Diese Amis (mit Fotos) sind privat bis zur Halskrause verschuldet


New York, 19. Juni 2015
Die Schuldenmacher. Amerikaner in einer Hotellobby in San Diego (Kalifornien).

Die Schuldenmacher. Auf meinem Foto sehen Sie Amerikaner in einer Hotellobby in San Diego (Kalifornien). Übermässiger Konsum ist ein Grund für Privatinsolvenzen. Daneben gibt es andere wie Scheidung, Krankheit, Jobverlust.

Immer mehr Menschen geraten in die Schuldenfalle. Scheidung. Unfall. Krankheit. Jobverlust. Das sind Gründe für eine Überschuldung. Die Wohlfahrtsverbände schlagen in Deutschland Alarm, weil sich das Problem verschärft.

Ich sehe ein weiteres Problem: Es ist heutzutage im Handumdrehen möglich einen Ratenkredit zu bekommen. Für eine neue Couch, Küche oder einen Urlaub. Konsumenten merken zuweilen nicht, wie schnell ihnen die Schulden über den Kopf wachsen.

Mein Credo ist: Konsumschulden kommen bei mir nicht in die Tüte. Grundsätzlich nicht. Was ich mir nicht leisten kann, kaufe ich nicht. So einfach ist das. Jedenfalls für mich.

Nicht immer sind Menschen natürlich selbst an ihrer Überschuldung schuld. Externe Faktoren können eine Rolle spielen. Es gibt sehr traurige Härtefälle. Ein Fehler oder Unglück – und schon kann das finanzielle Desaster Menschen heimsuchen.

Ich finde beeindruckend, was Brittany Powell macht. Die in San Francisco lebende Fotografin meldete 2012 Privatinsolvenz an. Was war der Grund für Ihren Schuldenberg? Die Freiberuflerin hatte nicht genug Aufträge. Sie hat ein Projekt gestartet: Sie fotografiert Menschen in Ihrem Zuhause, die unter einer drückenden Schuldenlast leiden. Auf diesem Link sind die Menschen des „Schulden-Projekts“ mit ihren hohen Schulden einzeln zu betrachten. Mich wühlt das auf.

Fazit: Seien Sie extrem vorsichtig im Umgang mit Schulden. Sie können sehr brisant werden. Und Leben bzw. Seelen zerstören.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Diese Amis (mit Fotos) sind privat bis zur Halskrause verschuldet

  1. Claudius

    Solche Schicksale sind nicht schön aber Ich habe kein Verständnis für diese Mentalität. In meinem Kopf steht nämlich der Grundsatz „Wenn Ich mir etwas nicht leisten kann, dann kann Ich es mir nicht kaufen“. Aber viele scheinen das Risiko eines Kredits gerne einzugehen. Und dann auch noch für so banale Dinge wie einen schon bald wieder vergessenen Urlaub oder ein neues Sofa.

    Man muss wirklich vorsichtig sein und langfristig planen wenn es um Kredite geht.

    Gruß,

     

    Claudius

  2. Ric

    Natürlich kann man auch ohne eigenes Verschulden in die Schuldenfalle tappen, aber ich denke in 90% der Fälle liegt die Ursache darin, dass viele Menschen einfach den Umgang mit Geld nicht gelernt haben. Woher denn auch? In der Schule? Fehlanzeige! Von den Eltern? Die machen es oft nicht besser!

    Ich sehe das bei Bekannten und Arbeitskollegen. Viele wollen unbedingt ein neues Auto, ein gebrauchtes kommt da nicht in die Tüte. Sobald das neue iPhone raus ist muss es bestellt werden.

    Dadurch das die meisten Menschen so leben, herrscht ein gewisser Gruppenzwang. Man ist nur angesehen, wenn man dort mitspielt.

    Ich selbst lebe zwar keine Konsumverweigerung, aber ich versuche meinen Konsum zu beschränken und Anschaffungen (wenn nicht unbedingt notwendig) auf die lange Bank zu schieben.

