Dow Jones runter, Euro rauf


New York, 15. Juli 2008

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Schon wieder dreht die Börse ins Minus. Gerade liegen wir im Dow Jones um 124 Punkte niedriger bei 10.936 Zähler. Ich glaube, dass wir spätestens bei der magischen Marke von 10.000 Punkten einen Boden finden sollten. Erstaunlich an dem dicken Verlust heute ist, dass gleichzeitig der Ölpreis um 5,84 Dollar auf 139 Dollar je Barrel korrigierte. Eigentlich ist das ein gutes Signal für die Wirtschaft. Jedoch ist die Finanzkrise gigantisch. Kaum eine Bank kommt ungeschoren davon. Milliarden von Dollar müssen die Häuser abschreiben. Das Subprime-Desaster hat weltweit massive Auswirkungen entfaltet. Immer wieder gibt es Gerüchte um Lehman Brothers. Das New Yorker Investmenthaus gilt als der nächste Wackelkandidat.
Ich mache derzeit einen weiten Bogen um Finanzwerte. Warten Sie mit Investments ab, bis sich der Sektor wieder erholt. Es scheint mir noch zu früh, hier einzusteigen.
Dagegen bieten meiner Meinung nach Energie- und Rohstoffwerte exzellente Perspektiven. Millionen neuer Autos landen auf den Straßen Indiens, Chinas und anderer aufstrebender Länder. Ebenfalls halte ich die großen Nahrungsmittelhersteller wie Nestlé, Heinz oder General Mills für chancenreich. Der führende amerikanische Schokoladenproduzent Hershey ist zum gegenwärtigen Kurs von 33,29 Dollar ein sehr süßes Investment. Lesen Sie hier nach, was ich bereits über Hershey schrieb. Eine solche schmackvolle Marke lenkt das Interesse als Übernahmeobjekt auf sich. Gerade in dieser kritischen Wirtschaftszeit liegt Hershey auf dem Wühltisch für Aufkäufer. Insbesondere europäische Investoren schauen sich zunehmend in den USA um, nachdem der Dollar immer neue Tiefpunkte markiert. Für die potentiellen Erwerber werden die Objekte der Begierde immer billiger. Ich glaube, dass starke US-Marken jetzt immer häufiger akquiriert werden.
Nehmen Sie beispielsweise den tief gestürzten Zeitungshersteller New York Times. Beim aktuellen Kurs von 12,97 Dollar zeigt die Börsenwaage nur lumpige 1,86 Milliarden Dollar an. Das sind umgerechnet in Euro weniger als 1,2 Milliarden. Für einen europäischen Medienkonzern ist das ein Schnäppchen. Dabei setzten die New Yorker im vorigen Jahr stolze 3,2 Milliarden Dollar um. Unterm Strich blieben 208 Millionen Dollar hängen. Selbst wenn Sie im laufenden Jahr einen Gewinnrückgang von zehn Prozent auf 187 Millionen Dollar unterstellen, beträgt das Kurs-/Gewinnverhältnis lausige zehn. Das ist billig. Allein die Dividende wirft eine Rendite von 6,7 Prozent ab. Es handelt sich bei der New York Times um eine enorm wertvolle Marke. Ausländische Investoren dürften sich die Hände reiben, wenn sie ein solches Flaggschiff erwerben könnten. Der Medienkonzern wurde 1896 gegründet. Die Auflage der Hauptzeitung umfasst eine Million Exemplare. Gerade schluckte der belgische Bierriese InBev den US-Kokurrenten Anheuser-Busch (Budweiser) für 52 Milliarden Dollar. Die Weltbevölkerung wächst rasant. Mit ihr nimmt der Hunger zu. Insbesondere in den Emerging Marktes explodiert die Nachfrage nach Bier, Tütensuppen, Dosen, Schokolade, Ketchup und Co. Und beachten Sie: Gegessen und getrunken wird immer, selbst in der schwersten Wirtschaftskrise.
Die aktuelle Korrektur beim Öl bietet eine schöne Chance für Investments. Ich habe hier schon Exxon Mobil, Chevron und Southwestern Energy als meine Favoriten vorgestellt. Die Exxon Mobil-Aktie taxiert heute mit 83,69 Dollar. Im laufenden Jahr erwarten die Analysten, dass das größte Unternehmen der Welt im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 9,66 Dollar in die Scheune fährt. Demzufolge beträgt das Kurs-/Gewinnverhältnis für Exxon nur 8,6. Sie müssen also nur achteinhalb Jahre warten, bis Sie das Investment zurückverdient haben – sofern Sie ein gleichbleibendes Ergebnisniveau unterstellen. Ich halte das für sehr günstig. Außerdem können Sie sich beispielsweise mit Goldminenaktien vor der grassierenden Inflation schützen. Alles in allem bietet die Börsenkorrektur günstige Aktienkurse. Wenn Sie US-Werte kaufen, profitieren Sie vom bärenstarken Euro. Gerade nähert sich die europäische Gemeinschaftswährung der 1,60er Marke zum Dollar. Wer an der Börse investiert, sollte einen langfristigen Horizont haben. Wer an einem Dienstag Aktien kauft, sollte nicht damit rechnen, dass die Papiere am Mittwoch schon im Plus notieren. Bei Ihren Investments müssen Sie auf Sicht mehrer Jahre ihre Entscheidungen treffen. Bewahren Sie einen kühlen Kopf. Aktien sind die beste Altersvorsorge.


tim schaefer (Author)

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