Eine Frage zum Aktieninvestmentplan der Direktanlage.at


New York, 19. November 2014

Heute erhielt ich folgende Email:

Hallo Tim,

was hältst du von einem Aktieninvestmentplan? Man kauft jeden Monat für die gleiche Summe Anteile von einem Unternehmen welches Dividenden ausschüttet. Dadurch baut man sich ein passives Einkommen durch Dividenden auf.

Hier ein Link zu dem Produkt:

https://www.direktanlage.at/content/Broking/Sparen/Aktiensparen.aspx

Wie ist deine Meinung dazu?

LG ….“

Ich muss sagen, es ist grundsätzlich eine klasse Idee, jeden Monat langfristig Aktien zu kaufen. So bekommen Sie das sogenannte „Dollar Cost Averaging“ hin. Das heißt, Sie kaufen zu einem Durchschnittskurs. In guten wie schlechten Zeiten schlagen Sie zu. Sie glätten sozusagen den Einstiegskurs im Laufe der Zeit.

Mit den Jahrzehnten kann ein schönes Sümmchen mit einem solchen Plan heranwachsen, wenn man es durchzieht. Stur und unverdrossen.

Was mich allerdings ein wenig stört, sind die Gebühren. Die erscheinen mir zu teuer. Es hängt natürlich vom monatlichen Sparbeitrag ab.

Wenn jemand 100 Euro im Monat spart, fallen 3,27 Euro an Kosten für die Order an. Das macht umgerechnet 3,27% Gebühr. Da im Schnitt der Aktienmarkt im Jahr um knapp zehn Prozent wächst, ist schon ein gutes Drittel dessen im ersten Jahr durch die Gebühren aufgefressen.

Dieses Angebot wird spannender, je höher der Sparbetrag ausfällt. Sprich, wenn jemand statt 100 eher 300 oder 400 Euro spart. Würde der Discountbroker aus Österreich statt der 3 Euro Pauschalgebühr nur 1 Euro nehmen, wäre das natürlich interessanter.

Eine Frage an meine Blogleser: Welche kostengünstige Indexfonds empfehlen Sie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz? Haben Sie einen Rat für obige Anfrage?

Ich habe von Leuten wie Jack Bogle oder Warren Buffett gelernt, dass es durchaus auf die Kosten, Gebühren, Ausgabeaufschläge, Verwaltungsgebühren, Steuern und so weiter ankommt. Die Kosten haben mit den Jahrzehnten einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtperformance. Sie werden gerne unterschätzt beziehungsweise gar nicht wahrgenommen.

Stetig monatlich einen Indexfonds zu kaufen, davon ist Jack Bogle, der Gründer der Fondsgesellschaft Vanguard, hellauf begeistert. Ich traf ihn an der Wall Street:

Jack Bogle: Ich traf ihn an der Wall Street. Er ist eine Legende. Seit er die Fondsfirma Vanguard aufgebaut hat, hat er die Finanzbranche aufgerüttelt. Vanguard hat sich auf kostengünstige Indexfonds und ETFs spezialisiert. Bogle hat eine radikale Meinung: Er sieht die meisten aktiven Fondsmanager als ziemlich unnötig an. Sie verdienten zu viel Geld, ihr Job sei in Gefahr, weil ihre Performance nach Abzug der Kosten zu wünschen übrig lasse.

Jack Bogle: Wir sprachen sehr lange. Er ist eine Legende. Seit er die Fondsfirma Vanguard aufgebaut hat, hat er die Finanzbranche aufgerüttelt. Vanguard hat sich auf kostengünstige Indexfonds und ETFs spezialisiert. Bogle hat eine radikale Meinung: Er sieht die meisten aktiven Fondsmanager als ziemlich unnötig an. Sie verdienten zu viel Geld. Ihr Job sei in Gefahr, weil ihre Performance nach Abzug der Kosten zu wünschen übrig lasse. Er rät, stetig Indexfonds zu kaufen. Am besten auf Monatsbasis. Trotz des enormen Erfolgs von Vanguard lebt er sehr bescheiden. Er fährt mit dem Zug und isst gerne Brot mit Erdnussbutter und Marmelade obendrauf. Eine Yacht hat er nicht.

Sein Kompagnon aus alten Zeiten, Charles Ellis, begegnete ich ebenso. Von diesen Menschen geht eine unglaubliche Aura aus. Ich lerne nie aus.

