Finger weg von Hedgefonds! Achtung vor Aktienfonds!


New York, 22. August 2009

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Mal wieder schmeißt ein Hedgefonds-Manager hin. Atticus Capital gab kürzlich bekannt, den Fonds zu schließen und an seine Anteilseigner den verbliebenen Rest zu verteilen. Dabei schien noch vor eineinhalb Jahren die Welt in Ordnung. Es schien, als ob der Gründer Timothy Barakett weiter expandiert. An seine Kunden schüttet er nun drei Milliarden Dollar aus, zwei große Fonds macht er dicht. Einen europäischen Ableger, der 1,2 Milliarden Dollar beinhaltet, lässt er weiter laufen.
Für Barakett endet nun nach 15 Jahren die Karriere. Der 44-jährige hatte noch Anfang 2008 stolze 20 Milliarden Dollar zusammen. Doch in den zurückliegenden Monaten ging nahezu alles schief. Sein Flaggschiff, der Atticus Global, verlor 27 Prozent im vergangenen Jahr. Etliche wichtige Wetten gingen schief. Besonders bei den Finanztiteln lag der Starinvestor daneben. Allein der Anteil an der Deutschen Börse büßte die Hälfte ein. 500 Millionen Dollar gingen den Jordan von April 2008 bis Mai 2009 mit dem Investment an der Frankfurter Börse den Bach runter. Dieses Jahr verpasste der Fonds den Börsenaufschwung, weil er zum großen Teil auf Cashbeständen saß.
Mit nur sechs Millionen Dollar fing der Harvard-Absolvent an. Barakett gab folgendes als Grund für die Schließung an: „Ich frage mich: ‚Magst du wirklich in dieser Tretmühle für immer drin sein?’“ Nun will er sich seiner Familie widmen. „Das Geld seiner Kunden zu verlieren, das nimmt ihn sehr persönlich mit“, soll einer seiner Freunde gesagt haben. Im Wall Street Journal können Sie weitere Details zur Schließung von Atticus lesen. Hier der Link.
Das zeigt mal wieder, dass man um Hedgefonds einen weiten Bogen machen sollte. Sie sind extrem intransparent. Zahlreiche dieser Anlagevehikel haben sich in der Krise als Schneeballsysteme herausgestellt. Bernie Madoffs Milliardenbetrug ist nur die Spitze des Eisbergs. Ich behaupte zwar nicht, dass Atticus Capital ein Betrugssystem betrieb. Nein, nichts dergleichen. Ich sage nur, dass es viele schwarze Schafe in der Industrie gibt. Der Markt wird nicht sonderlich von der Börsenaufsicht unter die Lupe genommen. Zudem sind die Gebührenmodelle der Hedgefonds unverschämt. Manch ein Geldjongleur verdient Milliarden.
Auch von Aktienfonds halte ich nicht viel. Sie müssen in der Regel einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent gleich beim Erwerb der Fondsanteile bezahlen. Wenn also ihr Fonds eine Rendite von fünf Prozent im ersten Jahr abwirft, haben Sie praktisch keinen Pfifferling verdient. Hinzu kommen weitere Kosten wie die jährliche Verwaltungsgebühr von ca. zwei Prozent. Es kommen Performance-Gebühren hinzu. Dann werden die Portfolios ständig umgeschichtet, auch das verursacht Transaktionskosten. All die Kosten werden aus dem Portfolio entrichtet. Der Kunde bekommt die Beträge gar nicht direkt mitgeteilt, sie werden ihm einfach an seiner Performance abgezogen. Kaufen Sie lieber Aktien und managen Sie ihr eigenes Depot.


tim schaefer (Author)

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