Gewinnspiel: Wie man eine Bilanz liest


New York, 5. Dezember 2012

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Ich starte heute ein kleines Gewinnspiel. Es gibt das Buch „Wie man eine Bilanz liest“ von Reinhold Gagel zu gewinnen. Ich werfe drei Bücher in den Ring. Es ist die frisch erschienene zweite Auflage.
Der Autor hat ein leicht verständliches Werk mit vielen Beispielfällen geschrieben. Mir gefällt, wie einfach Gagel die komplexe Welt der Bilanzen erklärt. Es ist ideal für Anfänger. Gagel schrieb die Lektüre ursprünglich für seinen Sohn, der im Studium beim Thema Bilanzen nur Bahnhof verstand.
Für viele ist die Bilanz in der Tat ein Buch mit sieben Siegeln. Das muss nicht sein. Das Buch hilft, zu verstehen, wie eine Bilanz aufgebaut ist, wie die einzelnen Positionen gebildet werden und wo Knackpunkte liegen. Es geht für uns Börsianer schließlich darum, das Zahlenwerk richtig interpretieren und verstehen zu können.
Ich finde den kritischen Ansatz des Autors klasse. So schreibt er über Vorräte, wenn sich diese als Ladenhüter herausstellen sollte: „Solche sind gegebenenfalls auf Null herabzusetzen bzw. höchstens noch mit dem Schrottwert zu bilanzieren.“ Er skizziert kritisch, warum einige Manager dazu neigen, die Abschreibungen zu gering anzusetzen, eben um den Gewinn aufzuhübschen. Und gleichzeitig das Finanzamt gegen diese Vorgehensweise wenig einzuwenden hat, denn so kann der Fiskus höhere Steuereinnahmen kassieren. „Herrliche“ Interessenskonflikte deckt der Autor hier und da auf.
Die 132 Seiten haben Sie schnell durch. Wegen der leichten Verständlichkeit ist das Werk gerade für Laien empfehlenswert.
Reinhold Gagel arbeitete als Geschäftsführer für Finanzen, Betriebswirtschaft und Controlling in namhaften internationalen Produktionsfirmen. Er war Mitglied zweier Arbeitsausschüsse für Betriebswirtschaft des Verbands des Deutschen Maschinen- und Anlagebaus VDMA. Mehr Infos über den Autor und sein Buch finden Sie auf dessen Website.
Ich bedanke mich beim Verlag Monsenstein und Vannerdat aus Münster. Dieser hat sich bereit erklärt, die drei Bücher für mein Gewinnspiel zu sponsorn. Weitere Informationen zu dem Buch können Sie auf der Internetseite www.mv-wissenschaft.de nachlesen.
Gewinnen kann jeder, der ein paar Gedanken zum Thema Bilanzen in die Anmerkungen in diesem Blog unten schreibt. Auf was achten Sie, wenn Sie in die Bilanz eines Konzerns blicken? Welche Positionen finden Sie interessant? Sind es die Schulden, die oftmals luftig-weichen Goodwill-Positionen, ist es der Kassenbestand? Ein paar Stichpunkte genügen. Wer mehr Ideen hat, kann selbstverständlich mehr schreiben.
Aus allen Kommentaren (sofern es kein Scherz ist) werden die drei Gewinner gezogen. Bis Samstag Nacht, 8. Dezember 2012 um 23:59 Uhr MEZ, können Sie mitmachen.
Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.
Ich setze damit meine Weihnachtsverlosung aus dem vergangenen Jahr fort. Damals gab es Krawatten.
Bitte beachten Sie: In den Anmerkungen brauchen Sie nicht Ihren Namen verwenden. Es genügt ein Pseudonym oder lediglich der Vorname. Nur sollte die hinterlegte Email richtig sein, sonst kann ich Sie nicht informieren, wenn Sie gewonnen haben. Keine Sorge, ich belästige niemanden mit Werbe-Emails. Die Anschrift brauche ich nur von den drei Gewinnern.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Gewinnspiel: Wie man eine Bilanz liest

  1. Kayo

    Tja, da geht`s doch schon los: Woher soll ich denn wissen, ob Vorräte sich als Ladenhüter herausstellen !? Das kann doch nur ein Insider beurteilen. Aber wenn die Lektüre dieses Buches mich dazu befähigt, dann her damit.

