Dow Jones in Trümmern, Bankaktien brechen ein


New York, 17. September 2008

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Immer tiefer stürzt der Dow Jones. Banken sind das Problem. Die Immobilienkrise hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die FED rettete den Versicherungsgiganten AIG, um ein Desaster abzuwenden. Wäre AIG pleite gegangen, dann hätte das rund um den Globus massive Auswirkungen gehabt. Aktuell plumpst der Dow Jones auf 10.849 Zähler, rund 200 Punkte weniger. Angespannt ist die Stimmung. Besonders die Bankaktien stehen weiter unter Druck. Goldman Sachs, Morgan Stanley schmieren heftig ab. Ein Ende der Krise lässt sich nicht absehen. Am Stammsitz von Lehman Brothers spielten sich dramatische Szenen ab, als die Investmentbank am Montag pleite ging. Viele Medienvertreter eilten zum Stammsitz. Ich war dort. TV-Leute rannten mit ihren Kameras hinter Beschäftigten her, die das Haus mit Kisten und Taschen bepackt verließen. Manch ein Mitarbeiter zog vor laufender Kamera über das Ende von Lehman vom Leder. Das Foto zeigt Ihnen einen TV-Moderator vor dem Lehman-Stammhaus.
Einer meiner Favoriten, General Mills, hält sich erstaunlich gut, die Aktie des Frühstücksflockenherstellers läuft und läuft und läuft. Von Krise keine Spur. Ich riet Ihnen am 29. Januar zum Einstieg bei 54,70 Dollar, aktuell 70,30 Dollar. Das sind fast 30 Prozent mehr.
Ebenfalls hat sich mein Hinweis auf JetBlue ausgezahlt. Die Billig-Airline hob regelrecht ab. Der gesunkene Ölpreis entlastet die Kostenbasis massiv. Am 17. Juli legte ich Ihnen JetBlue zu einem Kurs von 3,86 Dollar ans Herz. Seither kletterte der Titel auf 5,83 Dollar. Das sind 50 Prozent mehr. Die Lufthansa zahlte bei ihrem Einstieg mehr als sieben Dollar je JetBlue-Aktie. Nun hält der deutsche Kranich-Konzern 19 Prozent an der amerikanischen Fluglinie.
Warren Buffett sagte einmal, dass in Bärenmärkten gigantische Vermögen geschaffen und am Ende von Haussen massive Werte vernichtet werden. Eigentlich ist das nichts Neues. Doch ist es so schwer, sich gegen die Masse zu stellen. Denn es gibt so viele Einflüsse auf die menschliche Stimmung. Sie müssen praktisch das tun, was keiner ihrer Freunde, Bekannten und Geschäftskollegen tut: Clevere Investoren steigen dann ein, wenn keiner mehr etwas von Aktien wissen möchte, wenn der gesamte Markt in Trümmern liegt. John Templeton, der Mitgründer der Fondsgesellschaft Franklin Templeton, bezeichnete diesen Zeitpunkt den „extremen Pessimismus“. Ob wir da schon angelangt sind, bezweifle ich. Die Korrektur an der Wall Street scheint noch nicht ausgestanden. Gegenüber dem Hochpunkt beim Dow Jones von rund 14.000 Zählern Ende 2007 liegen wir schon 25 Prozent unter Wasser. Das kann noch mehr werden. Value Investoren freuen sich über die stürzenden Kurse. Das sind paradiesische Zeiten für sie.


tim schaefer (Author)

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