nicht zur Ruhe kann es sein, dass der Aufsichtsrat Blankfein feuert. Er hat das Image der Bank derart beschädigt, dass er kaum noch haltbar ist.


tim schaefer (Author)

drucken


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *