Fondsbranche: Ärger mit dem Verbraucherschutz


New York, 17. Juli 2013

bild

Der Ruf deutscher Publikumsfonds ist nicht gerade gut. Ständig geistern neue Klagen von Verbrauchern wegen zu hoher Gebühren durch die Medien. Bis zu 60 Kostenarten fallen zum Teil in einzelnen Fonds an. Es ist ein Dschungel an Kosten herangewachsen. Kaum ein Kunde blickt noch durch.
Manchmal stecken die Performancegebühren nicht in der Total Expense Ratio. Manchmal doch. Ein Vergleich der Kosten ist damit für den Otto Normalverbraucher kaum möglich. Jeder Anbieter kocht sein eigenes Süppchen. Einige Anbieter sind nicht mal Mitglied im Branchenverband BVI.
Warum der BVI, die Verbraucherschützer und das Bafin sich nicht an einen Tisch setzen, um an einer Lösung zu arbeiten, ist mir unbegreiflich.
Die Branche könnte einen Schritt nach vorne machen, Vertrauen gewinnen, ihr Image aufpolieren. Sie könnte den Kunden helfen, mehr für die Altersvorsorge zu tun. Transparenz und Fairness muss sich langfristig durchsetzen. Alles andere ist ein Eiertanz, der niemand hilft.
Wenn ich mir die schlechte Presse anschaue, verstehe ich die Untätigkeit der Branche nicht.
Deutschland ist in Sachen Aktienfonds eines der teuersten Länder der Welt. Amerika ist ein gutes Beispiel für geringere Gebühren und mehr Transparenz. Die Fondsagentur Morningstar kritisiert seit Jahren die deutsche Bundesregierung, die Bafin sowie die Fondsbranche. Warum niemand einschreitet? Schon komisch.
Am Ende schadet sich der Sektor mehr, als es ihm nutzt. Das ist jedenfalls meine Meinung.
Es wird eine Win-Win-Situation für die Anbieter und die Kunden verpennt. Wir brauchen unbedingt eine Lösung. Je schneller die kommt, desto besser.
Die Altersarmut ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb sollten alle gesellschaftlichen Gruppen an einem Strang ziehen. Unsere Banken können äußerst innovativ sein, wenn sie möchten. Das könnten sie auch hier werden. Es könnte ein gewaltiger Nachfrageschub in Gang gesetzt werden.
Berlin sollte all seine Bürger steuerlich unterstützen, die Rücklagen auf speziellen „Depots für die Rente“ bilden. Das könnte eine dritte Säule neben der gesetzlichen Rente und der Riester Rente werden. Was könnte das ein Zubrot für die Fonds- und Wertpapierbranche sein. Es wäre gleichzeitig ein gewaltiger Fortschritt für das Volk.
Wer vernünftig Vorsorge für das Alter treffen möchte, sollte belohnt und nicht bestraft werden. Darauf warte ich. Und viele andere Bürger sicherlich auch. Ich rate in diesem Punkt, von Amerika zu lernen.
PS: Die Jachten im Hafen habe ich in Südfrankreich aufgenommen.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Fondsbranche: Ärger mit dem Verbraucherschutz

  1. AntiAdi

    Wäre in Deutschland, so etwas erwünscht – dann hätten wir es schon lange.

  2. willihope

    aktienbesitz gefördert? in deutschland? nie und nimmer!

    in einem land in dem es gesellschaftlich akzeptiert ist dass die dreckskommunisten von der linken dauernd von enteignungen reden wird keine regierung so dumm sein und sich ihr eigenes grab schaufeln!

    deutschland hat sich zu einer neid- und missgunstgesellschaft entwickelt und hast du 3 aktien ist dir der nachbar schon neidig!

    es läuft doch daraus hinaus dass erstens jeder länger arbeiten muss und zweitens erst die privaten rücklagen aufgebraucht werden müssen bevor die „versicherung“ bezahlt.

    ist doch bei der pflege auch schon so, man hat zwar einbezahlt aber wenns dann teuer wird muss man erstmal selbst ran!

    am besten in deutschland faul am sofa sitzen, bier saufen und soaps schauen und bei der wahl dann ein kreuz bei den linken! eine leben ohne anstrengung und eigeninitiative, am ende bekomme alle gleich.

  3. Me, myself and you

    willihope übertreibt zwar ein wenig, generell hat er jedoch nicht Unrecht! Das sie übrigens die „Riester Rente“ als einen Baustein der Altersvorsorge bezeichnen, ist – mit Verlaub – absoluter Bullshit. Diese „Rente“ hat außer einigen Anbietern und natürlich Herrn Riester noch so gut wie niemandem was gebracht. Denn wer über Riester privat vorsorgt, muss später, hier kommt wieder „willihope“ ins Spiel, diese Vorsorge erstmal aufbrauchen, ehe der Staat einspringt. Wer nicht riestert und das Geld z.B. auf Malle (oder jetzt Griechenland) verprasst, hat a) jetzt etwas davon und b) springt ihm später der Staat dann zur Seite. Merke: Wenn der deutsche Staat etwas fördert, dann planen die Politiker in Deutschland in der Regel schon bald eine große Abzock-Schweinerei. Never Riester, only and still Aktien, am besten aber im Ausland!

  4. willihope

    ja das mit dem ausland ist leider so eine sache geworden! heutzutage schnüffeln sie dir doch überall hinterher und zwar die bürokraten und nicht der geheimdienst!

    man muss schon früh darüber nachdenken und beizeiten tätig werden, alles nicht mehr so einfach.

    es hilft auf lange sich nur der wohnsitzt im ausland und dann pro jahr nicht mehr als 5 monate und 29 tage in deutschland leben.

    dann kann man auch in usa ein schönes depot aufbauen denn leider haben die warmen länder meist ein recht teueres handelssystem für aktien!
    für usa braucht man das W-8BEN formular und dann zahlt man als ausländer keine steuern dort!

    es ist aber eh in vielen ländern recht schön und weniger vorschriften gibts auch. 🙂

    eines ist klar, die steuern werden immer höher und kapitalisten werden sie in deutschland bald jeden gewinn wegbesteuern, sind ja alles spekulaten! 🙁
    kommt vermutlich daher dass auch die politiker nicht schlauer als das volks sind, wie denn auch.

  5. Me, myself and you

    willihope, das sind alles die bösen, bösen Märkte Schuld. Nicht etwa die hohlen Politiker, die Schulden bis zur Vergasung (sorry, wenn das jetzt nicht politisch korrekt ist) gemacht haben und immer noch machen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *