Die Selbstständigkeit kann zum Traum werden


New York, 2. Mai 2017

Braumeister Jamie Bishop (rechts) in seiner neuen Gaststätte namens „Mill House Brewing Company“, die ich kürzlich besuchte. Bishop sprühte vor Begeisterung.

Ich war kürzlich im Landkreis „Dutchess County“. Er liegt 80 Bahnminuten nördlich von New York. Ich begegnete zahlreichen Geschäftsleuten, die kleine Gewerbe haben. Mich überraschte mit welcher Motivation sie ihre Geschäftsidee aus dem Boden stampfen.

Am meisten beeindruckte mich Jamie Bishop. Er arbeitete 15 Jahre lang im Vertrieb eines Pflegedienstleisters für Senioren. Er war engagiert im Job. Doch er war nie Feuer und Flamme für seinen Job. Heute ist er das. Er hat eine Brauerei gegründet. Alles fing mit einem kleinen Brauset in seinem Zuhause an. Er baute es nach und nach mit Freunden aus.

Heute führt er eine kommerzielle Brauerei. Der Braumeister hat mit Freunden ein ehemaliges chinesisches Restaurant in Poughkeepsie übernommen und saniert. Sein Bier verkauft er nicht nur dort an Gäste, sondern weltweit. Er lebt einen Traum. Er verdient massig Geld. Er liebt die Braukunst. Er ist so zufrieden wie nie zuvor in seinem Leben:

Im Nachbarort Beacon taten sich ein paar junge Leute zusammen, um Zutaten für Cocktails frisch zuzubereiten. Sie nannten ihr Startup „More Good“. Ohne Chemie. Frische Kräuter zerdrücken sie mit der Hand. Alles Bio-Zutaten. Das Geschäft boomt. Die Supermarktkette Whole Foods verkauft die Flaschen. Sie kommen kaum nach. Jetzt mischen sie eine eigene Cola. Weniger Zucker ist drin im Vergleich zum Original. Keine künstlichen Zutaten. Keine Haltbarmacher. Wer gesundheitsorientiert ist, ist begeistert. Bars und Restaurants haben Interesse.

Ich sprach mit den Gründern der Glasbläserei „Ten Willow Studio“. Sie verkaufen ihre Ware nach Australien, Brasilien Südkorea, Kanada und Deutschland. Sie haben alle Hände voll zu tun. Sie sind begeistert.

Die Geschäftsleute von „Niche Modern“ arbeiten auch mit Glas, nur machen sie nicht Trinkgläser daraus, sondern kultige Lampen. Sie verkaufen sie nach Singapore, Dubai und anderswo:

Jessica Wickham war eine Investmentbankerin in Asien. Heute baut sie Möbel aus Holz. Auf der Kundenliste stehen Universitäten.

Nach New York wanderte Allen Wong mit Mutter und Vater aus. Seine Eltern kommen aus den Slums in China. Er lernte das Programmieren auf eigene Faust (ähnlich wie Mark Zuckerberg). Wong begann, Applikationen für das iPhone zu schreiben. Seine App “5-0 Radio Police Scanner“ wurde zum Hit. Die mehr als 20 Millionen Downloads machten ihn steinreich. Er hat zehn Millionen Dollar Privatvermögen angehäuft. Sein Hobby wurde zur Goldgrube. Was für ihn allerdings traumatisch war, war der Tod seines Vaters.

Wong liebt schnelle Autos. Trotzdem genießt er ein eher bodenständiges Leben. Die Pizza schmeckt ihm besser als ein Essen im Edelrestaurant. Er fliegt günstig. Er genießt es, lange auszuschlafen – ohne dass ihn ein Wecker aus dem Bett wirft. Die Freiheit, zu tun, was er mag, sei Reichtum, sagt er.

Diese Geschäftsleute zeigen Euch: Seid optimistisch. Jeder hat ein Talent. Nutzt es. Steckt Euch Ziele. Wenn Ihr Euch nicht traut, selbstständig zu werden, behaltet Euren Job – versucht es eventuell nebenher als kleines Projekt. Habt Mut.

Empfehlenswert ist an folgenden sechs Punkten zu arbeiten:
1. Persönlicher Fortschritt (Lernen, Sport, gesunde Ernährung)
2. Kreativität
3. Soziale Kontakte
4. Innere Ruhe (ausreichend Schlaf, Meditation, Lesen, langer Spaziergang, Stretching am Morgen)
5. Beruf/Fortbildung/Karriere… oder Gründung
6. Finanzielle Stabilität (keine Schulden, Aktiendepot, ETFs, abbezahlte Immobilie, Notgroschen…)

 

Natürlich ist die Selbstständigkeit oder der Kleinbetrieb nicht immer ein Zuckerschlecken. Nichts fliegt einem zu. Es kann mitunter ein zäher Kampf sein. Aber es gibt einige Trends, die für die Selbstständigkeit sprechen:

  1. Konsumenten werden gegenüber großen Marken skeptischer.
  2. Ein Startup kann dank des Internets (Facebook, Twitter, Snap, Google, Instagram, YouTube…) Endkunden leichter erreichen als jemals zuvor.
  3. Örtliche und regionale Betriebe ziehen immer mehr Konsumenten vor.
  4. Natürliche, authentische, frische Ware bzw. Handarbeit sind ein Trend.
  5. Unethisch handelnde Konzerne verlieren so viele Kunden wie nie zuvor. Vertrauen ist das, was heute zählt.
  6. Bioware geht vor chemischer Keule.
  7. Mit Hilfe von Blogs, Apps lassen sich Onlineshops im Handumdrehen basteln. Software kann die Arbeit erleichtern.
  8. Konsumenten sind bereit ein paar Euro mehr zu bezahlen, wenn es sich um ethisch einwandfreie Produkte ihres Vertrauens handelt. Der Preis spielt vor allem bei jüngeren Menschen nicht mehr die ausschließliche Rolle bei der Kaufentscheidung. Studie (PDF).

Der Erfolg von Braumeister Jamie Bishop hat einen Grund. Die Bürger mögen die Kleinbrauer. Sie möchten ihnen eine Chance geben. Großmarken wie Becks oder Corona lassen die Amis eher zugunsten des Mini-Betriebs stehen. In den USA schießen jedenfalls die Kleinbrauereien wie Pilze aus dem Boden. Es gibt schon 4.000, das sind 200 Prozent mehr als vor einer Dekade. Nur im Jahr 1873 gab es mehr Kleinbrauer.

