Ein Leser, der es zum Millionär mit ETFs geschafft hat


New York, 4. September 2017

Über das Foto schrieb Leser Julian, der Millionär wurde: „Wir verbringen unsere Urlaube gerne auf Mallorca. Anbei schicke ich Dir drei Bilder aus unserem letzten Urlaub diesen Sommer.“


Hallo Tim,

ich bin seit einigen Jahren regelmäßiger Leser Deines Blogs. Die Lesergeschichten finde ich sehr interessant. Daher habe ich nun meine Geschichte einmal aufgeschrieben.

Mein Name ist Julian. Ich bin 47 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder im Alter von zehn und sieben Jahren.

Ich arbeite in der IT-Branche. Seit etwa 20 Jahren selbständig, als Freiberufler.

Ich habe mit 16 Jahren meinen Realschulabschluss gemacht. Dann habe ich drei Jahre eine Berufsfachschule besucht. Anschließend studierte ich vier Jahre Technische Informatik – mit Abschluss.

Mit 24 Jahren bin ich in den Beruf gestartet. Zunächst als Angestellter. Mit 28 Jahren habe ich dann angefangen freiberuflich zu arbeiten.

Ich komme aus einer Mittelschicht-Familie. Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Geldanlage oder Aktien waren in meiner Familie nie ein Thema. Seit über 20 Jahren lebe ich in einer Großstadt mit mehr als 1 Millionen Einwohnern.

Meinen ersten Kontakt mit Aktien hatte ich im Alter von 26 Jahren. Das war 1996. Es war die T-Aktie. Damals als Volksaktie beworben. Die Aktien wurden vor dem Börsengang zugeteilt, der Andrang war groß. Ich hatte gespartes Geld an der Seite und und bestellte für mich im eigenen Namen und im Namen meiner Mutter und meines Vater jeweils Aktien und bekam dann welche zugeteilt.

Ich hielt sie etwas über ein oder zwei Jahre und konnte sie steuerfrei mit Gewinn verkaufen.
Ein völlig neues Gefühl.

Seit 1999 zahle ich Beiträge in eine private Rentenversicherung. Das macht aber nur einen kleinen Teil meines investierten Geldes aus.

In die staatliche Rente zahle ich nicht mehr ein. Ich habe bisher auch keine Ansprüche erworben. Dazu fehlen mir einige Monatsbeiträge. Ich überlege, für die fehlenden Monate den Mindestbeitrag zu zahlen, um dafür den Anspruch auf eine Minimum-Rente ab 67 Jahren zu haben.

So gegen 1999 eröffnete ich mein erstes Depot bei einem Online-Broker. Das war zu den Hochzeiten des Neuen Marktes. Ich liess mich davon anstecken und kaufte fleißig diese Werte.

Viele Arbeitskollegen taten das auch. Fast jeder schien irgendwie an der Börse investiert zu sein und täglich reicher zu werden. Morgens im Büro gab es immer die Diskussion: „Welche Werte hast Du?“ „Ich habe diese Werte und diese Kursprognose gelesen, das musst Du auch kaufen. Die sind schon mehrere 100% gestiegen, das steigt weiter.“

Ob diese Bewertungen fundamental gerechtfertigt waren, interessierte keinen. Es waren alles Hoffnungswerte. Alte ökonomischen Prinzipien galten nicht mehr.

Für viele Investoren war es die erste Börsenerfahrung. Es war damals schon möglich mit einem Online-Depot Daytrading zu machen und die Positionen täglich umzuschichten.

Die meisten hatten keine Ahnung, was sie da taten. Sie fühlten sich durch die schnellen Kursgewinne in ihrer Cleverness aber bestätigt.

Wie man heute weiss, nahm es ein böses Ende. Die meisten verloren viel Geld. Ich auch.
Die meisten meiner Bekannten verabschiedeten sich darauf wieder von der Börse und waren von der Zockerbude Börse enttäuscht.

Ich schichtete mein verbliebenes Geld in aktiv gemanagte Aktienfonds und einige Blue-Chips um. Und investierte weiter Geld da rein. Ich freute mich in den folgenden Jahren über wieder steigende Kurse.

Als meine Frau und ich unser erstes Kind erwarteten, kaufte ich 2007 eine neue Eigentumswohnung zur Eigennutzung.

2008 brach mein Depot aufgrund der Finanzkrise deutlich ein. Ich fühlte mich schlecht. Es tat weh. iIch fühlte mich als Loser. Ich ärgerte mich, dass ich mich nicht wie meine Bekannten von der Börse verabschiedet hatte. Ich machte mir Vorwürfe. Ich stellte mir vor, was ich mir mit dem Geld alles hätte kaufen könnten. Trotzdem habe ich das ausgesessen, nicht verkauft und wurde mit steigenden Kursen belohnt.

Im Jahre 2008 las ich das Buch „Unconventional Success“ von David Swensen. Er ist Vermögensverwalter der Yale-University. Darin erklärt er, welche offenen und versteckten Gebühren die aktiven Fonds haben. Viele schlagen nicht den Markt und trotzdem berechnen diese Gebühren. Als Alternative schlug er ETFs vor. Das war für mich ein völlig neues Konzept. Auch wurde darin das Konzept der Asset-Allocation und des Rebalancing erklärt. Das war für mich ebenfalls neu.

Ich kaufte daraufhin meinen ersten DAX-ETF von Indexchange (heute iShares). Das war damals einer der wenigen in Deutschland gehandelten ETFs. Nach und nach schichtete ich in ETFs um.

2013 las ich „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ von Gerd Kommer. Auch das fand ich sehr überzeugend. So klar und verständlich hatte ich das bisher noch nie irgendwo gelesen. Hier wurden die wissenschaftlichen Grundlagen erklärt, warum Diversifikation und passives Investieren langfristig für die meisten Anleger die beste Alternative ist. Und das Aktien langfristig die rentabelste Anlageklasse sind.

Mittlerweile besteht mein Depot fast nur noch aus ETFs. Diese stocke ich immer weiter auf.

Abweichend vom Konzept im Kommer-Buch habe ich jedoch den Großteil in Dividenden-ETFs investiert.

Warum das, obwohl die Gebühren höher sind? Warum, weil die Diversifikation nicht so gut wie beispielsweise beim MSCI World ist? Mir ist es wichtig einen ständigen Cashflow zu haben. Auch wenn ich ihn zur Zeit nicht benötige und ständig reinvestiere. Ich habe dadurch ein passives Einkommen, ähnlich wie die Mieteinnahmen aus Immobilien – ohne den Aufwand mit der Vermietung und Instandhaltung zu haben.

Der stetige Cashflow hat für mich auch psychologisch eine beruhigende Wirkung. Ich weiss, dass ich bei Wegfall oder Rückgang meines aktiven Einkommens auf diesen passiven Cashflow zugreifen kann.

Ich weiss, dass dieser Cashflow weiter geht – auch wenn die Kurse einbrechen. Zwar wird dieser Cashflow dann eventuell zurück gehen, aber vermutlich nicht in dem Maße wie die Kursrückgänge.

Das wird mir helfen, in turbulenteren Zeiten den Kurs beizubehalten.

Der Depotwert schwankt täglich meistens 4-stellig, an seltenen Tagen auch 5-stellig. Aber es ist wie ein Supertanker auf hoher See. An manchen Tagen ist die See still, an manchen rau mit starkem Wellengang. Aber der Tanker fährt weiter und erreicht sein Ziel. Die aktuellen Kurse sind daher für mich nicht mehr so wichtig.

Die Höhe dieses Cashflows ist für mich ein Indikator für die finanzielle Freiheit.

Ich plane, meine Werte später nicht zu verkaufen. Also das Depot nicht zu entsparen. Ich möchte später nur die Dividenden verbrauchen. Das Depot möchte ich an meine Kinder vererben.

Mein Anlagehorizont ist: Für immer.

Das Jahr 2017 ist für mich in finanzieller Hinsicht ein Meilenstein. Ich habe die Eigentumswohnung nach 10 Jahren komplett abbezahlt und bin schuldenfrei.

Die Einnahmen aus Dividenden decken meine Fixkosten (Krankenversicherung, Nebenkosten Immobilie, Lebensmittel, Unterhalt Auto, Versicherungen).

Meine Asset-Allocation ist heute so:

Aktien: 58%
Immobilie (selbstgenutzt): 24%
Unternehmensanleihen: 5%
Staatsanleihen (private Rentenversicherung): 5%
Cash: 8%

Mein Depot besteht aus diesen Werten:

BP
iShares $ Corp Bond UCITS ETF
iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF
iShares STOXX EUROPE SELECT DIVIDEND
iShares EURO STOXX 50(DE)UCITS ETF
iShares S&P 500 UCITS ETF
iShares EM DIVIDEND UCITS ETF USD

Ich plane weiter zu arbeiten und zu investieren. Ich möchte die Hohe meiner Dividenden weiter steigern. Eventuell werde ich in ein paar Jahren meine Arbeitszeit reduzieren und nebenbei Projekte machen, die mich persönlich stärker interessieren und nicht mehr hauptsächlich auf den Gelderwerb ausgerichtet sind. Genaue Ideen dazu habe ich aber noch nicht.

Wie stehe ich zu Konsum?

Ich bin eher sparsam, meine Sparquote ist deutlich über 50%. Ich gönne mir aber mit der Familie schöne Urlaube, fahre ein etwas teureres Auto. Was ich aber mittlerweile seit 6 Jahren fahre, weiter fahren werde und nicht mehr wie früher alle 3 Jahre gegen einen Neuwagen tausche. Auch wenn es als Selbstständiger durch die steuerlichen Vorteile nicht so teuer ist wie bei Privatfahrzeugen.

Durch Blogs wie den von MrMoneyMustache oder Tim Schäfer habe ich in den letzten Jahren viele Konsumgewohnheiten bei mir selbst hinterfragt. Ich sortiere alten Plunder aus und verkaufe ihn bei eBay, frage mich vor dem Kauf vieler Dinge, ob ich sie wirklich brauche und ob sie meine Lebensqualität steigern oder nur dazu dienen, nach aussen zu zeigen, dass ich viel Geld verdiene, und mir so etwas leisten kann. Mittelschicht-Statussymbole.

Dabei frage ich mich, inwieweit das in Konflikt mit meinen langfristigen finanziellen Zielen gerät.

Wenn ich sehe, das mir etwas Spaß macht und es meine Lebensqualität deutlich steigert, gebe ich dafür gerne Geld aus. Treffen mit Freunden zum Wandern oder Mountainbiken. Dieses Jahr habe ich mir ein schönes neues Mountainbike gegönnt und erfreue mich fast jeden Tag daran.

Mein persönliches Umfeld ist eher Konsum-orientiert. Investment und Aktien interessieren fast keinen. Vermeintlich sichere Angestellten-Jobs, Staatliche Rente, eventuell Riester und eigene Immobilie sind die Säulen. Der Begriff „Finanzielle Freiheit“ ist ein Fremdwort aus einer Fantasie-Welt oder reicher Erben. Offen ausgesprochenes Interesse an Geld deutet auf Gier und einen schlechten Charakter hin. Ich mache da mittlerweile keine Anstalten mehr, darauf einzuwirken. Ich kenne dieses finanzielle Mondset, da ich selbst so aufgewachsen bin.

Bücher, die mich in finanzieller Hinsicht beeinflusst haben:

Napoleon Hill: Denke nach und werde reich
David Swensen: Unconventional Success: A Fundamental Approach to Personal Investment
Gerd Kommer: Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs
Gerald Hörhan: Investment Punk: Warum ihr schuftet und wir reich werden
Robert Kiyosaki: Rich Dad Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen
Thomas Stanley: Millionaire Next Door: The Surprising Secrets of America’s Wealthy
Rainer Zitelmann: Reich werden und bleiben: Ihr Wegweiser zur finanziellen Freiheit

**********************************************
Vor dieser Leistung habe ich ganz großen Respekt. Julian hat mit seiner Sparsamkeit nicht nur sich selbst geholfen, sondern seiner gesamten Familie enorm geholfen. Julian ist schon heute finanziell frei, wenn ich die Angaben richtig deute. Ich kann ihm keinen Rat geben. Nur so viel: Hut ab!

Auf Mallorca geht Julian gerne mit der Familie in den Urlaub. Hier ist sein Mountainbike zu sehen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Ein Leser, der es zum Millionär mit ETFs geschafft hat

  1. Ex-Studentin

    Glückwunsch, dass du dran geblieben bist! Nach mehreren Verlusten ist es nicht selbstverständlich weiter zu machen. Ich frage mich oft, wann wohl die nächste Blase platzt und wer dann die Nerven behält.

  2. Thomas der Sparkojote

    Inspirierende Geschichte die mal zeigt was alles möglich ist wenn man nur dran bleibt 🙂 Einen grösseren Crash hatte ich bisher nicht erlebt, der höchste den ich bisher erlebt habe waren -20% aufs Depot. Zu dieser Zeit war der DAX ebenfalls auf Tauchstation bei der 8’000 Punkte Marke.

    Ähnlich wie du trenne ich mich auch von Dingen die ich nicht mehr brauche, das meiste kann ich dann auch verkaufen  und noch etwas Geld zurück holen. In manchen Fällen gibts sogar mehr als ich ausgegeben habe, weil die Dinge mit der Zeit an Wert gewonnen haben.

    Ich zu meinem Teil investiere in Einzelaktien, allerdings würde ich gerne ETF’s beimischen nur sind diese bei meiner momentanen Bank zu teuer 🙁

    Grüsse
    Thomas

  3. Dominic | Der Portfoliomanager.de

    Kann deine Präferenz für Dividenden-ETFs sehr gut nachvollziehen. Gerade für eigentliche etwas risikoaversere Menschen kann das ausschlaggebend sein, doch in Aktien anzulegen. 3,5%- 4,0% Ausschüttungsrendite sind ja auch mit ETFs derzeit drin.

    Einziger Wehmutstropfen: Solche Faktorinvestments können leider dem Markt über längere Zeit hinterherhinken – sodass man sich manchmal ein reines Beta-Investment wünscht. Ist der Preis, den man zahlen muss 😉

    Das Buch von Swensen kannte ich noch nicht – danke für die Empfehlung!

     

  4. Christian H.

    Danke an den Leser für seine detaillierte Darstellung seiner Vermögensbildung! Und Hut ab, dass er in der Krise nicht sein Depot aufgelöst hat. So hoffe ich das im Ernstfall auch aussitzen zu können!

    Ich habe auch momentan im Depot nur ETF’s. Meine zugebener Maßen geringe Befürchtung geht gerade dahin, dass einer oder mehrere meiner ETF’s im Ernstfall aufgelöst werden. Z.B. weil sich im Crash bei sagen wir mal 50% Kurseinbrüchen für den ETF Anbieter der Fonds nicht mehr lohnt, da er nur noch 50% seiner Gebühren kassiert und durch das viele Kaufen und Verkaufen im Crash aber höhere Kosten hat. Wenn ich Glück habe, verdoppelt er im Crash dann einfach die Gebühren – das kann ich aussitzen. Wenn ich Pech habe, löst er den Fonds auf. Dann muss ich in einem Moment, wo ich eigentlich stillhalten wollte, zusehen, dass ich schleunigst in einen anderen ETF investiere – und hoffen, dass der dann nicht auch schließt.

    So habe ich derzeit das Gefühl, nur bedingt Einfluss darauf zu haben, ob ich im Ernstfall still halten kann oder handeln muss, wenn ich gar nicht will. Ein bisschen, wirklich nur ein bisschen, wie Kontrollverlust.

    Leider kann mir die Geschichte der ETF noch keine Gewissheit geben, dass meine Befürchtung unbegründet ist. Wie der Leser schon anmerkte, im Jahre 2008 wurden eine Handvoll ETF an der deutschen Börse gehandelt.

    Viele Grüße

    Christian

     

  5. Andrea

    Herlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Investieren. Ich wünsche dir viel Erfolg. Es ist toll, dass du schon deine Kosten damit decken kannst.

  6. Ruben

    @Christian H. deine Sorgen sind völlig unbegründet und teilweise kann ich diesen auch nicht ganz folgen. Fonds/ETF werden aufgelöst, wenn es nachhaltig zu viele Mittelabflüsse gibt und die Gebühren nicht mehr die Kosten decken. Ich sehe dieses Problem jedoch eher bei aktiven Fonds, die schlecht geführt wurden oder eher bei irgendwelchen Nischenfonds mit modischen Spezialthemen, die gar niemand mehr haben möchte.

    ETF auf weltbekannte Aktienindizes wie Msci World, Msci EM, S&P 500, Nasdaq, Eurostoxx aber auch Dax werden immer nachgefragt, das Geschäftsmodell ist nachhaltig.

    Unabhängig davon investiere ich gerne in liquide gut handelbare ETF mit hohem Fondsvolumen, die physisch repliziert werden. Das ist jedoch Ansichtssache.

    http://www.faz.net/asv/exchange-traded-funds/zwei-arten-der-konstruktion-physisch-oder-synthetisch-14489815.html

    Wenn es dann doch aus welchen Gründen auch immer zu einer Fonds/ETF Schließung kommen sollte, was ich bei ETF auf Standardinizes sehr unwahrscheinlich halte, dann würde die Welt auch nicht untergehen. Wichtig ist das du investiert bleibst.

    Ich habe gerade bei den Msci World ETF von etablierten Anbietern Comdirect, DBX Trackers, Ishares und Lyxor nachgeschaut, alle ETF sind mit 2005-2008 vor oder während der Finanzkrise entstanden und bestehen heute noch.

     

  7. Julian

    Vielen Dank für die Rückmeldungen.

    @Christian

    Ich denke Du kannst das Risiko reduzieren dass der ETF irgendwann geschlossen wird, indem Du solche wählst die ein großes Fondvolumen haben. Mir war es wichtig nur ETFs zu haben die mehrere 100 Mio Euro oder am besten mehr als 1 Milliarde Euro investiertes Fondvermögen haben. Dort halte ich es für nicht so wahrscheinlich dass diese aus Unrentabilität in absehbarer Zeit geschlossen werden.

  8. June

    Mit den T-Aktien hast du mehr Glück gehabt als die meisten anderen Aktienbesitzer. Und dein stures weiterinvestieren hat sich gelohnt. Herzlichen Glückwunsch.

    Tim schreibt ja immer mantramäßig: stures und stetiges investieren führt zum Erfolg.

    Du hast es bewiesen.

    Take care,

    June

  9. Anna

    @ Julian

    Gesetzl. Rentenversicherung: Ich würde Dir raten, Dich mal bei der Rentenversicherung zu erkundigen oder bei einem unabhängigen Rentenberater (das Geld wird wohl für den drin sein). Es sind schließlich noch 20 Jahre bis zur 67.

    Mein Mann und ich haben uns mehrmals dazu beraten lassen. Alle Kniffe kennt man nämlich nicht. Inzwischen sind wir beide Rentner.

    Viele Grüße

    Anna

  10. Ruben

    @Julian: danke für Deinen Bericht aus über 20 Jahren Börsenerfahrung. Kostolany hat ja einmal sinngemäß gesagt „an der Börse gibt es Schmerzensgeld, erst kommen die Schmerzen, dann das Geld“.

    Klasse wie du am Ball geblieben bist und dich nicht hast beirren lassen.

    Alles Gute!

    Ruben

  11. Friedrich

    Schöne Story.

    Was dich am Ball bleiben lassen?

    Wusstest du damals schon, dass sich so etwas nur langfristig lohnt oder gab es eine andere Motivation?

     

    Ich bin noch nicht so lange dabei und viele Bücher dazu sind ja auch erst in den letzten Jahren erschienen?

     

    Besten Gruß

     

    Freddy

  12. Djerun

    Netter Artikel, Respekt vor der Leistung. Und in dem Alter Millionär, mein lieber Schwan…das schaffen wirklich nicht viele, nicht übel.;)

    Aber Moment mal: Familie mit 2 Kindern, teures Auto und schöne Urlaube? Dies sich bei 50% Sparquote leisten können? Und dazu mit ca. 7% Rendite p.a. Mitte 40 zum Millionär?

    Da muss ich wieder kein Mathematiker sein um zu ermitteln, dass wir es hier mit einem Nettofamilieneinkommen Richtung fünfstellig pro Monat zu tun haben. Bitte solche Angaben mit angeben.

    Als Unternehmen veröffentliche ich in den Medien auch nicht stolz 5 Mio. Jahresgewinn, der Umsatz betrug aber 60 Mrd.!

     

     

  13. Nicolas

    @Julian,

    kannst Du bitte noch etwas zu den ETFs sagen.

    Warum gerade diese und keine anderen? Der Euro Select Dividend ist beispielsweise komplett im Global Sel Dividend enthalten.

     

  14. steve

    @alle

    gute Lebensgeschichte mit ein paar glücklichen und ein paar nicht so günstigen Ereignissen. Belegt wieder mal das sich Ausdauer auszahlt. Das man bei Kurseinbruch nicht verkauft finde ich allerdings nicht so bemerkenswert wie immer wieder herausgestellt wird. Wer macht das schon gerne, wenn er nicht muss, ich hab da Bekannte die sich so von der Börse verabschiedet haben indem sie nicht mehr in ihr Depot schauen. Einfach das Elend nicht mehr anschauen. Ich selbst bin auch ein gutes Beispiel wie oft habe ich mit Verlust Verkauft? Genau 4 mal und da wars noch zum tax harvesting. Entscheidender erscheint mir da bei einem Einbruch den Mut und das Kleingeld zu haben noch mehr zu investieren. Da sind oft Peanuts notwendig, aber verdammt viel Chuzpe „schlechten Geld“ gutes hinterher zu schicken um dann im Laufe der Zeit ein gute Rendite einzufahren. Selbst erlebtes Beispiel Infineon für 12,7€ gekauft den Absturz auf 0,38 mitgemacht verkauft nein nachgekauft nein. Nachkauf wär in dem Fall gut gewesen, wenn man allerdings die hier erwähnte Telekom bei 90€ eingesammelt hat und die nach dem Crash nachgekauft hätte naja. Braucht also Mut den richtigen Riecher und genug Kapital zur richtigen Zeit.

  15. Auer RiccardoAuer Riccardo

    Inspirierende Geschichte! Bin jetzt 20 und (leider) erst seit 2 Jahren dabei, aber bin mit einer 4-stelligen monatlichen Sparrate sehr zufrieden. Danke für den Post 🙂

  16. Christian H.

    @ Julian

    Genau das ist auch meine Meinung: je größer der ETF, desto unwahrscheinlicher ist eine Schließung. Deshalb habe ich gerade Fond-Anteile von ETF, die über 5 mrd €/$ verwalten. Diese beiden sind’s:

    ISH.STOX.EUROPE 600 U.ETF
    SPDR S+P 500 UCITS ETF

    Der Finanzwesir hat letzte Woche einen Bericht geteilt, bei dem es um die Schließungen von ETF geht. Aber das sind wohl gerade alles ETF auf irgendwelchen Nischenmärkten:

    http://www.10×10.ch/etf-schliessungen-und-die-folgen-fuer-anleger/

    Schließung hin oder her. Normalerweise ist das nichts Schlimmes. Dann zahlste halt Steuern und Transaktionskosten und kaufst ‘nen neuen. Blöd nur, wenn es gerade im Crash passiert. Dann will man das eigentlich gar nicht haben. Im Crash scheint mir aber die Wahrscheinlichkeit zu steigen, weil die Gewinne der ETF-Anbieter schrumpfen könnten – so sie das nicht durch steigende Gebühren ausgleichen.

    @ Steve

    Da gebe ich Dir voll recht: Es ist wohl nur Stufe 1 des Mutes im Crash nicht zu verkaufen. Dennoch machen das wohl viele Leute. Zumindest liest man das immer wieder. Oder (5€ für’s Phrasenschwein): „Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass private Anleger durch ungutes Timing schlechter abschneiden als der Markt. Sie verkaufen wenn die Kurse niedrig sind und kaufen, wenn sie steigen“. Ich kenn allerdings keine solche Studie…

    Stufe 2 des Mutes ist dann: volle Kanne bei fallenden Kursen investieren. Hierbei hilft dann automatisches Re-Balancing, wenn man es denn umsetzt.

    C.

  17. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Nicolas,

    wahrscheinlich will er einfach Europa übergewichtet haben. So wie man am Wahl-o-Mat die Themen, die einem wichtig sind, noch einmal markieren muss. Die werden dann stärker gewichtet.

    Wenn man 10.000 EUR in dem Select 100  anlegt, dann hat man z.B. für 190 EUR (1,9%) Shell B dabei. Wenn man aber diese Euro-Werte stärker vertreten haben will, dann kann man stattdessen 5.000 von dem nehmen, und 5.000 von dem Euro Select nehmen.

    Dann hat man bei gesamt 10.000 366 EUR in Shell B. 95 EUR (1,9% von 5.000) und 271 EUR (5,42%) von 5.000.

    Wäre mein Vorgehen, wenn ich es so wollen würde.

    MS

     

  18. Julian

    @Anna: Danke für den Hinweis mit der gesetzlichen Rente.

    @Djerun: Das monatliche Haushaltsnettoeinkommen ist bei uns im oberen 4-stelligen Bereich. Das Auto ist ein Geschäftsfahrzeug welches ich auch privat nutzen kann. Beide Faktoren haben mir über die Jahre enorm geholfen das Vermögen aufzubauen.

    @Nicolas: Stimmt, der Euro Select Dividend ist komplett im Global Sel Dividend enthalten. Ich habe ihn als Gegengewicht zu der US-Lastigkeit durch den S&P 500. Und weil die TER des Euro Select Dividend  nur 0,15% statt 0,46% wie beim Global Sel Dividend ist. Die Werte habe ich seit über 4 Jahren im Depot und stocke nur noch den  Global Sel Dividend und den Emerging Market Dividend auf.

    @Auer Riccardo: Ein 4-stellige monatliche Sparrate im Alter von 20 ist hervorragend. Wenn Du das stur und stetig durchziehst, teuren Lifestyle-Versuchungen widerstehst, im Beruf Gas gibst und auf Deine Gesundheit achtest, bist Du mit 35 finanziell da wo ich jetzt mit 47 bin. Viele Deiner Altersgenossen werden dann noch 30 Jahre im Hamsterrad vor sich haben. Du wirst dann eine Gelassenheit haben, die die anderen nur mit Blutdrucksenkern erreichen.
    Ich habe meine Geschichte auch deswegen aufgeschrieben um jungen Leuten wie Dir Mut zu machen ihr Leben und ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Es lohnt sich.

  19. Mattoc

    Julian, die Select Dividend ETFs aus USA, Europa und Asien haben jeweils eine TER von 0,31%. 0,15% finde ich nirgendwo – bei keinem DIV-ETF.

    Dennoch wäre es für Neueinsteiger aus zwei Gründen besser, nicht den Global Select, sondern die einzelnen Sub-ETFs aus USA, Europa und Asien zu kaufen:

    1. TER beträgt bei dem 3er-Mix nur 0,31% anstatt 0,46% beim Global

    2. Man erhält 16o Aktien im 3er-Mix (100 USA, 30 Europa, 30 Asien) anstatt 100 Aktien im Global (40 USA, 30 Europa, 30 Asien), denn der Global zieht aus dem USA Select ETF nur die oberen 40 der 100 Aktien, wenn ich das richtig sehe.

  20. Julian

    @Friedrich: Ich bin am Ball geblieben weil mich die Börse einfach interessiert hat, ich davon überzeugt war und bin dass es wichtig ist Anteil an produktivem Vermögen zu haben. Etwas Gier war vielleicht auch dabei. Ich hatte für mich auch keine überzeugenden Alternativen gefunden. Weitere Immobilien wollte ich nicht haben, obwohl ich damals auch mal darüber nachgedacht hatte eine Ferienimmobilie zur Eigennutzung zu kaufen. Aber das wäre mir zu viel Klumpenrisiko gewesen und hätte laufende Kosten nach sich zu gezogen. Gesteigerter Konsum hätte mich nicht befriedigt und ich hatte einfach auch Angst dass ich mir einen Lifestyle angewöhne der mich dann im Alter ohne Rücklagen da stehen lässt. Seit etwa 4 Jahren sind es hauptsächlich die jährlich steigenden Ausschüttungen, die mich motivieren dabei zu zu blieben.

  21. Julian

    @Mattoc:
    Die comdirect zeigt für den Euro Select Dividend WKN263529 eine TER von 0,15% an. Die Webseite von iShares eine TER von 0,31%. Ich hatte beim Blick in comdirect angenommen dass iShares die Preise reduziert hat, denn ich hatte eigentlich auch 0,31% in Erinnerung. Es sind wohl weiterhin die 0,31% gültig. Schade.
    Du hast Recht dass der 3er Mix aus Europa, US und Asien mit insgesamt 0,31% deutlich günstiger ist als die 0,46% des Global. Ich meine dass die vor ein paar Jahren noch deutlich teurer waren. Ich habe die Preise aber länger nicht nachgeschaut. Das ist ein gutes Argument sich das aus den dreien einzeln aufzubauen. Der Global hätte dann nur den Vorteil des automatischen Rebalancing.
     

     

  22. Rainer Zufall

    Mattoc

    Ich frage mich aber, ob man mit 30 Aktien den asiatischen Raum überhaupt sinnvoll abdecken kann und ob der Asia Dividenden Etf vor diesem Hintergrund einen Mehrwert bietet. Ich meine „eher nein“.

     

     

     

     

  23. Rainer Zufall

    Julian/Mattoc

    „Der Global hätte dann nur den Vorteil des automatischen Rebalancing.“

    In meinen Augen ein zentrales Argument. Ich hab mich daher für eine MSCI World / EM / Europe entschieden (die aber eine geringere Div Rendite hat)

  24. Obama

    Danke für den Artikel und Glückwunsch.

    Ich persönlich investiere lieber in Einzelaktien. Aber das ist eben Typsache.

    Momentan ärgere ich mich über das momentane Diesel Bashing, weil ich einen sehr gut erhaltenen 16 Jahre alten Diesel (Euronorm 4) mit 360 000 km Fahrleistung fahre. Und normalerweise könnte ich diesen noch viele Jahre fahren, wenn die Politik mitspielt.

    Wir lieben dieses alte Auto und es hat uns auch dieses Jahr wieder treu im Urlaub begleitet und fährt – wie immer – tadellos.

    Die Anschaffung eines PKWs hatte ich für die nächsten Jahre nicht geplant :;))

    Überall liest man momentan vom bevorstehenen „Crash“ oder dem „Platzen der Blase“. Ich persönlich würde mich nicht wundern, wenn der Markt noch lange nicht daran denkt, den Erwartungen nach zu kommen :;))) Bisher hatte ich noch nie einen „Crash“ oder eine stärkere Korrektur erlebt, die vorher derart in der Presse präsent war.

    Mir soll es egal sein, da meine Sparpläne ohnehin immer weiter laufen werden.

     

    Alles Liebe !

  25. ReichmitAktien

    Glückwunsch das du damals dran geblieben bist. Crashs bzw. Korrekturen gehören dazu. Rebalancing und Diversifikation in verschiedene Asset-Allokation können da Abhilfe schaffen. Auch wenn vieles für eine Blasen spricht, so weiß man doch nicht wann diese platzt.

    ETFs finde ich zwar gut, aber ich fühle mich einfach besser mit den Aktien der Unternehmen im Depot.  

    Gruß 

    Reich mit Aktien

     

  26. Mattoc

    Rainer Zufall

    die Dividendenrendite-Strategie ist ja ausdrücklich keine „ich stelle mich so breit wie möglich auf Strategie“. Das ist einfach ein anderer Ansatz.

    Man kann diese Frage aber auch mit einer Gegenfrage beantworten:

    Wenn man sich, wie Julian, den Select Global und den Emerging Markets DIV zulegt, dann hat man in Summe 200 Aktien:

    40 USA

    30 Europa

    30 Asien

    100 EM

    Wenn nun jemand sagt, das sei in Bezug auf Regionen bzw. innerhalb der Regionen nicht breit genug diversifiziert, dann sind nahezu 100 % aller Anleger, die keine ETFs sondern Einzelaktien kaufen, bei weitem nicht breit genug diversifiziert, denn welcher Privatanleger hat schon 200 Aktien, die er im Depot betreuen will, geschweige denn 30 Aktien aus Asien?

    Meine Meinung ist inzwischen,dass jede Strategie im Laufe der Zeit mal Vorteile und mal Nachteile haben wird, und wer es mit Kommer und dem Finanzwesir hält, wird keine Dividendenstrategie wählen. Der muss dann allerdings in der Entsparphase Anteile verkaufen, was ja kein Problem ist, um den Cashflow zu generieren.

    Für den Cashflow durch Dividenden zahlt man eben einen Aufpreis in Form eines erhöhten Risikos, da man sich nicht so breit wie möglich aufstellt.

  27. Rainer Zufall

    Mattoc

    „die Dividendenrendite-Strategie ist ja ausdrücklich keine „ich stelle mich so breit wie möglich auf Strategie“. Das ist einfach ein anderer Ansatz.“

    Ok – macht Sinn.

     

  28. Christian H.

    Manche Leute unterscheiden 2 Arten von Risiko.

    1. Systemisches Risiko

    2. Unsystemisches Risiko.

    1. Ist das Risiko, das man eingeht, wenn man in Aktien investiert – egal ob ETF oder was auch immer. Wenn es einen Crash gibt, dann geht auch der ETF in die Knie. Das bekommt man durch Diversifikation nicht weg.

    2. Ist das Risiko durch die Auswahl der Aktien. Kauft man den ganzen Markt, ist dieses Risiko gleich null. Das kann man also weg-diversifizieren.

