Geld macht nicht glücklich


New York, 22. Juli 2012

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Wer meint, Millionen auf dem Konto zu haben, dazu eine Villa, Yacht, Privatkoch und ein Porsche, machen glücklich, der täuscht sich.
Hollywood-Star Silvester Stallone beerdigte soeben seinen Sohn, Sage Stallone. Der 36-jährige Sohn des Action-Helden wurde vor wenigen Tagen tot im Schlafzimmer seiner Villa aufgefunden – umgeben von verschreibungspflichtigen Tabletten und einem weißen Pulver.
Freunde mutmaßen, er war extrem unzufrieden. Es gelang ihm nicht, in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. Der Druck war einfach zu groß. Ich vermute: Der Schauspieler war zudem nicht so begabt wie Daddy.
Nehmen Sie Michael Jackson. Trotz seines Ruhms zerbrach der Pop-Titan unter dem Druck, vor Tausenden Fans auf der Bühne zu stehen. Jackson litt unter Ängsten, zu versagen. Ähnlich Whitney Houston. Die Sängerin (Foto Wikipedia, Flickr) wurde tot in der Badewanne aufgefunden – vollgepumpt mit Drogen, Alkohol und Pillen.
Die britische Sängerin Amy Winehouse ging vor einem Jahr an ihrer Drogensucht zugrunde.
Multimilliardär Hans Kristian Rausing ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Geld auf dem Konto nicht einen Traum in Erfüllung bringt. Der 49-jährige Tetrapak-Erbe sitzt jetzt im Knast. Er litt gemeinsam mit seiner Frau Eva unter einer fürchterlichen Drogensucht. Beide unternahmen etliche Versuche, von den Teufelsdrogen wegzukommen. All die Entziehungskuren führten nicht zum Erfolg. Sie schafften es einfach nicht. Rausing wird jetzt verdächtigt, seine 48-jährige Gattin ermordet zu haben.
Warum kommen die Superreichen nicht klar mit dem Geld, mit dem Promi-Dasein? Wir Menschen brauchen nicht viel Geld, um glücklich zu sein. Ein Haushalt braucht maximal 75.000 Dollar Jahreseinkommen (ca. 60.000 Euro). Mehr ist nicht nötig, das zeigen Studien. Wenn das Einkommen über dieses Niveau steigt, erhöht das nicht im gleichen Umfang die Zufriedenheit.
Eine wissenschaftliche Untersuchung unter Amerikanern zeigte, ob jemand 25.000 oder 55.000 Dollar im Jahr verdient, macht kaum einen Unterschied in der Zufriedenheit dieser Menschen. Obwohl das Gehalt doppelt so hoch ist, steigt das Glücklichsein nur um neun Prozent.
Wenn Menschen aufgrund ihres Reichtums teure Autos, Kunst oder Villen kaufen, bringt das nichts. Studien zeigen, weniger ist mehr. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass das teure Zeug uns happy macht. Wenn wir ganz, ganz wenig von diesem Luxus uns genehmigen, sind wir viel glücklicher. Ein Museum voller Kunst ist jedenfalls nicht die Erfolgsformel.
Ich glaube, gute Beziehungen zur Familie, zu Freunden, eine glückliche Ehe bringen uns viel mehr. Auch zeigen Wissenschaftler, dass das Geben (Teilen, Spenden) einen extrem positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden hat.
Alexander Soros, der Sohn von Hedgefonds-Legende George Soros, sagt zurecht: „Geld gibt dir nicht Happiness, (es gibt dir nur Freiräume).“ Er hat Wohnungen in London und New York, teure Kunst an den Wänden, Millionen auf dem Konto. Er kümmert sich in erster Linie um seine wohltätigen Organisationen. Endlos weiteres Geld zu akkumulieren ist nicht sein Ding.
Fazit: Reichtum macht nicht glücklich. Wer seinen Erfolg mit anderen teilt, ist auf dem richtigen Dampfer. Spenden Sie, helfen Sie anderen. Genießen einen schönen Ausflug mit Ihren Liebsten. Das ist viel wichtiger, als die Kohle auf dem Konto.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Geld macht nicht glücklich

  1. Francesco

    Ein interssantes Buch zu diesem Thema: Rediscovering Values von Jim Wallis. Aus der Korrelation zwischen der Spendierfreudigkeit der Menschen und der wirtschaftlichen Situation kann scheinbar geschlossen werden, an welchem Punkt der Krise man sich befindet.

  2. tim schaefertim schaefer

    Danke Francesco für das genannte Buch. Es geht darin eben um diese wichtigen Werte wie Familie und Freunde, es geht um Moral, Religion und Fairness. Um Dinge, die einem im Leben Halt geben.

    Und eben nicht darum, nur das Geld auf dem Konto zu maximieren.

  3. Lelala

    Die Aussage ist natürlich bekannt, da ein alter Kalauer 😉

    Die Studien dazu sind auch bekannt, da ebenfalls über die letzten Jahre mehrfach publiziert.

    Was aber in der „klassischen Ansicht und Interpretation“ dieser Ergebnisse übersehen wird:

    (Ich finde jetzt gerade nicht den Handelsblatt-Studien-Link, SORRY!)

