Dividenden machen reich


New York, 20. April 2011

Gerade junge Börsianer glauben, dass Dividenden nur was für Oma und Opa sind. Als langweilig und öde werden solche Papiere abgestempelt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Wer grundsolide Dividendenzahler kauft, der legt den Grundstock für eine phänomenale Performance. Seit dem Jahr 1927 entfiel rund 40 Prozent der Gesamtperformance des S&P-500-Indexes auf die Dividende. Etwa 60 Prozent geht auf die Kurssteigerungen zurück. Insofern speist sich fast die Hälfte der Gesamtrendite aus den regelmäßigen Ausschüttungen. Das sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie Aktien kaufen. Ideal ist es demzufolge ein Depot aufzubauen, das ausschließlich aus Dividendentiteln besteht. So besitzen Sie schlichtweg eine hohe Substanz. Wenn Sie in das Aktiendepot von Warren Buffett schauen, finden Sie bis auf wenige Ausnahmen nur Dividenden-Titel. Im Endeffekt ist diese Strategie unbestritten eine der besten. Es gibt hunderte von Studien, die dieser Anlagephilosophie einen klaren Vorteil bescheinigen.

Ein Freund aus Studienzeiten besuchte mich kürzlich in New York. Er war ein Zimmernachbar in einem der Erdhügelhäuser an der Uni Hohenheim in Stuttgart. Wir hatten eine schöne Zeit in diesen Öko-Häusern. Acht Studenten waren auf einer Etage untergebracht, alle mussten sich eine Küche teilen. Bei seinem Besuch in den USA erzählte er mir von seiner Familie. Der ehemalige Kommilitone berichtete, dass er einen beeindruckenden Finanzstock für seine beiden Kinder aufgebaut hat. Eine simple Strategie half ihm: Für die Kinder hat er jeweils ein Depot bei der Geburt eröffnet. Er legte das Kindergeld von der ersten Zahlung an direkt in solide Dividenden-Aktien an. Die Söhne sind vier beziehungsweise sechs Jahre alt, sie haben zusammen schon 28.000 Euro angespart. Er will die Depots der Dreikäsehochs immer weiter ausbauen. Was Besseres kann dem Nachwuchs gar nicht passieren. Je früher Sie mit dem Aktiensparen anfangen, desto besser.

Meine Blogleser beklagen sich immer wieder, dass die Value-Strategie verdammt schwierig ist umzusetzen. Ich teile diese Ansicht nicht. Wenn Sie einen Blick in den DAX, MDAX, Dow Jones oder S&P 500 werfen, dann finden Sie zahlreiche solide Dividendenpapiere. Ich achte bei der Auswahl solcher Aktien darauf, dass die Ausschüttung regelmäßig, sprich auf Sicht der zurückliegenden drei oder fünf Jahre, floß. Ideal ist es natürlich, wenn die Zahlung konstant hoch bleibt beziehungsweise (leicht) steigt. Hinter der Dividende steckt extrem viel Aussagekraft. Es ist ein Synonym für Substanz. Sie müssen wissen, dass der Vorstand beim Gewinnausweis allerlei Möglichkeiten hat die Höhe des Ergebnisses in die eine oder andere Richtung zu drehen. Es besteht jede Menge Interpretationsspielraum. Aber wenn eine Firma regelmäßig eine Dividende überweist, ist das eine reelle Auszahlung von Bargeld. Mit anderen Worten muss die Gesellschaft das Geld auch haben und entsprechend verdienen. Über eine solide Dividende können Sie auf eine hohe Qualität der Produkte und der Führungsspitze schließen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Dividenden machen reich

  1. tim schaefertim schaefer

    Von meinem Studienkollegen erhielt ich eine Email bezüglich meines Blogeintrags: „Hi Tim, guter Blogbeitrag. Übrigens: Kindergeld in Deutschland derzeit 184 Euro pro Kind. Momentan habe ich für die Kinder zusammen 28 T€ angelegt. Beim Kindergeld ist das so, dass man die 184 Euro immer bekommt. Dies ist quasi eine Steuerrückerstattung, die monatlich gezahlt wird. Bei hohem Einkommen wirkt sich jedoch der Kinderfreibeträg durch die Steuerprogression stärker aus, so dass im Effekt das Kindergeld steigt.
    Viele Grüße…

