Frühruhestand: So gehts


New York, 23. Oktober 2016
Der Frühruhestand ist erreichbar. Wer Gas im Job gibt, eisern spart und investiert, kann es schaffen. Es ist aber nicht einfach.

Der Frühruhestand ist erreichbar. Wer Gas im Job gibt, eisern spart und investiert, kann es schaffen. Es ist aber nicht einfach. Viele Entbehrungen sind nötig.

Der Frühruhestand ist möglich. Ich habe es geschafft. Ich könnte mich auf eine Insel setzen und meine Freizeit genießen. Ich habe aber zum Glück mein Hobby zum Beruf gemacht. Mir macht mein Job verdammt viel Spaß. Insofern arbeite ich weiter.

Sie sollten auf alle Fälle verdammt vorsichtig sein. Wenn Sie finanziell frei sind, können Sie nicht anfangen, wie ein Wilder Ihr Geld auszugeben. Sie müssen das sehr umsichtig tun. Ich kann von den Dividenden und anderen Einnahmen leben. Allerdings weiß ich, dass die Lebenshaltungskosten steigen werden: Krankenversicherung, Lebensmittel, Transport etc. werden irgendwann anziehen. Dagegen muss ich mich wappnen.

Wer beispielsweise einen Traumjob nach dem Studium findet und exzellent verdient, kann es womöglich in 20 Jahren schaffen, finanziell frei zu sein. Sagen wir diese Person oder Familie spart im Monat 2.500 Euro. Nach 20 Jahren könnten 1,1 Millionen Euro im Aktiendepot zusammen kommen. Ich unterstelle eine Rendite von „nur“ sechs Prozent jährlich.

Nehmen wir eine Dividendenrendite von 2,4% an, wären das grob 25.000 Euro im Jahr an Dividenden vor Steuern, die dieser „Sparmeister“ ausgeben könnte – ohne die Substanz im Depot zu gefährden. Das wären im Monat rund 2.000 Euro brutto.

Es ist allerdings immer ratsam einen Nebenjob beizubehalten. Selbst im Frühruhestand. Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wenn die Inflation anzieht oder etwas Überraschendes passiert, ist es gut, wenn etwas Geld in der Kasse aus Nebeneinkünften sprudelt. Ich bin in Finanzdingen konservativ. Wer einen Nebenjob hat und Dividenden kassiert, hat eine Mischform aus aktiven und passiven Einkommensströmen.

Ein anderer Punkt ist das mietfreie Wohnen. Im Frühruhestand kann das auf der Kostenseite hilfreich sein. Wer zudem Mieteinkünfte aus einem Renditeobjekt kassiert, hat einen weiteren passiven Einkommensstrom.

Viele Wege führen nach Rom. Es gibt nicht den perfekten Weg. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was ihm/ihr zusagt.

Wer es schaffen will, sollte auf ein Auto nach Möglichkeit verzichten oder ein altes Gebrauchtes fahren. Restaurantbesuche gehen dann seltener. Kredite sollten Sie meiden. Sie sollten sich innerlich herrlich und wertvoll fühlen. Haben Sie Selbstvertrauen und keine Angst.

Wer Schulden mit sich herumschleppt, fühlt eine Belastung. Ich sehe Kredite so: Es hängt etwas Schweres um Ihre Schultern. Es ist eine enorme Last. Kredite können Ihnen Mut, Zuversicht, Freiraum rauben.

Wer in den Frühruhestand möchte, sollte sich einen Plan machen. Zur Orientierung dient dieser deutsche Online-Zinsrechner.

Außerdem ist dieser amerikanische Frühruhestandsrechner ein guter Ausgangspunkt. Allerdings sollten Sie vorsichtig sein. Werden Sie nicht zu euphorisch. Etwas mehr Substanz zu haben ist besser als zu wenig.

Ich habe es mit dem Kauf einzelner Aktien geschafft, finanziell frei zu werden. Ich mache extremes „Buy and Hold“. Vom Trading rate ich ab. Anstatt einzelne Aktien zu kaufen, empfehle ich den meisten, ein ETF regelmässig zu besparen, so kann man Fehler vermeiden und es sorgenfrei schaffen.

So habe ich die finanzielle Freiheit erreicht: Ich sparte eisern. Kaufte Substanzaktien. Und lebte lange Zeit in WGs und im Studentenwohnheim. In dem folgenden Video erkläre ich, wie ich es schaffte:

Auf dem Weg zur finanzielle Freiheit geben diese Bücher gute Einblicke:

Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million

Aussteigen – Light!: Ein familientauglicher Ratgeber wie man mit wenig Geld komfortabel lebt

Gebrauchte Häuser kaufen und für (fast) lau herrichten: Ein Ratgeber für erfolgreichen Immobilienerwerb und -renovierung mit kleinem Geldbeutel

Finanzieller Minimalismus: Wie man mit einfachen Regeln Geld spart, schuldenfrei wird und dabei trotzdem auf seine Kosten kommt. Ein Ratgeber um Ihre finanziellen … Minimalismus, Geld sparen, Finanzen)

Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Frühruhestand: So gehts

  1. Stefan Meisel

    Hey Tim,

    ich stimme dir zu, abgesehen von einem Punkt. Dividenden sind kein „passiver Einkommensstrom“. Sie fließen nicht zusätzlich („aus dem Nichts“), wie es Zinseinnahmen oder Mieteinnahmen tun.

    Dividenden sind Ausschüttungen unserer eigenen (denn wir sind die Eigentümer) Gewinne, die unsere Unternehmen zuvor für uns erwirtschaftet haben.

    Wer Dividenden als „passives Einkommen“ bezeichnet, muss auch die Abhebung des eigenen Gehalts am Geldautomaten als passives Einkommen bezeichnen. Genauso müsste der Gesellschafter der GmbH es als passives Einkommen ansehen, wenn er einen Fünfziger aus der Firmenkasse nimmt und damit in der nächsten Bar verschwindet.

    Es handelt sich um ein „linke Tasche, rechte Tasche“ Prinzip – mit dem Unterschied, dass ein Loch in der rechten Tasche ist (Steuern auf Dividenden).

     

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Stefan

    Das stimmt schon. Eine Dividende ist eine Teil-Entnahme Deines Vermögens. Daher ist es clever in der Vermögensaufbauphase Dividenden nicht für Konsum auszugeben, sondern sie nach Möglichkeit zu reinvestieren.

    Wenn Du aber in der Entnahmephase bist (im Früh-Ruhestand), kannst Du Dividenden als herrlisches passives Einkommen nutzen, denn Du musst dafür nicht aktiv arbeiten. (Zugegeben: Es ist ein Teil-Verzehr des eigenen Vermögens.)

  3. MattySpaghetti

    Hallo Tim,

    man kann dir einfach nur gratulieren! So macht der Ruhestand Laune.

    Was ich dich noch fragen wollte: hast du eigentlich auch Anleihen im Depot? Was hälst du davon, einen Anteil von z.B. 3o% in risikoarme, wenig Rendite bringenden Anlagen zu parken – wrnn man noch 30 Jahre vor sich hat?

    Grüße von überm Teich, Matthias

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Ich bin der Meinung Anleihen braucht man nicht. Ich habe 100% in Aktien. Ich werde nie in Anleihen umschichten.

    Wir haben so was wie die gesetzliche Rente, Sparbücher, Festgelder, eventuell Mieteinnahmen – das hat alles Anleihencharakter. Grüße zurück nach Europa

  5. MattySpaghetti

    Ja, das stimmt. Wobei ich keine Mieteinnahmen haben werde. Aber Anleihen (oder -ETFs) wecken einfach nicht meine Leidenschaft. Habe zwar einen Depotanteil in einem Anleihen ETF, wie ich aber in Zukunft damit umgehe weiß ich noch nicht.

    Ich vermisse die NY Bagels!

    M.

  6. Mattoc

    @Tim:

    Würdest du uns sagen, wie groß in % ungefähr der Heimat-Anteil (USA) deines Aktiendepots ist? Ich persönlich neige dazu, das Land und den Kontinent, in dem ich wohne (Europa), etwas übezugewichten, denn man muss ja doch an seine eigene Umgebung und deren Zukunft „glauben“.

    Danke

    Mattoc

     

  7. Alex

    Sehr gute Einstellung, Tim.

    Man sollte aber doch realistisch bleiben. Das Durchschnittsgehalt in D liegt bei etwa 30k€ Brutto pro Jahr. wenn man es schafft dann monatlich 1000€ zu investieren (was doch ziemlich unrealistisch ist), ist man sehr gut. Bei einer angenommenen Rendite von 6% p.a. braucht man etwa 25 Jahre um auf etwa 600k€ zu kommen um halbwegs von finanzieller Freiheit zu sprechen. Selbst als Ingenieur komme ich nicht wesentlich über den genannten Durchschnittslohn und eine Gehaltssteigerung ist nicht in Sicht.

    Deine 50k US$ (netto?) Verdienst im Video sind für die meisten illusorisch.

  8. PIBE350

    Das Thema ,,Einkommensströme“ kam ja schon im vorherigen Thema in den Kommentaren auf. Ich sehe das ähnlich wie du: Mehrere verschiedene Einkommensströme können nicht schaden.

    Möglichkeiten gibt es viele, es müssen ja nicht immer nur Aktienbeteiligungen sein: Einnahmen aus Büchern, Blogs, Webseiten, Vermietungen, Verpachtungen, Kapitalbeteiligungen oder dein erwähnter Nebenjob neben den Aktienbeteiligungen, um nur ein paar zu nennen.

    Ich persönlich bevorzuge möglichst passive Einkommensströme, weil mir meine Freizeit am wichtigsten ist. Es gibt einfach keine Erwerbsarbeit, die mir dauerhaft Freude bereiten würde. Am ehesten würde mir noch ein Ehrenamt zusagen: Man tut etwas für andere Menschen, nicht des eigenen Geldes wegen. Oder ein öffentlich gemachtes Hobby ohne Gewinnerzielungsabsicht, mit dem man anderen Menschen weiterhelfen kann. Aber wie du schon richtig geschrieben hast: Viele Wege führen nach Rom und jeder Mensch hat andere Ziele. 🙂

  9. Fit und gesund

    also, ich werde es nur gerade man so in den Frühruhestand schaffen, 2 Jahre nämlich vor der ordentlichen Pensionierung in, wenn denn man Alles gut geht 4.5 Jahren, mach ich das vorher sind die Abschläge einfach zu gross, oder aber ich müsste in ein Land mit niedrigen Lebenshaltungskosten.

    Mit diesen passiven Einkommensströmen ist ja so eine Sache,

    Bücher hab ich nie geschrieben, könnt aber meine Memoiren mal in Angriff nehmen, liest dann kein Mensch…

    Blogs die Geld einbringen, blogs schiessen ja zur Zeit wie Pilze aus dem Boden, kann mir nicht vorstellen wie ich damit Geld verdienen soll.

    Vermietung, Verpachtung und Kapitalbeteiligungen erfordern erstmal wieder den Einsatz von Kapital 🙂 und ich erlebe das ja nun als Vermieterin, also ein Selbstläufer ist das sicher nicht.

    Nebenjob, nein danke (sehr energisches NEIN) ich hab nen Job, schaffe da genug und mein Ziel ist es weniger zu schaffen, garantiert nicht mehr,

    meine Freundin betätigt sich ehrenamtlich bei irgendeinem Sportverein auf Landesebene, das macht der halt Spass obwohl sie auch genug sonst arbeitet, für mich eine absolute Gruselvorstellung mir freiwillig noch mehr Arbeit aufzuhalsen, ich arbeite seit meinem 17.Lebensjahr, sozialer Beruf, also ich kann mit dem Sozialkram nix mehr anfangen, sorry…aber gut wenn es Leute gibt die sowas mögen.

  10. Mattoc

    @Tim: Wenn ich die Seite neu lade, habe ich manchmal den Eindruck, dass du auf dem Foto oben zwinkerst. Das ist eine Täuschung, oder? 🙂

  11. Fit und gesund

    @Mattoc,

    das ist so 🙂

    @Tim,

    was bedeutet eigentlich das login auf Deiner Seite? das wollte ich schon ewig lange mal fragen 🙂

  12. Ex-Studentin

    @Mattoc

    Das mit dem Zwinkern ist mir auch vor einer Weile aufgefallen. Dachte erst, ich bilde mir das ein, ist aber wirklich so.

    @Alex

    Ich war über die 2500 netto auch überrascht. Das verdient man als Ingenieur mit 50k brutto. Als Akademiker-DINKs sicherlich schaffbar, aber als OIAKs (Gibts den Begriff für „One Income and Kids“?) sehr, sehr sportlich..

    @Tim

    Glückwunsch und danke, dass du für so viel Lesestoff sorgst!

  13. PIBE350

    An Fit und gesund: Als registriertes Mitglied kann man sich ein Profil erstellen und z.B. ein Profilbild wie bei Tim und Ex-Studentin anzeigen lassen.

  14. Fisi2000

    Hi Tim,

    spare auch monatlich in Dividendenaktien, allerdings erscheinen mir persönlich 2.500 Euro im Monat sehr utopisch. Kannst Du ein paar Tipps geben, welche Aktien Du hältst? Insbesondere würden mich welche mit unterschiedlichen Ausschüttungszeitpunkten interessieren, so dass man die Dividenden über das Jahr verteilt bekommt und nicht gesammelt im April/Mai. Vielen Dank!

  15. MattySpaghetti

    Das mit den Kapern und Lachs muss ich mal probieren. Letztens gab’s hier Bagels im Aldi.. waren aber nicht vergleichbar mit den in NY. Die sind einfach der Hammer.

    Ich fühle mich fast ein bisschen schlecht, dass ich einen Job hab, der mir gefällt! Die finanzielle Freiheit suche ich eigentlich gar nicht so richtig; ohnehin werde ich diese nicht mehr erreichen können. Das passive Einkommen wird zwar nur ein zusätzliches Standbein; aber eins, das nach meinem Ableben in vollem Umfang für Frau/Familie erhalten bleibt. Das mag für Dinks nicht so ein Thema sein – ich fand diesen Aspekt eigentlich sehr wichtig.

    Mann jetzt hab ich aber Lust auf nen Bagel!! 🙂

    Gruß Matthias

  16. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mattoc

    Ja, mein Auge reagiert auf meiner Website.

    Gehe mal mit Deiner Maus über das Foto von diesem Professor, das ist cool:

    http://faculty.haas.berkeley.edu/odean/

    Er macht herrliche Studien über das Trading. Und sagt im Prinzip: Leute macht kein Trading, weil es nichts bringt und gefährlich ist. Er hat einen wunderbaren Humor.

     

    @ Fit und gesund

    Einloggen bei mir auf der Website. Ja, es geht darum ein Foto hochzuladen. Keine Sorge, ich nerve niemanden mit Werbe-Emails. Ich vermarkte keine Heizdecken, Vitaminpillen und fliegende Teppiche. Oder Wunderformeln für den schnellen Reichtum.

     

    @ Ex-Studentin

    Danke. So viel Lesestoff? Finde ich gar nicht, dass das so viel ist.

     

    @ Fisi2000

    Über meine Aktien schreibe ich hier häufiger im Blog: Berkshire, Microsoft, CTS Eventim, SAP, Exxon, Adidas, Netflix, Chevron, Bank of America, Citi…

    http://timschaefermedia.com/wie-ich-aus-2-500-flotte-117-000-euro-machte/

    http://timschaefermedia.com/meine-vier-aktien-bis-zur-rente/

     

    @ Matthias

    Wenn die Bagel frisch sind, schmeckt das gleich besser. Probier das mal mit dem Lachsbagel:

    https://www.youtube.com/watch?v=CdGNXi5HL-A

  17. Fit und Gesund

    @Tim,

    das habe ich nie gedacht, überhaupt nicht, ich dachte nur dass man evtl. als eingeloggter Leser irgendwie noch so spezielle Artikel oder sowas in der Richtung lesen könnte, ich kenne Foren da gibt es das eben, nur deshalb hab ich gedacht, ich frage mal nach…

    und jetzt möchte ich auch Lachs-Bagel 🙂

  18. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Fit und Gesund

    Die Lachs-Bagel schmecken einfach herrlich. Wenn Du mal in New York sein solltest, habe ich einen Tipp für Dich. Am liebsten esse ich sie bei den beiden folgenden Bäckern. Auch wenns etwas mehr kostet, genehmige ich mir das als mal:

    http://www.murraysbagels.com

    http://www.zuckersbagels.com

    Dieses Bagel-Restaurant in Soho ist immer ausgebucht. Der Wahnsinn. Lecker und frisch:

    http://www.sadelles.com

     

    @ Couponschneider

    Ja, das ist hier eine schöne aufregende Insel.

  19. Markus

    @Tim

    Also nehmen wir mal an ein Single spart wirklich im Monat 2,5k…

    Ein Brutto von 5k monatlich ist dann schon zu wenig, weil er dann eine knapp ca. 95 % Sparquote braucht.

    5 k Brutto ist jetzt nicht unbedingt am unteren Ende der Einkommensverteilung, auch nicht in der Mitte.

    Mietfrei leben bedeutet auch ein Immobilie oder Wohnraum zu erwerben, was eine hohe Sparquote erschwert, außer man gehört zu einer glücklichen Generation der Erben.

    Zudem sind eine Million in 20 Jahren nach Berücksichtigung einer Inflation von ca. 3 % nur noch Kaufkraft bereinigt um die 550 k Wert. Ebenso die Kaufkraft der Dividende oder ca. 3 % Entnahme. Gut, man kann die Sparquote an die Inflation oder darüber hinaus noch weiter anpassen.

    Ich will es nicht schlecht machen, nur realistischer! 😉

    Es ist schon schaffbar eine gewisse finanzielle Freiheit zu erreichen, aber es ist kein Zuckerschlecken!

    Top-Verdiener zu sein, Erbe zu sein, Gesund und Leistungsfähig zu sein und eine Promotoren mehr erleichtern dass 1000 k (und mehr) Ziel doch um einiges mehr als es manche zugeben wollen.

    Die Dink-Pärchen gibt es sicherlich auch.

    Allerdings muss man dann auch noch das Glück (oder Ziel) haben, den dementsprechenden Partner mit dementsprechenden Verdienst und demselben Lebensziel zu finden und dieses Ziel ein Leben lang zusammen verfolgen (ohne Trennung etc.).

    Eine hohe Sparquote ist ein sehr wichtiger Faktor (manche sagen der wichtigste), aber es gibt einige Faktoren mehr wie Karriere, Vorleistung der Eltern, Gesundheit aber auch Glück in der Samenbanklotterie (n. Warren Buffett).

    Fazit: Der Lebenstraum finanzielle Freiheit ist deutlich einfacher für schon überdurchschnittlich verdienende Menschen (auch wenn es ein paar wundersame Einzel-Geschichten gibt (wir Menschen lieben ja Geschichten…)).

  20. Oliver

    Bei den Tools für die Berechnung, was in 20 Jahren ist, bin ich immer ein bisschen hin- und hergerissen. Das ist wie die theoretische Prüfung beim Führerschein: Durch sie kann ich, obwohl ich sie bestehe, noch lange nicht Autofahren. Nichts gegen Theorie: Sie ist für so ziemlich alle Dinge besonders am Anfang wichtig, um einen Überblick der Möglichkeiten zu bekommen.

    Für das tatsächliche Tun ist es aber nicht mehr als eine Anekdote am Anfang der Reise. Ich kann mich damals in der Bank erinnern, wo ich die ersten Berechnungen bei den Lebensversicherungen gesehen habe. 150 DM einzahlen und irgendwann in weiter Zukunft 150.000 DM haben. Das Problem dabei ist: Ich weiß nicht, was z.B. 1 Million in 30 Jahren wirklich wert ist. Nur das eine: Es ist weniger als heute. Das gleiche für die monatlichen Raten. Heute kann ich aufgrund meiner Beschäftigung sagen, wie viel ich sparen kann. In einem Jahr ist das schon schwieriger, weil ich nicht weiß, ob ich noch so viel verdiene, mehr verdiene, gar nichts wegen Arbeitslosigkeit oder sogar krank oder tot bin. Je weiter das in die Zukunft geht, desto nebulöser wird es.

    Dann zu den 2.500 EURO Sparrate im Monat. Ich kenne wahrlich nicht viele Leute, die das ohne weiteres leisten können. Ein paar schon, aber die Mehrheit hat das nicht zur Verfügung. Wenn jemand in den 20ern ist und 500 EURO sparen kann, ist das schon ein gutes Ergebnis. Manche, die ihre Ausgaben optimieren können und vielleicht noch Nebeneinkünfte suchen, kommen dann auf 1.000 oder vielleicht sogar 1.500 EURO, je nach Erfolg. Später mit Doppeleinkommen ohne Kinder kann das vielleicht klappen, wenn beide genug verdienen und es wollen. Aber den Betrag muß man durch 2 teilen und dann sinds für jeden wieder 1.250 EURO. In den USA mag das leichter gehen, aber Deutschland ist aufgrund seiner hohen Abgaben schwierig, um in solchen Dimensionen sparen zu können.

    Ich möchte damit sicher nicht die Strategie des regelmäßigen Sparens madig machen. Ich praktiziere es auch. Ich denke aber, wenn man mit zu hohen Erwartungen an die Sache geht, kann man sehr schnell enttäuscht und demotiviert werden. Ein großes Depot über viele Jahre aufzubauen ist mental eine sehr starke Leistung. Dazu kommen dann tatsächlich noch Faktoren wie dass die Anlagestrategie am Ende aufgeht. Man sieht an den Diskussionen hier, dass jeder anders anlegt und andere Grundsätze befolgt, die für ihn wichtig und schlüssig sind. Ob es dann geklappt hat, weiß man erst nach Jahren.

    Eine Sache ist mir immer persönlich wichtig gewesen. Die Reise des Sparens bringt einen schon lange vor einer finanziellen Unabhängigkeit oder des Zieles, welches man anstrebt, schon eine ganze Menge Vorteile. Viele finanzielle Widrigkeiten des täglichen Lebens haben viel weniger Stellenwert, da einfach etwas Geld da ist. Ich verliere meinen Job und falls ich ALG bekomme, kann ich die Wartezeit bis zur ersten Zahlung ohne Probleme überbrücken und meine Rechnungen bezahlen. Das gleiche für unvermutete Rechnungen, die so kommen. Das ist schon sehr viel wert. Ich muß auch nicht hopplahopp jeden mistigen Job annehmen, weil es mir die Arbeitsagentur so aufzwingt und weil ich in der Not, meine Rechnungen bezahlen zu müssen, alles machen muß, sei es noch so unsinnig oder schlecht bezahlt. Das erreicht man schon mit 50.000 EURO Depotwert, wo man wirklich noch weit weg von der finanziellen Freiheit ist.

    Der Weg bis dass man genug zusammengespart hat, das alles abdeckt, ist positiv besetzt. Je weiter man kommt, desto weniger beschäftigt einen das Thema Geld in negativer Form. Wenn z.B. nur 10% der Monatskosten abgedeckt sind, ist das viel besser als nichts oder sogar Sollzinsen zahlen zu müssen. Das heißt, mein Gehalt plus Betrag x schafft mir schon eine höhere Lebensqualität. Das ist einer der wichtigsten Faktoren beim Sparen. Wenn ich heute in so einen Rechner 1000 EURO Sparrate eingebe, ist das nur Spielen mit den Möglichkeiten. Aber wenn ich da mal nicht so einen langen Zeitraum, sondern 5 Jahre eingebe mit 6% Ertrag, bin ich bei knapp 70.000 EURO. Zugegeben: Ich weiß nicht, ob ich die 6% erziele und ob ich es schaffe, 5 Jahre lang 1.000 EURO zu sparen. Aber 5 Jahre sind ein überschaubarer Zeitraum und wenn ich es schaffe, dann weiß ich, dass mir die Dinge des täglichen Lebens finanziell in der Zukunft keine großen Kopfschmerzen mehr bereiten. Nur leider hat man die Unsicherheiten immer dabei, es ist ein Planspiel. Realistisch ist es doch und wenns nur 30 oder 40.000 EURO in 5 Jahren sind, ist das auch OK, weil der Puffer beruhigend ist.

     

  21. Dominic | Der Portfoliomanager.de

    Also die 2.000 Euro im Monat sparen sind nun doch wirklich nicht so illusorisch, wie hier in den Kommentaren viele glauben.

    Natürlich ist das einigen Berufsgruppen vorbehalten, aber das ist ja auch kein Geheimnis.

    Nur mal als Beispiel: Bei mir im Studienjahrgang (BWL+Finance) kenne ich eigentlich aus dem näheren Umfeld niemanden, der danach für weniger als 50k angefangen hat. Wenn das UB oder IB Tier 1 nahe Jobs sind, reden wir schnell über 60-70k, in Boutiquen und guten Jahren auch noch ein gutes Stück mehr.

    60k sind im Monat knapp 3k netto, bei sehr sparsamer Lebensweise sind die 2k Sparrate p.m. also schon fast in Reichweite. Und wohl gemerkt reden wir hier über Einstiegsgehälter. Nach wenigen Jahren im Job also allemal.

    Ist mir schon klar, dass das deutlich überdurchschnittliche Gehälter sind. Aber es sind nicht nur wir BWLer, die das mit Glück mit nach Hause nehme können, sondern ggf. auch Juristen, Mediziner, Ingenieure etc…

    Illusorisch? Nein, nicht wirklich. Selten? Ja, durchaus. Man müsste es nur vor der Studienwahl am besten schon wissen 😉

  22. Markus

    @Dominic

    Welche Prozentzahl studiert die Top-Studiengänge aus Arbeiter- und Angestellten Familien?

    Welche Prozentzahl der Top-Absolventen hat das Ziel finanzielle Unabhängigkeit mit einer sehr hohen Sparquote?

    Wer zieht die hohe Sparquote mehrere Dekaden durch ohne Schicksalsschläge, Trennungen, Familiengründung, Immobilienkauf etc.?

    Illusorisch ist es nicht!

    Aber es ist für jemanden der aus einer Akademikerfamilie und zusätzlichem Immo-Besitz und Studiumfinanzierung deutlich einfacher z. B. die Million zu packen, als jemand mit dem Durchschnittsgehalt! Punkt!

    Zumindestens wenn man über 20 Jahre spricht. Über 30, 40 Jahre Zeit…. wir sprechen hier über Lebenszeit…………….(Lebenszeit)….ist es dann vom Zinseszins wieder für andere Schichten möglich, bestimmte Grenzen zu packen.

    Ob jemand mit Top-Studium dann mit 1 – 2 k Grundsicherung sich zufrieden gibt, ist auch eine Typ-Frage!

    Ist dann im Verhältnis auch komisch frugal zu leben…

  23. Dominic | Der Portfoliomanager.de

    @ Markus,

    also die finanzielle Unabhängigkeit haben sich viele aus der Gruppe auf die Fahne geschrieben, was auch nicht wundert, da ja die meisten beruflich mit Geld hantieren.

    In einem Punkt hast du sicher recht: Nicht wirklich viele leben frugal. Die meisten wollen ihren upper middle class/ upper class life style ja weiter pflegen. In der Hinsicht haben es klassische Aufsteiger in der Gruppe einfacher, da die nicht so viel repräsentieren müssen und es anders kennen. Das sind zumindest meine Erfahrungen im Jahrgang…

  24. Dodo

    Hallo Tim!

    Schöne Seite und Glückwunsch zu Deinen Investments!

    Du hast zwei Wachstumswerte vorgestellt, bei denen Dein Plan voll aufgegangen ist. Daneben gibt es sicher einige Investments, bei denen das nicht der Fall war.

    Interessanter als die Chancen der Vergangenheit sind die der Gegenwart und Zukunft. 🙂

    Welche Werte hast Du aktuell auf der Watchlist für ein Wachstums-Investment? Das wäre sehr spannend, einmal auf Deinem Blog vorzustellen. Vielleicht (bestimmt) finden sich dabei auch noch Gleichgesinnte mit ihren ‚Perlen‘.

    Mach weiter so!

  25. Mattoc

    @PIBE:

    Was hältst du von dem folgenden ETF im Vergleich zu den Weisheits-ETFs:

    iShares MSCI USA Dividend IQ UCITS ETF (A111YB).

    Das sieht mir so aus, als wären hier zahlreiche der großen bekannten Dividenden-Firmen aus den USA enthalten. Außerdem sind es 128 Positionen und eine akzeptable TER von 0,35%.

    Danke für deine Meinung

    Mattoc

  26. Gurki

    2500€ netto monatlich investieren? Als Einzelperson? In welcher Position? Als Angestellter? Dafür brauch man dann 85.000€ p.a. um dann wenigstens 1400€ netto zum „Überleben“ zu haben.

    Wer verdient denn das? Das geht doch dann eher in die Richtung Elite – Arzt, Anwalt, Geschäftsführer. Und wenn nicht, wo kann ich mich bewerben?

    Ein bisschen auf dem Teppich sollte man schon bleiben und realistischere Zahlen nennen. Sagen wir die Hälfte der genannten Summe.

    Das der Durchschnitt bei 30-33k€ Brutto liegen soll kann ich mir auch schlecht vorstellen. Denn auch hier wird in diversen Zeitungen was anderes erzählt. Mal sind es 30k€, dann sind es wieder 45k€. Ja was ist denn jetzt der Durchschnitt?

     

     

  27. Mr. B

    In meiner Ecke gibt es viele Grenzgänger.Da sind die genannten Bruttogehälter leicht zu erreichen.

    Aber das nur am Rande ( der deutsch-schweizer-Grenze)

     

  28. Björn

    2500 € im Monat ist meiner Meinung echt schwierig, wüsste nicht wie ich das schaffen sollte mit 2 kleinen Kindern. Würde da sogar sagen, dass es unmöglich ist. Bin ja froh das ich 500 € sparen kann. Mehr ist aber nicht drin.

  29. Björn

    Noch ne andere Frage an euch: Würdest Ihr langfristig in Starbucks, Cisco Systems, Walt Disney oder Roche investieren?

  30. Fit und gesund

    @Björn,

    es juckt mich verdammt in den Fingern meine Roche aufzustocken, aber die Position ist schon 10% vom Portfolio…zu den anderen Aktien kann ich nix sagen, die sind nicht auf meinem Radar.

    @Tim,

    werde mal Bagel selbermachen, hier hab ich Keine gefunden. 🙂

  31. Gurki

    @Dominic | Der Portfoliomanager.de Ich kenne BWL Menschen, die DEUTLICH unter deinen genannten Zahlen verdienen. Nämlich 28-29k€ p.a.
    Also nur weil man BWL studiert hat (oder generell studiert), ist es noch lange kein Garant dafür wirklich überdurchschnittlich zu verdienen.
    Ich selbst bin in der IT beschäftigt. Sicher hier verdient man auch sehr gutes Geld. Aber eben auch nicht mal eben so. Einstiegsgehälter von 50k€ p.a. sind hier meiner Meinung nach nicht möglich. Hier steigt man eher mit 35-40k€ ein.
    Bis 50k€ ist es noch einfach in der IT, danach wird es schon deutlich schwieriger, vor allem wenn man keine Führungsposition anstrebt. Und Führungspositionen gibt es ja auch nicht wie Sand am Meer.

     

  32. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Markus

    Alles, was ich schreibe und sage, davon bin ich felsenfest überzeugt. Ich würde den Rat aus dem Blog auch meiner Familie geben.

    Der Online-Rechner ist dazu da, dass jeder selbst seine Werte einträgt. Ja, für den Durchschnittsverdiener war der Sparbeitrag zu hoch, den ich verwandte. Aber: Ich habe einen Beispielfall besprochen. Sowohl Sparbeitrag als auch erwartete Rendite lassen sich individuell festlegen.

     

    @ Dodo

    Bei den Wachstumswerten finde ich interessant: Google, Apple, Amazon, Facebook, MasterCrad, Visa, Lowe’s, Home Depot, Netflix, Nike, adidas, SAP….

     

    @ Fit und Gesund

    Wow. Bagel selbermachen. Das schmeckt noch besser. Ist aber viel Arbeit. Du musst erst den Teig leicht im Wasserbad kochen, dann im Ofen den Kringel „toasten“.

  33. Alex

    Hallo Zusammen.

    Ich kann nur bestätigen. In der IT steigt man im Moment mit 38-40 K ein. Ich bin selber vor 7 Jahren mit so einem Gehalt eingestiegen. Bis 50 K geht es relatv schnell nach oben. Aber dann muss man schon viel mehr Verantwortung übernehmen, um mehr zu verdienen. Ausserdem werden dann immer mehr Steuern abgezogen, so dass es fast keinen Sinn mehr macht, 10 Stunden pro Tag zu arbeiten, um 200 Euro (netto) mehr pro Monat zu verdienen.

     

  34. PIBE350

    An Mattoc: Im direkten Chartvergleich liegen sie bisher gleichauf. Der WisdomTree enthält mehr Werte, hat eine höhere Ausschüttungsquote und schüttet häufiger aus, den iShares gibt es schon länger am Markt und er hat ein höheres Fondsvolumen. Ich weiß nicht, ob er steuereinfach ist und kenne die genaue Indexmethodik im Vergleich zum WisdomTree nicht. Letztendlich musst du entscheiden, welche Kriterien dir am wichtigsten sind.

    An Gurki: Das Medianeinkommen (finde ich persönlich besser geeignet, weil es durch die extremen Ränder nicht so verzerrt wird) liegt ungefähr bei 1650 Euro netto. Eine Hälfte der Einkommensbezieher verdient weniger, die andere mehr.

    Das klingt erst mal nach nicht viel? So sieht aber die Realität für viele in Deutschland aus. Meine passiven Einnahmen lassen mich schon zur einkommensstärkeren Hälfte gehören. Würde ich das einem hart arbeitenden Malocher erzählen, der zur ärmeren Hälfte zählt, käme bestimmt Freude auf. 😉

  35. Dominic | Der Portfoliomanager.de

    Ich glaube, die Diskussion hier führt in die falsche Richtung. Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass wir hier über finanzielle Freiheit sprechen, letztlich also ausgesorgt zu haben. Ist doch klar, dass dieses Ziel – wenn überhaupt – nicht von Median-Verdienern (@Gurki: auch nicht von deinen BWLern mit Marketing-/Personalfokus) in der Schnelle erreicht wird.

    Hier tummeln sich ja vornehmlich Leute, die nach diesem Ziel streben. Die allergrößte Mehrheit schafft es nicht in Schnelle und die meisten überhaupt nie.

    Der Anspruch, dass der durchschnittliche Mittel- und Gutverdiener in absehbarer Zeit dieses Ziel erreicht, halte ich für eine der großen Illusionen der vielen Blogs. Wie PIBE350 schon sagt, ist die Realität sehr sehr fern. Aber wie sollte es auch anders sein – die Gesellschaft kann ja schlecht nur aus Privatiers bestehen 😉

    Flotte finanzielle Freiheit ist Spitzenverdienern vorbehalten. Und wie oben erwähnt: Ja die gibt es auch schon in sehr jungen Jahren – sind natürlich aber nicht repräsentativ.
     

     

     

     

  36. Mattoc

    Danke, PIBE!

    Eine Sache ist auf jeden Fall bemerkenswert. In der Krise 2008 als der MSCI World um mehr als 40% und der MSCI EM um mehr als 50% eingebrochen ist, hat es diesen MSCI USA High Yield Index nur um 28% gerissen…

    Mattoc

  37. Slazenger

    @Björn

    wenn du die genannten Firmen langfristig kaufen willst, dann kannst durchaus in alle vier investieren! Bei Disney und Roche könnte aktuell ein relativ guter Kaufzeitpunkt sein!

  38. Markus

    @Dominic

    So in die falsche Richtung finde ich die Diskussion jetzt nicht!

    Es ist wie Du auch auf Deinem Blog richtig schreibst, auch eine Frage der Berufswahl bzw. der Karriere. Hier im Blog wird ja größtenteils die Sparseite beackert. Der Faktor wie man mehr verdient ist hier etwas vernachlässigt.

    Nicht jeder hat den Kompass mit 18 – 20 Jahren gleich den Studiengang mit den höchsten Verdienstmöglichkeiten auszusuchen, bzw. die Unterstützung der family und auch das Mindset Personalverantwortung und/oder Führungsverantwortung zu übernehmen.

    @Tim

    Sorry, ich will Dich nicht ärgern! 😉

    Ich bin halt manchmal etwas kritischer, bzw. hinterfrage auch. Viele, die nur ein paar Börsenjahre auf dem Buckel haben, sind schon gerne dabei sich schnell selber reich zu rechnen. Die Beharrlichkeit die konsequentes Investieren bedarf muss sich noch bei Börsen- und Lebenskrisen bei vielen zeigen.

    Schnell reich ist aber eine deutlich komplexere Aufgabe und die Erfolgsaussichten sind schlechter, als bei langfristiger Kontinuität. Wie langfristig manche Personen denken und handeln, sieht man an Dynastien und deren Reichtum.

    Über die 6 % p. a. Gesamtrendite kann man sicherlich auch in zweierlei Richtung diskutieren, aber es nützt nichts, da wir nicht wissen was die Zukunft bringt.

    Wir haben nur die Empirie um zu entscheiden, ob es sinnvoll ist, bestimmte Dinge in der Zukunft zu erhoffen.

    Die individuellen Definitionen von reich bzw. finanziell unabhängig können sehr breit gefächert sein…

  39. PIBE350

    An Mattoc: Das kann gut sein. Auf der MSCI-Seite gibt es auch ein Vergleichs-PDF zum Mutterindex ,,MSCI USA“ in Dollar. Bisher hat der iShares (MSCI USA High Dividend Yield) besser abgeschnitten. Ich meine, dass es auch allgemeine Studien gibt, die zeigen, dass auf lange Sicht Dividendenaktien besser abgeschnitten haben, aber das ist natürlich keine Garantie für die Zukunft.

    Mir ist auf jeden Fall aus psychlogischen und praktischen Gründen ein regelmäßiger Geldfluss durch Dividendenausschüttungen lieber. Wir werden leider erst in Jahrzehnten erfahren, welche Aktienauswahl die für uns beste gewesen wäre. 🙂

  40. Fit und gesund

    Ich denke, die wirkliche finanzielle Freiheit kann nicht Jeder erreichen, aber ein gutes Polster anzuhäufen sollte schon drin liegen, besonders wenn man jung ist, einen guten Beruf hat, eine stabile Partnerschaft hat, sparsam lebt und gesund ist.

    Wir haben Alle nicht die Glaskugel, da kann wirtschaftlich und privat so viel dazwischenkommen, das hat man nicht immer in der Hand, auch wenn man das gerne glaubt, Zeiträume von über 5 Jahren kann man sehr schlecht überblicken.

    Aber, was mir an der Sparsamkeit passt ist, dass ich sozusagen eine Art Training dabei absolviere, sollte ich mal später nicht so eine fette Rente haben und mein Zustupf durch die Börse geringer ausfallen als die schönen Rechner hergeben, dann werde ich sicher weniger leiden als Andere, ich habe dann gelernt mit Weniger auszukommen, nicht jedem kleinen Wunsch sofort nachzukommen. Meiner Kollegin geht es da schlechter, frisch geschieden, Mann zahlt auch Unterhalt, aber der pompöse Lebensstil ist im Eimer, die tut sich echt schwer, Sektfrühstück mit Freundinnen am Morgen, shopping als gäbe es kein morgen mehr und spontane Kurzurlaube …nix mehr, Ende Gelände….

  41. K.

    Geht das mit den Profilbildern nicht auch ohne Login bzw. direkt über Gravatar und reiner E-Mail-Adressen Zuordnung? So muss man nicht auf jedem Blog registriert sein, sofern dieser Gravatar unterstützt, was WordPress an sich eigentlich tut.

    So zumindest meine Erfahrung (abseits dieses Blogs bei einem anderen Hobby mit einer anderen E-Mail-Adresse).

  42. PIBE350

    An Dominic: Ja, in Zeiten langsam steigender Altersarmut ist schon vielen geholfen, wenn sie sich ein nettes Finanzpolster zum regulären Renteneintrittsalter zulegen.

    Wer das Ziel ,,frühe finanzielle Freiheit“ hat, muss komplett gegen die Masse schwimmen können und frühzeitig alle Weichen (Einnahmen, Ausgaben, Investitionen, Renditen usw.) richtig stellen. Etwas Glück, wie Fit und gesund schon angemerkt hat, gehört selbstverständlich auch dazu.

    Dies setzt einen harten Willen und ein langes Durchhaltevermögen voraus. Mir als Minimalist fällt das nicht schwer. Ich verzichte gefühlt auf nichts und was andere über mich denken (könnten), ist mir komplett egal.

    Wer aber einen zu starken Rückgang an Lebensqualität verspürt, sollte seine Zielsetzung aufweichen. Es macht keinen Sinn, sich zur finanziellen Freiheit zu quälen. Es gibt viele schöne Vorstufen, die ebenfalls lohnenswert sind: Aufbau einer Notreserve, Schließen der Rentenlücke, Verringerung der regulären Arbeitszeit oder früheres Eintreten in den Ruhestand – nur um ein paar Beispiele zu nennen. 🙂

  43. PIBE350

    Bei der durchschnittlichen Lebenserwartung liegt Deutschland auf Platz 22: http://www.bild.de/geld/wirtschaft/wirtschaft/in-diesen-laendern-lebt-man-am-laengsten-ranking-48404488.bild.html

    Das ist doch eine positive Meldung: Wir brauchen weniger Grundkapital anzusparen, wenn man mit Kapitalverzehr rechnet. 😀

  44. Felix

    Das Schöne ist ja, wenn man den Schneeball einmal ins Rollen gebracht hat, spielen reinvestierbare Dividenden eine immer größere Rolle. Das Ganze wird zu einem sich selbst verstärkenden System. Die eigene Sparrate wird immer unbedeutender. Wichtig erscheint mir aber, dass man nicht zu früh aussteigt, weil man sich finanziell frei fühlt. Das Dranbleiben macht den Unterschied.

  45. Delura

    @Felix

    Das Schöne ist ja, wenn man den Schneeball einmal ins Rollen gebracht hat, spielen reinvestierbare Dividenden eine immer größere Rolle.

    Jawohl, den Punkt sprechen hier viel zu wenige an. Da hängt keine imaginäre Ziellinie die man durchlaufen muss, sondern ich muss mich daran gewöhnen nur das auszugeben, was ich bekomme (maximal)….

    Und der Zinseszins läuft weiter, immer weiter (Das ist auf jeden Fall positiv). Ich habe es noch nicht geschafft, aber bald… – und ich spüre IHN schon.

     

     

  46. AlexanderAlexander

    Nun, die finanzielle Freiheit habe ich mir schon lange abgeschminkt, aber ein nettes Zubrot bzw. die Rente mit 63 ist mein gehegter Wunsch. Planspiele sollte man immer als solche verstehen. Ich habe auch verschiedene Tabellen und Berechnungen, die ich hege und pflege. Macht mir halt Spass und es zeigt zumindest, was durchaus möglich sein könnte. Natürlich wäre es nicht klug sich am Maximum zu orientieren, das bringt nur maximale Enttäuschung, aber wenn das Ziel realistisch ist, kann man durchaus darauf zuarbeiten und durch ständige Kontrolle feststellen, ob die Richtung noch passt oder man etwas ändern muss.

    Im Laufe der Jahre ergeben sich immer wieder lukrative Möglichkeiten, diese zu erkennen und beherzt zuzugreifen ist das Problem, im nachhinein ist man natürlich immer schlauer.

    Und Tim, gratuliere zum Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit.

     

  47. Finanzmixerin

    Ich schaue hier immer wieder gerne vorbei 🙂

    Ich finde es auch toll, mehr finanzielle Freiheiten zu haben. Teilzeit arbeiten zu können oder so…

    Ich finde 2500 Euro reine Sparleistung als Einzelperson auch sehr sehr ambitioniert.

  48. Mattoc

    Der Rechner „Finanzielle Freiheit“ ist schlicht und gut. Ich muss einfach nur 2000 Euro pro Monat sparen, dann bin ich unter Berücksichtigung meines Startkapitals in 8 Jahren durch…

    Ob es in 8 Jahren diesem Blog noch gibt?! 🙂

  49. PIBE350

    Ja, denn eines muss man Tim lassen. Sein Blog ist nicht erst während der letzten Börseneuphorie, sondern schon im Januar 2008 entstanden. Deswegen bin ich auch so gern hier. Er weiß, wovon er schreibt. Viele andere (natürlich nicht alle) Blogs sind mir einfach viel zu euphorisch. Zukünftige Renditeberechnungen hier, zukünftige Freiheitsberechnungen da, als würde es auf ewig nur nach oben gehen. Es wird der Zinseszinseffekt als 8. Weltwunder angepriesen, Dividenden als die neuen Zinsen. Und wenn du noch heute anfängst, kannst du schon morgen genüsslich am Strand liegend von deinem passiven Einkommen zehren. 😀

    Tim vermittelt auch Demut, Erdung, Langfristdenken und Durchhaltewillen. Genau das braucht man, wenn man auf Dauer erfolgreich sein möchte. Nicht, ob man ETF X oder Aktie Y aus Renditeüberlegungen etwas mehr oder weniger gewichten soll.

    Ich wette darauf, dass er die meisten anderen Börsenblogs überleben wird. In der nächsten Börsenkrise wird das große Blogsterben losgehen. Hoffentlich werden die Leser unter uns, die selbst noch keine Krise durchlebt haben – ich zähle mich ausdrücklich dazu – ebenfalls erhalten bleiben. 😉

  50. Fit und Gesund

    @PIBE350

    Gegen die Masse schwimmen, harter Wille und Durchhaltevermögen, das sind genau die Eigenschaften die sehr nützlich sind beim Erreichen der finanziellen Freiheit, das seh ich natürlich genauso.

    erzwingen kann man den Reichtum nicht, sich nur zu quälen nützt auch nix,  das hält man vielleicht eine zeitlang durch, aber dann ist es vorbei damit und man ist enttäuscht.

    Das gefällt mir an Tim’s Blog eben auch, er predigt einfach Geduld und motiviert, (Viele die hier schreiben motivieren mich ebenso 🙂  )

    und das ist mir auch wichtig, eine gewisse  Dankbarkeit zu haben, ich habe ja Alles was ich brauche, ich bin gesund, ich habe Arbeit, ich habe die Möglichkeit was wegzulegen, ich habe mal das CH-Medianeinkommen gegoogelt, da lieg ich mit den Schichtzulagen drüber, meine Sparquote ist über 50% und ich darbe sicher nicht. Was viel wichtiger ist als Geld ist einfach innere Zufriedenheit, nicht neidisch sein was ein Anderer hat, der hat vielleicht Probleme von denen man selber gar nix ahnt,

    so wie es im Moment ist, so ist es gut für mich, und ich hoffe es geht Dir und den Anderen ebenso 🙂

  51. PIBE350

    An Fit und Gesund: Ja, langfristige Zufriedenheit ist am wichtigsten. Man sollte sich weder heute (zu hohe Sparquote) noch später (zu wenig gespart) unglücklich machen. Und Dankbarkeit ist wirklich wichtig. Es wird immer Millionen Menschen geben, die mehr haben, aber auch immer einige Milliarden Menschen, die erheblich weniger haben. Das Hasten nach schnellem Reichtum wird in der Regel nicht funktionieren. Ich bin erst seit 2015 an der Börse, aber das gilt auch für alle anderen Anlageklassen. Man kann heute nur das ernten, was man viele Jahre vorher gesät hat. 😉

  52. Christoph

    @Björn: Also das sind alles gute solide Aktien.

    Kannst du alle 4 getrost kaufen.

    Also ich finde und habe auch Planungstabellen. 1. sehe ich wohin die reise geht. Also ob sich das alles lohnen kann/ wird. und 2. Sehe ich so auch die Auswirkungen von den Zukäufen und den Dividenden.

    Mir ist das mit dem Rechner 6%/Jahr einfach zu abstrakt. Ich habe mehrere Dividendenaktien und so kann ich sehen wo diese in 1, 5, 10 etc Jahren auslaufen. Eine gewisse Sicherheitsmarge habe ich inkludiert.

    Ausserdem wirkt es auch als Ansporn. Wenn ich am eintragen bin und es ist eine 2,45 Dividende dann ist das nicht anspornend. Gehe ich aber ein paar Jahre weiter so sind es dann 50,00. das sieht dann schon deutlich besser aus.

     

  53. PIBE350

    An Mattoc: Wieder die übliche SPON-Debatte: ,,Wenn ich doch bloß mehr Geld hätte, könnte ich auch etwas sparen.“

    Dann sollen sie das Buch ,,Die Kunst, mit meinem Geld auszukommen“ lesen. 🙂

  54. Dennis

    Zur meiner Person ich bin 28 Jahre alt, ledig und arbeite bei einem großen Automobilzulieferer, der nicht börsennotiert ist :-P. Durch meine Schichtzulagen und auch vermehrt Überstunden an Sonntage und Feiertage, kann ich im Schnitt 2300 Euro im Monat sparen. Ich lebe relativ Sparsam, fahre ein altes Auto, verreise 1 bis 2 mal im Jahr, koche meistens frisch und habe eine schicke moderen Mietwohnung ca. 10 km von der Hauptstadt entfernt.

  55. KB24

    Beim ersten lesen des Artikels kamen mir die 2,5k auch ein wenig utopisch vor, aber jetzt nachdem man hier einiges liest z. b. mit 28 Jahren schon 2300 sparen, nicht verdienen, nein  sparen (!) kann im Monat und ich auch heute zufällig jemanden kennengelernt habe, der in einen unscheinbaren kleinen Softwareunternehmen 3700€ netto (im Osten) verdient, bin ich wohl in der Realität angekommen;-)

  56. pommes

    Hallo zusammen,

    Tim toller Beitrag!

    zum Thema 2500€  pro Monat sparen, ich kann es auch und viele meiner Freunde ebenfalls (alle so Mitte 30). In der IT kann man momentan gut verdienen, vorallem wenn man in der richtige Branche (zB. Banken/Versicherungen) oder in einem der DAX  Unternehmen unterwegs ist. Auch Berater (zB. SAP) in kleinen Firmen kommen auf Gehälter wo dies möglich ist. Bei Selbständigen IT’lern kann es auch noch mal ganz gewaltig weiter nach oben gehen. Ich behaupte nicht das es jeder IT’ler so viel verdient, es gibt auch viele die bei 50K brutto sind, keine Frage. Trotz hohem Gehalt leben in meinem Bekanntenkreis viele aber eher unscheinbar (inkl. mir). Bei mir steht vor der Tür ein alter BMW mit vielen Kilometern auf dem Tacho, das Haus ist nichts besonderes, dafür abbezahlt.

    Ich teile ebenfalls die Meinnung, das nicht jeder die finanzielle Freiheit erlangen wird, außer ein Leben auf Hartz4 Niveau ist das Ziel, wenn man einem Durchschnittsgehalt von 42K brutto startet und anfängt. Auch wenn die finanzielle Freiheit nicht erlangt werden kann, das Finanzpolster schafft innere Ruhe und man kann sicherlich das ein oder andere Jahr vorher in Rente ohne Entbehrungen. Jeder der regelmässig spart, wird auch was davon haben. Selbst bei einem Gehalt um die 90-100K brutto und 50-60% Sparquote wird man viele Jahre benötigen und der Weg ist ungewiss. So denn es bei mir klappt ist die Freiheit mit Mitte 40, anfang 50 so gut wie erreicht. Falls das nicht der Fall ist, was solls ab 50 Halbtags ist doch auch was ;).

    Eine hohe Sparquote zu erlangen ist mit hohem Gehalt natürlich einfacher, solange nicht die komplette Lifeystyleinflation einsetzt.

    Pommes

  57. Thomas

    Ich behaupte nicht das es jeder IT’ler so viel verdient, es gibt auch viele die bei 50K brutto sind, keine Frage.

     

    Habe ich irgendwo Ironietags übersehen oder sollte das als Getrolle gelten?

    Selbst unter studierten Informatikern und Ingenieuren gibt es sehr viele die auch nach etlichen Jahren nicht über 35k Brutto hinaus kommen und zwar auch in FFM und Stuttgart. Die Fälle 50k und mehr gibt es natürlich auch.

  58. Frank

    Mein Sohn hat BWL studiert (Bachelor) und hangelt sich von Praktikum zu Praktikum. Alles nicht so leicht!

  59. pommes

    @Thomas: In den meisten Großstädten wirst du als studierter Informatiker der in der Softwareentwicklung anfängt, mit einer gefragten Programmiersprache (C#, Java, ABAP, etc.) , einen Job mit einem Einstiegsgehalt zwischen 38-45k brutto bekommen. Wenn du mit Webtechnologien (PHP, Javascript, HTML etc.) in ein Hipster Startup gehst, dann bekommst mit großer Wahrscheinlichkeit weniger. Mit einigen Jahren Erfahrung ist 50k brutto realistisch angesetzt in der IT, so denn man über Jobs in Ballungsgebieten spricht. Im Studium sagte man uns, dass ein Einstiegsgehalt von 64000 DM (also ca. 32k euro) zu erzielen sei und das ist nun auch einige Jahre her und bewahrheitete sich für die meisten Absolventen, bei vielen Ing Studiengängen wurden übrigens ein ähnliches, teilweise höheres, Einstiegsgehalt genannt.  Also nein => das ist weder Ironie noch getrolle, hoffe das gleiche gilt für deinen Beitrag!

  60. Stefan Meisel

    Ich arbeite in der IT und gebe mal meinen Senf dazu.

    Vor fünf Jahren schloss ich mein BWL-Studium in Sachsen-Anhalt mit dem Master ab. Eine miese Masterarbeit hat meinen Schnitt noch von 2,2 auf 2,5 gedrückt. Auslandssemester hatte ich nicht vorzuweisen, nur ein paar Ferienjobs, die jedoch mit BWL wenig zu tun hatten.

    Für den ersten Job bewarb ich mich deutschlandweit. Nach 75 bis 80 Bewerbungen hat es geklappt. Die Bezahlung war unterirdisch, aber ich dachte, nach diesem Bewerbungsmarathon kann ich nicht absagen. Die Stelle war in Berlin und mein Eindruck im Vorstellungsgespräch war sehr positiv.

    Nach 4 Monaten dachte man sich, es wäre eine gute Idee, die halbe Abteilung durch Praktikanten zu ersetzen. Auf dem Weg nach Hause hab ich geheult wie ein Schlosshund.

    Im Nachhinein war es aber großartig, denn die Arbeit hätte ein Affe erledigen können und ich habe dort einen ersten Fuß in die IT bekommen. Übrigens hatte ich mir die Entlassung redlich verdient, denn meine Einstellung war zu dieser Zeit nicht besonders gut.

    30 bis 35 Bewerbungen später sah ein weiteres Berliner E-Commerce-Unternehmen in meinem Lebenslauf, dass ich mir im letzten Job einige IT-Skills angeeignet hatte, und stellte mich ein.

    Die Bezahlung war noch unterirdischer als beim letzten Mal, aber es gab große Versprechungen über eine saftige Gehaltssteigerung nach 6 Monaten. Wie naiv ich damals war.

    Der Job machte riesigen Spaß. Nach 1,5 Jahren schrieb ich dennoch etwa 3 bis 5 Bewerbungen, bekam eine Zusage von einem Unternehmen über das ich viel Positives gehört hatte. Mein Eindruck im Vorstellungsgespräch war überragend und die Bezahlung übertraf meine genannte Gehaltsvorstellung bei weitem. Ich sagte zu.

    Bei diesem Arbeitgeber bin ich jetzt seit knapp 2,5 Jahren (in Berlin, in der IT). Seitdem rollt der Rubel und ich bin rundum überglücklich dort. Mein neues Bruttogehalt, das ich ab Dezember bekomme, liegt 120% über dem Gehalt, mit dem ich 2012 beim 2. Arbeitgeber angefangen hatte. Ich konnte es also in knapp 5 Jahren mehr als verdoppeln.

    Trotz der Tatsache, dass ich 100 bis 120 Bewerbungen schreiben musste, würde ich, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, wieder BWL studieren. Ich sehe das als beste Entscheidung meines bisherigen Lebens an.

  61. Der Sparmeister

    Auch wenn es dies eigentlich nicht das Thema des Blogs ist:

    Ich kann mich den Ausführungen von pommes bezüglich Gehälter im großen und ganzen anschließen. Mein Bereich ist eher der Ingenieurbereich, habe aber als Einstiegsjob programmiert (in einer „Metallerbude“).

    Es ist so, dass es bei größeren (!=Startup) Unternehmen meist Tarifverträge gibt oder das (Einstiegs-)Gehalt sich an den Tarifverträgen orientiert. Die Gehälter in den Tarifstufen sind offen einsehbar – z.B. auch bei der IG Metall oder ähnlichen Organisationen. Über Google/Bing findet man da sicher etwas.

    Je nach Alter/Leistung gibt’s meist noch etwas obendrauf.

    Bei mir in der Firma ist es so, dass wenn man richtig Gas gibt man nach einiger Zeit außertariflicher Angestellter werden kann. Da ist dann das Gehalt normalerweise (!) höher – die variablen Anteile am Gehalt sind dann ungleich größer. Das ist dann der böse Bonus, dessen Höhe von dem Erfolg des Unternehmens und der Erreichung der persönlichen Ziele abhängt.

    Die Anzahl dieser AT-Stellen ist allerdings begrenzt.

    Bei all dem vergesse ich nie, daß ich extremes Glück hatte in dem Unternehmen arbeiten zu dürfen in dem ich jetzt bin.

    Mir ist klar, dass es trotz dem in den Medien ständig wiedergekäuten „Fachkräftemangel“ diesen nicht gibt und auch sehr gut ausgebildete und fähige Leute sich unterbezahlt in Verleihbuden verdingen.

    Von daher kann ich nur ermuntern, wenn man mit dem Gehalt niedrig (d.h. unter Tarif) liegt dem Arbeitgeber gegenüber keine große Loyalität zu zeigen und falls die persönlichen Umstände es zulassen knallhart zu wechseln, auch wenn ein Projekt dann vor die Wand läuft. Nur das ist die Sprache, die in gewissen Organisationen/Verleihbuden verstanden wird – leider.

    Falls man die Möglichkeit hat in einer Umgebung zu leben in der die Lebenshaltungskosten niedriger sind, wäre ich auch bereit zu einem geringeren Gehalt zu arbeiten. Die Sparquote würde das ja nicht direkt beeinflussen.

  62. pommes

    @Stefan, Sparmeister,

    besten Dank, dann ist mein Blick auf die Welt ja nicht so verzerrt wie es bei manchen angekommen zu sein scheint. Ich wollte auch nicht das Thema hier Off-Topic führen, bloss sagen, dass es mehr Leute gibt die solch eine Sparquoten fahren könn(t)en als man denkt und die kommen nicht vom Mars, sondern eher aus großen Konzernen oder  haben Fähigkeiten die  extrem hohe Stundenlöhne als Freiberufler ermöglichen. Ärzte sollten auch in diese Kategorie passen. Die IG-Metal Tarife sind sehr gut, ich hatte eben noch mal bei Glasdoors geschaut, die Gehälter die bei Daimler angezeigt werden entsprechen dem Gehaltsgefüge was ich meinte. Ing./Inf ca. 64k, Manager 70 – 100k Sen. Man. > 100 etc.

  63. silentbob

    Hallo,

    wollte auch noch was zum Thema 2500 Euro Sparen loswerden. Das ist natürlich schon ein sehr hoher Betrag. Die breite Masse wird das nie schaffen. Dafür sind die Löhne hier bei uns im Osten einfach viel zu niedrig.

    Ich bin mit ca. 2000 Euro pro Monat aber schon dicht dran. Allerdings arbeite ich nicht nur im Osten sondern bundesweit auf Montage ( Monteur ). Da kommt durch die Auslöse, Fahrgeld usw. schon was zusammen. Allerdings muss man dafür auch Entbehrungen in Kauf nehmen. Man ist selten zu Hause und Monate mit 100 Überstunden sind keine Seltenheit.

    Wenn ich mir eure Beiträge so durchlese dann bin ich ja doch finanziell ziemlich gut gestellt. Hätte allerdings nicht gedacht das es teilweise so schwierig ist, als frischgebackener Ingenieur eine gute Stelle zu finden. Kann mir schon vorstellen das man nach 80 Bewerbungen langsam am grübeln ist…

    MfG silentbob

  64. Der Sparmeister

    Ich finde es sehr mutig, wenn jemand offen dazu steht, dass sein Gehalt (noch) nicht so hoch ist. Es gibt dann sicher Heerscharen an alten Kollegen, die mit guten Ratschlägen nicht sparen und vermutlich (gerade in Bereichen wie BWL o.ä.) einfach das eigene Gehalt betrifft maßlos übertreiben.

    Ein Grund weshalb ich selber mit diesen Vergleichen vorsichtig bin.

    Vor gut einem Jahr habe ich einen MBA abgeschlossen und dort Kontakt (über gemeinsame Vorlesungen) zu einigen „normalen“ BWL-Studenten gehabt, die noch nicht im Berufsleben stehen.

    Die Vorstellungen über das Arbeitsleben und das zu erwartende (Einstiegs-)Einkommen sind häufig recht blumig. Kann mir gut vorstellen, dass sich da die ersten schon verschulden, um mit einem entsprechenden Auto ein gewisses Gehaltsniveau zu suggerieren.

    Stefan M. hat es schon richtig geschildert: die Bewerberei ist ein Marathon und oft kommt dabei erstmal nicht heraus was man sich erhofft hat. Den Unterschied macht dann die Hartnäckigkeit sich weiter zu verbessern –  so wie auch beim Aktiensparen.

    Das ist natürlich leicht dahergesagt, wenn man nicht mehr am Anfang steht.

  65. Mattoc

    @PIBE:

    Genau:

    Meine Empfehlung ist, sich ein Excelsheet zu nehmen und die Beträge untereinander zu schreiben, die zwingend sein müssen. Und da dürfen bei Menschen, die es ernst meinen, übergeordnet nur zwei Beträge stehen:

    1. Wohnraum (inkl. Telefon, Internet, Strom, Gas, Scheiße)

    2. Lebenshaltungskosten (Nahrung und Fixkosten für Monatsticket)

    3. Optional: Private Krankenversicherung

    Meine persönliche Erkenntnis ist, dass man hinter jede dieser Zeilen 500 Euro schreiben kann und damit in Deutschland sehr gut zurecht kommt.

    Sprich: Schlechtverdiener ohne PKV brauchen (wenn sie es wirklich ernst meinen und sparsam Leben wollen) 1000 Euro im Monat all inclusive.

    Fertig!

    Und wer sagt, dass es anders wäre, dass es keinen Wohnraum in der Stadt in der Preislage gibt oder dass man von dem wenigen Geld nicht leben kann, der meint es einfach nur nicht ernst.

    Klar: Mit Freunden, Frauen, Kindern, Schulden, Menschen, Fitnessclub, Saufen und essen gehen klappt das alles nicht.

     

     

  66. Markus

    @Pommes

    „zum Thema 2500€  pro Monat sparen, ich kann es auch und viele meiner Freunde ebenfalls“

    Deine Freunde sind allesamt IT-Projektleiter / SAP Consultants mit 70 k Jahresbrutto und denen reicht allen 800,- € (Lohnsteuerklasse 1) zum leben und wohnen aus??? Interessant! Allein die Wohnung frisst da einen Teil.

    „Ich behaupte nicht das es jeder IT’ler so viel verdient, es gibt auch viele die bei 50K brutto sind, keine Frage.“ 

    Also bei 50 k Jahresbrutto und Lohnsteuerklasse 1 kommt beim Brutto-Netto-Rechner 2.495 € raus… 2.500,- € damit zu sparen…lassen wir mal.

    Selbst bei 60 k Jahresbrutto sind es netto nur 2.900,- €

    Bei 70 k sind es netto knapp 3.300,- €… 2.500,- € zu sparen geht da gerade so, wenn man sich schon deutlich einschränkt. Allerdings muss es ne billige Mietwohnung in einer Stadt sein, die solch einen Arbeitgeber beherbergt…

    Quelle IT-Gehälter: https://www.absolventa.de/jobs/channel/it/thema/gehalt-informatiker

  67. PIBE350

    An Mattoc: Ein Haushaltsbuch zu führen, ist besonders am Anfang wichtig. Das Problem ist, dass viele Nichtsparer nach ihrer Ansicht kein Ausgaben-, sondern ein Einnahmenproblem haben. Die wollen von Haushaltsbüchern nichts wissen. Sonst müssten sie sich selbst einen Spiegel vorhalten. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich diese Diskussion schon im Bekanntenkreis geführt habe. Aussichtslos. Hilfe unerwünscht.

    Zur allgemeinen 2500-Euro-Diskussion: So eine hohe Sparrate hatte ich noch nie, trotzdem hat es zur finanziellen Freiheit gereicht. Entscheidender ist die persönliche Sparquote. Für eine hohe Sparquote muss man definitiv kein Spitzenverdiener sein. Ich schreibe das nur, weil eine Diskussion über eine Sparrate von 2500 Euro auf die allermeisten Sparer eher abschreckend wirkt. Besonders, wenn man gerade erst mit dem Vermögensaufbau angefangen hat. NEIN, man muss monatlich nicht so viel sparen können, um Fortschritte zu erzielen. Macht euch bitte keine Sorgen, ihr seid völlig normal. 😀

    Liebe Grüße aus Lanzarote – endlich im Hotel angekommen. 😉

  68. PIBE350

    Ich habe eine Tabelle zum von Mattoc geposteten SPON-Artikel mit genauen Sparraten und -quoten gefunden: www.boeckler.de/hbs_showpicture.htm?id=67570&chunk=1

    Persönliches Fazit: Bei der Sparrate gehöre ich zu den obersten 10 Prozent, bei der Sparquote übertreffe ich sogar das oberste Prozent. Dabei habe und hatte ich noch nie ein Spitzeneinkommen.

    Allgemeines Fazit: Die Einkommensstärksten haben keine unerreichbar hohen Sparquoten und die diskutierten 2500 Euro pro Monat erreicht gerade mal das reichste Prozent. Es gibt also keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. 😉

  69. Markus

    @Pibe

    Danke dass Du meine Beiträge immer etwas relativierst! Ernsthaft!

    Ich will niemanden demotivieren und da sind Deine Beiträge wieder relativierend zu meiner Neugierde von diesen Gruppen, die alle zur 1 % Gruppe gehören, alle wie Berserker sparen, und alle das Ziel finanzielle Freiheit haben…

    Sicherlich gibt es Netzwerke von Top-Verdienern…

    Dass jedoch alle davon das Ziel haben finanziell frei zu werden (mit 90 % Sparquoten), alle den geeigneten Lebenspartner dazu haben, keine Familie gründen wollen, kein Haus kaufen wollen, sich einschränken bei den Ausgaben (teilweise auf das Niveau eines Hartzers/Studienzeit) und nicht einfach Spaß an der Karriere und der eigenen Wichtigkeit haben…

    Das dieses Phänomen gehäuft auftreten soll… versetzt mich in Staunen.

    Ich kenne durchaus auch einige Top-Verdiener und den allermeisten ist die Karriere und ein halbwegs standesgemäßes Leben wichtiger sind, als nach 20 Jahren Entbehrungen, passives Einkommen eines Durchschnittsverdieners zu erhalten…

    Sicherlich bauen sich die meisten auch passives Einkommen auf. Die Priorität liegt aber auf dem aktuellen Leben, dem Lebensprojekt, der Firma und nicht möglichst ein Leben zu führen wir zur Studienzeit.

