Ein cooler Ex-Merrill-Lynch-Chef wehrt sich via TV-Auftritt


New York, 27. Januar 2009

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Nun meldet sich John Thain, der ehemalige Chef von Merrill Lynch, auf dem TV-Sender CNBC zu seinem überraschenden Rücktritt zu Wort. Ken Lewis, Steuermann der Bank of America, hatte ihn gerade hochkant rausgeworfen. Wie Sie wissen, übernahm Bank of America offiziell Merrill Lynch zum 1. Januar. Den Deal hatten Thain und Lewis im Herbst in trockene Tücher gebracht, aber erst jetzt vollzogen. 20 Tagen nach der Übernahme zerbrach die Freundschaft zwischen den beiden Managern. Auslöser ist der Quartalsverlust von Merrill Lynch in Höhe von mehr als 15 Milliarden Dollar.
Was nach der Kündigung Thains geschah, war erstaunlich. Ich hatte Ihnen das bereits gestern geschildert: Über die Presse wurde mit Schmutz auf Thain geworfen. Jetzt gab Thain im Fernsehen bezüglich seines Rauswurfs zu: „Ich war überrascht. Es waren gerade 20 Tage nach dem Zusammenschluss vergangen …“
Thain reagiert vor der Kamera erstaunlich locker. Er ist ein Gentleman. Er beschwert sich nicht, noch zieht er vom Leder. Ich finde seine Reaktion nach all dem Schmutz, den man auf ihn warf, klasse. Hut ab! Die 1,2 Millionen Dollar teure Renovierung seines Büros, die Thain bei Merrill Lynch vor einem Jahr veranlasste und die Hauptbestandteil der Kritik war, wird Thain aus eigener Tasche bezahlen. Das kündigte er in dem TV-Interview an. Der Mann hat Charakter! Einfach cool! So wert man sich. Auf der Webseite von CNBC können Sie sich das Interview in voller Länge anschauen. Der Chart zeigt Ihnen den brutalen Absturz der Bank-of-America-Aktie.


tim schaefer (Author)

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