Es brennt bei Bear Stearns


New York, 14. März 2008

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Um 40 Prozent stürzt gerade Bear Stearns in die Tiefe. Aktuell liegt die Notiz bei 38 Dollar. Noch vor gut einem Jahr sah der Kurs die 160-Dollar-Marke. Insolvenzangst! Seit Tagen gibt es Gerüchte um ein bevorstehendes Aus der fünftgrößten Investmentbank. Nun haben zahllose Kunden ihr Geld von der New Yorker Bank abgezogen. Es ist der Liquiditätsengpass eingetreten. Die staatliche New Yorker Landesbank und JP Morgan griffen dem Haus mit einer Finanzspritze unter die Arme. Um das Chaos zu vermeiden. Wenn ein Titan stürzt, kann in der Tat das ganze Finanzsystem aus den Fugen geraten, Millionen von Kunden könnten zu Ihrer Bank stürmen und ihre Ersparnisse abziehen.
Fed-Chef Bernanke sprach eben über die Immobilienkrise und dass Millionen von Amerikanern vor der Pleite stehen, weil sie ihre eigenen vier Wände zu riskant finanziert haben. Der Fed-Lenker will die Zwangsversteigerungen eindämmen, er will die Transparenz bei der Vergabe von Hypotheken fairer und transparenter gestalten.
Viele Wall-Street-Leute sehen den Eingriff des Staates und das Gejammer negativ. Die Finanzhilfen aus Töpfen der Steuerzahler mögen die harten Kapitalisten hier nicht. Es ist ihnen ein Dorn im Auge. Sie wollen, dass die Menschen durch die Insolvenz gehen. Manch einer fordert auch, dass Bear Stearns pleite gehen soll. Sie glauben, dass sich nur so der Markt schnell bereinigt.
Wenn Sie sich mit Aktien verspekulieren, hilft ihnen ja auch niemand. Millionen Menschen dachten, sie könnten in dem boomenden Immobilienmarkt schnell reich werden und erwarben das Betongold mit abenteuerlichen Finanzierungen. Das rächt sich jetzt. Ein ganzes Land stürzt ins Chaos. Die Fed hat schon mehrfach die Zinsen gesenkt. Die Konjunktur bricht ein, die Rezession stet vor der Tür.
Der Dollarkurs stürzt immer tiefer, der Euro ist so stark wie nie zuvor. Investoren drängen ins Gold. Sie glauben, hier einen sicheren Hafen vor Inflation und Geldentwertung gefunden zu haben. Und Öl klettert immer höher, weil der Dollar immer mehr an Kaufkraft verliert. Ein Teufelskreis. Das verschärft die Rezessionsgefahr. Denn den Menschen fehlt durch die höheren Spritpreise das nötige Kleingeld. Zudem verteuern sich die Preise für Nahrungsmittel wie Milch, Kaffee oder Fleisch dramatisch.


tim schaefer (Author)

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