    Ich habe aber schon öfter gelesen, das man mit einem Portfolio von 18 Aktien schon 90 % des Unsystemischen Risikos weg-diversifiziert hat. Wenn man über Länder und Branchen gleichgewichtet diversifiziert.

    http://news.morningstar.com/classroom2/course.asp?docId=145385&page=4&CN=sample

    Wenn das stimmt, dann ist eine Diversifikation über 1000 Aktien sinnlos. Aber ob’s stimmt, det wees ick nich.

    LG

    C

     

  29. Mattoc

    @Christian H

    Sehr guter Beitrag. 🙂

    Ich weiß auch nicht, ob das stimmt. Und je mehr man liest und glaubt zu wissen, desto stärker wird der Zweifel. Das hat Goethe sinngemäß so gesagt, und je älter ich werde, desto mehr kann ich das bestätigen.

    Und für welches Tier wird am meisten diskutiert? Genau, für die Katz. 😉

    Entscheidend ist, dass man bei einer (seiner) Strategie bleibt und diese nicht alle 6 Wochen übern Haufen wirft, weil jemand anders wieder etwas zu wissen glaubt.

    Schönen Abend allen.

  30. Ruben

    Ja ich habe auch schon öfter gelesen das ab 20-25 Aktien eine weitere Diversifikation immer weniger Mehrwert hat.

    Psychologisch reizen mich ebenfalls die Dividendenfonds. Letztendlich ist es für mich jedoch ein linke Tasche rechte Tasche Spiel (Kurs wird um Dividende reduziert), was auch durch Teilverkäufe erreicht werden kann. Zumindestens in den letzten Jahren wäre man beispielsweise mit einem Msci World deutlich besser gefahren als mit einem Global Select Dividend.

    http://www.fondsweb.de/fondsvergleich/DE000A0F5UH1-IE00B0M62Q58

    Wichtig ist jedoch, dass man überhaupt investiert ist und auch bleibt. Wenn das mit den Div ETF besser gelingt, können sie je nach Anlegertyp auch die bessere Wahl sein.

  31. June

    @Obama,

    ich habe gerade nochmal nachgeschaut, ob du von meinem Auto redest. Aber meins hat nur 330000 km auf dem Tacho, ansonsten stimmen die Parameter. Ich befürchte auch das schlimmste, für unseren alten Herrn. Dabei fährt er zuverlässig. Motzt auch nicht über Ikea Einkäufe und Baumakttouren. Schluckt ohne zu murren 50 qm Lamminat und ist darüber hinaus auch heute noch mit 5 Liter Diesel zufrieden. Die Werstatt sieht uns nur zum Verschleisteile wechseln und beim TÜV. Auch ich hatte die nächsten Jahre kein neues Auto eingeplant. Zur Not fahre ich vorübergehend öffentlich oder leihe mir den Firmenwagen meines Lebensgefährten, wir haben da zum Glück eine komfortable Backup Lösung.

    Wenn der Neuwagenkauf ja nicht so eine Milchmädchen Rechnung wäre, je nach Model ist dein Alter ja bis zu 6000 € Rabatt wert.

    @ TER,

    ich habe mir die Kosten auch sehr genau angeschaut, dass gleiche Produkte bei verschiedenen Anbieter unterschiedliche Kosten verursachen war mir bewusst . Dass aber der einzelne Anbieter ein fast identisches Produkt mit einem anderen Namen versieht und es nur dadurch einen anderen Preis bekommt war mir so nicht bewusst. Jetzt schaue ich noch genauer hin.

    Danke Jungs.

    Take care,

    June

  32. Obama

    @June

    Dann sind wir ja Leidensgenossen :;))

    Meiner hat auch einen Verbrauch von 5 l und muss im März 2018 über den TÜV. Beim letzten Mal kam er ohne Beanstandung durch und wahrscheinlich auch beim nächsten Mal.

    Wie sind denn jetzt die Konsequenzen der Diesel-Debatte: Kommt man nur in einige Städte nicht mehr rein (wäre für mich nicht schlimm) oder kommen alte Diesel per se nicht mehr über den TÜV

     

    Aus Fonds bin ich schon länger komplett raus. Die (versteckten) Kosten sind enorm (lies hierzu z. B.: https://smile.amazon.de/Money-einfachen-Schritte-finanziellen-Freiheit/dp/389879914X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1504559207&sr=8-1&keywords=money)

    Ich stelle mir lieber mein eigenes Dividendendepot: P&P; J&J; Microsoft; Apple; Disney; Allianz;…………………

    Euch eine schöne Woche.

    Alles Liebe !

  33. Mattoc

    June

    gängig unter ETF-Anhängern ist auch der Stoxx Europe 600.

    Der wurde von iShares auch in sämtliche denkbaren Sub-ETFs mit diversen Branchen, Größen und TERs unterteilt.

    Kannst ja mal bei justetf „Stoxx Europe“ eingeben.

    Hier ist es aber genau anders herum. Das Mutterprodukt Stoxx Europe 600 hat eine TER von nur 0,20%. Die Branchen-ETFs, die aus Einzelaktien aus dem Mutterprodukt zusammengesetzt sind, haben TERs von bis zu 0,46%.

     

  34. Rainer Zufall

    Mke

    Eigentlich sagt der Artikel aber doch aus, dass Etfs sehr günstig sind. Zitat;

    „Obwohl die tatsächlichen Kosten für ein ETF-Investment deutlich höher sein können als die Gesamtkostenquote (TER), sind ETFs immer noch eine günstige Anlage im Verhältnis zum breiteren Anlagespektrum. Zumal viele der hier diskutierten Kosten auch bei aktiv verwalteten Fonds anfallen und nicht ETF-spezifisch sind. Grundsätzlich kann man festhalten: Die größten und liquidesten ETFs sind per saldo sehr günstige Angebote.“

    Finde es nicht sehr überzeugend bei Etfs vor versteckten Kosten zu warnen. Die mag es geben, sind m.E. aber zu vernachlässigen, zumindest wenn man Etfs auf Standardindizes nimmt. Bei SmartBeta Etfs ist das anders, von denen halte ich nix.

    Genauso könnte ich argumentieren, dass beim Stockpicking versteckte Kosten entstehen durch die erforderliche (Arbeits)Zeit bei der Aktienauswahl. Mache ich aber nicht.

  35. Anna

    @Obama

    @ June

    251000 km, Bj. 1998, ist mit 5 l/100 km zufrieden und kam problemlos im Juni d.J. durch den TÜV.  Sehr zuverlässig, kaum Reparaturen (außer Verschleißteile), nur den Biodiesel vor ca. 15 Jahren hat er nicht gemocht. Da war dann eine Pumpe fällig. Mir tut es in der Seele weh was wieder weggeschmissen wird, nur um sich die paar Kröten Prämie zu holen.  Auch neue Fahrzeuge müssen produziert werden (Man sollte es von den Rohstoffen ab sehen). Verbrauchen werden neue nicht weniger als unsere. Unser Passat bleibt!!

    Im übrigen, ich habe heute meine erste Aktie wertlos ausbuchen lassen.

    Wünsche schönen Tag

    Anna

     

  36. kripofrankfurt

    @all

    Wichtig ist das man am Ende des Tages ruhig schlafen kann, und das auch noch wenn das Depot irgendwann 6-stellig wird. Ist bei mir leider nur mit einem Direktinvestment in Aktien der Fall. Egal was Studien sagen, die Anzahl der Aktien muß jeder individuell für sich selbst finden.

    Hab mehrere Jahre alle nur verfügbare Informationen über ETFs aufgesaugt und am Ende weiß man die Schlichtheit von Aktien zu schätzen.

    Thesaurierend, Ausschüttend, Teilthesaurierend obwohl ausschüttend… Voll Replizierend, mit und ohne Wertpapierleihe, Optimiert, Swap mit/ohne Derivate…. DE ISIN und trotzdem nicht deutsch…. Steuerlich unproblematisch… Neues Investmentsteuergesetz ab 2018… Aktien-Aufteilung 70/30 MSCI World/Em Market… 30/30/30/10 Europa/Nordamerika/EM/Asien-Pazifik… Staatsanleihen ja/nein wenn ja nur Deutschland oder Europa oder Global oder doch Tagesgeld…  Dividenden-ETFs…. Jährlich rebalancing ja/nein und ab wieviel % Abweichung… Fondsgröße ausreichend bzgl Schließungen… Marktkapitalisierung oder BIP …. MSCI ACWI als Einzelfondslösung….

  37. Mattoc

    Hallo Mke,

    danke für den Link.

    Die in dem Artikel genannten Kosten sind mir bekannt und transparent, oder so gering, dass ich darüber nicht nachdenken möchte.

    Ansonsten stimme ich dem zu, was Rainer Zufall schreibt.

    Mein bunt gemischtes ETF/ETC-Depot hat eine durchschnittliche TER von 0,33%. Dafür kaufe / handele ich die ETFs gebührenfrei (keine Kaufgebühren) und ich verkaufe sie nicht. Für mich persönlich ist das top.

  38. Fit und Gesund

    @Julian,

    super! ist halt schon so, Bodenständigkeit und Beharrlichkeit zahlen sich langfristig aus.

    Ich persönlich ermittle nicht so gerne meinen networth, er bringt mir einfach nix, meine selbstbewohnte ETW spart mir zwar Miete, aber im Notfall kann ich davon natürlich auch kein Essen kaufen, meine vermietete ETW bringt monatlich guten Mietzins, aber auch hier, schnell zu Geld kann man das nicht machen,

    Ich rechne auch nicht mit meiner Lebensversicherung die ich in 2 Jahren ausbezahlt bekomme, bis dahin fliesst noch viel Wasser in den Bodensee, für mich zählt irgendwie nur mein Vermögen in Aktien und Aktien-ETF’s, da gibt es jeden Monat was dazu und mein „Tanker“ schippert auch irgendwo auf hoher See.

    Das Hörhan – Buch steht noch auf meiner Wunschliste, danke für die Erinnerung.

    Ansonsten, Reckitt Benckiser geht endlich in die richtige Richtung, 4 Vorstände verlassen die Firma, also dass der Typ geht, der den Cyberangriff durch Verschlafenheit mitzuverantworten hat, finde ich ist schonmal gut, ich warte noch ein wenig und dann kommt meine absolute Wunschaktie endlich in mein Depot 🙂

    Hat noch wer Reckitt Benckiser auf dem Wunschplan?

  39. Pametan

    ETFs sind ein von der Finanzindustrie geschaffenes Vehikel, dass kostengünstig(er)en Zugang zu einzelnen Anlageklassen, wie Aktien, Anleihen und Rohstoffen verschafft.

    Ganz simpel – man partizipiert an der Entwicklung des abgebildeten Index abzüglich Kosten. Das muss man als Privatanleger mit dem Nachbau durch Einzelwerte erstmal schaffen.

    Mir wären beispielsweise einige der Indizes, auf die Julian setzt zu eng bzw. mir gefällt die Zusammensetzung nicht. Dafür habe ich die Auswahl.

    Und auch dieses Instrument hat seine Schwächen – Gewichtung nach Marktkapitalisierung oder Verschuldung, SWAPs, Wertpapierleihe, Liquidität etc.

    Man kann alles verkomplizieren und ich denke, dass der Großteil der Anleger mit ETFs als Hauptinvestment oder Beimischung besser fahren.

     

  40. Mattoc

    Ralf

    es wird sehr schlimm für ETF-Anleger wenn das stimmt, was in diesem reißerisch geschriebenen Werbetext formuliert wurde.

    Du solltest also einen Premiumservice bei den Autoren des von dir verlinkten Artikels buchen, um dein ETF-Depot in Einzelaktien zu überführen und den Markt zu schlagen.

