Fünf Fakten die unsere Regierung nicht in den Griff bekommt


New York, 2. November 2012

bild

Mich bringt es auf die Palme, wenn ich mich mir den Finanzmarkt anschaue und die schlechte Informationspolitik der Berliner Regierung sehe. Fünf Fakten sollten Sie aufschrecken:
Erstens. Die gesetzliche Rente wird sinken
Die meisten Deutschen bereiten sich schlecht oder gar nicht auf die Rente vor. Sie unterschätzen die steigende Lebenserwartung und die sinkenden Renten.
Ein sogenannter Eckrenter erhält nach 45 Beitragsjahren in die gesetzliche Rente rund 1.200 Euro monatlich. Das ist ein dünnes Polster. Wer hat schon 45 Jahre lang stetig einbezahlt? Der Eckrentner ist also ein Scherz, ein Wunschtraum. Seit Jahrzehnten erzählt uns die Regierung einen Blödsinn. Wir hören so Sprüche wie: „Die Rente ist sicher.“
Die gesetzliche Rente bildet meiner Meinung nach allenfalls einen kleinen Grundstock. Mehr nicht.
Klartext redet Arbeitministerin Ursula von der Leyen (CDU). Ich habe Respekt vor ihr, weil sie den Menschen im Gegensatz zu ihren Kabinettskollegen reinen Wein einschenkt. Die Politikerin sagt: 35 Jahre Vollzeit bei einem Einkommen von 2.500 Euro bringen nur knapp 700 Euro im Monat Rente. Das bedeutet im Umkehrschluss ein enormes Armutrisiko.
40 Prozent der Geringverdiener haben keinerlei Altersvorsorge, sagt von der Leyen. Das sind 1,8 Millionen Menschen. Was für ein Problem da heranwächst! Es ist einfach unsozial, die Menschen nicht zumindest aufzuklären.
Obwohl all diese Probleme bekannt sind, hat Schwarz-Gelb jetzt die Rentenbeiträge abgesenkt. Anstatt die Substanz in der Versicherung aufzubauen, werden die Probleme weiter beibehalten. Es sind Wahlgeschenke. Ein langfristiges Konzept gibt es nicht.
Einer Untersuchung der Uni Freiburg zufolge hat ein Durchschnittsrenter ganze 1.000 Euro im Monat. Ich lasse mal den reichen Eckrentner weg, denn wer zahlt schon 45 Jahre ein? Das ist nur eine Erfindung der Bürokraten. Was keine Erfindung ist, sondern eine Tatsache: Beamte können dagegen 2.570 Euro kassieren. Das ist genau einer der Gründe, warum zu wenig getan wird. Der Parlamentarier, der Minister, all die Staatsdiener haben gar kein persönliches Problem mit den geringen gesetzlichen Renten, denn sie kassieren fette Beamtenpensionen.
Für den normalen Arbeitnehmer erwarte ich folgendes: Sie müssen sich bis ins hohe Alter mit Nebenjobs über Wasser halten. Aber wer will schon einen 80-jährigen einstellen, wenn es genügend 30-jährige gibt, die einen Job suchen?
Zweitens. Die private Vorsorge ist ungenügend
Staatlich geförderte Riester-Versicherungen bringen wenig. Die Versicherungswirtschaft schöpft Kosten und Provisionen von den Sparern ab. All die Jahre des Sparens machen wenig Sinn. Die Policen nutzen in erster Linie den Versicherungen und Banken. Gerhard Schröder und sein Minister Walter Riester rissen die Arme hoch und sagten: „Folgt uns. Riester-Verträge lösen die Rentenproblematik.“ Millionen folgten dem Rat. Leider haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Drittens. Die falschen Signale kommen aus der Finanzwirtschaft
Anstatt zu helfen, das Problem gemeinsam anzupacken, haben die Banken die Dollarzeichen in den Augen.
Viele Menschen sind vom Trading begeistert. Die Finanzwirtschaft heizt mit ihrer Werbestrategie diese Träume an. Schnell reich werden zu können mit heißen Finanzprodukten, das ist die Botschaft. Dabei beherbergen diese Produkte hohe Kosten, die von den Anleger getragen werden. Von den Risiken ganz zu schweigen. Die Bank möchte natürlich in erster Linie ihren Gewinn steigern. Je mehr die Bank verdient, desto mehr muss logischerweise jemand verlieren. Beides beisst sich irgendwo. Sie kennen ja sicherlich den Abzählreim: Ene mene muh, und raus bist du! Der Vers auf einen Serienmörder aus den 1920er Jahren passt nicht exakt, aber trotzdem hier ist er: Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt der Haarmann auch zu dir, mit dem kleinen Hackbeilchen macht er Leberwurst aus dir.