  2. Jack

    Meine Erfahrungen zu Bilanzen:

    Theorie:
    Fachabi > Unternehmensbilanzen lesen gelernt
    Bankausbildung > Bankenbilanzen lesen gelernt

    Praxis:
    In der Bank gelernt, dass Banken und Unternehmen einen großen Spielraum bei der Erstellung von Bilanzen haben und viele Dinge unter den „Teppich kehren können“. Bei vielen Positionen besteht ein großer Spielraum, wodurch der Vorstand die Bilanz besser oder schlechter aussehen lassen kann.

    Bilanzen bei der Aktienanlagen:
    Bilanzen zeigen die Vergangenheit, die Börsen spiegeln die Zukunftserwartungen da. Von daher erst gar nicht damit beschäftigt und von Anfang an auf Fonds, jetzt ETFs gesetzt.
    Ein groß teil des Anlageerfolgs macht die Asset Allocation aus, dass Stock Picking hat nur einen kleinen Effekt auf die Rendite und ist gerade für den Privatanleger sehr schwer umzusetzen. Daher ist kein Bedarf von Bilanzanalysen notwendig, wen man kein Stock Picking betreibt.

    So das ist mein Beitrag zu dem Gewinnspiel 😉

  3. Dmitrij Karle

    Mein Vorgehen:

    – ich schaue darauf, dass Unternehmen nicht viele Anleihen emittiert haben, weil sie dann i.d.R. nicht viele Schulden haben. Schulden sind mMn ein ganz wichtiger Faktor.

    – Interessant sind für mich weiterhin Unternehmen mit geringen Ausgaben für F&E. Daher schaue ich mir die Langzeitentwicklung in diesem Bereich an.

    – Der Bruttoumsatz ist ein weiterer wichtiger Faktor für mich. Diesen vergleiche ich mit meinen anderen Positionen im Portfolio, um festzustellen, wie das eine oder andere Unternehmen im Vergleich abschneidet

    – Kommen wir zum Buchwert, also der Wert des Unternehmens im Falle einer Auflösung: je größer desto besser.

    – Weiterhin ist es mMn wichtig, wenn das Unternehmen nach Möglichkeit viele seiner Stammaktien besitzt bzw. diese versucht über den längeren Zeitraum zurück zu kaufen -> potentieller Wettbewerbsvorteil

    – Eigenkapitalrendite: je höher desto besser

    – Fremdfinanzierung, Kredite, wenn diese Werte hoch sind, kaufe ich zB Aktien solcher Unternehmen nicht.

    – Das EBITDA versuche ich zu meiden. Es gibt Firmen, die sich mit dieser Kennzahl schmücken. Aber wenn man jedoch all die Zinsen, Steuern, Abschreibungen dazurechnet, bleibt da bei vielen Unternehmen unterm Strich nicht viel übrig.

    – Klar, KGV, hier führt kein Weg dran vorbei.

    – Dividendenrendite: versuche gezielt Aktien von Unternehmen zu kaufen mit einer hohen DR

  4. Hendrik

    Bilanzen sind für mich nicht nur Intressant bei der Auswahl von Unternehmen um in diese zu Investieren, sondern auch bei potenziellen Arbeitgebern schaue, so fern verfüg bar, in die Bilanz.

    Das gibt mir Aufschluss darüber, wie Sicher der Job ist.
    Wenn das Unternehmen hoch verschuldet ist, wird es zwangsläufig zu spar Maßnahmen kommen. Das kann sich dann für mich darin widerspiegeln das mein Gehalt nicht weiter steigt, oder das FIFO Prinzip angewendet wird 😉

    Gruß Hendrik

  5. Frank

    Hallo,
    ich glaube daß so viel in eine Bilanz reingepackt (oder weggelassen)werden kann, daß ich mir nicht zutraue eine Bilanz zu lesen.
    Ich lese aber gerne die Analysen, die häufig von Analysten geschrieben werden , die das Unternehmen schon seit Jahren begleiten.
    Für mich sind wichtig: Gewinnentwicklung
    KGV
    KBV
    Dividendenrendite.
    Frank

  6. Praktikant

    Nach einem Praktikum im Controlling in einer Bank, kann ich Jack in seinem Beitrag oben nur zustimmen, sich nicht zu 100 % auf Bankbilanzen zu verlassen.

    Vor allem bei Quartalsberichten wird sehr viel getrickst. Zum Beispiel wurden Abschreibungen auf Wertpapieren in der Höhe von hunderten Millionen € nur einige Stunden vor der Veröffentlichung einfach um die Hälfte gekürzt um nicht ein zu schlechtes Ergebnis zu haben.