Charles Ellis: Index-Prediger. Er überwachte den Milliardenfonds der Yale-Universität. Er sagt, das Investieren machen Anleger am besten über günstige Indexfonds

Charles Ellis: Index-Prediger. Er überwachte den Milliardenfonds der Yale-Universität. Er sagt, das Investieren machen Anleger am besten über günstige Indexfonds. Ich sprach mit ihm eine Ewigkeit in New York. Von solchen erfahrenen Wall-Street-Größen kann ich viel lernen. Sein Buch „Winning the Loser’s Game. Zeitlose Strategien für Ihre erfolgreiche Geldanlage“ ist wirklich empfehlenswert.

Zusammenfassung: Es kommt auf die Kosten an. Wenn Sie zocken, wenn Sie einen teuren Fomndsmanager bezahlen müssen und sonstige Nebenkosten anfallen wie Ausgabeaufschläge, kann sehr viel Geld über die Wupper gehen. Passen Sie also auf die Kosten auf.

Ich kenne jemand, der kauft für 1.100 Euro ein paar Aktien. Er macht das altmodisch. Per Telefon gibt er die Order bei seiner Filialbank durch. Die Gebühren, die anschließend für die Order anfallen, sind immens und stehen in keinem Verhältnis zum Einsatz. Wenn 65 Euro Gebühren anfallen, sind 5,9 Prozent Rendite gleich mal futsch.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Eine Frage zum Aktieninvestmentplan der Direktanlage.at

  1. Tobias

    Hallo Tim, ich würde iShares (weil voll replizierend) auf den Dax oder Dow empfehlen. Als Sparplan über ebase und comdirect. Ist bei richtiger Konstruktion sehr günstig und VL-fähig, d.h. der Arbeitgeber und der Staat geben was dazu. Grüße

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Tobias

    Danke für den guten Hinweis.

    Weisst Du, was es kostet, wenn Du 100 Euro monatlich iShares via ebase oder comdirect kaufst?

  3. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Danke für den sehr hilfreichen Hinweis. Das klingt gut. Wobei das ETF an sich ja nicht kostenlos ist, „nur“ der Ausgabeaufschlag entfällt. Der Betrieb der ETFs kostet schon etwas Geld. Sicherlich ist das nicht viel, aber trotzdem sollte sich jeder die Gebühren genau anschauen. Bei sehr langen Sparphasen können selbst kleine Gebührenunterschiede ENORME Auswirkungen auf das Endresultat haben.

  4. Thomas

    Hallo Tim,

    freut mich zu sehen, dass du meine Anfrage auf deinem Blog gestellt hast 🙂

    Meine Strategie für das Produkt von direktanlage.at wäre:  „Dogs of the Dow Low Five“ (aus den 10 dividendenstärksten Aktien (ATX+DAX) nur die jeweils 5 billigsten monatlich zu gleichen Beträgen kaufen, alle Jahre wiederholen und neu ausrichten) Investitionssumme: 2000 Euro / Monat

    5 Aktientietel zu je 400 Euro

    Grundgebühr: 3 Euro + 0,275% (bei 400 Euro sind das 1,10Euro) = 4,10 Euro

    4,10 Euro * 5 Aktientitel = 20,50 Euro Gebühren pro Monat

    das sind rund 1 % Gebühren pro Monat

    sind 1 % Gebühren okay? (Depotkosten nicht mitgerechnet!)

    Mir ist wichtig, dass meine Strategie emotionslos, reproduzierbar (leicht zu wiederholen) und leicht anwendbar ist. Das hällt mich von Dummheiten ab. Damit würde ich zum Jahreswechsel beginnen.

    Was sagen die Blogleser dazu? Würde mich echt interressieren.

    LG Thomas

  5. Thomas

    natürlich verfolge ich bei der oben beschriebenen Strategie eine „Buy and Hold“ Strategie und die Dividenden würde ich immer!! reinvestieren.

  6. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim,

    vollkommen richtig, dass die ETFs natürlich interne „Betriebskosten“ haben. Das habe ich nicht angeschaut. Man wird bei uns (DE) keine soo günstigen wie Vanguard etc. bekommen. Aber ich bin da auch nicht zu kleinlich. Man sollte schon so fair sein, auch für Dienstleistung ein paar Euro zahlen zu wollen. Ich finde, wenn die Orderkosten und Depotführung auf Null sind, dann kann man für das Produkt selbst zumindest noch bis vielleicht 1,5% TER „zahlen“. Man zahlt sie ja nicht, man bekommt es nur nicht in seiner Rendite. Wenn man sich immer fragt, wieviel es möglicherweise sonst sein könnte, da wird man nicht froh. „Hätte, hätte …“ 😉 Man nimmt Leistung, da sollte man auch irgend etwas zahlen; “ If You’re Not Paying For It, You Become The Product.“ Ich zumindest bin dankbar über die heutigen komfortablen Möglichkeiten.