So läuft es mit den Zockpapieren, mit den Derivaten und Aktien-Körbchen (ein paar Solaraktien oder Techs). Kurzum: Viele Finanzpapierchen sind höchst zweifelhaft, wenn man auf die Kosten blickt (und die Risiken).
Wenn ich sehe, dass tausende toll klingende Produkte mit einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent verkloppt werden und das auf den ersten Blick nicht erkenntlich ist, geht mir das Messer in der Hosentasche auf. Es ist im ureigenen Interesse der Banken hier für transparente Verhältnisse zu sorgen. Je fairer die Anbieter sind, desto größer wird das Vertrauen. Die Branche hat gute Ideen. Praktikable Lösungen sind möglich, das zeigt ja die brillante Idee mit den Indexfonds.
Vom Verbraucherschutzministerium und der Börsenaufsicht Bafin dürfen Sie als Verbraucher nicht zu viel erwarten. Der Lobbyismus hat in Deutschland einen enormen Einfluss auf die Politik.
Ich persönlich halte sehr viel von direkten Aktieninvestments. Alternativ rate ich zu kostengünstigen Indexfonds oder ETFs, die einen Index nachbilden.
Eine exzellente Investition sind natürlich Sie selbst. Investieren Sie in Ihre eigene Ausbildung. Eine weitere intelligente Investition sind hochsolide Dividendentitel.
Viertens. Leider träumt der Mensch zu viel
Der Mensch neigt zu Phantasien. Zu irrationalem Denken. Tausende haben im Goldrausch vor 150 oder 200 Jahren ihre Taschen gepackt, sind mit ein paar Freunden nach Alaska oder nach Kanada. Der Traum vom glänzenden Goldfund endete oft im Desaster. Die meisten verloren alles, ihr Geld, ihre Investments, ihre Gesundheit. Manch einer bezahlte den Traum vom schnellen Reichtum mit dem Leben. Es ist traurig aber wahr. Genauso ist das mit der Zockerei.
Wer konservativ investierte und den Goldsuchern die Schaufeln verkaufte, der wurde reich. Das Risiko muss gar nicht enorm sein.
Lassen Sie am besten das Träumen sein. Werden Sie beim Sparen realistisch. Es geht ganz einfach: Kaufen Sie einen konservativen Versorger, Lebensmittelhersteller oder Versicherer: Sie können mit einer jährlichen Rendite von zehn Prozent rechnen. Ich gehe von ca. drei Prozent Dividendenrendite und sieben Prozent Kursplus per annum aus (=10 Prozent gesamt). So können Sie aus einem Anfangsinvestment von 10.000 Euro in zehn Jahren fast 26.000 Euro machen. Mit dieser Zinseszins-Formel können Sie das gut berechnen.
Wer 150 Euro im Monat zurücklegt bei einer Rendite von sieben Prozent, hat nach 30 Jahren 176.000 Euro. Je mehr Sie sparen, desto besser. Was hierfür wichtig ist: Faire Informationen der Bundesregierung und solide Grundkenntnisse in Finanzangelegenheiten. Leider mangelt es an beidem. Wer plant und sich vorbereitet, kann das meistern. Auf dem Hosenboden landet nur der Uninformierte.
Fünftens. Immobilien sind keine Goldgrube
Manch einer denkt, das Eigenheim sei der Schlüssel zum Erfolg. Ich glaube: nicht unbedingt. Die Immobilienkrise in den USA sollte uns eine Lehre sein.
Allein die Zinszahlungen aus der Hypothek über 30 Jahre hinweg sind eine enorme Belastung. Hinzu kommen stetige Reparaturen usw. Immobilien können auf Dauer nicht schneller als das Einkommen der Bevölkerung zulegen. Häuser mögen vor der Inflation Schutz bieten. Aber eine Geldruckmaschine sind sie nicht automatisch.
Ich finde, es ist herrlich ein Eigenheim zu besitzen. Damit hat man aber noch lange nicht den Grundstein für Sicherheit im Alter gelegt.
Sie haben gewiss einen massiven Vorteil mit Immobilien: Berlin fördert die Immobilien gegenüber dem Aktienbesitz. Steuerfrei können Sie ein Renditeobjekt nach zehn Jahren Vermietung verkaufen. Das Eigenheim können Sie jederzeit mit Mehrgewinn steuerfrei abstoßen.
Aktienbesitzer werden dagegen geschröpft – angefangen von den Dividenden bis hin zu den Kurssteigerungen. Berlin hat bis heute den Vorteil von Produktivkapital nicht erkannt. Im Parlament sitzen Betonköpfe.
Die fünf geschilderten Probleme sind bekannt, warum werden sie nicht vernünftig gelöst? Warum sucht in Berlin niemand nach fairen Lösungen? Warum ist die Informationspolitik so schlecht? Ich verstehe das nicht.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Fünf Fakten die unsere Regierung nicht in den Griff bekommt

