Erfolgreich an der Börse: Folgen Sie diesen Regeln!


New York, 7. Juni 2008

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Im Folgenden möchte ich Ihnen acht Tipps geben, um an der Börse erfolgreich zu sein. Ich habe diese Regeln erstellt. Sie entstammen aus dem Leben des Warren Buffett. In den vergangenen Monaten habe ich mir etliche Live-Interviews und Reportagen mit dem reichsten Menschen der Erde im Fernsehen angesehen. Ich las darüber hinaus zahlreiche Bücher über sein Leben. In den kommenden Wochen und Monaten werde ich Ihnen weitere Tipps geben.

1. Geduld. Seien Sie geduldig. Wenn Sie Aktien eines guten Unternehmens gekauft haben, bleiben Sie am Ball. Vermeiden Sie, die Aktie ständig zu handeln. Wenn Sie eine Aktie oft kaufen und verkaufen, verdient mit Sicherheit Ihre Bank. Ob aber bei Ihnen eine hohe Performance herausspringt, ist fraglich. Der beste Investor aller Zeiten, Warren Buffett, hält seine Aktienpakete wie Coca-Cola, American Express oder Procter & Gamble über mehrere Jahrzehnte beziehungsweise er verkauft seine Anteile niemals. Wenn Sie das Geld in Kürze brauchen, lassen Sie es sein. Investieren Sie niemals Geld, dass Sie in Kürze brauchen an der Börse. Denn die Börse schwankt. Kein Mensch weiß, wie das Parkett kurzfristig läuft. Langfristig profitieren Sie freilich von der Zunahme des weltweiten Volksvermögens. Also haben Sie einen Zeithorizont über mehrere Jahre.
2. Gesund. Kaufen Sie nur Unternehmen, die profitabel sind und deren Produkte Sie verstehen beziehungsweise kennen. Machen Sie einen weiten Bogen um windige Pennystocks oder besonders kleine Firmen, sogenannte Microcaps. Gewiss, verdient auch in dieser Nische manch ein Börsianer gutes Geld. Aber das ist keine Spielwiese für Langfristinvestoren. Auf lange Sicht ist es zu riskant in diese Werte zu investieren. Spekulieren ist in meinen Augen nicht Investieren. Zudem limitieren Sie durch die Auswahl eines soliden Unternehmens das Risiko eines Totalverlusts. Ich setze voll und ganz auf den erfolgreichsten Investor aller Zeiten: Warren Buffett investiert ausschließlich in Value-Aktien. Gesunde und solide Firmen. Oftmals existieren seine Aktienbabys seit vielen Jahrzehnten beziehungsweise seit mehr als 100 Jahren. Je älter eine Firma und je größer sie ist, desto geringer ist in meinen Augen das Risiko einer Insolvenz. Zudem ist bei älteren Gesellschaften in der Regel eine wertvolle Marke und Kundschaft über die Jahre herangereift. Fokussieren Sie sich auf Unternehmen, die sowohl ihren Umsatz als auch Gewinn regelmäßig ausbauen. Meiden Sie Krisenfälle. Sanierungen glücken nicht immer. Es gibt keinen Grund, diese enormen Risiken einzugehen. Qualität erkennen Sie an stetigen und schönen Dividendenzahlungen. Dividenden können über die Jahre einen wesentlichen Teil ihrer Gesamtrendite ausmachen. Ziehen Sie also nur Dividendenzahler in Betracht. Einer meiner Favoriten ist etwa der Frühstücksflockenhersteller General Mills oder der größte Lebensmittelanbieter Nestlé. Der Ölgigant Chevron zahlt seit 1912 ununterbrochen eine Dividende, der Erzrivale Exxon Mobil schüttet gar seit 1882 ohne Pause Dividenden aus.
3. Gutes Timing. Finden Sie einen guten Einstiegszeitpunkt. In Schwächephasen können Sie in der Regel gute Kurse abstauben. Limitieren Sie Ihre Order! Setzen Sie sich im Vorfeld ein Limit, das Sie bereit sind zu zahlen. Sie können sich dann auf die Lauer legen. Notiert beispielsweise der Ketchuphersteller H. J. Heinz bei 49,70 Dollar beziehungsweise 32,53 Euro, so platzieren Sie Ihre Order in Frankfurt für 31,20 Euro. Gleichzeitig legen Sie bei der Orderaufgabe einen Zeitraum fest, der ein paar Wochen oder Monate in die Zukunft reicht. Sie sind dann bereit, sobald der Kurs von 31,20 Euro wie hier im Beispiel erreicht wird, H. J. Heinz zu kaufen. Nehmen wir einmal an, sie kaufen genau dann 100 Stück. Die Order wird ganz automatisch ausgeführt, sobald an der Börse ein Verkäufer diese 100 Papiere zu diesem Kurs abgeben möchte. Seien Sie also geduldig beim Kauf. Überstürzen Sie nichts.
4. Guter Börsenplatz. Suchen Sie sich einen liquiden Börsenplatz. Denn dort ist der Spread, also die Differenz zwischen dem Geld- und Briefkurs geringer. Werden beispielsweise in Stuttgart mehr Aktien von ihrer favorisierten Aktie gehandelt als in Frankfurt, dann geben Sie Ihre Order in Stuttgart auf. Wählen Sie grundsätzlich immer den liquidesten Marktplatz aus! Werden beispielsweise in Deutschland kaum Stücke eines US-Unternehmens gehandelt, so ziehen Sie in Erwägung, in New York zu kaufen.
5. Gute Mischung. Setzen Sie nicht alles auf eine Karte. Mischen sie verschiedene Sektoren und Länder in ihr Depot. Haben Sie beispielsweise zwei, drei Finanzwerte und dafür keine Pharmatitel, macht es Sinn, umzuschichten. Stellen Sie ein buntes, facettenreiches Portfolio zusammen. Das reduziert das Risiko und erhöht gleichzeitig die Chancen. Nehmen Sie beispielsweise deutsche, amerikanische, asiatische und indische Titel in ihr Depot. Derzeit schrumpft beispielsweise die US-Wirtschaft. Dafür wachsen nach wie vor China und Indien stramm. Allerdings sollten Sie trotz der Mischung die Übersicht behalten. Schnüren Sie zudem recht große Aktienpakete zusammen, die mindestens 3.000 Euro wert sind. Ich halte persönlich nicht viel davon, für ein paar hundert Euro Aktien zu ordern. Die Orderkosten fallen dann im Verhältnis zu dem eingesetzten Kapital zu hoch aus. Ich gehe davon aus: Wenn Sie einen für Sie hohen Betrag einsetzen, informieren Sie sich auch intensiv über Ihr Investment im Vorfeld. Insofern laufen Sie nicht Gefahr, dubiose Unternehmen zu kaufen. Kaufen Sie nur, wovon Sie absolut überzeugt sind. Haben Sie Zweifel, lassen Sie die Finger weg. Es gibt so viele gute Unternehmen. Buffett hat beispielsweise sehr viele traditionsreiche Markenhersteller in seinem Portfolio.
6. Gutes Alter. Zeit ist beim Investieren einer der wichtigsten Faktoren. Es ist der Zinseszinseffekt, der über die Jahre eine gigantische Hebelwirkung entfaltet. Je jünger Sie sind, desto besser. Ermuntern Sie Ihre Kinder, Aktien zu kaufen. Egal, ob Sie 6, 12 oder 15 Jahre alt sind. Wenn Ihre Kinder noch kein Depot eröffnen können, weil sie zu jung sind, übernehmen Sie in Ihrem Auftrag die Formalitäten. Schießen Sie jeden Monat, alle sechs Monate oder jedes Jahr Cash in das Depot für Investments. Je früher Sie anfangen, desto höher ist Ihre Ausbeute. Ich frage mich immer wieder, warum Investieren nicht in der Schule ein Pflichtfach ist. Wir haben ein gigantisches Problem mit unserem Rentensystem, die Altersarmut wird zunehmen. Aktien sind die beste Anlageform. Sie sind die beste Altersvorsorge. Ermuntern Sie sich selbst, in diese Anlageform so viel wie nur möglich zu investieren. Und so früh wie möglich anzufangen. Warren Buffett füllte seine erste Steuererklärung im Alter von 13 Jahren aus. Allerdings halten Sie sich stets ein Sicherheitspolster. Beispielsweise Festgeld. Diese eiserne Reserve (auch wenn sie nur magere Zinsen abwirft) sollte Sie im Ernstfall über einen Zeitraum von drei bis sechs Monate durchfüttern können.
7. Gehen Sie nur Direktinvestments ein. Warren Buffett ist nicht reich geworden durch Aktienfonds oder Zertifikate. Er wurde nicht reich durch Derivate oder wilde Handelstätigkeit. Nein, der 1930 in Omaha geborene wurde der reichste Mensch der Welt, indem er direkt Aktien kaufte und diese hielt. Bis heute! Anbieter von Fonds und Zertifikaten wollen freilich Geld verdienen. Diese Gebühren und Kosten für den Betrieb eines Fonds fehlen Ihnen am Ende des Tages. Die Kosten nagen unentwegt an der Performance. Sie können besser agieren wie Fondsmanager. Sie müssen keine Rücksicht nehmen und unterliegen keinen Regeln oder Zwängen. Setzen Sie in sich Vertrauen und auf Ihre Intuition. Seien Sie mutig! Gehen Sie bewusst Risiken ein. Durch Sparbücher oder Festgeld werden Menschen selten reich. Wenn Sie dagegen kontrollierte Risiken eingehen, wie es Warren Buffett sein Leben lang tat, werden Sie fürstlich entlohnt.
8. Günstig. Achten Sie darauf, nicht zuviel für eine Aktie zu zahlen. Am besten können Sie die Bewertung eines Unternehmens an Kennziffern wie dem Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) oder Kurs-/Umsatzverhältnis (KUV) ablesen. Zahlen Sie beispielsweise für eine Firma, die nur langsam wächst, nicht mehr als ein KGV von 30. Es gibt viele kerngesunde Gesellschaften, die Sie für ein KGV von 20 oder 15 bekommen können – oder sogar für deutlich weniger. Im Grunde drückt die Zahl KGV aus, wieviele Jahre Sie warten müssen, bis Sie Ihren Einsatz zurückverdient haben.


tim schaefer (Author)

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