Die Welt nach Gaddafi: Wer ist der nächste Diktator der fällt?


New York, 27. Februar 2011

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Endlich geht ein weiterer Despot unter. Muammar al-Gaddafi ist am Ende. Insgesamt können wir uns darüber freuen, dass es weltweit aufwärts geht. All die Untergangspropheten liegen daneben: Die Armut nimmt rund um den Globus ab. Selbst in Afrika wird die Lage alles in allem besser. Im Nahen Osten, in China, Indien und anderen Ländern geht es endlich aufwärts. Die Menschen sind hungrig geworden: Sie wollen frei sein, sich entfalten können, sie streben nach Demokratie, Selbstverwirklichung, Bildung, Geld und ein Stück weit wollen sie den Kapitalismus. Wer seine Bevölkerung unterdrückt, wird aus dem Amt gejagt. Selbst in China scheint das Regime nun ängstlich geworden zu sein. Ich würde mir wünschen, dass weitere Unterdrückungsstaaten wie der Iran oder Nordkorea den weitgehend friedlichen Aufständen in Tunesien und Ägypten folgen. Die Regierungen sind für uns, das Volk, da und nicht die Menschen für die Herrscher. Die Karikatur hat Roger Schmidt gezeichnet. Titel: Die Ratten des Gaddafi!
Hoffen wir alle auf eine bessere Welt. Im Grunde muss die Forbes-Redaktion die Reichen-Liste überarbeiten. An der Spitze hätten all die Jahre lang Leute wie Mubarak und Gadaffi stehen müssen. Wenn das stimmt, was die Medien behaupten, dann überragen die Despoten mit ihren geraubten Milliarden alle bekannten Superreichen (Bill Gates, Warren Buffett…) um Längen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Die Welt nach Gaddafi: Wer ist der nächste Diktator der fällt?

  1. Matthäus Piksa

    Sie haben recht! Außen- und sicherheitspolitisch geht es derzeit heiß her.

    Und zu der Forbes-Liste: Vielleicht wollte die verantwortliche Redaktion die (vermeintlich) superreichen Diktatoren dieser Welt durch einen Listenplatz nicht auch noch zusätzlich aufwerten und deren Machtregime dadurch ein stückweit verharmlosen?!?

    Es bleibt spannend! Auch im Hinblick auf den Ölpreis.

    Auch ich habe Ihnen bei dem Blog-Wettbewerb meine Stimme gegeben und drücke Ihnen die Daumen.

  2. tim schaefertim schaefer

    Danke Matthäus für Ihre Stimme. Super! Mit der Forbes-Liste ist schon komisch. Ich vermute mal, dass die Redakteure bei Forbes es nicht ahnten, dass die Diktatoren so viel Geld auf die Seite geschafft haben. Wenn das bekannt gewesen wäre, hätte sicherlich nicht die USA und andere Länder Milliardensummen transferiert. Die Entwicklungshilfe landete wohl indirekt auf Gaddafis und Mubaraks Konten … Die Familien besitzen rund um den Globus Immobilien und Firmen. Der Wahnsinn.

  3. tim schaefertim schaefer

    Gute Links. Danke. Am besten fand ich folgende Passage in dem WiWo-Artikel: „Gaddafis jüngster Sohn Saif al-Arab, der an der Technischen Universität in München studiert, ist da keine Ausnahme. Sein Faible für edle Autos führte dazu, dass er den bayrischen Gesetzeshütern mehrfach wegen Verkehrsdelikten auffiel. Auch wegen Waffenschmuggels und Körperverletzung ermittelte die Staatsanwaltschaft, klagte ihn jedoch nie an.“ Warum klagte ihn die Münchner Staatsanwaltschaft nicht an? Die Schweizer haben den einen Gaddafi-Sohn gleich zwei Tage in den Knast gesteckt. Das finde ich super. Danach hat der Vater gleich seine Milliarden aus der Alpenrepublik abgezogen. Ist da in Deutschland hinter verschlossenen Türen etwa Bimbes geflossen oder war Berlin eingeschaltet? Das vermute ich. Sie müssen wissen: Die Staatsanwaltschaft kann Verfahren einfach so einstellen. Fragen über Fragen. Machen wir uns nichts vor: Die Staatsanwaltschaft ist nicht unabhängig. Wenn der Gaddafi-Junior mit MG-Gewehren hierzulande nun herum spielen kann und dann ist das erschreckend.

  4. tim schaefertim schaefer

    Von einem Kollegen erhielt ich folgende eMail. Den Text möchte ich hier ergänzen: „Ich hoffe, es geht Ihnen gut. Ich habe auf Ihrem Blog den Beitrag zum Themen der fallenden Diktatoren gesehen. Erinnern Sie sich noch an die „Todeslisten der New Economy“? Das wäre doch mal ein Thema für die Despoten dieser Welt. Schauen Sie sich mal die Präsidenten der GUS-Staaten an – Georgien, Aserbeijan, Kasachstan, etc. Die Kette liese sich ziemlich lange fortsetzen.
    Die Präsidenten-Familien schwimmen wie Onkel Dagobert im Geld, das Volk sitzt am Rand.“

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