Eine ganze Generation leidet unter der Bankenkrise


New York, 31. Oktober 2013

bild

Die junge Generation steht unter Druck. Wer heute seinen ersten Arbeitsplatz antritt, wird es nicht einfach haben. Noch immer drückt die Bankenkrise mitsamt der hohen Staatsverschuldung auf die Stimmung.
Gut bezahlte Jobs sind Mangelware. Die Mieten gehen durch die Decke. Die gesetzliche Rente wird nicht reichen. Heutige Rentner kommen hingegen noch einigermaßen gut über die Runden.
In den USA ziehen mehr Uni-Absolventen zurück ins Elternhaus, weil sie sich die Mieten nicht leisten können. Noch nie zuvor in 40 Jahren war die Zahl der „Heimkehrer“ so groß.
Mir sagte MIT-Professorin Antoinette Schoar, dass eine ganze Generation unter der Finanzkrise leiden wird. Wer in der Krise seinen ersten Job antrat, wird sein Leben lang unter den schlechten Voraussetzungen leiden, meint Schoar.
Wer hat heute noch eine Jobsicherheit, wie das vor 30 Jahren der Fall war? Wer baut heute einen Anspruch auf eine kernige Betriebsrente auf? Das ist eine Seltenheit geworden.
Die Politik interessiert sich kaum für die Jungen, weil sie eine Minderheit sind.
Was außerdem unfair ist: Jene, die die Krise mit dubiosen Finanzpapieren mitverursacht haben, genießen dank millionenschwerer Abfindungen ihren Ruhestand. Sie haben Traditionsbanken in den Abgrund geführt bzw. fast zum Kollaps gebracht – all das blieb ohne Konsequenzen. Ausbaden müssen die Misere andere.
Ich bin für ein Umdenken: Wenn ein Manager einen Scherbenhaufen hinterlässt, sollte diese Person zumindest finanziell für das Debakel gerade stehen.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Eine ganze Generation leidet unter der Bankenkrise

  1. Felix

    Ich denke, dass die junge Generation, jedenfalls in Deutschland, gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Alleine der demographische Wandel führt dazu, dass gut ausgebildete junge Menschen händeringend von Unternehmen gesucht werden. Ich kann das aus der eigenen Familie bestätigen, dass junge Ingenieure momentan beste Karten auf dem dt. Arbeitsmarkt haben.
    Also kein Grund zum Schwarzsehen.

  2. ZaVodou

    Was mich immer noch verwundert, ist dass die Ratingagenturen einfach so weiter machen dürfen, als wäre nichts geschen.
    Diese haben toxischen Papieren ein AAA-Rating bescheinigt, ohne dass diese das waren.
    Wenn man Papieren ein AAA-Rating ausstellt, die jetzt nur noch einen Bruchteil des ehemaligen Wertes darstellen, was sind da noch Ratings wert?
    Das war eine Finanzmanipulation mit verheerenden Folgen, ohne dass die Drahtzieher (Banken) je hierfür zur Rechenschaft gezogen wurden.

  3. Robert Michel

    So schlimm kann das gar nicht sein. Nachdem ich 2011 mein Studium in Physik abgeschlossen hatte, habe ich meine Stelle nach 8 Bewerbungen und 4 Vorstellungsgesprächen bekommen. Jetzt nach zwei Jahren bin ich dort immer noch hoch zufrieden. Eine schwierige Situation sieht anders aus.

  4. Anna

    Diese „Händeringerei“ trifft nur bei jungen und gut ausgebildeten Leuten zu. Wirst Du dann älter und hast aus irgendeinem Grunde Einschränkungen (Gesundheit, Familie, Pflegefälle usw.), dann machen die gleichen Hände Abwehrgesten… Dann schreit man gleich nach Fachkräften aus dem Ausland.
    Schönes Wochenende wünscht
    Anna

  5. Markus

    Also zum Höhepunkt der Krise hatten selbst Maschinenbauer starke Probleme Jobs in Deutschland nach dem Abschluss zu bekommen. Die Hälfte eines Abschlusses stand ohne Job da.
    Jetzt sieht es wieder anders aus!
    Anlagenbau ist natürlich stark zyklisch.
    In Südeuropa ist die Lage allerdings bedeutend schwerer.
    Ich denke, die Einstellung der AG wird sich zu erfahrenen Mitarbeitern stark ändern müssen. Die Überalterung wird sehr interessant werden…
    Kinder nur als Kostenfaktor oder Karierrebremse zu sehen ist verammt ungesund.

    Interessant, dass ein etf Portal jetzt wieder mit der doppelten Rendite von small caps über 3 Jahre wirbt… Historisch waren ca. 3 % mehr halbwegs seriös… Das erinnert etwas an dotcom, wo plötzlich historische Bewertungen keine Rolle mehr spielten.
    Es gibt Irrationaltitäten in den Märkten, die wieder zurückschlagen. Nur kann die Irrationalität länger halten, als die Liquidität.
    Dasselbe bei vezweifelten älteren Menschen auf der Suche nach vernünftiger Arbeit…

  6. Turing

    Vielleicht ist es auch eine Chance. Die jungen Leuten von heute sind Kapitallebensversicherungen und Bausparverträgen sehr viel reservierter gegenüber, weil sie miterleben durften, wie die Generation davor (inkl. der eigenen Eltern) gnadenlos abgezockt wurde. Ich kennen keinen in meinen Abteilung in meinem Alter, der eine KLV, einen Riestervertrag oder einen Bausparvertrag abgeschlossen hätte. In einen Fonds zahlt auch niemand ein. Und das, was an Bausparverträgen da war, wurde gekündigt, nicht aber wegen der niedrigen Zinsen, sondern wegen der gesamten Konstruktion dieses Produktes.

    Internetangebote wie die von Tim Schäfer können diejenigen auf den Pfad der finanziellen Tugend verhelfen, die sich wirklich für das Thema interessieren. Ich jedenfalls empfehle immer den Blog von Tim Schäfer. Auch der Blog von Markos Wunram kommt gut an. Da liest man ja als erstes, dass er monatlich zwischen 600 und 700 € an Dividenden scheffelt und da werden die Leute wissbegierig. 🙂

  7. Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    Nach der Realschule 1995 habe ich auch keine Ausbildung im Büro/EDV Bereich gefunden und musste noch 1 Jahr Höhere Handelsschule ranhängen und fand dann über pers. Kontakte im Bekanntenkreis eine Ausbildungsstelle. Ist auch in Deutschland nicht so einfach.

    Jedenfalls kann man etwas erreichen, wenn man konsequent darauf hinarbeitet.

    Meine Dividenden Cash Maschine läuft seit 2 Jahren sehr gut und durch die US Dividenden Growth Werte erhöhen sich die monatlichen Dividendenzahlungen von Jahr zu Jahr automatisch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *