Experte warnt vor dem Platzen der Goldblase


New York, 21. März 2011

Der Ökonom Vikram Mansharamani hat die Bildung von Asset-Blasen untersucht. In seinem neuen Buch Boombustology: Spotting Financial Bubbles Before They Burst – „Boomwissenschaft: Finanzblasen auskundschaften bevor sie platzen“ hält er Gold nach dem US-Immobilienhype für die nächste Mega-Blase. Er sagt, wenn man Werbung für ein Anlagegut praktisch an jeder Straßenecke entdeckt, dann stünde das Platzen der Blase kurz bevor. Und bei Gold sei dies der Fall. Ein Herdenverhalten, billiges Geld und ein übertriebenes Vertrauen sind seiner Meinung nach drei wichtige Indizien für eine Blase. Hier können Sie ein kurzes Interview mit dem Finanzexperten sehen. Ich würde Gold (noch) nicht als Blase einschätzen, wobei mit einem herben Kursrückschlag jederzeit zu rechnen ist.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Experte warnt vor dem Platzen der Goldblase

  1. Robert

    Wenn ich schon mal dabei bin. Gold ist in meinen Augen jetzt schon eine Blase.

    Nachts sehe ich Werbung auf den üblichen Schmuddelsendern. In der Schweiz und in den UAE/Dubai hab ich Automaten gesehen in denen man Münzen kaufen kann. In Deutschland sehe ich inzwischen bei Zeitungsläden/Kiosks das man dort Geld in Zahlung nimmt.

    Nach 400% bis 600% Kurssteigerung ist Gold inzwischen ein Allerweltsthema. Jeder Hinz und Kunz hat inzwischen Gold gekauft. Die üblichen Pusher raten immer noch zum Einstieg.

    Als Gold damals bei 220 US$ je Unze war, hat keine Sau danach gekräht. Und die britische Nationalbank/Treasury hat zu Tiefstkursen Ihren Goldbestand rausgehauen.

    Die Stimmung hat sich vollkommen gedreht. Euphorie, Optimismus und satte Kurssteigerungen in den letzten Jahren. Wer jetzt noch aufspringt auf den Zug kommt unter die Räder.

    Zudem Gold an sich und in sich Probleme hat. Gold hat keinen fundamentalen Wert. Es zahlt keine Dividende, es baut keine neuen Fabriken. Es verursacht nur Kosten.

    Die Produzentenzahlen und die Nachfrage ist im übrigen seit 2 Jahren stabil bzw. sogar gefallen. DAs einzige was gestiegen ist, ist die Nachfrage der Spekulanten (World Gold Council).

    Lange Rede, kurzer Sinn. Ich hab mein Gold alles verkauft (bis auf 1-2-3 Krügerrand). Die letzten paar Prozente soll jemand anders machen.

    Natürlich weiss ich was George sagt (der Soros ist gemeint). Gold kann durchaus noch die größte Bubble werden. Aber, aber. Rechtzeitig auszusteigen aus diesen Bubbles ist sehr schwer. Bei der letzten Goldblase in den 70ern war der Zeitraum zu Höchstkursen zu verkaufen sehr, sehr kurz. Die Kurse fallen nun einmal, auch bei den Rohstoffen, um ein vielfaches schneller als das Sie steigen. Meine 5 Cents zum Goldmarkt…

    viele Grüße.
    Robert

  2. Hubsen

    wenn der Goldkurs eine reine Blase wäre, dann wäre der Vertrauensverlust in die bestehende extreme staatliche Schuldenpolitik und die damit verbundenen Folgen dieser expansiven Geldmengenpolitik auch nichts weiter als eine bloße Hysterie.

    Mir scheint jedoch der realpolitische Hintergrund viel zu gefährlich, um eine Vertrauenskrise ins Papiergeld absagen zu können. Also eher droht m.E. die Staatsanleihenblase zu platzen (da diese ja als Vehikel zur Schuldenaufnahme benutzt wird) – Welcher Private leiht dem hochverschuldeten Staat noch langfristig Geld, außer der Staat sich selbst durch Ankäufe von selbstausgegebenen Anleihen (Bsp. USA).

    Aber zugegeben, es hat sich auch das Chance/Risiko Verhältnis für ein Neuinvestment in Gold und Silber sehr verschlechtert – auch wenn der Trend noch längst nicht gebrochen scheint.

