Dow rauf! Analystengeschwätz: Kaufen, Halten, Verkaufen


New York, 16. Juli 2009

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Es scheint, als ob die Konjunktur allmählich wieder Tritt fasst. Der Dow Jones setzte am Donnerstag die Aufholjagd fort. Um 1,1 Prozent legte der Index auf 8.711 Zähler zu. In der Tat kann bald die 9.000er Marke fallen.
General Electric war bislang im Jahr 2009 eine der schlechtesten Aktien im Dow Jones. Der Mischkonzern verlor über ein Fünftel seines Wertes. Die Aktie kommt nicht recht vom Fleck. Börsianer sorgen sich. In Schwierigkeiten steckt vor allem die Finanzsparte. Der Bereich stand bislang für fast die Hälfte des Konzerngewinns.
Fette Milliardengewinne haben indes Goldman Sachs und JP Morgan Chase im vergangenen Quartal in die Scheune gefahren.
Am Freitag legt das größte US-Institut, Bank of America, das Resultat vor. Ich rechne mit schwarzen Zahlen auch bei dieser Adresse. Allerdings dürfte der Rivale Citigroup noch in der Verlustzone stecken. Gerüchten zufolge sollen angeblich beide Chefs, Ken Lewis von Bank of America und Vikram Pandit von der Citi, kurz vor dem Rauswurf stehen. Aber selbst wenn das Management umgebaut wird, sind beide Aktien ein Kauf für mich. Es kann nur besser werden. Die Aktien notieren noch immer tief im Keller.
Auf die Analysten dürfen Sie ohnehin nicht hören. Wenn neun Analysten raten, zu verkaufen und nur einer rät zum Kauf, dann würden Sie folgerichtig verkaufen? Ich halte mich jedenfalls nicht daran, was die Auguren sagen. Ich tue, was ich für richtig halte. Bin ich von einer Aktie überzeugt, können mich auch keine 100 Verkaufsempfehlungen vom Einstieg abhalten.
Die Analysten folgen eigenen Regeln. Ich sehe es sogar positiv, wenn die Mehrheit der Aktienexperten zum Verkauf trommelt. Denn dann kann es ja nur besser werden. Irgendwann kommt die Analystenmeute auf die Idee, die Aktie wieder heraufzustufen. Aus Verkaufen wird dann ein Halten beziehungsweise Neutral. Aus Neutral wird eines Tages wieder ein Kauf. So geht das dann hin und her. Wenn die meisten „Kaufen“ herumposaunen, ist meiner Meinung allerhöchste Vorsicht geboten. Denn was kommt nach Kaufen? Verkaufen – es kann also nur schlechter werden.


tim schaefer (Author)

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