    Leute, die viel Geld haben, sind in der Lage sich ein angenehmeres Leben ohne Stress/etc. zu ermöglichen (wenn sie nicht so abstürzen wie die genannten Beispiele 😉 ) – daher leben diese Leute länger, womit zumindest aus utilitaristischer Sicht 😉 schon mal per Definition von „glücklicher“ gesprochen werden kann, denn wir alle wollen möglichst lange leben und dabei möglichst gesund sein – als HNWI habe ich noch besser die Möglichkeiten dazu.

    Hier gibts noch nen Link zu einer neuen Studie, über die in der ZEIT geschrieben wurde:
    http://www.zeit.de/2012/29/Armut-Reichtum-Gesundheit

    Grüße

  4. Rüdiger

    Geld macht nicht glücklich – eine Volksweisheit! Ich frage mich, wo der Spruch herkommt, denn ich glaube nicht, dass ihn irgendjemand bejahen würde. Aber gut … zum Thema:

    Möglicherweise geht es den Superreichen ähnlich wie einigen erfolgreichen Börsianern.

    Erfolg schreibt man sich in der Regel selbst zu. Egal, ob man etwas dafür kann oder nicht. Manchmal kann man nichts für seinen Erfolg. Manch einer hat einfach nur Glück gehabt: schauspielerisches Talent, eine gute Stimme, einen guten Manager und das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, wie es Diane Kruger in einem ZEIT-Interview über sich (2012) einmal sagte.

    Durch viel Erfolg steigt das Selbstvertrauen im Übermaß. Das Gefühl alles kontrollieren zu können steigt mit jedem Erfolg. Es ist wie im Rausch. In der Folge wird man nachlässig, arbeitet nicht mehr an sich. Das wiederum führt dazu, dass die Erfolge zwar da sind aber nur stagnieren. Viellicht kommen einige genau damit nicht klar.

    Bei dem Börsianer ist es ähnlich. Hat er zufiel Erfolg, kann er leicht übermütig werden und erhöht das Risiko – und auf einmal sind seine ganzen Gewinne dahin.

    Viele Grüße

  5. Robert Michel

    Einen sehr guten Rat den ich vor kurzem gelesen habe, ist das man seine Identität diversifizieren soll. Wer sich zu sehr mit dem Erfolg im Beruf identifiziert, wird in ein tiefes Loch stürzen, wenn die Kariere einen Knick bekommt. Ähnlich ist es in anderen Bereichen. Daher ist es wichtig, dass man immer etwas hat, was einem Halt gibt, wenn es in einem seiner Lebensbereiche richtig mies läuft, auch wenn es der Lebensbereich ist in dem man bisher am Erfolgreichsten war und mit dem man sich daher am meisten identifiziert.

  6. tim schaefertim schaefer

    @ Lelala,
    ich glaube, dass dieses Thema kein Kalauer ist, genauso wenig wie die Studie. Danke für den Link aus der ZEIT, spannender Artikel.

    @ Rüdiger,
    das ist eine interessante Beobachtung. Eine Art Übermut tritt ein bzw. der Erfolg lässt einfach nach. Macht ja Sinn, kein Aktienkurs (kein Depot) steigt kerzengerade, keine Karriere verläuft wie ein Strich nur nach oben.

    @ Robert,
    Diversifikation scheint wohl nicht nur im Depot gut zu tun. Auch im Privatleben. Das ist ein super Ratschlag.

    Danke an alle.
    Beste Grüße
    Tim

  7. willihope

    menschen die im beruf ihr leben sehen sind doch in wirklichkeit total arme schweine, egal ob mit oder ohne geld!

    menschen die zu geld kommen und oft nicht damit klarkommen (wie z.b. manche erben, söhne, lottogewinner, stars..) finden keinen halt und versagen auch, trotzdem gehts der mehrheit der so betroffenen vermutlich bestens. die eregen aber kein aufsehen weil sie meist still ihr leben genießen, was ich auch tun würde.
    wenn man sieht was geld einem für möglichkeiten eröffnet dann möchte man freiwillig nie wieder darauf verzichten, da bin ich mir sicher!
    man kauft sich z.b. eine segelyacht (nach oben keine grenzen) und segelt um die welt, das öffnet das bewusstsein und kann jahrelang dauern. 🙂

    bitte nicht w.b. als gegenbeispiel, als über 80 jähriger weiß der auch dass er es nicht mitnehmen kann! und wer freiwillig in omaha bleibt……. 🙂

  8. tim schaefertim schaefer

    @ willihope

    mir würde es wohl auf Dauer auf einer Segelyacht oder auf einer Privatinsel ziemlich langweilig werden. Selbst wenn die ganze Familie usw mit dabei wäre.

    Es ist vieles nur ein Traum in unseren Köpfen. In der Realität sieht das anders aus. Prinz Charles sieht auch nicht sonderlich glücklich aus – trotz all der Schlösser, Diener und der goldenen Löffel.

    VG
    Tim

  9. tim schaefertim schaefer

    Hi Matthäus,

    oh ja. Wirklich traurig zu sehen, was aus dem Douglas-Kind geworden ist.

    Ich glaube, für Kinder ist es wichtig, dass sich die Eltern für sie Zeit nehmen. Die Familie macht Kinder stark, gibt ihnen Kraft und Hoffnung.

    VG
    Tim

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