Dumme Börsensprüche


New York, 5. November 2016
Vorsicht vor Börsensprüchen. Die meisten sind dummes Zeug.

Vorsicht vor Börsensprüchen. Die meisten sind dummes Zeug.

Die Börse kann erniedrigend sein. Kaum haben wir eine Aktie gekauft, stürzt sie ab. Das passiert selbst den Stars. Spekulant George Soros langt recht häufig daneben. Warren Buffett rutschte mit seinem IBM-Investment ins Minus. Milliarden sind futsch. Zudem kommt sein GM-Aktienpaket nicht in die Puschen. Buffett stört das wenig. Er hat eine enorme Geduld. Er weiß, dass nicht sofort nach seinem Einstieg alles automatisch nach oben läuft.

Liegt er mit einer Aktie im Minus, verbilligt er gerne. Dann kauft er mehr Anteile zu. Das macht er beispielsweise bei seiner IBM-Position. Stur und stetig stock er sie auf.

Privatanleger haben dagegen ein Problem damit. Es widerspricht der menschlichen Natur, so zu handeln. Wir Menschen lassen uns von Angst und Gier leiten. Sinkt ein Kurs stark unter den Einstandskurs, verkauft der Privatanleger gerne. Es gibt dafür jede Menge Börsensprüche, die eigentlich idiotisch sind. Sie kennen bestimmt: “Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen.“ Buffett lässt zwar tatsächlich seine Gewinne laufen, doch stockt er seine Verlustpositionen stur weiter auf.

Blicken Sie allein auf den bescheuerten Halbsatz „Verluste begrenzen“. Sagen wir, Sie kauften die Facebook-Aktie gleich nach der Notierungsaufnahme im Mai 2012. Kaum betrat Facebook das Börsenparkett, drehte die gute Stimmung. Der Kurs knickte von 42 Dollar innerhalb weniger Monate auf 19 Dollar ein. Sie handelten nach dem Spruch „Verluste begrenzen“ und verkauften Facebook mit einem Verlust von rund 50 Prozent. Sie waren verärgert und verängstigt. Sie dachten sich seinerzeit:

„Verdammt. Aber sicher ist sicher. So habe ich noch wenigstens etwas Geld vor der Schrottbude gerettet.“

Im Anschluss begann die Rallye. Nun kostet Facebook 120 Dollar. Sie hätten einfach nur ausharren müssen. Dann hätten Sie Ihren Einsatz vervielfachen können. Facebook-Gründer hat derweil mit seiner Frau und Tochter nach der Kursrallye gut Lachen:

Kennen Sie diesen Spruch? „An Gewinn-Mitnahmen ist noch niemand gestorben.“ Das ist auch eine doofe Redewendung. Sagen wir, Sie kauften im Herbst 2012 die Netflix-Aktie für 7 Dollar. In den Folgewochen stieg der Kurs auf 9 Dollar. Sie dachten sich:

„Das ist ja geil. Jetzt habe ich schönes Geld verdient. Raus damit. Gewinn einsacken. Jetzt gehen wir alle schön ins Restaurant feiern.“

Sie haben in der Tat ein Kursplus von 28% realisiert. Das sieht auf den ersten Blick gut aus. Aber mittlerweile steht Netflix bei 120 Dollar. Sie hätten also mit Geduld 1.600% verdienen können. Aus einem Einsatz von 10.000 Euro wären 170.000 Euro geworden.

Vergessen Sie also die Börsensprüche. Es gibt gleichwohl wenige Sprüche, die einen wahren Kern haben. Wie dieser hier:

Die Börse betritt man mit gut gebügelten Anzügen

und Hemden.

Und verlässt sie manchmal mit zerknittertem Ego.

Fazit: Um Fehler zu vermeiden, kaufen Sie im Idealfall Erfolgsfirmen und halten Sie an ihnen sehr lange fest.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Dumme Börsensprüche

  1. Moses

    @Moses

    Das mit dem variablen Zins würde ich auf alle Fälle ändern und auf 20 Jahre fest machen. Sollten in 5 Jahren wider erwarten die Zinsen steigen, dann kann dir das das Genick brechen.

    Ob du dein Depot auflöst, ist auch eine Sache des Wohlfühlens. Rein von den Zahlen her, wäre es wohl eher nicht so geschickt. In 5 oder 10 Jahren sollten die Dividenden höher sein und durch mögliche Einkommenssteigerungen ist auch wieder etwas sparen möglich. Die ersten 10 Jahre sind die härtesten, danach wird es definitiv einfacher. Letztlich kann das aber hier im Blog keiner beantworten, da wir einfach zu wenig von den Randbedingen, seinem Depot usw. wissen. Es sollten jedenfalls langweilige Werte darin sein und keine „heißen“ Sachen.