Wer angestellt ist und seinen Job liebt, der braucht sich natürlich solche Gedanken nicht zu machen. Nur wer ohnehin nach neuen Wegen sucht, sollte sich das durch den Kopf gehen lassen. Haus und Hof würde ich nicht verwetten. Sondern allenfalls ganz klein anfangen.

Zum Schluss hab ich für meine Leser eine beeindruckende Story von zwei Brüdern:

 

So sahen sie aus, als sie ihre Firma „Life is Good“ gründeten:

Sie fingen mit einem T-Shirt-Shop an. Sie verkauften in Boston auf den Straßen aus einem alten Auto Kleidung. Sie gingen auf Straßenfeste. Es war ein Kampf. Sie standen mehrmals am Rande des Ruins. Sie hatten kein Geld. Ihr Vater war verbittert. Er wurde immer aggressiver. Er wurde zum Alkoholiker, nachdem sein Arm amputiert werden musste. Aber ihre Mutter machte den beiden Mut. Sie brachte ihnen schon in ganz jungen Jahren bei, wie wichtig es ist optimistisch zu sein. Sie sangen zusammen, als die Mutter die Kids ins Bett brachte. Sie erkundigte sich jeden Abend nach dem schönsten Tageserlebnis.

Ihre Schwester verunglückte beim Skifahren. Sie landete mit Lähmungen im Rollstuhl. Zwei Jahre lang trainierte sie, bis sie wieder laufen konnte.

Heute ist die T-Shirt-Firma 100 Millionen Dollar wert. Sie haben eine Stiftung gegründet. Sie helfen Kindern mit Krebs. Die Botschaft ihrer Firma ist: Sei optimistisch. Schöpfe immer Hoffnung. Das macht das Leben schöner.

Die beiden Brüder bringen anderen bei:

1. Den Humor immer zu behalten
2. Einfach zu bleiben
3. Optimistisch zu sein
4. Kreativ zu werden…


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Die Selbstständigkeit kann zum Traum werden

  1. chaostrader

    Survivorship Bias. Bring doch mal was über Unternehmer, die mit guten Intentionen, Fleiß und jeder Menge persönlichen Einsatz gescheitert sind und erklär uns, was sie falsch gemacht haben.

  2. Marcus

    Prima Artikel. Trotzdem kurze Einwand von mir:

    Selbstständigkeit ist in der regel auch „nur“ eine andere Form eines Jobs. Du arbeitest an etwas und in dem Moment wo Du selber aufhörst daran zu arbeiten, fließt kein Einkommen mehr.

    Der Unterschied dazu und was DU sicherlich auch beschrieben möchtest, ist der Unternehmer.

     

    LG

    Marcus

  3. Finanziell Frei mit 30 - Dominik

    Ich denke das wichtigste ist das Wörtchen „kann“ in der Überschrift. Meiner Meinung nach versauen sich viele angehende Selbstständige ihr Leben, weil sie nur etwas tun, was sie lieben aber niemand kaufen will, weil es keine Nachfrage gibt. Steuerliche Aspekte nicht berücksichtigt werden. Es gibt auch viele Menschen, die sich einfach nach einer Kündigung selbstständig machen, obwohl sie sich nicht besonders viele Gedanken dazu gemacht haben.

    Aus diesem Grund sollte meiner Meinung nach immer neben einem Job begonnen werden und wenn genug Rücklagen besteht und das Geschäft den eigenen Lebensunterhalt sichert, kann man immer noch komplett in die Selbstständigkeit gehen.

    Schöne Grüße

    Dominik

  4. Kall

    Bonjour Tim und Alle,

    auch wenn ich nie selbständig werden wollte, finde ich die Beispiele beeindruckend.

    Allgemeingültig sind sie sicher nicht. Man braucht schon ein passendes Produkt und manchmal auch schlicht das Quäntchen Glück, um sich auf dem Markt zu behaupten und zu etablieren.

    Und auch erfolgreiche Unternehmerinnen werden wohl nicht selten auch ihre Wahl mal „verfluchen“. Denn sie bedeutet ja auch, sich vollständig dem Projekt zu verschreiben.

    Eines muss man den Amis dabei lassen. Sie nehmen Scheitern anders und lockerer. Sie beginnen halt wieder von vorn. Das ist eine Mentalität, die den Kontinentaleuropäern abgeht. Was auch daran liegt, dass Scheitern schnell mit Scham bei uns verbunden wird. Obwohl das Blödsinn ist.

    Der 6 Punkte „Arbeitsplan“ gefällt mir.

     

    Beste Grüße über den Teich

    Kall

  5. Tobias F.

    Das ist mal wieder ein sehr schöner Artikel. Gute Arbeit! Ich mache mich ab 2018 selbstständig, die Vorbereitungen laufen gerade. Es ist spannend, herausfordernd aber ich bin positiv und habe volle  Unterstützung von meiner Familie und habe mich seit Jahren darauf vorbereitet!

  6. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Chaostrader

    Survivorship Bias liegt jedem Wirtschafts-Artikel zugrunde. Klar, kann man auch das Negative beleuchten. Mir ging es aber ums Gegenteil.

     

    @ Marcus

    Klar, es ist eine andere Form des Arbeitens. Das Gute ist: Du bist Dein eigener Chef, was sehr motivierend sein kann. Es ist freilich kein Paradies. Du hast andere Probleme und Herausforderungen.

     

    @ Finanziell Frei mit 30 – Dominik

    Ich stimme zu. Der Sprung in die Selbstständigkeit sollte vorsichtig vorbereitet werden.

     

    @ Kall

    Danke. Ich war von diesen Geschäftsleuten begeistert. Sie sind mit Herz und Seele dabei. Das macht einen großen Unterschied. Ihr Job ist wie ein Hobby. Sie sehen ihn nicht als Arbeit an. Ich denke, Kunden merken das sofort.

     

    @ Tobias F.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg! Großartig, dass Deine Familie Dich unterstützt.

  7. Ex-Studentin

    Ich bin ein großer Fan von: 6-stellig im Jahr als Arbeitnehmer verdienen, dabei auch noch Punkte bei der gesetzlichen Rentenkasse zahlen und im Falle einer Kündigung eine hohe Abfindung kassieren.

    Mit einer genialen Idee kann man Multi-Millionär werden, aber man riskiert auch viel. Vermutlich würde ich keine 100.000€ in mein eigenes Business stecken und schon gar nicht eine Privatinsolvenz riskieren. Dennoch motivieren mich die Beispiele, denn sollte mich eine geniale Idee überkommen, denke ich vermutlich anders.

  8. Emanuel

    Gerade das Internet ermöglicht einem mit möglichst wenig finanziellen Aufwand erfolgreich selbstständig zu werden. Wenn man dann auch noch ein gutes Händchen im Programmieren / Online-Marketing hat, dann kann man sich sicherlich ein schönes Sümmchen neben seinem Hauptjob verdienen. Dies ohne irgendein großes Risiko.

    Den großen Coup zu landen z.B. mit einer App oder einem Produkt bedarf in meinen Augen aber einen deutlich größeren Batzen an Schweiß und Glück.

    Ich persönlich kann mir eine Selbstständigkeit heute maximal als Nebenerwerb vorstellen. Einfach ein zweites Standbein aufbauen, von dem ich aber gar nicht besonders große Gewinne erzielen bzw. leben davon muss. Ein Angestelltenverhältnis hat ebenfalls seine vielen Vorteile (geregelte Arbeitszeiten, Sozialversicherungen usw.) und bietet ein regelmäßiges und planbares Gehalt.

  9. Heinrich Schwanthaler

    @tim

    Super Artikel, der uns Mut macht! Respekt!

    Nach Erfahrungen mit Buch „So macht es Warren Buffett“ wissen wir, dass wir Firmenbeteiligungen nur bei ethische Firmen tätigen.

    Alkohol, Drogen, Tabak, fragwürdige Geschäftspraktiken lehnen wir ab.

    Wir haben nämlich vor, in den nächsten Jahren in der Firmenbeteiligungsbranche einzusteigen!

    Schöne Grüße vom unseren Anführer Max Bogen!

    Mit besten Grüßen aus München

    Heinrich Schwanthaler

  10. Ralf

    Das Thema Selbstständigkeit ist so was für sich. Es gibt supergroße Chancen. Aber kürzlich habe ich gelesen, dass fast jeder zweite mit seiner Selbstständigkeit auch auf die Nase fällt bzw. keinen Erfolg hat. Gute Vorbereitung ist wichtig. Viele werden ja auch in eine Art von Selbstständigkeit gezwungen, weil sie auf dem normalen Arbeitsmarkt abserviert sind (z.B. wegen Alter) oder die Konditionen einfach nicht mehr passen.

    Beispiel: Meine Frau arbeitet z.B. derzeit noch auf Minijob-Basis. Nun wurde ihr vom Chef eine Teilzeit-Stelle angeboten. Der Haken: Mehr Arbeit und zugleich rund 40 Prozent weniger Netto pro Arbeitsstunde wegen der heftigen Steuerklasse 5. Daher arbeiten wir daran, nebenberuflich eine Existenz aufzubauen. Was aber eine gr0ße Herausforderung ist.

    Es steht und fällt vieles mit der konkreten Geschäftsidee. Ich gründe daher nur nebenberuflich, da mir die Risiken oder der erforderliche Kapitaleinsatz einfach zu hoch sind. Und die hohe Bürokratie für viele Gründer schreckt auch so manchen ab. Und was bei vielen klassischen Gründern wie im Handwerk auch ein Problem ist: Immer mehr Kunden zahlen ihre Rechnungen nicht oder stark verspätet. Die Zahlungsmoral lässt deutlich zu wünschen übrig. Das Finanzamt aber ist schnell da und hält die Hand auf….

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir irgendwann einmal auf eine Art bedingungsloses Grundeinkommen für alle raus laufen. Auch wegen anstehender technologischer Veränderungen. Alles eine Frage der Zeit.

  11. Fit und Gesund

    Selbständigkeit kann zum Traum werden, oder eben zum Alptraum…. ganz so einfach ist es nicht, mit ein paar verkauften T-Shirts ist es kaum möglich ein Vermögen aufzubauen, aber das ist halt meine Meinung und ich bin nie zu optimistisch 🙂

    aber, an alle Freunde von Novo Nordisk, ziemlich cool wie das heute ausschaut 🙂 ich freue mich sehr.

    liebe Grüsse an Alle!

  12. Oliver

    @Ralf:

    Mit Lohnsteuerklasse 5 müßte deine Frau doch einiges an Steuern zurückbekommen. Ich hatte das mal vor über 20 Jahren und kann mich gut erinnern, dass  es dort horrende Abzüge gab. Ob man bei stark verschlechternde Bedingungen das neue Angebot annimmt, würde ich mir an eurer Stelle stark überlegen.

    Allgemein zum Them Selbstständigkeit:

    Ich bin nun seid ca. 25 Jahren selbstständig, mit und ohne Angestellte/Azubis etc., von daher kann ich hier ein bisschen mitreden. Ganz so enthusiastisch wie Tim das schreibt würde ich es nicht sehen. Zum einen sind viele Leute als Unternehmer nicht geboren, da muß man ganz ehrlich sein. Als Nebengeschäft kann es ganz praktisch sein, aber erfahrungsgemäß verdienen die Leute bei entsprechend hohem Aufwand nicht ganz so viel. Wobei man das auch nicht pauschal sagen kann. Wer z.B. gut programmieren kann, wird sicher ein nettes zusätzliches Auskommen haben.

    Im Gegensatz zu Ralfs Aussage, dass das Finanzamt oder der Staat am Anfang viele Schwierigkeiten macht, kann man das für die ersten zwei Jahre nicht behaupten. Die lassen einen mit vielen Dingen in Ruhe und außer einer Gewerbeanmeldung (wichtig ist das Überlegen der Gesellschaftsform) und einem guten Steuerberater braucht man nicht viel auf etwas zu achten, was den Staat angeht. Das ist aber nur die Ruhe vor dem Sturm, nach zwei Jahren, wenn die sehen, dass Du erfolgreich wirst, werden die anfangen, sehr anhänglich zu werden.