     

  70. Christoph

    @Markus: Wobei oft das Studentenleben oder Azubi Leben mit wenig Geld dafür aber viel zeit mit Freunden am schönsten ist ;o)

     

  71. Oliver

    @PIBE:

    Danke für die Grafik. Ich bin auch ins Grübeln gekommen, dass hier einige schreiben, 2.500 EURO/Monat wäre für nicht wenige normal. Ich kenne einige Gutverdiener, die solche Sparraten nicht haben und selbst, wenn sie ihren Lebensstandard komplett zusammenstreichen, da auch nicht so ohne weiteres hinkommen.

    Wenn man mit 35% Sparrate im ersten Prozent ist, sind Sparraten mit 50 – 70 Prozent extrem am oberen Ende. Ich bin bei 40% alleine, weil ich ganz ordentlich verdiene. Das heißt, ich brauch einen Teil des Geldes nicht, lege das an und lebe trotzdem gut vor mich hin. Sicher habe ich die Konsumgewohnheiten nicht wie viele meiner Freund und Kollegen. Wenn man über den Parkplatz der Firma schreitet, wo ich arbeite, dann sieht man sehr viel sehr schicke und teure Autos. Gut, dort arbeitet niemand mit einer normalen Stelle für 35k im Jahr, aber ich schätze schon, dass die ganzen Edelmarken nicht von jedem mit Eigenmitteln erworben wurden. Sparen tun da die wenigsten in nennenswerten Summen, wobei es das auch gibt. Die meisten „sparen“ in sehr großen Häusern und häufiges Gesprächsthema ist der Bau des Swimmingpools oder die Solaranlage. Teure Kreuzfahrtreisen ist die letzten zwei Jahre auch ein Topthema. Ich mache da niemanden einen Vorwurf, jeder soll sein Leben so leben wie er will.

    Ein sehr guter Freund von mir verdient zwar ganz gut, hat aber keine Personalverantwortung und als Festangestellter für München ein etwas überdurchschnittliches, aber nicht sehr hohes Gehalt. Er wohnt zur Miete in Neuhausen (das geht nicht für 500 EURO), hat kein Auto und macht sich auch nicht sonderlich viel aus Reisen. Er sagt mir, dass er zwar zum einen gerne mehr verdienen würde, weil seine ganzen Freunde über die Jahre mehr verdienen als er. Zum anderen sagt er, dass er gar nicht weiß, wie er alles ausgeben soll. Er investiert nichts großartig, also keine Immobilien oder Aktien außer ein paar wenigen Betriebsaktien (französische Großbank). Trotzdem hat er über knapp 15 Jahren mehr als 200k EURO angespart ohne auf die Rendite zu achten. 2.500 EURO kann er auf keinen Fall monatlich zurücklegen und er liegt sicherlich einiges darunter.

    Wenn man in Tims Rechner 500 EURO auf 30 Jahre eingibt, kommt man bei 6% auf knapp 500.000 EURO. Mit solchen Sparraten kann man also über die Jahre sehr weit kommen. Die Inflation habe ich natürlich nicht mit reingerechnet, aber jeder wird aufgrund der Inflation und seiner wachsenden Erfahrung im Beruf über die Jahre mehr verdienen. Das heißt, die Sparraten von heute werden in der Zukunft inflationsbereinigt tendentiell höher. Klar, die gleiche Rechnung mit 2.500 EURO bringen nach 30 Jahren knappe 2,5 Mio. Wenn man das wirklich sparen kann, entwickelt man aber auch Angewohnheiten, die mehr Geld kosten. Das war bei allen meinen Freunden so, die in diese Situation gekommen sind. Dann braucht man auch mehr Rücklagen, um den Lebnsstil beizubehalten.

    Was die Grafik von Pibe auch gut zeigt: 70% sparen keine nennenswerten Summen oder machen sogar minus. Gleiches für die Sparraten: 60 – 70% sind bei etwas über 5%. Das heißt, eine ganz große Mehrheit ist nicht in der Lage oder macht sich keine Gedanken, nennenswerte Rücklagen zu bilden. Das kann ich aus meiner damaligen Bankzeit bestätigen: Die meisten Leute hatten neben dem Giro ein kleines Sparbuch und vielleicht ein kleines Festgeld. Dann war Ende. Das ist die Normalität und nicht 2.500 EURO Sparrate.

  72. Markus

    Ich bin ja kein Freund von Vorurteilen.

    Trotzdem sagt mir meine Lebenserfahrung, die sich aus persönlichen Kontakten mit wahnsinnig vielen Menschen speist…

    Nirgends wird so viel geflunkert wie bei 2 großen Lebensbereichen.

    Und im Netz verbreiten sich nicht oder schlecht geprüfte Informationen schneller, als geprüfte (Schnelligkeit vor Wichtigkeit & Seriosität).

    Als Monteur für die Autokonzerne sind solche Sparraten möglich!

     

    Aber: Überdurchschnittliche Scheidungsrate, überdurchschnittlich wenig Privatleben & Hobby`s, überdurchschnittliche Arbeitszeiten, unterdurchschnittliche Freundesanzahl und man sondert sich von den anderen Monteuren ab, wenn man mehr Zeit auf dem Hotelzimmer als an der Hotelbar verbringt… (so ein Leben für 20 Jahre aufwärts Lebenszeit muss man auch wollen!) Jünger wird da auch keiner! 😉

    Trotzdem investiert da nicht jeder in Aktien.

    Auch nicht jeder der in Aktien investiert erreicht die Marktrendite, weil der Typ im Spiegel oft auch noch Rendite-schädliche Entscheidungen trifft…

  73. mischko56

    Der Frühruhestand ist möglich.

    Noch eine Geschichte:  https://www.yahoo.com/news/m/b6d55fd1-8b34-3274-a540-f5748788e9c0/how-this-26-year-old-built-up.html

     

  74. PIBE350

    An Markurs: Ja, ich denke auch, dass die wenigsten Spitzenverdiener konkret dieses Ziel haben. Natürlich sparen sie in Summe und prozentual mehr als Menschen mit niedrigeren Einkommen, aber die Ausgaben steigen auch. Der Lebensstil wächst. Was nicht schlimm ist, wenn man so leben möchte.

    An Christoph: Das trifft auf mich auch im späteren Erwachsenenalter zu. Wenn ich mich heute zwischen mehr Geld/Luxus/Lebensstil mit weniger Freizeit/Freiheit und meinem jetzigen Lebensstil mit mehr Freizeit/Freiheit entscheiden müsste, würde ich alles so beibehalten.

    An Oliver: Die Zahlen aus deinem letzten Absatz machen mich nachdenklich. Ein negativ wachsender Kontostand könnte mich nicht mehr gut schlafen lassen und eine positive, aber geringe Sparquote wird sich im Alter bemerkbar machen.

  75. Fit und gesund

    @PIBE350

    wünsche Dir ganz schöne Ferien, hier ist nicht so kalt aber trüb und regnerisch.

  76. Christoph

    @Fit und Gesund: Irgendwie geht der Link nicht. Sowohl mit Explorer als auch nicht mit Chrome..

  77. Christoph

    @Matthias: ja der klappt.

    Interessanter Artikel. Natürlich mit Unschärfen (zB sind bei der gesetzlichen Rente die KV Beiträge niederiger) Aber der Grundgedanke ist richtig gut und ich sehe es ebenso.

    Meiner Meinung nach sollte der Staat sagen.

    Es gibt eine Grundrente und den Rest muss jeder selbst erledigen. Dafür gibt es dann keine Abgeltungssteuer auf Zinsen und Dividenden wenn diese über X Jahre angelegt sind und reinvestiert werden.

     

  78. Fit und Gesund

    Danke Matthias Schneider 🙂

    ich hab nur persönlich leider auch meine Zweifel an der Eigenverantwortlichkeit der Leute, wenn dann Einer sein Geld mit 45 doch verprasst, was soll mit Demjenigen geschehen? Es gibt eben Leute für die man das in die Hand nehmen muss weil es sonst einfach schief geht und die doch nur wieder die hohle Hand machen. Aber der Mittelstand wird es egal mit welchem System schon regeln, ob er will oder nicht.

  79. pommes

    @Markus

    Du implizierst viel in einen Beitrag hinein, was so nicht geschrieben wurde.
    Ich will das Thema hier nicht unendlich lange durch kauen, aber um einige Unklarheiten/Missverständnisse ggf. aus dem Weg räumen zu können noch Folgendes:

    “ Deine Freunde sind allesamt IT-Projektleiter / SAP Consultants mit 70 k Jahresbrutto und denen reicht allen 800,- € (Lohnsteuerklasse 1) zum leben und wohnen aus??? Interessant! Allein die Wohnung frisst da einen Teil.“

    Viele, nicht allesamt, sind in solchen Positionen, manche in höheren, das Gehalt ist ein anderes. Das deine Rechnungen nicht aufgehen können hast du ja selber dargelegt, ich habe auch nicht behauptet das es mit den Bruttolöhnen von 50k – 70k funktioniert. Dementsprechend wird es wohl Leute geben die mehr als 70k als Informatiker verdienen oder halt in das mittlere Management oder auf eine AT Stelle  in der IT gewechselt sind. Ansonsten, schau dir bitte bei z.B. Glasdoors die Gehälter bei Daimler (als Beispiel was man verdienen kann in einem Dax Unternehmen) an oder melde dich bei Xing in den IT Foren an wo Headhunter ihre Angebote rein posten. Du wirst feststellen, dass dort auch Stellen mit Gehältern deutlich > 70K offeriert werden.

    Des Weiteren habe ich nicht gesagt, dass mein Freundeskreis eine Community ist die alle FIRE betreiben und berserkerhaft sparen (90% Sparquote), ich habe nur festgestellt das in meinem Freundeskreis das Phänomen 2500 Monat Sparrate als Einzelperson häufiger anzutreffen ist, nicht mehr und nicht weniger, den Rest interpretierst du munter rein.

    Das Thema Immobilien hier jetzt noch aus zu rollen führt zu weit, nur kurz dazu: Bei gekauften Immobilien zur Eigennutzung sind als Kosten (kalt) Instandhaltung, Versicherungen, Steuern und ggf. Zinsen zu berücksichtigen. Der Nettoabtrag des Kredits ist zwar eine Ausgabe, aber keine Kosten sondern ein Sparbetrag, ansonsten wäre z.b. jeder Aktienkauf auch ein Kostenpunkt und muss aus dem Sparbetrag raus gerechnet werden. Auch IT‘ler sind beziehungsfähig, so kann man die Kosten für Immo’s teilen.

    Ich bin ja kein Freund von Vorurteilen, aber du wirst wahrscheinlich auch diesen Post nicht als ausreichend argumentiert bezeichnen, also belassen wir es einfach dabei. Das sagt mir meine Lebenserfahrung, die sich aus persönlichen Kontakten mit wahnsinnig vielen Menschen speist…

    Ansonsten hat PIBE350 das doch gut gesagt: geht auch ohne so hohe Beträge, solange die Quote stimmt. Viel Spaß in Lanzarote, ich drück dir die Daumen, das dein Weg weiterhin so gut funktioniert!

    @Oliver: ja stimmt, viele Leute in solchen Gehaltsklassen „entwickeln“ teure Hobbies. Achtet man auf die Leute die in der selben Gehaltsklasse sind und nichts sagen zu all den Themen(Auto, Pool, teure Urlaube), dann hat man wahrscheinlich einen gefunden mit guter Sparquote/Betrag. Du hast natürlich recht, 2500 sind schwer/selten zu erreichen, aber es kommt vor. Das Leute die solche Beträge schaffen, andere im Freundeskreis haben die es ebenfalls schaffen sollte eigentlich auch nicht so stark verwundern wie es hier der Fall ist, durch den ähnlichen Bildungsweg/Werdegang ist die Wahrscheinlichkeit gegeben.

    Zur Studie, eine Sparquote über 60% erreichen 5%, in welcher Gehaltskategorie werden diese Personen, arbeiten? Ich vermute mal in einer deutlich Höheren als in der Durchschnittsgehaltskategorie, außer die 5% sind Frugalisten. So wie hier die Diskussion hier geführt wird, ist die Chance das solch Quote erreicht wird deutlich geringer, es schaffen aber in der Realität 5 von 100 arbeitenden Leuten, man begegnet solchen Leute statistisch gesehen mehrmals am Tag wenn man z.B. In einer Großstadt im Nahverkehr unterwegs ist. Nimmt man die 2500€ Monat / 30k p.a. Sparrate und eine Quote 60% an (nur mal als Beispiel), sind das ca. 50k netto, was ungefähr einem Brutto von 92k entspricht. Wenn man unterstellt das die Person nur Einkommen aus abhängiger Arbeit bezieht. Wirkt der Dividendenstrom schon, kann durch die Abgeltungssteuer, welche geringer ist als die Abgaben aus unselbständiger Arbeit das Brutto aus unselbständiger Arbeit auch geringer ausfallen. In diesem Szenario hat die Person 20k zum leben über, das entspricht pro Monat 1666€. Je nach Wohnsituation und Beziehungsstatus empfinde ich es als alles andere als ein Leben wo man auf alles verzichten muss. Im Endeffekt führt man ein Leben wie ein Mensch der ca. 30K Brutto hat und sein volles Netto ausgeben kann. Durch steigende passive Einkommensströme, die durch die 30k die man p.a. investiert entstehen, kann man sogar jedes Jahr einen Tick mehr ausgeben(40% der Nettodividende) wenn man die Sparquoten halten möchte oder man investiert halt die gesamte Nettodividende dann wird die Sparquoten halt noch höher, der Schneeballeffekt wird verstärkt.

    Neben dem wachsender Dividendenstrom können Nebenjobs helfen auch solche  Sparquoten/Beträge zu schaffen. Siehe Alexander von Rente mit Dividende(Nebenjobs + Dividende) oder auch den Couponschneider, immer schneller drehender Dividendenschneeball. Es macht bei beiden Spaß dort zu lesen und zu sehen wie sie voran kommen. Der Couponschneider ist übrigens auch in der IT tätig und eine Sparquote 2500€ ist bei Ihm auch möglich.

    @Fit und Gesund, danke für den interessanten Link!

  80. PIBE350

    An Fit und Gesund: Vielen Dank.

    An pommes: Wir Menschen vergleichen uns gern. Das wurde uns wohl angeboren. Mir machen gelegentliche Vergleiche, Statistiken und Rechnungen, und die daraus resultierenden Diskussionen, auch Spaß.

    Am Ende muss aber jeder für sich selbst den passenden Lebensweg finden. Es gibt nicht DEN Weg. Wir sind alle verschieden und deshalb einzigartig.

    Deshalb kann ich manche Linken nicht verstehen. Auf der einen Seite beschwören sie Vielfalt in Form von Multi-Kulti herauf, aber in allen Dingen, die irgendwie mit Geld zu tun haben, soll möglichst Gleichheit, also Einfalt herrschen. Das geht aus meiner Sicht nicht zusammen. Ich bin für einen Sozial- und Solidarstaat da, wo er nötig ist, aber ich kann mir nichts Schlimmeres als eine gleichgeschaltete Gesellschaft vorstellen. 🙂

  81. vandenboomo

    Ich bin auf der Suche nach monatlich ausschüttenden ETF`s auf diese beiden gestoßen.

    GLOBAL X SUPERDIVIDEND ETF US37950E5490 0,58%TER Ausschüttung 7,29%

    GLOBAL X SUPERDIVIDEND U.S. ETF US37950E2919 0,45%TER Ausschüttung 6,66%

    Kennt hier jemand diese ETF`s?

  82. Wurstbrot / Tobias

    Wer von euch hat denn eigentlich Kinder?

    Wenn es einen „Lebenssinn“ gibt, dann ist das (neben möglichen anderen Dingen) doch sicher auch die Weitergabe seiner DNA. Wie funktioniert die Rechnung mit 2 Kindern, die wir natürlich auch gerne studieren lassen möchten?

    Kann ja nicht wirklich Ziel sein erst mit Mitte/Ende 40 Nachwuchs zu bekommen um dann bei der Einschulung mit Oma und Opa angesprochen zu werden… oder doch?

  83. Markus

    @Pommes

    Deine Argumentation passt!

    Wir Menschen neigen dazu unser näheres Umfeld als unbewusste emotionale Referenz für Allgemeingültigkeit zu verwenden…auch wenn es logisch betrachtet unsinnig ist!

    Sorry fürs anstacheln… aber so hast Du einen interessanten Beitrag geschrieben! 😉

  84. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @vandenboome,

    was heißt „kennen“? So kenne ich die natürlich schon, habe sie aber nicht. Kann ja nicht alles haben. 😉

    Ich habe den YLCO auf meiner Liste. Den werde ich mir irgendwann mal noch holen. Nicht wegen der Div in allererster Linie, sondern weil ich die Inhalte noch zu wenig vertreten habe (grüne Energie).

    Die von Dir genannten DIV und SDIV wären auch interessant. Würde ich jederzeit nehmen, so Kohle überschüssig wäre.

    MS

  85. PIBE350

    vandenboomo: Schau mal auf http://www.finanziell-umdenken.blogspot.com vorbei. Diese Seite beschäftigt sich mit Dividenden-ETFs. Ich meine dort schon mal etwas über diese Fonds gelesen zu haben.

    An Wurstbrot: Das soll jetzt nicht depressiv klingen, aber im Grunde hast du Recht. Wir werden geboren, geben unsere Gene weiter und versterben anschließend. Nichts, was wir in unserer aktiven Zeit jemals erleben und besitzen, können wir anschließend mitnehmen. Deswegen werden auch so viele am Sterbebett plötzlich gläubig. 😀

    Auf der anderen Seite: Würden Menschen nicht sterben, würde es uns jetzt wohl nicht geben. Irgendwann hätte die Erde wegen Überfüllung geschlossen werden müssen. Bisher sollen über 100 Milliarden Menschen gelebt haben.

    Ansonsten eine gute Frage. Meine Schwester hat auch erst mit Ende 20 ihr erstes Kind bekommen. Es ist wohl nicht von der Hand zu weisen, dass viele in Deutschland vor der ersten Geburt eine gewisse finanzielle Sicherheit herstellen möchten. Kinder ,,kosten“ hier viel Geld, wenn man ihnen und sich selbst einen hohen Lebensstandard bieten möchte. Mit zunehmendem Wohlstand sank die Geburtenrate, eigentlich paradox. Man möchte wohl den einmal erreichten Wohlstand nicht mehr aufgeben und die eigenen Kinder sollen es später (noch) besser haben. Ich denke, dass diese Zeiten vorbei sind. Nachfolgende Generationen werden es nicht mehr automatisch ,,besser“ haben. Absteigende Familienbiographien werden zunehmen. Meine Oma hatte noch 4 Kinder.

    In unterentwickelten Ländern garantiert dagegen früher und zahlreicher Nachwuchs den eigenen Fortbestand und wird als notwendige Altersversorgung angesehen.

  86. K.

    @vandenboomo

    Den hatte ich letztes Jahr auch mal auf dem Schirm. Auf o.g. Seite hatte ich mir käuflich sogar die Ausschüttungsquoten usw. der letzten Jahre besorgt. Aus Gründen der Volatitlität (inkl. Empfehlung als reine Beimischung auf o.g. Seite), der intransparenten Besteuerung (damals noch ein Thema vor dem nun geplanten Gesetz) und der schwierigen Erwerbbarkeit (nur telefonisch) habe ich mich erstmal gegen ein Investment entschieden. Mit der Ausschüttungs-Quote die aber auch schwankt sicher als Beimischung interessant. Aber wenn dann aktuell/bisher nicht als dauerhaften großen Posten, da schließe ich mich der o.g. Seite an bzw. vertraue auf die Einschätzung von Lars Hattwig.

    http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2012/03/fur-ambitionierte-investoren-global-x.html

    http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2013/04/hohe-dividenden-aus-den-usa-global-x.html

    http://finanziell-umdenken.blogspot.de/p/ausschuttungsquoten-von-etfs.html

    http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2015/05/neue-etfs-aus-dem-hause-global-x.html

    Zum Thema / @all:

    Die 2500-EUR-Sparraten-Debatte ist glaube ich fertig und alle Gesichtspunkte sind benannt worden, auch wenn ich manche Gehälter die dies möglich machen würden für nicht viele und auch dauerhaft erreichbar halte, so mein Eindruck. Plus „richtige“ Berufs/Ausbildungs/Studienwahl/Lebensplanung/Lebensverlauf(meist kommt es anders als man denkt, positiv wie „negativ“!), Geburtsglück (Studiengebühren und Co) die dazu gehören diese Jobs dann auch zu errechen…..

    Gerade die Lebensplanung/der Lebensverlauf kann sich rasant ändern und Ziele von gestern sind auf Grund von Liebe, Kindern, Jobprioritäten (Gehalt vs. Zufriedenheit oder Karriereoptionen) o.ä. oder auch anderen Rahmenbedingungen plötzlich anders. Mein Lieblingszitat aus einem absolvierten (Einsatz-)Führungslehrgang: „Die Lage ist dynamisch. Sie hat sich gerade geändert.“

    Nicht alles ist konstant und man hat genug zu tun die wichtigsten Dinge mit eingiermaßen Konituität zu versehen. Um so mehr und besser wenn man das Sparen/Investieren an sich durchhält egal mit welchen Summen!
    Die beste Summe bringt nichts wenn man an sich nicht durchhält oder an allem knappst und dann hinschmeisst oder nicht zufrieden ist. Der benannte Mittelweg wird für die meisten (die ihn gehen wollen) der goldene Weg sein.

    Die Lage ist dynamisch. Sie hat sich gerade geändert. :

    Die von PIBE350 angesprochenen Dinge zu Kindern und vorheriger hergestellter finanzieller Sicherheit kann ich auch nur unterschreiben. Mein Plan war es auch, erstmal noch ein Jahr zu sparen (zusätzlich zum investieren) ehe ein Kind, Elternzeit, Hochzeit und Familienkutsche auf den Plan tritt bzw. eine Schwangerschaft.

    Aber nun hat es gleich beim ersten mal geklappt und wenn alles gut (aktuell sind wir noch in der Hop-oder-Top-Phase) geht bin ich in ein paar Monaten stolzer Papa. DIe Lage ist dynamisch und hat sich gerade (vor ein paar Tagen) geändert. Nun stehen ein Kind (soweit aktuell ersichtlich/zählbar) und vorher (etwas schneller als geplant) eine Hochzeit an. Ich freue mich auf dieses „Abenteuer“ und habe auch etwas Vertrauen ins (finanzielle) Schicksal trotz hoher KiTa-Gebühren usw….

    Trotzdem wird es finanzielle Arbeit von unserer Seite aus weiterhin brauchen um den schwierigkeiten des finanziellen Alltags, der Kinderzukunft mit allem was so kommen kann, der Rente und der ggf. Unabhängigkeit etwas zu trotzen bzw. hier die Medallie zu wenden.

    Schönen Abend.

  87. pommes

    @pibe: so ist es, jeder muss einen Weg finden, ich verfolge gerne deinen, er ist anders, das fasziniert mich 😉

    @Markus: ich kanns verstehen das du „nachgetreten“ hast, auch wenn eine normale Frage es ebenfalls getan hätte. Also: alles gut ;-). Mir ist bewußt, dass diese Werte eher selten vorkommen, wollte bloß eine Möglichkeit aufzeigen wie und wo man so ein Gehalt bekommen kann, um solch einen Betrag hinzubekommen. Bei mir hat es geklappt, bei anderem im Freundeskreis ebenfalls und ich drücke jedem anderen die Daumen das er einen Weg findet es auch zu schaffen.

  88. Anna

    Ich wollte mich eigentlich an dem Sparraten-Ranking nicht beteiligen. Alle die, die seit einigen Jahren erst in Aktien investieren, haben an der Börse nur Rückenwind erlebt, höchstens mal ’ne kleine Flaute, also viel Glück gehabt. Da kann von Erfahrung keine Rede sein. Die bekommt man erst, wenn einem Mr. Market sehr schmerzhaft ans Schienbein tritt bzw. zur Teilnahme an sauteuren „Lehrgängen“ nötigt (Felix und Oliver z.B. kennen das sicher). Wer das übersteht, das ist dann Erfahrung. Bitte lest mal Tims Beiträge von Herbst 2008 bis ca. Frühjahr 2009.

    Ich selbst habe nur mit einigen Sonderzahlungen (z.B. Abfindung) angefangen und durch Kauf, Verkauf und wieder Kaufen mein Depot inkl. genug Rückschlägen aufgebaut. Inzwischen ist es 6-stellig und die Dividenden stehen jetzt im Vordergrund. Ehe sich einer wundert: Es gab mal andere Steuergesetze.

    Auch bin ich froh, nach 1990 mit der Familie die Welt angeschaut zu haben. 2004 wurde mein Mann schwer krank und keiner wusste, wie es weitergeht. Da war es uns wesentlich lieber, die Reisen gemacht zu haben, als 5 Euro vor der Million zu stehen.

    Anna

     

  89. PIBE350

    An K.: An diesem Familienplan ist auch erst mal nichts Verwerfliches dran. Jeder möchte für sich und sein Kind nur das Beste.

    Ganz interessant fand ich in diesem Zusammenhang Ulrike Herrmans Buch über die Mittelschicht. Darin beschreibt sie, dass die Konkurrenzkämpfe in der Mittelschicht immer weiter zunehmen, Abstiegsängste grassieren.

    Auf eine staatliche Schule mit Schmuddelkindern der Unterschicht soll das eigene Kind natürlich gar nicht erst gehen, aber auch gegen die eigene Mittelschicht wird immer weiter hochgerüstet. Es wird immer mehr Geld für private Angebote und Einrichtungen ausgegeben, um sich von den anderen Eltern abzusetzen und Kinderratgeber verkaufen sich blendend.

    Ihr Fazit: Die Mittelschicht zerstört sich dadurch selbst, weil viele finanziell, status- und bildungsmäßig auf der Strecke bleiben und in die Unterschicht absteigen werden.

    Und mit der Oberschicht werden sie es nie aufnehmen können: Schickt man sein Kind auf eine Privatschule, schickt die Oberschicht ihr Kind auf eine teurere Privatschule. Schickt man sein Kind auf die teurere Privatschule, schickt die Oberschicht ihr Kind auf eine ausländische Privatschule. Schickt man sein Kind auf die ausländische Privatschule, … 😉

    An pommes: Danke, ich fühle mich geschmeichelt.

    An Anna: Tims Langlebigkeit hatte ich ja auch schon erwähnt. Glückwunsch zum 6-stelligen Depot. Und mit Geldausgaben für schöne Erlebnisse wie Reisen rennst du bei mir eine offene Tür ein. Es muss ja nicht das 6-Sterne-Luxus-Resort auf den Malediven sein. 🙂

  90. K.

    @PIBE350

    (Konsum/Bildungskonsum)-Konkurrenzkämpfe (die evtl. nichts bringen) und das „Beste“ für sein Kind wollen können zwei verschiedene paar Stiefel sein.
    Wobei ich bei Bildung etwas differenzieren würde. Siehe unten.
    Mit Bestem denke ich an Elternzeit oder Urlaube/Erlebnisse die nicht wegen 200 EUR mehr scheitern sollen und auch ein gutes (normales) Auto, dessen Kaufpreis nicht sofort alle Rücklagen auffrisst. In Folge auch Teilzeitarbeit so dass ich später mit meinem Kind mehr unternehmen kann, viele Gespräche führen kann. Ich selbst erinnere mich an viele schöne Erlebnisse aber ich zehre förmlich von vielen (thematisch breit gefächerten) Gesprächsabenden mit meinen Eltern und freue mich auch jetzt noch auf ein paar Stunden, wenn man sich sieht, auf solche Gespräche. Man kann so viel an Lebensweisheit oder Sichtweisen mitnehmen und sich einfach nur mal austauschen.
    Wobei ich anhand eigener (hoffentlich konservativer) Hochrechnungen nicht denke das ich die Teilzeitarbeit „lange“ vor dem 18. Geburstags des Zukünftigen erreichen werde. Aber mal sehen wie es läuft und was man schon früher hätte machen können wenn ich manches schon eher gewusst hätte….. Alles andere ist hätte hätte Fahrradkette. Hochrechnungen sind eh nur ein Teil der Medallie.