    Gruß

    Ric

  3. Couponschneider

    Wenn man die Bilder durchklickt, könnte man auf die Idee kommen, Gitarren seien ein Armutsrisiko. 🙂

     

    Aber was man noch sieht: Da sieht auch einige junge adrette Menschen dabei, wahrscheinlich mit guter Ausbildung und nicht klassische Hartz-IV-Klientel.

  4. GertGert

    @ ZaVodou

    Das ist wirklich heftig. Da kommt mir plötzlich alles andere so klein und lächerlich vor.

  5. wirtschaftswaisewirtschaftswaise

    Ich hatte ähnliche Gedanken wie couponschneider. Viele der Bilder wirken ‚beunruhigend normal‘. Erschreckend, hinter welch alltäglicher Fassade die Schicksale verborgen sind. Manche der Fotos könnten für schicke Reportagen mit anderen, unverfänglichen Themen gemacht worden sein…

  6. Stefan

    Die Jammerlappen sollen sich nicht so anstellen. Jeder ist seines Glückes Schmied und jeder kann und sollte Geld sparen. Konsum ist nur was für Dumme. Hätten die mal lieber etwas Anständiges gelernt. Schönes Leben für leistungsstarke Bürger. Capitalism rules.

     

  7. ZaVodou

    „Hätten die mal lieber etwas Anständiges gelernt“

    Das ist ja das Dilemma. Vor allem auch in den USA. Wer an die gutbezahlten Jobs will braucht einen guten Universitätsabschluß. Und die Uni kostet – wie in vielen anderen Ländern auch – Geld, so dass viele Uniabsolventen erst mal auf einem Berg Schulden sitzen.

    Nicht sehr ermutigend für viele junge Menschen ihr Berufsleben erst mal mit einem Berg Schulden beginnen zu müssen.

    Auf den Rest gehe ich lieber nicht ein.

  8. Markus

    Ob ein System jetzt gerecht/ungerecht, korrupt oder für die Allgemeinheit ist… darüber lassen sich ganze Bücher/Bibliotheken mit Vor- und Nachteilen füllen (manchmal sachlich, manchmal mit persönlicher Note des Autors).

    Diejenigen, die davon profitieren werden es in der Mehrzahl verteidigen.

    Dasselbe ist es bei der eigenen Meinung, die bei manchen wie Beton im Kopf verfestigt zu sein scheint.

  9. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @ZaVodou,

    ich halte die Bemerkung des Stefan für gezielten Zynismus, bzw. gezielte Kritik an der (hier oft vertretenen) Kapitalismusverherrlichung. Ich habe mich mit Systemkritik auch schon oft unbeliebt gemacht. Es ist eben nicht so, dass alle die gleichen Chancen haben, wie Dein Video ja beispielhaft klar macht. Es hat auch in unserer westlichen Welt nicht jeder die Chance, von seinem Einkommen Aktien zu kaufen. So wird ja gern hier getan wird.

    Bei uns (in der sogenannten 1. Welt) ist es nur (noch) nicht so offensichtlich. Es wird mit Hartz usw. zugedeckt, weil man es noch kann.

    Ich sehe aber eine zunehmende Verelendung auch auf uns zukommen, wenn es keine Änderungen im System gibt. Diese wird derzeit noch mit Hinweis auf den gescheiterten Sozialismus abgetan. Es wird aber eine andere Verteilung von Gewinnen (Vergesellschaftung), oder Verlagerung von Eigentum an Produktivkapital (eben nicht nur an gut Gestellte, die sich Aktien leisten können) geben müssen. Oder es gibt eben eine komplette Umwälzung.

    Der Kulturschock steht ja erst noch aus, wenn die allermeisten Jobs in den nächsten Jahrzehnten wegfallen werden. Da geht es nicht mehr nur um Staubsaug-Roboter oder Kaffee kochen. Es wird gar nicht ohne Systemänderung gehen können.

    In Japan sind Roboter schon normale „Kollegen“ an Fließbändern. Gestern kam eine interessante Arte Sendung. Es ging beispielsweise die Rechnung um, dass 1 Fertigungsrobot ca. 45.000 EUR kostete, sich somit in einem Jahresgehalt nach einem Jahr abgeschrieben hat, und dann nur noch 30 EUR Strom kostet.

