Frauen sind die besseren Anleger


New York, 14. März 2010

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Die „New York Times“ vom Sonntag vergleicht in einem ausführlichen Artikel die Verhaltensweisen von Frauen und Männern an der Börse. Das Resümee der Zeitung: Frauen sind die besseren Aktienanleger. Eine neue Studie der Fondsgesellschaft Vanguard legt dies ebenfalls nahe. So wurden 2,7 Millionen Kunden mit ihren Depots in den Krisenjahren 2008 und 2009 verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass sich Männer viel häufiger von ihren Aktienpositionen im Markttief trennten, als dies die Frauen taten. Offenbar sind Männer insgesamt aktiver an der Börse, sie fühlen sich besser informiert. Ein Trugschluss! Das kann, so ist meine Meinung, damit zusammenhängen, dass sich Männer intensiver als Frauen mit den Themen Börse und Wirtschaft beschäftigten. Nicht ohne Grund ist der Sportteil in vielen Tageszeitungen mit dem Wirtschaftsteil verbunden. Aufgrund der intensiven Beschäftigung mit dem Thema entsteht eine höhere Handelstätigkeit. Dies führt aber, wie sich zeigt, zu törichten Entscheidungen.
Eine Studie der Universität Berkeley aus dem Jahr 2001 bestätigt das höhere Trading-Verhalten von Männern. Unter dem Titel „Boys Will Be Boys: Gender, Overconfidence, and Common Stock Investment” wurden 35.000 Haushalte eines großen Discountbrokers analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass Männer fast 50 Prozent häufiger Aktien handeln als Frauen. Das schmälert natürlich die Gesamtrendite. Je mehr Sie handeln, desto höher sind Ihre Kosten. Zwar sind die Gebühren bei den Discountbrokern seit Jahren massiv am Sinken. Dennoch nagen die Provisionen beträchtlich an Ihrer Performance. Zudem kann es passieren, wenn Sie Ihre Aktienposition traden, nicht genügend Liquidität am Markt vorhanden ist. Sie erhalten dann einen lausigen Preis beim Verkauf beziehungsweise zahlen zu viel Geld beim Kauf.
Wissenschaftler haben festgestellt, dass Männer auf eher unwichtige Nachrichten hin beginnen, ihre Positionen zu bewegen. Ich predige hier in diesem Blog immer wieder den Spruch: „Hin und her macht die Taschen leer!“ Denken Sie auch an die Steuern, die Sie zahlen müssen. Es ist insofern ratsam, die Aktienpositionen so auszuwählen, dass Sie langfristig investiert bleiben wollen. „Buy and Hold“ ist eine der besten Strategien, die es gibt. Das zeigt Warren Buffett mit dem Erfolg von Berkshire Hathaway eindrucksvoll. All das Geplapper von Fondsmanagern, dass Buy and Hold nicht mehr funktioniert, weil die Welt sich so schnell verändert, ist dummes Zeug. Auch vor 20 oder 40 Jahren änderten sich wesentliche Dinge. Hier ist ein interessanter Artikel zu dieser Thematik auf finanzen.net. Die Fondsvertreter wollen Ihnen damit nur sagen, dass sie die besseren Anleger sind.
Apropos Männer! Eine Untersuchung in den USA hat jetzt festgestellt, dass 60 Prozent der NBA-Basketballstars fünf Jahre nach dem Ende ihrer Karriere pleite sind. Trotz Millionengagen können die Promis ihr Vermögen nicht zusammenhalten. Sogar 80 Prozent der Football-Spieler sind zwei Jahren nach dem Karriere-Ende finanziell ausgebrannt. Nehmen Sie Evander Holyfield. Der Boxstar verdiente 250 Millionen Dollar Cash in all seinen Kämpfen. Jetzt ist der pleite. Er machte bescheuerte Dinge, kaufte sich ein Haus mit 109 Zimmern, 17 Bädern, einem Kino, einer Bowlinganlage. Mit dabei war ein riesiger Pool, dessen Ausmaß den olympischen Standards entspricht. Um all die Grünanlagen des gigantischen Anwesens zu pflegen, waren jedes Mal zig Tausende Dollar futsch. Mehr Infos zu den Pleiten anderer US-Sportler finden Sie hier. Das Foto oben machte ich anlässlich einer Konferenz einer New Yorker Investmentbank im vergangenen Herbst. Per Fähre wurden die Investoren auf eine private Insel bei Manhattan gefahren – zu einer Veranstaltung der besonderen Art. Die Skyline Manhattans hatte ich stets vor mir. Es war beeindruckend! Viele Frauen waren übrigens mit von der Partie.


tim schaefer (Author)

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