Ein grauer Regentag. Trotzdem steigt die Börse. GM explodiert


New York, 28. Mai 2009

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Es regnete am Donnerstag den ganzen Tag in New York. Trotzdem legte der Dow Jones um 103 auf 8.403 Punkte zu. Das waren 1,3 Prozent mehr. An der Spitze standen mal wieder die Banken: JP Morgan Chase, Bank of America und American Express legten zwischen drei und fünf Prozent zu. Den Vogel schoss allerdings General Motors ab. Die Schrott-Aktie explodierte um 170 Prozent auf 3,11 Dollar. Zugegeben, das kam für mich völlig unerwartet. Der Automobilbauer tanzt auf der Rasierklinge. Nun will die US-Regierung noch mehr Milliarden in den maroden Laden pumpen, um das Insolvenzverfahren schneller abwickeln zu können. Weil zuvor führende GM-Manager ihre Aktienpakete zum Kurs von einem Dollar verkloppt haben, schlug ich hier Alarm und riet, auszusteigen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass GM keinen Heller wert ist. Der Konzern verbrennt jeden Tag Geld ohne Ende und ist völlig überschuldet.
Öl steht unter Feuer. Das schwarze Gold jagt von einem Hoch zum nächsten. Den vierten Tag in Folge rannte der Öl-Preis jetzt rauf. Wir befinden uns auf einem Sechs-Monats-Hoch. Das Barrel kostet 64 Dollar. Damit kletterte es um mehr als 50 Prozent seit dem Zwischentief im Februar. Exxon und Chevron kamen natürlich im Windschatten des Öls voran.
Gold läuft wieder rund. Die Unze kostet 959 Dollar und ist nicht mehr weit vom Hoch bei gut 1000 Dollar entfernt. Dass Gold und Öl in den vergangenen Wochen stark zulegen konnten, hängt mit dem schwachen Abschneiden des Dollars zusammen. Der Euro wird immer stärker. Da die Rohstoffe alle in Dollar bewertet werden, muss bei einer Abwertung der Weltwährung entsprechend der Preis der Rohstoffe steigen, um die Währungsdifferenzen auszugleichen. Wegen der Schwäche des Dollars lohnt sich natürlich der Aktienkauf in den USA besonders für Europäer. Denn mit dem bärenstarken Euro sind US-Aktien besonders billig.
Ferner lohnt sich eine Shoppingtour in England. Auf der Insel lohnt es sich zu wildern. Aktien, Kleidung, Elektronik, Hotelübernachtungen – alles ist im freien Fall. Grund: Das Pfund ist extrem stark abgewertet worden. Also ziehen Sie einen Urlaub in London in Betracht oder kaufen sie britische Aktien.
Time Warner trennt sich nun vom AOL-Geschäft. Für die Internet-Sparte hatte der New Yorker Medienkonzern seit vielen Monaten einen Interessenten gesucht und ist offenbar nicht fündig geworden. Zwischen Time Warner und AOL fand eine der grauenvollen Fusionen statt. Time Warner vernichtete zig Milliarden mit AOL.
Auf meiner Kaufliste steht mal wieder der Ketchupriese Heinz, der Kurs sitzt tief im Keller. Die Dividende ist mit fünf Prozent lecker. Ich traf heute die Vorstandsspitze des Soßen-Anbieters in der New Yorker Börse. Das Foto knipste ich heute an der Wall Street. Sie sehen die New York Stock Exchange. Dass es den ganzen Tag regnete, können Sie dem Schnappschuss gar nicht entnehmen.


tim schaefer (Author)

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