    Ein Studium bspw. ist heute einfach teurer als früher so mein Eindruck. Aber (wenn ich das Geld hätte(!)), würde ich mein zukünftiges Kind aktuell eher nicht auf eine Privatschule schicken. Sozialkompetenz und Lebensweisheiten lernt man besser an öff. Schulen finde ich. Zzgl. Freunde aus Schule und normaler Nachbarschaft. Aber ich habe auch „nur“ öff. Schulen besucht, somit kann ich gar nicht wirklich vergleichen sondern nur Einddrücke schildern und mutmaßen.

    Mal sehen was die Zukunft so bringt, man kann es eh nicht alles vorausplanen und das will ich auch nicht. Ich will (auch dank Finanzen) in späterer Zukunft ein paar Optionen/Wahmöglichkeiten offen haben. Welcher Art auch immer.
    Ich denke das man mit „Geld“ in Spezialausbildungs/Studiumsbereichen sicher gut in die eigene Bildung oder die der Kinder investieren kann. Aber im großen und ganzen der „normalen Schulbildung“ bis zum  16.-19. Geburtstag denke ich bringt es wenig. In der Zeit lieber in soziale Freizeitaktivitäten investieren wie Gruppenhobbys Fußball, Theatergruppe oder was auch immer der/die Kleine auch tun will.

    Private Institutionen usw…. Generell habe ich das Gefühl das manche Eltern viel Erziehungsarbeit usw. an die Schule oder andere auslagern wollen obwohl nur sie es leisten können oder hätten sollen.
    Schön wenn davon neue Geschäftsfelder von profitieren aber eigentlich schade für die „Gesellschaft“ und vorallem für die Leidtragendenden, die Kinder.
    Eine gute Erziehung ist nicht von der Schulart o.ä. abhängig. Umgekehrt gilt dies natürlich genauso.

    Ich hoffe es ist verständlich worauf ich hinaus will.

    Btw: @Tim Glückwunsch zum Depotwert (und zur Freiheit) und Respekt für Disziplin und das Durchhalten. Der Blog zeigt das natürlich in sich auch selbst schön. Ich hoffe er bleibt uns noch lange inkl. Deiner Beiträge und vieler zukünftiger Beiträge erhalten. Und wenn später (sehr sehr viel später) auch als Weiterbetrieb durch einen Dritten als Austauschplattform o.ä.

  91. PIBE350

    An K.: Ja, unter das ,,Beste“ verstehe ich Ähnliches, auch wenn ich selbst keine Kinder habe. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich nicht zu einem hochgezüchteten Roboterkind gemacht wurde.

    Besonders freue ich mich heute darüber, dass sie meinen eingeschlagenen Lebensweg abseits unserer Konsum- und Leistungsgesellschaft akzeptieren und respektieren. Sie sagen nicht: ,,Ach hättest du bloß dies und das gelernt oder studiert, dann würdest du heute dies und das haben oder verdienen.“

  92. Mr. B

    @K,  Glückwunsch,  drücke euch die Daumen das alles gut geht.

    Ich hab die Geburt meines Kindes zum Anlass genommen direkt nach der Elternzeit in Teilzeit zu gehen. Die Entscheidung war für mich Goldrichtig.

    Eigentlich war mein Plan  noch ein paar Jahre Gas zu geben, um dann die komplette  finanzielle Freiheit zu genießen. Da mir meine Arbeit und das Umfeld dort Freude bereitet genieße ich einfach beide Welten.

  93. Hilda

    Hallo,

    hat jemand eine Meinung zu Fielmann? Fällt gegenwärtig wie ein Stein!  Ich überlege mir einzusteigen.

     

    danke und Grüße

    Hilda

  94. Fit und gesund

    Fielmann würde mir auch gefallen, aber da warte ich man lieber noch zu. Ich glaube die ist noch nicht wirklich günstig, Frage @all, ab wann könnte man denn halbwegs gefahrlos einsteigen, Langfristinvestment.

     

    aber mal eine andere Frage, ich weiss, Tim Schäfer ist extremer buy and hold Anleger, aber wie sieht eigentlich eine gute Verkaufsstrategie aus? diese sollte doch genauso wichtig sein wie die Kaufstrategie, wie geht man da eigentlich am Besten vor? Davon hab ich wirklich zu wenig Ahnung…

  95. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Fit und Gesund, Hilda…

    Ich würde (noch) keinen Handlungsbedarf bei Fielmann sehen. Ist zwar rein vom Unternehmen her sicher eine gut geführte Firma, aber zu teuer. Einfach zu weit hoch gekauft worden.

    Wenn man ganz simpel heran geht, und den Unternehmenswert wie bei Merger & Acquisition-Geboten üblich betrachtet, dann kostet die Firma jetzt immer noch fast ein Multiple von 20x Ebitda (5,5 Mrd Marktkap./278,5 Mio Ebitda). Das ist sicher zu sportlich. Ich glaube nicht, dass jemand für diesen Preis die Firma übernehmen würde.

    Und das gilt auch für den kleinen Käufer. Er sollte sicher auch nicht so viel für einen kleinen Teil der Firma bezahlen.

    Es kommt immer auf die Branche an, für kleine Newcomer-Klitschen mit wenig Gewinn wird natürlich auch mal 82x Ebitda geboten (GE bietet 82x Ebitda für SLM Solutions). Das ist aber inzwischen wieder abgeblasen worden.

    Bayer bietet mit einer hohen Prämie 16,5x Ebitda für Monsanto.

    Fresenius kauft den größten spanischen Krankenhausbetreiber Quirónsalud für 10,8x Ebitda.

    Chinesen bieten 9,8x Ebitda für Osram. Und das ist ein Name!

    Für Langweilerbuden wie Autozulieferer sind eher einstellige Multiples gängig. (Chinesen kaufen Carcoustics für 7x Ebitda).

    Ich denke, Fielmann ist keine 20x Ebitda wert. Ich würde die Aktie erst halbiert kaufen. Oder eben mit verdoppeltem Gewinn.

    Aber mich interessiert die Aktie grundsätzlich nicht. Wenn ich was nehmen wollen würde, nur weil es gerade schön gefallen ist, dann würde ich jetzt vielleicht GEA Group nehmen.

    Jedes zweite Bier dank Gea. Prost!

    Guten Erfolg

    MS

  96. Fit und Gesund

    @Matthias Schneider,

    danke, ich hab mir schon gedacht dass das noch nix ist, leider, ich hätte sie nämlich sehr gerne. Und ob die sich halbiert bezweifele ich stark.

    Deine Gea werd ich mal anschauen, noch nie was von gehört…aber ich trinke auch kein Bier…  🙂

  97. Stefan Meisel

    @ Fielmann

    Neben der sportlichen Bewertung ist der Hauptgrund für mich, nicht bei Fielmann einzusteigen, die Wir-brauchen-keinen-Onlineshop-Haltung.

    Wenn man der Konkurrenz dabei zusehen will, wie sie einem Marktanteile durchs Online-Business wegschnappt, bitte, aber dann ohne mich. Ich setze lieber auf Unternehmen, die keine Trends verschlafen. Gibt ja genug Unternehmen auf der Welt.

    Ich habe absolut keine Ahnung vom Brillengeschäft. Habe nur gehört, dass es wichtig ist, eine Vermessung vor Ort durchzuführen. Mag sein. Könnte mir aber vorstellen, viele tätigen dann den Zweitkauf, Drittkauf usw. gern online bei der Konkurrenz.

    Abgesehen davon (und der Bewertung) sieht alles andere aber hervorragend aus für mich.

    Glaubt man, dass Fielmann bei der (nicht vorhandenen) Online-Strategie alles richtig macht, dann ist das ein Top-Wert, um sich für eine günstigere Bewertung auf die Lauer zu legen.

  98. Fit und Gesund

    Danke Stefan 🙂

    also Ahnung hab ich vom Brillengeschäft auch nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen eine Brille online zu kaufen, als Frau probiert man das an, Fielmann ist ein guter Laden, immer gerammelt voll, als ich notfallmässig mit der Brille meiner kranken Mama dorthin bin haben die mir echt geholfen, obwohl die Brille nicht dort gekauft wurde, ich wollte gleich eine Ersatzbrille (die Werte hatte ich ja) aber das wollten die mir nicht „bauen“, ich sollte mit der hm… dementen Mutter vorbeikommen, was ich nicht unbedingt wollte, nur im äussersten Notfall, ist evtl. doch nicht so einfach mit Brillen online zu kaufen, aber wiegesagt, das ist nur so mein Gefühl.

    @Matthias Schneider,

    danke, heute keine Zeit mehr, muss bald arbeiten…

  99. Stefan Meisel

    @ Fit und Gesund

    Karstadt war auch immer gerammelt voll, kurz vor dem Insolvenzantrag 😉

    Habe mir gerade einen groben Überblick über Fielmanns Zahlen verschafft.

    http://financials.morningstar.com/valuation/price-ratio.html?t=XETR:FIE&region=deu&culture=en-US

    Was mir auffällt:

    – Extrem geringe Verschuldung
    – Hohe Umsatzrendite (ohne Vergleich mit Konkurrenz)
    – Sehr starke Eigenkapitalrendite und Gesamtkapitalrendite (ohne Vergleich mit Konkurrenz), d.h. man setzt sein Kapital extrem effizient ein
    – Kein Rückgang von Umsatz und Gewinn in der letzten Rezession
    – Stetiges Umsatzwachstum von 4-7% p.a.
    – Jährliche Dividendensteigerungen, die mindestens bis 2006 zurückreichen (auch Ausschüttungsquote von 81% ist noch nicht im roten Bereich)
    – Kein Aktienrückkaufprogramm
    – Familienunternehmen, d.h. Entscheidungen mit Weitsicht
    Geschäftsführer Günther Fielmann ist bereits 77 Jahre alt, sein Sohn Marc soll eines Tages die Geschäftsführung übernehmen (trägt bereits die Verantwortung für das Marketing)
    – Hohe Bewertung (KGV, KUV, KCV) im historischen Vergleich
    – addiert man zur jährlichen Kurssteigerung (geometrisches Mittel) die mittlere Dividenenrendite hinzu, kommt man auf 20% Shareholder Value pro Jahr von Ende 2005 bis Ende 2015. Wahnsinn.
    – Maximum Drawdown der Aktie seit 2002 = 39%. Sehr defensiv! Klasse.

  100. Fit und gesund

    Vielen Dank @Stefan Meisel,

    ich finde so inhabergeführte Firmen immer toll, die sitzen dann im gleichen Boot und das ist immer gut. Wegen der online-Verkaufsstrategie, vielleicht wenn der Senior dann mal das Ruder abgibt? wenn sie nur nicht so hoch bewertet wäre, ich frage mich ab welchem Wert man mal mit einer Anfangsposition einsteigen könnte? Auf jeden Fall werde ich die Aktie nun sehr genau beobachten.

  101. Markus

    @Stefan

    Das Fielmann gute Bilanzzahlen hat und die letzten 10 Jahre ne sehr gute Aktie war ist eigentlich bekannt…

    Nur was nutzt dass um die zukünftige Aktienrendite zu prognostizieren???

  102. K.

    @Mr B, Finanzmixerin, fit und gesund

    Danke für die Glückwünsche.

    @PIBE350

    Auch ich war und bin froh das meine Eltern meinen Schul- und Lebensweg so akzeptiert haben wie er war und ich ihn gestaltet habe und gestalte. Ich wußte und weiß ich habe immer ihren Rückhalt. Es war angenehm keinen Druck für bestimmte Schul(arts)entscheidungen zu haben.
    Ich denke das ist viel wert und dafür und für vieles andere bin ich meinen Eltern dankbar und auch stolz auf sie, sofern man das so sagen kann.

  103. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ K.
    Danke! Das war sehr freundlich. Ja, meinen Blog gebe ich nicht auf. Ich schreibe weiter und weiter und weiter. Die vielen Leser geben mir Recht, denke ich.

    Mit Blick auf Kinder ist ein Problem, dass Kinder wohl zu viel machen müssen. Sie haben zu viel Druck: Unterricht, Hausaufgaben, Sport, Musikunterricht, Sprachkurse….

    Besser ist es wohl, sie einfach spielen zu lassen.

    Michael Moore hat eine klasse Doku gemacht über Finnland. Warum die finnischen Kids so viel schlauer als die Ami-Kids sind:

    https://www.youtube.com/watch?v=WVCTqgrFIPs

    Sie haben mehr Zeit zum Spielen mit den Freunden.

  104. PIBE350

    Wer die ganze Doku sehen möchte: Sie heißt ,,Where to Invade Next“. Deutschland kommt auch darin vor. 🙂

  105. K.

    @Tim

    Ja das sehe ich auch so. Keine Zeit mehr zum Kind sein, für Freunde, soziales Verhalten ausbilden, Erlebnisse, Spass haben. Der Erwachsenen-Alltag + Leistungsdruck kommt schnell genug.

    Danke für den Doku-Tipp und Danke an PIBE350 für die ergänzenden Hinweise.

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