    Na ja, Europa hat eine gewisse soziale Tradition. Ich denke nicht, dass wir alle im Müll wühlen werden, aber wir werden uns warm anziehen müssen.

    Schönen Tag

    MS

     

  10. Robert Michel

    Es ist eigentlich nicht verwunderlich, dass eher Leute aus der Mittelschicht von Überschuldung betroffen sind. Das Harz4-Klientel ist von vornerein nicht Kreditwürdig, selbst in den USA nicht.

    Es muss am eingebauten Pessimismus der Menschen liegen für die Zukunft immer das Schlimmste zu erwarten. Historisch ist das jedenfalls nicht haltbar. Seit dem wir den Kapitalismus haben geht das Elend immer mehr zurück. Es gab auf der Welt noch nie weniger Elend als in diesem Jahrzehnt. Ironischerweise Dank Globalisierung und Automation.

  11. Felix

    Weltweit gilt, in Deutschland sowie so, die Lebenserwartung steigt seit der Industrialsiserung kontinuierlich, die Kindersterblichkeit sinkt im entsprechenden Maße. Deshalb kann das „ironisch“ vor dem Dank an Globalisierung und Automation durchaus weggelassen werden.

    Noch vor 70 Jahren haben die meisten Leute in der Landwirtschaft gearbeitet, täglich von früh bis spät. Damit sind die Menschen gerade so über die Runden gekommen, im Schweiße ihres Angesichts. Dank technischen Fortschritts (Automation) und Handel (Globalisierung) ernähren heute etwa 5 % der Beschäftigten die Bevölkerung weit müheloser als frührer, zudem hat sich das Angebot, wie ein Gang durch jeden Supermarkt zeigt, expolsionsartig ausgeweitet.

    Wie gut doch der Kapitalismus funktioniert. Natürlich hat er Schattenseiten. Man muss sich anstrengen; (Fort-)Bildung, eigenverantwortlich an seiner Qualifikation arbeiten, im Wettbewerb bestehen. Viele wollen, einige können das nicht. Nur letztere sollten unterstützt werden.

    Nie gab es in Deutschland mehr soziale Transferleistungen, mit dem Ergebnis, dass es angeblich immer zu wenig ist. Es hat sich eine Bedüftigkeitsindustrie entabliert, mMn die mächtigste Lobby in D. AWO, VdK, Kirchen und wie sie alle heißen verdienen prächtig daran. Die Tafeln werden immer mehr. Warum sollte ich auch selber kochen, wenn es andere für mich machen? Die Rentner werden angeblich immer ärmer (dabei kann sich keine Partei leisten, sie zu verärgern; siehe Mütterrente, Rente mit 63). In Wirklichkeit hatten die Rentnerhaushalte noch nie soviel wie jetzt (im Schnitt).

    Insgesamt hat sich in Deutschland eine Vollkaskomentalität breit gemacht, die dazu führt, dass ständig mehr vom Staat verlangt wird. Also die Umkehrung des berühmten Kennedy-Zitates. Das lähmt das Land. Wie in Frankreich ist es ein Erfolg, wenn man nach der Uni einen Job beim Staat bekommt und nicht, wenn man ein Start-up gründet. Deshalb ist Europa und bald auch Deutschland auf dem absteigenden Ast.

    Die neue griechische Regierung, so scheint es zumindest, interessiert sich gar nicht dafür, wie sie das Land wieder wettbewerbs- und leistungsfähiger machen kann; nein, man ist rund um die Uhr damit beschäftigt, von welchen Geldgeber man möglichst ohne Gegenleistung Kohle bekommen kann. Das ist die Mentalität die Europa runiert. Kein Interesse das nächste Google an den Start zu bringen. Es ist viel bequemer, auf Kosten anderer Leute zu leben.

  12. Markus

    @Robert

    Der Pessimismus ist durch die Evolution und der Vermutung des nächsten „Säbelzahntigers“ um die Ecke in den Genen der „Überlebenden“ ein wenig mit drin…

    @Felix

    Größtenteils stimme ich mit Dir ein.

