Dow Jones explodiert. Warum sich ein Hauskauf auf Pump lohnt


New York, 1. Juni 2009

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Wahnsinn! Auf ein mehrmonatiges Hoch stürmte der Dow Jones heute. Auf 8.721 schnellte der Index. Es scheint, als ob Investoren Sorge haben den Aufschwung zu verpassen, sie springen auf den fahrenden Zug. Die Privatanleger sind aber meiner Meinung nach weitgehend außen vor. Viele haben sich in dieser Krise gewaltig die Finger verbrannt. An Aktien wie General Motors oder den Banken. Mich überrascht die Rallye.
Hatte doch General Motors heute offiziell Insolvenz angemeldet. Die amerikanischen Medien nennen den Automobilhersteller nun „Government Motors“, seitdem die Regierung die Mehrheit am Grundkapital übernommen hat. Washington steuert seit Monaten den Detroiter Konzern. Wichtige Entscheidungen werden im Weißen Haus für das Automobilunternehmen gefällt.
Heute reagierte der Dow-Jones-Index-Ausschuss auf die Pleite und warf GM aus dem Index. Ebenso verbannte der Dow Jones die Citigroup. Cisco und der Versicherungsriese The Travelers (ehemalige Tochter der Citigroup) rücken dafür in den traditionsreichen Aktienclub auf.
Bei der Citigroup hat die Regierung ebenfalls das Ruder übernommen. Insofern überrascht der Dow-Rauswurf kaum. Die Citigroup hätte wohl kaum ohne die Staatsmilliarden überleben können. Für mich ist die Citi auf dem ausgebombten Niveau dennoch ein Kauf. Ich glaube, dass die Bank die Krise mit dem Staat im Rücken überstehen wird.
Nach dem Einbruch der Immobilienpreise um ein Drittel gegenüber dem Hoch im Jahr 2006 sehe ich allmählich einen guten Zeitpunkt, um auf Schnäppchenjagd zu gehen. Die Menschen tun allerdings das Gegenteil. Sie sind noch von der Wirtschafts- und Finanzkrise geschockt. Viele Verbraucher horten nun Bargeld. Ich würde das Gegenteil tun. Amerikanern rate ich, jetzt Immobilien zu kaufen und diese zum Großteil über Hypotheken zu finanzieren. Erstens sind die Zinsen so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Wer eine 30-jährige Zinsfestschreibung eingeht, zahlt weniger als fünf Prozent per annum. Da Sie als Eigenheimnutzer in den USA die Zinsbelastungen steuerlich geltend machen können, lohnt sich eine Hypothek aus steuerlicher Sicht. Zweitens kann, wer Fremdkapital einsetzt, einen Hebel schaffen und dadurch seine Liquidität aufrecht erhalten.
Nehmen wir folgendes Beispiel: Wer 200.000 Dollar Cash derzeit hat und ein Haus für 200.000 Dollar kaufen möchte, dem würde ich raten, lediglich 20.000 bis 40.000 Dollar einzusetzen und den Rest, sprich etwa 160.000 Dollar, über eine Hypothek zu finanzieren. Dann würden in dem Beispiel nach der Transaktion 160.000 Dollar Cash übrig bleiben. Dieses Geld würde ich in solide und ertragreiche Aktiengesellschaften investieren. Ich gehe davon aus, dass die Aktien mehr als fünf Prozent pro Jahr an Rendite einfahren werden. Angenommen die Aktien erzielen auf Sicht von 30 Jahren eine Rendite pro Jahr von zehn Prozent. Sie zahlen aber etwa 4,7 Prozent für die Hypothek, verbleibt eine Rendite von gut fünf Prozent pro Jahr (10 Prozent Aktienrendite minus 4,7 Prozent für die Hypothek). Diese gut fünf Prozent Überrendite entsteht zusätzlich zu der Wertsteigerung des Hauses.
Wer dagegen seine gesamten Ersparnisse bei dem Hauskauf einsetzt, der würde über keine Liquidität mehr nach dem Deal verfügen. Steuerliche Vorteile würden ebenfalls wegfallen. In Deutschland können allerdings keine Zinsaufwendungen bei der Eigenheimnutzung geltend gemacht werden – im Gegensatz zu den USA. Haben Sie zu dem Beispiel eine Anmerkung? Gerne diskutiere ich das Beispiel mit Ihnen.
Oben sehen Sie auf meinem aktuellen Foto links das Gebäude der New Yorker Börse. Am Montag schien die Sonne. Viele Touristen tummelten sich an der New York Stock Exchange. Ich schaute mir dort eine Vorstandspräsentation eines südamerikanischen Großkonzerns an.


tim schaefer (Author)

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