    Da alle aufgenommenen Schulden irgendwann mal vom Bürger zu tragen sind und dies für die Politikerzunft am schmerzlosesten mittels Geldentwertung (hohen Inflationsraten) durchzusetzen ist (eine angeblich „fremdverschuldete“ Inflation dient als vorgeschobener Sündenbock) kann man gespannt sein, was dann noch seinen Wert behält??

    Erst wenn die Realzinsen positiv werden, dann geht´s runter mit dem unproduktiven Gold.

    Die Hebel-Auswirkungen durch die enorme Abkoppelung des Finanzproduktevolumens von der Realwirtschaft (z.B. auch die hohen ungedeckten Papiergoldbestände) werden die Volatilität noch dramatisch anheizen – in vielen Assetklassen.

    Sehr gewagtes Experiment, dass da mit uns gemacht wird -> analog wie bei der Atomkraft…. geht lange gut bis plötzlich der GAU vor der eigenen Türe steht.

  3. Matthäus Piksa

    Zitat von Warren Buffet aus dem folgenden Videobeitrag: „Papermoney generally has a lousy future!“ Außerdem geht der Altmeister von einer hohen Inflation aus spricht aber weiterhin davon, dass Amerika eine glänzende Zukunft bevor steht. Von Gold hält Buffet nicht sehr viel, wie in einem verlinkten Beitrag weiter unten nachgelesen werden kann. Ich interpretiere dieses Interview deshalb als klares Aktienkauf-Statement. Sehen Sie selbst: http://www.goldreporter.de/warren-buffett-papiergeld-hat-eine-lausige-zukunft/news/6592/

  4. Hubsen

    Klar ist Gold unproduktiv und verursacht in realer Form zusätzlich nicht unbeträchtliche Transaktions- und Lagerkosten, notiert in Dollar, und der „Zug ist jetzt auch schon lange im Rollen“

    Aber was hält wirklich einer Megainflation stand?
    Sind viele Aktienkurse vielleicht auch nur deshalb so hoch gelaufen, weil die übergroße vorhandene Geldmenge auf eine – im Vergleich zum Sparbuch/Anleihezins lukrativere Veranlagung – drängt?

    Was passiert dann, wenn die Inflation dramatisch steigt und die Sparzinsen mit der Erhöhung kaum mitkommen?

    Welche Assetklasse ist dann wirklich die Lösung? Ich bin mir auch nicht sicher welche Investments in der Krise tatsächlich Wert behalten??

    Rohstoffaktien/fonds? Immobilien(aktien)?, InflationLinked Bonds-ETF? ShortETFs auf lfr.Anleihen? Doch Gold? oder besser sich selbst verbrauchendes Silber? Beide physisch oder genügt die komfortablere Papiervariante – aber wie lange noch… falls es wirklich kritisch wird?

    Welche konkreten Produkte/Strategien(wenn möglich mit ISIN) sind eure Favoriten?

  5. tim schaefertim schaefer

    Danke Robert, Hubsen, Matthäus für die fundierten Kommentare. @Hubsen: Zu Ihrer Frage, wo denn nun investieren? Mein Vorschlag, weil der Euro derzeit so stark ist, in den Dollar-Raum zu gehen. Warum nicht einfach, abgestrafte Sektoren an der Wall Street einsammeln? Banken, Pharma-, Bauwerte, Versicherer, Immobiliengesellschaften… Ich finde viele Titel mit akzeptablen KGVs von 10 bis 12. Es gibt zahllose Standardwerte mit Dividendenrenditen von 3 oder 4 Prozent. Was soll da anbrennen? Selbst Weltmarktführer sind zu vernünftigen Preisen zu haben. Ich sehe die Wall Street derzeit nicht überbewertet.

  6. Hubsen

    @ Tim
    ich sehe DERZEIT auch keine Alternative zu AKTIEN und bin daher über Fonds und einige energie- und immobilienlastige und dividendenträchtige Einzeltitel inkl.(Bonus- bzw- Turbozertifikate mit großen Sicherheitsabständen)zu 90% in Aktien, einigermaßen gut gestreut, investiert.

