Dow Jones im Sturzflug! Abwarten bis 8.000 oder 6.000!


New York, 7. Mai 2010

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DAX und Dow Jones beenden die Börsenwoche mit einem dicken Minus. Am Freitag verlor der Dow Jones abermals 140 Punkte. Und das nach dem Horror-Minus vom Vortag. Der Schlussstand des Dow Jones 10.379 Zähler. Was tun? Wenn der Dow Jones wieder bei 8.000 Punkten landen sollte aufgrund der ganzen Unsicherheiten insbesondere im Euroraum, würde mich das nicht wundern. Mein Rat: Bei einem solchen Stand sollten Sie beginnen, billige Dividendentitel einzusammeln. Sofern der Dow Jones weiter sinken sollte, sagen wir einmal auf 6.500 Zähler, dann kaufen Sie aggressiver Aktien zu.
Ansonsten rate ich Ihnen für dieses Wochenende: Der Mini-Crash ist halb so wild. Wenn Sie ein solides Value-Depot zusammengestellt haben, wird sich das wieder erholen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Es besteht also kein Grund zur Sorge. Sie können dieses Wochenende mit einem kühlen Bier ausklingen lassen. Ich bin derzeit in Washington, führe verschiedene Gespräche. Das Foto machte ich gerade vom Weißen Haus. Es ist herrliches Wetter hier. Die Regierung ist richtig sauer auf Wall-Street-Manager, die sich in den vergangenen Jahren die Taschen voll gesteckt haben, obwohl sie Firmen in Schutt und Asche hinterließen. Leute wie Goldman-Sachs-Lenker Lloyd Blankfein empfindet manch ein Senator als nicht mehr tragbar. Freilich sollte man nicht Goldman Sachs zum Südenbock für den gesamten Sektor machen. Auch andere haben unethisch gehandelt. Ich finde den Goldman-Sachs-Skandal deshalb so ekelig, weil hier Kunden offenbar bewusst in die Insolvenz getrieben wurden. Dass sich Blankfein hinstellt und sagt, er ist sich keiner Schuld bewusst, empfinde ich als den Gipfel der Frechheit. Selbst unethisch gehandelt zu haben, erkennt Blankfein nicht an. Dabei wäre eine Entschuldigung und Wiedergutmachung angebracht.
Ebenfalls finde ich es unangemessen, dass Goldman die Öffentlichkeit nicht informiert hat über die Ermittlungen der SEC. Normalerweise machen das betroffene Firmen. Das ist Usus. Die Börsenaufsicht hatte Goldman frühzeitig über ihre Ermittlungen in Kenntnis gesetzt. Goldman verrichtete aber darauf, seine Aktionäre und potentielle Aktionäre über das SEC-Vorgehen zu informieren. Danach verkauften Führungskräfte von Goldman aus dem obersten Zirkel um Lloyd Blankfein, Aktien im Gegenwert von zig Millionen. Blankfein hielt die Ermittlungen unter der Decke, so konnten seine Insider ungeschoren ihre Aktien versilbern. Als die SEC gegen General-Electric-Chef Jeffrey Immelt wegen angeblich zu positiver Schilderung der Firmenlage oder gegen Hewlett Packard wegen Schmiergeldzahlungen in Russland ermittelte, erfuhr das die Öffentlichkeit. Nur bei Goldman ist das anders. Das „Wall Street Journal“ hatte die massiven Aktienverkäufe durch die Top-Insider detailliert beschrieben und kritisiert.


tim schaefer (Author)

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