Gasgigant Southwestern Energy: Die Kursrakete


New York, 13. Juli 2008

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Kaum ein anderes Schwergewicht hat einen so schönen Kursverlauf wie dieser Gigant aus dem texanischen Houston. Wie am Schnürchen klettert die Aktie. Seit Mitte 2003 explodierte der Kurs von 1,88 auf zuletzt 42,64 Dollar. Das entspricht einer Performance von 2.168 Prozent. Wer vor fünf Jahren mit 2.500 Euro einstieg, sitzt heute auf einer Position im Wert von 56.700 Euro. Der Chart zeigt den Kursverlauf in diesem Zeitraum. Jedoch war Southwestern Energy vor fünf Jahren noch ein kleiner Wert an der Börse, ein sogenannter Small Cap. Mittlerweile erreicht die Marktkapitalisierung 15 Milliarden Dollar. Wer also einen kleinen Zukunftswert früh entdeckt, kann eine phantastische Rendite einstreichen. Die Microsoft-Aktie schoss in den zurückliegenden 20 Jahren vom Tief bei 0,08 Dollar auf zuletzt 25,15 Dollar. Procter & Gamble kletterte von 3,56 auf aktuell 63,93 Dollar. Yahoo kam seit dem Jahr 1986 von 0,64 auf 22,57 Dollar voran.
Dies zeigt Ihnen, dass sich Geduld bei Qualitätswerten auszahlt. Allerdings sind Firmen in der Frühphase oftmals sehr schwankungsanfällig. Sie brauchen starke Nerven. Ich werde Ihnen noch ein paar aussichtsreiche Miniunternehmen vorstellen. Ich möchte Ihnen jedoch nur solide Titel präsentieren, die einen schönen Kapitalfluss abwerfen, profitabel und gesund sind. An der Wall Street interessieren sich die großen Investoren nicht die Bohne um die kleinen Firmen. Fonds und Investoren steigen erst ein, wenn die jungen Unternehmen aus den Kinderschuhen herausgewachsen sind. Die Kunst liegt aber meiner Meinung nach genau darin, früher als die Fonds einzusteigen. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Jedoch sollten die Minifirmen nicht einen Schwerpunkt ihres Portfolios bilden. Sie sollten auf eine schöne Mischung zwischen kleinen und großen Werten achten. Wer überwiegend auf kleine Unternehmen setzt, geht höhere Risiken ein.
Als ich in Houston auf dem „Energy Investment Symposium“ war, sprach ich mit Finanzvorstand Greg D. Kerley über die Aussichten von Southwestern Energy.
„Wir glauben, wir sind mit einer Reservensteigerung im vergangenen Jahr von 474 Prozent der erfolgreichste Konzern in dem Sektor“, sagte mir Kerley. Viele Explorer haben das Problem, ihre geförderten Mengen jedes Jahr durch neue Funde oder Akquisitionen aufzufüllen. So schaffte es das weltgrößte Unternehmen ExxonMobil gerade im vergangenen Jahr, die Reserven um 101 Prozent zu ersetzen. Daher ist die Sorge groß, dass viele Explorer ihre wertvolle Substanz aufbrauchen und in einigen Jahren vor dem Nichts stehen.
Southwestern Energy ist dagegen ein glanzvolles Gegenbeispiel. Die Reserven sind mit 1.450 Milliarden Kubikfuß gigantisch. 2007 förderten die Houstoner 113 Milliarden Kubikfuß. Der Umsatz schnellte auf 1,2 Milliarden nach zuvor 763 Millionen Dollar. Netto blieben beachtliche 221,2 Millionen hängen nach 162,6 Millionen im Jahr zuvor. Im ersten Quartal verstärkte sich der Aufschwung nochmals: Dank der Förderung von 39 Milliarden Kubikfuß stieg der Umsatz um 84 Prozent auf 524 Millionen Dollar. Der Überschuss hat sich per Ende März mit 109 Millionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.
Überwiegend in den Südstaaten Texas, Oklahoma, Arkansas und Louisiana schlummern die Vorkommen. Kerley investierte 2007 rund 1,5 Milliarden Dollar in das Kerngeschäft. Für das laufende Jahr hat er das Budget auf 1,7 Milliarden Dollar erhöht. Davon sollen allein 1,3 Milliarden Dollar in das Herzstück, das sogenannte „Fayetteville Shale“, fließen. Das Areal, das zwischen Oklahoma und Arkansas liegt, erstreckt sich auf 1.300 Quadratmeilen. 533 Quellen sind dort angezapft, sie geben pro Tag mehr als 400 Millionen Kubikfuß Gas frei. „Die Produktion wächst im Fayetteville Shale phänomenal schnell. Wir produzieren dort mehr Gas, als wir ursprünglich geplant hatten“, berichtete mir Kerley. Ich halte es für durchaus möglich, dass in der laufenden Periode sich der Umsatz auf 2,5 Milliarden Dollar verdoppeln kann. Unterm Strich können meiner Meinung nach bis zu 500 Millionen Dollar herausspringen. Die Texaner haben in dem Sektor mitunter die beste Kostenstrukur. So kostete im vergangenen Jahr die Förderung von eintausend Kubikfuß Gas, im Fachjargon Mcfe genannt, lediglich 1,64 Dollar. Die Konkurrenz weist dagegen durchschnittlich Kosten von 4,90 Dollar aus.


tim schaefer (Author)

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