    Nur ist es eben aus der deutschen Brille bzw. der Brille, die man lebenslang aufsetzt und die einen zu der aktuellen Persönlichkeit werden lässt.

    Trotzdem herrscht keine exakte Chancengleichheit selbst in einem Industrieland wie Deutschland wo z. B. deutlich mehr Akademiker-Kinder studieren und sich wieder die besseren Job`s krallen. Es sind oft vielmehr die Vorbildfunktionen der Eltern, deren Gewohnheiten, des allgemeinen Umfeldes und anderer sozialer Kriterien als eine Sache der „reinen“ Intelligenz. Da widersprechen renommierte Intelligenzforscher den pauschalen aber gut verkaufbaren Aussagen Sarrazins.

    Wenn man als Kind auf so einer Müllhalde geboren wird… wenn man als Kind in einem 3. Welt-Land geboren wird… selbst wenn man als Kind von Hartz-4 Empfänger geboren wird…. es ist verdammt schwierig diese Bürden, die man nur durch pures Glück/Unglück aufgehalst bekommt, jemals umzumünzen und ohne jegliche Hilfe dies hinter sich zu lassen um ein Unternehmer zu werden…

    Es ist trotz predigen von Leistung extremst schwierig eine kindliche Erziehung rückgängig zu machen bzw. abzuändern.

    Das wird bei aller Lobhudelei auf den Kapitalismus (wie gerecht & ungerecht er ist füllt wie gesagt Bücher) sehr gerne vergessen.

    Auch dass manchmal im Leben einfach auch nur der Zufall sehr entscheidend sein kann, ist für mache schwer akzeptierbar.

  13. Stefan

    Kann man dieses Dreckpack nicht einfach abschieben?

    Ach ne, halt…von den Schuldnern leben ja die Banken & für die tun wir ja alles bis hin zur Griechenlandrettung.

  14. Felix

    @ Markus

    Dass der Zufall eine große Rolle im Leben spielt, bezweifle ich keine Sekunde. Es gibt Kinder, die an Leukämie sterben, ziemlich unabhängig von Erziehung, Elterhaus etc.

    Und in der Tat: Der Kapitalismus ist nicht gerecht, genausowenig wie die Natur (s.o.). Genau genommen kennt die Natur überhaupt keinen Gerechtigkeitsbegriff. Wenn eine Lawine abgeht, ein Vulkan ausbricht, dann fragt die Natur nicht danach, ob die Opfer reich, arm, hetro oder auch nur muslimisch, christlich, mit/ohne Kinder sind. Sie geschieht einfach und kennt weder Gut noch Böse. Das sind rein menschliche Kategorieren.

    Was den Kapitalismus anbelangt, so ist er einfach das effektivste, also beste System, um unsere materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. Jedenfalls kennen wir empirisch kein besseres, nur theoretische in manchen Hirnen.

    Wie man nun die aufkommende Ungleichheiten, die im Kapitalismus systemimanent sind, ist eine diffizile politische Aufgabe. Schafft man zu viele Fehlanreize, so dass sich Leistung und Risikobereitschaft nicht mehr Lohnen, dann ist eben für viele die soziale Hängematte ein angenehmer Ort. Meiner Meinung nach ist D auf den Weg in diese Richtung. Aber darüber kann man trefflich streiten.

  15. Philipp

    Man darf nie vergessen, wie gut Wir es haben. Am meisten tuen mit die Kinder leid die in schlechten Verhältnissen aufwachsen. Sie haben es meist viel schwerer zu Reichtum zu kommen. Aber man sollte nie vergessen das man eine Wahl hat.

    LG

    Philipp

  16. AlexanderAlexander

    Wird immer lustiger, diese Woche habe ich eine Zeitungsanzeige von einem Ärzteteam gesehen. Neue Boops für schlappe 2.999,- €. Das ganze bequem in Monatsraten zu 74 € incl. Rundumsorglospaket zu finanzieren. Nach 48 Monaten (4 Jahre und über 8% Zinsen) hat man auch schon abbezahlt. Nun bin ich männlichen Geschlechts, aber das mit der Fettabsaugung und Bauchdeckenstraffung…… 😉

  17. Markus

    @Felix

    Ja, wir kennen aktuell kein System, dass besser unsere materiellen Wünsche befriedigt.

