Gigantische Cashbestände im IT-Sektor: Akquisitionen möglich


New York, 22. März 2009

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Nun ist der Übernahmekampf im Technologiesektor eröffnet. Die Kurse der meisten Softwarefirmen hocken tief im Keller. Viele Großkonzerne wie Microsoft, Google oder Dell horten gigantische Kriegskassen. Sie suchen nach günstigen Zukäufen. Die Zeit scheint kaum besser zu sein. Der Griff von IBM nach Sun Microsystems macht das deutlich. Problem der Giganten wie Dell oder Microsoft ist, dass ihr Wachstum nachlässt. Sie sind gezwungen zuzukaufen. Zudem bekommen die Riesen für ihre milliardenschweren Barbestände so gut wie keine Zinsen mehr, weil die Leitzinsen bei Null Prozent liegen.
Am meisten Cash in Bezug zur Börsenkapitalisierung besitzt Novell. Der IT-Konzern bringt auf die Börsenwaage 1,42 Milliarden Dollar, in der Kasse liegen rund 900 Millionen Dollar. Insofern billigt die Börse dem Nasdaq-Unternehmen nur lausige 500 Millionen Dollar (1,4 minus 900 Millionen Cash) zu. Dabei setzt Novell knapp eine Milliarde Dollar um. Novell könnte wegen des enormen Barbestands selbst in das Visier eines Käufers geraten. Für mich ist Novell beim aktuellen Kurs von 4,12 Dollar ein Kauf.
Der Computerschrauber Dell ist ebenfalls ein Cashwunder: Sieben Milliarden schlummern in der Kasse bei einem Börsenwert von 19 Milliarden Dollar. Sprich der Börsenwert ist zu 37 Prozent mit Barvermögen unterfüttert. Daher ist Dell ein klarer Kauf für mich, aktuell notiert Dell bei 9,88 Dollar. Dell ist ein klassisches Value-Papier. Die Bewertung ist ein Witz für einen der weltweit größten PC-Konzerne.
Nach dem Kurssturz ist auch Apple schmackhaft geworden. In der Kasse liegen 24,5 Milliarden Dollar, deutlich mehr als voriges Jahr. Und die Summe nimmt von Quartal zu Quartal stetig zu. Die Asche deckt immerhin 28 Prozent der Marktkapitalisierung ab. Ich war gerade im Appleladen am Central Park, die Filiale befindet sich in einem auffälligen Glaskubus auf der 5. Avenue. Hier ist immer die Hölle los. Von Krise keine Spur. Der Apple-Kurschart scheint bei der 100-Dollar-Marke einen Boden auszubilden. Aktueller Kurs 101,59 Dollar.
Cisco hortet 22,7 Milliarden Cash bei einem Börsenwert von 93 Milliarden. Macht einen Anteil am Börsenwert von 24 Prozent. Beachtlich!
Auf den weiteren Plätzen folgen (Anteil Cash am Börsenwert): eBay (15 Prozent), Google (15 Prozent) und Microsoft (12 Prozent). Wegen des „wachsenden Cashproblems“ begann Microsoft vor einigen Jahren, Dividenden auszuschütten. Die Dividende bringt immerhin drei Prozent Rendite ein. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Microsoft beträgt nur neun. Für konservative Anleger bietet sich der Softwaregigant als Langfristanlage an. Aktuelle Notiz 17,08 Dollar.


tim schaefer (Author)

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