     

  41. Christian H.

    Ralf

    Die Besteuerung ab 2018 wird kompliziert für thesaurierende Fonds und Fonds mit einer geringen Ausschüttung, denn dann fällt eine sog. Vorabpauschale an. Ich habe nur ausschüttende ETF, die über dem „Basiszins“ ausschütten – so sollte sich nach meinem Verständnis nix ändern.  Ganz durchgestiegen bin ich da aber noch nicht.

    Hier mal zwei links, wo das besprochen wird:

    https://www.finanzwesir.com/blog/besteuerung-fonds-etf-2018

    https://zendepot.de/etf-fonds-steuern/

    Gruß

    C

     

  42. Rainer Zufall

    @ Steuerreform

    Ich finde der oben genannten Artikel ist eine mittlere Katastrophe 😉 und die Schlussfolgerung aus steuerlichen Gründen alles in Einzelaktien umschichten sehr fragwürdig – aus steuerlichen Gründen.

    Nachdem ich mich eine Zeitlang mit dem Thema intensiv beschäftigt habe, denke ich, dass es auf der Praxisebene tstsächlich einfacher wird.

    Hier ein Artikel dazu

    http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/investmentsteuerreformgesetz/

  43. [jm]

    Hallo Zusammen,

    da ich bisher in Einzelaktien investiert bin, habe ich mir bei meinem Broker (Consors) ein paar ETFs angesehen.

    Wenn ich einen Sparplan anlegen möchte, wäre ein Ausgabeaufschlag von 1,5% auf diese ETFs zu zahlen. Ich denke, das ist nicht im Sinne des Erfinders (ausser für die Bank natürlich).

    Wie geht ihr vor? Anderer Broker? Alternativer ETF ohne Ausgabeaufschlag?

    Danke und viele Grüße

  44. Claus

    @ fit und gesund

    Eine Portion Reckitt B. sollte in keinem Einzelaktien-Depot fehlen, sofern man zu „akzeptablen“ Kursen einsteigen kann. Steht natürlich auf meiner Liste, nachdem ich unfreiwillig wegen der damaligen Abspaltung aus steuerlichen Gründen verkauft habe.

    Petri Heil und lG in die CH

     

  45. Rainer Zufall

    Claus

    Was wäre für Dich akzeptabel? Reckitt könnte ich mir gut in meinem Depot vorstellen, die Aktie erscheint mir aber trotz des Kursrückgangs nicht gerade günstig, was meinst Du?

  46. Claus

    Broker…

    Hat jemand Erfahrung mit Captrader?

    Wie ist das dort mit der Jahressteuerbescheinigung? Soviel ich weiss, kann man die selbst (in den Menues wählbar) ausgeben lassen. Ist diese Aufstellung für dt. Finanzämter brauchbar, bzw. steht alles drin, was man in die Steuererklärung eintragen muss oder muss man am Jahresende alle Vorgänge des ganzen Jahres mühsam selbst zusammenstellen, um die relevanten Zahlen zu ermitteln?

    Interessant ist bei CT (und einigen anderen ausländischen Brokern), dass keine dt. Steuern auf Gewinne/Dividenden einbehalten werden. So kann man erzielte Gewinne innerhaolb eines Jahres erneut anlegen.

    Danke für evtl. Infos hierzu.

     

  47. Fit und Gesund

    @Claus, Rainer Zufall,

    ja, Reckitt würde bei mir auch soooo gut reinpassen, ich wünsch mir die schon lange,

    aber ich glaube mich zu erinnern dass Claus erste Kaufkurse bei 65 Euro empfohlen hat, da kann ich warten bis ich schwarz werde….steht ja erst bei 78, 6 im Moment… also ich warte mal noch, fällt mir aber eher schwer…

    zu Captrader kann ich leider nix sagen…Dein geplanter Optionshandel scheint demzufolge aber weiter fortzuschreiten, viel Spass und vor Allem Erfolg dann 🙂

     

  48. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Claus,

    zu der „Problematik“ mit der Steuer bei den IB-Brokern (Agora, Banx, CapTrader, Lynx…) hatte ich kürzlich beim Christopher meine Erfahrungen hinterlassen.

    Da ging es zwar um einen (in den Augen Anderer) speziellen Fall der Besteuerung von Optionsprämien, führt aber letztlich auf das Gleiche hinaus.

    Naturgemäß sehen das andere Leute anders. Ich kann nur sagen, wie es bei mir ist. Bisher ging das immer reibungslos.

    Auch bin ich keiner, der Probleme sucht, bzw. sehen will, die man auch geflissentlich übersehen kann. Ich reagiere nur, wenn sich Probleme aufdrängen, bzw. angetragen werden. 😉

    Zitat Lynx: „Das Activity Statement enthält alle steuerlich relevanten Daten, die Sie für die Erstellung der Steuererklärung benötigen und wird von den deutschen Finanzbehörden als gültiger Nachweis akzeptiert.“ (Quelle)

    Schönen Tag noch

    MS

  49. Claus

    @ Rainer Zufall

    …keine Frage, Reckitt B. ist noch immer viel zu teuer.

    Ich habe sie im Sept. 13 bei 54€ gekauft und leider wegen der Abspaltung im Dez. 14 bei 67€ wieder verkauft.

    Die Aktie korrigiert selten und dann noch seltener mehr als ca. 15%. In der Finanzkrise waren es ca. -40%.

    Dieses Jahr hat sie vom Hoch (93,54) bis zum Tief (78,50) ca. 16% korrigiert. Es könnte also sein, dass wir die momentanen Tiefs bereits gesehen haben, dann hätten wir gerade Kaufkurse. Aber wer weiss das schon…

    Ich halte mich an die Bewertung, warte ab. Kurse um 60 würde ich für eine 1. Position nutzen.

     

  50. Rainer Zufall

    Fit und Gesund

    Alles klar, danke Dir für die Info. Ich hatte mir den Kursverlauf ne Weile nicht angeschaut und war heute schon ein bisschen überrascht. Schlage aber nur zu wenns noch weiter runtergeht. Vlt haben wir ja Glück und es gibt noch ein paar schlechte Nachrichten 😉

  51. Rainer Zufall

    Claus

    Ok, danke für die Hinweise und Deine Einschätzung, falls es nicht weiter runtergeht, dann bleibt Reckitt doch auf der Watchlist.

    Grüsse.

  52. Fit und Gesund

    @Rainer Zufall,

    also um auf 60 Euro zu kommen, müsste aber schon gewaltig was schiefgehen, oder aber Onkel Kim kriegt einen Tobsuchtsanfall und Onkel Donald verpasst ihm einen Kinnhaken, aber ob ich dann noch Aktien mag, das weiss ich auch nicht so genau….

    @Claus,

    Du bist so unerbittlich *lach*, wärst Du man so unerbittlich bei H&M gewesen, ich muss mal aufhören die blöden Börsenkurse zu studieren, bei 70 Euro kauf ich Reckitt und fertig, aber selbst da glaub ich nicht dran…

  53. Rainer Zufall

    Fit und Gesund

    Hast schon recht mit dem was du sagst. Und 70 hört sich schon besser an. Aber momentan erscheint mir der Preis einfach nicht günstig. Und gerade hab ich nicht das Gefühl, dass ich unbedingt eine Aktie kaufen muss. Ich bespare ja vorwiegend meine Etfs und kaufe nur gelegentlich was, wenn’s überzeugt.

  54. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Fit und Gesund,

    wegen Reckitt Benckiser…

    Ich finde, im Originalkurs (GBP an LSE) trifft sie gerade auf die Aufwärtstrendlinie auf. Würde hier mal warten, ob sie da die nächsten Tage umkehrt und den Trend wahrt.

    In EUR kommt einem hier natürlich der günstige Kurs des GBP entgegen (grün in EUR, blau in GBP).

    (Aber Du würdest ja wohl eher in CHF kaufen, denke ich…)

    Von daher wäre ein Kauf in EUR evtl. sinnvoll gerade. Wenn ich prinzipiell starkes Interesse an dem Wert hätte, dann würde ich mit dem Kauf einer kleinen Portion jetzt oder die nächsten Tage (LSE-Kurs, bzw. evtl Trendbruch beobachten), wohl mal einen Fuß in die Tür stellen. Sollte der Trend brechen, dann kann es tiefer gehen. Sollte sie wieder in den Trend drehen, dann würde ich aber auch weiter gut beobachten. Man sieht ja, das prinzipiell viel Fallhöhe vorhanden ist…

    Viel Glück

    MS

  55. Fit und Gesund

    @Rainer Zufall,

    ich hab eine Zwangsneurose, ich MUSS jeden Monat was kaufen, je näher der Zahltag rückt, desto mehr merke ich die Auswirkungen der Neurose…  🙂

    aber ich bete auch regelmässig sogar:

    Herr, schick Hirn vom Himmel

    Herr, schick ne Putzfrau die meine Katzenklos macht

    Herr, gib Schokolade die nicht dick macht

    meine Ferien sind leider auch bald zu Ende, dann kommt zur Neurose die Depression *lach*…..

  56. Fit und Gesund

    @Matthias Schneider,

    DANKE, so oder so ähnlich seh ich es auch, aber kaufen würde ich tatsächlich in GBP an der LSE, die spreads für die Aktie belaufen sich immer um 2.13%, das ist zuviel…., und im Moment bekomm ich ja eher mehr GBP für meine CHF, ich warte noch, aber ich halte es auch so, mal einen Fuss in die Tür bekommen und schauen, geht es abwärts, wie bei BAT kann ich nach einer gewissen Zeit nachkaufen, mag ja nicht unbedingt die Methode der Wahl sein, aber ich glaub für mich passt es,

    so ziemlich all meine Aktien sind erstmal getaucht, erholt sich Alles, also ich kann mir nicht erlauben bei einem Minus von 7% wieder zu verkaufen, ich kann das auch aushalten, es verursacht mir keine Bauchschmerzen.

    liebe Grüsse

  57. Claus

    @ fit und gesund

    “ Du bist so unerbittlich *lach*, wärst Du man so unerbittlich bei H&M gewesen,“

    … bin ich doch, habe diese Woche unerbittlich nachgekauft, auch wenn mich einige für „verrückt“ halten. Doch genau diese Kurse wünschen wir uns doch. Sind die Kurse dann da, natürlich mit allen schlechten Nachrichten und Verkaufsempfehlungen, beginnen wir zu zweifeln und schliessen uns lieber schnell der Masse an, damit wir uns wieder wohl fühlen… Unser steinzeitaltes Gehirn spielt uns gerne Streiche und verunsichert uns.

    Stell Dir vor, „die Rakete“ fliegt, D & K spielen Krieg und die Aktienkurse fallen um 30-50%. Oder Reckitt meldet ein völlig unerwartetes Problem, das nicht auf die Schnelle gelöst werden kann, sondern etwas Zeit braucht, vielleich 1-2 Jahre… Würdest Du Reckitt dann bei, sagen wir mal 45 € kaufen? Na?

    Im ersten Fall würde ich mich sofort mit den besten Aktien eindecken, die mir noch fehlen. Hier würde ich sogar Privat- und Geschäftskonten bis auf nur noch kleine Sicherheitsreserven ins Depot schaufeln, um die besten Aktien einzusammeln. An den Unternehmen hat sich schließlich über Nacht nichts geändert.