    Ich bin auch im Gegensatz zu manchen hier nicht der Meinung, dass man erst ein bisschen selbstständig wird, auch wenn es sich in der Theorie sehr gut anhört. Ich hing mal dem gleichen Glauben an und weiß aus eigener Erfahrung, dass man sich, wenn man erfolgreich werden will, 100% auf seine Tätigkeit einlassen muß. Alles andere funktioniert nicht, auch wenn man gerne die Sicherheit (und vor allem das Gehalt) eines festen Jobs hätte. Aber Kunden richten sich nicht nach deinen festen Arbeitszeiten und die Erledigung von Aufträgen nach Termin noch viel weniger. Man hat den Kopf nicht frei für seine Tätigkeit und ganz taufrisch kommt man abends auch nicht nach Hause. Dazu vielleicht noch Familie? Schwierig.

    Es gibt ein paar Dinge, die man machen/haben sollte, bevor man sich selbstständig macht: Ein Geschäftsmodell, einen Businessplan, so viel Geld ansparen, dass man 12 – 24 Monate ohne Einkommen leben kann und die Erstinvestitionen stemmen kann, Bereitschaft viel Arbeit zu investieren (das wichtigste ist Durchhaltevermögen und nicht Visionen) und möglichst keine Kredite. Wenn doch, immer über KfW gehen, die verlangen dann auch den Businessplan. KfW geht am besten über Sparkassen. Und dann voll loslegen und die nächsten zwei Jahre keinen Urlaub einplanen.

    Unternehmen gründen kann jeder, Unternehmen leiten leider die wenigsten. Ich habe irgendwo gelesen, dass 90% der Neugründungen nach 5 Jahren nicht mehr bestehen. Nicht alle sind pleite gegangen, aber es stellte sich häufig einfach heraus, dass der Gründer nicht in der Lage ist, Unternehmer zu sein oder das Geschäftsmodell nicht gut war. Manche sind auch schlicht zu faul oder sehen es als ABM-Maßnahme. Gründe gibts also viele.

    Wer aber Unternehmer sein will, es ihm persönlich liegt, für den ist es das beste, was er machen kann. Das sind meistens Personen, die als Angestellte total unfähig sind. Aber auch hier gibts Ausnahmen.

    Meines Erachtens ein Schritt, den man sich genau überlegen sollte.

  13. Ralf

    @Oliver: Super Beitrag! Wegen der Steuerklasse 5: Zusätzlich zu den krassen Lohnabzügen (Sozialbeiträge etc.) bei meiner Frau müssten wir (gemeinsam veranlagt) im Rahmen der Steuererklärung mit weiteren Nachzahlungen in Höhe von rund 1100 € pro Jahr rechnen. Das ist nicht ungewöhnlich bei der Kombination 3/5 sondern die Regel.

    Du hast es gut auf den Punkt gebracht im Bezug auf eine Selbstständigkeit. Wir versuchen es trotzdem nebenberuflich. Anders ist das mit Familie derzeit nicht möglich. Ich sehe durchaus auch große Chancen bei einer Selbstständigkeit. Vor allem schafft es mir etwas Unabhängigkeit vom Hauptjob und neue Perspektiven.

  14. Michael

    @Fit und Gesund:

    Novo Nordisk: Ja, traumhaft. Weltklasse Einstieg erwischt, fast auf dem Tiefpunkt.

    Habe mir fast Zeitgleich vor ein paar Wochen auch Gilead gekauft. Das dauert wohl noch länger die Erholung. Aber wird sowieso sehr lange gehalten. Bin da noch sehr positiv gestimmt. Ich warte auf Übernahmen… und natürlich auf die eigene Pipeline.

    Auch Marine Harvest hab ich mir zugelegt zum Zeitpunkt von NN und GS. Da siehts auch ganz gut aus. Schon ein paar Prozentchen im Plus. Ist ja eher eine Aktie zum Entspannen. Freue mich auf die nächsten Jahre und die Dividenden.

    K+S hat auch endlich die neue Mine eröffnet. Freue mich auf die Zahlen nächste Woche.

    Bin mit meinem Portfolio momentan sehr zufrieden. Kann so weitergehen 😉

    Nächste Zukäufe: Bayer, BB Biotech möchte ich ganz gern noch aufstocken dieses Jahr, American Water Works und eine erste Position in Danaher aufbauen.

  15. Fit und Gesund

    @Michael,

    super! Danaher find ich auch interessant, auch Bayer, BB Biotech steht jetzt nicht auf meiner Watchlist, auch K+S nicht, zu spekulativ.

    Ich hab mir heute ein Buch gekauft, High Returns from Low Risk, von Pim van Vliet, geht um den Weg zum eigenen stabilen Aktien-Portfolio, wichtig scheint eine niedere Volatilität (Beta), gute Werte für Income (Dividendenrendite) und Momentum,

    Michael, wie sieht es mit Barrick Gold aus? ab wann kann man da einsteigen?

    Wenigstens hab ich heute meine Jubi-Krügerrand-Münze bekommen, so schön….

     

    @All

    mit dem Beta muss ich mich noch näher befassen,

    achtet Ihr auf ein tiefes Beta bei der Aktienauswahl? Sobald ich Zeit finde werde ich mal meine eigenen Aktien daraufhin untersuchen.

     

  16. Mark85Mark85

    An Fit und Gesund: Viel Spaß mit Herrn Krüger und seinem Springbock. Ich muss sagen, dass mir die Goldpreisentwicklung der letzten Wochen außerordentlich gut gefällt. So darf es gern weitergehen, weil ich noch viel mehr von diesem edlen Metall brauche. 😉

    An Ex-Studentin: Und ich ein Fan deines 1. Absatzes, weil er so herrlich selbstverständlich herüberkam! 😀

  17. Mark85Mark85

    Hat jemand von euch schon das neue Buch ,,Sonst knallt’s!“ von DM-Chef Götz Werner gelesen? Ich habe es mir gestern gegönnt, weil es mit 8,50 Euro günstig zu haben ist und ich die Idee eines bedingungsloses Grundeinkommens spannend finde.

    Im Grunde ist es wie finanzielle Unabhängigkeit auf Staatskosten, was zunächst verlockend klingt: Wozu erst mühevoll mehrere 100.000 Euro in Eigenregie ansparen, um dann ähnliche Kapitaleinnahmen aber ohne staatliche Garantie erzielen zu können?

    Ich bin noch unentschlossen: Mein Herz sagt Ja, weil ich es jedem gönnen würde, aber mein Verstand meldet Zweifel an, weil es eine total neue ökonomische Denkweise erfordert: ,,Wie sollte man das dauerhaft finanzieren?“ ,,Dann würde niemand mehr arbeiten gehen!“ ,,Dann müssten wir unsere Grenzen komplett dicht machen!“ Usw. 😉

  18. Ex-Studentin

    @Mark85

    Ich weiß natürlich, dass das nicht selbstverstandlich ist. Aber ich wollte damit verdeutlichen, dass man als Arbeitnehmer aktuell gut verdienen kann (45k aufwärts im Jahr). Zumindest in den MINT-Berufen. Als DINKs kann man vor der Familiengründung ordentlich sparen und ohne schlechtes Gewissen in Elternzeit gehen. Ist man krank, greift man zum Hörer. Sicherlich hat man als Selbstständiger mehr Freiheiten – aber auch viele Verpflichtungen.

  19. chaostrader

    achtet Ihr auf ein tiefes Beta bei der Aktienauswahl?

    Die ganzen Faktoren sind kritisch zu betrachten. Es kann auch mal ein Jahrzehnt geben, in denen die Realität ganz andere Ergebnisse liefert. Viele dieser Faktoren halten auch langfristigen Analysen nicht stand, kurzfristig (die letzten 20-30 Jahre) mag es da tolle Korrelationen geben, aber deswegen sind die noch lange nicht allgemeingültig. Außerdem verschwinden viele dieser Anomalien, wenn sich genug Investoren draufstürzen und bestimmte Geldmengen da reininvestiert werden. Und das findet heutzutage statt, die Zuwachsraten in Investments in solche Strategien sind enorm.

  20. O.T.

    @Mark85

    Man muß ziemlich staatsgläubig für das bedingungslose Grundeinkommen sein. Früher mußte man seine Eltern anbetteln um Taschengeld zu bekommen, bei Grundeinkommen muß man zum Staat laufen und ihn bitten andere auszurauben und einem bitte doch einen Teil davon abgeben. Auf einem derartigen infantilen Level will ich niemals leben.

    Zudem kommen noch die ganzen bekannten ökonomischen Verwerfungen hinzu die dem Sozialismus innewohnen (siehe ganz frisch Venezuela), nichts anderes ist bedingungsloses Grundeinkommen.

    https://www.youtube.com/watch?v=MIZ7JcirMmk

  21. Michael

    @ Fit und Gesund

    Ich glaube bei Barrick Gold kann man langfristig wenig falsch machen. Die AISC sind enorm niedrig. Haben in den letzten 1-2 Jahren enorm Schulden abgebaut und setzen diesen Weg fort.

    Hier fällt eigentlich alles mit dem Goldpreis. Ich bin ja Goldfan und gehe davon aus, dass dieser auch langfristig steigen wird.

    Kurzfristig würde ich noch (mindestens) eine Woche abwarten. Ich denke, dass Macron in Frankreich am Sonntag nächster Präsident wird. Wenn der Unsicherheitsfaktor Le Pen ganz wegfällt, wird Gold wohl noch ein wenig nachgeben und die Aktienkurse nochmals einen kleinen Schub bekommen.

    Da wäre für mich ein guter Einstiegspunkt, falls du noch gar nicht investiert bist.

    Langfristig sehe ich Barrick sehr positiv.

    Glückwunsch zur Krügerrand-Münze. Bischen Gold ist immer nett!

    Ich werde mir auch bald wieder mal einen Philharmoniker zulegen 😉

  22. Rainer Zufall

    Ich bin kein Freund des Grundeinkommens. Abgesehen von der Frage wie das finanziert werden soll frage ich mich: wenn jeder 1000 Euro im Monat on Top bekommt, was sind diese 1000 Euro dann überhaupt wert? Eigentlich müsste es dann doch zu einer deutlichen Geldentwertung kommen.
    Aber die Sozialismuskäule…gähn… finde ich ziemlich übertrieben. Auf dieser Grundlage ist eine Diskussion nicht möglich.

    In Finnland  läuft gerade ein Modellprojekt, indem das Grundeinkommen getestet wird.

    http://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/finnland-testet-bedingungsloses-grundeinkommen-von-560-euro-14594377.html

  23. Claus

    @ fit und gesund

    Novo-N. wird sich weiterhin gut entwickeln, da die „Patientenschaar“ zukünftig leider weiter ansteigen wird. Wir Menschen ernähren uns viel zu ungesund, daran wird sich wohl grundsätzlich nicht viel ändern…

    Da der Kurs von NN in den letzten Wochen auch an schwachen Tagen sehr stabil war, habe ich am 26.04.17 meine Position auf 2% verdoppelt. Die Belohnung kam (nicht nur gestern) postwendend, danke!.

     

  24. Christoph

    hier ein interessanter Artikel zum THema Grundeinkommen

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-02/thomas-straubhaar-buch-bedingungsloses-grundeinkommen-auszug/seite-2

     

    Selbstständigkeit kann wirklich toll sein. Wenn man seine Berufung zum Beruf macht.

    Allerdings muss man auch der Typ dafür sein. Mal abgesehen vom Geschäftsmodell und dem finanziellen entsteht auch ein Druck. Den muss man ertragen können.

     

    Und es wäre ja total falsch wenn jeder Selbstständig wird. Denn das würde nicht funktionieren.

     

    Ich las mal von jemandem das jede Gesellschaft die unterschiedlichsten Menschen benötigt. Vom Wissenschaftler/ Akademiker über Handwerker bis zum Punk der rebelliert. Denn dann hat man eine gesunde Gesellschaft

     

    @Michael: Glückwunsch zu Marine Harvest. Ja ich denke Du kannst das ganz relaxt nun anschauen. Mir ist der Kurs (ausser bei meinen Nachkäufen) da total egal da ich die tolle Dividende haben will. Am 10.05 gibt es die neue Verkündung. Ich erwarte auf Mindes NOK2,50 aber hoffe auf 2,80 – 3,20

     

  25. Xaver

    @Mark

    Unsere Gesellschaft ist noch nicht reif für ein Grundeinkommen.