    Ob es alleinig der deutsche Staat ist, der die falschen Anreize setzt, darüber lässt sich natürlich unendlich diskutieren.

    Ich habe eher den Eindruck, dass z. B. Lohndumping eher mit dem globalen Wettbewerb / Kapitalismus zusammenhängt. Wenn man nur als Beispiel das mexikanisch/amerikanische Freihandelsabkommen zum Thema gut bezahlte Autoindustrie ehemals „Detroit“ heranzieht…

    Die wenigen, die noch in Detroit arbeiten sind auf demselben Lohnniveau wie vor 18 Jahren auf die Stunde (sprich nominell/vor Inflation). Die meisten Jobs sind jetzt in Mexiko. Die Mehrheit der Mexikaner ist aber nicht sehr glücklich darüber, da sie auch gar nicht so toll bezahlt werden… Man könnte auch sagen, die amerikanische Autoindustrie war nicht konkurrenzfähig…

    Einerseits wird über den Staat gemotzt, er solle sich raushalten, andererseits ist er dann wieder der willkommene Retter wenn es brenzlig wird. Auch nur über die Definition und Auslegung von Wörtern wie Demut oder Staat entstehen schon riesige Diskussionen.

    Der Kapitalismus hat eine zerstörerische Kraft, die diejenigen, die nicht billiger oder die qualitativ hochwertigeren Produkte herstellen, bestraft. Anscheinend entsteht aber genau dadurch ein gesamtwirtschaftlicher Gewinn, weil die „Überlebenden“ sich mehr und besser für Ihre Kunden angestrengt haben.

    Allerdings bekommt man den Eindruck, dass der Gewinn immer ungleichmäßiger und ungerechter verteilt wird (siehe Real-Lohnentwicklung der Mittelschicht in den Industrieländern vs. der Top-Verdiener oder das Verhältnis der Managergehälter zur Belegschaft früher und heute).

    Oder aber es ist der Kampf Industrieländer gegen die emerging-markets, die auch was vom Kuchen abhaben wollen.

    Sehr wahrscheinlich ist es aber nicht nur eine einzige Ursache, die alles erklärt, obwohl Menschen genau diese Begründung lieben.

  18. StefanStefan

    Muss leider schon wieder klarstellen, dass der oben schreibende „Stefan“ nicht ich bin. Seine Aussagen sind menschenverachtend.

    Prinzipiell glaube ich schon, dass in Deutschland jeder die Chance hätte etwas aus seinem Leben zu machen. Mein Vater war auf der „Mittelschule“. Nach Lehre beim Finanzamt ist er auf die Abendschule und hat mühsam sein Abitur nachgeholt. Das hat vier oder fünf Jahre gedauert. Gearbeitet hat er in der Zeit natürlich voll. Danach ist er auf die Uni Mannheim, hat BWL studiert und ist heute Steuerberater. Als einziger seiner vier Geschwister hat er Abi gemacht.

    Fazit: wenn man will und bereit ist den Preis dafür zu bezahlen ist vieles möglich. Während andere abends Party gemacht haben und soffen hat er sich in die Schule gesetzt.

    Ich sehe im Kindergarten meines Sohnes wie unterschiedlich die Kinder gefördert werden. Trotz garantiert gleicher Intelligenz sieht man schon Unterschiede in der Ausdrucksfähigkeit, der Konzentrationsfähigkeit und in der Sozialkompetenz. Da fallen eben die Kinder negativ auf die zu Hause vor der Glotze und der Playsation sitzen. Und das mit fünf Jahren. Leider sind auch schon etliche Trennungskinder. Auch das tut den Kindern natürlich nicht gut. Von daher hätte eben leider nur theoretisch jeder die gleichen Chancen. Die Defizite aus frühester Kindheit lassen sich quasi nicht mehr aufholen. Das setzt sich in der Schule dann fort. An diesen Kindern wird sich finde ich versündigt.

