Finanziell frei: So klappt die Frührente mit 40 oder 50 Jahren


New York, 15. Januar 2017

Bekannte denken sich „PSSSCHHHH“, wenn ich ihnen von meiner Frührente erzähle. Sie haben kein Interesse. Sie leben lieber in den Tag hinein. Ein Problem sind ihre Gedanken. Sie denken, das Ziel ist zu weit entfernt. Sie mögen sich nicht so lange anstrengen. Dabei vergeht die Zeit sowieso. Ob sie an dem Ziel arbeiten oder nicht. Die Zeit vergeht. Insofern begreife ich nicht, warum sich Menschen nicht solche Ziele wie die finanzielle Freiheit stecken.

Ich denke so: „Je früher ich schuldenfrei und finanzstark bin, desto früher fängt mein Leben an.“ Also fangt damit an, Eure €€€€€ zurückzulegen. Wenn jemand 20 Jahre alt ist und das hier liest (oder eine andere Website mit ähnlicher Botschaft), der hat einen enormen Vorteil. Wer früh anfängt, hat den Zinseszins auf seiner Seite.

Was ein Trick in jungen Jahren ist: Einfach länger bei Mutti wohnen. Und später in WGs bzw. Studentenwohnheim ziehen (habe ich gemacht). Das senkt die Kosten und macht verdammt viel Spass. Wer so einen Start im Leben erwischt, hat all den anderen gegenüber einen Vorsprung aufgebaut. Es ist der Turbo.

Aber manche sagen sich Pustekuchen. In Stuttgart gibt es eine erstaunliche Entwicklung. Eigentlich sagt der Volksmund ja, dass die Schwaben sparsam sind. Doch das scheint sich zu ändern. Jedenfalls sind in der Schwabenmetropole immer mehr Haushalte überschuldet:

Zu den Hauptmerkmalen überschuldeter Haushalte gehören neben Bankkrediten, die nicht bedient werden können, vor allem Schulden beim Versandhandel und bei Telekommunikationsanbietern, weiß der Amtsrichter. Das „Kaufen auf Knopfdruck“ sei für viele Familien eine gefährlich Verführung.

Schuldnerberaterin Maria Bergs sagt: „Schulden machen krank, und durch Krankheit nimmt die Überschuldung zu.“

Kurz gesagt: Schulden sind Gift.

Es gibt Leute, die kommen in die Schuldenfalle, weil sie krank werden oder den Job verlieren. Ja, manche trifft es hart. Sie tun mir leid, wenn sie nicht an ihrer Misere schuld sind. Es gibt andere, die geben einfach ihr Einkommen mit vollen Händen aus. Und weil es ihnen nicht reicht, nehmen sie zusätzlich noch Schulden auf. So beginnt ein Teufelskreis.

Ich finde es frustrierend, wenn Leute mit einem super Job ihr Geld zum Fenster rauswerfen. Es fängt schon beim täglichen Starbucks-Kaffee an. Dann kaufen sie Autos auf Pump. (Ich zahlte immer Cash für meine Autos, das würden die Lebemenschen nie machen.) Sie leben in zu großen Häusern – und meinen, dass diese noch zu klein sind. Für sie sind Schulden wie eine Droge. Sie werden damit high. Hinterher kommt der Kater. Es kann schmerzvoll sein.

Es ist traurig, so viele Menschen zu sehen, die sich als reich darstellen – ohne es zu sein. Eben mit finanzierten Protzautos, Häusern, Möbeln usw.

Ich frage mich, was soll so eine Jeans für 900 Dollar bringen? Ich kann eine für 30 Dollar kaufen und Löcher reinmachen. Die sieht dann genauso aus. Was Leute für solch einen Plunder ausgeben, ist unglaublich.

Angeber glauben, sie werden von ihrem Umfeld für ihre teure Jeans oder Autos bewundert. Dabei ist eher das Gegenteil der Fall. Sie werden eher bemitleidet für ihre Statussymbole. Respektiert wird man eher für Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Fürsorge etc.

Es geht auch anders. Im Internet entdecke ich massig Menschen, die finanziell frei sind. Es ist beeindruckend. Es geht. Selbst in jungen Jahren ist es möglich.

Dieser junge Amerikaner hat es geschafft. Er genießt es, reist viel und macht jede Menge Sport:

Diese Familie hat es geschafft:

Diese Frau aus Montana ging mit 33 in Rente.

Sie schildert ihre Erfahrung so:

„Seitdem wir aufhörten zu arbeiten, sanken unsere Ausgaben sogar weiter, was ich überhaupt nicht erwartet hatte. Es gibt mehr kostenlose und schöne Dinge, an die ich gar nicht gedacht habe. Es ist leichter mit weniger Geld auszukommen, wenn Du die Zeit dazu hast. Und Deine Tage sind 50 Prozent weniger schlecht. Wir brauchen nicht den stressigen Job zu kompensieren.“

Ich finde dieses Paar aus Los Angeles sympathisch, das erst unter hohen Schulden litt und dann Millionär wurde. Er kämpfte sich außerdem durch einen Marathon und lebt seither gesünder:

Ich finde daneben dieses Paar aus Atlanta nett. Erst kaufte die Frau nach der Hochzeit zu viel Zeug auf Pump. Dann kam es zum Streit, der fast in der Scheidung endete. Es folgte die rettende Aussprache… und sie schafften es beide zur Million (Das zeigt Dir: Deine Partnerin/Partner sollten die gleichen Ziele verfolgen, sonst kriselt es):

Aus der Forschung wissen wir, wie wir ein langes zufriedenes Leben genießen können: indem wir wenig Stress haben. Wenn wir ausreichend schlafen, uns gesund ernähren, körperlich aktiv sind, uns keine Sorgen machen, geht die Lebenserwartung rauf. Hilfreich ist ferner auf Tabak und Alkohol zu verzichten. Wer sich dagegen graue Haare wachsen lässt wegen der Schulden, des Chefs oder der Arbeitskollegen, hat schlechte Karten. Insofern sorgt die finanzielle Freiheit für ein längeres Leben. Denn berufsbedingte und finanzielle Sorgen sind seltener. Wenn Du eine Million im Depot hast, sorgst Du Dich nicht wie andere um den möglichen Verlust Deines Arbeitsplatzes.

Wie habe ich die finanzielle Freiheit erreicht? So wie all die anderen: strikte Kostenkontrolle, Schulden tilgen, Aktiensparen. Zu meiner Aktienstrategie gibt es nicht viel zu sagen. Ich kaufe riesige Blue Chips und lasse sie liegen wie einen alten Schinken. Ich kaufe stetig mehr hinzu.

Ich habe übrigens festgestellt, dass es wenig bringt anderen von meinem Ziel des Frühruhestands zu erzählen. Die meisten Menschen haben dafür kein Verständnis. Sie können es sich nicht vorstellen. Wenn ich ihnen sage, dass ich 20 Prozent spare, würden sie vielleicht noch ein klein wenig Verständnis zeigen. Aber eine Sparquote von 50 Prozent und mehr sorgt für Kopfschütteln. Das verstehen sie nicht. Sie können sich das nicht erklären und denken, dass ich einen Sprung in der Schüssel habe.

Wenn Du eine uralte rostige Karre fährst, denkt Dein Umfeld, dass Du arm bist, was Dir aber völlig egal sein sollte. Sie werden Dir raten: „Es wird Zeit, dass Du Dir ein neues Auto (Sofa etc.) kaufst.“ Aber Du darfst auf Deine Freunde/Familie nicht hören. Und das ist schwierig.

Die typische Konsument ist eben so programmiert, alles auszugeben. Es sind immer die gleichen Kostenblöcke: Wohnen, Auto, Essen, Entertainment (Alkohol, Lotto, Rubellose, Zucker, Vögel).

Am besten ist es für Dich, wenn Du finanziell frei werden willst: Erzähl nicht zu viel von Deinem Plan. Wenn Du denen sagst „Ich habe gestern meinen ETF aufgestockt“, verstehen sie ohnehin nur Bahnhof.

Bist Du zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs, denken sich einige: „Das macht nur die Unterschicht (oder Obdachlose)“. Wer reich ist, fährt mit der dicken Karre ums Eck, um Brötchen zu holen. Völlig absurd erscheint es mir, wenn Leute ein, zwei oder drei Kilometer zum Fitnessstudio mit dem Auto fahren, anstatt dorthin zu laufen. Lebst Du in der Großstadt, überlege Dein Auto zu verkaufen. Ist Dein Arbeitgeber weit entfernt von Deinem Zuhause, erwäge den Umzug in die Nähe.

Achso, weil ich gerade eine Frage zu meiner Hypothek erhielt: Ich habe für meine Hypothek eine vierprozentige Tilgungsrate vereinbart, die meisten tilgen standardmässig allenfalls ein oder zwei Prozent. Ich mache zudem vom Sondertilgungsrecht Gebrauch, die meisten denken nicht dran. Es ist eben alles eine Frage der Einstellung.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Finanziell frei: So klappt die Frührente mit 40 oder 50 Jahren

  1. Gurki

    Ich habe mich ja immer gefragt wie sich die Leute so teure Karren leisten können. Hier fahren eigentlich so gut wie keine wirklich alten Autos mehr rum. Und vor allem meist auch so riesen Autos, SUV und Kombis. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass diese Menschen verschuldet sind. Und kann es mir auch immer noch nicht – weshalb meine Frage eigentlich weiterhin offen bleibt. Aber wahrscheinlich muss ich mich damit auch abfinden, dass die Leute wohl doch nicht reich sind, sondern einfach Schulden haben.

    Wobei ein Bekannter sagte, dass wohl auch viele mit einem Firmenwagen umherfahren. Das könnte ja auch sein.

    Letztens habe ich in der Bank beim Geldholen (zum ausgeben), ein Gespräch verfolgt (zwangsläufig, posaunte das Mädchen doch alles schön laut aus): „95€ bei Douglas ausgegeben, 20€ hier, 30€ da und 50€ meine Rate die ich abzahlen muss“. Also hatte das Mädchen (schätzungsweise 18 j.) schon in diesem Alter Schulden, bzw. etwas auf Raten gekauft. Fand ich erschreckend!

    Genau wie beim Saturn, als eine junge Frau sich ein Handy auf Raten gekauft hat. Dazu natürlich noch irgend so eine teure Versicherung dazu aufschwatzen hat lassen 🙂

    Ich habe von Kindesalter an gelernt, wenn man sich etwas kaufen möchte, dann muss man sich das Geld verdienen und auch zusammensparen. Wenn ich mir etwas nicht leisten kann, spare ich so lange bis ich es mir kaufen kann oder kaufe etwas günstigeres. Ich habe noch nie etwas auf Raten gekauft. Oder der Drang sich das zu kaufen, was man sich kaufen wollte, verschwindet sowieso. Meist war das dann die bessere Lösung des „Problems“.

    Den einzigen Kredit den ich aufnehmen würde, wäre für eine Immobilie und selbst da sehe ich eigentlich nicht ein der Bank noch extra Geld zu schenken.

    Das nur mal so nebenbei.

    P.S.: ein großes F*ck you an die Leute die sagen ich trolle ja schon wieder…. Siehe fyoumoney.de – „Wie viele „Fucks“ kannst du dir leisten?“

     

     

     

     

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gurki

    Die Leute unterschätzen die Kosten eines Autos, denke ich. Der Unterhalt ist enorm (Inspektion, Öl, Reifen, Bremsen, Sprit…). Und einher geht mit jedem gefahrenen Kilometer der Wertverlust.

    Beim Firmenfahrzeug muss ja auch der Geldwerte Vorteil versteuert werden.

     

    @ Dominic

    Ich finde das nicht. Früher spielte die Familie eine Schlüsselrolle. Das ist noch in Südeuropa zu beobachten. Ich finde das nicht von Nachteil, etwas länger bei Mutti zu wohnen. Das heißt nicht, dass man bis zur Rente dort wohnen muss. Im übrigen finde ich ein Mehrgenerationenhaus hat schon etwas schönes. Es ist eine Win-Win-Situation in vielerlei Hinsicht.

  3. Fit und Gesund

    @Tim,

    wie immer ein toller Beitrag, Deine Protagonisten schau ich mir später an, ist ja motivierend zu sehen was möglich ist, besonders wenn man jung anfängt.

    @Dominic

    also Alles kann man nicht haben, Geld sparen und noch die Persönlichkeit entwickeln, man muss Prioritäten setzen! *Spass*

    ich bin mit exakt 17Jahren zuhause weg, habe meine Lehre in einem deutschen Kinderkrankenhaus begonnen, ich lernte ziemlich schnell worauf es ankommt, ich war nur klein und dünn und wenn es zum Mittagstisch in die Kantine ging, so musste ich neben der alten Oberschwester sitzen die aufpasste dass ich meinen Teller leer esse, so streng war meine Mutter niemals, also so viel zur Persönlichkeitsbildung… hi hi….aus meiner Sicht kam ich vom Regen in die Traufe. Lange ist das her…

  4. Ex-Studentin

    Huhu Tim,

    wirst du irgendwann vielleicht auch darüber schreiben, was dich deine kleine, aber feine Wohnung gekostet hat? Oder wohnst du dort zur Miete? Vor ein paar Jahren warst du ja mal auf Wohnungssuche und hat von Preisen um die 800k-1,3 Millionen für kleine Wohnungen erzählt.  Wenn ich überlege, wie viel Geld man in eine solche Wohnung steckt und wie schnell sowas durch ein großes Unwetter zerstört werden kann. Selbst in Deutschland wurden die letzten Jahre schon viele Ortschaften durch Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen. Da möchte ich kein Hausbesitzer sein.

    Wegen des Sparens: Viele werden das nie verstehen. Wenn mir jemand erzählt, wie schwer es wäre, eine Familie zu ernähren, denke ich mir jedes Mal: Tausch deinen Neuwagen gegen einen Gebrauchten und nimm die Zigarette aus der Hand, dann reden wir gerne weiter.

    Ich gönne jedem sein Glück und habe auch nichts gegen den Konsum. Nur gegen den Konsum auf Pump. Man darf sie nie sagen lassen, was man „muss“. Ob man Haus, Auto und Haustiere wirklich für eine bessere Lebensqualität ist jedem selbst überlassen – man darf nur aus reiner Begierde nicht blind werden. Ich verstehe z.B. Leute nicht, die für ein Haus eine halbe Millionen ausgeben und sagen: „35 Jahre abbezahlen ist doch ok, dann bin ich mit der Rente fertig! In der Zeit werde ich sicherlich auch noch was erben. Besser als einen Vermieter das Geld in den Rachen zu schieben!“ Da habe ich dann aber auch wenig Mitleid, wenn es dann zu einer Zwangsversteigerung kommt, wenn sich das Paar nach 3 Jahren scheiden lässt. Die Leute denken zu kurzfristig.

    Das Schlimmste ist die Verbitterung der Leute. Sie wollen nicht glauben, dass sie vieles hätten besser machen können. Denn wer mal 10-20 Jahre kein Geld sparen könnte, möchte nicht hören, dass es seine eigene Schuld war. Es sind immer die anderen Schuld.

    Edit: Zuhause wohnen kam für mich auch nicht infrage. Ich habe nette Eltern, aber mein Vater lässt sich in sein Leben nicht reinreden. Mein großer Bruder und ich sind also schnell in die Stadt gezogen und die 350€ Miete wars absolut wert!

  5. Fit und Gesund

    @Tim,

    wegen der Sondertilgung Hypothek, vor ein paar Jahren musste ich meinen Hypothekarvertrag erneuern, ich hatte nicht genug um die Whg. abzahlen zu können, aber soviel fehlte auch nicht, ich wollte eine Festhypothek, leider gab es da einen Minimalbetrag, darunter wäre das nicht gegangen, jetzt steh ich da und könnte längst abzahlen, aber aus der Nummer komm ich vor Ablauf leider nicht raus. Sobald ich kann, leider erst in ein paar Jahren, ist die aber weg, der Zinssatz ist ja nicht das Problem, aber ich mag nicht mehr von einer Bank abhängig sein, das wurmt mich halt.

    Auto brauch ich nicht, fahren zur Not Busse und Bahn, ich wohne nur 3km vom Arbeitsort entfernt, heute Abend lauf ich da es schneit, morgen früh nimmt mich eine liebe Kollegin mit zurück, in ihrem nigelnagelneuen tollen BMW, der natürlich auf Pump gekauft wurde. So hab ich heute Abend noch bisschen „Auslauf“ und morgen früh fahr ich wie eine Königin dann heim 🙂 Besser geht nicht.

  6. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ex-Studentin

    Gut geschildert mit dem neuen Auto und der Kippe in der Hand.

    Ja, eventuell schreibe ich mal detailliert über den Wohnungskauf in NYC. Ich schlug während der Finanzkrise zu. Da waren die Preise im Keller und der Verhandlungsspielraum groß. Gutes Timing. Um Katastrophen mache ich mir keine Sorgen. Das wäre unnötiger Stress in meinem Kopf. Ich sehe das alles ganz gelassen. Ich habe auch nur eine Krankenversicherung. Das wars in punkto Versicherungen.

     

    @ Fit und Gesund

    Du kannst mal nachfragen (oder im Vertrag nachschauen), eventuell besteht die Möglichkeit der Sondertilgung. Meist 5% der Darlehenssumme pro Jahr. Es gibt aber Fälle, da ist das nicht möglich. Sonst fallen Vorfälligkeitskosten an. (Vielleicht ist Deine Bank flexibel. Nachfragen kostet nichts.)

    Dann musst Du eben in den sauren Apfel beißen und abwarten. Klar kann das nerven. Ich hasse auch Schulden.

  7. Kall

    Bonjour Tim,

    das mit dem Ausziehen, sehe ich differenzierter. Klar sparen die „Kinder“, wenn sie lange zu Hause (übrigens manchmal auch bei Papa) bleiben. Ich finde es jedoch zumindest nicht verkehrt, wenn sich junge Menschen auf die eigenen Beine stellen, ein wenig autonom werden und lernen mit Geld umzugehen. Für mich war das hilfreich.

    Du schreibst, dein investieren sei einfach. Und fügst hinzu, dass du dazu kaufst. Das finde ich allerdings eher ein wenig komplexer.

    Kaufst du monatlich (viel Gebühren), quartalsweise, halbjährlich -(habe ich vor), oder in Krisen (wissen wir nie, wann eine kommt und geht)?

     

    Beste Grüße über den Teich

    Kall

  8. Felix

    Ob die finanzielle Freiheit für jeden so ein vorrangiges Ziel ist, glaube ich eigentlich nicht. Für mich ist das Leben viel komplexer.

    Wenn man in soziale Strukturen eingebunden ist (Familie, Gemeinde, Eltern, Freundeskreis, Kollegen, Nachbarn, …) und sich gut kennt, dann hat man, denke ich, andere Ziele als wenn man anonym, möglicherweise ohne Familie und sozial isoliert in einer Großstadt lebt und obendrein noch einen nicht erfüllenden Job ausübt, der als Rattenrennen beschrieben wird. Aus einem solchen Leben würde ich auch so schnell aussteigen wollen wie irgend möglich. Im anderen Fall hat man einfach auch soziale Verpflichtungen gegenüber den oben genannten Personen. Ich persönlich könnte mir nicht vorstellen, meine Kinder früh Morgens, wenn es noch dunkel ist, in die Schule zu schicken und mir selbst noch einmal die Decke über den Kopf zu ziehen. Freizeit ist eben auch dann nur wertvoll, wenn es als Gegenpol keine Freizeit gibt.

    Ich habe nun über 40 Jahre Berufstätigkeit hinter mir. Sie war neben meiner Familie immer mein Lebensmittelpunkt. Im Beruf habe ich mich als Person entwickelt: Umfangreiche Fachkenntnisse angeeignet, Kompetenzen erworben, Projekte gemanagt, Verhandlungen und Leute geführt, Probleme gelöst, Konflikte durchgestanden, Karriere gemacht. Darauf führe ich wesentlich meine Persönlichkeitsentwicklung zurück. Das geht nicht als einsamer Wolf, der man mit 40 Jahren „allein zu Hause“ ist, weil alle andern arbeiten. Manche stürzen, wenn sie in die Arbeitslosigkeit geraten, sogar vollständig ab.

    Dank dauerhaft hohem beruflichen Engagement habe ich quasi nebenbei immer mehr verdient und, weil auch ich immer unter meinen Verhältnissen gelebt habe, bin ich damit vermögend geworden. Ich habe mich aber nicht mit 20 Jahren hingesetzt, als Ziel FF ausgegeben, am Hungertuche nagend in einer Schimmelbude gehaust, um mit 40 aus den unbeliebten Job zu entkommen.

    Von daher glaube ich, dass es auch viele Menschen geben wird, die am Anfang ihres Berufsleben sich zunächst etwas aufbauen wollen und müssen, wie: Familie gründen, Haus bauen, sich etwas gönnen, in den Urlaub fahren. Dann Kinder erziehen, ihre Ausbildung bezahlen, betagte Eltern pflegen usw. Daneben sich beruflich weiterentwickeln, sparen und investieren und wenn alles gut geht ist man mit 60 (nicht geschieden und) vermögend. Dann stehen die Kinder auf eigenen Beinen, das Haus ist längst abbezahlt, die Eltern sind verstorben, man hat Enkel und man Zeit und Geld und kann so noch vielleicht 20 Jahre gesund leben, reisen (das mache ich zZt. hauptsächlich). Dann kommt eh die Zeit, wo diese Dinge, um die es hier geht, keine so große Rolle mehr spielen. So sieht, glaube ich, für viele Menschen ein gelingendes Leben aus und so war es zumindest bei mir.

     

     

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Kall

    Ich finde, wenn jemand das Geld fehlt oder in der Ausbildung ist oder der Job wackelt, kann man durchaus zur Überbrückung 1 oder 2 Jahre dranhängen im Elternhaus. Oder wenn Du Dein Finanzpolster etwas aufbauen magst. Das muss jeder selbst wissen.

    Ich kaufe immer im Frühjahr meine Aktien. Eventuell 1 Mal zusätzlich im Jahr. Außerdem reinvestiere ich meine Dividenden automatisch. Das passiert im Hintergrund ohne mein Zutun. Die Amis haben solche Drip-Pläne. Das kostet nichts und ist angenehm. So kommt der Schneeball ins Rollen, während Du schläfst.

    Im übrigen: Ein monatlicher ETF-Sparplan lässt sich bestimmt zu fairen Konditionen finden.

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Felix

    Zum Glück hat jeder andere Ziele. Ich denke, Du bist besser in Blogs für Karriere und Konsum aufgehoben.

    Die meisten Menschen wären liebend gerne finanziell frei. Sie wissen aber nicht wie sie das schaffen.

    Wenn ich mir die Statistiken anschaue, sieht die Realität schlimm in Deutschland aus: Der Konsum geht durch die Decke. Schulden gehen rauf. Altersarmut explodiert. 40% der Deutschen hat Null gespart. Das ist die Realität.

    http://www.focus.de/finanzen/videos/ungleichheit-waechst-top-oekonom-fratzscher-40-prozent-der-deutschen-haben-keine-ersparnisse_id_6463129.html

  11. Mattoc

    Hallo zusammen,

    überall in den Finanzblogs ist die Rede davon, dass der Zinseszinseffekt so wichtig sei und dass man daher in jungen Jahren anfangen sollte, möglichst viel zu sparen.

    Ich würde gerne mal den Zinseszinseffekt rückwärts rechnen. Sagen wir mal, jemand möchte mit 40 Jahren 150.000 Euro angespart haben. Der Kandidat ist aktuell 25 Jahre alt, der jährliche Zinssatz beträgt 7% und die monatliche Sparrate  soll in den 15 Jahren gleich hoch sein. Wie hoch müsste dann die monatliche Sparrate sein, wenn man mit 25 Jahren mit 0 Euro anfängt?

    Kann das jemand von euch ohne große Mühe sagen? Mit Excel könnte man es natürlich auch leicht programmieren…

    Danke

  12. Andrea

    Hallo Mattoc, das wären 480 Eur im Monat (mit Sparrechner verschiedene Beträge ausprobiert)

  13. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mattoc

    Ich finde diesen Kurzfilm spannend von Bestsellerautor David Bach. Das Video zeigt, wie viel Du am Tag sparen musst, um Millionär zu werden im Alter von 65 Jahren. Er unterstellt zwar etwas zu viel Rendite (mit 12%). Trotzdem ist das Video sehr lehrreich, weil es zeigt, wie wichtig die Zeit ist. Zwei Dollar am Tag kann doch jeder schaffen zu sparen. Selbst 5 Dollar am Tag muss doch möglich sein.

    https://www.youtube.com/watch?v=FhgCMv-abls

  14. PIBE350

    An Tim: Das denke ich auch. Auf jeden Fall kenne ich niemanden, der einen Lottogewinn oder eine Schenkung/Erbschaft ablehnen würde. Ob dahinter der Wunsch nach finanzieller Freiheit oder mehr Konsum steht, ist natürlich eine andere Frage. 🙂

  15. Jochen

    Sorry, aber bei Mutti wohnen bleiben ist für die Persönlichkeitsentwicklung sicher kein Turbo! ?

    In diesem Land gibt es nun wirklich schon genug Nesthäkchen.

     

    Viele Eltern lassen ihre Kinder leider erst dann in die Freiheit wenn sie geheiratet haben – und selbst dann mischen sie sich überall rein.

  16. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ PIBE350

    Exakt!!! Alle träumen doch vom großen Geld. Nenne mir einen, der gerne arm ist. Nenne mir einen, der gerne arbeitet, bis er ins Grab fällt.

  17. Jochen

    Ich habe nun über 40 Jahre Berufstätigkeit hinter mir. Sie war neben meiner Familie immer mein Lebensmittelpunkt. Im Beruf habe ich mich als Person entwickelt: Umfangreiche Fachkenntnisse angeeignet, Kompetenzen erworben, Projekte gemanagt, Verhandlungen und Leute geführt, Probleme gelöst, Konflikte durchgestanden, Karriere gemacht. Darauf führe ich wesentlich meine Persönlichkeitsentwicklung zurück.

     

    Schön für dich. Mein Respekt.

    Bei mir ist es ganz anders gelaufen. Habe mit Erfolg Elektrotechnik studiert, aber hinterher nie einen Job für über 12€/h gefunden. In meinem aktuellen Job ist man auf meine Fachkompetenz angewiesen, aber mehr Geld als für einen Ungelernten springt dabei nicht raus. Da ich jetzt schon über 40 bin, werden die Chancen für mich nicht besser.

  18. Mattoc

    Die Zinsrechner sind sehr interessant. Hier kann man auch die Vermögensentwicklung mit verschiedenen jährlichen Renditen durchspielen.

    Diese jährliche Renditesequenz zum Beispiel endet in der Gesamtsumme nach Ablauf von 8 Jahren immer noch positiv:

    5 %
    10 %
    -25 %
    -50 %
    30 %
    10 %
    15 %
    20 %

    Damit mal zu spielen, kann einem die Angst vor dem Crash nehmen.

  19. Matze

    Sry,

    wer derMeinung ist, 50% seines Einkommens zu sparen, ist entweder kinderlos oder verfügt über ein Einkommen fernab des Durschnitts.

    Liebe Grüße 😉

     

    PS: Und wer sich schon einige Jahre nach dem Studium in NY eine Immobilie anschaffen kann (Finanzkrise hin oder her), der hat das nötige Kapital wohl kaum durch eigenes Sparen angehäuft. 😉

  20. Fit und Gesund

    Ich rechne nicht mit 7% Rendite im Jahr sondern nur mit sehr konservativen 3-4%, meine SWR wird auch nur 3% betragen wenn es denn soweit ist, oder eben das was die Dividenden hergeben, zumindest in den ersten Jahren, das muss man sowieso von Jahr zu Jahr neu anschauen,

    es heisst ja nicht wenn man dann finanziell frei ist oder was auch immer dass dann die Sparerei ein Ende hat, das geht dann genauso mit dem frugalen Lebensstil weiter.

    Ich nutze auch manchmal solche Rechner, aber das ist mehr Spielerei, die Glaskugel hat ja Niemand, kann auch mal 10Jahre nur seitwärts gehen.

  21. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mattoc

    Du hast eine gute Einstellung.

    Leute machen gerne gewisse Umstände verantwortlich, wenn etwas nicht klappt (der Chef, die Gattin/Gatte….) Ich glaube nicht an die Umstände.

    Du kannst Dir das Umfeld/Umstände so bauen, dass es funktioniert. Du kannst das erreichen, was Du erreichen willst. Es geht mit kleinen Schritten. Ja, Fehler passieren. Ja, Rückschläge gibt es. Aber man kann etwas verbessern.

    Anstrengen. Motivieren. Nicht aufgeben. Weiter machen. Ziele setzen. Disziplin haben.

  22. Mattoc

    @Fit

    Die durchschnittliche jährliche Rendite deiner Anlagen sollte allerdings höher als deine persönliche WR sein, sonst ist deine persönliche WR keine SWR. 🙂

  23. Fit und Gesund

    @Mattoc, dann halt 4% Rendite, aber ich bin schon älter und habe noch andere Einnahmequellen dann. 🙂

  24. PIBE350

    An Tim: Darin liegt aber auch das Problem. Natürlich sollten es schon ein paar Millionen sein, wenn man sich umhört. Am besten ein Leben wie bei den Geißens. Nur: Wie realistisch ist das? Und wie motiviert man sich überhaupt dafür? Lähmt es am Ende nicht sogar den Willen, überhaupt etwas an seinem Leben verändern/verbessern zu wollen? Vielleicht ziehe ich ja doch irgendwann den Hauptgewinn. Bis dahin lasse ich alles beim Alten.

    Das Gute ist, dass man nicht erst Millionen braucht, weil man sich vorher schon um Stück für Stück immer freier fühlen kann. Man muss nur begreifen, dass man seine Denkweisen und das daraus resultierende Ausgabenverhalten selbst in der Hand hat.

    Es geht schon bei der Schuldenfreiheit los. Ein herrliches Gefühl.

    Danach kann man über ein Notfallpolster für unvorhergesehene Mehrausgaben nachdenken. Noch ein paar Gründe weniger für schlaflose Nächte.

    Hat man sich dieses angelegt, lohnt ein Blick auf längere Durststrecken wegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit zu werfen. Wenn man beispielsweise 12 Monate ohne weitere Einnahmen überbrücken kann, hat man schon sehr viel erreicht.

    Mit diesen tollen Gefühlen im Gepäck wird es einem immer leichter fallen, weitere Freiheitsstufen in Angriff zu nehmen. Man wird Geld immer mehr als Gut für Freiheit und weniger als Mittel für unnötige Konsumausgaben ansehen. 🙂

  25. Skywalker

    @ Tim: Dein Kommentar für Felix wirkt etwas dünnhäutig, aber du hast es bestimmt nicht so gemeint. Er hat sich Mühe gegeben seinen Standpunkt freundlich darzulegen und inhaltlich kann ich in einigen Punkten mitgehen bei dem, was er sagt.

     

    Dein Koch-Video von neulich hat übringes bei mir uns meiner Frau gerade Kult-Status. Wenn wir die lTage zusammen gekocht haben haben wir uns totgelacht und immer gesagt: „Ich schmeiss alles rein!“ Herrlich , danke dafür!

  26. Felix

    @ Jochen

    Das tut mir leid und ist zugleich auch schwer verständlich, da in unserem Land doch angeblich Fachkräftemangel herrscht. Ich kenne ehrlich gesagt in meinem Umfeld keinen, der als Ingenieur unter Wert arbeiten müsste.

    @ Alle

    Ja, auch wenn es nicht jeden gefällt, wollte ich einfach mal eine Gegenposition aufbauen zum hier üblichen 20 Jahre Hardcore-Sparen und dann mit 40 Jahren mit Millionendepot aus dem Arbeitsleben auszuscheiden. Ich glaube, dass es das in Einzelfällen möglich ist, so wie es auch welche gibt, die 8000er besteigen. In Amerika offensichtlich noch öfter als hierzulande, manche sogar schon mit Anfang 30 (aus eigener Kraft?, wohl eher nicht). Viele junge, gut ausgebildete Amerikaner brauchen schon mal 10 Jahre, um ihre Studienkredite abzutragen.

    Ich denke, man macht den meisten Leuten einfach etwas vor mit diesem Modell; es wird und kann für die Meisten nicht funktionieren. Wer jetzt groß in den Aktienmarkt einsteigt, könnte sein blaues Wunder erleben und Zeit seines Lebens finanziell nicht mehr richtig auf die Beine kommen. Wir haben seit 2009 eine fast beispiellose Aktienrallye hinter uns, die Tim und auch ich voll mitgenommen haben. Das wird sich im nächsten Jahrzehnt kaum so fortschreiben lassen, ich halte das für blauäugig. Ich habe Dividendenrenditen vom zum Teil 30% und mehr. Aber halt dort, wo ich 2008 eingestiegen bin. Da war der Dow bei 6500 und nicht bei 20.000 wie jetzt.

    Was meinem Konsum anbelangt, so fahre ich einen 11 Jahre alten Golf mit knapp 300.000 km. Shoppen ist etwas, was mir fast schon körperliche Schmerzen anbelangt. Geld gebe ich in überschaubaren Rahmen für Reisen und für Bildung aus. Allerdinges wohne ich in einem abbezahlten Haus. Ich habe immer gespart, als Schulden hatte ich eine Hypothek für das Haus. Ich hatte noch nie 1 € Konsumschulden oder etwas auf Raten gekauft.

    Vielleicht darf hier dennoch weiterlesen. Im Prinzip stimme ich ja überein, sehe es einfach etwas anders mit dem Millionendepot Anfang 40. Kommentarmäßig werde ich mich etwas zurücknehmen.

  27. Skywalker

    @Felix: Ich finde deine Kommentare sehr gut und bereichernd, schreibe gerne weiter! Bin auch weitesgehend bei dir, was deine Punkte angeht.

    Nur in den Aktienmarkt werde ich weiter investieren, einfach weil die Alternative fehlt. Ich verdiene gut und kann nicht mit ansehen, wie das Geld auf dem Tagesgeldkonto rumliegt!

  28. Mattoc

    Ja, PIBE, allerdings ist für die meisten Menschen der Weg so unendlich lang und daher tun sie gar nichts. Gestern habe ich erst mit einer alleinerziehenden Mutter gesprochen, die 1500 Euro netto verdient. Sie sagt, dass selbst, wenn sie 100 Euro im Monat sparen würde, müsste sie über 3 Jahre sparen, bis sie so viel zusammen hat, dass 3 Monatsgehälter abgedeckt sind. Das erachtet sie für nicht sinnvoll.

  29. Mattoc

    Hallo Felix,

    ich finde grundsätzlich auch sehr vernünftig, was du schreibst.

    Aber das: „Wer jetzt groß in den Aktienmarkt einsteigt, könnte sein blaues Wunder erleben und Zeit seines Lebens finanziell nicht mehr richtig auf die Beine kommen. “ ist doch Quatsch.

    Wer zum Beispiel jetzt ins Berufsleben einsteigt, kann und sollte doch wunderbar in den Aktienmarkt mit monatlichen Sparraten einsteigen. Zum Beispiel mit 500 Euro monatlich in den MSCI World. Das sind dann 6000 Euro Einzahlung im ersten Jahr. Dann passiert genau das, was viele vorhersagen, und der Aktienmarkt fällt um 50%. Dann würden aus den 6000 Euro 3000 Euro und er zahlt weiter monatlich seine 500 Euro ein. Nach 10 Jahren kann sich so jemand gar nicht mehr an den Crash erinnern, so gut wird sein Depot stehen. 🙂

    Mattoc

  30. Felix

    @ Mattoc

    Sehe ich genau so. Deshalb habe ich geschrieben, wer jetzt „groß“ … einsteigt. Monatliche Raten sind auch aus meiner Sicht kein Problem. Hätte ich aber jetzt 100.000 € z.B. Aus einer Erbschaft (soll es geben), dann wäre ich damit eher zurückhaltend.

  31. PIBE350

    An Mattoc: Was wäre denn daran so schlimm, heute mit 100 Euro anzufangen? Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder (schwer kranke und behinderte Menschen ausgenommen) an der Verbesserung seiner finanziellen Situation arbeiten kann. Nicht jeder kann Millionär werden, aber sich um die eine oder andere Stufe verbessern.

    Aber solche Begründungen kenne ich: ,,Was bringt es mir, XX Jahre lang jeden Monat XX oder XXX Euro zu sparen?“ Selbst 6-stellige Endsummen werden als lächerlich abgetan. Genau diese Denkweise finde ich fatal, weil auf der einen Seite ein hohes Anspruchsdenken besteht, aber auf der anderen Seite nur eine geringe Geldwertschätzung vorliegt.

    Wer 1 Euro nicht wertschätzt, wird nicht zu 10 Euro kommen. Wer 10 Euro nicht wertschätzt, wird nicht zu 100 Euro kommen. Usw. 😉

  32. Ex-Studentin

    @Matze

    50% Sparquote sind definitiv nicht selbstverständlich. Weder als single, noch als Familie. Andererseits wäre es auch irgendwie befremdlich, wenn selbst jede Friseurin Millionärin werden könnte (bei der richtigen Aktienwahl und Glück natürlich auch möglich..).

    Aber andererseits habe ich da ein kleines Rechenbeispiel: Angenommen ein Paar verdient zusammen 60k brutto im Jahr (Er 35k, sie 25k) und fängt mit 21 an zu arbeiten, dann sind das ca. 40.000 netto im Jahr für beide zusammen. Wenn das Paar von 24.000 lebt, kann es jedes Jahr 16k sparen. Spart das Paar 9 Jahre (bis sie 30 sind) konnten sie bereits 144k zur Seite legen. Kaufen sie sich davon eine Wohnung, können sie nahezu mietfrei leben (oder sie legen es an und haben dadurch passives Einkommen..). Mit 2 Kindern fällt das Gehalt der Frau weg (bzw. bekommt teilweise Elterngeld) und arbeitet vielleicht auf 450€-Basis. Aber mit 35k Jahresgehalt, 450€-Job und 400€ Kindergeld landet man bei 3k netto. Mit 400€ Nebenkosten für die Wohnung, 700€ Lebensmittel, vielleicht 500€ Transport, bleiben noch 1400€ für Kleidung, Kita, Urlaub. Das klingt für mich an sich schon machbar. Zwar müssen es nicht unbedingt die 50% sein, aber man kann auf jeden Fall was sparen.

  33. Mattoc

    @Felix

    Das ist eine „akademische Diskussion“, die in diversen Blogs schon hoch und runter geführt wurde. Du hast (ebenso wie ich) das Gefühl, dass der Aktienmarkt verhältnismäßig hoch steht. Ob das aber wirklich so ist, wissen wir nicht. Das kann auch noch einige Jahre so weiter gehen. Und die Finanztheorie sagt ja, dass es statistisch gesehen am besten ist, die volle Summe sofort zu investieren. Ich würde das aber jetzt auch nicht machen, wenn ich „nur“ einmalig 100.000 Euro zur Investion hätte. Dann würde ich es in eine Einmalsumme und monatliche Summen aufteilen.

    Ein Kapital von 100.000 Euro jetzt einmalig investiert, ist aus meiner Perspektive auf Sicht von >10 Jahren ansonsten auch kein Problem, wenn die jährliche Sparsumme zusätzlich zwischen 10.000 und 30.000 Euro beträgt.

    Ich würde immer versuchen, die jährliche Sparsumme in ein sinnvolles Verhältnis zur Einmalanlage zu setzen. Sinnvoll ist für mich persönlich, dass die jährliche Sparsumme zwischen 10% und 30% der Einmalanlage/des Depotwerts ausmacht. Das fühlt sich für mich sinnvoll an, weil ich dann mit den jährlichen Sparraten einen Crash der Einmalanlage noch ausgleichen/positiv beeinflussen/nutzen kann. Aber irgendwann, mit zunehmendem Depotwert, werden die Sparraten im Verhältnis zum Depot immer weniger wirken. Damit muss man sich wohl abfinden.

  34. Mattoc

    @Ex-Studentin

    Warum denn von den knapp 150.000 Euro eine (viel zu kleine) Wohnung für eine 4-köpfige Familie kaufen? „Mein persönliches weibliches Umfeld“  will sowas auch immer mal wieder machen. 🙂 Ist das besser als das Geld im Aktienmarkt zu lassen? Man kann doch auch die Rendite aus dem Aktienmarkt mit einer ggf. höheren Miete für eine „schönere Wohnung“ im Hinterkopf verrechnen, wenn es denn sein muss. Dann ist man flexibler, das Geld ist noch da und man kann im Zweifelsfall, wenn das Schicksal zuschlägt, umziehen.

    Ansers sieht es aus, wenn man deutlich mehr gespart hat als die Wohnung kostet. Dann könnte das eine sinnvolle Diversifizierung sein.

  35. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ PIBE350

    Genau. Die Masse möchte sich nicht anstrengen. Sie konsumiert gerne. Man schaue sich nur die extrem Medienzeiten pro Tag und Einwohner an. Über 10 Stunden. Irre.

    http://www.adweek.com/news/television/us-adults-consume-entire-hour-more-media-day-they-did-just-last-year-172218

    Da werden sie alle von der Werbung eingelullt. Dann wird der ganze Kram gekauft. Elektrischer Dosenöffner. Mixer. Innovativer Rasierer. Kanadische Gänse-Feder-Winterjacken für 1.000 Euro.

    Amazon, Alibaba usw. melden Rekorde. Und die Autokonzerne haben Finanzabteilungen, die gigantische Ausmaße angenommen haben. Heute wird geleast statt bar bezahlt. Das Auto ist wichtiger als die Rente.

     

    @ Skywalker

    Ja, das war gegenüber Felix dünnhäutig. Stimme zu. Sorry Felix!

    Zum Suppenvideo: Was ich damit sagen wollte: Immer frisch kochen. Ganzes Gemüse am Stück frisch kaufen. Am besten wenn es gerade in Saison ist. Was ist gerade so angesagt? Kartoffel, Karotten, Zwiebel, Sellerie, Kraut und so ein Zeug. Und wenns nicht schmeckt, werfe ich Käse darüber. Ein Topf und alles kommt hinein. Das gefällt nicht jedem. Klaro.

    @ Ex-Studentin

    Ok. Oder ganz einfach. Sagen wir ein Single oder Paar verdient gut. Sie legen stur und stetig jeden Monat 1.300 Euro in einen ETF an. Nach 25 Jahren sind sie Millionär. (7% Rendite)

  36. Ex-Studentin

    @Mattoc

    Eine Freundin von mir hat direkt nach dem Studium eine 85m²-Wohnung für 135k in Ludwigsburg gekauft (rollstuhlgerecht) mit vielen Parks in der Nähe. Mit Kinderzimmer und großem Wohnzimmer. 10-15 Jahre kann sie dort also sicherlich wohnen, weil das mit den Kindern noch einige Jahre dauern wird. Die 4-Wände zahlt sie nun mit 600€ ab (+400€ Nebenkosten). Zum Vergleich: Ich zahle 800 warm, wenn die Miete nicht steigt. Sie wird die Wohnung mal vermieten (Hochschulnähe) und kann die Wohnung theoretisch als Alterswohnsitz nutzen. Klingt für mich im ersten Moment eigentlich recht durchdacht. Wenn ich mal aus meiner jetzigen Wohnung raus müsste, würde ich so schnell nichts Zentrales in der Preislage finden.

    Aber wenn es dich beruhigt: Ich habe mich mittlerweile gegen einen Wohnungskauf entschieden, obwohl ich noch regelmäßig Anzeigen lese. Liegt aber in erster Linie auch daran, dass ich gerne flexibel bleiben möchte. Ich sehe es realistisch: Ich habe keine Familie hier, weswegen ich nicht auf Teufel komm raus in der Gegend bleiben werde. Wer hingegen eine Wohnung 500m von den Eltern entfernt kauft, den kann ich sehr gut verstehen. Aber ich lass es nun erst mal auf mich zukommen. Erst mal warte ich ab, bis überhaupt mal Kinder da sind.

    Es reicht an sich ja auch, wenn man sich mit 70 und 1 Millionen auf dem Konto irgendwo niederlässt, wenn man weitere Umzüge vermeiden möchte.

    @Tim So geht es natürlich auch.. 😉 Oder es dauert eben ein wenig länger, wenn man der Kinder zuliebe weniger arbeitet. Klingt für mich aber nach einem fairen Deal.

  37. Mattoc

    Also: Für 2 berufstätige Akademiker muss es doch locker (!) möglich sein, zusammen 1300 Euro im Monat zu sparen. Ich spare alleine 1500 Euro im Monat, obwohl ich geschieden bin und gerne Unterhalt für meine Tochter und ihr kommendes Studium bezahle. Aber ich lebe auch in einer kleinen  1-Zimmerwohnung am Stadtrand, die andere sicher als sehr ungemütlich bezeichnen würden. Für mich ist es das Paradies. 🙂 Ich komme gut zur Arbeit, Aldi ist direkt gegenüber und hinterm Haus ist der Wald.

  38. Mattoc

    @Ex-Sudentin

    Beim Thema Immobilien scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Deshalb bringt die ganze Diskussion vermutlich wenig. Wenn ich aber 600 Euro mit 12 multipliziere und das mit 20, dann komme ich auf 144.000 Euro. Das heißt, deine Freundin wird aufgrund der Zinsen mehr als 20 Jahre damit beschäftigt sein, die Wohnung abzubezahlen. Für mich persönlich wäre das gar nichts. Ich würde nach dem Studium in eine „vermeintlich schlechte“, „möglichst kleine“, aber günstige Wohnung ziehen (gerne 1 Zimmer, dann lagert man nicht so viel Zeug ein). Sowas ist zwischen 300 Euro und 500 Euro Miete überall zu bekommen. Und die Differenz zu den 1000 Euro (Wohnungskauf) würde ich anlegen. Man weiß ja nach dem Studium ohnehin nicht, wo einen die Globalisierung so hinverachlägt. Wenig Zeug, große Flexibilität und berufliche Weiterentwicklung waren damals für mich Trumpf. Und dann kam die Liebe…:-) Und nachdem ich das alles hinter mich gebracht habe, bin ich nun in diesem Blog gelandet und freue mich jeden Tag, hier zu lesen und zu schreiben.

  39. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mattoc

    Super Sparrate. 1.500 Euro im Monat. Gratulation!

    Das ist genau das Problem. Die Leute haben keinen Biß. Sie denken nicht an Morgen. Sie möchten nicht sparen.

    Was ich immer wieder klagend höre: In den USA seien die Gehälter so hoch. Ja, das stimmt zum Teil. Aber dafür sind die Kosten auch hoch. Gerade in Großstädten wie San Francisco, New York, Boston sind die Mieten absurd geworden. Oder der TV-Kabel-Internet-Anschluss. Ich habe eine zeitlang 130 Dollar je Monat für einen Anschluss bezahlt.

    Die Deutschen haben es gut mit Aldi und Lidl. Die gesetzliche Krankenkasse ist Gold wert, wenn man das mit den USA vergleicht. Die Unis sind ein Paradies in Deutschland. In den USA kosten sie ein Vermögen.

  40. Couponschneider

    @Mattoc

    Das geht. Das Ding nennt sich Rentenformel. Jemand zahlt 1000 € jährlich ein und das fünf Jahre lang zu 8 %:

    1200 € * (1,08^5 -1) / (1,08 -1) = 7039,92 €

    Wenn man monatlich einzahlt, gibt’s unterjährige Verzinsung:

    100 € * (1,08^5 -1)/(1,08^(1/12) -1) = 7294,47 €

    Sie wollen den umgekehrten Weg rechnen, für 15 Jahre und 7 % Rendite:

    150000 € = a * (1,07^15 -1)/(1,07^(1/12)-1) = a * 311,104…

    a = 482 €

    In meinem Blog habe ich dazu kürzlich was geschrieben: „Der gebührensensitive Berserker“.

    Anderes Gedankenexperiment: Eine Raucherkarriere beginnt in der Regel mit ca. 14 Jahren und endet mit dem Tod. Lassen wir sie doch 60 Jahre lang dauern.

    a * (1,08^60-1)/(1,08^(1/365)-1) = 475434 a.

    Sei a der durchschnittliche Preis, der täglich für Tabak ausgegeben wird. Der schwankt ja. Anfangs reicht eine Schachtel drei Tage, nach zehn Jahren raucht man täglich eine Schachtel. Und der Preis hängt ja auch stark von der Besteuerung ab.  Selbst wenn a nur einen Euro beträgt, kommt da ein luxuriöses Einfamilienhaus heraus. 8 % ist das, was man an der Börse durchschnittlich erzielen kann. Wer mich kennt, weiß das schon. 🙂

    Die gesundheitlichen Folgekosten habe ich noch gar nicht berücksichtigt. Ich hab’s ja in einer Familie erlebt, wie negativ das Gerauche ist. Ich habe auch nie angefangen, weil es so widerlich fand. Ich habe als 13-/14-jähriger den Irrsinn auch schon hochgerechnet, aber ohne Zins. Das war mir schon zu viel.

  41. Chrushin

    @tim bzgl “ Nenne mir einen, der gerne arm ist. Nenne mir einen, der gerne arbeitet, bis er ins Grab fällt.“

     

    nicht für jeden ist arbeit eine qual. mir fallen spontan ein paar bekannte ein, die workaholics bis zum tode waren. nicht für jeden ist „auf der faulen haut liegen“ toll. karl albrecht (aldi), steve jobs, prince sind beispiele dafür. auch im bekanntenkreis kenne ich welche, die gerne und gut bis zu ihrem tode gearbeitet haben.

     

    ich bin jetzt 41, selbständig mit 13 mitarbeitern, habe ein eigenes haus, zwei kinder, zwei autos und rücklagen über derzeit ne halbe millionen inkl meinem depot. nur sparen halte ich für falsch, die gesunde mischung macht es aus. wer weiss was morgen ist. mein ziel ist es mit mindestens 55 sagen zu können, ich könnte aufhören wenn ich wollte ohne erhebliche einbussen im lebensalltag haben zu müssen. aber auch ich werde immer gerne arbeit haben wollen solange ich gesund bin. arbeit hält fit, sowohl geistig als auch körperlich.

  42. Ex-Studentin

    @Mattoc

    Besagte Freundin war zu dem Zeitpunkt bereits verheiratet. 🙂 Sie hat tatsächlich vorher sogar bereits in 1, dann in 2 und jetzt letztlich in 3 Zimmern mit ihrem Mann zusammen gewohnt. Durch Sondertilgungen wird sie schneller als die 20 Jahre sein, wollte sich mit der niedrigen Rate aber die Flexibilität erhalten, falls Kinder kommen. Da ihr Mann nun noch mal studiert und sein Gehalt nur geringer ausfällt, war das auch eine gute Entscheidung. Ist aber wirklich Geschmackssache. Ich bin durch das Bloggen auch ein ziemlicher Freigeist geworden und habe aktuell lieber viel Erspartes und ein Depot statt Schulden.

  43. Max

    Hm. Vielleicht beschreibt Tim in seinem Blog ja wirklich die perfekte Welt, in der jeder die FF erreichen kann? Und ist das schlimm? Wenn wir heute in die Glotze schauen sehen wir doch auch nichts anderes. Jeder Movie hat ein Happy End, in jeder Kochsendung wird eine Existenz gerettet…. (Ihr wisst was ich meine)….

    Vielleicht sollten wir uns alle mal fragen, ab wann sich ein Investment rentiert. Ist es, sobald wir einen sechsstelligen Betrag mit 4%-Rendit pa haben? Oder brauchen wir einen Betrag im siebenstelligen Bereich um glücklich zu sein. Genügt es nicht, wenn wir die monatlichen Lebensmitteleinkäufe oder die Miete / Rate für die Immobilie aus unserem Investment bestreiten können? Wann hört ihr auf zu investieren und traut euch die Erträge für Euer Leben zu verwenden?

    @Felix: Ich war ziemlich genau zur Finanzkrise fertig mit meinem Studium und habe damals alles was ich hatte (was nicht viel war) am Aktienmarkt in deutsche Blue Chips investiert. Obwohl wir in den letzten Jahren steigende Aktienkurse gesehen haben und sich meine Investments rentiert haben, sind einige der Investments heute immer noch im roten Bereich.
    Wir werden eine Krise erleben und viele von den hier mitlesenden werden die Nerven verlieren. Ich für meinen Teil (in den 30ern) bin in der Ansparphase und hoffe, dass ich das überstehen werde. Aber meine Hand würde ich dafür nicht ins Feuer legen.