    Im 2. Fall würde ich sofort eine größere Position kaufen und dann mind. 6 Monate abwarten. Danach je nach Lage weiter zukaufen oder noch warten.

    H&M ist ein sehr solides Familenunternehmen und achtet auf seine Finanzen. Ich bin mir sehr sicher, dass die Aktie noch viel Freude bringen wird, besonders dann, wenn zwischen 30 und 40 € alle wieder aufspringen und die Analysten reihenweise Empfehlungen aussprechen.

    Jetzt darf gelacht werden…

    LG

  58. Fit und Gesund

    @Claus,

    Du guckst zuviel Werbung mit den hübschen Models…, Du hast diese Aktie schon mehrfach nachgekauft, also hast Du wohl am Anfang auch zu teuer gekauft,

    mein Glaube an H&M hält sich in Grenzen, kann mir nicht vorstellen da auch noch einen Rappen nachzuschiessen, zahlen ihre Dividende und gut ist, aber mehr seh ich da nicht dahinter, bis diese Aktie 40Euro erreicht kann 10 Jahre dauern, aber viel Spass damit,

    Reckitt ist mir für heute verdorben, schau ich mal was Anderes an, geht ja nix über meinen Vanguard All World… 🙂 besser noch der Vanguard Asian Pacific, da ist wenigstens kein H&M drin.

     

  59. Rainer Zufall

    @ Fit
    Zum Thema Aktienneurose, da gibts wohl weitaus schlimmeres 😉 von daher weiterhin viel Glück!

    @Claus

    Ich lache gern. Mich würde es aber irgendwie überhaupt nicht wundern, wenn Du am Ende gute Laune hast was HM angeht.

    LG

  60. Sparta

    @Djerun

    Wie würdest Du denn die Rechnung aufstellen wenn jemand Millionär schon mit 30 geworden ist?

    @Julian

    Wie ist denn Tim`s Millionärsrechnung? Mit Immo oder ohne?

    Reines verfügbares Depotvermögen oder auch erworbene Rentenansprüche?

    @Mattoc

    Wie geht das bei der Diba mit kostenlosem etf-Kauf ab 500,- €?
    Spreads, Courtage etc. werden ja sicherlich trotzdem immer anfallen?

  61. Mattoc

    Sparta,

    keine Gebühren, keine Courtage, nichts. Du kaufst absolut ohne „Kosten“ ab 500 Euro im Direkthandel über Tradegate. Abgerechnet wird Kaufkurs mal Stückzahl.

    War ein Tipp von Pibe.

    Ich bin sehr zufrieden mit der ING DiBa.

     

  62. Jörg

    @Sparta
    Ich nutze Tradegate auch für den Kauf von ETFs über die Ing-Diba. Sehr viele ETFs lassen sich so gebührenfrei kaufen aber längst nicht alle. Wird aber vor dem Kauf angezeigt.  Die Spreads außerhalb der Xetra Zeiten sind teilweise sehr groß.

  63. Mattoc

    @Jörg

    Welche ETFs kann man denn nicht gebührenfrei kaufen? Ich habe noch keinen gefunden. Hast du mal eine ISIN? Das müsste schon etwas sehr Spezielles sein.

    Zu den Spreads: Auch hier ist es meiner Erahrung nach so, dass sie außerhalb der XETRA-Zeiten groß sind. Allerdings sind die Kaufkurse tagsüber oft auch günstiger als bei XETRA oder Regionalbörsen – zumindest bei den Dickschiffen.

  64. Julian

    @Fit und Gesund, Sparta: Die mehr als eine Million ergeben sich aus der Summe aller Assets. Nicht allein aus dem Wertpapierdepot.
    Ich zähle die private Rentenversicherung dazu mit ihrem Rückkaufwert. Diesen Wert könnte ich jederzeit (mit einer gewissen Vorlaufzeit) zu Cash machen anstatt die Versicherung später zu verrenten. Ansprüche gegen die staatliche Rentenversicherung würde ich nicht aufführen, da ich nicht wüsste mit welchem Wert ich die bilanzieren sollte.
    Die Immobilie zähle ich auch dazu. Diese könnte ich auch zu Cash machen wenn es darauf ankommen sollte. Ich bilanziere sie sehr konservativ. Zu diesem Wert würde ich wahrscheinlich innerhalb einer Woche einen Käufer finden.
    Alternativ hätte ich auch mieten können und vor 10 Jahren das anfängliche Eigenkapital komplett in Aktien investieren können. Dann hätte ich heute höhere Fixkosten aber auch höhere Dividenden um das zu decken.

    Für den Aufbau des Vermögens waren bei mir das hohe Einkommen und die hohe Sparrate entscheidend. Nicht so sehr die Aufteilung auf die Assets. Zumal ich ja gerade bei den Aktien früher einiges Geld in den Sand gesetzt habe.

  65. Fit und Gesund

    @Julian,

    danke, die Richtung stimmt auf jeden Fall 🙂   Du kannst mehr als zufrieden sein.

  66. Finanz Hotspot

    Tolle Lebensgeschichte, die motiviert am Ball zu bleiben! Gerade wenn es an den Börsen mal nicht so rund läuft ist es wichtig sein Ding „durchzuziehen“ und sich nicht vom kurzfristig geleiteten hektischen hin und her der Massen mitziehen zu lassen.

    ETF sind in jedem Fall unter anderem ein toller Baustein für ein Portfolio um schnell diversifiziert und solide investiert zu sein. Sie eignen sich meiner Meinung daher besonders als Kerninvestment eines Core-Satelite-Depots. Natürlich lässt sich aber auch ein komplettes Portfolio daraus zusammen bauen..

    Gruß
    Michael von Finanz Hotspot

  67. June

    @ Obama + Anna,

    ich wohne in einer grünen Umweltzone in der Nähe von Stuttgart, also wenn jemand ernst macht, dann ist es unsere grüne Landesregierung. Allerdings habe ich mich noch nicht mit den Konsequenzen auseinander gesetzt. Denn das Auto ist nix bis max. 500 € Wert. Diesen Verlust kann ich verschmerzen. Blöd das ich dann einen neuen Gebrauchten benötige. Der Verlust meines Bargeldes trifft mich viel mehr. Ich fahre unseren Opel einfach solange wie ich darf. TÜV braucht er Sep. 2018. Ich gebe es aber zu, beim letzten TÜV hatte er aber eine Beanstandung. Die Nummernschild Beleuchtung war defekt. 6,95 € und ich hatte die TÜV- Plakette sicher. 🙂

    Die ETF’s sind nur vorrübergehend mein Sparziel, wenn ich mein Wissen zu Aktien erweitert habe, möchte ich lieber Einzelaktien kaufen.

    @Claus + Fit&Gesund,

    H&M macht mich aus Vallue Sicht schon eine Weile an.

    @Captrader

    Claus, ich überlege mir gerade auch dort ein Konto zu eröffnen. Die Preise sind überzeugend. Der Service, was man hört auch. Die Aktien werden in GB also bald außerhalb der EU aufbewahrt. 100000 € Einkagensicherung. Darüber hinaus wohl eine Versicherung. Die Abgeltungssteuer muss man selbst bei der Steuer melden. Aber das sollten wir schaffen. Sicher steht da alles drauf was wir benötigen. Also hat man ca. 1,5 Jahre bis man Steuern zahlt und daher einen kleinen Thesaurierungs Vorsprung.

    Take care,

    June

  68. Wolle

    @Mattoc

    Voraussetzung für den gebührenfreien Kauf ist, dass der ETF  auf Tradegate handelbar ist. Das sind nicht alle ETFs zum Beispiel der Anbieter Vanguard, Amundi, Powershares, Wisdom Tree, Source etc.

    Das Angebot sollte aber vollkommen ausreichen.

  69. Mattoc

    @Wolle

    Ich kaufe WisdomTree ETFs über die ING DiBA über Tradegate gebührenfrei.

    Ich mache das. Wirklich. Versprochen. Warum sollte ich lügen?

     

  70. Wallstreet Greenhorn

    @ Fit und Gesund/Claus: Reckitt interessiert mich sehr, wäre aber für eine erste Position weniger streng als Claus. Der Gewinn liegt im Einkauf, da stimme ich zu. Wenn das aber die beste Gelegenheit sein sollte, bin ich wenigstens an Bord und partizipiere an der folgenden Kurssteigerung. Wenn es weiter runtergeht, sagen wir > 15 %, würde ich nachkaufen.

  71. Sparta

    @all

    Kommt eigentlich die neue Investmentsteuerreform 2018 definitiv, unabhängig davon welche Partei dann in der Regierung sitzt?

  72. Rainer Zufall

    Sparta

    Gute Frage. Ich gehe davon aus. Die Reform wurde nach Jahren der Verhandlung 2016 verabschiedet. Nach der Wahl und der Regierungsbildung bleibt m.E. keine Zeit da was zu ändern.

    Grüsse.

    Quelle

    Jahrelang haben sich die Finanzminister der Länder darum gestritten – im Juli 2016 wurde sie letztlich verabschiedet: die Reform der Investmentbesteuerung (InvStRefG). Sie betrifft insbesondere Aktienfonds, Mischfonds und Immobilienfonds und tritt am 1. Januar 2018 in Kraft.

    http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/investmentsteuerreformgesetz/

     

  73. Claus

    @ June

    Danke für Deine Infos. Überlege gerade bei Captrader ein Konto einzurichten, nur für „Gelegenheits-Trades“. Habe bisher auch nur Gutes von CT gehört, zudem wohne ich in der Gegend des Firmensitzes.

    @ Wallstreet Greenhorn

    … kann man so machen. Einigen kann es auch helfen, von jeder „Wunsch-Aktie“ einfach mal 1 (oder für einen sehr geingen Betrag) ins Depot zu legen, um „ein Gefühl“ für die Aktie zu bekommen.

    @ fit und gesund

    „Du guckst zuviel Werbung mit den hübschen Models…, Du hast diese Aktie schon mehrfach nachgekauft, also hast Du wohl am Anfang auch zu teuer gekauft,“

    Klar habe ich zu früh mit dem Kauf bei H & M begonnen, keine Frage. Die Zahlen und die Unternehmensführung sehen aber nicht nach einem „Schrottunternehmen“ aus. Auch die getroffenen Maßnahmen werden m.E. greifen. Ich könnte mir schon bald überraschend positive news vorstellen. Vielleicht liege ich hier auch daneben, manchmal ist das so. Damit könnte ich aber gut leben. Wenn die Zahlen korrekt sind (ich habe auch hier schon gegenteiliges erlebt, Worldcom läßt grüßen…), wovon ich ausgehe, wird zumindest eine deutliche Erholung folgen.

    Die Werbespots gefallen mir nicht besonders, aber ich bin ja auch die falsche Zielgruppe…. Bei Werbung schalte ich meist um oder zumindest den Ton ab, mich nervt Werbung einfach.

    LG

     

  74. Sparta

    @Rainer

    Danke, ja ist wohl beschlossen… na ja, bei der Steuer wird wohl noch in Zukunft öfters „vereinfacht“ wie schon damals bei der Abgeltungssteuer…

    Mal sehen ob der 100 k Freibetrag von vor 2009 auch in ein paar Jahren wieder über den Haufen geworfen wird….

    Kontrovers finde ich auch, dass bei dem „Steueromat“ häufig die Linken das beste Netto produzieren…

    Na ja, momentan ist ja wieder große Märchenzeit… 😉

  75. Jörg

    @Mattoc

    Eine ISIN habe ich nicht. Ich hatte es damals auf der Diba Homepage gelesen, als die das Angebot angepriesen haben.