    MS

  7. Matze

    Der ISHARES STOXX EUROPE 600 (DE) ist bei der comdirect gebührenfrei zu besparen.

    Ein replizierender ETF auf den Dax von der Deutschen Bank ebenso.

    Ansonsten 1,5% vom Kurswert und max. 4,90 Euro, d.h. bei 200 Euro Sparrate 3 Euro Kosten.

     

  8. Markus

    @Thomas

    Im Prinzip sind die mechanischen Dividendenstrategien bei manchen beliebt und bei anderen wiederum gar nicht… Dasselbe gilt für sell in summer-Strategie, etf`s, Dividenden-Aristokraten, Marktführeraktien im nichtzykl. Bereich, Value-Strategie, small-cap-Strategie, Turnaround, Tech-Investoren, call`s & put`s und unzählige Strategien mehr…

    Meinungen und Argumente für das für und wieder kannst Du von ziemlich vielen Leuten abwägen, nur wird es Dir persönlich nicht weiterhelfen.

    Buy & hold bei low 5??? Entweder habe ich die Strategie nicht richtig im Kopf oder Du hast offenbar eine ganz andere Meinung von „buy & hold“ wie ich…

    Low 1 mit Auswahl des zweit-niedrigsten Kurses war ja noch erfolgreicher in der Vergangenheit… Aus Diversifikations-Gesichtspunkten natürlich mehr als suboptimal.

    Sparpläne allgemein sind sicherlich bei kleineren Anlagebeträgen nicht ganz günstig… haben aber wieder Vorteile, da viele für das quartalsweise Investieren (mit im Verhältnis günstigeren Kosten) schon wieder nicht das nötige Durchhaltevermögen haben.

    Sehr viele werden wohl mal mit monatl. Sparplänen angefangen haben… unter diesem Gesichtspunkt ist es sicher sehr wichtig, erst mal überhaupt anzufangen um es mal mit dem reichsten Mann von Babylon aufnehmen zu können. *g* Die Fehler und Rückschläge kommen zwangsläufig… Manch einer lernt daraus, manch einer bricht frühzeitig eine Strategie ab, manch einer lässt es einfach laufen… Die Ergebnisse werden es zeigen.

    Ob es nun Intelligenz, Glück, wissenschaftliches investieren, Investieren aufgrund von Massenpsychologie oder der Hintern des geduldigen stoischen Investors gewesen ist, der dieses oder jenes Ergebnis hervorgebracht hat??? 😉

     

  9. Matze

    Rohstoffwerte wie BHP, Rio Tinto oder Vale werden aktuell runtergeprügelt.

    Hier scheint eine (moderate) Rezession eingepreist zu werden.

    Wie ist Eure Meinung zu dem Sektor? Weiter abwarten und erst kaufen, wenn die Welt untergeht oder ist jetzt ein guter Zeitpunkt für eine erste Position?

  10. ZaVodou

    Ich muss sagen, es ist grundsätzlich eine klasse Idee, jeden Monat langfristig Aktien zu kaufen. So bekommen Sie das sogenannte “Dollar Cost Averaging” hin.

    @Tim

    findest Du jetzt „Cost Averaging“ gut oder schlecht?

    Stetig monatlich einen Indexfonds zu kaufen, davon ist Jack Bogle, der Gründer der Fondsgesellschaft Vanguard, hellauf begeistert.

    Das läßt eher auf Ersteres schließen.

    Ich erinnere Dich mal an diesen Artikel:

    http://timschaefermedia.com/mythos-cost-average-effekt-vorsicht-vor-faulen-werbeversprechen/

    Ich sehe das mit dem „Cost-Averaging“ kritisch und würde mich eher dem älteren Artikel anschließen.

    @Thomas

    “Dogs of the Dow Low Five” hat meiner Meinung nach nichts mit Dividendinvesting zu tun. Diese Methode erfordert es, dass jährlich das Depot neu zusammen gestellt wird, was Kosten verursacht. Außderdem zielt diese Strategie auf eine Kursperformance ab. Den Erfolg dieser Strategie maß man nämlich daran, dass so ein Portfolio besser als der Markt abgeschnitten hat. Dividendinvesting zielt jedoch auf eine Steigerung der Dividendeneinnahmen ab, so dass sich ganz andere Aktien in solch einem Portfolio befinden. Und wenn ich das richtig herausgelsen habe ist es das, was Du möchtest.