    Das Erschreckenste aber war, dass nur ich als „Neuling“ erstaunt darüber war, die Kollegen waren sowas anscheinend schon gewohnt…

  7. Martin

    Die Bilanz ist mir sehr wichtig. Aus ihr lassen sich einige Kennzahlen ableiten. Näher gucke ich mir nur für das Unternehmen wesentliche also größere Positionen an.
    Interessant finde ich
    defined benefit schemes (welcher Abzinsfaktor?),
    deferred tax liabilities (wann müssen die bezahlt werden, wenn überhaupt?),
    goodwill (entfernen),
    Immaterieller Vermögensgegenstand (werthaltig?),
    Änderungen Forderungsbestand (cashflow zu erwarten oder abzuschreiben?),
    stille Reserven (ohne cashflows, also bisher nicht in GuV zu sehen),
    Minderheiten (wie wird ihr Gewinnanteil sich entwickeln?),
    Rückstellungen (richtig bewertet?). Dann passe ich die Bewertung an und benutze meinen eigenen Buchwert und eigene Eigenkapitalrendite. Möglichst hohe Werbe- und Forschungsausgaben sind gut, wenn nicht aktiviert.

  8. Michael C. Kissig

    Um den fairen Wert eines Unternehmens zu ermitteln, ist die Bilanz das Schlüsselmedium. Vereinfacht kann dort das ausgewiesene Eigenkapital nehmen, die immateriellen Vermögenswerte und die Schulden abziehen und dann hat man einen (bereinigten) Buchwert. Den teilt man durch die Summe der ausgegebenen Aktien und wenn der Aktienkurs dann noch unter dem ermittelten Wert notiert, ist man auf eine Aktie mit solider Sicherheitsmarge gestoßen. Und wer nun behaupter, ich hätte ein wenig vereinfacht, liegt aber sowas von richtig.! Doch für eine Ersteinschätzung reicht dies in der Regel schon…

  9. Tom

    Hallo Tim,

    Ich finde es wichtig, dass die Verschuldung eines Unternehmens nicht zu gross ist. Dividende sollte nicht den ganzen gewinn des Unternehmens verschlingen.
    Als Kleinanleger bin ich weniger versiert mit den Bilanzen aber durch die Ausfall der grossen, globalen unternehmen wie siemens, nestle, Coca-Cola, macdonalds.. kann man als Familienvater Investitionen mit minimalem Aufwand und Risiko tätigen und hat mit Buy und Hold einige Jahre später eine gute Vorsorge. Meine Bilanzleserei passiert im Alltag: Familien mit Kindern essen im MacDonald – Krise hin oder her..
    Was ein einfacher Mann versteht – dass kauft er und haltet. 😉
    mfg

    tom

  10. Tweety

    Bislang habe ich mich noch nie an Einzelaktien herangetraut, da mir Unternehmensbilanzen wie ein Buch mit sieben Siegeln erschienen. Daher blieb ich bislang bei Aktienfonds/ETFs. Das zu gewinnende Buch scheint ja der Ankündigung nach dann genau das richtige für mich zu sein, um diese Lücke zu schließen?!
    Sorry, kann leider keine klugen Gedanken zum Thema „Bilanzen“ liefern, aber das könnte sich ja bald ändern :o)!

  11. Golddigger

    Bevor ich mich für eine Aktie entscheide, schaue ich mir die Bilanzkennzahlen der letzten Jahre an, insbesondere die EK-Quote, die Höhe der Verbindlichkeiten, die Umsatzentwicklung, KGV, und die Dividende. Trotzdem ist man nicht vor Überraschungen gefeit. Vielleicht hilft ja die Lektüre des Buchs weiter…

  12. Constantin

    Der tollste Spruch, der mir im Zusammenhang mit Bilanzen untegekommen ist, lautet folgendermaßen:
    „On the right side is nothing left and on the left side is nothing right.“

  13. Frank

    Hallo,
    passend zum Thema die Schlagzeile von ftd:“Deutsche Bank versteckt 2 stelligen Milliardenbetrag“.
    Was soll man da noch sagen.
    Frank

  14. StefanStefan

    Ich behaupte, dass die Masse der Kleinanleger (99%) keine Bilanz eines Weltkonzerns lesen, geschweige denn verstehen können. Schliesse mich da ein. Selbst ein Steuerberater/Wirtschaftsprüfer müsste sich intensivst in eine Bilanz einarbeiten. Das kann im Alltag so gar nicht geleistet werden.