    Das wird noch zu sehr auf der Ebene von Sozia lneid und Ungleichheit betrachtet. Nur Leistung zählt. So dürften auch hier die Kommentare ausfallen.

    Wenn Du grundsätzlich an Alternativen interessiert bist, dann empfehle ich auch mal das Thema Gemeinwohlökonomie und/oder die Funktionsweise einiger Kooperativen.

  26. Ralf

    Sehe ich aus so. Unsere Gesellschaft ist noch nicht reif für ein Grundeinkommen. Oder auch nur für innovativere Arbeitsmodelle wie Homeoffice im Zeitalter von DSL. Zwar gibt es das bei vielen Firmen schon, aber eher halbherzig und oft nur mit Ringen und Kämpfen. Ich musste gewaltig kämpfen, wenigstens einen Tag in der Woche im Homeoffice arbeiten zu können. Obwohl viele Jobs das heute zulassen und dafür geeignet sind. Da ist die Anwesenheitskultur einfach noch zu tief verwurzelt in den Führungsebenen. Schade, da könnte so mancher viel Geld sparen (Pendelkosten) und der Umwelt täte es auch gut.

    Früher oder später werden wir bei einem Grundeinkommen für alle landen. Weil die technologische Entwicklung dann schlichtweg zu viel Freiräume schaffen wird und damit etliche Jobs nicht mehr gebraucht werden. Bereits heute sind ja viele Jobs künstlich geschaffen und könnten auf der Stelle weg rationalisiert werden. Ich denke da z.B. an die Verwaltung. Schafft man viele Gesetze ab die unnötig sind, braucht es auch die Verwalter dafür nicht mehr. Und Robotik wird ebenfalls zu eine Revolution führen. Aber eben erst mit der Zeit. Und die Politik hinkt dem sowieso hinterher.

    Ich rätsle jedenfalls, wo all die vielen Studenten morgen Jobs kriegen sollen. Bei uns z.B. bewerben sich Dutzende Jungingenieure, verschiedener Fachrichtungen, weil sie die Schnauze voll haben von schlechter zahlenden Ingenieurdienstleistern als Arbeitgeber. Dabei sind schon unsere Löhne nicht grade hoch.

  27. DocSchneider

    Ich bin seit nun 19 Jahren selbständig und es gibt jede Menge Licht, aber auch Schatten.  In guten Jahren weise ich einen deutlich 6-stelligen Gewinn aus (zumindest vor Steuern), in schlechten Jahren schaffe ich nach Steuern noch nicht einmal auf Hartz-4 Niveau zu kommen und zehre von Reserven.  „Nicht so schlimm, dafür hast Du ja in guten Jahren fürstlich verdient.“ höre ich jetzt den einen oder anderen sagen, aber so einfach ist das leider nicht.  Es ist psychisch äußerst belastend, wenn man arbeitet wie ein Berserker (ich komme problemlos auf etwa 60 Wochenstunden, wenn alles normal läuft) und am Ende kommt quasi kein Ertrag dabei heraus. Ständig macht man sich Gedanken wie es wohl weitergehen soll, wenn diese Phase des Nicht- oder Schlechtverdienens länger anhält. Wie soll man die ganzen Löhne der Mitarbeiter zahlen? Am Ende ist man auch in einer sozialen Verantwortung und möchte möglichst niemanden kündigen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Schlaflose Nächte, nicht nur über einige Wochen, sondern manchmal über Monate, ja sogar zwei schlechte Jahre in Folge habe ich schon mitmachen müssen.

    Auch aus diesem Grund lebe ich deutlich unter meinen Einkommensverhältnissen und baue schon seit langem zusätzliches Passiveinkommen auf um bei der nächsten Konjunkturschwäche zumindest auch einmal in der Woche ohne schlechtes Gewissen ein Schnitzel kaufen zu können und nicht immer nur Reis mit Bohnen. 😉

     

  28. Markus

    @ex-studentin

    „Ich weiß natürlich, dass das nicht selbstverstandlich ist.“

    Der Anteil von 6 stelligem Jahreseinkommen liegt glaube ich bei ca. 1 % (das oberste Prozent, auch wenn es manche nicht gerne hören, weil es ja immer noch reichere Bekannte gibt…(SAP, Daimler, Richter, Brigardegerneral, Anwälte, Ärzte, MINT-Studium mit Personalverantwortung etc.).

    Abfindung kassieren… na ja, ich finde dass zumindesten`s in den Fällen, wo die Leute wirtschaftlichen Bock-Mist gebaut haben und die übrige Belegschaft noch mehr leiden muss mehr als zweifelhaft.

    Es gibt aber auch berechtigte Abfindungen. Trotzdem ändert meine Moralvorstellung nichts daran, ob eine Abfindung berechtigt oder unberechtigt ausgezahlt wird. 😉

     

    Zum Unternehmertum:

    Ich sehe es deutlich vielschichtiger als es die Überschrift glauben macht. Einerseits würde ich zwischen Selbstständig und Unternehmertum differenzieren. Andererseits beißt sich langfristiges Unternehmertum mit schnell finanziell frei werden.

    Familienunternehmen denken durchaus häufig in Generationen. Da geht es nicht so um schnell mal ne Abfindung kassieren oder 5, 10, 15 Jahre mal Gas geben und dann ab in die Hängematte. 😉

    Zudem steckt auch viel privates Vermögen in der Firma.

    Startup`s sind wieder ein wenig differenzierter zu sehen.

     

  29. June

    @ Frauen in Minijobs

    für alle Männer und Frauen eine Geschichte warum aus meiner Sicht eine Teilzeitbeschäftigung für Frauen, auch wenn diese zuerst mit vermeidlichen finanziellen Nachteilen versehen ist großen Sinn macht.