    Aber meine Frage bezieht sich auf die sinnvolle Reaktion wenn nun „die KRISE“ kommen sollte?
    Weil ja viele der Aktieninvestments auch von der Riesen-Geldmengenblase (vom Veranlagungsdruck der Großanleger, von der Anleihenunsicherheit, von der Niedrigzinspolitik) getrieben sind und die Kurse sich auch deshalb so schnell erholt haben (ob fundamental ebenso gerechtfertigt ist eher zweifelhaft).

    Bei krisenhafter Entwicklung können die heute preiswert anmutenden erwarteten KGVs sehr schnell schlecht aussehen, wenn die Rohstoffpreise/Kosten sich weiter erhöhen und wenn andererseits die Kunden mangels Kaufkraft weniger Produkte kaufen (können) und dann auch der hochverschuldete Staat nicht mehr als Nachfrager einspringen kann…

    Aktienverkauf (z.B. bei Stopp-Limit Erreichung) bedeuet dann eine ebenfalls nicht wünschenswerte Bargeldhaltung in einer weiter steigenden Inflation.

    Also wo dann long oder short investieren/investiert sein, WENN einmal die Anzeichen auf Krise drehen?

    siehe auch hier:
    http://www.be24.at/blog/entry/656406/maerkte-ertrinken-in-liquiditaet/fullstory

    http://www.be24.at/blog/entry/656456/die-schuldenuhr-tickt-weltweit/fullstory

  7. tim schaefertim schaefer

    @Hubsen: Die Frage ist berechtigt. Ich kann leider Krisen nicht vom Zeitpunkt her bestimmen. Auch bei Asset-Blasen lässt sich der Zeitpunkt für das Platzen nicht vorhersagen. Es kann gut sein, dass der Goldpreis von derzeit rund 1.400 Dollar auf 3.000 oder gar 5.000 Dollar je Unze explodiert. Wer weiß das schon. Insofern wäre es meiner Meinung nach gefährlich gegen eine Blase zu wetten. Denn man weiß nie, wie weit sich der Ballon noch aufbläht. Ich bin grundsätzlich langfristig long. Mit anderen Worten ich verfolge eine Buy-and-Hold-Strategie. Kommt jetzt die nächste Rezession auf uns zu? Ich glaube, dass der Aufschwung noch anhält. Warum? Wir arbeiten uns ja erst aus dieser Mega-Krise heraus. Wenn ich mir ausgebombte Aktien wie Microsoft anschaue, dann ist das echt billig: KGV ca. 10. Dividendenrendite 2,5 Prozent. 32 Milliarden Dollar Netto-Cash. Keine Schulden. Für einen Weltmarktführer ist das sicherlich nicht teuer. Und solche Aktien finde ich haufenweise. Ich sehe absolut keine Überbewertung und keinen Grund für einen Kursrutsch. Käme nun, wie Sie vermuten, eine Krise, was würde ich dann tun? Nichts. Einfach zurücklehnen und abwarten. Sinken die Kurse kräftig, lade ich nach. Das ist meine persönliche Strategie. Es gibt sicherlich bessere Ansätze. Ich versuche mich aber nicht für alle Eventualitäten abzusichern. Erstens kostet „Hin und Her“ Geld. Zweitens kosten Absicherungen (Shorts, Optionen) ebenfalls Kohle. Eine Bekannte kritisiert mich immer mit diesem Spruch: „Du schaust zu, wie die Aktien rauf und runter springen.“ Stimmt! Aber langfristig geht es halt nur rauf. Siehe Dow Jones! Ich weiß nicht, ob ich Ihnen damit weiterhelfen konnte… Beste Grüße aus NYC! PS: Ich besitze keine Microsoft-Aktien, diente nur als Beispiel.

  8. hajue

    Zwei Jahre Medien: „Die Welt geht unter – kauft Gold.“

    Zwei Jahre Realleben: Nichts hat sich gravierend geändert.

    Ich pers. stehe allem erstmal recht negativ-kritisch gegenüber, jedoch müsste man nach Hyperinfaltionsangst, schwindende Ölvorkommen, Staatsverschuldung und Arbeitslosenqoute sofort einen Bunker im Garten bauen, sich eine Shot-Gun zulegen, Konserven lagern, usw…

    Will die Welt ignorieren, dass alles kaputt geht – oder ist es nur zu Zeiten des Untergangs der gewissen Bank 2008 so gekommen… ?

    Ich kann das alles nicht nachvollziehen. Jeder, der sich keine Sorgen um Geldanlage macht, lebt schonmal mit einem Problem weniger.

    Von allen Leuten die ich kenne, zahlen sehr wenige in Fonds ein und fast keiner direkt in Aktien. Und das im „reichsten“ EU-Land.

    Der Gedanke, sein Geld zu schützen ist höchst egoistisch. Wenn man ein paar Euro übrig hat, sie investiert und später 20% weniger hat – besser, als nichts anzulegen. Als Investor -> Besser als Konsum.

    Geld bei der Bank, zu 1 bis 2 Prozent, was eventuell schon längst zu 17 Prozent verliehen wird – da steck ich lieber ein Maximum in Aktien. Die Bank gibt doch bei Abhebung eh nur anteilig raus, was 14.000xy+ Menschen im Monat an Gehältern überwiesen bekommen und nicht abheben.

    Als Aktionär hingegen besitzt man einen Teil eines Unternehmens (auf den eigenen Namen) – und wenn jemals der Worst Case kommt, werden die Arbeiter auch für NULL bei ihrem Unternehmen (falls einer der großen Konzerne) weiterarbeiten, bis die Krise überstanden ist. Die wollen ihren Job und wissen: Es geht weiter.
    Andernfalls bleibt nur noch Massenunruhe, Krieg, Plünderung, usw – und das alles bringt nix.

    Das konvergiert ja alles sofort in Richtung Weltuntergang. Die Zeiten waren immer schlechter als heute. Wir leben nicht in Schurkenstaaten. Eine Wette gegen die Märkte auf lange Frist ist eine Wette gegen die Menschheit. Dann ist eh alles vorbei.

    Interessanterweise müsste nach Volkswirtschaftlicher Theorie irgendwann mal ein „Hochpunkt“ kommen. Aber es gab bis dato immer Wachstum – in verschiedensten Branchen.

    Wenn China oder Indien je über 300 Millionen Jugendliche verfügen – wie kann denn dann jetzt schon das Hoch der Menschheit erreicht worden sein?
    Das sind alles neue Konsumenten – und die großen Unternehmen werden profitieren.

    Was man nicht beeinflussen kann: Ob man in einer „guten“ Zeitperiode investiert – und ein Plus macht.

    Ich gehe das Risiko gerne ein. Gold hat m.E. einen „Style-Faktor-Wert“. Wenn das nicht schon seit Jahrhunderten so angepriesen worden wäre und als Inbegriff für Wert geltete, würde sich doch kein Mensch dafür interessieren. Das ist für mich nix anderes als ein paar Kieselsteine. Wurde den Leuten halt verklickert, es habe immensen Wert.

    Egal was kommt -> für eine Packung Zigaretten zum richtigen Zeitpunkt, kann man jedem Raucher ein Gold-Nugget abköpfen.

  9. Hubsen

    @Tim
    ihr Optimismus in Ehren, dass es langfristig nur nach oben gehen kann. Die Frage ist nur wo gerade auf der Welt? Der heutzutage meist vepönten Buy-And-Hold-Strategie kann ich persönlich viel abgewinnen, jedoch nicht auf Einzelindizes oder gar Einzelaktien. Bei (weltweit gestreuten) Indices findet ja wenigstens ein systemimmanenter Reinigungsprozess statt … Aber Einzelaktien die letzten 2 Jahrzehnte gehalten wie Daimler, GM, Swiss u. Austrian Airlines oder scheinbar sichere Immoaktien wie Immofinanz/east oder die aktuelle Entwicklung des früheren Handygigants Nokia -> to be continued… lassen starke Zweifel am Buy&Hold von Einzelaktien aufkommen.

    Und von welchen Geld soll dann eigentlich nachgeladen werden wenn die Kurse kräftig gesunken sind und man nicht rechtzeitig den Absprung geschafft hat?
    Das kann dann doch nur von großen Bargeld & ähnlichen Beständen kommen die schnell flüssig gemacht werden können? Und das wird ja im Inflationsszenario auch nicht sehr verlustfrei sein.

    Microsoft als Betriebssystem-Quasi-Monopolist halte ich auch (noch länger) für sehr sinnvoll. Selbst halte ich aktuell ein Bonuszertifikat mit großem Sicherheitspolster auf Cisco welches nach dem dem Kursverfall gekauft. Coca Cola wird sicher auch nicht untergehen, aber vergessen Sie nicht wieviele vor 30-40 Jahren renommierte Aktien von der Börse gänzlich verschwunden sind.
    Beim Raufspringen und Seitwärtshüpfen zusehen finde ich ja ganz OK, aber Einzelinvestments bis nach unten zu begleiten ist Selbstbestrafung und eine lange, lange Wartezeit ob je wieder der Sprung nach oben kommt…

    wünsche Ihnen somit ein gutes Händchen für Ihre Auswahl!

    Hinweis: Modernen Buy And Hold Ansatz kann man in den sehr lehrreichen Büchern von Gerd Kommer nachlesen „Buy and Hold Bibel“ und „Souverän Investieren mit Indexfonds…“ wo die historische Entwicklung verschiedener Assetklassen (inkl. Gold, Inflation in verchiedenen Ländern etc.) fundiert analysiert wird.

    Beste Grüße nach N.Y.!!
    Hubsen

  10. tim schaefertim schaefer

    Hubsen, ich finde Ihre Einwände alle berechtigt. Ich versuche einfach, Buffett zu kopieren. Ich kopiere seine Vorgehensweise. Das ganze Rein und Raus in Aktien, das Hin und Her, bringt doch alles nichts. Viele Börsianer wollen nur die „schnelle Marie“ machen. Das schnelle Geld. Das funktioniert leider nicht. Auch die ganzen Day-Trader tun mir leid, weil das Abenteuer selten mit dicken Profiten endet. Den Banken ist das wurscht. Die machen immer Geld. Und all das Zeug, hunderte von Prozent mit irgendwelchen Mist-Aktien zu machen, das geht doch irgendwann schief. Einen Index wie den S&P 500 zu kaufen, das ist verlockend. Denn die großen US-Firmen in der Regel weltweit aktiv. Es ist ja nicht ein reines US-Geschäft, was Sie sich mit dem S&P ins Portfolio legen. Zu Ihrer Frage zu den Einzeltiteln: Wenn Sie heute Kraft Foods oder Nestle kaufen, dann sind das globale Giganten. Das heißt, Sie kaufen ein Stück weit USA, Europa, Asien und Südamerika in Ihr Portfolio. Das ist das Gute an den Dickschiffen: Sie sind stabil und schmeißen schöne Dividenden ab. Im Klartext: Sie profitieren von den aufstrebenden Emerging Markets, von Dividenden und einer Robustheit. Gegessen wird schließlich immer, gerade vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung. Gleichzeitig haben Sie die politische Stabilität (USA, Schweiz als Firmensitz) im Portfolio. Die von Ihnen empfohlene Buy and Hold Bibel von Gerd Kommer steht irgendwo in meinem Regal. Ist empfehlenswert. „Kaufen und liegenlassen“ funktioniert sehr wohl. Sie haben mit der Airline- und Automobil-Industrie zwei wirklich schwache Sektoren als Beispiel genannt. Die Autos laufen ja zum Glück wieder. Insofern sollte Daimler wohl in Fahrt kommen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Börse praktisch nicht von der Stelle bewegt. Daher muss es jetzt endlich nach oben gehen!!!! Ich halte den Zeitpunkt für einen Einstieg an der Börse für ganz gut! Zum Aspekt des Nachkaufens: Wenn’s an der Börse knallt (crasht): Ach, da nehm ich ein paar Taler aus meiner Spardose. Man muss ja nicht gleich eine feindliche Übernahme von Daimler oder Nestle stemmen. Kleinvieh macht auch Mist. Gerade in solchen Phasen. Machen Sie es gut! Ich wünsche Ihnen und all den anderen Lesern ein schönes Wochenende! Tim
    PS: Legen Sie sich heute ein paar Nestle ins Depot und melden Sie sich bitte in 20 Jahren bei mir – bitte nicht vergessen! Sie werden überrascht sein: Sie wollen im Jahr 2031 Ihre Position nie mehr verkaufen. (Ich besitze keine Nestle, aber denke, die sind gut.)

  11. tim schaefertim schaefer

    @ hajue, ich hatte Ihre amüsanten Gedankengänge ganz vermisst. Hier (www.endofamerica1.com) habe ich einen neuen verrückten Untergangspropheten entdeckt. Solche Leute schüren Ängste und verdienen sich eine goldene Nase. Die Börse hat noch reichlich Potential, wenn ich das Untergangsgeschwätz höre. Hajue, wie Sie so schön sagen: Der Typ sollte am besten einen Bunker bauen und sich verstecken. Sie bringen es auf den Punkt: Wer auf Konsum verzichtet und Geld in Aktien anleget, der hat schon mal 100 Prozent gespart. Wenn davon 20 Prozent durch Kurverluste futsch gehen, dann sind noch immer 80 Prozent gespart. Besser als Pustekuchen. Und mit Gold („paar Kieselsteine“) kann man wirklich nix mit anfangen. Stimmt! Stimmt! Aber: Der Wahnsinn um Gold kann außer Kontrolle geraten. Mich würde es nicht wundern, wenn die Unze Gold auf 3.000 oder 5.000 Dollar explodiert. Dann verkaufe ich meine kleine Münzsammlung. Ich hatte als Schüler ein paar Taler gesammelt. Von Oma und Opa erhielt ich immer mal wieder einen Silbertaler. Das wird mich reich machen. Ich werde meine Ziegelsteine-Sammlung versilbern. Mit meinem Gewinn mache ich erst mal eine Reise nach Island … Dann fahre ich nach Rom und besuche eine Papstaudienz. Und im Herbst eröffne ich dann in Wuppertal eine Herren-Boutique. Erwin Lindemann (Loriot) lässt grüßen.

  12. Hubsen

    @ Tim
    „die paar inflationsgeschädigten Taler“ aus der Spardose würde ich nicht gerade „Nachladen“ nennen, sondern „letzter verzweifelter Abwehrkampf mit dem Luftdruckgewehr“, wenn das übrige Investment 40-60% verloren hat 🙂

    In der Aufwärtsbewegung der Börse ist ja beinahe jeder ein Anlageguru – nur in der Abwärtsbewegung trennt sich der Weizen vom Spreu (also die Verlierer/Aussitzer von den Verlustvermeidern/begrenzern bishin zur Königsklasse den Verlustprofiteuren).

    Klar sind Nestle und Kraft Foods gute Dividendenpapiere mit weltweiten Geschäften, andererseits leben die dank uns Konsumenten auch ganz gut vom „Un-Fair Trade“ -wo billigst am Markt eingekauft wird und dabei ignorierend, dass der Marktpreise unter Ausnutzung wirtschaftlicher Notlagen zustande kommt.
    Nur ein Bsp.: Kakao für die Schokolade von der Elfenbeinküste mit Gratis-(weil entführten)Kindersklaven aus Mali.
    Wir Konsumenten schauen natürlicherweise vorrangig auch auf den Preis und stützen so den status quo.

    Wer gern superunethisch Geld verdienen mag, kann ja gleich auf Erfolgsmodelle wie „Monsanto“ setzen. Wozu denn Bio- und Nützlinge, wenn es mit Spritzmittel auch geht, die absolut alles rundum vernichten, außer die genmanipulierten Nutzpflanzen und so dauerhaft 100% Abhängigkeit der saatgutabhängigen Produzenten ermöglichen – that´s super business!! 😉

    Doch zurück zum Thema Einzelaktien und lfr. immer aufwärts: Nehmen wir doch einmal ein gutes Dividendenpapier einer gar nicht so schlechten Branche:
    Die „Deutsche Telekom“ – die Volksaktie – Wer seit 1997 gekauft und dabeigeblieben ist, war vorübergehend steinreich und hat heute zumindest noch 50% des Wertes und immer brav die jährlichen Dividenden … aber vielleicht der Kurs in 20 Jahren nach einer bahnbrechenden hauseigenen Erfindung … 😉

    Tja Qualitätsaktien sind immer relativ und oft auch ein Kind der Zeit.

    Beste Grüße!

    Vielquatscher Hubsen (keine Sorge – die Krankheit verschwindet rasch wieder..)

  13. tim schaefertim schaefer

    @ Hubsen, kaufen Sie nur Aktien, mit denen Sie sich „anfreunden“ können. Man sollte schon ein gutes Gewissen mit dem Unternehmen haben. Rüstungsaktien kommen jedenfalls nicht in mein Depot, um nur ein Beispiel zu nennen. Zum Aspekt des Nachladens mit dem Spargroschen nach einem Crash: Angenommen Sie haben also noch 3.000 Euro auf der hohen Kante liegen und der Markt ist um 50 Prozent eingebrochen, dann ist das praktisch so, als ob Sie 6.000 Euro vor dem Absturz eingesetzt hätten. Sie bekommen also die doppelte Aktienstückzahl. Auch mit kleinen Beiträgen kann man einen guten Deal machen. Investieren ist ja ein Prozess. Sie legen ja in gewissen Phasen immer was zurück. Und so bildet sich ein schönes Aktien-Nest. Sie sind leider so kritisch. Und suchen immer Negativbeispiele aus wie die Dt. Telekom. Staatsbetriebe würde ich nicht anfassen. Denn die Ex-Monopolisten haben nie gelernt, im Konkurrenzkampf zu bestehen. Die haben nie gelernt, sich auf den Kunden und seinen Nutzen auszurichten. Übrigens ich freue mich über eine rege Diskussion.

  14. Hubsen

    Hallo Tim,

    kaufe auch keine Rüstung-, Tabak- und Firmen die sonst noch das Leben und die Lebensqualität von Mensch und Tier aus reinen Profitgründen gering achten (insb. Monsanto und viele mehr)

    Die Erfolgswirksamkeit von 3.000 Euro Notgroschen „Nachladen“ ist eine Frage der Depotgröße und damit auch der vorhergehenden Assetallokation.

    Hatten Sie z.B. ein 12.000 Euro Wertpapierdepot, dann ist 3.000 Euro „Nachladen“ bei Einbruch auf 6.000 Euro durchaus relevant.

    Bei einem 120.000 Euro WP-Depot mit 60.000 Verlust sind die 3.000 Euro (1/20) ein Tropfen auf den heißen Stein. Wobei es immer noch weiter nach unten gehen kann, …oft weiter als man glaubt.

    Bei erstem Szenario halten Sie aber vor dem Crash immerhin 1/5 Ihres Gesamtvermögens in bar, obwohl Sie an eine Hausse glauben und Inflation zu erwarten ist.
    So sind im Falle von Crash und hoher 8%-Inflation (über 2 Jahre) die ehemals 3.000 Euro Notgroschen auch nur mehr ca. 2.500 Euro beim Nachladen wert – immer ohne Garantie wie die Kurse von dort aus weitergehen werden.

    Ich habe bei der letzten Abwärtsphase oft nachgeladen (nachladen „müssen“) und das hat mich fast 3/4 des Depothöchststandes gekostet(insb. wegen der früheren dubiosen Manageraktionen rund um die „mündelsichere“ Immofinanz/east).

    Das hat ganz schön Nerven gekostet wieder zurückzukommen und hätte auch total schief gehen können (Konkurs der Aktie), wenn nicht Zehetner als bekannt guter Sanierer (RHI) übernommen hätte. Mit rechtzeitigem Ausstieg (ohne an der persönlichen Überzeugung immer länger festzuhalten)und Nachladen erst ganz weit unten wäre ich da wesentlich besser gefahren.

    Beste Grüße nach N.Y.!

    Hubsen

    PS:
    Die Dow Jones Werte am 26.3.1981 vor genau 30 Jahren.

    http://www.meine-finanzfragen.de/aktienindex/einzelwerte/dowjones/19810326

    Also langfristig ändert sich bei Buy-And-Hold doch so Einiges…

    Der Vorteil beim Index: Er vollzieht die Bereinigungen/Bedeutungsverschiebungen der Aktien wenigstens automatisch mit.

  15. tim schaefertim schaefer

    Hi Hubsen, danke für den Link mit den Dow-Jones-Werten von anno dazumal. Das sieht auf den ersten Blick erschreckend aus, weil viele der Werte in der Zwischenzeit in der Tat verschwunden sind. Da gebe ich Ihnen Recht. Aber diejenigen Firmen, die heute nicht mehr im Dow sind, sind in andere Konzerne wiederum aufgegangenen. Sie sind übernommen worden, fusionierten und firmierten um. Oder einfach sind die Titel aus dem Index herausgefallen. Aber Totalverluste finden Sie da wenige. Beispiel General Foods ist in Kraft Foods aufgegangen. „Aluminum Company of America“ heißt jetzt einfach Alcoa. Usw. Es erscheint viel schlimmer, als es ist. Nur Mut.

  16. tim schaefertim schaefer

    Hubsen um Ihr Aktienbeispiel Immofinanz/Immoeast AG mache ich mir auch keine Sorgen mehr. Wie Sie schon sagen, seit Dr. Eduard Zehetner das Kommando übernommen hat, ist wieder klar Schiff. Ich traf übrigens Dr. Zehetner im vorigen Jahr in New York zum Frühstück. Er hat gute Arbeitet geleistet! Er brachte alle „Baustellen“ in dem Skandalunternehmen auf Vordermann und hat mit der Vergangenheit aufgeräumt. Die Aktionäre können ihm dankbar sein.

  17. Hubsen

    Hallo Tim,
    Habe eben Ihre Aussage zur Wall Street nochmals gelesen:
    „Ich finde viele Titel mit akzeptablen KGVs von 10 bis 12. Es gibt zahllose Standardwerte mit Dividendenrenditen von 3 oder 4 Prozent. Was soll da anbrennen? Selbst Weltmarktführer sind zu vernünftigen Preisen zu haben. Ich sehe die Wall Street derzeit nicht überbewertet.“

    und am Wochenende etwas Zeit gehabt im sehr interessanten (für den Laien nicht ganz unkomplizierten)Buch Makrostrategien von Wolfgang Münchau zum schmökern, wo ich viele Antworten auf viele meiner Fragen, aber auch verwirrend viele Szenarienentwicklungsmöglichkeiten gefunden habe (dafür aber immer mit Hinweis auf ein dazu passendes Investorverhalten).

    … und musste letztlich feststellen, dass das Aktienniveau in den USA (S&P 500) samthaft, historisch betrachtet doch recht hoch bewertet ist, bei einem aktuellen Case Shiller-KGV von 23,83 (Price earnings ratio based on average inflation-adjusted earnings from the previous 10 years (Shiller PE Ratio, or PE 10) aktuelle Daten siehe hier: http://www.multpl.com/

    Münchau schreibt demnach gar von einer 10-20% Aktien-Überbewertung (bereits anfangs 2010!)für USA – ähnlich sieht er Deutschland, nur Japan-Aktien waren dazumals günstig bewertet (wer das als Investchance wahrgenommen hat, den hat der Tsunami einen Strich durch die Rechnung gemacht).

    Mein Fazit:
    Vorsichtig bleiben könnte sich mittelfristig auszahlen – aber eine Weile wird dieser liquiditätsgetriebene Aktienwelle ja mangels attraktiver Alternativen hoffentlich noch nach oben gehen – aber dann…

    Beste Grüße nach N.Y!

    Hubsen

  18. tim schaefertim schaefer

    Danke Hubsen für den Super-Link mit dem KGV. Das ist ein toller Chart! Nun, es ist eine Frage der Betrachtung. Hier passt gut die Methaper vom halbvollen und halbleeren Glas: Zwei Jahre lang lief die Börse nur nach oben. Aber der Dow Jones (oder DAX) kam von einem niedrigen Niveau. Bedenken Sie: Trotz der Kursrallye haben sich die Aktien die vergangenen zehn Jahre lang nicht vom Fleck bewegt. Allein das ist ein Grund für meinen Optimismus. Was würde ich an Ihrer Stelle nun tun? Wenn Sie persönlich Bedenken haben und die Gefahren für einen Kursrücksetzer sehen, dann bauen Sie sich am besten eine Kriegskasse auf. Wenn der erhoffte Rückschlag kommt, dann schlagen Sie zu. Aber: Sie werden durchaus auf dem aktuellen Niveau immer günstig bewertete Aktien finden. Mit niedrigen KGVs und schönen Dividenden. Zumal Sie daran denken müssen, dass die Gewinne durch die Konjunkturerholung steigen werden, was wiederum die KGVs sinken lässt. Warren Buffett kauft auch gegenwärtig zu.

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