    Ich arbeite daher eher mit Kennzahlen. Achte zunächst aufs KGV. Also Gewinn im Verhältnis zur Marktkapitalisierung, Buchwert, Eigenkapitalrendite über 12 %, geringe Verschuldung, stetig wachsender Cashflow, stetig steigende Dividende bei einer Ausschüttungsquote von unter 50 %. Dann sollte noch der competitive advantage vorhanden sein, möglichst langfristig. Da scheidet zum Beispiel eine Apple sofort aus…
    Im Prinzip achte ich auf die Punkte, die Warren seit Jahren predigt.

    Diese Zahlen lese ich aus Finanzportalen wie onvista oder yahoo heraus. Natürlich könnte man das auch aus einer Bilanz herausarbeiten. Halte ich aber für zu kompliziert. Die Geschäftsberichte der Unternehmen die ich im Depot habe schaue ich mir schon an…behaupte aber nicht das alles zu verstehen.

  15. StefanStefan

    @ Frank:

    Das ist genau der Punkt! Selbst Analysten deren Beruf es ist Banken zu analysieren haben dies nicht erkannt. Das kam nur raus weil ehemalige Mitarbeiter geplaudert haben.

  16. Max

    Im Rahmen der Angleichung der deutschen Handelsbilanz an die IFRS ist es immer wichtig daran zu denken,
    – dass sich das HGB historisch primär dem Gläubigerschutzgedanken verpflichtet fühlt und daher eine eher konservative Abbildung der Finanz-, Ertrags-, und Vermögenslage darstellt. (Vgl. Stille Reserven, Bilanzierung zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, usw.) Es soll also immer eine hohe Solvenzmasse vorhanden sein.
    – die IFRS einen möglichst tagesaktuellen Einblick auf die Ertragslage des Unternehmens geben wollen, da sie eine Rechenschaft des Managments gegenüber den Anteilseignern darstellen soll. (Stichwort „descision usefulness“)
    Gruß Max

  17. Martin

    Banken sind an sich nicht schwer zu analysieren. Nur bekommen wir als Anleger nicht die Informationen, die wir dafür bräuchten. Die Bücher werden nicht transparent gemacht und somit bleibt es eine Wundertüte. Überprüfen lässt sich der Buchwert der Bank dann nicht. Keine Ahnung wer sowas dennoch kauft?

  18. Ulrich

    Gute Bilanzen sind immer besser als die Zahlen vermuten und schlechte immer schlechter als es die Zahlen darstellen.
    Daher halte ich mich an harte Fakten:

    1.) Anzahl der umlaufenden Aktien. Sollen wenn möglich Jahr für Jahr weniger werden.

    2.)Eigenkapitalqoute wenn möglich > 60 %

    3.) KGV im vergleich zur PEER Group niedrig.

    4.)KBV < 1,5 5.) steigende Dividendenzahlungen im Einklang mit der Gewinnentwicklung 6.) möglichst lange Dividendenkonstanz 7.) Wie viele Aktien hält das Management 8.) Sind viele Info´s im Netz über das Unternehmen verfügbar. Wie sind die Geschäftsberichte aufgebaut. Leicht verständlich oder total konfus.

  19. Matthias

    Die Auswertung der Bilanz und ihrer wesentlichen Kennzahlen ist für mich ein wesentlicher Faktor bei der Aktienauswahl.

  20. Sebastian

    Als Musiklehrer sind Bilanzen zunächst einmal fachfremdes Terrain. Ich habe weder in Hörsälen noch in Seminaren der Wirtschaftswissenschaften gesessen.

    Mein Wissen habe ich mir durch Graham/Buffett- und vor allem Phil Town-Lektüre erworben. Ich bin sehr bemüht, mich auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln.

    Bevor ich mich an eine Bilanz wage, kommt frei nach „Regel Nummer 1“ die Bedeutung (meaning) eines Unternehmens ins Spiel. Was nützt mir eine Bilanz, wenn ich das Unternehmen nicht kenne?

    So kann ich mit meiner ersten Aktie von 2010 ADIDAS mehr anfangen, als mit irgendwelchen Maschinenbauern oder Solarmodulherstellern. Ich muß mit den Produkten vertraut sein und eine ungefähre Ahnung davon haben, ob das Unternehmen diese auch in 20 Jahren noch verkauft. Ich bevorzuge nämlich Buy-and-hold.