    @ Alexander

     

    ich mach mal hier weiter da Tim den anderen Faden geschlossen hat.

    auf fix gehen 20J steigt der Zins auf 2,5% an, da bin ich eher der Meinung lass mal das noch 5jahre variabel und wenn sich andeutet das die zinsen ansteigen. kann ich immer noch auf fix wechseln, derzeit seh ich keinen grund für einen zinsanstieg das könnten sich diverse staaten in europa nicht leisten zumal die 1,125% Mehrzinsen zu zahlen wären die steck ich lieber in die Tilgung

     

    das depot sieht so aus

     

    Altria

    Amgen

    AT & T

    BAT

    Cardinal Health

    Caterpillar

    Chevron

    Cisco

    Coca-Cola

    CVS Health

    Darden Restaurant

    Donaldson

    Dow Chemical

    Dr. Pepper

    Exxon Mobil

    Fastenal

    General Mills

    Hormel Foods

    Int.Flavour

    IBM

    Johnson + Johnson

    Kraft Heinz

    Marine Harvest

    McDonalds

    Microsoft

    Novo Nordisk

    Omega Health Care

    Parker-Hannifin

    Patterson

    Procter Gamble

    Qualcomm

    Reckit Benkiser

    Royal Dutch Shell

    Starbucks

    Unilever

    Verizon

    YUM Brands

    YUM Brands China

     

  2. Christoph

    toller Artikel Tim und Sowas von wahr!

    Auch Sprüche wie: da verliert man nur Geld, was ist wenn der kurs einbricht ?

    In Deutschland sieht das Volk Aktien immer als Spekulation. Dabei sollte man es als Investment und sich selbst als Investor sehen. Das würde vieles vereinfachen und bei Schwankungen die Leute beruhigen.

  3. Tobias/Wurstbrot

    Das ist aber trotzdem eine mutige Aussage. Verbilligen kann dich auch ganz schön ruinieren. Siehe Nokia – ein solides Unternehmen. Wer da zur falschen Zeit eingestiegen ist und immer verbilligt hat, der konnte wirklich Geld verbrennen. Dafür gibt es etliche Beispiele und gehört so meines Erachtens nicht in solch einen „Aufklärungsblog“. Da könnte man ja auch sagen, dass du beim Roulette immer verdoppeln musst wenn deine Farbe nicht kommt.

    Aber die Kernaussage stimmt natürlich. Qualitätsaktien kaufen und halten. Grüße über den großen Teich und ein schönes Wochenende!

    P.S.: Wie ist die Stimmung bei euch? Wer wird nächster Präsident?  😉

  4. Obama

    Danke für den tollen Artikel Tim.

     

    Besonders der lezte Börsenspruch von Dir ist super ! :;))

     

    Denke auch momentan darüber nach, wo ich nachkaufen kann:

    Hypoport, Microsoft; Apple; Amazon,………???

     

    Bei den zuletzt genannten kaufe ich zumindest über meinen Wertpapiersparplan automatisch nach, demnächst wieder am 15. Bei Microsoft habe ich den Anteil für diesen Monat auf 500€ angehoben.

     

    Alles Liebe und ein schönes Wochenende@all

  5. K.

    Zum Thema ob die Dividendenstrategie (und für meine Logik damit Aktien per se) aktuell in Deutschland „gehyped“ werden:

    Ich denke das wir selbst einer Blase sind. Keiner Börsenblase. Einer Informationsblase/Filterblase, diese verschleiert eine mögliche Objektivität. Durch eine eigenständige, bewusste Entscheidung diesen oder jenen Blog regelmäßig zu lesen (was ja nicht schlimm ist, sofern man immer wieder mal über den Tellerrand schaut) und in Folge auch durch ein technische die unten in den Links beschrieben ist.

    Wir sehen durch die Finanz-Blogs das es mehr Leute gibt die sich für Finanzen und Börse interessieren aber im Verhältnis zur Bevölkerung sind es nur kleine Bruchteile. Kommentare zu Gewinnspielen die die Durschnittskommentarzahlen pro Post nochmals in die Höhe treiben verstärken den Eindruck. Würde man die Leserzahlen kennen (viele kommentieren gar nicht), dann würde das nochmal anders aussehen. Ich kenne Tims Zahlen (als Beispiel) nicht, aber vielleicht lesen hier hypothetisch 20.000 Leute pro Monat. Einfach mal als Hausnummer. Das klingt viel ist es aber nicht, wenn man große Seiten abseits der Nischen (und Finanzinhalte sind leider eine Nische) betrachtet. Aber für einen Blog und so ein Thema ist es trotzdem viel und beachtlich und zeigt das Thema stößt auf Interesse. Da kann Tim stolz drauf sein, hier einen Nerv getroffen zu haben.