  19. willihope

    @Markus

    Lohndumping hängt nicht unmittelbar mit dem Kaitalismus zusammen, die meisten EU-Länder haben kein Lohndumping gemacht die letzten 2 Jahrzente, nur 2 Idiotenländer haben das betrieben, eines davon sieht sich jetzt als Erfolgsmodell welchem die anderen nacheifern sollen.

    Ohne deutschem Lohndumping hätten nicht nur die Südländer keine Probleme sondern auch der Norden.

    Es ist eben ein Problem wenn du in der selben Währung plötzlich um 30% zu teuer bist.

     

     

    beggar your neighbor ist das Stichwort.

  20. Oliver

    Ich bin etwas über die Antworten überrascht, weil keiner eingeht, warum diese Leute so tief in den Schulden stecken. Die USA scheinen ein massives Problem bei den Kosten für die höherwertige Ausbildung zu haben. Sehr viele haben große Schulden aufgrund von irgendwelchen Abschlüssen. Das finde ich furchterregend, da ich sicher nach dem Ende der Ausbildung nicht überschuldet starten möchte. Wenn man sich mit den Menschen dort etwas beschäftigt, dann haben sehr viele Leute dort hohe Schulden aufgrund der Ausbildung. Solange man danach eine Arbeit bekommt, kann man diese Dinge abbezahlen, auch wenn es viele Jahre dauert. Einige waren auch dabei mit den üblichen Fehlern, sprich den Klassikern: Haus, Auto, Handy, mal ein bisschen was erleben durch Urlaub und Party.

    Ich habe früher Bankkaufmann gelernt und natürlich bekommt man sehr gut mit, wer so alles aus welchen Gründen in die Schuldenfalle gerät. Das kann übrigens jedem von uns passieren, auch wenn hier einige den klugen (nein bescheuerten) Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmid“ ablassen. Die krassen Sachen mit den hohen Schulden sind fast immer Insolvenz des eigenen Unternehmens, Scheidung, Arbeitslosigkeit mit dem ganzen Standard, den man so gewohnt ist. Das sind meistens die Leute, die die wirklich armen Teufel sind , da die diese ganzen Sorgen vorher nicht gewohnt sind. Die Leute, die wirklich arm sind und da auch nie rauskommen, werden fast nie 100.000 € Schulden anhäufen. Die haben schon massive Sorgen bei 2 – 3.000 €. Es gibt in der Gruppe genügend, die schon für 5.000 – 10.000 € private Insolvenz anmelden und wo sich am Lebensstil nichts ändert.

    Wenn man sich die Bilder und vor allem die Briefe anschaut, dann möchte man nicht unbedingt in diese Situation kommen. Gerade einzelne schildern, dass sie ständig in Gedanken an ihren Schulden sind. Es gibt ein Phänomen, dass recht interessant ist: Leute entwickeln eine Angst, zum Briefkasten zu gehen, weil da nur schlechte Nachrichten lauern, die sie wieder ins grübeln bringen. Ich hoffe für niemanden, dass er in eine solche Situation gerät. Aber es sind doch verdammt viele, die es erwischt. Jeder, der Geld zur Seite legen kann, um sich Aktien, Immobilien was immer kaufen kann, sollte sehr dankbar für seine Situation sein und etwas Demut entwickeln, weil es auch ganz anders laufen könnte. Sehr interessante Webseite übrigens.

     

  21. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Oliver

    Das stimmt. In den USA sind die Unis teilweise sehr teuer. Studenten nehmen zuweilen 100.000 Dollar (oder mehr) an Krediten auf. Das kann zu einer großen Belastung werden.

    In Deutschland sind 10% der Bevölkerung überschuldet. Manchmal ist das Problem selbstverschuldet, manchmal nicht:

    http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article134057480/Kaufrausch-auf-Pump-stuerzt-Deutsche-in-den-Ruin.html

    Mein Rat: Menschen sollten nach Möglichkeit Schulden jeder Art meiden. Dann ist schon viel erreicht.

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