Dollar im Sturzflug! Was tun? Aktien kaufen oder Urlaub machen


New York, 4. November 2010

Jetzt startet der Euro-Kurs wieder durch. Die europäische Gemeinschaftswährung steht wohl kurz vor dem Überwinden der 1,42 US-Dollar-Marke. Der US-Dollar, seit 1785 Landeswährung der USA, war einst das Bollwerk gegen den Kommunismus. Es war die bedeutendste Reserve- und Handelswährung der Welt. Nahezu alle wichtigen Geschäfte wickelten Konzerne rund um den Globus in Dollar ab. Seit der Einführung des Euro 1999 schrumpft zwar der Einfluss des Greenbacks. Doch ganz abschreiben würde ich ihn nicht. Die Währungen befinden sich doch seit jeher in langfristigen Zyklen. Nun hat eben der Euro seinen Höhenflug, deshalb muss man aber nicht gleich vom Untergang des Dollars reden. Diese Untergangszenarien gibt es, seitdem es den Dollar gibt. Hier haben Sie ein schönes Beispiel! Ich glaube fest an die Rückkehr der amerikanischen Leitwährung. Ohnehin halte ich nicht viel vom Herdentrieb. Jetzt rennt die Meute aus dem Dollar raus. Mag sein, dass das Fluchtverhalten noch eine Zeitlang dauern kann. Vielleicht sogar ein oder zwei Jahre. Wenn der Euro in Richtung 1,50 und 1,60 Dollar marschieren sollte, kaufe ich wieder verstärkt US-Aktien. Der Dollar erreichte im Juli 2008 seinen historischen Tiefststand bei einem Kurs von 1,60 Dollar für einen Euro. Wem amerikanische Wertpapiere nicht zusagen, sollte zumindest einen Urlaub in den USA in Erwägung ziehen. Denn so günstig kommen Sie angesichts des starken Euros selten weg.
Spätestens wenn Ben Bernanke die Zinszügel wieder anzieht, kann sich das Blatt wenden. Derzeit will die FED mit aller Macht, die Konjunktur in Schwung bringen und die hohe Arbeitslosigkeit bekämpfen. Dafür nimmt Washington die Schwäche des Dollars gerne in Kauf. Zumal es ja nicht nur zum Schaden der USA ist. Denken Sie nur an die großen Exporteure wie den Baumaschinenhersteller CAT oder Sport-Koloss Nike. Das freut sicherlich den ein oder anderen in den Vorstandsetagen. Nicht zu vergessen kann der Tourismus wieder aufblühen.
Egal, um was es sich eigentlich handelt, rate ich Ihnen grundsätzlich aufzupassen, wenn die Herde wie im Rausch in eine Richtung rennt und nur zertrampelte Erde hinterlässt. Das endet meist nicht gut. Oft entsteht eine Blase. Platzen dann die Blütenträume, ist der Jammer groß. Ich schwimme gerne gegen den Strom und suche regelrecht diese zertrampelte Erde. Wer wie ich am liebsten in tief gefallene Aktien investiert, dem rate ich noch eines: Passen Sie auf, dass sich Ihre favorisierte Aktie nicht im Sturzflug befindet. Ich warte meist ab, bis sich ein langer, hartnäckiger Boden im Kurschart ausgebildet hat. Dann ist die Gefahr eines weiteren Kurssturzes geringer. Wenn die Bodenbildung um die sechs Monate gedauert hat, dürfte dies eine ausreichende Wartephase für einen Einstieg sein. Derzeit halte ich Restaurantaktien, Banken, Einzelhändler und Hausbauer für besonders interessant. Diese Aktien haben sich im Allgemeinen noch nicht so stark wie andere Sektoren (Stichwort Technologie und Software) erholt. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse!
Übrigens nutzt die Industrie den menschlichen Herdendrang aus. Wir sind alle gewohnt uns an anderen zu orientieren. Wir schauen, welche Kleidung unsere Nachbarn, Freunde, Kollegen und Bekannte tragen, was sie essen, wohin sie in den Urlaub fahren, welches Auto sie fahren. Gerne kopieren wir dann diesen Personenkreis. Auch orientieren sich die Menschen gerne an Promis. Daher greift die Werbeindustrie auf Leute wie Thomas Gottschalk zurück. Mehr zu diesem Werbe-Phänomen mit den Super-Promis finden Sie hier.


tim schaefer (Author)

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