    Erst im zweiten Schritt widme ich mich der Bilanz. Denn eins ist klar: Ein leicht zu verstehendes Business ist schön, wenn aber keine konstanten Gewinne gemacht werden, brauche ich auch nicht investieren.

    Mein erster Blick fällt dabei auf die Eigenkapitalquote. Ist das Unternehmen hoch verschuldet? Oder ist es gar schuldenfrei? Eine hohe Quote ist gerade für wirtschaftlich schlechte Zeiten von Vorteil.

    Im gleichen Zuge schaue ich nach, ob das Unternehmen einen ordentlichen Cashflow generiert.

    Dann geht es weiter zur Gewinn- und Umsatzentwicklung. Hat das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren möglichst konstant seine Gewinne (durch Umsatzsteigerungen) erhöht? Interessant dabei: Wurde im gleichen Zuge das Eigenkapital gesteigert?

    Ich bin kein Zahlenfuchser. Mir reicht ein kurzer Blick auf die Zahlen, um zu entscheiden, ob „der Laden läuft“.

    Abschließend richte ich mein Augenmerk auf die Eigenkapitalrendite.

    Alle Werte sollten möglichst über 10% liegen (10 Jahre, 5 Jahre, 1 Jahr), doch während die Gewinne in einem Jahr ruhig mal sinken dürfen – passiert halt auch den besten Unternehmen in einer harten Rezession wie 2008/2009 und ist eine wunderbare Chance zum billigen Zugreifen -, sollte die Eigenkapitalrendite konstant hoch bleiben, weil das ein erfolgreiches Unternehmen auszeichnet.

    Mein wichtigstes Anliegen ist es, Unternehmen mit (sehr) hoher Eigenkapitalrendite zu einem günstigen Preis zu erwerben.

    Schön sind aber auch Dividendenbringer wie Münchner Rück, die bei Eigenkapitalrenditen mal schwächeln.

    Ich verstehe mich immer noch als Anfänger. Auch wenn mich die Lehren des Value-Investings rund um Warren Buffett begeistern und mein nach den obigen Parametern (so gut es eben ging) gebildetes Depot eine sehr zufriedenstellende Rendite erbringt, möchte ich mich weiterentwickeln und habe noch sehr viel zu lernen.

  21. Stibb84

    Hallo,

    so, da es jetzt sogar was zu gewinnen gibt, melde ich (sonst nur stiller Leser dieses phantastischen Blogs) mich auch mal an dieser Stelle.

    Übermäßig viel Erfahrung mit Firmenbilanzen habe ich bisher nicht gehabt. Ich schaue zwar auch regelmäßig in Berichte von für mich interessanten Firmen hinein, aber aufgrund mangelnder Erfahrung bleibt es dann meist beim Vergleich des Umsatzes/Gewinnes auf Jahres-/Quartalssicht. Daher wäre mal ein Buch mit handfesten Informationen über die Bilanz einer Firma interessant um etwas genauer „nachlesen“ zu können.

    Grüße, Frank

  22. Frank

    @Tim,
    jetzt weißt du endlich wieviele deinen Blog wirklich lesen.
    Also, nicht immer so bescheiden,es sind mehr als du denkst ,-)
    Frank

  23. Anna

    Hi Tim,
    clever, clever. Jetzt weißt Du, wieviele doch den Blog lesen und nur schreibfaul sind.
    Auch ich muss zugeben, keine Ahnung von Bilanzen zu haben. Bin also auch ein Kandidat.
    VG
    Anna