    Claudia* ist Angestellte im Dienstleistungsbereich und arbeitet bis zum 1. Kind Vollzeit, berufsbedingt verdient sie mäßig. Ihre Freundin ist bis zum 1. Kind als Handelsassistentin im Verkauf tätig. Der Verdienst: na ja, auch nicht besser. Nach dem 2. Kind beginnen beide sofort mit einen Minijob. Claudias Mann ist beim Schulbeginn seiner Sprösslinge aber der Meinung eine Teilzeitstelle lohne sich nicht für seine Frau. Das Geld aus dem Minijob plus Trinkgeld würde ja ausreichen. Claudias Freundin hat da aber schon eine Weiterbildung gemacht und fängt einen Teilzeitjob an. Claudias Mann erklärt, dass dies seine Frau für die 100 € netto mehr im Monat nicht nötig hätte zu arbeiten und für den wenigen Mehrverdienst uch noch weniger pro Stunde netto erhalten würde. Die Freundin bekommt mit der Zeit einige Lohnerhöhungen, stockt ihre Stunden auf. Macht eine Fernstudium, wechselt den Arbeitgeber und verdient nach ca. 17 Jahren einen mittleren 5 stelligen Betrag p.a. mehr als Claudia. Tendenz steigend.
    Dazu kommt ihre Rentenansprüche und die eigene Kranken und Arbeitslosenversicherung, was sehr nützlich bei der Scheidung war. Und zwar für ihren Mann und sie persönlich wegen dem geringeren Versorgungsausgleich.

    Claudias private Altersversorgung wurde für den Kauf des Eigenheims noch zusätzlich aufgelöst. Die Ehe steht schon länger auf wackeligen Beinen, doch eine Trennung können sich die Ehepartner einfach nicht leisten.

    Und ganz provokativ, welchen Mann bleibt für die Kids zuhause und macht freiwillig einen Minijobs. Ehr arbeiten beide Elternteile Teilzeit.

    Ich denke bei diese Entscheidung pro und kontra Wiedereinstieg, denkt unser Gehirn genaues linear wie beim Zinseszinsefekt.

    Eine Teilzeitbeschäftigung seht einer Selbstständigkeit nicht im Wege, da gerade durch die Anstellung erstmal sogar viel höhere Umsätze erzielt werden können als ohne, da die Sozialabgaben ja bereits über den Arbeitgeber bezahlt werden.

    * Name und Beruf geändert

    Take care.

     

  30. Markus

    @poppi

    Probieren kann man fast alles! 😉

    Zu den 1 % zu gehören, die 6 stellig verdienden…

    Zu den 0,18 % der Menschheit, die HNWI sind…

    Selbstläufer ohne eigene Anstrengung, Geduld, Willen und Arbeitsbereitschaft gibt es jedoch in fast allen ambitionierten Zielen noch deutlich weniger als die sowieso schon mickrigen Prozentzahlen.

  31. K.

    Tim, vielen Dank für diesen Artikel. Mir gefällt der er sehr gut und motiviert mich. Ich arbeite weiter an einem Nebenbusiness mit Ziel dies komplett als Hauptjob auszubauen so das es zum leben reicht. 5 Jahre Geld scheffeln um mich dann in die Hängematte zu legen ist nicht mein Ziel. Aber etwas zu tun was einem Freude bereitet. Das man auch hier Dinge tun muss die nicht immer Spass machen ist so, aber anders als im Angestellten Job. Nachdem ich im kleinen Rahemn ehrenamtlich ein paar Dinge tue, weiß ich was mit langfristigen Verpflichtungen an schönen und nicht so schönen Tätigkeiten auf einen zu kommen kann. Den Rest sehe ich wenn es so weit ist.
    Go for it and fix the problems on the way. Oder wie es so schön hieß….

    Passend dazu von Markus Cerenak und Gastautor Holger Grethe (manche hier werden zendepot.de kennen, welches nichts mit dem früheren komischen Zen-Kommentator hier zu tun hat):

    https://markuscerenak.com/selbstaendig-machen-online.html
    (wurde heute „neu aufgelegt“ 🙂
    Klar kann Selbstständigkeit auch schief gehen, aber das kann ein Angestellten-Job auch. Entweder weil er keinen Spass macht und auch die 5. Stelle nichts verbesesert. Man bekommt „nur“ pünktlich sein fixes Gehalt oder sein Schmerzensgeld. Vor betriebsbedingten Kündigungen oder Aufkäufen ist man auch nicht gefeit.
    Die eierlegende Wollmilchsau gibt es halt nicht.

    Beim BGE sehe ich auch die Gefahr der Finanzierbarkeit und was das per se Geld dann noch wert ist, wenn jeder einen gewissen Teil einfach so bekommt.

    FBA hatte ich mir auch mal angeschaut, aber es kann auch einiges an Arbeit bedeuten. Außerdem ist man für die Produkte haftbar. Je teuerer und komplexer um so anfällig sind diese meistens, plus Rücksendeqouten usw…. Es gibt gute Berichte darüber was und mit welcher Marge funktioniert. Dazu gehört aber sicher auch viele Fehlschläge und Glück. Vermutlich sind die besten Produkte wie die berüchtigte Knoblauchpresse schon vergeben. Mir war es jedenfalls zu undurchsichtig und es spielen mir dort zuviele Beteiligte mit (Hersteller, Versand, eigene Haftung, Amazon’s Regeln die sich gerne ändern können, Gesetzgebung,…)

    Schönen Abend euch allen.

    K.

  32. Fit und Gesund

    @Michael,

    danke für Deine Einschätzung, seh ich auch so, und vor den Wahlen mach ich eh nix.

    @Mark85,

    der Goldpreis geht in die richtige Richtung, wünsche mir dass es weiter runter geht 🙂

     

    @Claus,

    Novo Nordisk da glaub ich ziemlich dran, gestern war eine Schulklasse im Bus, da waren einige echte Wuchtbrummen dabei, eigentlich traurig sowas.

    Gefallen würde mir auch Fresenius SE und Fresenius Medical Care.

     

    @all

    wobei es im Moment verdammt schwierig ist was Passendes zu finden, wollte Church&Dwight kaufen, die waren schon sehr teuer, heute sind sie nochmal ordentlich gestiegen, das ist mir nun dann zu teuer.

    Wenn ich diesen Monat nix finde, dann lass ich es eben, werden schon nochmal tiefere Kurse bei den defensiven Aktien kommen.