    Vor ein paar Wochen war ein Unternehmer mit einem Iternet-Reisetagebuchportal in „Die Höhle der Löwen“ und er war wahnsinnig stolz auf knapp 10.000 Nutzer insgesamt und (ich meine) ca. 300-500 Nutzer pro Woche an Zuwachs. Für Frank Thelen (und der kennt sich damit aus) war das nix nada null.
    Ich wäre als Gründer der Seite (auch wenn sie nur Funktionen vereinigt und ich kein Marktpotenzial in diese speziellen Seite sehe) auch stolz wie bolle. Aber aus Investorensicht, aus Marktsicht, im Verhältnis zur Bevölkerung oder zu den Internetnutzern ist das weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein. Und so ist es hier in Deutschland mit dem Thema Aktien und Co immer noch. Dazu jetzt mehr.

    In Zahlen kann man die Art und Weise wie die Deutschen aktuell sparen und investieren hier ganz aktuell nachlesen und das dürfte „beruhigen“. Zumindest die die einen Hype fürchten oder schon am Laufen sehen. (Artikel vom 03.11.2016)

    http://finanzrocker.net/so-sparen-die-deutschen-wirklich/

    Auch diese zwei Kommentare finde ich lesenswert:
    http://finanzrocker.net/so-sparen-die-deutschen-wirklich/#comment-4938

    http://finanzrocker.net/so-sparen-die-deutschen-wirklich/#comment-4934

    Subjektiv hatte ich auch den Eindruck das mehr Fondwerbung im TV läuft. Ist momentan eines der wenigen Einnahmemodelle für die Banken. Aber wenn man sich zurück erinnert, lief eigentlich vor 10 Jahren auch schon Fondwerbung. Genauso wie seit meiner Kindheit immer Bausparwerbung oder Kaffee-Werbung lief und immer noch läuft. Aber da ich mich verstärkt mit Finanzen beschäftige als früher nehme ich diese möglicherweise gleich intensive Werbung sehr viel bewusster war und messe ihr damit eine subjektiv höhere Priorität oder Häufigkeit bei. So weit meine Vermutung.
    Also nicht verrückt machen lassen und seine persönliche Strategie inkl. Zufriedenheit finden und dabei bleiben.
    Und das mit der Zufriedenheit erstreckt sich auf mehrere Bereiche auch wenn es nicht immer einfach ist oder fällt. Auch mir nicht aber man lernt die kleinen „Dinge“/“Selbstverständliches“/das Leben/Ereignisse anders zu schätzen und wird gelassener. Ein Zen-Buddhist den nichts mehr aus der Ruhe bringt bin ich deswege trotzdem noch nicht. Eine Strategie, solche Blogs und ein Ziel kann dabei helfen standhaft zu bleiben, auch wenn das Leben Anpassungen einfordert und sie ggf. auch nötig sind.

    Am Donnerstag hatte ich einen Tag, der nicht erfreulich verlief und wo ich von meiner akt. Vorgesetzen so richtig über den Tisch gezogen wurde. Ich war verärgert und entäuscht. Derjenige der an dem Tag den „made my day“-Titel verdiente, war ein Autofahrer der sich bedankte das ich ihn vor ließ. Er ließ extra das Fenster herab um sich mit zwei Sätzen freundlich zu bedanken für eine Geste die nicht der Rede wert gewesen wäre aber einfach aus Höflichkeit und Achtsamkeit kam. Er rettete den Tag. Seine kleine Dankbarkeit zeigte mir das der Weg den ich gehe richtig ist und man manche Dinge einfach aussitzen muss wenn man sie nicht ändern kann. Auch wenn es schwierig ist. Auch wenn man zweifelt ob der Weg der richtige ist: Aber wenn alle Kollegen/innen sagen Du bist der richtige und du arbeitst super, dann kann das von einer Person mit mehr Macht (Vorgesetzte) anders gesehen werden (warum auch immer) und sie kann einen rein reiten. Von dem her schätze ich das Lob der Kollegen die meine Arbeit live erleben und den Dank der Patienten sowie Kollegn mehr als anders rum. Ärgerlich ist nur wenn man von der Obrigkeit Steine in den Weg gelegt bekommt.