  76. Wallstreet Greenhorn

    @ Claus: Deine unaufgeregte Art zu argumentieren und Deine Vorgehensweise zu erklären finde ich sehr überzeugend. Ich bin noch auf der Suche nach dem für mich stimmigen Anlagestil. Einerseits kann ich mich für Growth Raketen begeistern und habe auch einige im Depot- Alphabet, Amazon etc…aber die sind hoch bewertet und preisen weiteres signifikantes Wachstum ein. Andererseits schaue ich mir gerne Werte an, die „runtergeprügelt“ wurden, zum Teil wohl auch zu Recht(?), wie Kellogg, General Mills, CVS, Cardinal Health usw. und neige dazu, hier auf einen „Turnaround“ zu setzen. Die dritte Variante: keine Rücksicht auf den Kurs nehmen, sondern einfach Unternehmen kaufen, die eigentlich „zu teuer“ sind aber zu meinen Favoriten gehören, Beispiele sind Fresenius, Reckitt Benckiser, Nike, Church&Dwight, usw. Wenn der Kurs weiter steigt- prima. Wenn er fällt- nachkaufen. Wie hast Du Deine Strategie entwickelt? LG

  77. Claus

    @ Wallstreet Greenhorn

    meine persönliche Strategie hat sich im Laufe der letzten fast 20 Jahre ergeben. Ich kaufe ausschließlich finanzstarke Aktien höchster Qualität. Die Firmen müssen über viele Jahre (mind. 10, besser mehrere Dekaden) bewiesen haben, dass sie jede Situation meistern können. Die Bilanzen müssen „intakt“ sein.

    Schon durch diese „Selektion“ schaffen es kaum Werte auf meine Watchliste. IPOs, Penny-Stocks und „Luftschloss-Aktien“ haben keine Chance. Mag sein, dass ich hierdurch die eine oder andere „Rakete“ verpasse. Dafür bleiben mir aber die ganzen „Rohrkrepierer“ erspart.

    Durch diese Vorauswahl kann man durchaus zu „gefallenen Engeln“ greifen: Firmen, die vorübergehende Probleme haben, die sie aber höchstwahrscheinlich überwinden werden. M.E. sind das keine echten „Turnaround-Unternehmen“, da die Probleme nicht existenzgefährdend sind.
    Dreht der Kurs, verdient man überproportional viel. Da kann man auch schon mal 1-2 Jahre warten.

    Mein Depot ist gut gemischt:
    Länder, Branchen, Dividendenaktien, Wachstumsaktien, größere und kleinere Unternehmen, wobei „klein“ für mich mind. ca. 1 Mrd. Jahresumsatz bedeutet und Gewinne auf jeden Fall erzielt werden müssen.

    Entscheidend ist für mich die Depotentwicklung, nicht die Entwicklung einer einzelnen Aktie. Das Team zählt, einzelne Spieler kann man, falls erforderlich, auch mal austauschen. Man darf nicht an den Aktien „kleben“ oder sich darin „verlieben“.

    Womit ich auch gute Erfahrungen gemacht habe:

    Wenn ich in einem Bereich, z.B. Medizin „Verstärkung“ suche, kaufe ich einen ganzen Korb passender Aktien (immer gleichgewichtet) hinzu. Da kann der zu teure „Renner“ dabei sein, aber auch der stetige Dividendenzahler und die momentane „Problemfirma“. Oft ist dann ein „Renner“ dabei.

    Sehr erfolgsentscheidend ist m.E. eine strikte Risikokontrolle. Mag sein, dass ich hier etwas zu „streng“ bin, aber ich habe zu Beginn extrem viel Lehrgeld bezahlt und trenne mich daher rechtzeitig von Aktien, bevor evtl. Verluste zu gross werden. Mehrfache kräftige Nachkäufe ist einer der größten Börsenfehler und hat schon viele ruiniert, mich beinahe auch.

    Viel Erfolg!

  78. Christian H.

    Claus

    danke Dir für Deine Darstellung. Ich überlege gerade noch eine Methode, Aktien für mich auszuwählen (bisher investiere ich nur in ETF). Deshalb höre ich bei solchen Beiträgen „mit gespitzten Ohren zu“.

    Erlaube mir einige Fragen!

    Woran erkennst Du finanzstarke Aktien? Schaust Du Dir z.B. den Verschuldungsgrad über viele Jahre an?

    Wenn Du einen ganzen Korb kaufst, untersuchst Du dann alle in dem Korb nach dem gleichen Muster, als würdest Du Dich für eine einzelne Aktie speziell interessieren?

    Wie sieht Deine Risikokontrolle aus?

    Grüße

    Christian

  79. Claus

    @ Christian H.

    ich erfasse die Bilanzdaten (Excel) und generiere daraus ca. 15 Kennziffern, die ich wiederum mit Punkten bewerte. Ein einfaches Ampelsystem zeigt mir dann, wo es sich evtl. gerade lohnt einzusteigen. Besonders wichtig sind mir eine hohe EK-Quote und eine geringe Verschuldung. Werden Dividenden bezahlt und möglichst auch regelmäßig über viele Jahre gesteigert (nicht aus der Substanz…), ist das positiv. Hierbei ist natürlich noch die Ausschüttungsquote zu beachten.

    Ich habe viele weitere Regeln, die sich über die Jahre aus meinen persönlichen Erfahrungen ergeben haben. Alle Aktien werden nach dem gleichen Schema bewertet. So sind Aktien innerhalb gleicher Branchen gut vergleichbar.

    Vor einem Kauf schaue ich mir immer noch Langfristcharts sowie auch Charts der letzten 1-5 Jahre an. Interessant ist hierbei das aktuelle Handelsvolumen.

    Zur Risikokontrolle gehören für mich:
    Diversifikation nach Branchen + Ländern/Währungen
    Festlegung der Positionsgrößen
    Verlustbegrenzung je Position und max. fürs Depot. Ich verwende keine Stop-Loss-Kurse. Hierzu bedarf es mentaler Stärke, um sich auch im Falle eines Falles daran zu halten.

    LG + gute Kaufkurse

  80. Fit und Gesund

    @Claus,

    das „System Claus“ finde ich einfach super, gelingt mir aber noch nicht so ganz, muss noch üben, es ist nicht so leicht. *lach*

    Auch Dir gute Kaufkurse,

    liebe Grüsse

  81. Wallstreet Greenhorn

    Hallo Claus,

     
    danke für den interessanten Einblick. Du kaufst also gern nach Sektoren, d.h. mehrere Unternehmen einer Branche, z.B. Gesundheit/Pharma, gleichzeitig? Macht ja ggf. Sinn, wenn der ganze Sektor vorübergehend in Ungnade gefallen ist, oder wenn man gerade die Branche für sich analysiert hat. Ich würde gern zunächst mal Medizin/Gesundheit kaufen, da habe ich aus beruflichen Gründen den besten Einblick.
    LG…und natürlich ebenfalls gute Kaufkurse!

  82. Fit und Gesund

    @Claus,

    vergessen, das Ampelsystem interessiert mich ja, ich schaue zuallererst auf die EK-Quote, die muss über 30% sein, das ist der erste Test,

    was ich aber nicht so ganz verstehe, wieso kaufst Du dann IBM oder ziehst diese Aktie in Betracht, wenn deren EK sicher unter 30% ist, machst Du da Ausnahmen?

    Welche Punkte in Deinem System sind absolut zwingend zu erfüllen? was sind Dir die allerwichtigsten Kennzahlen?

    vielen Dank schonmal für Deine Antwort,  🙂

  83. Claus

    @ fit und gesund,

    da ich nur die Werte in meiner Watch-List analysiere, weiss ich schon mal, dass hierin keine „Schrottunternehmen“ sind. Diese „Vorselektion“ verhindert normalerweise den berühmten Griff ins Klo. Natürlich gibt es keine 100%ige Sicherheit…

    Es gibt keine Kriterien, die erfüllt sein müssen. Alle Kriterien werden gleichgewichtet und bepunktet, z.B. je höher die EK-Quote, desto mehr Punkte. Für die meisten Kennzahlen habe ich Bereiche von -3 bis +3 Punkte definiert. 0 ist neutral, z.B. KGV 15 gibt gerade noch 1 Punkt, KGV 16-18 gibt 0 Punkte, höhere Werte Negativpunkte.

    Ich vergebe aber auch Negativpunkte, wenn mir z.B. die EK-Quote wie bei IBM zu gering ist. Dadurch werden natürlich wieder die gutgemachten Punkte aus anderen Kriterien eleminiert.

    Evtl. Kaufkandidaten ergeben sich frühestens bei Erreichen von mindestens 50% der möglichen Gesamtpunktezahl.

    Besonders wichtig sind mir:

    KCV, KBV, KUV, Nettogewinn, EK-Rendite, EK-Quote, Div.-Rendite, Div.-Zahldauer (Jahre), Div.-Steigerungsdauer (Jahre), Div.-Steigerungsquote, Div.-Ausschüttungsquote, Schulden-/Gewinnverhältnis (eigene Kennzahl).

    Eigentlich alles recht simpel. Da ich gelernt habe, dass gerade die einfachen Dinge oft am besten funktionieren, halte ich mich daran und fahre bisher nicht schlecht damit. Viel Arbeit ist es dennoch, aber mir macht es Spass, besonders, wenn ich ins Depot schaue.

    Änderungen/Verbesserungen fließen laufend ein, das System „lebt“.

    Was man auf jeden Fall mit solch einem System verhindert, ist in völlig überbewertete Unternehmen einzusteigen. Man vermeidet gehypte „Lieblingsaktien“, die meist „rote Ampeln mit negativer Punktezahl“ haben. Auch Emotionen werden ausgeschaltet und man wird sehr geduldig, um auf Chancen zu warten.

    Eine Garantie, nur Kursgewinner einzusammeln, ist auch dieses System nicht. Ein solches System wird es auch niemals geben. Deshalb: Diversifizieren!

    Vielleicht sollte ich mal ein Büchlein mit meiner Strategie schreiben und auf einer eigenen Website für eine kleine Gebühr anbieten. Zusätzlich ein Abo mit mtl. neuer Excel-Tabelle und „Kauf-Alarmen“ per E-Mail… (lach). Ideen habe ich ja immer…

    Wünsche noch einen schönen Tag

     

  84. Fit und Gesund

    @Claus,

    danke für die Erläuterung Deines Systems, doch Dein ebook würde ich sofort kaufen, aber das Abo….ich habe nie was abonniert *lach*…

    ich bin immer davon ausgegangen dass Du nur ab EK 30% kaufst, ich werde auf jeden Fall dabei bleiben, es ist immer mein erster Test und wer den nicht besteht, da guck ich gar nicht weiter, erspart sehr viel Arbeit.

    Deine weiteren Kennzahlen wende ich ja auch an, vielleicht werde ich mir da auch ein System zulegen, mal schauen. Gehypte Aktien wie Amazon etc hab ich auch nicht, aber ich finde, richtige Qualitätsaktien haben einfach ihren Preis, Microsoft oder Reckitt B. wirst Du so schnell nicht als wirkliche Schnäppchen einsammeln können,

    wo finde ich denn den max. drawdown einer Aktie während der Krise um 2008, Du gibst bei Reckitt 40% an, also ich finde da keine Zahl zu und bin der Meinung dass es keine 40% waren, aber ich kann mich ja täuschen.