  1. Turing

    Hier muss ich dir aber widersprechen, Tim.

    Die Senkung des Rentenbeitrages ist gesetzlich vorgeschrieben und auch objektiv gesehen besser. Aus linker Ecke dröhnte es in den letzten Wochen: Lieber nicht senken, lieber Reserven aufbauen. – Ich frage mich, wie diese Reserven denn aussehen sollen. Auf dem Sparbuch horten? Oder in Fonds investieren? Stellen sich unsere Beamten der Rentenkasse so schlau an wie unsere Landesbänker? Zur Erinnerung: Die WestLB ist bereits durch Fehlspekulationen über die Wupper gegangen.

    Es ist mir tausendmal lieber, wenn das Geld beim Bürger ankommt und er gescheit investieren kann. Ich werde die Zusatzbeiträge in jedem Falle fürs Investieren nutzen. Wenn ich es mir recht überlege, wird der Beitrag auch sofort wieder kassiert: GEZ erhöht sich für mich, da ich nur ein Radio angemeldet habe.

    Und es ist auch vernünftiger, wenn man flexibel spart. Aktien, die ich heute mit dem Hintergedanken Altersvorsorge kaufe, kann ich zehn Jahren verkaufen, wenn doch alles ganz anders kommt, als ich es mir vorgestellt habe. Vorsorge ist richtig, aber man muss flexibel sein und darf sich nicht auf Jahrzehnte binden. Deswegen sind KLV und Riesterrente, selbst wenn sie renditestark wäre, schlechte Geschäfte.

    Und was die gesetzliche Rentenkasse angeht: Die Rendite ist lausig. Die paar Euro mehr Beitrag pro Monat beeinflussen meine spätere Rente nicht.

  2. Chris

    Das Problem ist, dass ein Großteil der Erträge bei Riester und Co den Versicherungen und Geldinstituten zufließt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Hintergrund viele Berechnungen und Absprachen gab.

    Die Versicherungen schließen, da von der Regierung für alle „Bürgerinnen und Bürger“ empfohlen, viele Verträge ab, das spült enomen Gewinn in die Kassen, dafür bekommt die Regierung wieder mehr Steuereinnahmen. Win/Win für beide Seiten. Für den Sparer ist das eher zweifelhaft.

    Wenn das wirklich als Anreiz fürs Volk, selbst Verantwortung zu übernehmen und zu sparen gedacht wäre, hätte man einfach den Banken auferlegt, s.g. „Rentendepots/-Konten“ einzuführen.

