Frankfurter Banken: Falschberatung mit Fonds


New York, 27. Mai 2012

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Ich habe mich in einem Artikel kritisch mit den Perspektiven der Commerzbank auseinandergesetzt. Mir fiel bei meinen Recherchen auf, dass Kunden massenweise zweifelhafte Fonds untergejubelt worden sind, die mittlerweile kollabierten. Anleger haben hunderte Millionen Euro vor allem mit Immobilienfonds in den Sand gesetzt.
Kein Ruhmesblatt ist beispielsweise der Fonds „Premium Management Immobilien-Anlagen“, kurz PMIA genannt. Im September 2010 musste die Commerzbank den Immobilienfonds nach horrenden Verlusten schließen.
Ich werde in den kommenden Wochen gravierende Fälle der Falschberatung aufgreifen. Es sind sehr traurige Fälle darunter. So entdeckte ich eine Familie, bei der unnötigerweise Stiftungsgelder für eine Jugendhilfe vernichtet worden sind. Ich dachte mir: Das kann ja wohl nicht wahr sein.
Warum möchte ich mehr über das Thema schreiben? Ganz einfach, ich glaube es mangelt an Transparenz in diesem Bereich. Weder das Verbraucherschutzministerium noch die Bafin werden meiner Meinung ihrer Aufgabe gerecht. Über das Versagen der Behörden schrieb ich in diesem Blog schon öfter.
Wenn in Ihrem persönlichen Umfeld jemand aufgrund einer Falschberatung sein hart verdientes Geld verloren hat, können Sie sich gerne an mich wenden. Mich interessiert das aus rein journalistischer Sicht.
Warum kommt es zur Falschberatung? Die Banken müssen aktiv in der Beratung sein. Je mehr Produkte sie an die Kunden verkaufen, desto mehr Provisionen fließen. Zum einen gibt es Vermittlungsprovisionen, diese können fünf Prozent und mehr der Anlagesumme ausmachen. Zum anderen werden gerne hauseigene Produkte angepriesen, denn so bleiben zusätzlich Verwaltungs- und Performancegebühren bei der Bank hängen.
Wohlgemerkt ist nicht alles schlecht, was unsere Banken an strukturierten Produkten vermarkten. Und gewiss ist die Commerzbank nicht die einzige Adresse, bei der es Probleme gibt. Ferner sind Verluste natürlich ein Teil des Investierens. Sie können auftreten, sie lassen sich nicht kategorisch ausschließen.
Insgesamt bin ich optimistisch. Die Banken wissen, dass Ihr guter Ruf auf dem Spiel steht. Um langfristig blitzsaubere Renditen im Konzern erzielen zu können, muss das Image der Geldhäuser besser werden. Insofern gehe ich davon aus, dass unsere Finanzdienstleister aus ihren Fehlern lernen. Nur mit zufriedenen Kunden können sie auf Dauer ertragreiche Geschäfte machen.
Etlichen Fondsbesitzern bot die Commerzbank einen fairen Ausgleich an. Zum Teil war ich über das Zuvorkommen überrascht. Wenn die Frankfurter erkennen, einen Fehler gemacht zu haben, kehrt offenbar Einsicht ein. Das ist begrüßenswert.
Das Foto machte ich kürzlich in Frankfurt. Das Gelb in dem Logo scheint ziemlich blass zu werden, aber das nur am Rande.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Frankfurter Banken: Falschberatung mit Fonds

  1. Helga

    Der kritische Artikel zur Commerzbank ist klasse. Dass die humane Ausgleiche geschaffen haben wusste ich gar nicht. Gut recherchiert.

  2. tim schaefertim schaefer

    Danke Helga.

    Fehler und Pleiten kommen immer wieder vor. Als Anleger muss man eben aufpassen.

    Ich halte nicht viel davon, ständig Fonds umzuschichten. Denn das kostet jedes Mal einen Sack voll Bankgebühren (Vertriebsprovisionen).

    Ich persönlich ziehe ohnehin direkte Aktieninvestments vor, sprich grundsolide Dividendenzahler.

    VG

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