    So, meine Ferien sind zu Ende, eine Art Ampelsystem muss warten bis zu den nächsten Ferien.

    liebe Grüsse aus der CH…

  85. Claus

    @ fit und gesund

    Mit dem System findest Du auch Schnäppchen. Microsoft habe ich z.B. zu 20,49 € eingesammelt, Cisco zu 13,22, Gen. Mills 31,21, Unilever 25,10, 3M 75,16, Becton Dick. 63,16…..

    Das „Problem“: In Krisenzeiten leuchten alle Ampeln grün, so wie momentan die meisten rot und gelb. Aber dann hat man ja die Punkteverteilung bei den einzelnen Kennzahlen und kann Werte gleicher Branchen gut vergleichen. Oder man kauft einfach „Branchen-Körbe“ (s.o.).

    Um den max. Kursrückgang, besonders in Krisen, zu ermitteln, sieh Dir einfach mal Langfrist-Charts an. Dort kannst Du es sehr schön erkennen.

    Wünsche Dir einen guten Start in die Arbeit

  86. Fit und Gesund

    @Claus,

    ich weiss dass Du beide Krisen mitgemacht hast und das auch Dein Investieren geprägt hat, ich habe genau auch diese beiden Krisen mitgemacht und andere, falsche Schlüsse gezogen, macht nix, ich bin deswegen ja nicht traurig.

    Aber was heisst das für mich jetzt? jetzt ist keine Krise, kommt vielleicht Eine, gut möglich, aber wenn ich jetzt noch bisschen was Anlegen möchte, so muss ich es doch jetzt tun und nicht warten bis die nächste Krise kommt und ich mir meine Wunschaktien kaufen kann,

    ich möchte nicht mehr als 25-30 einzelne Aktien haben, die, die ich möchte sind eigentlich Alle zu teuer, soll ich jetzt ETF’s kaufen? gar nix machen, Aktien kaufen die ich eigentlich nicht möchte? nur damit was angelegt ist? dann kann ich mir das auch sparen und den Kram wieder beiseite legen,

    vermutlich muss ich den Aktienkram sowieso mal beiseite legen, nicht sehr gesund sich damit andauernd zu beschäftigen, gibt auch noch Anderes im Leben,

    in diesem Sinne, Dir erstmal ein grosses Dankeschön und allen Anderen dann bald ein schönes Wochenende.

    vergessen, Langfristchart von R.B hab ich angeschaut, garantiert keine 40% Minus 🙂

     

  87. Christian H.

    Claus

    Danke für Deine Beschreibung, das finde ich sehr interessant. Ich bastle mir auch gerade ein Analyseprogramm zusammen. Ich werde Euch meine Technik vorstellen, wenn ich glaube dass sie praxistauglich ist.

    Wegen dem einfach halten. In meinem Beruf ist das ein Credo: KISS = keep it simple and stupid.

    Das KCV ist mir bis jetzt auch noch nicht begegnet. Wenn ich auch in letzter Zeit des öfteren lese, dass man den operativen Cashflow zur Berechnung der Ausschüttungsquote heranziehen sollte, anstatt des Gewinns. Beim Piotroski F-Score gibt’s ja auch einen Punkt, wenn der CS größer ist als der Gewinn. Warum ist mir noch nicht so ganz klar…

    Gruß

    Christian

     

  88. Sparta

    @Fit und Gesund

    „vergessen, Langfristchart von R.B hab ich angeschaut, garantiert keine 40% Minus ?“

    42er Aktienkurs Oktober 2007 bis 25er Aktienkurs Anfang und Mitte 2009 runter… sind ziemlich genau 40 % runter.

    Grob 1,5 Jahre…

     

  89. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Fit und Gesund,

    in den „guten alten Zelten“ von April 1998 bis März 2000 ging es mal 66% abwärts, von 1270 Pence auf 430.

    Mal einfach im Kopf wirken lassen. Man kauft etwas, und schaut über 2 Jahre zu wie es eingedampft wird, ohne zu wissen (wie im Nachhinein erst ersichtlich), ob das jemals wieder wird, oder der Rest noch in einer Pleite verloren geht.

    Ich weiß nicht, welche Charaktereigenschaft da am hilfreichsten ist.

    Warum willst Du denn DIS kaufen, wenn die schlechtere Earnings prognostizieren? Meinst Du, dass schlechtere Ergebnisse die eh schon magere Dividende verbessern könnten? Was anderes wäre es, bei einen „sell on good news“ Abverkauf zuzugreifen.

    Viel Glück

    MS

  90. Fit und Gesund

    @Sparta,

    Du hast Recht, ich hab es nun bei Finanzen.net nachgeschaut, ein Tiefpunkt war am 23.3.2009, da hab ich mich dann ordentlich vertan. Sorry!

    @Matthias Schneider,
    Du hast auch Recht, dachte nur es geht bald 5% abwärts, da könnte man mal an Kaufen denken, Disney ist sonst eine schöne Aktie, aber stimmt, die Dividende ist arg wenig,

    so, jetzt aber definitiv, ich werde mich hier mal ein wenig zurückziehen, mir tut der Kram gerade nicht so gut und eine Pause wird benötigt.

    Wünsch Euch was 🙂

  91. Wallstreet Greenhorn

    @ Claus: Dein Ampelsystem hilft sicher enorm, sich selbst zu disziplinieren und so objektiv wie möglich an die Sache ranzugehen. Welche Zahlen verwendest Du für Deine Berechnungen, und wieviel Jahre retrospektiv siehst Du Dir an? Direkt aus den Geschäftsberichten oder aus einer anderen Quelle?
    Nochmals danke für die guten Infos hier.

    @ Matthias Schneider: heißt es nicht immer „buy on bad news“ 😉 ?

  92. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Wallstreet Greenhorn,

    ich meinte es schon so. Normalerweise sollte man ja erwarten, dass eine Firma bei guten Nachrichten steigt, was auch oft der Fall ist, oder eigentlich meistens.

    Aber es kommt auch vor, dass eben viele „sell on good news“ machen, weil man sagt, ok. besser wird es jetzt erstmal nicht mehr, also lieber jetzt verkaufen in den Anstieg hinein. Das kann dann umkippen, wenn zu viele so denken, und die Aktie macht trotz der guten Nachrichten kräftig minus.

    Dieses Minus ist dann aber absurd. Deswegen sollte man hier dann zugreifen.

    Dagegen ist es aber nach meiner Meinung verkehrt, wenn man bei schlechten Nachrichten eine sinkende Aktie kauft. Die Aktie wird dann eben neu bewertet. Wenn sie weniger Gewinn etc. macht, dann ist sie eben auch einfach weniger wert.

    Wenn man der Meinung ist, dass die schlechten Zahlen nur ein Ausrutscher sind, dann kann man natürlich schon kaufen. Aber wenn es eher auf ein längeres Abwärts deuten könnte, warum sollte man in ein sinkendes Schiff investieren? Natürlich weiß man nichts wirklich. Hier vermutet man negative Einflüsse von Netflix usw. Ähnliches Thema wie Amazon bei den Einzelhändlern?

    Nvidia läuft z.B. wahrscheinlich auch nur so lange, wie der Bitcoin-Hype anhält, da man die Grafikchips zum Minen braucht. Wenn Bitcoin und Co mal in der Versenkung verschwinden, dann geht es mit Nvidia auch wieder erdwärts. Na ja… Zeit für die Koje.

    Gutes Nächtle

    MS

  93. Wolle

    @Claus

    Die Branchenkörbe ließen sich auch über Branchen-ETFs der MSCI, S&P oder Stoxx Familie umsetzen.

    So mache ich das seit geraumer Zeit, da mir die Gewichtung des kompletten MSCI / Stoxx nicht zusagt. Zur Zeit sind zum Beispiel die Branchen Medien (WPP, Publicis, Sky etc.) und Retail (H&M, Inditex, Next etc.) im Vergleich unbeliebt und günstig.

    Auf die Art kann ich auch – wenn ich das wollte – auf die wenigen Branchen wie Finanzwerte verzichten, die ich nicht im Portfolio haben möchte. Einmal pro Quartal überprüfe ich und führe, wenn angebracht, eine Rotation durch. Käufe sind kostenfrei bzw. kosten 0,25% Gebühren sowie Verkäufe.

    Wie gesagt, klappt auch auf der MSCI Ebene. Der Zeitraum ist zu kurz, aber über die letzten knapp 2,5 Jahre gelingt mir so eine Outperformance gg dem jeweiligen Gesamt-Index.

  94. Claus

    @ Wallstreet Greenhorn

    ich sehe mir so die letzten 3-5 Jahre an, das reicht schon, wenn möglich aus den Geschäftsberichten, ansonsten gibt es die Daten ja auf vielen Websites. Hier muss man halt schauen, wo man am besten zurecht kommt.

    @ Wolle

    natürlich kannst Du auch Branchen-ETFs nehmen, wobei ich sehr vorsichtig wäre bei „Spezial-Fonds“. Hier braucht man in Krisenzeiten extrem starke Nerven oder „Kostas Schlaftabletten“.

    Für mich sind ETFs nichts, da ich die meisten enthaltenen Unternehmen gar nicht haben möchte.

    @ Fit und Gesund

    Du hast recht: Wenn „der Aktienkram“ nervt, sollte man mal was anderes machen. Vielleicht gute Freunde treffen, wenn man denn welche hat. Oder einfach mal in die Natur gehen und abschalten.

    Ansonsten würde ich eher nichts investieren und einfach abwarten, anstatt zu teuer zu kaufen, nur um das Geld untergebracht zu haben. Es macht nichts, einige Monte Geld zu sammeln und dann bei einer neuen Gelegenheit zuzuschlagen.

    Hier noch mal die Reckitt-Rückgange:

    13.05.2002-10.03.2003, 19,74-13,79, -30,1%

    05.12.2007-10.03.2009, 41,96-25,87, -38,3%

    Ansonsten nur die „normalen“ 10-20% Rückgänge.

    Vielleicht ist sie ja nach dem 10.03.2018 günstig?? (lach).

    Liebe Grüße, trotz „Mistwetter“

     

  95. Wallstreet Greenhorn

    Klingt nach einem guten Plan und, am Wichtigsten, einem klaren Konzept. Letzteres ist für mich vordringlich, nachdem ich angefangen habe, ein Depot aufzubauen. Bisher besteht es aus 11 Einzelaktien, einem Emerging Markets ETF und einem aktiv gemanagten Small- und Midcap Fonds. Die letzten beiden Positionen sollen einfach weiter laufen, den EM ETF verkaufe ich sicher nie.Ab jetzt sollen aber nur noch Einzelaktien hinzukommen, die watchlist befindet sich im Aufbau, momentan stelle ich mir 20-25 Unternehmen vor.

    @Matthias: ich verstehe was Du meinst, sell on good news kommt für mich nicht in Frage, ich habe mir vorgenommen, konsequentes buy and hold zu praktizieren. Bei bad news würde ich kaufen, wenn ich von Geschäftsmodell und Zukunft des Unternehmens überzeugt bin- hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nie, bisher habe ich das bei Altria und Novo Nordisk so praktiziert. Zum Thema Nachkaufen habe ich hier mal einen Beitrag von Claus gelesen- nur wenn man mit dem Unternehmen insgesamt im Plus ist. Nachdem ich darüber nachgedacht habe klingt das für mich vernünftig.

    LG und weiter Allen viel Erfolg beim Investieren

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