    <\Reality>

  44. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Chrushin

    Danke. Das sind schöne Beispiele. Klar. Ich ergänze: Warren Buffett, Charlie Munger, Diana Ross, George Soros, Carl Icahn, Sheldon Adelson, Leslie Wexner…

    Diese Leute arbeiten aber nicht, weil sie arbeiten müssen. Das ist der Unterschied.

    Diese Rentner müssen arbeiten. Ob sie so viel Spass dabei haben, weiß ich nicht:
    http://www.br.de/nachrichten/minijobs-rentner-bayern-100.html

  45. Mattoc

    @Tim

    Einfach war das am Anfang nicht, und ich muss auch zugeben, dass ich mich von vielem verabschiedet habe. Aber die Freude, die ich an meiner aktuellen Situation habe, kompensierte das alles locker.

    Und imer am 24. eines jeden Monats werden 1500 Euro umgebucht. Das macht Spaß.

    @ Chrushin

    Glückwunsch! Solche Karrieren und Lebenseinstellungen sind selten.

    Es geht mir persönlich überhaupt nicht darum, dass Arbeit eine Qual ist. Im Gegenteil, ohne gutbezahlte Arbeit wäre das Programm, das hier gefahren wird, gar nicht möglich. Es geht viel mehr darum, dass man mit den Jahren immer gelassener wird, was externe Einflüsse auf das eigene Berufsleben (abhängig beschäftigt) angeht. Wenn mir heute einer sagen würde, dass ich mit meinem jetzigen Gehalt bei voller Gesundheit noch 15 Jahre arbeiten könnte, dann würde ich möglicherweise auch jetzt schon etwas anders leben und nicht diese Sparquote fahren. Aber je älter man wird, desto unflexibler wird man persönlich und desto besser ist es, wenn man mit 50 sagen kann: Ich mache meine Arbeit sehr gut und sehr gerne. Wenn es aber anders kommt, dann ist es auch nicht schlimm und ich weiß dann viel mit meiner selbstfinanzierten Freizeit sinnvoll anzufangen.

  46. Mattoc

    @Max

    Auf die Krise und die Reaktion der Finanzblogs und der Kommentatoren freue ich mich auch schon. Ich bin sehr gespannt, was dann passieren wird, denn die Praxis ist um ein Vielfaches härter als die Theorie.

  47. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mattoc

    Super Einstellung. Das ist ja das Schöne. Es ist eine Herausforderung. Deshalb macht es Dir Spass. Du fühlst Dich wohl über das Erreichte.

    Das ist genau der Punkt. Die Mittelschicht strengt sich nicht mehr so an, wenn die Statistik stimmt, dass 40 % keine Ersparnisse in Deutschland hat.

    Wir sind eine Nation der Konsumenten geworden, die der Werbung folgt. Faul, unmotiviert. Wir lassen uns berieseln. Die Leute übernehmen keine Verantwortung mehr. Das sieht man auch bei der Ernährung. Es ist wirklich krank, was in unserer heutigen Gesellschaft passiert. Man schaut sich nur an: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Krebs, Überschuldung, Depression, Spielsucht, Konsumsucht…. das alles hängt wohl mehr zusammen, als wir uns vorstellen.

  48. vonaufdenboden

    @Felix

    Guter Kommentar! Deine Ansicht ist nachvollziehbar.

    Für mich ist es jedoch klar, dass das Erreichen der FU nicht gleichzeitig bedeuten muss, den geliebten Job, oder soziale Strukturen aufgeben zu müssen. Das eine schliesst das andere doch nicht aus. Auch als FU steht es mir offen „normal“ weiterzuarbeiten.

    Als FU liegen wahrscheinlich die wenigsten jahrelang faul herum.

    Aber das Gefühl der Freiheit ist ungleich grösser, zu wissen, jederzeit aufhören, oder das Neue ausprobieren zu können. Ich denke, genau das ist es, warum viele Mitleser/Mitschreiber die FU anstreben. Und keiner hängt 40 Jahre am Hungertuch. Von mir kann ich sagen, dass ich mit meiner Familie trotz Sparrate von 50% gut und vernünftig lebe. Die FU als Ziel vor Augen motiviert unheimlich.

    Und wenn das Ziel erreicht ist, dann kann man sich entfalten und das tun, was Freude bereitet. Und bekanntlich ist man darin am Besten.

    „first retire, then get rich“.

    …oder einfach nichts tun. Geht auch, wenn es jemanden glücklich macht.

    vonaufdenboden

  49. Sascha

    Wahre Worte… die Überwindung zu diesem Schritt – ich kündige meinen Job – ist hier entscheidend. Ich finde mich selbst in dieser Situation wieder. Ich weiß im innersten, dass ich es schaffen kann und viel glücklicher wäre ohne den Job. Aber die Angst vor Statusverlust ist zu groß. Ich glaube, dieser Gedanke muss erst reifen. Man gewöhnt sich daran, denkt Szenarien durch und irgendwann wird der Druck zu groß und man geht diesen Schritt tatsächlich!

  50. Tami

    Interessant. Aber wir leben hier fast alle vermutlich in Deutschland. Was passiert, wenn ich nun tatsächlich kräftig spare während des Berufslebens und falle durch einen Schicksalsschlag wie einer Krankheit, einer Scheidung oder auf beruflichen Gründen in Hartz4? Das geht heute sehr schnell, selbst mit Studium und super Qualifikation. Einem Bekannten ist das passiert. Da er noch in der Ansparphase war und nicht unabhängig, musste er nach 12 Monaten einen großen Teil der Ersparnisse verbrauchen und bekam dann erst Hartz4!! Das Schonvermögen in diesen Fällen ist ein Witz. Sage keiner, ihm passiere das nicht. Heute kann sowas schnell passieren. Vermögen ist in Deutschland nicht mehr sicher. Das gilt auch für das selbstgenutzte Haus. Ruckzuck legt der Staat eine Zwangsteuer zurecht. Das gab es zu Adenauer Zeiten schon mal.

    Und an der Abgeltungssteuer wird sicher auch wieder gedreht. Sparen ja, aber ich traue unserem Staat irgendwie nicht mehr.

    Und die meisten brauchen für auskömmliche Sparraten einen vernünftigen Job. Überall einsparen reicht da nicht aus, jedenfalls mit Familie. Und da hakt es. Der angebliche Fachkräftemangel ist eine Lüge der Industrie um Lohndumping zu betreiben. Ein echter Fachkräftemangel müsste mit stark steigenden Löhnen einhergehen. Selbst in vielen Ingenieurberufen ist das Lohnniveau mittlerweile lächerlich und viele Ingenieure arbeiten schlecht bezahlt in Zeitarbeit.

    Ich denken, man hat da in den Staaten andere Möglichkeiten.

  51. Mattoc

    Hallo Tami,

    das ist fast schon so gut getrollt wie von Gurki. 🙂

    Dennoch:

    Warum sollte ich aufgrund einer Scheidung in Hartz4 fallen? Eine Scheidung hat doch keinen direkten Einfluss auf meinen Beruf.

    Warum sollte ich aufgrund einer „beruflichen Niederlage“ in Hartz4 fallen? Wenn ich gut qualifiziert bin, finde ich in der Regel wieder einen passenden Job. Und wenn nicht, dann ist das doch genau die Sitution, auf die man sich mit hohen Sparraten und eingeschränktem Konsum bestens vorbereitet hat. Wenn man die ersten 100.000 Euro hat, ist alles viel entspannter. Davon kannst du 5 Jahre leben, wenn es unbedingt sein muss.

    Und ganz allgemein:

    Denkst du, dass Menschen, die in guten Zeiten alles, was sie an Einkommen haben, und noch mehr für Konsum ausgeben, in einer der von dir genannten Krisen irgendwie besser dran wären als jemand, der gelernt hat, vernünftig mit seinem Geld umzugehen?

    Ist es ein Grund, sich nicht mehr beruflich möglichst gut zu qualifizieren, weil es inzwischen auch gut qualifizierte Menschen gibt, die keinen gut bezahlten Job mehr finden?

    Das ist doch keine schlüssige Argumentation.

    Eine gute Ausbildung, ein vernünftig bezahlter Job und ein vernünftiger Umgang mit Geld bereits in guten Zeiten erhöht massiv die Chance, auch eine Krise zu überstehen.

     

     

     

  52. Tami

    @Mattoc: Ein vernünftig bezahlter Job ist immer mehr das Problem, wo ich mich im Bekanntenkreis auch umhöre. Die Löhne sind vielerorts zu niedrig und viele arbeiten präkär in Zeitarbeit. Die Autoindustrie wird massiv Stellen reduzieren wenn das Elektroauto an Fahrt gewinnt. Warum? Weil deutlich weniger Teile gebraucht werden! Nur eines von vielen Beispielen.

    Die Digitalisierung wird den Arbeitsmarkt auf massiv den Kopf stellen. Ja, es werden neue Jobs entstehen aber noch mehr Arbeitsplätze vernichtet. Banken, Autoindustrie, auch in der Verwaltung.

    Hartz 4 geht schnell wenn man über 40 ist und seinen Job verliert. Da gehört man trotz Ingenieur oft zum alten Eisen. Ich kenne einen Bekannten dem es trotz ständiger Bildung so ergeht! Und dann kommt schnell Hartz4 oder ein sehr schlecht bezahlter Job. Oder durch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall was immer mehr jüngere trifft. Ich kenne etliche Beispiele. Und ein Haus im Falle einer Scheidung ist auch so ein Thema.

    Auch staatliche Zugriffe auf Vermögen halte ich in Zukunft für nicht unwahrscheinlich. Warum will man das Bargeld abschaffen? Abgeblich zur Kriminalitätsbekämpfung wird nun der 500 € schein  geopfert. Wers glaubt. Das ist der erste Schritt den Leuten die Freiheit zu nehmen. Bargeld ist Freiheit und die wird man uns nehmen.

    Mein Eindruck: Werin Deutland spart und dann auf staatliche Hilfen angewiesen ist ist der Dumme. Und was ist wenn die Elternein Pflegefall werden? In Zukunft ein immer größeres Thema! Über ein Schonvermögen hinaus wird das Sozialamt anklopfen und Kohle verlangen!

    Wer spart ist immer mehr der Dumme. Wer nicht spart und ständig in Urlaub fährt und sein Geld verschleudert oder in Gold versteckt bekommt später trotzdem leichter Unterstützung wie Wohngeld. So ist die Realität.

  53. Markus

    @Felix

    Ich finde Deine Kommentare durchaus bereichernd und auch auch konträr zum Ziel mit 30 finanziell frei zu sein.

    Es sind etwas unterschiedliche Lebensentwürfe wenn man jetzt Pibe & Tim gegen Deinen Lebenslauf stellt.

    Ob da eine Seite glücklicher oder zufriedener ist, ist von einem Außenstehenden schwierig oder nur fragwürdig korrekt zu beantworten.

    Durch die unterschiedlichen Prägungen der Lebensläufe enstehen auch unterschiedliche Ansichten was richtig ist, wie jemand zu leben hat usw.

    Ich kann aber nur für mich selbst sprechen und will anderen nicht meine Weltsicht aufdrängen.

    Wenn man alles dem Ziel möglichst früh, möglichst viel Vermögen zu haben unterordnet, habe ich auch allerdings ein wenig den Verdacht, dass man aus gewohnten sozialen Strukturen (Eltern und deren Vorstellungen für die Kinder, Freundeskreis, der z. B. lieber Party macht, etc.) ausbrechen muss und teilweise für einen selbst sozial sehr schwierige Entscheidungen treffen muss…

    Wenn es denn komplett aus eigener Kraft in kurzer Zeit gehen soll, sind es Minderheiten, die das schaffen. Nebenbei geht es auch nicht. Dazu muss man sich anstrengen und strecken!

    Die Kombi aus guten bis überdurchschnittlichem Verdienst und extremer Sparquote ist besser als ein Faktor alleine. Die Frage ist, wie man als Mensch damit klar kommt und das Ganze auch länger durchzieht, bzw. durchziehen kann. Die Frage muss jede(r) sich selbst nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.

    In einem von Kommer`s Büchern ist ein 100k Einstiegszeitpunkt ich glaube 1990-2006 mit 1991-2006 verglichen worden. Ergebnis waren beim zweiten und einem Jahr kürzerem Zeitraum ca. 450 k (ohne Berücksichtigung der Geldmarktrendite für 1 Jahr) vs. ca. 350 k bei einem msci world, da 1990 ein relativ schlechtes Jahr mit -27% waren. Sind ca. Werte, da aus meinem löchrigen Gedächtnis zitiert.

    Timing ist schwierig. Deswegen ist ein Sparplan oder ein zeitlich festgelegter Investment-Fahrplan eine alternative Zeit-Diversifikation. Insbesondere bei hohen 10 Jahres-Cape`s in den US-Märkten.

  54. Markus

    @Tami

    Ich verstehe Deine Ansichten und kann auch die Befürchtungen nachvollziehen.

    Allerdings helfen Sie Dir oder Deinen Bekannten in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung nicht weiter, bzw. sind kontraproduktiv da man mehr Risiken als Chancen bei jeder Entscheidung sieht.

    Versteh das bitte nicht als überheblich!

    Allein der Glaube des Menschen und wie man gepolt ist, Umstände (auch schwere Schicksalsschläge) wahrzunehmen, ist ein sehr wichtiger Faktor bei der Lebensentwicklung.

    Andererseits bei nem Schlaganfall & Krebs ist es etwas ganz anderes als bei nem Arbeitsplatzverlust oder schlecht bezahltem Job. Hier halte ich eine Differenzierung für notwendig und wichtig!

  55. Tami

    @Markus: Sicher hast du recht. Ich nehme nur im Bekanntenkreis zunehmend war, das viele die mühselig gespart haben, später die Dummen sind. Und bei unserem Staat weiss man nicht so recht, wohin sich das noch entwicklen wird. Das Sozialsystem steht durch verschiedene Umstände vor einem Kollaps.

    Um ghettoähnliche Zustände zu vermeiden wird der Staat daher auch künftig in dieses System investieren. Die Zeche zahlen aber die Angestellten und später auch die Sparer und Anleger. Es gibt leider zu viele Beispiele von Menschen, die sich in der sozialen Hängematte zu Unrecht ausruhen. Meine Tante arbeitet bei der Arbeitsagentur und hat dazu viele Geschichten aus der Praxis parat. Ich sehe darin ein brisantes volkswirtschaftliches Pulverfass! Auch die hohen Beamtenpensionen werden den Staatshaushalt massivst belasten.

    Und zu den Aktien. Ich bin auch investiert. Aber: Die weltweiten Schulden sind auf unfassbare 300 Billionen Dollar nach oben gekletter. Damit ist die Basis für die nächste große Krise zweifellos gelegt. Eine reine Buy-Hold-Strategie wird auch künftig funktionieren. Aber die Renditen werden deutlich geringer werden. Woher sollen die Firmen die Kohle erwirtschaften wenn in Zukunft immer mehr Jobs präkär bezahlt sind?

    Mag düster klingen aber ich sehe schwarz für den Arbeitsmarkt und viele Beispiele aus meiner eigenen Verwandschaft bestätigen das. Trotz Bildung.

    Wer keine Kinder hat kann da deutlich flexibler reagieren als eine Familie mit schulpflichtigen Kindern. Als Single wäre ich auch bereits unabhängig. Und den Großteil der Sparquoten muss man als Familie aus Einkommen generieren. Was eben künftig deutlich schwieriger wird. Ich rechne mit einer Akademikerschwemme. Die ganzen Ingenieure an den Unis werden sich noch umschauen. Wir bekommen in unserem Betrieb viele Bewerbungen von Ingenieuren verschiedener Richtungen. Die meisten sind bereit für einen Lohn zu beginnen, den ich vor 15 Jahren nicht mal als Arbeiter akzeptiert hätte. Da stimmt grundsätzlich etwas nicht im System.

    Die Mehrzahl der Studiengänge und Berufe ist immer noch nciht hinreichend auf das Thema Digitalisierung und Zukunft der Arbeit vorbereitet. Niemand weiß, ob sich Abbau und neue Jobs am Ende wirklich die Waage halten werden. Gleichzeitig kommen viele teils nur schlecht ausgebildete Flüchtlinge, die ebenfalls in diesen sich stark ändernden Arbeitsmarkt zu integrieren sind. Und die fehlenden Pflegefachkräfte sind hauptsächlich den schlechten Arbeitsbedingungen geschuldet.

    Jammern hilft nicht, richtig. Aber es gibt für die Masse keine nachhaltigen Lösungen. Das heißt, es gäbe sie schon. Aber solche Lösungen sind auch politisch nicht erwünscht, weil die Mehrheit die Suppe auslöffeln soll. Investieren? Ja. Aber mit mehr Bedacht und Risikomanagement. Alleiniges Buy-Hold halte ich nicht mehr für zeitgemäß oder ausreichend. Man muss davon ausgehen das der Staat künftig mehr von den Gewinnen durch Steuern abzwacken wird. Gleichzeitig werden die Sozialabgaben weiter steigen.
     

  56. Felix

    @ Tami

    Ich habe etwa 50 Länder bereist und da steht bei einem Ranking D in den Top 10 %. Welche politisch nicht opertunen Lösungen du meinst, weiß ich nicht.

    was D angeht, so ist es der depressive Schwermut, den hier viele haben. Ständig wird alles ausgemalt, was schief gehen könnte, statt es einfach zu probieren. Da schätze ich den Optimismus der Amerikaner. Sie trauen sich sogar einen Trump zu.

  57. Felix

    @ Tami
    Ich habe etwa 50 Länder bereist und da steht bei einem Ranking D in den Top 10 %. Welche politisch nicht opertunen Lösungen du meinst, weiß ich nicht.

    was D angeht, so ist es der depressive Schwermut, den hier viele haben. Ständig wird alles ausgemalt, was schief gehen könnte, statt es einfach zu probieren. Da schätze ich den Optimismus der Amerikaner. Sie trauen sich sogar einen Trump zu.

  58. Tami

    @Felix: In den USA z.B. besteht allerdings auch nicht so ein Sozialsystem wie in D. Und dieses eigentlich mal vernünftige Sozialsystem wird zunehmend ausgehöhlt, frisst viel Geld vom Brutto mit steigender Tendenz, auch aufgrund stark wachsender Sozialfälle und Lohnaufstocker.

    In Amerika ist es teilweise auch deutlich einfacher etwas aufzuziehen. In D sorgt die Bürokratie dafür das z.B. viele Innovationen mangels formaler Ausbildung (es lebe das Papier) oder Vorschriften massiv erschwert werden für potentielle Gründer.

    Und politisch ist es z.B. nicht gewollt anständige Renten zu zahlen nach 45 Jahren Beschäftigung. Die Kohle wäre da wenn man vernünftiger damit umgeht. Bei den Beamten mit den explodierenden Pensionslasten wird massiv bezahlt. Aber nicht bei Rentnern.

    Ich habe den Eindruck, es wird vielfach verdrängt was da alles auf uns zu rollt. Und wer wagt sich derzeit, eine hohe Einmaleinlage an der Börse zu tätigen? Ich würde es jedenfalls nicht tun. Ein Crash wird durch die Notenbanken bisher künstlich verhindert. Obwohl er nötig wäre um eine Bereinigung und einen vernünftigen Einstieg zu ermöglichen.

  59. Slazenger

    warum sollte ein Crash kommen???

    ich finde nach wie vor genug interessante und vernünftig bewertete Unternehmen, in die ich investieren kann!!!

    Der Crash kommt nicht dann wenn man ihn erwartet, er kommt meist sehr überraschend.

  60. Mattoc

    So schlimm ist es alles nicht, Tami. Und wenn du Kinder hast, solltest du mehr Optimismus an den Tag legen.

  61. Markus

    @Tami

    Dein Blickwinkel ist darauf ausgerichtet, was alles nicht geht und was alles schlechtes passieren könnte.

    Ich halte wenig von Schwarzseherei aber auch sehr wenig davon alles rosarot zu sehen.

    Konstruktiver Optimismus beschäftigt sich auch mit den potentiellen Problemen/Stolpersteinen auf dem Weg zu einem Ziel, bzw. wie man diese abmildern/umgehen kann.

    Die Motzerei auf Politik, Beamte und das Deutschland ja so viel schlechter als Amerika ist, halte ich für Energieverschwendung und auch nicht für differenziert genug. Deutschland gehört von den Lebensbedingungen zu den besten Staaten der Welt! Trotzdem ist nicht alles rosarot und es gibt genügend Dinge, die man verbessern kann, ja sogar muss!

    Was das Individuum aus den jeweiligen Systemvoraussetzungen macht, ist was anderes.

    Dieselbe Energie anstatt für`s Motzen in Kreativität, Motivation, Durchhaltewillen und Fleiß stecken halte ich für produktiver.

  62. Specialist

    @Tami

    Die Sozialausgaben könnten uns über den Kopf wachsen und auch der hohe Schuldenstand wird bei wieder steigenden Zinsen schnell zu einem Problem, da bin ganz bei Ihnen. Ich denke aber hinsichtlich Ihrer Vorstellungen zu den Beamtenpensionen machen Sie sich ein falsches Bild. Die Schwierigkeiten beginnen schon damit, dass es schwierig ist allein die Zahlungen in € aus den beiden gänzlich unsterschiedlich aufgestellten Systemen zu vergleichen. Für die öffentliche Hand war es bis zur Umstellung der Haushalte von der Betrachtung der Einnahmen und Ausgaben hin zur Doppik (auch als „NKF – neues kommunales finanzmanagement“ bezeichnet) also dem Einbezug von Aufwand und Ertrag teilweise günstiger Beamte zu ernennen da hier keine SV-Beiträge anfielen. Sofern Sie für Argumente offen sind lege ich Ihnen diese sehr erhellende Betrachtung von populären Irrtümern bei Beamtenpensionen ans Herz:

    http://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/themen/sieben_irrtuemer.pdf

    oder falls Sie Sorge haben eine PDF zu öffnen:

    http://www.t-online.de/wirtschaft/altersvorsorge/id_42431150/sid_42431150/si_0/die-sieben-irrtuemer-zur-beamtenpension.html

  63. Tami

    @Slazenger: Zum Thema Crash: Die Notenbanken versuchen mit mehr Schulden das Schuldenproblem zu lösen. Ich sehe das kritisch. Was wäre ohne das Treiben der Notenbanken geschehen? Auch das Thema Eurokrise ist nicht vom Tisch.

    @Markus: Im Prinzip richtig, Kreativität oder Fleiß. Ich selbst bin nebenbei selbstständig als Gutachter und erlebe, welche massiven Hürden man bereits von Amtsseite in den Weg gelegt bekommt (Kammerpflicht, teure Berufshaftpflicht etc.). Wer ein Gründerklima in D erreichen will muss die noch viel zu hohen Hürden einreißen. Wenn z.B. mittlerweile in Südeuropa fast die Hälfte aller Jugendlicher keine Perspektiven beruflich mehr sieht, sehe ich hier ein gesamteuropäisches Problem. Das ist Realität und hat nix mit Schwarzmalen zu tun.

    Auch die Digitalisierung wirft ihre Schatten voraus. In Japan werden bereits irgendwelche stussigen Jobs konstruiert um Menschen irgendwie zu beschäftigen.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/weltgeschichten/koelling/japans-antwort-auf-roboter-sinnlose-jobs-die-zukunft-der-arbeit/19194514.html

    @Specialist: Der DBB ist als Quelle ist eher nicht geeignet, um als Argument für die Beamtenpensionen herzuhalten. Eine Verbeamtung würde in kritischen Bereichen wie Finanzen, Sicherheit und Justiz genügen. Warum müssen viele Lehrer immer noch verbeamtet werden? Gleichzeitig kämpfen Angestellte Lehrer wegen massiver Nettonachteile um eine Verbeamtung. U.a. die OECD und der Prof. Rürup hat zu den Pensionen eine Untersuchung angestellt und eine Abschaffung der Pensionen angeraten:

    http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/71-75-prozent-des-letzten-bruttogehalts-professor-ruerup-fordert-schafft-die-beamtenpensionen-ab_id_6387703.html

  64. Slazenger

    @Tami

    der Markt reagiert in der Regel nur auf Unvorhergesehnes, z.B. Den Brexit! Alles was bekannt ist , ist bereits in den Kursen/Preisen drin! Krisen gab es immer und wird es immer geben!

    Natürlich darf man besorgt sein wie das NullZins Spiel der Notenbanken ausgehen wird, wissen tuts eh keiner, es wird spannend, aber bis dahin fühl ich mich, ähnlich wie Tim, am wohlsten, wenn ich regelmäßig in Blue Chips investiere!

    Viel mehr Sorgen macht mir z.B. Der Immobilienmarkt! In Süddeutschland gibt es so gut wie keine Angebote für bezahlbare Häuser , Baugrundstücke, ETW! Da ist die Sache tatsächlich eskaliert! Die Nachfrage dagegen ist extrem hoch, da werden aktuell Preise für Wohneigentum bezahlt, das ist jenseits von Gut ud Böse!

  65. Claus

    Ich sehe es ähnlich wie Slazenger. Von einer Blasenbildung bei Aktien kann z.Zt. keine Rede sein. Einen Crash aufgrund zu hoher Aktienkurse kann ich heute nicht erkennen.

    Viele Werte, speziell in den USA, sind zwar (vom KGV her) teurer, als im langjährigen Durchschnitt, aber noch weit von völligen Übertreibungen entfernt. Hier wird es sicherlich zu den üblichen Korrekturen kommen, vielleicht sogar schon sehr bald.. Es gibt aber genügend Werte, die heute noch kaufenswert sind, auch in den USA.

    Europäische Aktien sind etwas günstiger bewertet. Das bedeutet aber nicht, dass sie besser laufen werden, als US-Aktien.

    Auch einige Pharmawerte sind günstig geworden, dank Trump-Angst (Angedrohte Preisregulationen im Pharmabereich). Ich weiss nicht, ob Trumps Amtszeit ausreicht, um all die vollmundig angekündigten Dinge umzusetzen. Ich sehe hier eher Kaufchancen…

    Eine Blasenbildung und hohe Crashgefahr sehe ich vielmehr bei Anleihen. Aus dem Anleihemarkt könnte noch sehr viel Geld in den Aktienmarkt fließen.

    Ich glaube momentan auch nicht an 20, 30 oder 50%ige Kursrückgänge . Dafür ist viel zu viel nicht investiertes Geld vorhanden. Spätestens bei 10-15% Kursrückgang sind neue Käufer da.

    Was ich mir aber gut vorstellen kann sind häufigere kurze und heftige Einbrüche um 10%. Um hiervon zu profitieren, habe ich etwas mehr Cash als üblich angesammelt.

    Einen Crash kann es natürlich trotzdem jederzeit aus völlig anderen Gründen geben. Deshalb sollte man sich vorher überlegen, wie man in diesem Fall handelt. Hier im Forum, denke ich, werden die meisten dann das richtige tun: Bestände aufstocken oder nichts tun, wenn kein Cash vorhanden ist.

    Sinnlos ist m.E. aber, aus lauter Angst vor irgend welchen Eventualitäten gar nichts zu tun. Auch Schwarzmalerei führt zu nichts, man wird handlungsunfähig, wie das Kaninchen vor der Schlange.

    Die Deutschen sind leider etwas seltsam. Hier ist das Glas immer schon halbleer, anstatt noch halbvoll. Man sollte besser nach Chancen suchen und diese nutzen, anstatt Trübsal zu blasen.

    Morgen werde ich mir mal wieder ein paar Kaufkandidaten näher ansehen: VF, Gilead Sciences, Novo Nordisk, Aptar Group. Novartis + Heineken habe ich leider schon genug.

    Viel Erfolg Euch allen!

     

  66. Tami

    Lindt oder Roche, beide aus der Schweiz finde ich nicht übel, diese stehen auf meiner Beobachtungsliste. Trotzdem ist mein Cashanteil mit 40 Prozent relativ hoch da ich Rücksetzer gezielt nutzen möchte und das Niveau zu hoch finde. Und diese Rücksetzer werden kommen.

    Allerdings nutze ich seit einiger Zeit vermehrt kurzfristigere Trades mit Knockouts auf hochwertige Aktien und habe damit excellente Erfahrungen gemacht. Für mich eine ernstzunehmende Alternative. Man muss die höheren Schwankungen halt aushalten können und darf die Hebel wegen der Verlustschwelle nicht zu hoch wählen. Von Vorteil ist der geringere erforderliche Kapitaleinsatz und die Möglichkeit auch auf fallende Kurse zu setzen.

    Der Immobilienmarkt in Süddeutschland bereitet mir (mit Familie) aktuell massivst Kopfzerbrechen. Da gebe ich Slazenger recht! Es gibt fast keine vernünftigen Bauplätze und viel alter überteuerter Schrott wird angeboten. Wie sich das ein Normalverdiener leisten soll bleibt mir ein Rätsel. Auch der Mietmarkt ist teuer geworden für Familien. Als Single würde ich mir ein 1-Zimmer-Appartment kaufen und gut wäre es.

  67. AlexanderAlexander

    Komisch, bei uns werden Ingenieure gesucht ohne Ende. Aber wer will schon in Franken wohnen? Die Immobilienpreise sind durchaus moderat.

    Ich traue unserem Staat auch nicht mehr, aber man muss einfach versuchen an einen Punkt zu kommen, wo das Einkommen aus Dividenden etc. plus einem schlecht bezahlten Job langt, um zu leben und sich dann wieder gezielt verbessern. Gleich alles sein zu lassen, nur weil es schlecht kommen könnte, ist auch nicht der richtige Weg.

  68. Fit und Gesund

    @Claus,

    ich lauere auf Diageo und Heineken, evtl. VF und Church&Dwight, auf Diageo und Heineken bin ich gekommen nachdem ich irgendwo was von einem Fondsmanager gelesen habe der den Index auf lange Sicht schlägt, er hat ein ziemlich konzentriertes Portfolio, er betreibt buy and hold, seine grössten Werte sind Unilever, Diageo, Nintendo, Heineken, London Stock Exchange, Pearson, RELX, Intuit, Walt Disney und Mondelez, der Name des Fondsmanagers ist Nick Train.

    Heute kam die Dividende für Medtronic, 18.90 CHF für 55 Aktien,  die ersten Dividenden für dieses Jahr, nicht unbedingt berauschend, aber wird ja hoffentlich dann mal mehr 🙂

    Viel Glück dann morgen, ich sehe gerade dass Du Novo Nordisk gekauft hast, die erholen sich bestimmt, da könnte ich auch aufstocken, aber es gibt so viel was man noch gerne hätte.

     

  69. Markus

    @Tami

    Die Angst bezüglich Digitalisierung, Rationalisierung, Automatisierung usw. ist kein rein deutsches Phänomen.

    Prozentual hat diese Emotion vermutlich auch beim Brexit und Trump mit reingespielt.

    Allerdings ist diese (Zukunfts-)Angst auch jetzt nichts wahrlich neues. Die gab es auch schon zu Zeiten zu Beginn der Automobilherstellung.

    Die Alternative ein Auto von Hand zu bauen… Unter Berücksichtigung der Kosten wäre für die Mittelschicht wohl ein Auto ein Luxusgut und keine Alltagsgegenstand wie heute, wo einige Familien mehrere Autos vor dem Haus stehen haben…

    Sinnlose Job`s gab es schon immer und wird es weiterhin geben!…

    https://www.youtube.com/watch?v=v6Wpc9s35ZY 😉 nicht ernst gemeint!

    Es wird aber auch immer sehr kluge Köpfe geben, die Lösungen (auch Gesamtgesellschaftliche) suchen und nicht Probleme.

    Die Schuldenproblematik kann gelöst werden. Die Alternative mit Banken hops gehen lassen, hatten wir schon 1929.

    Die Ergebnisse damals waren katastrophal, als es so gut wie keine sozialen Sicherungssysteme gab.

    Soll die Menschheit verdammt dazu sein, immer dieselben Fehler zu machen und zu hoffen es tritt ein anderes Ergebnis ein???

    Währungsreformen, finanzielle Repression, Inflationierung, evtl. sogar die langfristigen hohen Kredite mit den fast null oder negativen Zinsen aufkaufen… zudem, wenn ein Staat bei sich selbst verschuldet ist… kommen einen ganz doofe Ideen wie kürzen oder streichen… Sind neue Wege immer undenkbar?

    Inwiefern die südeuropäische Jugendarbeitslosigkeit jetzt Dich persönlich und die eigene Vermögensplanung betrifft, erschließt sich mir nicht.

    Ich persönlich kann nur Dinge in meinem eigenem & kleinem Einflussbereich kontrollieren.

    Der meist fehlerbehaftete Makroökonomische Ausblick ist für einen Privatmenschen in welcher Form hilfreich bei der Vermögensplanung, wenn man nur mit Vermutungen und diffusen Ängsten konfrontiert wird?

    Protektionismus, Strafzölle und Demagogen (mit Ihren Hetzkampagnen) waren die falschen Wege 1929… mit diesen wirtschaftsfeindlichen Aktionen hat sich die Krise erst richtig verschärft.

    Ich hoffe wir sind nicht so dumm dieselben Fehler wie damals zu wiederholen!

  70. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Alexander

    Genau! Stimme zu. Wir sollten uns nicht negativ beeinflussen lassen von Gefühlen wie:

    Der Staat nimmt uns alles ab.

    Die Jobs gehen alle verloren.

    Der Crash kommt.

    Der Atomkrieg droht.

    Das dient nur als Ausrede, das eigene Leben nicht anzupacken, um es positiv zu verändern. Das heißt für mich: Vorsorgen ist wichtig. Es ist wichtiger etwas für die Rente zu tun, als die neue Nobelkarre zu kaufen. Ich kann mich auf die Politik nicht verlassen, wenn ich in den Ruhestand gehe. Es kommt keine gebratene Taube am Küchenfenster jeden Mittag vorbeigeflogen. Wenn ich früher finanziell frei sein möchte, muss ich mich mehr anstrengen.

  71. Couponschneider

    Kennt ihr denn schon das Tim-Schäfer-Bingo? Einfach hintereinander gemeinsam die Videos anschauen und jeder hat sein Bingo-Blatt.

    http://osric.com/bingo-card-generator/?title=Tim-Sch%C3%A4fer-Bingo&words=Qualit%C3%A4tsaktie%2C+Hausmannskost%2C+Dividendenmaschine%2C+stur%2C+stetig%2C+Qualit%C3%A4tsindex%2C+Sparen%2C+Lebemensch%2C+Auto-Clown%2C+ETF%2C+Zeug%2C+Krempelkram%2C+Elektronikspielzeug%2C+Clown-Auto%2C+Johnson+%26+Johnson%2C+BASF%2C+Procter+%26+Gamble%2C+Dekaden%2C+Geb%C3%BChrenmonster%2C+Immobilien-Clown%2C&freespace=false&freespaceValue=&freespaceRandom=false&width=4&height=4&number=10#results

     

    🙂

  72. Claus

    @ Fit und Gesund

    Novo Nordisk beobachte ich noch immer, habe noch nicht gekauft. Ich denke, es wird noch einmal abwärts gehen und werde nur unter 30 EUR einsteigen. Es gibt ja genug Alternativen…

    Heineken würde ich direkt kaufen, wenn ich sie nicht schon lange hätte.

    Die Medtronic-Dividende (ca. 200,- EUR nach Steuern) ist bei mir bisher noch nicht angekommen. Dafür gab es bereits Div. von Total, Phil. Morris Int. + Dentsply Sirona, zusammen 240,- EUR nach Steuern.

    Church & Dwight + Reckitt Benckiser stehen auch auf meiner Watch-List. Letztere hatte ich schon mal, doch dann gab es einen spin-off, vor dem ich verkauft habe, um nicht die unberechtigten Steuern in D zahlen zu müssen.

    Essilor und Luxottica (Brillengläser + Brillengestelle) schließen sich zu einem Konzern zusammen. Das macht Sinn. Meine Essilor-Aktien stehen heute über 12% höher…

    Bin gespannt, ob es nächste Woche auch so ruhig zugeht, wie momentan. Herr T wird bestimmt wieder die eine oder andere Bemerkung oder Ankündigung äußern, die für Unruhe sorgt…

    LG

  73. anoli

    was ist der Unterschied zwischen

     

    WKN A0CA0G Heineken N.V und WKN A0ETXG Heineken Holding N.V. 

    also was bekomm ich bei der Holding noch zusätzlich ?

  74. Slazenger

    @Claus

    ähnlich wie du habe ich bei den Tiefstkursen im letzten Jahr Shell deutlich aufgestockt!

    Denkst du eigentlich darüber nach wenn Shell weiter steigt, sagen wir mal Richtung 30€ , deine Position wieder zu reduzieren?

  75. Claus

    @ Slazenger

    Glückwunsch zur Aufstockung! Habe auch recht lange darüber nachgedacht und meine damalige Position dann knapp verdreifacht.

    Shell ist in meinem Depot mit z.Zt. 11,3% die größte Position. Das liegt m.E. gerade noch im Rahmen. Normalerweise habe ich lieber mehrere Positionen mit max. je 2-5%. Im gesamten Sektor „ÖL/Gas/Energie“ habe ich in meinem Depot 5 Werte (incl. Shell) mit insgesamt 18,4% Anteil (Soll = max. 15%). Je nachdem, wie sich der Sektor oder einzelne Aktien hieraus entwickeln, könnte ich bei weiter steigenden Kursen auch Shell behalten und die eine oder andere Aktie aus diesem Sektor verkaufen. Sollte Shell weiter in Richtung 30€ laufen, würde ich evtl. einen Teil verkaufen, wenn sich gleichzeitig eine andere gute Einstiegschance bietet.

    Bisher bin ich sehr zufrieden mit der Entwicklung seit meiner Aufstockung. Die Dividende scheint durch den gestiegenen Ölpreis sicherer, als im letzten Jahr. Es wäre fatal, wenn Shell diese jetzt noch kürzen oder streichen würde.

    Es wäre ja schön, wenn Shell endlich mal die alten Höchstkurse aus 2000 knacken würde (37,75€), aber das ist noch ein weiter steiniger Weg.

  76. Slazenger

    @Claus

    ja so ähnlich denke ich auch über den Ölsektor, habe aus dieser Kategorie noch BP und eventuell kann man auch noch BASF dazu rechnen, der Pharmabereich wird langsam wieder interessant dank Trampi Boy !

  77. No Magic

    Stefan, Rätsel lösen macht Spaß.

    United States District Court in der Pearl Street („goldene“ Spitze) und

    Manhattan Borough President’s Office in der Centre Street (höhere Spitze links daneben/davor).

  78. Claus

    @ slazenger

    habe gestern meine 1. Position VF gekauft (1%). H & M habe ich schon genug, Nike ist mir zu teuer und meinen US-Anteil möchte ich nicht weiter erhöhen.

    Hast du eine Meinung zu Vodafone?

     

  79. Slazenger

    @Claus

    Vodafone hatte ich mal. Außer einer guten Dividende von ca. 6% geht da meiner Meinung nach nicht sehr viel, die Jungs vom Stuttgarter Aktienclub sind auch am überlegen ob sie die Aktie abstufen, wobei das nicht viel heißt. Mir ist Vodafone zu unsicher und zu langweilig.

    Nike dagegen finde ich aktuell nicht zu teuer, ich habe die letztes Jahr neu zugekauft bei 45 Euro, finde aber auch bis 50 kann man bezahlen . Nike wird die nächsten 5 Jahre immer noch robust wachsen.

    Hast du deine Medtronic Dividende jetzt erhalten? Ich noch nicht. Record Day war doch 21.12 ?Ich hatte sie Anfang Dezember gekauft.

  80. Fit und Gesund

    @Claus,

    gratuliere zu VF, da hast Du bestimmt einen guten Einstiegskurs erwischt, hätte ich auch gerne, nebst Church&Dwight, Diageo und Heineken, diesen Monat geht nix mehr, ich muss meine steuerbegünstigte 3te Säule füttern mit knapp 7000 CHF. Die ETF’s möchten auch wieder was abhaben, Alle wollen nur Geld 🙂

    Und Lindt und Sprüngli oder Geberit kann ich mir abschminken, Lindt steigt seit Tagen, dieses Jahr kauf ich keine Lindt Schoki mehr! 🙂

     

     

  81. Claus

    @ fit und gesund

    wenn ich kaufe, gebe ich meist eine limitierte Order vor der Mittagszeit auf, da es hier häufiger etwas abwärts geht. Hierbei habe ich schön öfters „gespart“, bzw. einen guten Kurs erwischt, gestern bei VF auch. Ich mag es, wenn neue Positionen gleich am 1. Tag trotz Kaufspesen im Plus liegen. Das ist eigentlich völlig unbedeutend, erfreut aber trotzdem. Und häufig sind solche Positionen sehr bald „gute Gewinner“.

    Procter & Gamble habe ich gestern auch noch etwas ergänzt, obwohl sie nicht ganz preiswert sind. Da ich nicht vorhabe, diese Aktie jemals zu verkaufen, gehe ich von langfristig guten Erträgen aus. Die Gesamtposition liegt weit im Plus und die Umstrukturierungen im Konzern scheinen sehr erfolgreich zu sein.

    Als nächstes werde ich prüfen, ob ich mich von einigen zu teuer gewordenen Aktien trenne oder diese Positionen reduziere. Mal sehen, verkaufe nur ungerne…

    Lindt steht auf meiner Watch-List, ist aber noch immer viel zu teuer. Hier müßte es mal einen kurzen Kursabsturz geben, doch daran glaube ich aufgrund der hohen Einstiegskurse nicht. Hier werden wohl kaum Zocker investiert sein, die panisch verkaufen und für hohe Volatilität sorgen.

    Von ETFs halte ich mich fern. Die meisten werden sicherlich korrekt abgewickelt, aber wo so viel Geld fließt, sind Betrügereien meist nicht weit. Bin gespannt, ob es hier mal zu Skandalen kommt.

  82. Fit und Gesund

    @Claus,

    mein Traum wäre es, ein Depot mit ungef. 25-30 Qualitätsaktien zu besitzen die ich für immer liegen lassen könnte, Konsumaktien und Med./Pharma übergewichtet, ich denke ich habe derer ungefähr 8. Leider geben Schweizer Aktien nun auch nicht so viel her, ist der Dax 0.5% im Minus, so ist der SMI meist 1% im Minus. Bei ausländischen Aktien ist es für mich schwieriger die einbehaltenen Steuern zurückzubekommen, d.h wenn meine Bank das für mich erledigt, zahl ich mich dumm und dämlich, also kann ich da auch nicht zuviel anlegen.

    Ich möchte eben noch die Alkoholaktien haben, Alk. geht immer, seh ich im Spital täglich, so viele Menschen haben ein Alkoholproblem, im Aldi schleppen die das Zeug kistenweise ab.

    Mit den ETF’s reduzieren sich (zumindest im Moment) die Schwankungen, aber ich hoffe nicht dass es hier zu Betrügereien kommt, die Hand kann man selbst bei Vanguard nicht ins Feuer legen, genausowenig wie für Banken.

    Gibt irgendwie nicht das Patentrezept für schnellen und sicheren Reichtum, bleibt nur Geduld und Sparsamkeit und mal ne Portion Glück evtl.

    Würdest Du H&M weiter empfehlen?

    Wünsche Dir viel Erfolg weiterhin.

  83. Claus

    @ fit und gesund

    Ja, den schnellen und sicheren Reichtum gibt es an der Börse nicht. Wer glaubt, schlauer als der Markt zu sein, wird seine Lektion sicherlich noch erhalten…

    Im Grunde ist es trotzdem sehr einfach und fast jeder könnte es schaffen. Alles, was macht braucht, sind die berühmten „4 Gs“ vom guten alten Kostolany:

    – Gedanken
    – Geld
    – Geduld
    – Glück

    Die ersten 3 muss man selbst mitbringen, den meisten fehlt es sicherlich an Geduld, so dass die Sache scheitert oder gar nicht erst begonnen wird („ist ja sinnlos bei meinem kleinen Gehalt“ oder „das dauert ja ewig“)

    Bei den Alk-Aktien gebe ich Dir vollkommen recht. Ist wie bei Tabak: An „Süchtigen“ kann man ganz legal gut verdienen… Diageo kann man durchaus kaufen, bei entsprechender Bewertung. Habe noch Brown-Forman im Visier, sind aber trotz derzeitigem „Rabatt“ von ca. 20% zu teuer.

    H & M halte ich für eine der besten Aktien in diesem Segment, auch wenn sie in letzter Zeit vom Kurs her nicht überzeugen konnten. Umsatz, Gewinn und Eigenkapital steigen seit Jahren.

    H & M hat eine starke Bilanz und baut das Filialnetz rasch aus. Da der Wareneinkauf überwiegend in USD erfolgt, ist der starke USD leider ein Bremsklotz. Auch zu warme Winter und zu kalte Sommer sind für den Absatz nicht gerade förderlich, aber hieran kann man nichts ändern. Das ist es vermutlich, was den Kurs nicht steigen läßt. Kürzlich hat auch einer der Firmeninhaber Anteile zugekauft.

    Mein Depotanteil ist 3,1% und ich überlege immer noch, auf 5% aufzustocken. Hier erwarte ich in den nächsten 1-2 Jahren deutlich höhere Kurse.

    4% Div. gibt es auch noch, doch die Schweden halten 30% QST ein und D nochmal 10%, sodass man in D 15% zuviel QST auf die Div. bezahlt. Bei mir sind im Depot letztes Jahr 2,54% nach Steuern angekommen. QST-Erstattung habe ich nicht beantragt. Mache das nur bei meinen Schweizer Aktien.

    Wünsche Dir noch einen schönen Tag und viel Erfolg.

  84. Claus

    @Slazenger

    Vodafone sehe ich ähnlich, es gibt nicht viel Positives ausser der Dividende. Und die soll zwar lt. Management weiter bezahlt und erhöht werden, aber das fällt mir schwer zu glauben. Die Bilanz spricht eine andere Sprache. Und im Sommer fallen die Roaming-Gebühren weg…

    Die Medtronic-Div. habe ich heute erhalten mit Wertstellung 13.1.
    Letzten Jan. waren es bei mir 195,- netto, jetzt 224,- bei unverändertem Bestand. Weiterer Kommentar überflüssig.

     

     

     

  85. StefanStefan

    @ No Magic

    Danke!

    Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet, dass das Justizgebäude sind…

  86. Simo

    Hallo an alle!

    Nochmal zu Heineken. Die will ich auch schon länger kaufen. Bin mir aber nie sicher welche von beiden. Tendiere mehr zur Holding. Gibt es dazu Meinungen?

    VG Simo

  87. Skywalker

    Bei mir juckt es zur Zeit sehr, mein Depot aufzulösen. Ich habe ca. 65 k investiert, bin ex Dividenden ca 5 % im Plus. Falls wir die richtige Immobilie finden denken wir daran etwas zu kaufen und ich brauche für die berufliche Selbstständgkeit evtl. Bares im nächsten Jahr (könnte auch über Kredit laufen).

     

    Soll ich das Depot auflösen? Klar, man hat einen langfristigen Plan, aber wenn man kurzfristig Geld braucht und dann z.B. Trump den Welthandel zerstört hat, was dann?

     

  88. Fit und Gesund

    @Claus,

    danke für die Einschätzung zu H&M,

    @Simo,

    ich bin auch unsicher ob Heineken Holding oder Heineken, wäre also auch für mich interessant Deine Frage.

    @Skywalker,

    das ist immer so eine Frage ob man sein Aktienvermögen zugunsten eines anderen Investitionsziels auflöst, ich hatte zuerst die Immobilie, irgendwie gefällt mir nur die Angst vor Trump als Argumentation nicht so ganz, wie würdest Du handeln wenn es nun keinen Trump gäbe?

    Ich halte auch immer die Augen nach einer kleinen Wohnung in D offen, nix Runtergekommenes zum nur Mietzins rausziehen, sondern was wo man gut noch 5 Jahre vermieten könnte und wo ich dann evtl. mal selber reinziehen könnte (vorausgesetzt ich gehe nach D zurück), in Konstanz sind solche Wohnungen sehr teuer und ich denke immer „nein, dafür geb ich meine schönen Aktien nicht her“,

    evtl. würde ich an Deiner Stelle die Aktien sein lassen und nix mehr dort an Geld reinstecken, sondern frisches Geld für die Immobilie zur Seite legen. Wenn Alle auf den crash warten kommt er vermutlich nicht, muss natürlich Jeder selber wissen, kann auch genau dann der Absturz kommen wenn Du Deine Immobilie gefunden hast.

     

  89. Sergent Garcia

    Neben VF sieht L Brands (Victoria Secrets etc.) recht interessant aus.

    Zudem die ganzen Retailer Target, Macy’s, CVS etc.

  90. PIBE350

    An Skywalker: Wir kennen natürlich die Details nicht, aber mit den Wörtern ,,langfristiger Plan“ hast du meiner Meinung nach die richtige Vorlage geliefert: Haben sich deine jetzigen langfristigen Pläne so geändert, dass du dein Depot oder große Teile davon verkaufen musst? Diese Frage können wir nicht für dich beantworten. Falls ja, würde ich zeitnah verkaufen.

    An Fit und Gesund: Ich habe mir heute einen 100-Gramm-Goldbarren gegönnt. Das Teil liegt schon etwas besser als einzelne Unzen in der Hand. 😀

  91. Sergent Garcia

    @Fit und Gesund

    Vielen Dank, habe ich gesehen.

    TGT heute -6%.

    Aber jedes Jahr bietet in der Regel 1-2 schöne Rücksetzer, in denen man günstiger kaufen kann.

    Etwas Liquidität bereithalten, schadet also nicht.

  92. Fit und Gesund

    @GoldPIBE350,

    Gratuliere, glaube gerne dass das super gut in der Hand liegt, und der Geldbeutel ist jetzt auch leichter, aber weniger leicht als wenn Du einzelne Unzen gekauft hättest, wieviel hast Du prozentual gesehen da gespart?

    Der Goldpreis wird dieses Jahr wieder steigen, ich werde demnächst wieder eine Unze kaufen, max. 50g, mehr ist im Moment nicht drin, leider, aber ich brauch auch mehr von dem Zeugs, das steht fest.

  93. Mattoc

    Skywalker, ein 65.000 Euro Depot zu verkaufen, um eine Immobilie anzubezahlen, käme mir nicht in den Sinn. Da müsste die Notlage schon groß sein.

  94. Skywalker

    Danke F&G und PIBE350 für die Ratschläge. Ich eigentlich stehe ich voll hinter meinem Plan, auch langfrisitg, daher sollte ich wohl erst mal abwägen und einige Nächte darüber schlafen.

    edit: auch danke Mattoc, danke. Darf ich fragen warum?

  95. Mattoc

    Skywalker, wir machen hier doch alle zusammen Buy & Hold. 🙂 Es wird nicht verkauft, es wird nicht geschimpft und wenn jemand der Meinung ist, dass die Kurse bald fallen werden, z.B. Wegen Trump (Emoji mit Augen nach oben) , dann spart man einfach monatlich Cash an und kauft, wenn die Kurse niedriger sind.

    Aber der Kauf einer Immobilie nach dem Verkauf des Depots und die Aufnahme von Fremdkapital zur Finanzierung ist ja ein GANZ ANDERER Plan…das machen andere Menschen. Wir machen das nicht. 🙂

  96. PIBE350

    An Fit und Gesund: Zirka 30 Euro bzw. 0,8 Prozent. Nicht die Welt, aber jetzt kenne ich den haptischen Unterschied zwischen 31,1 und 100 Gramm.

    Hahaha, jaaa. Andere erfreuen sich an Handtaschen, Schuhen, Armbanduhren oder iPhones, wir uns an einem glänzenden und geprägten Stück Metall.

    Eintrudelnde Dividendenzahlungen sind natürlich auch nett anzusehen, aber es handelt sich dabei nur um digitale Zahlen auf einem Bildschirm. 😉

  97. Fit und Gesund

    @Skywalker,

    es ist durchaus legitim über den Verkauf eines Aktienportfolios nachzudenken, vielleicht hast Du Familie oder planst eine Familie, eine selbstbewohnte Immobilie ist was Feines, ich habe meinen Kauf einer ETW nie bereut. Sie sollte allerdings gut finanzierbar sein, so dass Du eben ruhig schlafen kannst, mit der beruflichen Selbständigkeit kommt dann noch ein weiterer Risikofaktor dazu, ich persönlich plädiere ja immer eher die Methode Schritt für Schritt, je nachdem was Dir wichtiger ist, würde ich nicht Alles auf’s Mal machen,

    ich weiss aber nicht in welchem Sektor Du selbständig werden willst, ich kenne, wie schon PIBE350 bemerkt hat die Details nicht, gehe einfach ruhig und bedacht vor, hol Dir andere Meinungen ein von Leuten die sich gut auskennen, ich kann Dir leider nur Allgemeines dazu schreiben.

    Viel Glück!

    @PIBE350,
    danke für die Auskunft!

  98. Andreas

    @Pibe350:

    Habe bisher nur Aktien und würde nun auch gern mal Gold beimischen. Wie und wo kaufst du das denn? Und wo lagerst du es? Ist da ein Bankschließfach empfehlenswert? Was sollte ich denn beim Goldkauf grundsätzlich beachten? Sorry für die vielen Fragen:) Ist bisher Neuland für mich…

     

     

  99. PIBE350

    An Mattoc: Weil er aktuell im Plus steht und wohl eher kurzfristig einen hohen Kapitalbedarf für ein neues langfristiges Ziel (eigentlich sogar 2) hätte. In diesem Fall würde ich nicht mehr auf weitere Kurssteigerungen spekulieren und Kasse machen.

    Zu unterscheiden von kurzfristigem Denken: Wer wegen kleineren Kapitalbedarfen verkaufen muss, hat keine entsprechende Notreserve vorgehalten.

    Ergänzen möchte ich noch etwas Allgemeines: Wer heute schon weiß, dass er in wenigen Jahren einen hohen Kapitalbedarf für eine Immobilie hat, sollte das dafür benötigte Eigenkapital besser nicht in Aktien ,,ansparen“. 😉

     

     

  100. Skywalker

    Danke! Es ist nur so, dass ich dachte, wir kaufen ein Haus. Leider lässt die Preisblase ein Haus wie und v.a. wo wir es gerne hätte als sehr unvernünftige Investition erscheinen. Dann habe ich vor 12 Monaten entschieden, jetzt wird das Geld nicht mehr auf dem Tagesgeldkonto gespart, sondern eben aktien gekauft.

    Der Hauswunsch ist immer noch vorhanden, ich habe ja auch nur 50% in Aktien, rest liegt cash vor.

    Ich werde wohl eher nicht verkaufen, habe mir noch einmal einige Artikel von Tim durchgelesen, das hilft 🙂 . Außerdem macht das Thema Aktien auch als Hobby sehr viel Spaß, wäre truairg, nicht dabei zu sein 🙂

    BTW: Mir ist gerade aufgefallen, dass Coca Cola eine historisch hohe Dividenenrendite hat aktuell (3,62%), gab es nach meinen kurzen Recherchen so fast noch nie… interessant, oder?

  101. PIBE350

    An Skywalker: Gern, aber bitte nicht als Ratschlag ansehen. Ich kann hier nur aus der Ferne ein paar grundsätzliche Gedanken formulieren. Wichtig ist nur, dass du letztendlich zu der für dich langfristig richtigen Entscheidung kommst. 😉

    An Andreas: Ein paar Grundregeln findest du hier, wobei ich persönlich mit Regel 7 nichts anfangen kann: http://www.goldreporter.de/gold-kaufen-die-10-wichtigsten-tipps-fuer-einsteiger/gold/62378/

    Ich kaufe wegen des Aufgeldes mindestens ganze Unzen (31,1 Gramm). Ich weiß nicht, wo du wohnst, aber wenn du einen namhaften und seriösen Edelmetallhändler in der Nähe hast, würde ich einen Kauf per Tafelgeschäft vorziehen. Per Versand ist aber auch in Ordnung. Ich werde mir demnächst einen hochwertigen Tresor zulegen, weil ich direkten Zugriff haben möchte.

     

     

  102. Couponschneider

    @Skywalker

    Jaja, der Immobilienwunsch. Manche mögen das als unvernünftig schelten, aber ich habe schon vor fünf, sechs Jahren in verschiedenen Foren (u.a. bei SPON) den Vorschlag gemacht, für den Immobilienwunsch in Aktien zu investieren. Das typische Ansparen für die Immobilie streckt sich bis zu zehn Jahren. Ziel ist es doch, mit möglichst viel Eigenkapital zu beginnen, d.h. man muss sein Vermögen vergrößern. Sollte die Gelegenheit kommen, dann greift man zu. Fertig.

    Davon raten ja viele Experten ab, weil Aktien zu volatil sind. Aber wir reden hier von einem Sparvorgang von zehn Jahren. Wer Anfang 20 beginnt und Anfang 30 baut oder kauft, hätte große Vorteile.

    Mein Traum ist ja ein einfacher Bungalow in meiner Heimat, in Waldnähe. Ich bräuchte keinen Garten; da schreit ja nur nach Arbeit. Ich würde mir Hängematte, Lektüre und Verpflegung mitnehmen und in den Wald gehen, eine schöne Lichtung suchen, wo zwei Bäume im idealen Abstand stehen. Das wäre mein Ideal. Mit einem Aktiendepot schaffe ich mir so viel Vermögen, dass ich mich bald ausklinken kann. Dann kann ich sowas auch kaufen, obwohl ich dort nicht die idealen Bedingung für den Broterwerb finde. Aber so eine Immobilie wäre dann umso günstiger.

    Der typische Sparer hat Stand- und Spielbein. Das Standbein ist der Brotberuf mit Erwerbseinkommen. Das Spielbein ist sein Vermögen. Und da muss er auf Rendite und Flexibilität setzen. Ein eingegipstes Spielbein ist noch ärger dran als das heile Standbein. Eingegipste Spielbeine wären: Konsumschulden, Bausparverträge, Kapitallebensversicherungen, Rentenversicherungen und alle weiteren Formen des betreuten Sparens.

     

     

  103. PIBE350

    An Couponschneider: Ich sehe keinen wirklichen Widerspruch zwischen ,,vielen Expertenaussagen“ und deinen. Unabhängig eines Immobilienwunsches lautet eine grobe Faustregel, dass man nur Geld in Aktien stecken sollte, welches man mind. für 10 Jahre nicht braucht. Genau diesen Zeitraum hast du gerade genannt.

    Etwas Anderes ist es, wenn man bewusst keine Schwankungen aushalten kann oder möchte. Meiner Familie brauche ich beispielsweise auch nicht mit Aktien zu kommen. Was soll man machen? 😉

    Schöner Gedanke, ein einfaches Bungalow bzw. ein isoliertes Holzhäuschen schwirrt mir auch im Kopf herum, weil bei mir bald ein Umzug ansteht. Eine Baufläche mit passendem Fundament hätte ich schon. Strom, TV und Internet könnte ich abzwacken und die Toilette und Dusche des Nachbarhauses mitbenutzen. Nur mit den Baukosten für ein kleines Holzhäuschen habe ich mich noch nicht näher beschäftigt. Es soll ja Bausätze geben. 20 bis 25 m² würden mir schon ausreichen. Und dann wäre da noch die lästige Bauamtsbürokratie. Mal schauen.

  104. Rainer ZufallRainer Zufall

    @ Pibe,  ja so ein kleiner Bungalow, das hätte schon was. Oder: Habe vor einiger Zeit eine Doku über Hausboote gesehen. Eigentlich waren das moderne Bungalows auf schwimmenden Plattformen. Mit Dachterrasse.  Fand ich klasse, geht halt aber nicht überall. Aber das wäre schon was.

  105. Andreas

    @Pibe: Vielen Dank!

    Bin selbst grad in eine Ansparphase, traue dem Braten momentan noch nicht so. Werde jetzt mal mehr Cash ansammeln als sonst und  schauen, was in diesem Jahr passiert:)

  106. Claus

    @ alle

    Bin kein Goldfreund, aber überlege gerade, ob es Sinn macht, bei einem erwarteten Bärenmarkt (keine Panik, noch ist es m.E. nicht so weit, aber man muss ja zeitig vorsorgen…) physisches Gold (Barren) zu kaufen.

    Wenn ich anfange, einzelne Positionen zu verkaufen, müßte ich das anfallende Cash (>100k oder zur weiteren Sicherheit noch weniger) auf mehrere Konten verteilen, um im Extremfall nicht Opfer der Einlagensicherungsbestimmungen (…was für ein Wort, grr…) zu werden.

    Hierzu müßte ich einige weitere Konten neu eröffnen, wozu ich gar keine Lust habe (Gebühren, Verwaltung, etc.).

    Bei Consors kann man physisches Gold bequem online kaufen und lagern lassen. (vermutlich über Partner). Soweit ich auf die Schnelle gesehen habe, kostet das 0,6% p.A., zahlbar quartalsweise.

    Meine Frage:
    Hat hier schon jemand Erfahrungen damit gesammelt? Kann auch bei anderen Banken/Firmen sein. Sind die Gebühren akzeptabel? Was kostet es Euch, Gold sicher zu lagern (nicht zu Hause im Tresor oder versteckt…).

    Wenn ich z.B. von einem 3-jährigen Bärenmarkt ausgehe, würden bei der Goldlagerung rund 2% Gebühren anfallen. Sollte der Goldpreis in dieser Zeit steigen, womit zu rechnen ist, sind evtl. Gewinne ja nach über 1 Jahr Haltedauer steuerfrei.

    Ob es sich letztendlich rechnet, in diesem Fall einen Teil des Depots (30-70%) in Gold umzuwandeln, kann man vorher, wie immer, nicht wissen. Es fallen ja nicht nur die Goldlagerkosten an, sondern auch Spesen für Verkauf und späteren Neukauf der Aktien, sowie Dividendenausfälle und Abgeltungssteuern. Auch der spätere Goldverkauf könnte schwierig werden, wenn man zu lange wartet, alle wieder Gold in Cash verwandeln wollen und der Goldpreis wieder fällt.

     

  107. Skywalker

    @Claus: wie kann man sicher sein, dass Gold im Bärsemarkt besser läuft als Festgeld oder defensive Aktien? Und wann gab es einen 3 jährigen Bärsenmarkt? Seit 1995 nicht, oder? Kann man den nicht infach aussitzen und im Bärenmarkt nachkaufen?

  108. Oliver

    @Claus

    Bin ja weit ab, ein Goldjünger zu sein und habe nur ein paar wenige kleine Goldbarren und Silbermünzen. Die habe ich bei einer lokalen Raiffeisenbank im Schließfach liegen. Da kann dir nichts großartiges passieren. Kostet so 30 EURO im Jahr.

    Trotzdem frage ich mich, warum einige auf einmal so nervös werden? Möchten jetzt wirklich welche anfangen zu timen? Wenns total blöd läuft, dann habt ihr die gleiche Situation wie die paar, die vor der Trumpwahl ihre Depots leergeräumt  und den Gewinnen nachgesehen haben. Glaubt jemand wirklich, dass ein einzelner Politiker wie Trump im Alleingang die Weltwirtschaft vernichten kann? Und wenn sie alle wirklich bekloppt werden und einen großen Krieg anfangen, dann sind Goldbarren oder Aktien die allerkleinsten Sorgen.

    Ich persönlich habe heute wieder nachgekauft. Kann sein, dass es dieses Jahr schlecht läuft, kann aber auch ganz anders aussehen. Letztendlich mache ich mir momentan nicht so viele Gedanken darum. Außerdem: Verkäufe kosten über 25% Kapitalertragssteuer, die muß man dann auch noch mit reinrechnen. Lohnt sich also nur, wenns ganz weit runter geht. Das sehe ich aber nicht als realistisch an. Langfristig investieren heißt möglichst wenig machen. Alles, was Du tust, bringt automatisch in der Sekunde Kosten. Wenn Du richtig liegst, ist alles gut. Wenn nicht, dann hast Du nur diese Kosten. Nur als kleiner Denkanstoß.

     

  109. Claus

    @ Skywalker

    „@Claus: wie kann man sicher sein, dass Gold im Bärsemarkt besser läuft als Festgeld oder defensive Aktien?

    ??? Davon habe ich nichts geschrieben, aber in einem Bärenmarkt fallen alle Aktien, auch vermeintlich „defensive“. 50% Minus sind immer drin, auch bei einer Nestle, P&G und Co. Über Festgeld braucht man z.Zt. wohl nicht nachzudenken…

    „Und wann gab es einen 3 jährigen Bärsenmarkt? Seit 1995 nicht, oder? Kann man den nicht infach aussitzen und im Bärenmarkt nachkaufen?“

    Dann schau dir mal 2000-2003 an. In dieser Zeit habe ich durch nachkaufen 300k verloren, über 80% meines damaligen Kapitals. Nicht nur ich bin der Meinung, dass Nachkaufen in einem echten Bärenmarkt das Dümmste ist, was man tun kann. Wann kaufst Du denn nach? Bei -10%? Oder lieber erst bei -20%? Du bist schlau und kaufst erst bei -30% nach, dann aber richtig viel?? Viele Werte haben damals 80 und 90% verloren. Soviel Cash zum Nachkaufen hat kaum jemand…

    Ist nicht böse gemeint, aber ich habe das durchlebt…

    Die „Goldgeschichte“ ist doch nur ein Gedankenspiel. Ich bin kein Goldfreund, aber man muss für alles offen sein und alle Möglichkeiten einmal durchspielen. Wenn die Situation da ist, ist es zu spät.

    @ Oliver

    Ich bin in keinster Weise nervös oder beunruhigt, schon gar nicht, was Trump betrifft oder den Brexit. Bisher habe ich hiervon nur profitiert. Diese Woche habe ich wieder einige Aktien gekauft… Ich liebe Panik-Tage und kaufe dann sehr gerne ein. Wer das durgestanden hat, was hinter mir liegt, der fürchtet sich nicht mehr. Die damaligen Verluste habe ich inzwischen vollständig „zurück erkämpft“.

     

     

  110. PIBE350

    An Claus: Ich sehe Gold als einen festen und langfristigen Portfoliobestandteil an, aber falls du wirklich mit Gold spekulieren möchtest, würde ich zu Xetra-Gold greifen. Die Kurse sind so gut, dass man quasi zum Spot-Preis kaufen und verkaufen kann.

    Und es gibt zwar eine Verwahrungsgebühr (0,3 Prozent pro Jahr), aber die Banken (z.B. Comdirect und Consorsbank) geben diese wohl nicht an die Kunden weiter. Aus diesem Grund bietet z.B. die Ing-Diba Xetra-Gold schon länger nicht mehr an.

    An Oliver: Ich bin nicht sonderlich nervös und halte es beim Gold wie mit Aktien: regelmäßig nachkaufen und langfristig behalten, nicht damit spekulieren. 😉

  111. Fit und Gesund

    hallo Claus,

    ich bin ja nun ein Goldanhänger, aber die ganze Sache ist noch im Aufbau, ich habe nur ein paar Unzen, derzeit sind sie im Schliessfach meiner CH-er Bank und sie sind auch versichert, die wirtschaftliche und politische Lage in der CH erscheint mir stabil. Sowas kann aber ändern und ich habe nicht den Schweizer Pass, obwohl ich den beantragen könnte.

    Wichtig ist mir,

    nur physisches Gold, niemals irgendwelches Papiergold oder ETF’s oder was auch immer.

    Es gibt Stellen wo man das Gold verwahren kann, und ja, das kostet, aber wichtig ist, dass Du die Variante mit „allocated gold“ wählst, die Unkosten wären mir in dem Fall egal, selbst wenn sie schlussendlich 5% betragen würden, besonders eben bei grossen Geldsummen.

    https://www.bullionvault.com/guide/gold/Allocated-gold, das erachte ich als ziemlich sicher, aber nicht 100%, es sind einfach andere Menschen involviert und da ist immer ein Risiko (mir wurde meine erste Goldbestellung ja durch den Postboten geklaut..Degussa hat das vorbildlich gehandelt)

    Bei Lagerung daheim kommt nur ein Tresor in Frage der auch noch fest irgendwie verankert sein muss, hier ist das Risiko dass der Schurke Dir das Messer an den Hals hält und Dich zwingt den Tresor zu öffnen, also ganz sicher ist das auch nicht, NIX ist ganz sicher im Leben,

    Goldkauf am Besten als Tafelgeschäft und mit Niemand darüber reden, mit gar Niemand!

    Nächste Woche hab ich ein paar Tage frei, evtl. werd ich mal auf shopping-tour gehen, ich kaufe immer mal wieder was, das tut mir dann nicht weh, und was mir eben noch wichtig ist, ich rechne meine paar Unzen nicht zum Vermögen, so ist es mir völlig egal ob der Kurs hoch oder runter geht, ich würde was drum geben wenn es ordentlich runterginge!
    Vergessen, wie wäre es wenn Du Geld in CHF tauschst? Zinsen gibt es aber nicht, eher schon Minuszinsen.

     

     

  112. Rainer ZufallRainer Zufall

    Ich sehe Gold ebenfalls als festen wenn auch geringen Bestandteil im Portfolio an. Ich habe physisches Gold im Schließfach,  sehe aber Etfs o.ä. Nicht kritisch. Warum auch? Nehmen wir Xetra Gold. Es ist physisch hinterlegt, nach der Haltedauer steuerfrei und man kann es bequem handeln. Was soll passieren? Gut Betrügereien sind theoretisch möglich. Und in einer krassen Krisensituation (von der hier aber eh niemand ausgeht) dürfte es schwierig werden drankommen. Aber ans Gold im Schließfach würde dann auch niemand kommen denke ich. Was also sind die Vorteile von physischen Gold? Man kann es anfassen. Aber wenn im Schließfach liegt oder anderswo verwahrt wird, ist das ebenfalls nicht möglich.

     

  113. PIBE350

    An Fit und Gesund: Gute Einstellung. Ich bin auch tiefenentspannt. Warum?

    Das soll jetzt nicht fies klingen, aber die Rechnung ist ganz einfach: Wenn man alles bisher geförderte Gold der Welt gleichmäßig auf alle Erdbewohner aufteilen würde, würde jeder gerade mal auf 25 Gramm kommen. Wenn man also beispielsweise schon 250 Gramm sein Eigen nennt, müssen zwangsläufig 9 andere Menschen leer ausgehen. Und jährlich kommen gerade mal 3.000 Tonnen (zirka 0,4 Gramm pro Erdbewohner) dazu.

    Ich hoffe auch auf sinkende Kurse, aber langfristig kann es nur wertvoller werden. 😉

    An Rainer: Ich habe gelesen, dass Papiergold zum Beispiel bei der Comex nur noch zu zirka 0,2 Prozent durch physisches Gold gedeckt ist. Das ist heftig. Aber selbst wenn manche Anbieter ihre Papiere mit physischem Gold hinterlegen, besteht immer noch ein Gegenparteirisiko. Gerade dann, wenn man sein Gold am dringendsten bräuchte, könnte dies zu einem Problem werden.

  114. Fit und Gesund

    An PIBE350,

    wir sind uns ja in Vielem einig, aber beim Gold eben besonders 🙂

    Mit dem Gold fühl ich mich irgendwie pudelwohl, es verliert seinen Wert nicht, egal wie gerade der Preis ist, ob manipuliert oder nicht, mir egal, ich weiss was ich habe, es hat eine beruhigende Wirkung auf mich, an Aktien hab ich immer die Erwartung dass sie steigen sollen, mein Gold soll einfach nur da sein.

    Ich lese immer noch mein zweites Goldbuch, von Ferdinand Lips „Die Goldverschwörung“ bisschen trocken, aber durchaus interessant und auch lehrreich, bin gespannt auf das Kapitel „was geschah mit Deutschland’s Gold?“,

    ich hab auch noch gebraucht das Buch „Das Silberkomplott“ gekauft, aber das kommt dann später.

  115. Slazenger

    @Claus

    ich bin kein großer Goldfreund, aber wenn, dann würde ich dir auch zu physischem Gold im Schließfach raten! Es muss nicht zwangsweise so kommen dass Gold in einer Krise den Wert behält oder der Preis steigt!!!

    Soweit ich weiß hast du ja 2000-2003 den Fehler gemacht die Teils massiv gefallenen Techwerte nachzukaufen! Da du diese Erfahrung bereits gemacht hast, wirst du sie nicht noch einmal machen, und einfach in Qualität investieren wenn der Markt deutlich korrogiert,  und ob das dann bei minus 20,30 oder 50% sein wird, man weiß es nicht, aber jede neue Investition bringt dir wieder neue Erträge. Gold bringt nichts außer Kosten! Sollte ich der Meinung sein ein Crash oder eine sehr deutlich Korrektur steht bevor, werde ich mein Geld (30-50% vom Depot) auf einem niedrig verzinsten Konto parken, um jederzeit handlungsfähig zu sein sollten sich Schnäppchen ergeben! An einer jahrelange Baisse glaube ich nicht!

    Aber jeder hier hat seine eigene Strategie und das ist gut so!

    Apropo wo ist eigentlich Christoph? Nur noch mit dem Wuff draußen?

  116. vonaufdenboden

    Ich halte zwei Goldaktien. Eine davon ist Barrick Gold. Meiner Ansicht nach ein solides Unternehmen. Die Schulden werden erfolgreich abgebaut und der Förderpreis pro Unze ist unter allen Goldminen der niedrigste. Die Kurse bewegen sich mit dem Goldkurs und letztes Jahr gab es einen Kursgewinn von über 100%.

    Ich werde im Februar etwas austocken. Goldcorp halte ich auch. Hat bis dato aber nicht so stark zugelegt. Insgesamt representieren meine beiden Goldaktien etwa 6% meines Aktiendepots. Nettodividendenrendite bei beiden aber nur in etwa 1%.

    Irgendwie ist ir das lieber als physisches Gold. Hat von euch auch jemand Goldaktien im Depot?

    vonaufdenboden

  117. Sergent Garcia

    Goldaktien sind ein Investment in Gold mit Hebel. Ich halte ebenfalls Goldaktien, sogar über einen ETF auf den Sektor.

    Ein bisschen überholt, da es ja keine Zinsen mehr gibt, aber mal nach dem „Permanent Portfolio“ googeln zu Beispielen, was Gold in verschieden Zyklen leistet.

  118. Mattoc

    @Sergent Garcia:

    Und du hältst aktuell wirklich auch 25% langlaufende Staatsanleihen? Falls ja, welche denn?

     

  119. Andreas

    @Claus: Aber auch für 2000-2003 gilt ja, dass man bei nachgekauften Blue Chips die damaligen Verluste heute schon mehr als ausgeglichen hat. Also mit buy and hold hätte man auch da rückwirkend nicht wirklich Verluste gemacht, wenn man eben auf die großen, soliden Werte setzt.

    Natürlich erwischt man nie den Tiefpunkt, woher soll man auch vorher wissen, wie weit es runtergeht. Aber langfristig ist das ja auch sekundär. Hauptsache man kauft nach. Denn steigen werden die großen Werte ohnehin wieder;)

  120. Mr. B

    Hab gerade meinen ersten Kauf für 2017 getätigt:

    Target

    Im Februar geht’s weiter.

     

  121. ZaVodou

    Die Goldjünger sind für mich irgendwie pervers. Sie setzen darauf, dass das Geldsystem zusammenbricht, die Welt in ein Chaos stürzt und Millionen von Sparern ihr Geld los sind, denn nur so kann ihr Gold so richtig steigen.

    Da finde ich Aktien viel besser und vor allem nicht so destruktiv. Die Waren, die von den Firmen hergestellt werden, die hinter den Aktien stehen, werden von den Menschen gebraucht und gekauft werden. Egal, wie die Währung heisst oder mit was auch immer bezahlt wird.

    Firmen produzieren Mehrwert. Gold nicht. Ein Klumpen Gold bleibt ein Klumpen Gold.

    Gold kann als Zahlungsmittel verboten werden. Und auch Gold muss in so einem Szenario erst mal als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Vielleicht heisst es dann ja nicht eine Unze Gold für 10 Eier, sondern eine Jeans für 10 Eier.

    Ich hatte auch so einen Kollegen, der meinte, dass man sein Geld in physisches Gold anlegen müsste. Gold müsste viel höher stehen, aber der ganze Goldmarkt wäre manipuliert, aber eines Tages wird das Geldsystem zusammenbrechen.
    Er kaufe sich jedenfalls Goldbarren und Goldmünzen.

    Ich hatte ihm damals gesagt:“ Wenn du so denkst, dann kauf dir lieber einen Bauernhof. Bau eine riesige Mauer drumherum und vergiss nicht dich mit genügend Waffen und Munition einzudecken“.

    Ich hoffe jedenfalls, dass es nicht soweit kommt und kaufe weiter Aktien.

  122. Skywalker

    Zavodou, ich sehe das auch so. Dein Blog ist auch sehr interessant und super gelungen übrigens

  123. PIBE350

    An Fit und Gesund: Die Goldverschwörung kenne ich nicht, aber das Silberkomplott. Ganz witzig finde ich Vorträge und Interviews mit Herrn Bocker auf YouTube. Mit seinem sehr speziellen Humor versucht er den Leuten die Anlageklasse Gold schmackhaft zu haben. Falls du ihn noch nicht kennst: Es lohnt sich. 😀

    Aktien bzw. Unternehmensbeteiligungen mag ich auch. Jede Anlageklasse hat ihre Vor- und Nachteile. Mir ist Diversifikation sehr wichtig. Daher halte ich von reinen ,,Aktien oder Gold“-Diskussionen nichts. Warum soll man sich auf 1 Anlageklasse beschränken, wenn man auch mehrere haben kann? Bei einem Fußballspiel stellt man ja auch nicht nur Stürmer (Aktien) oder Abwehrspieler (Gold) auf. Du denkst mit Sicherheit ähnlich. 😉

  124. Gurki

    Guten Abend,

    wollte nur kurz was los werden: Das menschliche Gehirn ist ja irgendwie doof. Oder zumindest lässt es sich ziemlich gut verarschen…

    Beim heutigen Einkauf brauchte ich noch Zahnpasta. Also habe ich geschaut ob welche im Angebot ist. War auch, die „Blend-a-Dent“ für 0,79€ statt 0,99€ die Tube. Zack, in den Einkaufskorb gelegt, schließlich war das Preisschild schön Gelb => „Aktion! Kauf mich!“.

    Erst beim zweiten Hinschauen habe ich die „Signal“ mit normalem Preisschild für 0,69€ die Tube gesehen. Also wieder getauscht, 10 Cent gespart, hat mich gefreut. 🙂

    Als Schweinere finde ich ja die Aktionsschilder mit reduziertem Preis und ganz klein steht dann da drauf „Ab Kauf von 3 Stück“ (o.ä.). Da bin ich auch schon mal drauf reingefallen. Gerne gemacht bei real. Seitdem schaue ich zwei mal hin!

     

  125. Didi

    Diversifikation ist nie verkehrt, aber wenn es rein um die Absicherung eines Portfolios geht und wir keine Weltuntergangsspielchen simulieren wollen, dann macht aus meiner Sicht, ein Hebelzertifikat mit z.B. Hebel 10 am meisten Sinn. Kostet halt – wie jede Versicherung, aber das Dividendendepot bleibt unangetastet. Verkauf und anschließender Neuaufbau kostet enorme Spesen, Steuern und ev. der falsche Zeitpunkt, Nerven etc….

  126. Mattoc

    @Didi

    Auf welchen Basiswert denn? Nenne mal eine WKN oder ISIN. Ich möchte mir das Produkt mal anschauen.

    Danke!

  127. Mattoc

    @Gurki

    Ich esse jetzt zwei Kohlrabi als Chips geschnitten (Aldi, 69 Cent pro Stück) und gucke The walking dead. 🙂

  128. Didi

    @Mattoc

    z.B. Ein Put auf den DAX mit Hebel 12: DE0008469008 – aber steigt der DAX über ~12480 ist das Zertifikat wertlos!!! Es gibt tausende Hebelzertifikate…

    Ich versuche mein Dividendendepot mit einer Tradingkomponente abzusichern oder zus. Performance zu generieren. Maximal 5% des Depotwertes wird für Trading herangezogen, wenn es klare Trends gibt!

    Aktuell gibt es ja eine Seitwärtsbewegung, von dem her derzeit keine Aktivitäten im Tradingbereich.

    Nett sind auch ETFs mit Hebel 2 oder 3…da ist der Vorteil, daß es diese Knock-out Schwelle nicht gibt..d.h. da kann man auch auf Zeit spielen, wenn es mal gegen Einen läuft.

    Aber das hier ist ja ein „buy and hold“ Blog – den besten den ich gefunden habe bisher…da passt glaube ich keine Diskussion über Tradingstrategien.

    Wobei ich erkenne, daß einige nervös werden…je höher das Basiskapital für die Dividendenstrategie umso mehr die „unrunden“ Gedanken…deswegen mein Input hier zu einer möglichen Strategie um wieded entspannt die Dividenden zu genießen 🙂

    GLTA!

     

  129. Sergent Garcia

    @Gurki

    Bedeutender ist der Preis pro Liter/Einheit. Gerade Colgate war so nett die Preise bei reduzierter Menge stabil zu halten.

  130. Sergent Garcia

    @Didi

    Butter bei die Fische. Wieviel Gewinn hast Du mit Deinen Tradingstrategien erreicht? Also real abzgl. der Verlusttrades.

  131. Claus

    @PIBE350 & Slazenger

    danke….

    @ fit und gesund

    danke für Deinen Kommentar. Habe nicht vor Gold zu kaufen, wollte nur mal durchrechnen, was es kostet, 50-70% des Depots in physisches Gold umzuwandeln und ausser Haus versichert zu lagern. Falls ich mein Depot mal „räumen“ würde, müßte ich ansonsten einige weitere Konten für das Cash eröffnen, was ich aber vermeiden möchte.

    Der Tausch in CHF würde in diesem Fall nicht helfen, da die Summe einfach in EUR umgerechnet wird und zur sonstigen Cash-Summe zählt.

    Am liebsten bin ich voll investiert und hoffe, das das noch lange so bleiben kann…

    @ Andreas

    im Prinzip hast Du recht mit dem Halten der Blue-Chips, aber es gibt auch genügend Aktien, die den Stand von 2000 bis heute nicht mehr erreicht haben, z.B.:

    Canon, 36, heute 27,20
    Cisco 84,50, heute 28,30! !
    GE, 68, heute 29!!
    Harley, 66, heute 54
    Intel, 84,50, heute 34,60!!
    Oracle, 52, heute 37
    Prudential, 20, heute 18
    Shell, 37,75, heute 25,60
    Vodafone 7,67, heute 2,45
    Walmart, 71,80, heute 64

    Selbst Coke steht heute erst 2 EUR höher,  IBM 3 EUR höher, Medtronic 5 Eur höher, SAP immerhin 14 EUR höher, = 20% nach 17 Jahren!

    …und auch Microsoft hat den 2000er-Kurs gerade erst wieder erreicht.

    Dazu fallen mir noch Dell + EMC ein, heute nicht mehr börsennotiert. Von Nokia, Ericcson, Nortel & Co. möchte ich gar nicht sprechen, da sie heute m.E. keine Investition mehr wert sind.

    Es ist also gar nicht einfach, einen Bärenmarkt heil zu überstehen.

    Da ich schon 57 Jahre alt bin, habe ich eider keine weiteren 17 Jahre mehr Zeit, dies auszusitzen…

     

     

  132. Andreas

    @Claus:

    Ok stimmt, so einfach ist es natürlich immer nicht. Und im Alter von 33 Jahren habe ich tatsächlich noch eine etwas andere Perspektive bzw. einfach etwas mehr Zeit um einen Bärenmarkt auszusitzen. Aktuell traue ich dem Braten auch nicht so ganz, mir ist an vielen Stellen zu viel Unsicherheit im Spiel und es sitzen Charaktere an bestimmten Positionen, denen ich nicht traue. Deswegen bin ich aktuell etwas abwartend, aber wer weiß, vielleicht kommt auch alles ganz positiv.

    Zuletzt habe ich eher in defensive Werte wie Pharma und Konsum/Lebensmittel investiert, abgesehen von Apple. Was der nächste Kauf wird, ist noch offen.

  133. Sergent Garcia

    @Mattoc

    Nein, ich lege selbst nicht nach dem PP an, aber ich halte trotzdem einige Anleihen – normalerweise bis zur Fälligkeit.

  134. Ryan

    Irgendwie ist ir das lieber als physisches Gold. Hat von euch auch jemand Goldaktien im Depot?

    vonaufdenboden

    Ich habe neben Gold (Xetra-Gold und physisch bei Goldmoney.com) folgende Gold Aktien:

    Barrick Gold
    Newcrest Mining
    Silver Wheaton
    B2Gold

    Gruß,
    Ryan

  135. MFINVERSUS

    Hallo zusammen!

    Ich bin Finanz-Blogger wie Tim Schäfer sehr Dankbar, für den Mehrwert den ich immer wieder mitnehmen darf. Kurz zu mir: Bin 35 Jahre alt und lebe in meinem Mehrfamilienhaus mittlerweile Mietfrei und habe 4 Wohnungen vermietet. Die Mieteinnahmen decken sowohl Kredit wie auch Verwaltungskosten ab. Die Immobilie sollte 2025 vollständig getilgt sein. Die Kombination aus gutem Gehalt und Mietfrei wohnen, ermöglicht natürlich eine hohe Sparquote (50%) für das Dividenden-Depot. Hier ist das Ziel ganz klar: Finanzielle Freiheit mit Plusminus 43 Jahren. Mein Familienstand: Verheiratet. 3 Kinder. Alles machbar!

    Wünsche Euch weiterhin maximalen Erfolg. Beste Grüße!

  136. Mahtchello

    Also ich verstehe die Empfehlung der Leute für P&G (momentan) nicht, mich plagt das Gefühl das hier einfach der Herde hither gerannt wird.

    Ja, der Konzern liefert seit Ewigkeiten ab.

    Ja, der Konzern ist gigantisch groß und nicht weg zu denken

    Ja, er zahlt zuverlässig seine Dividende und wird das sicher nicht so schnell ändern

    Ja, in der Größe ist Wachstum sehr sehr schwer.

    Aber er fährt seit mind. 3 Geschäftsjahren (das vierte sehen wir im Sommer) ein dickes und steigendes Minus im Umsatz ein. Und der letzte hohe ausgewiesene Gewinn geht auf den Verkauf mancher Marken zurück (ich glaube Henkel?). Und das in einer Zeit, in der viele andere Unternehmen stark gewinnen konnten.

    Das heißt sowohl Umsatz als eig. auch der Gewinn gehen deutlich zurück, der Kurs steigt aber permanent. Es ist eben ein „Ever green“ und gefühlt jeder hat diese Aktie im Depot und empfiehlt sie. Aber bei dem derzeitigen Hoch in Verbindung mit den Zahlen.

     

    Zumindest zum Einstieg jetzt, empfinde ich da eher Abneigung.

    Just my 2 c

     

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