  33. Andreas

    @Fit und Gesund

    Fresenius habe ich im Portfolio, toller Wert und langfristig aus meiner Sicht absolut aussichtsreich und entspannt zu halten. NN habe ich (leider) nicht gekauft, da ich schon genug Pharmawerte habe derzeit, das hätte zu einem Ungleichgewicht in meinem Depot geführt. Außerdem habe ich zuletzt mein Cashquote erhöht und einfach mal angesammelt.

    Ab jetzt werde ich aber wieder kaufen, will mein Depot noch breiter aufstellen. Walt Disney ist bspw. im Rennen, Marine Harvest, Microsoft, Alphabet, L’Oreal. Aber mir geht es auch so, dass ich momentan vieles etwas zu teuer finde. Mal schauen, ob „sell in may“ eintrifft, dann könnte man bald zugreifen;-)

  34. Fit und Gesund

    @Andreas,

    eigentlich ist meine Wunschliste ellenlang, aber ich kann mich nicht so durchringen bei den Preisen:

    Siemens, SAP, Fresenius, 3M, Henkel, Fuchs Petrolub, Church&Dwight, Heineken, Diageo, Danaher, BASF, Bayer, die fallen mir gerade ein, Walt Disney auch noch, am Wochenende werd ich mal die Liste auf 3 einschränken und am Montag dann schauen,

    „sell in may“ …. schön wär’s, aber da glaub ich nicht so wirklich dran, wie die Wahlen in Frankreich ausgehen vermag ich absolut nicht beurteilen.

  35. Didi

    Warren Buffett, the billionaire investor and chairman of Berkshire Hathaway Inc., sold about a third of his company’s investment in computer-services giant IBM, CNBC reported.

    “I don’t value IBM the same way that I did six years ago when I started buying,”

    Interessant…nach 6 Jahren „buy and hold“…

  36. K.

    Warren Buffet betreibt nicht immer Buy and Hold, wird aber gerne (fast ausschließlich) damit verbunden. Diese Feststellung wurde hier in den Kommentaren teils sogar mit Quellenangaben immer wieder getroffen.
    Vieles hält er aber anscheinend trotzdem ewig, aber ein reiner Buy and Hold-Investor scheint er nicht zu sein 😉

    Das bedeutet nun aber auch nicht das Buy and Hold per se schlecht(er) ist…

    Eine Person braucht wohl jede Investitionsart, Lebensart oder was auch immer als „Vorbild“ oder Vorreiter oder Galleonsfigur….

  37. Rainer Zufall

    @ Fit

    Fresenius habe ich seit 2011 im Depot, meine erste Einzelaktie. Eigentlich waren die damals schon viel zu teuer. Mein Eindruck, billig wird man die nicht bekommen. Vlt hat man Glück und erwischt einen Rücksetzer. Mit der Performance bin ich mehr als zufrieden. Ich mag die breite Aufstellung (deshalb habe ich NN nicht), das Management macht seit Jahren einen guten Job. Die Mischung aus Wachstum und Zukaufen gefällt mir. Die DivRendite liegt aber nur bei 1%. Es handelt sich aber um den einzigen Aristokraten, den wir in D haben. Positiv bewerte ich zudem, dass es einen Ankeraktionär gibt, die Fresenius Stiftung. Aus meiner Sicht spricht damit vieles für einen Kauf.

    BASF habe ich seit 2012, habe 2x nachgekauft. Die Aktie hatte gerade einen Lauf, könnte mir gut vorstellen, dass man die zukünftig deutlich günstiger bekommen kann. Ich mag die Aktie sehr  vor allem wegen der konstanten und recht hohen  Div Rendite. Ausserdem ist die breite Aufstellung des Unternehmens toll. Allerdings: Ich habe Freunde, die für die BASF arbeiten. Diese haben eine hohe Loyalität, aus meiner Sicht ist die Personalpolitik und die interne Kommunikation aber nicht ganz so toll (Ich habe aber auch nur einen sehr begrenzten Einblick).

  38. Michael

    Solche Aktien wie hier mehrheitlich genannt, würde ich momentan auch nicht kaufen.

    Gibt aber noch genügend Aktien wo man getrost nachkaufen/einsteigen kann.

    Möchte auch noch Vale, K+s, Teranga Gold, Marine Harvest, Gilead, auftocken.
    Bayer als Neuinvest.

    Allerdings reicht mir momentan mein veranschlagtes Veranlagungskapital. Bisschen Abwarten. Punktuell wieder einmal etwas investieren. Man muss ja nicht stur jedes Monat hineinbuttern. Wenn man vor hat Jahrzehnte an der Börse zu sein hat man ja Zeit…

    @Tim:
    ich werde scheinbar immer als Spamer gewertet, da du die Beiträge immer freischalten musst. Kannst du das ändern?
    Das nervt.
    Danke.

  39. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Michael

    Sorry, WordPress denkt immer, Du bist ein neuer Teilnehmer hier in den Kommentaren. Dann kommt die Schranke automatisch. Ich weiß momentan nicht, wie ich das verhindern kann. Ich brauche die Schranke für alle Neuen, sonst wären hier am nächsten Morgen 50 Spameinträge oder mehr.

  40. Michael

    @Tim.

    ok. danke.

    Wollte mich auch schon mal registrieren. Aber leider funkt das auch nicht. Habe dir diesbezüglich schon mal eine Mail geschrieben.

    Dein geschickter Link hat leider auch keine Heilung gebracht 🙂

    LG

  41. Rainer Zufall

    Michael.

    Hatte das gleiche Problem (nachdem ich mich registriert hatte). Irgendwann habe ich mir eine neue Mailadresse zugelegt. Tim hat mich einmalig freigeschalten, seitdem läuft’s (ohne Registrierung).

  42. Michael D.Michael D.

    Mit neuer E-mail Adresse hats geklappt.

    Keine Verwechslungen mehr – schön.

    Schönes Wochenende euch allen 🙂

  43. Fit und Gesund

    @Rainer Zufall,

    danke auch noch für Deine Einschätzung, gestern konnte ich nicht mehr antworten, ganztägige Fortbildung die sehr interessant war, Thema Generationenkompetenz.

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