    Zur Filterblase:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Filterblase

    http://www.youtube.com/watch?v=B8ofWFx525s (guter TED-Talk zur Filterblase)

    https://netzpolitik.org/2011/gibt-es-eine-filter-blase/

    https://der-onliner.blogspot.de/2014/06/filter-bubble-bei-google-und-facebook.html (besonders der Abschnitt: „Selbst ist der User!“)

    Schönes Wochenende.

  6. Franz

    Endlich hast du einen Artikel mit anderem Thema als deine 3: “Sparen“, “Langfristig investieren“ und “Millionäre“ publiziert. Das ist sehr lobenswert. Denn du kannst hier Artikel mit 33 Themas haben und nicht nur die 3.
    Unter einem Pseudonym kannst du hier auch die manipulativen Medien: Börse Online, Focus Money, Der Aktionär, Euro am Sonntag, Smart Investor, Börsenzeitung und Frankfurter Allgemeine kritisieren, wo überall die dummen “Empfehlungen kaufen“ oder “verkaufen“ stehen. Was sehr zu Manipulation der Anfänger beiträgt. Und wahrscheinlich wurden die Medien dafür bezahlt, dass sie die “Empfehlung kaufen“ publizieren, obwohl die Aktie mit KGV 50 oder KUV 4 oder KBV 6 zu teuer ist. Oder wegen negativem Gewinn kein KGV hat. Oder wird heuer Gewinnrückgang erwartet und die Aktie hat Potential nach unten.
    Diese Lügen-Presse sollte sich auf KGV, KBV, KUV, Dividendenrendite und erwarteten Gewinn beschränken. Die manipulativen “Empfehlung kaufen“ oder Empfehlung verkaufen“, die richtig “Rating“ = “Schätzung Outperformer“ und “Schätzung Underperformer“ bedeuten, die sollte man den Medien per Gericht verbieten. “Rating buy“ wird falsch als “Empfehlung kaufen“ übersetzt obwohl es “Schätzung Outperformer“ bedeutet.
    Auch hast du in deinem Artikel einen Fehler: Bei Aktien sagt man Rally. Rallye ist falsches Wort bei Aktien. Börse Online weiß es schon. Der Aktionär weiß es noch nicht und irrt sich mir Rallye.
    Dumme Sprüche hat hört man oft auch in ARD, NTV, N24 und B5, wenn man sagt “Die Anleger sind nervös“, “Anleger haben Gewinn mitgenommen“, wenn der DAX 1% verliert. Oder wird dort gelogen “Die Anleger warten auf FED“. Und deswegen hat die Bevölkerung Angst vor Aktien. In Wirklichkeit aber, die Anleger sind niemals nervös und die Worte von FED sind ihnen egal. Nervös sind nur die Daytrader, die müssen schnell kaufen oder verkaufen. Wenn der DAX 1% verliert, machen es die Automaten, die für 50% des Handels verantwortlich sind. Und nur die Daytrader und Automaten warten und reagieren auf die Worte von FED. Den Anleger ist es egal, ob FED den Leitzins 0,2% oder 2,0% macht, sie kaufen ihre Aktien gleich weiter.

  7. PIBE350

    Zum oben genannten Börsenspruch: Das ist das Schöne an Indexfonds. Ich muss mir beim Nachkaufen keine Gedanken machen, ob es sich um Kursverläufe wie bei Facebook, Netflix, Nokia, Deutsche Telekom, RWE, E.ON oder Novo Nordisk handeln könnte. Man kauft Gesamtanteile nach, den Rest erledigt der Index. Ansonsten sollen solche Börsensprüche die Privatanleger zum ständigen Handeln verleiten. Bei diesem Spiel können nur die Großen und werden nur die Banken durch Gebühren gewinnen. Aktientipps in den Medien ignoriere ich erst recht.

    An K.: Ja, diese Filter- oder Wahrnehmungsblase kann man auch auf Sparraten/-quoten und die finanzielle Freiheit erweitern. Wer 500, 1000 oder noch mehr Euro pro Monat spart, gehört einer Minderheit an. Das Gleiche gilt für Sparquoten von 33, 50 oder sogar 66 Prozent. Wer relativ früh die finanzielle Freiheit erreicht hat, erst recht. Ich bin dankbar für das, was ich bisher erreicht habe und mir bewusst, dass ich einer kleinen Minderheit angehöre. Die Masse denkt, handelt und lebt anders als wir paar Finanzblogleser. 🙂

    Ich bringe gern noch mal diese Grafik ins Spiel: http://www.boeckler.de/hbs_showpicture.htm?id=67570&chunk=1

  8. Heiko A.

    Hallo zusammen,

    ich habe mal eine Frage bezüglich der Thesaurierung:

    Mir ist klar dass bei der Thesaurierung die Erträge direkt wieder angelegt werden. Aber: Wo kann ich sehen wieviel Ertrag der ETF gemacht und wieder angelegt hat? In meiner jährlichen Ertragsauflistung meines Depots finde ich da nichts. Oder wird das nicht ausgewiesen?

    Viele Grüße

    Heiko

  9. Xaver

    @K

    Na, höre ich hier schon eine gewisse Unsicherheit und Nerven flattern raus, obwohl sich eigentlich noch gar nichts tut an der Börse. Durchhalten ist leichter gesagt als getan und da muss es nicht mal crashen, wirst sehen

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Moses

    Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob es jetzt Sinn macht, Immobilien zu kaufen. Der Markt scheint mir überhitzt zu sein. Die Frage, die sich mir stellt, ist nicht, wie die Hypothek ausgestaltet wird, sondern eher: Ist das Objekt es überhaupt wert?

    Im übrigen: Eine Hypothek zu 100% zu finanzieren, da bekomme ich Bauchschmerzen.

     

    @ Christoph

    Genau. Diese ganzen Sprüche sind etwas für die Kneipe – und nichts für einen intelligenten Anleger.

     

    @ Daniel

    @ Obama

    Danke.

     

    @ Tobias/Wurstbrot

    Klar gibt es Negativbeispiele. Dass Firmen pleite gehen, ist etwas ganz normales. Das gehört zur Börse dazu. Wie die Nacht zum Tag gehört. Ich möchte etwas wachrütteln. Nachdenken. Informieren.

    Grunsätzlich ist das Problem des Privatanlegers: Er kauft in der Euphorie oben. Und verkauft in der Baisse unten. Ein anderes Problem: Er verkauft seine Gewinner zu früh. Und realisiert Verluste zu früh, wo ein einfaches Abwarten in die Gewinnzone geführt hätte.

  11. Heiko A.

    @chaostrader:

    Ich bin auch bei der Consorsbank. Du hast Recht, ich habe nur für 2015 geschaut und da wurden wohl im Gegensatz zu 2014 keine Erträge ausgeschüttet. In 2014 sind dann Erträge zu sehen…

    Danke für Deine Antwort!

    Viele Grüße

    Heiko

     

  12. K.

    @PIBE350

    Ich bin dankbar für das, was ich bisher erreicht habe und mir bewusst, dass ich einer kleinen Minderheit angehöre. Die Masse denkt, handelt und lebt anders als wir paar Finanzblogleser. ?

    Ich bringe gern noch mal diese Grafik ins Spiel: http://www.boeckler.de/hbs_showpicture.htm?id=67570&chunk=1

     

    Danke für Deine Ergänzungen und nochmals für die passende Grafik. Aus diesem Sichtpunkt bin ich auch froh einer Minderheit anzugehören und seine Finanzen sowie Vorsorge in der eigenen Hand zu haben.

  13. K.

    @Xaver

    Im Gegenteil. Ich fühle mich sehr wohl mit meiner Buy&Hold-Variante, komme was wolle. Von Unsicherheit oder Crash-Angst keine Rede, im Gegenteil. Ich sehe somit, wie auch oben nachlesebar, keinen Hype und auch keine Probleme wenn „eine handvoll mehr Leute“ (im Verhältnis zu sonst/bisher) sich eventuell an Dividenden oder Aktien an sich versuchen. Die Mitleser dieses Blogs mit Langfristgedanken mit eingeschlossen.
    Da hast Du wohl was falsch verstanden. Ich bin ja schon seit ca. 1999 an der Börse investiert und weiß was Buchwert-„Verluste“ bedeuten. Trotzdem halte ich diese Aktien und Fonds, da sie gut ausschütten und teils gute Geschäftsmodelle haben sowie weiterhin gut reel arbeiten. Ein paar Wachstumsgeschichten als Beimischung ist auch dabei. So das ich mich wohlfühle und nur so kann ich „dranbleiben“. 🙂 Verkauft habe ich bisher nie einen Wert.

    Vermehrte Investitionen, schrittweise dann in den letzten Jahren und seit einem Jahr sehr gezielt mit Langfristcharakter. Trading o.ä. habe ich nie betrieben.