  2. Hubsen

    Hallo Tim,

    die Blogleser die sich mit der Umsetzung der Value-Strategie schwer tun haben gar nicht so unrecht, wenn sie Aktien-EINZEL-Investments ansteuern und nicht die Infos und das Marktwissen von W. Buffet zur Verfügung haben, der in etwa nach folgenden Kriterien auswählt und natürlich auch den dafür nötigen Infozugang hat:
    http://alfafox.info/aktien-checkliste.htm

    Bezüglich Aktien-Einzelinvestments stehen in folgender Börsenbriefwerbung im Link unten einige doch sehr zutreffende Aussagen, die kein Buy & Hold & Sleep nahelegen (ohne dass ich dieses oder prinzipiell solche Abos empfehlen möchte!! -> da ja wieder mit Kosten verbunden, welche es ja zu minimieren gilt):

    http://www.bracks-millionendepot.de/mailing_bmd_02_2009.html

    Andererseits breit gestreut ist die Value-Investition mit passenden Fonds oder gleich mit Buffet´s berkshire hathaway-Aktie relativ einfach zu erreichen.
    siehe auch:
    http://alfafox.info/aktien-index-fonds.htm

    Z.B. mit (jahres-)kostengünstigen Aktienindexfonds (ETF-Fonds)ohne Ausgabeaufschlag (dafür aber geringfügiger Spread)ODER mit herkömmlichen Value-Divdidendenstrategiefonds mit zumeist um die 2% TER (= jährliche Fondsgesamtkosten)UND mit Ausgabeaufschlägen so um die 5% herum (bei Onlinebanken aber meist nur halb so hohe Einstiegskosten).

    Als bloße exemplarische Anregung folgender Fonds-Vergleich:

    http://www.fondsweb.de/fondsvergleich/DE0009848119-LU0159550150-DE0009767418-LU0292096186

    Hinweis dazu:
    ETFs gibts leider noch nicht solange -> z.B. für einen 10 Jahre Performance-Vergleich.

    Und jeden dieser Fonds kann man gesondert auswählen und in den downloadbaren (Halb-)Jahresberichten nachlesen in welche Aktien dieser investiert ist und dabei auch mit der PDF-Suchfunktion die aktuellen „TER“ = Fondsjahreskosten herausfinden.

    Wie immer nur eine Anregung – es sei jedem empfohlen selbst sich seine Gedanken u machen und vielleicht auch mal nachzu“googeln“ unter „Valuestrategie(fonds)“; „Dividenenstrategie(fonds)“

    Dividenden-Stratgie-Zertifikate ginge natürlich auch noch …aber da gibt´s, im Unterschied zum Fond, ein Emittentenrisiko (die ausgebende Bank) und leider auch nicht immer transparente Kostenstrukturen.

    Beste Grüße nach N.Y. und ein frohes Osterfest an Sie und Ihre Leser!

    Hubsen

  3. Jan

    Hallo Tim,
    ich denke auch, dass diese Art des Investirerens verkannt wird. Wichtig ist es nicht zu verwechseln mit der reinen Suche nach hohen Dividenden, da dort oft die Gefahr der Substanzausschüttung lauert.

  4. Stefan

    Hallo Tim,

    der S&P 500 ist laut Wikipedia ein reiner Kursindex, das heißt doch dass die Gewinnde sprich Dividenden nicht mit einberechnet werden. Oder habe ich da was falsch verstanden?

     

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Hallo Stefan,

    mir ging es im Blog-Beitrag darum, dass die Gesamtrendite einer Aktie zu einem Gutteil von der Dividende abhängt. Und nicht nur der Kursanstieg eine Rolle spielt.

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