Dow dümpelt. Woran Sie Qualitätsaktien erkennen. Apple zu teuer


New York, 9. Juli 2009

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Die Stimmung auf dem Parkett will sich einfach nicht aufhellen. Der Dow Jones dümpelt vor sich hin. Warten Sie einfach ab. Die Krise wird überwunden werden. Es ist nur eine Frage der Zeit. In fünf Jahren werden sich viele fragen, warum sie nicht in der Krise beherzt eingestiegen sind.
Nun will ich Ihnen erläutern, wie sie exzellente Firmen ausfindig machen können. Kürzlich schrieb ich, dass Sie auf langfristige Trends achten sollten. Etwa der zunehmende Viren- und Wurmbefall im Internet oder auf die alternde Gesellschaft. Von diesen Megatrends profitieren etwa Anti-Virensoftwarehersteller oder Seniorenheimbetreiber. Aber was macht noch ein Qualitätsunternehmen aus? Eine hohe Profitabilität natürlich und ein wachsendes Umsatzvolumen. Nicht zu unterschätzen sind darüber hinaus immaterielle Werte wie Patente, Schutzrechte, Lizenzen und Marken – sie schützen ein Unternehmen vor Wettbewerbern. Es spielen großartige Produkte und günstige Preise eine Rolle.
Einen hervorragenden Schutz bieten auch hohe Wechselkosten. So ist es zu erklären, dass etwa das Softwarehaus SAP eine Gelddruckmaschine ist. Hat sich ein Konzern einmal dazu entschlossen, die Programme der Walldorfer zu nutzen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Wechsels zur Konkurrenz gering. Denn neue IT-Systeme, Schulungen und der Erwerb von Lizenzrechten verschlingen ungeheure Summen und sind zudem zeitraubend. Sie lähmen ein Unternehmen, insofern ist die Kundenloyalität hoch.
Gewiss ist das Management wichtig. Ich denke es wird aber häufig überschätzt. So wird Apple-Chef Steve Jobs geradezu in den Himmel gelobt. Als der erkrankte Jobs eine Auszeit nahm, stürzte der Apple-Kurs in den Keller. Als der Manager nach einer Lebertransplantation zurück auf die Kommandobrücke kehrte, da applaudierte die Börse. Milliarden von Dollar ist die Computerfirma nun wieder mehr wert. Auch gute Manager können gravierende Fehlentscheidungen treffen. Immer kürzer werden ohnehin die Verweilzeiten von Vorständen.
Apple bringt abenteuerliche 122 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage. Selbst wenn Sie die rund 20 Milliarden Dollar Nettoliquidität abziehen, verbleibt ein Enterprise Value von knapp 100 Milliarden Dollar. Ein Wahnsinnspreis, schließlich setzt Apple nur 32 Milliarden Dollar um. Insofern billigt die Börse den dreifachen Umsatz zu. Das Kursgewinnverhältnis teure 25. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt absurde fünf. Keine Frage, Apple ist ein hervorragendes Unternehmen, die Börse gewährt aber schlicht und ergreifend zu viele Vorschußlorbeeren. Sollte Steve Jobs erneut erkranken, was hoffentlich nicht geschieht, müssten Sie mit einem heftigen Kurssturz rechnen.


tim schaefer (Author)

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