Dow Jones im freien Fall, Gold und Öl ziehen an


New York, 22. September 2008

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Wie von mir erwartet, korrigierte heute der Dow Jones. Freilich fiel das Minus mit 372 Punkten höher aus als von mir befürchtet. Nun steht der Dow Jones bei mickrigen 11.015 Zählern. Der Fünf-Jahres-Chart zeigt das Ausmaß des Desasters. Noch immer sind die Börsianer zutiefst verunsichert. So gibt es Zweifel, ob der Kongress das Rettungspaket in Höhe von 700 Milliarden Dollar für die maroden Kredite der US-Banken absegnet, schließlich dominieren die Demokraten das Parlament. Und die heiße Wahlkampfphase zwischen Barack Obama und John McCain könnte hier einen Strich durch die Rechnung der Bush-Regierung machen, so die Befürchtung. Ich glaube indes, dass das Paket von einer breiten Mehrheit abgesegnet wird. Die Probleme sind bedrohlich. Es bleibt den Abgeordneten kaum eine andere Wahl.
Der finanzielle Tsunami hat in New York eine Spür der Verwüstung hinterlassen. Anleger werfen riskant Papiere nach wie vor panikartig auf den Markt. Besonders Finanztitel gelten als brandgefährlich, nachdem Lehman Brother vor einer Woche Insolvenz anmelden musste. Nun suchen die Investoren sichere, solide Anlagemöglichkeiten. Cash ist in, Cash is King. Wie der Teufel das Weihwasser scheuen Börsianer Investmentbanken. Goldman Sachs und Morgan Stanley dürften daher weiterhin unter Druck bleiben. Der Preis für das Gold explodierte heute. Die Unze kostet nun 892 Dollar. Um 16 Prozent oder 16,37 Dollar schoss das Öl nach oben auf über 120 Dollar je Fass. Das war der höchste Anstieg, den es jemals gab. Die Ölkrise ist nun zurück. Ölaktien ziehen an, während Airline-Aktien unter Druck geraten.
Was sollten Sie tun in dieser Situation? Nun achten Sie darauf, was die erfolgreichsten Menschen machen. Warren Buffett, Bill Gates oder George Soros, um nur einige Namen zu nennen. Verfolgen Sie, welche Aktien Unternehmensinsider im großen Umfang erwerben. Achten Sie darauf, welche Firmen massiv eigene Aktien zurückkaufen. Folgen Sie diesen positiven Signalgebern. Und schließlich bleiben Sie Ihrer Strategie treu. Der Dow Jones wird auf neue Rekordstände laufen – es ist nur eine Frage der Zeit. Geduld ist Trumpf. Panik ist ein schlechter Ratgeber. Wer mit einer weiteren Marktkorrektur rechnet, kann einen kleineren Teil seines Portfolios mit soliden Goldminenaktien absichern. Gold gilt als Schutzhafen in unsicheren Zeiten. Daher kletterte das gelbe Edelmetall in den vergangenen Tagen stark. Gut möglich, dass die Unze weit über die 1.000-Dollar-Marke springt. Eines der größten Probleme in den USA ist die Inflation. Angefeuert wird die Geldentwertung durch die steigende Verschuldung des Staates (700 Milliarden Dollar kostet das Rettungspaket!) sowie die grassierenden Energie- und Nahrungsmittelpreise.
Heute traf ich Vertreter der indischen Regierung im Waldorf Astoria Hotel. Ich besuchte eine indische Investorenkonferenz. Parlamentarier, Minister und Manager führender Konzerne präsentierten. Vorige Woche begegnete ich Staatsrepräsentanten von Kasachstan, eine aufregendes Land. Die Bevölkerung scheint mir ein spannender Mix aus Russland und China zu sein. Es ist erstaunlich, wie Indien oder Kasachstan ihre Wirtschaft privatisieren und sich in der westlichen Hemisphäre die Milliarden für die dringend erforderlichen Investitionen besorgen. Zudem suchen diese Länder nach Ratschlägen. Indien hat beispielsweise große Probleme mit der Energieerzeugung. Um rund zehn Prozent übersteigt derzeit die Nachfrage das Angebot. Milliardenschwere Investitionen sind erforderlich, um das Wachstum des Landes nicht abzubremsen. In den vergangenen zwei bis drei Jahren hat Indien 45.000 Städte an das Stromnetz angebunden, betonte heute der „Secretary“ des Energieministeriums, Anil Razdan. Aber noch immer sind etliche Gemeinden vom Strom abgeschnitten. Es bleibt also viel zu tun.


tim schaefer (Author)

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