Goldman-Sachs-Anklage! Investmentbank in Krise! Google stürzt


New York, 17. April 2010

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Der Dow Jones ging am Freitag in den Sturzflug über. Bei 11.018 beendete der Blue-Chip-Index die Börsenwoche. Ein Skandal um Goldman Sachs erschüttert die USA. Die Börsenaufsicht SEC wirft der New Yorker Investmentbank Betrug vor. Sie soll Kunden faule Kreditpakete angeboten und gleichzeitig die Papiere leerverkauft haben. Involviert soll der berühmte Hedgefondsmanager und Milliardär John Paulson sein. Sowohl die Goldmänner als auch Paulson streiten die Vorwürfe ab. Kunden seien nicht hinter das Licht geführt worden. Verschiedene europäische Banken sollen durch diesen schmutzigen Trick eine Milliarde Dollar verloren haben. Zu den Opfern gehören die holländische ABN Amro, die Royal Bank of Scottland (sie verlor 841 Millionen Dollar). Ebenso setzte die IKB, Deutsche Industriebank, 150 Millionen Dollar mit dem Deal in den Sand. Der Vorgang hat angeblich die Krise am Immobilienmarkt in den USA ausgelöst. Die weltweite Finanzkrise folgte daraufhin. Paulson und Goldman Sachs sollen den Gewinn unter sich aufgeteilt haben. Paulson verdiente an der Immobilienkrise mehrere Milliarden Dollar. Er gilt seither als einer der besten Geldzauberer an der Wall Street und als Gewinner des Zusammenbruchs der Immobilienmärkte.
Der Kurs von Goldman Sachs brach um fast 13 Prozent auf 160,70 Dollar am Freitag ein. 14 Milliarden Börsenwert lösten sich in Luft auf. Das 140 Jahre alte Haus, das stets um seinen Ruf so bedacht war, ist angeschlagen. Das Image ist ruiniert. Was also tun? Ich würde als Value-Jäger noch ein paar Tage abwarten. Beobachten Sie die Goldman-Krise und den Kurs. Dann bietet sich, eventuell in einer Woche, die Investmentbank als Schnäppchen an. Sicherlich wird das Image weiterhin leiden. Gut möglich, dass etliche Kunden dem Hause den Rücken zukehren werden, weil sie mit den „schmutzigen Methoden“ nichts zu tun haben wollen. Aber die Bank wird deswegen kaum untergehen.
Massiv unter Druck stand am Freitag zudem Google. Es ist etwas faul im Staate Dänemark! Um über sieben Prozent brach die Notiz auf 549 Dollar am Freitag ein. Beachtlich war der hohe Börsenumsatz. Es bestehen Sorgen, dass Google-Chef Eric Schmidt vor dem Rücktritt stehen könnte.
Denkbar, dass der Dow Jones bis zu 1000 Punkte abgeben kann. Es kann sich nun eine Vertrauenskrise in Bewegung setzen. Abwarten und Tee trinken. Denken Sie bei Ihren Aktienkäufen stets langfristig. Denken Sie in Jahren und nicht in Tagen. So macht das jedenfalls Warren Buffett. Krisen wie jetzt bei Goldman Sachs kommen für Value-Jäger geradezu wie gerufen. Mit einem guten Timing und einer großen Geduld kann man hier sicherlich ein Schnäppchen landen. Solche Skandale und reißerischen Kritiken sind nicht neu. Sie kommen immer wieder vor. Lesen Sie beispielsweise diesen Artikel aus dem Jahr 2008. Das ähnelt sich doch alles irgendwie. Meinen Sie nicht auch? Auf meinem Foto sehen Sie übrigens das Goldman-Hochhaus in New Jersey. Hier arbeiten wohl die meisten Goldmänner. Es steht in unmittelbarer Nähe zur Statue of Liberty. Mit einem Boot kann man hier in ein paar Minuten den Hudson River nach Manhattan überqueren.


tim schaefer (Author)

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