  24. Tribun

    Sind wir doch ehrlich, ich denke, dass sich die wenigsten mit einer Unternehmensbilanz auseinandersetzen.
    Zu umfangreich, zu zeitaufwendig.
    Auch bei mir hält sich der Aufwand in Grenzen. Wer verfügt auch schon über eine eigene Researchabteilung.
    Die Bilanz ist, neben einer breiten Unternehmensanalyse (Erfolgspotentiale), Makroanalyse und Chartanalyse,
    eben nur ein Teil einer Entscheidungsfindung bei dem Kauf einer Aktien.
    Hier einige Eckpunkte meiner Betrachtungsweise.
    Grundsätzlich und im Besonderen nach der Umstellung nach IFRS ist die Gestaltungsfreiheit
    der Bilanz recht hoch (Bewertungswahlrechte, Ermessungsspielräume).
    Das vorrangige Vorsichtsprinzip im HGB wird in IFRS teilweise ausgehebelt.
    Es gibt viele Möglichkeiten einer progressiven Bilanzpolitik um Ertragssteigerungen auszuweisen
    (Aktivierung eines Geschäftswertes, ungewöhnlich lange Nutzungsdauer, Vornahme von
    sale-and-lease-back-Geschäften, Zinssatz für Pensionsrückstellungen, usw.).
    Viele typische Bilanzierungsverhalten sind aber nur von kurzfristigen Erfolg.
    Deshalb schau ich mir prinzipiell die Bilanzentwicklung der letzten 3 Jahre an.
    Insbesondere, neben den bereits genannten Eigenkapital- und Aktivpositionen, die Rückstellungen (Pensionen) und
    die Verbindlichkeit sowie deren Fristigkeit (Verbindlichkeitsspiegel entsprechend der Restlaufzeit).
    Wesentlich mehr Wert lege ich auf Geschäftsberichte bzw. Lageberichte zum Jahresabschluss einschließlich dem Ausblick.
    Zudem ist es hilfreich im Anhang nachzusehen, wie die Haftungsverhältnisse und die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sind.
    Es empfiehlt sich für die interessanten zu beobachteten Unternehmen im Jahresvergleich
    eine Bilanzstrukturanalyse mit wichtigen Kennzahlen zu erstellen. Wie eine Art Ampel mit Signalwirkung.
    Dabei einige liquiditätsorientierte und erfolgsorientierte Kennzahlen sowie risiko- bzw. stabilitätsorientierte Kennzahlen und Kennzahlen bezüglich der Bonität einbeziehen.
    Vielleicht schafft man es dann noch, diese Kennzahlen im Benchmarking zu anderen Unternehmen der gleichen Branche zu setzen.
    Zum Abschluss immer einen Blick auf die Kapitalflussrechnung (Cashflow-Statement) werfen, wie Tim schon öfters darauf hingewiesen hat.
    Die Aussagekraft der Kapitalflussrechnung als Informationsquelle ist beträchtlich.
    Letztlich sollen die Daten aus der Bilanz eine Ergänzung in Verknüpfung mit anderen Analyseinstrumenten und Bewertungsmethoden bei
    einer Unternehmensanalyse eingesetzt werden.
    Und wesentlich ist immer noch ein gewisses Vertrauen in das Management!!!

  25. Christian

    Als hilfreich haben sich bei meinen Anlageentscheidungen die folgenden Informationen erwiesen:

    – Zahlt eine Firma Dividende (Macht sie Gewinn)?
    – Konnte die Dividende (der Gewinn) in den letzten 5 bzw. 10 Jahren kontinuierlich gesteigert werden?
    – Wie hoch ist die Verschuldung? Wie hoch ist (im Vergleich dazu) die Eigenkapitalquote? [Eigenkapitalquoten von unter 20% führen normalerweise dazu, dass ich mich nicht weiter mit dem Unternehmen befasse …]
    – Wie hoch ist das KGV/KBV? [Optimalerweise möglichst niedrig, wenn die anderen Relationen stimmen …]
    – UND: Wichtig bei Turnaround-Spekulationen, erwirtschaftet das Unternehmen einen stabilen Cashflow?
    [Um einige Beispiele zu nennen: Gekauft habe ich in letzter Zeit FFP (Holding der Peugeot-Familie) und RESEARCH IN MOTION – Gerade bei letzterem Wert würde mich Deine Meinung interessieren!]

    Alles Gute (und weiter so mit dem Blog) wünscht

    Christian

    PS: Ich hoffe ja, dass es mehr Leser als Teilnehmer an der Verlosung sind, sonst könntest Du Dich (durchaus berechtigt) fragen, ob das ganze überhaupt sinnvoll ist!

  26. Flux

    Mein liebster Spruch: „Konzern-Bilanzierung ist keine exakte Wissenschaft“ (Aus einem Vortrag über eben diese)

    Grüße

  27. tim schaefertim schaefer

    Danke an alle für die rege Teilnahme. Ich finde die Anmerkungen sehr hilfreich.

    Ich habe die 3 Gewinner gezogen. Gewonnen haben: Anna, Martin und Ulrich. Ich werde die Gewinner per Email informieren.

    Vielen Dank nochmals an alle!

    Ich füge hier ein kleines Video mit der Ziehung der Namen an:

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