    Mir ging es mit meinem Kommentar oben nur um eine generelle Einschätzung und meine Meinung zum Thema Hype, weil andere in den letzten Tagen von einem (Dividenden/Aktien)-Hype gesprochen haben. PIBE350 hat den Kommentar richtig aufgefasst.

  14. Markus

    @Stefan

    Du hast mal geschrieben, dass Du nicht so extremes buy & hold wie Tim betreibst, bzw. eher einen Horizont von 5 Jahren hast…? Warum?

    @Christoph

    Die Verkäufe beziehen sich bei mir gedanklich auf die Safe Withdrawal Rate von ca. 3,5 % nicht für die Vermögensaufbauphase!

     

  15. Tobias/Wurstbrot

    Tim

    Grunsätzlich ist das Problem des Privatanlegers: Er kauft in der Euphorie oben. Und verkauft in der Baisse unten. Ein anderes Problem: Er verkauft seine Gewinner zu früh. Und realisiert Verluste zu früh, wo ein einfaches Abwarten in die Gewinnzone geführt hätte.

    Ja da gebe ich dir uneingeschränkt recht!!

     

  16. Mr. B

    Meine „täglichen“ Dividendengutschriften machen mir wirklich Freude. Außerdem geben die Gutschriften Sicherheit, vorallem in unruhigen Zeiten.

    Vor 2 Jahren hatte ich meine vorgenomme Depot-Zielgrösse erreicht. Mit der 4 % Regel wäre ich dann theoretisch FF gewesen. Abzüglich der Steuerbelastung bei einem Gesamtverkauf wäre der Betrag aber erheblich geschmolzen. Auch die nachträgliche Gewissheit zu haben, dass ich in den letzten Jahren nur von der Gewinnsteigerung leben hätte können, reicht mir nicht als Sicherheit.

    Deswegen ist mein nächstes Ziel jetzt: nur von den Dividendenerträgen leben zu können.

    Den Job werde ich wohl dann trotzdem weitermachen. Noch einige Zeit zumindest. Dass ich bereits Teilzeit arbeite habe ich mir bereits gegönnt.

  17. Frank

    Hallo Tim,

    mich würden deine CTS Eventims von heute interessieren. Wo bist du aktuell etwas risikoreicher investiert?

    Servus aus München

  18. Stefan Meisel

    @ Markus

    Für einen Zeitraum von 5 bis 8 Jahren kann ich weit besser einschätzen, wie einzelne Unternehmen dastehen werden.

    Ich denke, ich werde noch etwa 50-55 Jahre leben. Und ich maße mir nicht an, für einzelne Unternehmen so weit in die Zukunft blicken zu können.

    Somit interessiert mich bei Investments nur die Frage: Wie wird sich das Unternehmen in den nächsten 5 bis 8 Jahren entwickeln.

    (was nicht bedeutet, dass ich an manchen Unternehmen nicht länger beteiligt bleiben werde)

     

  19. vonaufdenboden

    Mr.B, Hut ab, tolle Leistung!

    Aber warum ziehst du einen Gesamtverkauf in Betracht, um die 4% Regel anzuwenden? Die 4% Regel inkl. Trinity Study, etc. trifft ja eigentlich die Annahme, dass man mit einer durschnittlichen Wertsteigerung von 4% p.a. investiert bleibt.

    Bei einer Nettodividendenrendite von (sagen wir mal) 2,5% p.a. muss dein Kapitalstock aber um vieles höher sein. Wenn du z.B. 25k p.a. zum Leben brauchst, dann muss dein Depot von jetzt 625k auf eine Million erhöht werden.

    Habe ich dich da richtig verstanden?

    vonaufdenboden

  20. Moses

    @ tim wert ist es die immobilie da neubau.

    das ist ja die frage ich muss nicht 100% finenzieren ich könnnte durch depotauflösung 30% eigenkapital beisteuern.

    klar wenn morgen der aktienmarkt crasht denkt man sich shit hätte ich mal verkauft und weniger finanziert wenn nun endlich die Jahresendrally kommt und man verkauft sagt man mist hätte ich nur behalten nun hätte ich z.b. 40% an eigenmitteln

     

    so wie man es machen wird wird es wie immer erstmal verkehrt sein.

    aber wir wissen ja zeit und nochmal zeit ist an der börse das wichtigste

  21. Mr. B

    @vonaufdenbon

    „Bei einer Nettodividendenrendite von (sagen wir mal) 2,5% p.a. muss dein Kapitalstock aber um vieles höher sein. Wenn du z.B. 25k p.a. zum Leben brauchst, dann muss dein Depot von jetzt 625k auf eine Million erhöht werden.

    Habe ich dich da richtig verstanden?“

    Ja, richtig.