    @MatthiasSchneider

    1,5 % TER finde ich wiederum sehr viel. Ich finde die TERs von Vanguard mit 0,09 % ertaunlich. Da kommen deutsche Fondsanbieter schlecht mit. Die Kosten in den USA scheinen einfach generell niedriger zu sein. Ich kenne mich bei ETFs nicht besonders gut aus, weil ich mich mehr mit Einzelaktien beschäftige, aber ich denke, dass ein TER von über 0,35 % schon teuer ist. Ich würde Bogles Ratschlag annehmen und den Fonds mit dem günstigeren TER nehmen, wenn das Gleiche drin ist.

    Wenn ich Bogle richtig verstanden habe, empfiehlt er auf einen weltweit anlegenden Fonds zu setzen. Was ich so gelesen habe, finden viele deutsche ETF-Anleger hierbei den ETF110 ganz gut. Der hat einen TER von 0,20 %, was ich für ganz vernünftig erachte.

  11. Karsten Beinhorn

    Guten Tag,

    ich bevorzuge Aktien, da ich glaube das es der Politik schwerer fällt den Bürgern Aktieneinkommen zu nehmen, als dies bei Spareinlagen möglich ist. Mein Anlagehorizont ist zur Zeit „vererben an die Kinder“.

    Von Zertifikaten habe ich mich bisher  des ferngehalten. Über das Buch von Susan Levermann bin ich dann auf „Die Börsenzauberformel“ von Joel Greenblatt gestoßen. Da man bei dieser Strategie  in viele Aktienwerte investieren muss, was meine Möglichkeiten übersteigt und ich die Strategie auch nur ausprobieren möchte. Habe ich mir bei wikifolio mein Zertifikat gebastelt.

    http://www.wikifolio.com/de/BABYLON

    Eine gute Möglichkeit, um solche Anlagestrategien als Beimischung auszuprobieren.

    Sonst aber lieber Einzelwerte.

    Karsten

  12. Karsten Beinhorn

    @ Otto
    „Was ist ein wikifolio?
    Ein wikifolio ist eine von einem Trader publizierte Handelsidee, die in einem dynamischen Musterportfolio dargestellt wird. Hierzu kann der jeweilige Trader Kommentare verfassen. Finden sich unter anderem zehn Unterstützer für ein wikifolio, so kann die Handelsidee des Traders auch in einem Endlos-Indexzertifikat (wikifolio-Zertifikat) der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft in Düsseldorf abgebildet werden. Jedes wikifolio-Zertifikat hat eine eigene Wertpapierkennnummer (WKN) bzw. eine ISIN und ist an der Börse Stuttgart gelistet, sowie über Lang & Schwarz außerbörslich handelbar.“ http://www.wikifolio.com/de/Home/FAQ

    Also es stehen keine realen Titel dahinter sondern Lang & Schwarz

  13. Otto

    @Karsten Beinhorn

    Danke für die Erklärung. Das Handelsblatt rührt ja die Werbetrommel (u.a. im Musterdepot) für die wikifolios und da konnte man den Eindruck gewinnen, dass tatsächliche Werte gehalten werden.

    „ich bevorzuge Aktien, da ich glaube das es der Politik schwerer fällt den Bürgern Aktieneinkommen zu nehmen, als dies bei Spareinlagen möglich ist.“

    Du bekommst die neuen kreativen Ideen der Regierung dazu schon mit, oder?

    http://boerse.ard.de/anlagestrategie/steuern/kleine-loesung-fuer-die-boersensteuer100.html

    Unsere Regierung hat ein sehr großes Interesse daran, die Aktienanlage zu stigmatisieren (Verkauf von Bundesanleigen, Zugriff auf Sparvermögen etc.).

     

  14. Karsten Beinhorn

    @ Otto

    .. ja mir ist klar, dass die Regierung unser Geld will. Natürlich haben die auch die Möglichkeiten es zu bekommen. Ich denke aber, dass der Zugriff auf Aktien schwieriger ist als auf Bankguthaben. Und da ich eine buy and hold Strategie bevorzuge stören mich Transaktionskosten weniger. Die beste „Dividendenaktie“ ist nach meiner Ansicht übrigens Berkshire Hathaway, weil die Dividenden gar nicht ausgeschüttet werden, sinnvoll angelegt werden und nicht unnötig versteuert werden müssen.