    Auf diesen gekennzeichneten Konten/Depots könnte man

    a) Steuererleichterungen als Anreiz einführen
    b) Die Riesterzulage zubuchen, wenn brav 4% vom Gehalt auf das Konto eingezahlt wurden. Warum bekomm ich das nur, wenn ich monatlich 5% Ausgabeaufschlag und jährliche Verwaltungsgebühren abdrücke?

    So kämen alle Vorteile direkt beim Sparer an. Zusätzlich hätte der immernoch Hoheit über sein Geld, sprich er kann jederzeit zwischen Aktien, Cash, Festgeld oder Anleihen umschichten, da das Renten-Depot/-Konto natürlich via Online-Banking erreichbar ist. Gekauft würden dürften dort nur Aktien der Risikoklassen (Beispiel) A-C, also keine Optionen, Zertifikate, Shorts, Hebelprodukte, Hot-/Pennystocks. (also alles dessen langfristiger Erfolg zweifelhaft ist). Anleihen benötigen ein „Mindestrating“. Wird Geld herausgenommen (auf ein normales Konto), werden nachträglich Steuern fällig.

    Jetzt kommt Herr Steinbrück und will als erstes mal die Abgeltungssteuer erhöhen. Das ist deswegen pervers, weil er vermutlich keine weiteren Maßnahmen ergreifen wird, um die Mittelschicht-Renten-Sparer zu entlasten (bei der Masse holt man sich nun mal am einfachsten Geld). Pervers deshalb, weil man dem Bürger sagt, „du musst sparen für deine Rente“. Wenn er das aber tut, muss er erstmal ordentlich Steuern zahlen.

    Ich hätte nichts gegen eine Erhöhung der Abgeltungssteuer. Von mir aus kann die auch an den Steuersatz, den man im Beruf hat angehoben werden. Allerdings muss dann im Gegenzug der Freibetrag massiv angehoben werden. Und unter massiv verstehe ich z.B. einen Betrag der dem Steuerfreibetrag für Arbeitnehmer entspricht (wo der genau liegt weiß ich auch nicht, irgendwo bei 8.000 Euro). D.h. man würde den Menschen zugestehen denselben Betrag, dan man durch aktive Arbeit steuerfrei erwirtschaftet, nochmal passiv hinzuzuverdienen.

    Das sind nur meine groben Gedanken, natürlich keine ausgereiften Konzepte. Aber ich seh da schwarz. Man wird damit leben müssen und das beste draus machen. Ich hatte mal ne Riesterrente. Die gibts jetzt nicht mehr. Stattdessen heißen meine Altersvorsorgen nun Exxon, Roche, Novartis, Nestle, E.ON, BASF, Reckitt Benckiser, Aflac, Procter&Gamble u.v.m.

    Das größte Problem bei der Sache ist die Aufklärung. Das Ganze macht mehr Sinn, je früher ein Mensch diese Dinge versteht. Aber erzählt mal einem 20 – 25 Jährigen, er solle Aktien kaufen… Man hört nichts davon, man liest nichts davon, alle haben Angst. In Börsenforen – und das findet ein junger Mensch in der Regel zuerst – herrschen Charttechniker und Zocker. In jedem Hotstock-Thread gibt es täglich 50 Beiträge. Bei Hochsoliden Dividendentiteln alle zwei Wochen einen. Mmn ist es einfach viel zu schwer für den Laien hier ein Verständnis für die Thematik aufzubauen. Bei mir war das z.B. reiner Zufall (einen richtigen Menschen kennengelernt, zufällig die richtigen Blogs gefunden). Stattdessen verbrennt sich die Masse einmal die Finger und kehrt dann zum Tagesgeld zurück. Ich finde das traurig.

  3. Frank

    Hallo,
    für mich gibts daher nur die Lösung allen Zwangsabgaben so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen:
    -nicht zuviel arbeiten (Progressionsfalle, KK Beitrag,AL+Rentenabzug)
    -kein Konsumjunkie sein und damit unfrei werden
    -Betriebsrenten abschließen
    -selbst vorsorgen (kein hektisches Traden,sonst ist Schäuble bei jeder Party mit dabei)
    Bei allem Bedenken: In Rentenfragen keine Beamten für einen sorgen lassen.Ihre Politik ist immer gegen die Interessen von Rentnern gerichtet, sie haben ja ihre Pensionen.
    Frank

  4. Michael C. Kissig

    @Frank

    Mit der Empfehlung, Betriebsrenten abzuschließen, habe ich (inzwischen) so meine Probleme. Denn die Unterstützungskassen und wie sie sich so nenne, haben die gleichen Probleme wie die Versicherungen: sie erzielen keine auskömmlichen Renditen mehr. Dabei haben sie teilweise nicht unerhebliche Garantiezinsen versprochen in den Verträgen und die können sie zur zeit nur aufbringen, indem sie eigene Rücklagen auflösen. Das funktioniert aber nur eine begrenzte Zeit, dann kommt das Unternehmen selbst in Schieflage. Es gab hierzu in den letzten Wochen einige besorgniserregende Artikel, z.B. dieser hier in der Welt. Und auch wenn – theoretisch – die schlechtere Performance durch das Unternehmen ausgeglichen werden soll, geht das nur, wenn das Unternehmen selbst nicht insolvent geht. Sowas hat man mal vom Bremer Vulkan gedacht, von Holzmann, Pfleiderer, Babcock-Borsig, AEG uswusf. 30 Jahre sind eine lange Zeit, auch und gerade im Wirtschaftsleben.

    Und unterm Strich sind Betriebsrenten als zusätzliche Altersvorsorge besser als nichts. Aber alleine sollte man sich auf sie auch nicht verlassen. Lieber mehrgleisig fahren und auch z.B. in Aktien oder ETFs anlegen. Beispielsweise auch über einen monatlichen Sparplan. Der Vorteil hierbei ist, dass man eben nicht nur einen Geldanspruch erwirbt (bei einer stark anziehenden Inflation raucht der sich nämlich schnell auf!), sondern eben Anteile am Produktivvermögen erwirbt, das auch Rendite (Dividenden) abwirft. Unter dem Gesichtspunkt der Risikostreuung nicht zu verachten.

  5. frank

    @ Michael,
    ich gebe Dir Recht, bei Betriebsrenten ist die Solidität des Arbeitgebers wichtig. Meine „Betriebsrente“ ist eine Direktversicherung die mein Arbeitgeber für mich abgeschlossen hat. Hätte ich genauer schreiben sollen,sorry.
    Frank

  6. Ulrich

    Die Rentenproblematik ist eine sehr schwierige Sache. Bis jetzt haben die Menschen eben in dem glauben gelebt, dass ihnen in den reichen Ländern (vorallem in Dt.) nichts passieren kann und jetzt merkt man Hoppla…

    Habe gelesen Sparkassen fordern jetzt mehr Grundverständniss auch für Anlageklassen ausser dem Sparbuch. Der Prozess wird aber noch einigs auf sich warten lassen. Wer aber keinen wirklich zuverlässigen Arbeitgeber hat und immer wieder auch in weniger gut bezahlten Jobs arbeitet der muss auf die staatliche Rentenversorgung nicht hoffen.

  7. Turing

    Ja, es ist wirklich erstaunlich, wofür man alles Strom braucht. Deshalb investiere ich auch viel in Energietitel: RWE, Encana, Veresen, Enel etc.

    In Deutschland wird die Energieversorgung durch den Ökostrom gefährdet. Durch die Zwangseinspeisung von Wind- und Sonnenstrom lassen sich Kohle- und Gaskraftwerke kaum noch wirtschaftlich betreiben, weil die Auslastung zu gering ist. Die Betreiber würden ganz abschalten, aber von Amts wegen wird's verboten.

    Das deutsche Volk könnte ein, zwei Blackouts gut vertragen, um zur Vernunft zu kommen. Danach werden Kern-, Kohle- und Gaskraftwerke regelrecht angebetet und die Aktien von E.on und RWE steigen in astronomische Höhen.