    Wobei ich jetzt nicht mehr so auf die Depotgrösse schiele. Vielmehr auf den durschnittlich monatlichen Cashflow. D.h aber nicht, dass ich nur in Aktien mit hohen Dividende investiere. Im Gegenteil, Wachstum ist mir weiterhin wichtig. Mastercard und Visa sind bei mir z. B. auch im Rennen.

  22. AlexanderAlexander

    Die Medien müssen solche Sprüche und Weisheiten von sich geben, denn sonst könnten sie nicht jede Woche etwas veröffentlichen. Wäre ja langweilig: „wir haben Microsoft vor 10 Jahren gekauft und seitdem nichts gemacht.“ Die Strategie mit Stoppkursen ist beim Investieren (nicht Traden) auch nicht das Wahre. Bestes Beispiel das Wikifolio von Börse-online. Minus 12 % und der Dax hat gerade mal so – 2% dieses Jahr gebracht. Ich bin sogar im Plus mit B&H. Mag in 12 Monaten anders ausschauen, glaube ich aber nicht.

     

    Verbilligen kann tödlich sein, wie Tobias/Wurstbrot schreibt, aber Warren Buffett hat seine Unternehmen analysiert, er verbilligt auch nicht blind. Ich kaufe auch gern günstiger nach, schaue mir aber die Firma an. Sind die Probleme temporär oder gar durch die allgemeine Börsenlage verursacht? E.ON habe ich zum Beispiel vor längerem verkauft. Da bin ich nicht der extreme Buy&Holder. CVS Health und Starbucks werde ich dagegen aufstocken. Ich gehe davon aus, dass die Firmen keine existenziellen Probleme haben.

    @Moses

    Dein Depot halte ich für solide (zumal ich die meisten Werte auch habe 🙂 ).

    Die Zinsen sehe ich auch länger unten, da ist dein Vorgehen durchaus sinnvoll, man darf halt den Moment nicht verpassen, den Kredit dann fix zu machen, wenn sich eine Zinssteigerung andeutet. Wer in Finanzblogs liest, kümmert sich da aber vermutlich eher als andere Anleger.

     

  23. Obama

    Danke @all für die vielen guten Beiträge.

    @k. Ich würde nicht von ‚aussitzen“ sprechen, sondern von „annehmen was ist“ mir fiel beim Lesen deines Postings die nachfolgende – wohl vielen bekannte – Zen Geschichte ein:

    Es war einmal ein alter Mann, der zur Zeit Lao Tses in einem kleinen chinesischen Dorf lebte. Der Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn in einer kleinen Hütte am Rande des Dorfes. Ihr einziger Besitz war ein wunderschöner Hengst, um den sie von allen im Dorf beneidet wurden. Es gab schon unzählige Kaufangebote, diese wurden jedoch immer strickt abgelehnt. Das Pferd wurde bei der Erntearbeit gebraucht und es gehörte zur Familie, fast wie ein Freund.

    Eines Tages war der Hengst verschwunden. Nachbarn kamen und sagten: „Du Dummkopf, warum hast du das Pferd nicht verkauft? Nun ist es weg, die Ernte ist einzubringen und du hast gar nichts mehr, weder Pferd noch Geld für einen Helfer. Was für ein Unglück!“ Der alte Mann schaute sie an und sagte nur: „Unglück – Mal sehen, denn wer weiß? Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen.“

    Das Leben musste jetzt ohne Pferd weitergehen und da gerade Erntezeit war, bedeutete das unheimliche Anstrengungen für Vater und Sohn. Es war fraglich ob sie es schaffen würden, die ganze Ernte einzubringen.

    Ein paar Tage später, war der Hengst wieder da und mit ihm war ein Wildpferd gekommen, das sich dem Hengst angeschlossen hatte. Jetzt waren die Leute im Dorf begeistert. „Du hast Recht gehabt“, sagten sie zu dem alten Mann. Das Unglück war in Wirklichkeit ein Glück. Dieses herrliche Wildpferd als Geschenk des Himmels, nun bist du ein reicher Mann…“ Der Alte sagte nur: „Glück – Mal sehen, denn wer weiß? Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen.“

    Die Dorfbewohner schüttelten den Kopf über den wunderlichen Alten. Warum konnte er nicht sehen, was für ein unglaubliches Glück ihm widerfahren war? Am nächsten Tag begann der Sohn des alten Mannes, das neue Wildpferd zu zähmen und zuzureiten. Beim ersten Ausritt warf ihn dieses so heftig ab, dass er sich beide Beine brach. Die Nachbarn im Dorf versammelten sich und sagten zu dem alten Mann: „Du hast Recht gehabt. Das Glück hat sich als Unglück erwiesen, dein einziger Sohn ist jetzt ein Krüppel. Und wer soll nun auf deine alten Tage für dich sorgen?‘ Aber der Alte blieb gelassen und sagte zu den Leuten im Dorf: „Unglück – Mal sehen, denn wer weiß? Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen.“

    Es war jetzt alleine am alten Mann die restliche Ernte einzubringen. Zumindest war das neue Pferd soweit gezähmt, dass er es als zweites Zugtier für den Pflug nutzen konnte. Mit viel Schweiß und Arbeit bis in die Dunkelheit, sicherte er das Auskommen für sich und seinen Sohn.

    Ein paar Wochen später begann ein Krieg. Der König brauchte Soldaten, und alle wehrpflichtigen jungen Männer im Dorf wurden in die Armee gezwungen. Nur den Sohn des alten Mannes holten sie nicht ab, denn den konnten sie an seinen Krücken nicht gebrauchen. „Ach, was hast du wieder für ein Glück gehabt!“‚ riefen die Leute im Dorf. Der Alte sagte: “ Mal sehen, denn wer weiß? Aber ich vertraue darauf, dass das Glück am Ende bei dem ist, der vertrauen kann.“
    Geschichte aus China. Verfasser/Autor: UnbekanntS

     

  24. K.

    @Obama

    Eine gute Geschichte. Danke. Ja man weiß nie warum manches so geschieht. Trotzdem hat man ja gewisse Ziele oder Hoffnungen…
    Dinge annehmen wie sie sind, ist die bessere Formulierung. Korrekt.

    Eine andere gute Geschichte aus dem Buch „Das Tao der Worte“ ist die mit dem knorrigen alten Baum.

  25. Obama

    @K.

     

    Weil wir gerade bei Geschichten sind, diese passt auch ganz gut :;):

     

    Der Älteste des Dorfes wurde zum Thema Hingabe gefragt. Entgegen seiner sonstigen, so bedächtigen Art antwortete er dieses Mai unmittelbar: „Mach einfach die Augen auf, schau und staune. Die Natur zeigt es dir. Hingabe hat ganz viel mit Einverstanden sein zu tun. Wie oft wollen wir uns hingeben, aber nur auf die von uns vorgestellte Art? Wo ist da das Einverstanden sein mit dem, was ist? Die Pflanzen müssen da wachsen, wo der Same hinfallt, wir Menschen aber haben die freie Wahl, unser Lebensumfeld selbst zu schöpfen. Unsere Lebenssituation spiegelt genau das, was wir erzeugt haben. Sind wir damit nicht einverstanden, so wenden wir uns gegen unsere eigene Schöpfung. Widerstand ist Fortbestand. Nehmen wir an, was ist, so geben wir den Weg zur Veränderung frei. Hingabe hat auch mit Vertrauen zu tun. Vertrauen darauf dass sich vieles ändern wird, sobald wir uns der momentanen Situation hingeben. Im tiefsten Grund unseres Her-zens haben wir alle ein wenig Angst vor Veränderung, weil uns das Vertrauen fehlt. Lernen wir, das anzunehmen, was ist, und vertrauen wir darauf, dass sich alles zum Besten andern wird, dann ist Hingabe an das Leben ganz einfach.“

     

    Nächste Woche wird eine spannende Börsenwoche.

    Habe einige Werte auf meiner Watch:

    Hypoport; Microsoft; Apple, Amazon; ALphabet; KPS;…………………..

     

    Mal sehen wie heftig wir noch durchgeschüttelt werden.

     

    Wünsche allen eine schöne Woche !

  26. Martin B.

    Dass man Börsensprüche anzweifeln soll, weil es Fälle gibt wo diese falsch sind ist ja durchaus nachvollziehbar. Dann aber beim selbst propagierten „Buy and hold“ nicht die selben Kriterien anzulegen und anzuerkennen, dass das auch daneben gehen kann wirkt dann irgendwie doch sehr einseitig.

    Sich mit „im Idealfall Erfolgsfirmen“ raus zu mogeln ist auch recht einfach. Denn auch diese Bewertung kann sich als falsch herausstellen. Vielleicht erinnert sich ja z.B. noch jemand an die Erfolgsfirma Nokia.

    So wie alle Börsensprüche falsch sind, so sind sie ebenfalls richtig. Dummerweise weiß man wie so oft an der Börse meist erst hinterher was nun richtig oder falsch war… 😉

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