     

    ..ach und zu NuSkin und Herbalife … das ist die Börse 😉

  15. Markus

    @Thomas

    Du siehst… du kriegst viele Meinungen. 😉

    Value, etf, Dividenden-Aristokraten, Einzelaktien, Zertifikate…

    Im Prinzip verteidigen die meisten hier ihre eigenen Strategien ohne Dich, Deine Lebenssituation, Deine Risikobereitschaft, Deine Erfahrung mit der Börse und Deine Ziele zu kennen…

    Selber Verantwortung übernehmen, es ist Dein hart erarbeitetes Geld und Du musst Dir selbst am Ende des Tages in den Spiegel sehen können und gut schlafen können.

     

  16. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thomas

    Ich stelle interessante Fragen von Lesern künftig Online und lasse das von meinen Lesern bewerten. Ich lasse natürlich den Namen weg. Und jeden Hinweis, der auf eine Person Rückschlüsse geben kann.

     

    @ Matthias

    Klar, Leistung (ETF, Indexfonds…) kostet Geld. Und das ist OK so. Nur sollten Anleger auf die Gebühren achten. Im Supermarkt oder beim Autokauf vergleichen wir ja auch die Preise. Oder etwa nicht?

     

    @ ZaVodou

    “Cost Averaging” ist für den Durchschnittsanleger eine gute Sache, finde ich. Es ist keine perfekte Lösung, aber alles in allem vertretbar. Natürlich sind Leute wie Buffett oder Soros besser, weil sie die Hysterie der Märkte zu ihrem Vorteil nutzen können.

  17. DividElephant

    Ich persönliche habe (noch) in keinen ETF investiert, allerdings habe ich für meine Freundin diesen hier ausgesucht: Vanguard FTSE All World UCITS ETF (ISIN: IE00B3RBWM25); der hat mir von den – leider sehr wenigen – ETFs, die in Österreich über brokerjet handelbar sind, am Besten gefallen. Sie hat null Interesse daran sich näher mit der Materie zu beschäftigen und daher ist das meiner Ansicht nach die beste Form zu sparen (leider hat sie aber noch immer 80 % am Sparbuch und nur 20 % in den ETF eingezahlt).

    Ich investiere stinknormal monatlich in Aktien, allerdings ohne Sparplan. Das hat für mich den Vorteil, dass ich aus x-hunderten Aktientitel wählen kann und offensichtlich auch weniger Gebühren zahle (bei einem Investment von rund 2.000 Euro: XETRA 9,99 Euro (0,5 %); Frankfurt 16,99 Euro (0,85 %) und NYSE ist weitaus am teuersten mit ca. 22 Euro (1,1 %) wobei da natürlich alles in USD abgerechnet wird und es dementsprechend alleine schon durch den Wechselkurs zu Schwankungen kommen kann).

    An Thomas‘ Stelle würde ich mich monatlich für einen Titel entscheiden, 2.000 Euro investieren und die Hälfte an Gebühren bezahlen.

  18. DividElephant

    Sorry, leider kann man seinen Kommentar nicht editieren, daher noch ein zweites Posting von mir.

    Auf der Seite von Jim Collins (übrigens ein Verfechter des Index-Investings) gibt es zum einen gerade einen interessanten Artikel zum Thema Dollar Cost Averaging (http://jlcollinsnh.com/2014/11/12/stocks-part-xxvii-why-i-dont-like-dollar-cost-averaging/) und zum anderen eine Initiative, die dazu führen soll, dass John Bogle die „Presidental Medal of Freedom“ verliehen bekommt. Nur für den Fall, dass sich jemand dieser Forderung anschließen möchte. 😉 http://jlcollinsnh.com/2014/11/03/jack-bogle-and-the-presidential-medal-of-honor/

  19. Bonanza

    unter:

    https://www.justetf.com/de/etf-sparplan/sparplan-vergleich.html

    ein guter Sparplanvergleich hinsichtlich der Kosten. Persönlich sind mir Ausschüttende und voll Replizierende ETF´s am liebsten. Die gibt es meist von iShares, somit kommt bei Sparplänen für mich nur die Comdirect in Frage.

    Schau dir mal an:

    iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (recht hohe Dividendenrendite von um die 5%, verglichen mit MSCI World Index minimal geringere Gesamtrendite, dafür halt die regelmäßigen Ausschüttungen)

    iShares Dow Jones Asia Pacific Select Dividend 30 UCITS ETF (ebenfalls hohe Ausschüttungen, wenn mehr Asia/Pacific ins Portfolio soll, denn der Global Select Dividend… ist recht USA lastig.)

    iShares EURO STOXX Select Dividend 30 UCITS ETF (mehr Euro Raum gefällig? hohe Dividendenrendite, aber deutl. Underperformance zum MSCI World in den letzten Jahren)

    ISHARES MSCI EMERGING MARKETS UCITS ETF (zwar Ausschüttend aber nicht mit Dividendenfocus, sowas gibt´s zwar aber nicht als Sparplan z.B. SPDR S&P EMERGING MARKETS DIVIDEND UCITS ETF)

    Eine sehr hohe Diversifikation erreichst du schon mit z.B. iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (ca 60-80%)und ISHARES MSCI EMERGING MARKETS UCITS ETF(20-40%). Beide können soweit ich weiß bei der Comdirect per Sparplan bespart werden. Um weitere Risiken rauszunehmen oder Volatilität geringer zu halten empfehlen sich Staatsanleihen mit hoher Bonität (z.B. iShares eb.rexx Government Germany 5.5-10.5yr UCITS ETF, Deutsche Staatsanleihen mit Restlaufzeiten zwischen 5,5 und 10,5 Jahren, voll replizierend, schüttet vierteljährlich aus und nur 0,16 Prozent Verwaltungsgebühren).

    Mir sind Ausschüttende ETF auch lieber (in Marktphasen wo es Jahrelang nur seitwärts geht habe ich trotzdem einen Cashflow, die eigene Verlusttoleranz wird nicht gar sooo arg strapaziert), jedoch im ganz großen Bild auf Jahrzehnte haben die Thesaurierenden die Nase vorn. Gute Einzelaktien noch dazu in Korrekturphasen des Marktes gekauft, mit stabilem Geschäftsmodell, sind vermutlich die besten Renditebringer.

     

  20. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Hi Bonanza,

    ich bin ebenfalls iShares-Fan. Deine iShares-Vorschläge habe ich wohl alle im Depot. Dazu noch 2 Anleihe-ETFs (Emerging Markets Staatsanleihen mit monatl. Zahlung und High Yield Corp Bonds);

    – iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE000A0F5UH1/A0F5UH)
    – iShares EURO Dividend UCITS ETF (DE000A0HG2P4/A0HG2P)
    – iShares STOXX Europe 600 Utilities UCITS ETF (DE000A0Q4R02/A0Q4R0)
    – iShares Dow Jones Asia Pacific Select Dividend 30 UCITS ETF (DE000A0H0744/A0H074)
    – iShares Emerging Markets Dividend UCITS ETF (DE000A1JXDN6/A1JXDN) derzeit Kaufkurs

    – iShares $ High Yield Corporate Bond UCITS ETF (IE00B4PY7Y77/A1H5UN)
    – iShares J.P. Morgan $ Emerging Markets Bond UCITS ETF (DE000A0RFFT0/A0RFFT)

    Die will ich alle in unregelmäßigen Abständen aufstocken. Schön, dass die Börse so freundlich ins Wochenende gegangen ist. Da kann ich nächste Woche gut gelaunt  in 2 Wochen Urlaub auf Fuerteventura starten. 😉

    Beste Grüße

    MS

     

  21. Timmy

    @Matthias Schneider

    ishares ist super, vor allem, was die Liquidität und damit Spreads angeht – ist Dir klar, dass einige Produkte von denen allerdings leider steuerlich sehr nachteilig sind, da ausländische Teilthesaurierer? Da solltest Du Dir die Daten regelmäßig aufbewahren.

    Der Asia-Pac Select Div & Euro Sel Div ist komplett im Global Select Div enthalten, die Utilities zum Großteil ebenfalls – macht das Sinn, die alle zu halten?

    Schönen Urlaub!

  22. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Timmy, Dank Dir für die Hinweise. Wenn ich mich für nur einen von den ETFs entscheiden müsste, dann würde ich auch den Global Select Dividend 100 nehmen. Aber trotzdem ist es mir mit ein paar anderen dazu lieber. Der Asia Pacific Select Dividend 30 ist mir wichtig, weil er zur Hälfte aus australischen Werten besteht, die ich alle nicht einzeln kaufen kann. Der hat 15 AU-Werte drin, der Global 100 nur 8. Aber davon z.B. Insurance Australia Group, den der Asia Pac. nicht drin hat. Die Überschneidungen machen nix. Ein Grund für mehrere ETFs sind auch die Zahlintervalle. Mit denen habe ich z.B. mehrere Zahlungen in Quartalen 1-4-7-10, bzw. 3-6-9-12. Suche noch was für die Quartale 2-5-8-11.

    Noch ein Grund für mehrere ETFs sind die unterschiedlichen Kursverläufe. Wenn der eine gerade oben ist, dann bieten sich bei anderen vielleicht gerade wegen lokalen Krisen (Emerging Markets hier, Eurokrise da) sinnvollen Zukaufkurse.

    Am Kursvergleich: http://goo.gl/aFGu21 sieht man, dass man z.B. in der 1. Hälfte 2013 nicht unbedingt in den Asia Pac. sondern lieber in Euro-Utilities nachkaufen sollte. Na ja, man kann halt besser variieren so.

    Alles Gute

    MS

  23. Lad

    Als Rentner sollte man 100% des Vermögen in blue chips Aktien halten. Ich bekomme in 4 Jahren als Rente die Dividenden von 18 Aktien: BMW, AT&T, Bank of America, Wells Fargo, Johnson & Johnson, Procter & Gamble, Pfizer, United Technologies, Banco Bilbao, Banco Santander, Iberdrola, Telefonica SA, HSBC, Royal Dutch Shell, Tesco, Sanofi, BHP Billiton, Vale.
    Wenn die DividendenRendite heute nur 3% netto ist und einige Dividenden steigen wirklich 10% jährlich, bekommen dann meine Kinder schon 100% DividendenRendite von heutigem Kapital in 38. Jahr = 2052. Und falls die Dividenden nur noch 5% jährlich stiegen werden, auch super. Die Preise – Inflation wird 2% jährlich und die Rente wird 1% steigen. Die Rente vom Staat könnte sich also nach 70 Jahren verdoppeln. Die Dividenden können sich nach jeden 8 Jahren verdoppeln. Das eingezahlte Geld in die RiesterRente bekommt man zurück mit 0% Zins, falls man 87 Jahre alt wird. Den Zins 2,2% und den Beitrag vom Staat bekommt man von der RiesterRente nur dann, falls man 103 Jahre alt wird.

  24. Hallund

    @Matthias Schneider

    Für die Quartale 2-5-8-11 habe ich diesen hier: IE00B9CQXS71

    Nicht perfekt, aber er macht was er soll. Über weitere Vorschläge/Alternativen würde ich mich freuen.

    Hallund

  25. Martin

    Finde die ETF Offensive von comdirect interessant für Einsteiger. Ich glaube 75 etf ohne Kosten als Sparplan. TER wird angezeigt. Die eem etfs finde ich etwas teuer, aber der Rest geht.

     

  26. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Hallund, Dank für den Tipp. Klingt prima. Letzter Pay Date war 03.11. Spätestens für den nächsten Termin (Ex Date Mitte Januar) werde ich wohl paar Stücke kaufen. Ca. 5% Div ist prima.

    Gruß aus Fuerteventura. WLAN funktioniert super auf dem Hotelzimmer.

    MS

  27. Zapato

    @Lad

    Na dann kannst Du ja an Deinem 150. Geburtstag eine ordentliche Partie steigen lassen.

    Es sei Dir (und uns allen) zu gönnen, dass uns die nächsten 50 Jahre keine Weltwirtschaftskrise inkl. Unternehmenspleiten heimsucht.

  28. Anton

    In der Schweiz kenne ich zwei sehr gute Adressen, um mit ETFs ein Vermögen aufzubauen.

    1. VermögensZentrum

    Hier gibt es das Produkt „Sparen mit ETF“. Man kann sich selbst ein ETF-Weltportfolio zusammenstellen (hauptsächlich ETFs von iShares, UBS); monatlich findet automatisch ein Rebalancing statt.Einzahlungen können beliebig oft vorgenommen werden, gekauft wird immer 1x pro Monat (falls genug Cash vorhanden). Die Kosten sind moderat:

    Verwaltungsgebühr: 0.55 % / Jahr, jedoch mind. CHF 20 / Quartal
    Kauf und Verkauf der ETFs kostet nichts (bzw. in Verwaltungsgebühr enthalten)
    Monatlich wird automatisch ein Rebalancing durchgeführt (= gratis bzw. in Verwaltungsgebühr enthalten)
    Cash wird nicht verzinst
    Die ETF-Anbieter (iShares, UBS …) verlangen die üblichen ETF-Geführen
    Auswahl der ETFs ist gut (Weltportfolio kann gebaut werden)

    Aus meiner Sicht eine sehr gute Sache, ein günstiges Sorglospaket.

    2. Swissquote

    Bietet das Produkt „Sparkonto“ an, mit dem man auch ETF-Sparpläne kaufen kann. Einzahlungen können beliebig oft vorgenommen werden, ETF-Sparpläne können nach bestimmten Regeln gekauft werden (z.B. wenn genügend Geld da ist oder alle 3 Monate etc.). Das Angebot ist sehr günstig:

    Verwaltungsgebühr: CHF 0 (= gratis)
    Kauf: CHF 9 / Modell (wobei ein Modell aus beliebig vielen ETFs bestehen kann)
    Verkauf: CHF 9 / ETF
    Cash wird verzinst (Zins wird monatlich gutgeschrieben)
    Automatisches Rebalancing gibt es nicht
    Die ETF-Anbieter (iShares, Lyxor, DB, UBS …) verlanden die üblichen ETF-Gebühren
    Auswahl der ETFs ist gut (Weltportfolio kann gebaut werden, leider fehlt MSCI Emerging Markets)

    Aus meiner Sicht ein sehr gutes und günstiges Angebot; für Leute geeignet, die sich selbst um das Rebalancing kümmern wollen.

  29. Reto von Aufdenboden

     

    @Matthias Schneider

    Danke für Deine Auflistung!

    Ich bin auch gerade dabei mir den einen oder anderen geeigneten ETF zu suchen. Ich will 50k einmalig anlegen. Darf ich Dich fragen wie die Besteuerung der Ausschüttungen Deines ETF mit Sitz in Irland aussieht? Kannst Du Dir die Quellensteuer aus Irland zurückholen?

    Ich habe irgendwo gelesen, dass die Iren die einbehaltenen Quellensteuer nicht mehr rückerstatten. Wenn dem so ist wären Ausschüttungen mit über 50% zu versteuern, wenn man davon ausgeht, dass auch z.B. in Deutschland ca. 26% Steuern anfallen. Statt z.B. 3% Rendite p.a. hätte man nur ca. 1,5% p.a. und das Fonddomizil wäre somit ein wichtiges Kriterium. 

    Danke für die tollen Beiträge!

    Gruss, vAdB    

     

  30. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Reto von Aufdenboden,

    50K als Einmalanlage sind schon ein ordentlicher Batzen! Da würde ich 5 ETFs nehmen. Die Streuung müsste man sich halt dann überlegen, ob Sektoren und/oder Regionen und global etc.

    Wegen der Quellensteuer… ich bin der Meinung, dass gar keine irische Quellensteuer anfällt. Die offizielle Quelle dafür, das Bundeszentralamt für Steuer listet Irland mit 0% Quellensteuer, allerdings auf Zinsen 20%.

    Ich kann leider gerade nicht in einer Abrechnung nachschauen, da Flatex bis 22 Uhr dicht ist wegen Wartungsarbeiten. Ich habe die iShares bei Flatex, da (anders als bei Aktiendividenden) die Ausschüttungen von ETFs als Ertragsausschüttung und nicht als Dividende behandelt werden. Bei Auslandsdividenden zockt Flatex Gebühren ab.

    Ich müsste also bei dem Irland-ETF die normale Kapitalertragssteuer in DE abgezogen bekommen.

    Rückerstattung zu beantragen macht ja nur Sinn, wenn die ausländische Quellensteuer über 15% liegt, bei gleichzeitiger Anrechenbarkeit in DE von 15%.

    Aber dann muss man halt Gebühren und Aufwand ins Verhältnis setzen zur möglichen Rückforderung des nicht anrechenbaren Mehrbetrages über die 15%, z.B. Schweiz, Finnland, Spanien, Österreich, Italien, Frankreich…

    Das verleidet dem Dividendeninvestor immer etwas diese Länder. Normal hantiert man ja mit kleinen Summen, und für paar Euro lohnt sich der Aufwand nicht.

    Deswegen sind aus dieser Sicht die besten Länder GB, AUS (wenn es 100% franked Dividends sind), CA und USA, wobei bei Canada und USA zu beachten ist, dass der Broker die Erklärungen abgeliefert hat, dass man dort als Steuerausländer zählt, und nur die 15% abgezogen bekommt, die anrechenbar sind in DE.

    Beste Grüße

    MS

     

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