  8. tim schaefertim schaefer

    @ Turing
    Ich bin auch grundsätzlich für wenig Staat, denn da geht in der Tat viel Geld flöten. Jeder sollte für sich selbst verantwortlich sein.

    Im sozialen Bereich bin ich indes für ein paar Absicherungssysteme via Staat. Etwa Krankenkassen oder gesetzliche Rente.

  9. tim schaefertim schaefer

    @ Chris
    Ich stimme Dir zu. In Sachen Rente und Vorsorge-Politik herrscht viel Verbesserungsbedarf. Vor allem ist eine faire Information der Menschen wichtig.

    Wir werden 80-jährige haben, die noch arbeiten müssen, wenn nix geändert wird. Ich plädiere wie Du für das Aktien-Renten-Depot nach dem US-Vorbild. Dies wäre eine gute Ergänzung zur gesetzlichen Rente und zur Pension.

    Der Riester-Kram funktioniert nicht. Unsere Regierung ist nicht in der Lage die hohen Provisionen und Kosten einzudämmen. Es ist ein Trauerspiel zu Lasten künftiger Rentner.

  10. Michael C. Kissig

    Tim, man kann aber Deinen geliebten Aktiensparplan niht mit der (Riester)rente vergleichen. Denn bei der Riesetrrente muss der Anbieter eine lebenslange Rentenzahlung garantieren – und DAS kostet natürlich, denn das Risiko, dass zu wenig Geld eingezahlt wurde und zu viel ausgezahlt werden muss, trägt der Anbieter. Bei Deinem Sparplan trägst Du das Risiko, dass am Ende des Geldes noch zu viel Leben übrig ist – und Du dann ggf. mit 95 Jahren wieder arbeiten gehen musst, weil das Geld vorher aufgebraucht war.

    Die hohen Provisionen bei der Riesterrente halte ich für Abzocke, aber dass sicj die Unternehmen das Risiko der lebenslangen Zahlung bezahlen lassen, halte ich für sinnvoll, ja geradezu notwendig für den Anbieter. Würden die das nicht kalkulieren und sehenden Auges ins finanzielle Risiko und ggf. Desaseter laufen, würde das die Aktionäre der Versicherungen auch nicht gerade glücklich machen. Auch nicht die, die auf einen Aktiensparplan gesetzt haben und diese Werte im Depot haben.

  11. tim schaefertim schaefer

    Hallo Michael,

    ja, das stimmt. Der Vergleich fällt schwer. Wer kennt schon sein Sterbedatum?

    Insgesamt sind die Verträge sehr intransparent gestaltet. Der Kunde kann nicht ersehen, wo wann welche Kosten (Abschlusskosten, Verwaltungskosten etc.) anfallen. Darauf weisen Verbraucherschützer seit Jahren hin.

    Immer wenn eine hohe Intransparenz herrscht, wird etwas versteckt. Dass der Staat diese Verträge mit Steuermitteln fördert, obwohl Kunden nach Strich und Faden geschröpft werden, ist ein Skandal.

    Ich würde so einen Vertrag nie abschließen. Ich blicke im Kleingedrucktem nicht durch. Die Riester-Dinger können auch nicht vererbt werden – soweit ich das weiß. Ich sorge lieber auf eigene Faust vor. Bei Riester haben zu viele Unternehmen ihre Finger drin (der Vertrieb, der Anbieter etc.).

    Deren Gewinn will ich nicht steigern. Die Anbieter rechnen doch in jeden Vertrag eine Gewinnspanne für sich ein.

  12. Finanzielle Freiheit mit Dividenden

    Ich habe vor ca. 2 Jahren erkannt, dass die einzige sehr gute Strategie ist, in solide Dividenden Aktien zu investieren, die zwar Anfangs nur ca. 4% Dividende zahlen, aber jedes Jahr ihre Dividende um 7 bis 10% anheben und seit über 30 Jahren Dividende zahlen. Davon gibt es sehr viele Werte aus USA und Kanada.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *